Gründer*in der Woche: Conversion Maker AI - Produktbeschreibungen per Knopfdruck

Gründer*in der Woche KW 14/22


44 likes

In den letzten Jahren hat Seriengründer Michael Witzenleiter über 3000 Experimente bei über 150 Unternehmen durchgeführt. Festgestellt hat er dabei, dass sich die Conversion Rate durch verkaufspsychologisch optimierte (Produkt-)Texte im zweistelligen Bereich steigern lässt. Seine digitale Lösung: der Conversion Maker AI. Mehr dazu im Interview mit Michael.

Was zeichnet eine exzellente, sprich professionelle Produktbeschreibung aus?

Zunächst einmal sollte es ein Fließtext sein, der den Leser anspricht. Natürlich sollte die Beschreibung alle wichtigen Informationen zum Produkt enthalten und sprachlich korrekt sein. Sie muss aber neben formalen Kriterien auch ‚emotionale‘ Kriterien erfüllen. Das heißt sie sollte die Sprache der Zielgruppe sprechen. Die Beschreibung einer Schraube oder eines Scharniers unterscheidet sich nicht nur durch ihre Eigenschaften von der Beschreibung einer Blume oder einer Halskette, sie sollte einen anderen Ton angeben. Erstere klingen zum Beispiel eher nüchtern und gehen auf mögliche Projekte und Anwendungsszenarien ein, während das zweite Beispiel der Zielgruppe ein Bild in den Kopf zaubern sollte. Und letztendlich gibt es ein paar sprachliche Marker, die man berücksichtigen kann, um Texte grundsätzlich zu verbessern. Dazu gehört zum Beispiel das Vermeiden von negativen Wörtern.

Was sind die größten Fehler, die du in der Praxis bei Produktbeschreibungen siehst?

Oft gibt es gar keinen richtigen Text, sondern nur Stichpunkte. Oder aber es gibt einen Text, der wahrscheinlich besser eine Stichpunktsammlung wäre, da er einfach nur die Fakten auflistet und so den Leser nicht anspricht. Teilweise ist das so, weil Texte für die Suchmaschine und nicht für die Zielgruppe geschrieben wurden.

Neben diesen groben Basisproblemen fehlt es den Texten häufig an Kreativität und Struktur. So kann es sein, dass Texte für ein neues Produkt einfach kopiert werden und nur die Eigenschaften verändert werden. Bei einem anderen Produkt funktioniert der Textaufbau dann unter Umständen aber gar nicht mehr, auch wenn er für das ursprüngliche Angebot gut gepasst hat.

Was ist der Vorteil einer semantischen Textsoftware, die Produktbeschreibungen aus Daten generiert, im Vergleich zur Arbeit eines Texters bzw. einer Texterin?

Die Software ist viel schneller: Innerhalb von wenigen Sekunden steht ein Text zur Verfügung. Das mag bei ein oder zwei Beschreibungen noch nicht so auffallen, aber bei hunderten von Produkttexten macht das einen großen Unterschied.

Abgesehen davon ist, auch wenn viele sehr gewissenhaft arbeiten, kann das Schreiben dieser Kurztexte sehr monoton und langweilig sein. Hier ist es schwer konstant kreativ zu bleiben. Die Software hingegen wird nicht müde und liefert stets qualitativ hochwertige Texte.

Nun zu deiner Software: Was ist das Besondere am Conversion Maker AI und wie unterscheidet sich deine Lösung von anderen digitalen Lösungen?

Allen voran ist das unsere Spezialisierung auf Produkttexte und ihre Ausrichtung auf ‚Verkaufssprache‘ sowie die Suchmaschinenoptimierung. Es gibt aber noch eine weitere Besonderheit: Unsere Software ist komplett auf Deutsch. Das klingt zwar logisch, ist aber in der Realität selten. Denn viele Textgeneratoren schreiben die Texte zuerst auf Englisch und übersetzen diese dann ins Deutsche. Auch wenn die Übersetzungen immer besser werden, ist es am Ende oft einfach kein runder Text. Der Vorteil liegt damit auf der Hand: Texte direkt auf Deutsch zu formulieren, heißt, sie haben eine höhere Qualität und sind direkt auf die Zielgruppe zugeschnitten.

Ein Blick zurück: Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur fertigen Software?

Zu Beginn haben wir uns darauf fokussiert Fachwissen im Bereich Conversion-Optimierung zu sammeln und auszuwerten. Das heißt, wir wollten nicht nur Daten für unser Modell sammeln, sondern auch Wissen, das uns bei der Softwareentwicklung weiterhilft. Diese Herausforderung war für uns sehr spannend, aber zunächst auch ein Mammut-Akt, schließlich waren wir zu Beginn ein kleines Team.

Außerdem war es uns wichtig das Problem zu verstehen, das wir lösen wollen. Das geht besonders gut durch Kundennähe. Wir haben einen sehr engen Kontakt zu Testkunden durch die wir nicht nur einen Einblick bekommen, wie unsere Software für sie funktioniert, wir konnten auch lernen, wie diese Software für den alltäglichen Gebrauch optimiert werden kann.

Wie hast du die Produktentwicklung und damit auch dein Start-up bislang finanziert?

Da wir nicht nur eigene Software entwickeln, sondern auch bestehende Lösungen vertreiben, können wir unser Geschäft hauptsächlich über Einnahmen finanzieren.

Du hast den Conversion Maker AI vor wenigen Wochen gelauncht. Wie ist der Start verlaufen? Was sind deine ersten Learnings?

Wir sind sehr zufrieden mit dem Start. Wir sehen eine hohe Resonanz und was mich besonders freut: Erste Kunden, die unsere Software nutzen konnten bereits signifikant ihre Conversion Rate steigern.

Wer sind deine Kund*innen bzw. Zielgruppe?

Wir möchten alle erreichen, die Produkte beschreiben oder Produkte verkaufen. Das heißt, vom Einmannunternehmen auf Shopify über den großen Online-Retailer bis hin zur Textagentur sprechen wir alle an. Für unsere Software braucht man keine Vorkenntnisse, man muss nur wissen, was die wichtigsten Informationen zum Produkt sind.

Was sind deine weiteren unternehmerischen To Do's rund um den Conversion Maker AI?

Wir haben jetzt nach dem Release zunächst eine Shopify-Schnittstelle integriert und planen mittelfristig weitere Shop-Systeme zu unterstützen. Und natürlich wollen wir die Software auch weiterhin basierend auf Kundenfeedback verbessern und weiter ausbauen – dafür suchen wir derzeit weitere Programmierer, die sich auf Künstliche Intelligenz spezialisiert haben. Innerhalb von fünf Jahren hoffen wir, Conversion Maker AI als ein Standardtool im Online-Handel zu etablieren, auf das sich jedes Unternehmen für eine erfolgreiche Strategie zur Optimierung der Conversion-Rate verlässt.

Und last but not least: Was möchtest du als erfahrener Seriengründer anderen Gründer*innen mit auf den unternehmerischen Weg geben?

Sprecht offen mit eurem Team über eure Ideen, so könnt ihr sie gemeinsam Weiterentwickeln und Hindernisse überwinden. Dazu gehört auch eine gute vertrauensvolle Feedback-Kultur zu etablieren. Ein Team, das ehrlich und offen teilt ist auch in schwierigen Zeiten standhaft – und hilft letztlich einen positiven und enthusiastischen Teamgeist zu bewahren.

Hier geht's zum Conversion Maker AI

Das Interview führte Hans Luthardt

Parlamentskreis “Gründung und Start-up” nimmt Arbeit auf

Am heutigen Freitag kam der Parlamentskreis “Gründung und Start-up” im Deutschen Bundestag zur konstituierenden Sitzung zusammen. Das informelle Gremium will den Austausch zwischen Gründer*innen und Politik fördern.

Politisch wurden in den letzten Jahren bereits einige Weichen gestellt, um das Gründen zu erleichtern. Dennoch hinkt Deutschland, trotz vermeintlich guter Rahmenbedingungen, in entscheidenden Feldern hinterher. Um Lösungen auf aktuelle Herausforderungen von Gründer*innen zu finden, Probleme zu verstehen, mehr junge Menschen für das Unternehmertum zu begeistern und angehende Gründer*innen auf ihrem Weg gezielter zu unterstützen, wurde heute der Parlamentskreis Gründung und Start-up konstituiert.

Die Konstitution erfreute sich eines breiten Interesses von Abgeordneten. Teilgenommen haben neun Mitglieder des Deutschen Bundestages, viele Weitere haben Interesse an einer zukünftigen Mitarbeit bekundet.

Hauptinitiator des Parlamentskreises ist Mario Brandenburg, MdB (Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag) zusammen mit Ye-One Rhie, MdB (SPD-Bundestagsfraktion), Thomas Heilmann, MdB (CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag) und Melis Sekmen, MdB (Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen).

Wichtig war den Initiator*innen, dass ein fraktionsübergreifender Kreis ins Leben rufen. Eingeladen zur Mitarbeit sind aber Abgeordnete aller Fraktionen des Hauses. Zum Vorsitzenden des Parlamentskreises wurde Max Mordhorst (Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag) ernannt. Im Sinne der zugrundeliegenden Überparteilichkeit des Parlamentskreises, wechselt er Vorsitz regelmäßig zwischen den Initiator*innen.

Herzensprojekt, das fraktionsübergreifend, standortstärkend und richtungsweisend sein will

Mario Brandenburg, MdB, Hauptinitiator des Kreises, gab den Staffelstab während der Sitzung federführend an Max Mordhorst weiter: “Ich freue mich sehr, dass ich dieses Herzensprojekt mit ins Leben rufen durfte. Aufgrund meiner neuen Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist es mir wichtig, dass ich den Kreis im Parlament belasse und die Leitung deshalb abgebe.”

Max Mordhorst, MdB, neuer Vorsitzender des Parlamentskreises, freut sich über die neue Funktion und die bevorstehenden Aufgaben: freut sich über die neuen Aufgaben „Ich möchte, dass der fraktionsübergreifende Parlamentskreis zum aufmerksamen Ansprechpartner für die Sorgen und Bedürfnisse von Gründern und Start-ups wird. Hierzu müssen wir direkt mit ihnen ins Gespräch kommen. Bei den Rahmenbedingungen Wagniskapital, Bürokratie und Mitarbeiterkapitalbeteiligung müssen wir als erstes ansetzen."

Ye-One-Rhie, MdB, sieht in diesem Bereich wichtige Aufgaben: „Durch Start-ups werden viele neue und außergewöhnliche Ideen gefördert und in die Praxis gebracht. Durch den Parlamentskreis ‚Gründung und Start-up‘ werden nun wichtige politische Impulse gestartet, um die Förderung von Start-ups zu stärken und mit Forschungseinrichtungen zu verknüpfen. So stärken wir den Innovationsstandort.“

Thomas Heilmann, MdB: „Unser Staat ist zu langsamen, zu komplex und zu bürokratisch. Wenn Start-Ups (über-)leben sollen, werden wir vieles verändern müssen. Leichteres Gesellschaftsrecht, beschleunigte Genehmigungen, einfachere Mitarbeiterbeteiligungen: es gibt viel zu tun.“

Melis Sekmen, MdB: "Die Start-ups von heute sind der Mittelstand von morgen. Sie sind Innovationsmotor für unser Land. Deswegen müssen wir junge Menschen für das Unternehmertum begeistern. Ob jemand in unserem Land gründen kann, darf nicht davon abhängen wie dick der eigene Geldbeutel ist. Wir dürfen es uns nicht mehr leisten auf Talente zu verzichten, nur weil sie das nötige Startkapital nicht haben."

4 Tickets, exklusiv für StartingUp-Leser*innen

Bei der Startup-Woche Düsseldorf treffen vom 20. bis 24. Juni 2022 Visionär*innen auf Corporates, Einzelkämpfer*innen auf starke Teams, Gründer*innen auf Business Angels und Anfänger*innen auf Expert*innen. Wir verlosen exklusiv unter allen StartingUp-Leser*innen 4 Frei-Tickets für 2 spannende Events im Rahmen der Startup-Woche Düsseldorf.

Die Startup-Woche wird von der Startup-Unit der Wirtschaftsförderung Düsseldorf organisiert, die Inhalte stammen von engagierten Unternehmen und Unternehmer*innen vor Ort. Sie sorgen dafür, dass trotz der Verschiebung wieder zahlreiche Seminare, Workshops, Pitch- und Networking-Events ausgerichtet werden.

Wir verlosen exklusiv unter allen StartingUp-Leser*innen 4 Frei-Tickets für 2 spannende Events. Zur Verfügung gestellt werden die Ticktes von StartUp MOM, dem ersten MOM Accelerator Deutschlands, der ambitionierten Müttern mit visionären Ideen den Weg in die Selbständigkeit ebnet. Mehr dazu hier. (Link Beitrag)


2 x Tickets für den online Serendipity-Workshop am 23. Juni 22

Erfolgreiche Unternehmer*innen nutzen glückliche Zufälle und entwickeln daraus erfolgreiche Businessideen. Dafür nutzen sie die Serendipity (oder auch Serendipität genannt) Methode. In diesem Workshop von StartUp MOM entwickelst du im geschützten Raum erste konkrete Businessideen. Gleichzeitig bekommst du erstes, wertvolles Feedback dazu. Folgende Themen werden an diesem Tag behandelt:

  • Du erlernst eine neue Methode zur Generierung von Businessideen;
  • gemeinsam prüfen wir deine ersten Ideen;
  • du kannst im geschützten Raum präsentieren und
  • du bekommst wertvolles Feedback aus der Gruppe;
  • du erhältst ein Workbook, mit dem du weiterarbeiten kannst;
  • gemeinsam legen wir die nächsten Schritte fest.

Der Workshop richtet sich insbesondere an Gründerinnen bzw. wurde speziell für Frauen, die nach der einen Businessidee suchen, entwickelt und findet am 23. Juni zw. 10 und 12 Uhr online statt. Hier gibt’s alle Infos auf einen Blick

Wenn du eines der beiden Tickets haben möchtest, scheibe uns jetzt eine Mail an [email protected] Betreff: Serendipity-Workshop



2 x Tickets für den Accelerator-Summit, kurz A-Summit, am 24. Juni 22

Im Rahmen der Startup-Woche Düsseldorf wird bereits zum fünften Mal den Accelerator-Summit, kurz A-Summit veranstaltet. Gründer*innen und Gründungsinteressierte treffen bei dem Event auf Ansprechpart­ner*innen und Expert*innen rund um die Themen Start-up-Förderung und -Finanzierung. Der A-Summit hat sich zu einem der zentralen Treffpunkte für Gründungsinteressierte, Start-ups und Förderprogramme in NRW entwickelt. Denn hier steht das Networking und Matchmaking für Gründer*innen und Acceleratoren aus NRW im Fokus. Alle Förderprograme, die Teil der Vergleichsplattform accelerate.nrw sind, haben die Möglichkeit ihr Programm vorzustellen und in den direkten Austausch mit Start-ups und Gründungsinteressierten zu gehen.

Wenn du eines der beiden Tickets haben möchtest, scheibe uns jetzt eine Mail an [email protected] Betreff: A-Summit

Bitte beachten: Die 4 Tickets werden unter allen Einsender*innen vergeben, die Gewinner*innen werden benachrichtigt. Es gilt: First come , first served. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gleich und Gleich gesellt sich gern

Eine Studie des KI basierten Venture Capitalist "Morphais" aus Berlin hat die wichtigsten Eigenschaften erfolgreicher Gründer*innen (in Bezug auf ihre Investor*innen) analysiert.

Was wurde untersucht?

Um herauszufinden, welche Rolle Persönlichkeitsmerkmale bei der Bewertung von Gründungteams spielen, wurde gemeinsam mit Wissenschaftler*innen und Psycholog*innen der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin eine Studie durchgeführt. Knapp 100 Gründer*innen wagniskapitalfinanzierter Start-ups wurden über einen Onlinefragebogen zu ihrer Persönlichkeit sowie zu dem Erfolg ihrer Jungunternehmen befragt.

Basierend auf der Firmenbewertung zählen einige der erfolgreichsten Gründer*innen im DACH-Raum zu den Studienteilnehmer*innen: Ein Viertel aller Befragten gründeten Unternehmen, deren letzte Bewertung bei über 50 Mio. EUR liegt, und über 7 % der befragten Start-ups erreichen eine Unternehmensbewertung von über 500 Mio. EUR. Der Fragebogen basiert auf dem OCEAN-Persönlichkeitsmodell, einem sehr etablierten Modell zur Messung von Persönlichkeitsattributen.

Persönlichkeitsstrukturen ähneln sich!

Die Ergebnisse zeigen, dass die für Unternehmer*innen charakteristischen Persönlichkeitsmerkmale bei wagniskapitalfinanzierten Gründer*innen ausgeprägter sind als bei Vergleichsgruppen, die kein Risikokapital erhielten: Die befragten Gründer*innen zeigten noch höhere Werte für Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion (nach aussen gerichtet) und Verträglichkeit (Hilfsbereitschaft) sowie einen niedrigeren Wert für Neurotizismus, der mit einer hohen emotionalen Stabilität einhergeht.

Bei der Befragung einer Vielzahl von Risikokapitalgeber*innen zu ihren Persönlichkeitseigenschaften zeigte sich, dass Venture Capitalist*innen genau wie die Gründer*innen offener und extrovertierter sind, allerdings weniger gewissenhaft, umgänglich und neurotisch. Das bedeutet: die Persönlichkeiten von Gründer*innen und Investor*innen sind sich sehr ähnlich, unterscheiden sich aber von anderen Vergleichsgruppen und dem Durchschnitt der deutschen Bevölkerung.

Similarity Bias bei Entscheidungen maßgebend

Frühere Forschungsarbeiten haben bereits gezeigt, dass der sogenannte Similarity Bias den Entscheidungsprozess von Venture-Capital-Geber*innen beeinflusst. Dieser Bias beschreibt, dass Menschen andere Personen positiver bewerten, wenn sie ihnen ähnlich sind. Es wurde gezeigt, dass Wagniskapitalgeber*innen Gründer*innen systematisch bevorzugen, die ihnen etwa in Bezug auf Bildung, Erfahrung und beruflichen Hintergrund ähneln. Diese Bevorzugung erfolgt unterbewusst, hat jedoch gravierende Konsequenzen. Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass Risikokapitalgeber*innen eher Teams bevorzugen, die ihnen nicht nur in soziodemografischen Merkmalen, sondern auch in ihrer Persönlichkeit ähneln – und eben auch dasselbe Geschlecht haben.

Dazu Morphais-CEO Eva Gfrerer, die mit Morphais einen neuen Quant VC aus Berlin aufbaut, der in Gründerteams in der Frühphase (pre-seed) investiert: "Gleich und gleich gesellt sich gern. Da Investitions-Entscheidungen bei VCs vor allem von Männern gefällt werden, profitieren vor allem auch männliche Gründerteams bei der Bewertung, während Frauen oft leer ausgehen. Im Resultat führen solch subjektiv verzerrten Entscheidungen zu homogenen Portfolios und sehr geringer Diversität von Gründerteams, was sich nachweislich negativ auf die Renditen auswirkt. Venture Capital braucht deshalb quantifizierbare Entscheidungsmetriken, sodass basierend auf Talent und nicht auf Bauchgefühl des Investors Kapital allokiert wird. Hierbei können Machine Learning-Algorithmen wertvolle Entscheidungsunterstützung liefern, sodass sich Investmententscheidungen nicht nur effizienter, sondern auch gewinnbringender und fairer treffen lassen. Genau das ist unser Ziel."

KfW-Gründungsmonitor 2022

Die aktuelle Erhebung zeigt: Gründungstätigkeit 2021 zurück auf Vorkrisenniveau: mehr Chancengründungen, mehr Jüngere, mehr Gründerinnen, mehr Digitales.

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:

Zahl der Gründungen gestiegen

Die Gründungstätigkeit in Deutschland ist nach dem Corona-Knick 2020 im Jahr 2021 wieder auf das Vorkrisenniveau gestiegen. Mit 607.000 Existenzgründungen haben sich 70.000 bzw. 13 % mehr Menschen selbständig gemacht als 2020. Es gab sowohl im Voll- als auch im Nebenerwerb einen Anstieg der Gründungstätigkeit. Ausgehend von ihrem im Jahr 2020 erreichten bisherigen Tiefpunkt legte die Zahl der Vollerwerbsgründungen auf 236.000 zu (+35.000 »+18 %), die Zahl der Nebenerwerbsgründungen auf 371.000 (+35.000 »10 %).

Mehr Geschäftsgelegenheiten werden realisiert

Wie bereits im ersten Corona-Jahr ist der Anteil von Gründungen zur Wahrnehmung einer Geschäftsgelegenheit gestiegen. Ihr Anteil erhöhte sich 2021 erneut auf nun 82 %, die Zahl dieser Chancengründungen nahm auf 498.000 zu. Gründungen aus Mangel an besseren Erwerbsalternativen bleiben mit 91.000 (15 %) im Tief.

Zahl der Gründerinnen legt zu

Nachdem sich die Zahl der Gründerinnen drei Jahre lang kaum veränderte, ist sie im vergangenen Jahr überdurchschnittlich stark gestiegen. So setzten 2021 257.000 Frauen eine Existenzgründung um (+52.000 »+25 %). Die Zahl der Gründer legte auf 350.000 zu (+18.000 »+5 %). Der Gründerinnenanteil hat sich somit auf 42 % erhöht (2020: 38 %). Insbesondere jüngere Frauen trugen dazu bei. Der Anteil der unter 30-Jährigen ist im Jahresvergleich von 28 auf 37 % gestiegen.

Mehr digitale und internetbasierte Gründungen

Die Corona-Pandemie hat die Schwächen traditioneller Geschäftsmodelle schonungslos offengelegt. Gründer*innen haben darauf offensichtlich reagiert: Deutlich mehr Gründungen sind digital und internetbasiert. Mit Anteilen von 31 % digitalen und 41 % internetbasierten Gründungen gipfelten die bereits seit Jahren positiven Trends 2021 in ihren bisherigen Höchstwerten.

Ausblick 2022

Trotz sinkender Planungsquote ist zu erwarten, dass sich die Gründungstätigkeit im Jahr 2022 auf einem ähnlichen Niveau bewegt wie 2021.

Hier kannst du den vollständigen KfW-Gründungsmonitor 2022 downloaden

Zahlen, Fakten, Diagramme

Gründer*in der Woche: Freshflow - Mit KI gegen Lebensmittelverschwendung

Das Berliner Start-up Freshflow hat eine Software entwickelt, um Lebensmittelverschwendung im (Einzel-)Handel deutlich zu reduzieren. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Avik Mukhija.

In Europa werden jedes Jahr Lebensmittel im Wert von mehr als 45 Milliarden Euro weggeworfen. Was sind die Hauptgründe für diesen Wahnsinn und sind es wirklich nur die Endverbraucher*innen, die hier umdenken müssen?

Nach unseren Recherchen ist der Wert von weggeworfenen Lebensmitteln in Europa sogar mind. viermal so hoch. Weltweit werden ca. 40 Prozent aller Lebensmittel weggeworfen. Genau wie du es sagst, ist es daher nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch ein wirtschaftliches.

Der/die Endverbraucher*in verursacht ca. die Hälfte davon, die andere Hälfte geschieht aber entlang der ganzen Lieferkette und endet beim Lebensmitteleinzelhandel. Eine große Ursache dafür ist falsche Ressourcenallokation, d.h. Überbestände an einer Stelle und Unterbestände an anderen. Bestellungen werden meist täglich manuell per Bauchgefühl gemacht und es wird wenig mit Daten gearbeitet.

Bei Frischwaren liegt das daran, dass es unglaublich schwierig ist, jeden Tag den optimalen Bestand zu führen. Nehmen wir an, es müssen Erdbeeren für morgen bestellt werden: Wie haben sich diese in der Vergangenheit verkauft? Wie ist das Wetter morgen? Gibt es lokale Events, Engpässe? Wie lange werden sie auf dem Regal frisch bleiben?

Bestellt man zu wenig, hat man leere Regale und unzufriedene Kund*innen. Bestellt man zu viel, entsteht Lebensmittelverschwendung und man zerstört die ohnehin dünnen Margen.

Wann und wie bist du dann vor diesem Hintergrund zusammen mit Carmine Paolino auf die Idee zu Freshflow gekommen?

Meine erste Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel entstand durch meine Masterarbeit an der ETH Zürich, wo ich erstmals das große Innovationspotenzial in dieser Industrie erkannte.

In der Berliner Kohorte des Talent Investors Entrepreneur First lernte ich später meinen Mitgründer Carmine kennen und wir konnten uns stark für das Thema Food Waste Bekämpfung begeistern.

Gekoppelt mit meiner vorherigen Erfahrung aus dem Lebensmitteleinzelhandel war das der Ursprungspunkt von Freshflow.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur fertigen Software?

Wir brauchten anfänglich viele Daten und tiefe Einblicke in die existierenden Frischwaren-Bestellprozesse. Ersteres, um unsere KI entwickeln zu können, zweiteres, um eine erfreuliche User Experience für das Ladenpersonal schaffen zu können, was uns wirklich wichtig war und auch immer sein wird. Wir haben uns unglaublich viel Mühe gegeben, dass für die Verwendung von Freshflow keine Umschulung des Ladenpersonals benötigt wird, und wir uns intuitiv in den existierenden Arbeitsablauf eingliedern.

Es war daher wichtig, anfänglich einen Kunden zu gewinnen, der uns diese Einblicke bieten konnte und uns damals ohne eine fertige Lösung vertraut hat. Den hatten wir gefunden und konnten so die erste Version von Freshflow kreieren. Seitdem gab es natürlich unzählige Updates, der Schritt von 0 auf 1 hätte aber ohne nicht stattfinden können.

Was ist das Besondere an Freshflow, wo kommt die Software wie zum Einsatz und wer sind eure Kund*innen?

Das Besondere an Freshflow ist, dass wir europaweit die erste Lösung sind, die von Grund auf für Frischwaren - und speziell Obst & Gemüse - gebaut wurde. Sogenannte “Automatische Dispositionssysteme” für Trockenwaren werden im Einzelhandel schon seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Diese scheitern aber, wenn es um Frischwaren geht: kurze variable Haltbarkeiten, falsche Bestände da per Gewicht und nicht per Stück verkauft wird, Saisonalität, etc. Dort ist es daher zum größten Teil weiterhin ein manueller, papierbasierter Bestellprozess. Wir haben Freshflow mit jeder dieser Herausforderungen im Kopf gebaut.

Zudem funktioniert Freshflow mit jedem herkömmlichen ERP System ohne langwierige IT-Integrationen - es ist Plug-And-Play und kann in wenigen Wochen ausgerollt werden.

In einer Seed-Runde habt ihr gerade 1,7 Millionen Euro eingesammelt. Glückwunsch zu diesem Erfolg! Was ist mit dem frischen Kapital geplant?

Das Kapital hat uns geholfen, unser Team stark vergrößern zu können, mit unglaublich motivierten Talenten aus ganz Europa und darüber hinaus. Wir werden damit große Fortschritte in der weiteren Produktentwicklung machen sowie mehr Projekte mit Lebensmitteleinzelhändlern (LEH) annehmen können.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Ziele mit Freshflow?

Wir sind - zusätzlich zu unseren existierenden Partnern - europaweit in fortgeschrittenen Gesprächen mit einigen weiteren LEH. Das Ziel ist es, erfolgreiche Partnerschaften mit mehreren von diesen einzugehen und ihre Lebensmittelverschwendungen dabei um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. Wir wollen uns als Go-To-Lösung für alles rund um Frischwaren im LEH etablieren.

Die Langzeit-Vision ist es, die Freshflow Lösung über den Lebensmitteleinzelhandel hinaus auch für den Rest der Lebensmittellieferkette anzubieten, da das Food-Waste-Problem entlang der ganzen Kette herrscht.

Und last but not least: Was wollt ihr anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung mit auf den unternehmerischen Weg geben?

Nie den engen Draht zum User verlieren, egal wie viel es sonst noch zu tun gibt.

Hier geht's zu Freshflow

Das Interview führte Hans Luthardt

App-Entwicklung: Kosten, Aufwand, Umsätze, Gewinne

Eine aktuelle Studie zum Thema App-Entwicklung zeigt: Eine App kostet durchschnittlich 30.000 Euro und rechnet sich nach 12 Monaten. Hier gibt's weitere Zahlen und Fakten für alle, die mit einer App an den Start gehen wollen.

Viele Start-ups träumen davon, mit ihren App-Ideen das große Geld zu machen. Doch wie realistisch ist das? „Groß ist reine Definitionssache - aber es stimmt, man kann mit Apps viel Geld verdienen“, sagt Paul Dyrek, Geschäftsführer und Inhaber des Wiener App-Entwicklers DeineSeite.

Rund 3.960 Stunden bis zur fertigen App

Laut einer aktuellen Studie setzten DeineSeite-Kund*innen, die vor zwei Jahren mit ihren Apps gestartet haben, im März 2022 im Schnitt 9.225 Euro um. Apps, die vor drei Jahren entwickelt wurden, liegen aktuell bei 17.950 euro Monatsumsatz.

Hinter dem Erfolg steckt aber Knochenarbeit, geht Dyrek ins Detail. Im Schnitt braucht es 3.960 Arbeitsstunden, bis eine neu entwickelte App für Smartphones im Play Store von Google oder im App Store von Apple zum Download bereitsteht.

Kosten zw. 7.000 und 30.000 Euro

Die Kosten für eine App-Entwicklung sind unterschiedlich hoch und hängen stark von der Idee ab, erklärt Dyrek: „Wir haben schon Apps für 7.000 Euro gemacht.“ Meist bewege sich der Preis aber bei rund 30.000 Euro.

Umsätze per In-App-Verkauf

Im Schnitt generiert man laut der aktuellen Studie nach 6 Monaten am Markt die ersten Umsätze und spätestens nach 12 Monaten die ersten Gewinne. Womit verdient man bei einer App sein Geld? „Viele glauben an Premium-Modelle, bei denen man für den App-Download bezahlt, oder an Banner-Werbung“, so Paul Dyrek. In Wahrheit wären das aber die zwei schlechtesten Formen: „Am besten verdient man mit Verkäufen innerhalb der App sowie an Kooperationspartnern und Sponsoren, die in der App kreativ mitbeworben werden.“

Investor*innen eher Bremsklötze

Von Investor*innen rät Dyrek ab. Diese würden angesichts der Mitsprache-Möglichkeiten sehr häufig Probleme verursachen. Die meisten Start-ups würden sich – wie in einschlägigen TV-Shows oft deutlich wird – zudem weit unter ihrem Wert verkaufen. Nur 5 Prozent der DeineSeite-Kunden hätten Investor*innen mit an Bord.

Die Wahl des App-Entwicklers mitentscheidend

Wer eine gute App-Idee hat, sollte auch bei der Wahl seines App-Entwicklers Acht geben. Wichtig sind etwa Fixpreis-Angebote für die Projektumsetzung. Beratung und Idee-Ausarbeitung sollten kostenlos sein. Achten sollte man zudem auf versteckte Kosten wie etwa Lizenzgebühren oder Wartungsverträge.

Wie erkenne ich einen seriöse App-Entwickler?

  • Beratungsgespräch: Hör dir die Ideen der Agentur an. Beobachte, ob dein(e) Gesprächspartner*in sich in Bezug auf dein Projekt bereits Gedanken gemacht hat. Prüfe den Wahrheitsgehalt der Aussagen. Wie groß ist der Umfang der Beratung? Ist die Erstberatung kostenlos?
  • Angebot: Je einfacher ein Angebot ist, desto weniger kann man in ihm verstecken. Finger weg von seitenlangen Angeboten mit kaum verständlichen Texten. Diese Angebote beinhalten meistens für dich unvorteilhafte Klauseln.
  • Projektplan: Bietet dir die Agentur Hilfe bei der Erstellung eines Projektplans?
  • Vergleich: Vergleiche nicht nur die Preise, sondern auch den Inhalt und Umfang. Die billigsten Angebote sind nicht immer die Besten, genauso wenig sind es die teuersten. Richte dich nach dem Umfang der Angebote.
  • Firma prüfen: Wie lang existiert die Firma bereits, welche Erfolge kann sie verbuchen? Prüfe zudem, welche Bewertungen du in den unterschiedlichsten Verzeichnissen von App-Agenturen findest.
  • Dauer der Entwicklung: Eine App zu entwickeln kann lange dauern, doch lasse dich nicht in die Irre leiten. Sollte dir die Entwicklungszeit zu lange vorkommen, so vergleiche diese mit anderen Angeboten, denn eine App zu entwickeln ist heutzutage keine Hexerei mehr.
  • Preisgestaltung: Nur ein Fixpreis-Angebot ergibt bei einer App Entwicklung Sinn; sobald die Agentur anfängt, über eine Vergütung pro Stunde zu sprechen, solltest du schleunigst den Raum verlassen.
    Quelle: deineseite.at

GameChanger des Monats: bluu - Zero-Waste-Waschen

Die bluu-AG-Gründer Marko Vidmar und Roman Stämpfli haben einen biologisch-abbaubaren Zero-Waste-Waschstreifen auf den Markt gebracht, der herkömmliche Waschmittel ersetzen kann. Mehr über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Marko.

Wir haben euch als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr mit eurer Waschmittel-Innovation eindrucksvoll zeigt, wie einfach und effizient wir Verbraucher*innen umweltbewusst agieren können. Wie seid ihr auf die Idee zu bluu gekommen?

Erfunden haben wir die Idee nicht! Roman hat die Waschstreifen im Insta Feed seiner Freundin entdeckt und mir die Idee bei einem Abendessen nach dem Lockdown 2020 vorgestellt. Die Streifen sind hier in Europa noch recht unbekannt. Das wollten wir ändern, da das Produkt so viele praktische und nachhaltige Vorteile mit sich bringt. Wir sahen natürlich auch großes Potenzial. Jeder Haushalt muss waschen, die Waschmittelindustrie hat in den letzten Jahren wenig Innovationen auf den Markt gebracht, und der Absatz erfolgt vor allem über den stationären Handel. Uns war also klar, dass wir eine starke D2C-Marke aufbauen wollen. Also gingen wir nach unserem damaligen Treffen auf Lieferantensuche und machten uns Gedanken zum Branding sowie Vermarktung.

Was treibt euch im Sinne eines Gamechangers an?

Unser Antrieb ist, den Menschen im Alltag das Wäschewaschen zu erleichtern und gleichzeitig einen nachhaltigen Impact auf die Umwelt zu haben. Wir wollen auch dem ganzen Verpackungswahsinn ein Ende bereiten und verzichten auf Plastik.

Was ist das Besondere an eurem Zero-Waste-Waschstreifen? Und inwieweit unterscheidet sich der bluu Waschstreifen von herkömmlichen Waschmitteln, sei es Pulver, Streifen oder Drops?

Unser Produkt verfolgt in allen Hinsichten den "Weniger-ist-mehr"-Gedanken. Im Speziellen hervorzuheben ist das geringe Gewicht und die kompakte Größe. Die nur 200g leichte Box enthält 60 Waschstreifen = 60 Waschgänge und ist etwa 20 Mal leichter als herkömmliche Flüssig- oder Pulverwaschmittel. Dadurch verursachen wir ca. 95 Prozent weniger CO2 Ausstoss beim Transport. Die leere Box kann bequem zu Hause recycelt werden. Zusatz- sowie Konservierungsstoffe sind im Produkt nicht enthalten und deshalb eignen sich die Streifen auch für alle Temperaturen und Textilien. Ein Streifen pro Waschgang genügt in der Regel und somit entfällt das lästige Dosieren.

Start-up Hotspots Berlin & Wien – The Best of both Worlds

Am 21. Juni 2022 ewarten dich beim Expert*innentalk und Networking-Event in der Österreichischen Botschaft Berlin spannende Insights aus den Start-up Hotspots Berlin & Wien. Anmeldung bis 16.06.22 möglich.

Berlin meets Wien: The Best of both Worlds

Am 21. Juni erwarten dich u.a. Antworten auf folgende Fragen:

  • Warum gründen Berliner*innen ihr Start-up in Wien?
  • Warum kommen Female Founders aus Wien nach Berlin?
  • Warum lohnt es sich, seine CEE Expansion von Wien aus zu planen?
  • Welchen Support bekommen Berliner und Wiener Start-ups und wie sieht es mit der Finanzierung in den Start-up-Hotspots Wien & Berlin aus?

Der hochkarätig besetzte Expert*innen-Talk wird moderiert von Brutkasten-Founder und StartingUp-CEO Dejan Jovicevic. Im Anschluss Networking mit SpeedInvest, Wirtschaftsagentur Wien, Berlin Partner, Advantage Austria, Austrian Business Agency uvm.

Das Programm

17 Uhr Beginn

  • Intro
    Start Alliance | Wirtschaftsagentur Wien, Berlin Partner
  • Key Note
    Grover (tbc.)
  • Panel-Diskussion zu den Startup Ecosystems Berlin und Wien
    Dr. Robert Wawrzinek / Cutanos
    Florian Obst / Speed Invest
    Nina Wöss / Female Founders
    Moderation: Dejan Jovicevic / Brutkasten, StartingUp, VC Magazin
  • Networking & Fingerfood
    Networking mit SpeedInvest, Wirtschaftsagentur Wien, Berlin Partner, Advantage Austria, Austrian Business Agency uvm.

20 Uhr Ende

Was: Berlin meets Wien: The Best of both Worlds
Wann: 21.6.2022
Wo: Österreichische Botschaft Berlin
Stauffenbergstraße 1, 10785 Berlin

Anmeldeschluss: 16.6.2022

Hier geht's zur Anmeldung


Veranstaltet wird das Start-up-Event von ABA – Invest in Austria, der Betriebsansiedlungsagentur der österreichischen Standortagentur Austrian Business Agency (ABA), die zum Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) ressortiert. ABA – Invest in Austria berät interessierte Unternehmen, die sich in Österreich niederlassen wollen bei allen standortrelevanten Fragen, informiert über den Wirtschaftsstandort Österreich und spricht aktiv potenzielle Investor*innen an.

E-Commerce zwischen Lieferengpässen und Kaufzurückhaltung

Die Berliner Online-Marketing-Agentur Smarketer hat auf der Basis von rund 1000 Werbekonten analysiert, wie sich die aktuelle Krisensituation auf die wichtigsten Marketing-KPIs auswirkt.

Der Krieg in der Ukraine verändert neben seiner politischen und gesellschaftlichen Komponente auch vieles auf dem Gebiet der Wirtschaft – bei den ohnehin unter Druck stehenden Lieferketten, durch unterbrochene Geschäftstätigkeit in Russland und nicht zuletzt auch durch die finanzielle Verunsicherung eines Großteils der Verbraucher*innen, die zwischen Hamsterkäufen und Kaufzurückhaltung schwanken. Diese kritische Wirtschaftssituation mit gebremstem Wachstum hat für viele Marketingverantwortliche neue Herausforderungen geschaffen.

Die Google Ads-Agentur Smarketer hat anhand von Zahlen der eigenen Kund*innen analysiert, welche Veränderungen derzeit auf Unternehmen zukommen und wie sich diese auf deren Werbeaktivitäten generell und Performance-Kampagnen im Besonderen auswirken können. „Entscheidend ist hierbei“, erklärt Eric Hinzpeter, Content-Marketing-Experte von Smarketer, „wie stark Unternehmen derzeit und in der Zukunft von Lieferkettenproblemen betroffen sein werden und auf welche Lagerbestände sie dabei setzen können. Händler*innen sollten dabei aber die die Inflationsrate und die individuellen Lagerkosten im Blick behalten. Ein Patenrezept gibt es hier allerdings nicht.“

Kombination von Online und Offline gewinnt

Gerade angesichts der endenden Corona-Maßnahmen ist zu erwarten, dass das Pendel wieder etwas mehr zu Gunsten des Präsenzhandels ausschlagen wird und dass auch wieder mehr Ausgaben für Dienstleistungen (Gastronomie, Kultur) getätigt werden. „Werbetreibende sollten daher ihre Werbeausgaben entsprechend justieren, vermehrt in Performance-Kanäle investieren und Werbekampagnen an die neue Situation anpassen“, rät Hinzpeter. „Wer bei Marketing und Kundenbindung Online- und Offline-Kanäle optimal verzahnen kann, wird in der jetzigen Lage profitieren.“

Die Krise ist auch im Rahmen des Performance Marketing deutlich spürbar, wie interne Auswertungen der Smarketer-Analysten zeigen, die auf den über tausend Werbekonten beruhen. Während 3,2 Prozent weniger Impressions gemessen wurden, ermittelten die Analysten 24,4 Prozent höhere Cost-per-Click-Werte (CPCs). Betrachtet wurden dabei die ersten 60 Tage seit dem Kriegsbeginn am 24. Februar im Vergleich zum identischen Vorjahreszeitraum (YoY-Vergleich).

Kein einheitliches Bild bei Impressions und CPCs

Doch die aktuelle Lage stellt sich je nach Branche unterschiedlich dar: In den Segmenten Hobby & Freizeit ergaben sich 20,6 Prozent mehr Impressions, aber um 27,2 Prozent höhere CPCs im Vergleich zum Vorjahr, während bei Tourismus & Gastronomie 50,4 Prozent mehr Impressions gemessen wurden, die mit 7,4 Prozent höheren CPCs zu Buche schlugen. Bei Finanzen, Versicherungen & Immobilien kam es dagegen (wohl aufgrund reduzierter Investitionsneigung und wachsender Verunsicherung) zu 51,1 Prozent weniger Impressions bei 18,7 Prozent höheren CPCs.

Es ist daher zu raten, die SEA-Strategien in der Krise anzupassen und durch ein sorgfältiges tägliches Monitoring situativ agil zu reagieren. „Unternehmen sollten bei steigenden Conversion-Raten und/oder sinkenden Impression Shares ihre Budgets erhöhen, um eine optimale Positionierung den Mitbewerbern gegenüber sicherzustellen“, so Hinzpeter. Bei ausreichend Warenbestand könne man insbesondere auf dynamisches Remarketing setzen, um die Chancen für Produktverkäufe zu fördern. Bei niedrigen Warenbeständen sollten sich Händler*innen vor allem auf Google Shopping und Search fokussieren.

Warenbestand den Kund*innen gegenüber kommunizieren

Wichtig sei aber auch, die Kommunikation zu optimieren. „Die Verfügbarkeit rückt, wie schon zu Anfang der Pandemie, für viele Kaufwillige in den Vordergrund. Teilen Sie Ihren Kund*innen auf der Website und in Ihren Ads mit, ob Produkte On-Stock sind oder wann damit zu rechnen ist – und benachrichtigen Sie diese, sobald Ware wieder verfügbar ist,“ so Hinzpeter. Ein Problem könnte in diesem Zusammenhang neben dem gebremsten Wirtschaftswachstum die steigende Inflation werden – bereits im April 2022 lag die Inflationsrate bei 7,4 Prozent. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat kürzlich seine Umsatzprognose für 2022 um eine Milliarde Euro auf 97,4 Milliarden Euro Gesamtumsatz gesenkt. Die Folgen von Inflation, Ressourcenknappheit und gestörten Lieferketten werden wohl in allen Handelssegmenten zu spüren sein, wenn auch in sehr unterschiedlicher Ausprägung. „Unternehmen sollten daher jetzt die eigene Situation gründlich analysieren und geeignete Maßnahmen treffen, um gerade in den nächsten Monaten Werbebudgets mit Bedacht auszugeben und die Conversion-Rate nicht unnötig zu senken“, rät Hinzpeter. 

Das 30-seitige Whitepaper zum Thema „Auswirkungen des Ukraine-Konfliktes: Wie Sie die wirtschaftlichen Folgen für Ihr Unternehmen einschätzen und mindern“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Public Value Award for Start-ups 2021

Sieben spannende Finalist*innen – drei glückliche Gewinner*innen: Hier gibt’s die Details zum renommierten Public Value Award for Start-ups.

Seit 2016 zeichnet EY in Zusammenarbeit mit der HHL Leipzig Graduate School of Management Start-ups, die einen besonderen Beitrag zum Gemeinwohl leisten, mit dem Public Value Award for Start-ups aus. Der Award wurde zuletzt noch als EY Public Value Award for Start-ups ausgelobt, 2020 aufgrund der Corona-Pandemie jedoch nicht ausgerufen. Die Pause nutzen die Partner*innen, um die Plattform zum Thema Gemeinwohl für Gründer*innen und junge Unternehmen einer Neuausrichtung zu unterziehen. Träger des Public Value Award ist nun der gemeinnützige Verein Forum Gemeinwohl e.V., Partner*innen sind neben EY und HHL die Stadt Leipzig und ZEISS.

140 Bewerbungen – 7 Finalist*innen

Im Jahr 2021 haben sich 140 junge Unternehmen für diese Auszeichnung beworben, sieben wurden von einer zehnköpfigen Jury rund um die Juryvorstände Markus T. Schweizer (EY) und Prof. Dr. Timo Meynhardt (HHL) ins Finale gewählt.

Unternehmerischer Erfolg sollte nicht nur in Zahlen gemessen werden, weil unternehmerisches Handeln und soziale Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind und ein Fokus auf den eigenen Gemeinwohlbeitrag einem Unternehmen dabei helfen kann, langfristig Aktionäre zu gewinnen und Stakeholder Returns zu generieren.  Grund genug, die diesjährigen Finalist*innen des Public Value Awards genauer unter die Lupe zu nehmen und der Frage nachzugehen, wie ihr Beitrag zum Gemeinwohl aussieht und wodurch sie sich von ihren Mitbewerber*innen abgehoben haben.

Markus T. Schweizer (EY) ergänzt zusammenfassend: „Die Pandemie hat gezeigt, dass sich Unternehmen mit einem hohen Gemeinwohlbeitrag oft durch eine starke Resilienz auszeichnen. Die Finalist*innen und Sieger*innen des Public Value Awards for Start-ups sind damit nicht nur innovative Jungunternehmer, sondern leisten auch einen spürbaren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Wirtschaft.“

Wie man Public Value messen kann

Bewertet wurden die Bewerber*innen anhand der Public Value Scorecard. In jeder der fünf Dimensionen dieser Scorecard konnten zwischen 0 und 100 Punkten vergeben werden. Auch die Start-ups selbst mussten sich in ihrer Bewerbung punktemäßig festlegen und Argumente für jede Dimension anführen. Das gab ihnen die Chance, ihren Beitrag zum Gemeinwohl in Zahlen messbar zu machen und sich näher mit diesem zu beschäftigen. Viele haben die Erkenntnisse aus dem Bewerbungsprozess zum Anlass genommen, um ihre Außendarstellung und ihren Purpose neu zu definieren.

And the Winner is …

Nach einem wochenlangen Coaching durch EY und die HHL fand am 14. Oktober 2021 schließlich das Finale des Public Value Award for Start-ups in der Kongresshalle am Zoo in Leipzig statt. Vor rund 150 Gästen pitchten die Finalist*innen live um den Sieg in der Jurywertung. Bereits im Vorfeld an die Veranstaltung hatten Menschen weltweit zudem die Möglichkeit, online für ihren Favoriten abzustimmen und diesem damit eine Chance auf den Publikumspreis zu geben.

Sowohl die Jury-, als auch die Publikumsentscheidung fielen sehr knapp aus. Darüber, dass alle sieben Start-ups einen herausragenden Beitrag zum Gemeinwohl leisten, bestand Einigkeit. „Die diesjährigen Finalisten zeigen wieder einmal, dass insbesondere junge Unternehmen der Motor für eine zukunftsfähige Gesellschaft sein können. Mit ihren vielfältigen Ideen stärken sie das Miteinander und sorgen so für ein gesellschaftliches Klima, in dem wir alle gern leben möchten“, zieht Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY in Deutschland, sein Resümee.

Aber auch knappe Entscheidungen sind letztlich Entscheidungen und so wurde das Start-up Too Good To Go mit dem 3. Platz in der Jurywertung ausgezeichnet. Auf Platz 2 erklommen die Gründer von HeartBeat Edutainment das Siegertreppchen. Die Frankfurter sicherten sich zusätzlich den Publikumspreis und reisten am Abend mit zwei Trophäen im Gepäck ab. Platz 1 wurde an Africa GreenTec vergeben.

SMAU | Italy RestartsUp am 28.04.22 in Berlin

ICE: Italy RestartsUp bringt die Protagonisten des italienischen Start-up-Ökosystems am 28.04.22 nach Berlin. Mehr dazu im Interview mit den Veranstaltern ICE und SMAU.

Im Rahmen von SMAU | Italy RestartsUp haben wir uns mit den Veranstaltern ICE – Italienische Agentur für Außenhandel und SMAU unterhalten, die uns einige Fragen zu dem Event beantworten. SMAU findet am 28. April im ewerk Berlin statt. Die hochkarätige Veranstaltung zielt darauf ab, deutschen Unternehmen, Investoren und Stakeholdern die über 30 vielversprechendsten italienischen Start-ups zu präsentieren.

Unsere Fragen an ICE – Italienische Agentur für Außenhandel:

Für wen ist das Event besonders zu empfehlen und welchen Mehrwert bietet es den Teilnehmenden?

ICE: Italy RestartsUp bringt die Protagonisten des italienischen Start-up-Ökosystems nach Berlin. Das gemeinsam von ICE und SMAU organisierte Event ist daher für alle besonders interessant, die sich ein direktes Bild vom italienischen Angebot in diesem Bereich machen wollen.

Darin liegt unserer Ansicht nach auch der Mehrwert eines Besuches. Oft erleben wir, dass die Kompetenzen Italiens gerade im Technologiebereich unterschätzt werden oder kaum bekannt sind.

Bei Italy RestartsUp kann man direkt in das Start-up-Ökosystem Italiens eintauchen und vor Ort Kontakt mit den Akteuren aufnehmen, seien es Enabler, Corporates, oder vielversprechende italienische Start-ups, die smarte Lösungen in den Bereichen Smart Manufacturing, Energy & Environment, Smart Mobility, E-Health, Food und Retail präsentieren.

Auch das Konferenzprogramm mit den hochkarätig besetzten Panels zu den oben genannten Themen sowie die Pitching Sessions bieten dem Besucher wertvolle Informationen zu den Kompetenzen Italiens in diesen Schlüsselsektoren.

An welchen weiteren Initiativen beteiligt sich ITA - Italian Trade Agency zur Unterstützung der Start-ups?

ICE: Wir, die staatliche Italienische Agentur für Außenhandel, unterstützen italienische Unternehmen schon seit über 90 Jahren bei ihrer Expansion ins Ausland. Aufgrund dieses Know-hows ist für uns die Unterstützung italienischer Start-ups ein wichtiger Beitrag zur Positionierung der Firmen auf ausländischen Märkten, wobei wir einen sektorübergreifenden Ansatz verfolgen, denn Start-ups und ihre Geschäftsmodelle sind sowohl in der Old- als auch in der New Economy vertreten.

Seit etwa 10 Jahren binden wir italienische Start-ups gezielt in unsere internationalen Aktivitäten ein; wir ermöglichen Ihnen auf klassischen Messen, wie der CeBIT, der Space Tech Expo oder der ILA ihre Lösungen der Business Community zu präsentieren. Dies wird von uns kontinuierlich ausgebaut, aktuell werden Start-ups aus Italien auch erstmals in Deutschland auf den diesjährigen Messen IFA Next, Enlit und Medica mit uns vertreten sein. Daneben organisieren wir gemeinsam mit Partnern, wie SMAU oder Intesa San Paolo spezifische Veranstaltungen wie Italy RestartsUp, auf denen sich die Start-ups gezielt der einheimischen Business Community vorstellen können.

Weitere wichtige Elemente unserer Unterstützung für Start-ups sind Kurse zur Internationalisierung junger Unternehmen und Vergünstigungen für unser Angebot an unternehmensnahen Dienstleistungen. Beispielsweise befindet sich aktuell die 3. Edition des Global Startup Programme in Vorbereitung, bei dem direkt mit ausländischen Akzeleratoren und Inkubatoren zusammengearbeitet wird, um die Start-ups für die Auslandsmärkte fit zu machen.

Darüber hinaus bieten wir denjenigen, die bereits den Entschluss gefasst haben, auf ausländische Märkte zu expandieren ein umfangreiches Instrumentarium an maßgeschneiderten unterstützenden Dienstleistungen zur Markterschließung zu besonders günstigen Konditionen, die Jungunternehmen haben hier Anspruch auf einen Kostennachlass von 30% gegenüber dem bereits günstigen Normalpreis.

Startupdetector Report 2021 – insgesamt positiver Trend

Der Startupdetector Report 2021 hat die deutsche Start-up-Szene unter die Lupe genommen: Gründungs- und Finanzierungsaufkommen stabil; Berlin bei Neugründungen vorn; Gründerinnen auf dem Vormarsch.

Mit Unterstützung durch Google for Startups hat die startupdetector UG das deutsche Start-up-Ökosystem unter Auswertung von über 500.000 Handelsregister-Bekanntmachungen nach Branchen und Regionen sowie demographischen Daten der Geschäftsführung analysiert und das Investment-Verhalten verschiedener Investorengruppen aufgeschlüsselt.

Hier die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Nach einem kurzen Lockdown-bedingten Einbruch in 2020 hielten sich sowohl Gründungen als auch Finanzierungen im Jahr 2021 stabil über dem Vorjahresniveau. So konnte die deutsche Gründerszene im vergangenen Jahr insgesamt 3.348 neu gegründete Start-ups verzeichnen (+11%).

Berlin liegt im Ländervergleich bei den Neugründungen weiter ganz vorn, starkes Wachstum gibt es in Sachsen-Anhalt (+166%), Sachsen (+54%), Niedersachsen (+30%), Baden-Württemberg (+21%). Über 2.087 Start-ups haben ein Investment erhalten – 27% mehr als im Vorjahr.

Erstmals verzeichneten über 20% aller Start-ups Frauen in der Geschäftsführung. Dabei gab es eine besonders starke Repräsentanz in den Bereichen E-Commerce, Dienstleistung, Umwelttechnologie, Personal und Bildung. Unter den 2.000 Start-ups, die 2021 eine Finanzierung sichern konnten, waren über 17% ganz oder teilweise unter weiblicher Führung.

Weibliche Business Angels sind auf dem Vormarsch in Deutschland. Zwar ist der Anteil an weiblichen Business Angels in Deutschland mit 13% noch immer sehr klein, jedoch konnte im Vergleich zum Vorjahr in absoluten Zahlen ein Zuwachs von fast +50% verzeichnet werden (von 395 auf 582). Was diese Entwicklung besonders spannend macht: Weibliche Business Angels beteiligten sich in 2021 mehr als anderthalb Mal häufiger an Startups, die von Frauen (mit-)geführt wurden.

Wie stark sich von Frauen geführte Start-ups mit der richtigen Unterstützung und Zugang zu Wagniskapital entwickeln können, zeigen auch die neuesten Zahlen aus dem Google for Startups Impact Report. Aus dem Pool der Start-ups, die aktiv eine Förderung durch Google for Startups erhalten, wurden diejenigen analysiert, die mindestens eine Frau im Gründungsteam haben und seit 2020 Wagniskapital einsammeln konnten. Diese insgesamt 28 Start-ups konnten ihre monatlichen Einnahmen in 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 200% steigern, ihre Mitarbeitendfenzahl verdoppeln sowie Investitionen von über 100 Millionen Euro einsammeln. Im Schnitt hat damit jedes dieser Start-ups im Pandemiejahr acht neue Stellen geschaffen und durchschnittlich 3,6 Millionen Euro Kapital eingesammelt. Diese Zahlen verdeutlichen, welches Potenzial in der Wirtschaftskraft weiblich geführter Start-ups steckt.

Den vollständigen Report kannst du hier downladen.

Mittelstand: Krisenfest und zukunftssicher aufstellen

Am 9. Mai bringt die NRW.BANK in der Rheinterrasse Düsseldorf mit der 16. Private Equity-Konferenz NRW wieder innovative Unternehmen und starke Partner zusammen. Im Fokus stehen in diesem Jahr die Transformationen Nachhaltigkeit und Digitalisierung und wie der Mittelstand diese meistern kann.

In spannenden Vorträgen, Diskussionsrunden und Gesprächen mit bekannten Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erhalten Gäste einen Überblick über die Möglichkeiten der Finanzierung durch Private Equity und Finanzierungsoptionen mit Beteiligungskapital. Als Keynote-Speaker referieren der Ökonom Prof. Dr. Ottmar Georg Edenhofer, der Soziologe und Sozialpsychologe Prof. Dr. Harald Welzer und der Volkswirt Prof. Dr. Dr. h. c. Clemens Fuest.

Schirmherr der Veranstaltung ist NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Kooperationspartner sind der BVK e. V. – Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften und das Private Equity-Forum NRW e.V.

16. Private Equity-Konferenz NRW

Motto: „ Private Equity – Partner für die Herausforderungen des Mittelstands“

Wann? Montag, 9. Mai 2022, ab 14 Uhr

Wo? Rheinterrasse Düsseldorf

Mehr Informationen und das Formular zur Anmeldung gibt es hier: www.nrwbank.de/pek

doQtor: Kostenlose, psychologische Ersthilfe für ukrainische Geflüchtete

Das 2020 in Köln gegründete Mental-Health-Start-up doQtor leistet mit seinem Projekt „Mental Help for Ukraine“ Geflüchteten psychologische Ersthilfe und sucht nach weiteren Unterstützer*innen.

Seit Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine erleben wir mitten in Europa die am schnellsten wachsenden Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Zerbombte Wohnhäuser, heulende Sirenen, düstere Schutzkeller – teilweise ohne Strom und Wasser, und die Flucht ins Ungewisse von Millionen von Menschen. Sie müssen ihr Leben aus einem Provisorium neu errichten, mit unklarem Ausgang und drängenden Fragen an die Gegenwart und die Zukunft. Wo befinden sich nahestehende Verwandte und Freunde? Wie kann ich sie erreichen? Werde ich meine Familie in Deutschland versorgen können? Solche Erlebnisse hinterlassen oft tiefe Spuren in der Psyche der Betroffenen: Sie werden von vielen als traumatisierend erlebt.

Mental-Health Start-up leistet psychologische Erste Hilfe

Durch den Krieg in der Ukraine finden wir uns plötzlich an vorderster Front einer sich entwickelnden Krise der psychischen Gesundheit wieder. Das Kölner Start-up für psychische Gesundheit doQtor hat daher das Projekt „Mental Help for Ukraine“ ins Leben gerufen, das psychologische Erste Hilfe für Geflüchtete mit lokalen Psycholog*innen und psychologischen Fachberater*nnen leistet. Die digitale Plattform für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern einen umfassenden Service in psychosozialen Belastungssituationen bieten wollen, unterstützt die Geflüchteten dabei, in ihrer belastenden Situation eine passende psychologische Hilfe zu finden.

Geflüchtete Ukrainer*innen können auf doQtor.de nicht nur Informationen rund um das Thema in ukrainischer oder englischer Sprache herunterladen, sondern sich auch direkt online einen Gesprächstermin buchen. Das Team vermittelt dann die belasteten Menschen an psychologisch geschultes Personal mit ukrainischen oder russischen Sprachkenntnissen, aktuell vorwiegend im Rheinland und im Raum Köln. Der kostenlose Vermittlungsservice wird in Kürze deutschlandweit ausgerollt.

Geflüchtete Ukrainerin leitet das Projekt

Die Mitarbeiterin aus dem doQtor-Team Emily Herter hatte über 15 Jahre lang jeden Sommer ein ukrainisches Gastkind bei sich in der Familie, Yuliia Duliepa aus Kiew - heute 21 Jahre alt, von Beruf Übersetzerin für Deutsch und Englisch. Nach Kriegsausbruch vor über vier Wochen hat es Yuliia unversehrt bis an die polnische Grenze geschafft, wo ihre ehemalige deutsche Gastfamilie sie erneut, diesmal aber unter ganz anderen Umständen, in Empfang nehmen und nach Deutschland bringen konnte.

“Yuliia hat bei uns Hilfe gesucht und unserem Team berichtet, wie stark traumatisiert die Geflüchteten sind, wie sehr es sie zerreißt, nicht zu wissen wie es ihren Verwandten geht, die sie zurücklassen haben müssen. Aus den Gesprächen mit Yuliia entstand die Idee, unsere digitale Plattform, die wir Unternehmen für ihre Mitarbeiter in psychosozialen Fragen zur Verfügung stellen, so anzupassen, dass wir damit Geflüchtete schnell und unbürokratisch unterstützen und sie in professionelle, psychologische Unterstützung bringen können”, erklärt doQtor-Gründer Benjamin Schwarz. 

Yuliia ist nun festes Teammitglied, sie leitet das Projekt “Mental Help Ukraine” und steht als erste Ansprechpartnerin für Hilfesuchende zur Verfügung. Sie sagt: “Für mich ist es so wichtig, hier eine Aufgabe zu haben und meinen Landsleuten zu helfen.”

doQtor ist auf weitere professionelle Unterstützung für „Mental Help for Ukraine“ angewiesen, es wird deutschlandweit weiteres psychologisch geschultes Personal mit entsprechenden Sprachkenntnissen benötigt. Wer bereit ist, zu helfen, kann sich jederzeit über die Website melden. https://www.doqtor.de/ukraine