Das Münchner Start-Up Yumbau produziert asiatische Dim Sum und Soßen, an denen die Gründer Ivy Zhang und Kevin Brück zuvor drei Jahre lang getüftelt und geforscht hatten. Mehr über das Food-Business im Interview mit dem Gründer-Duo:

Die Yumbau-Gründer Ivy Zhang und Kevin Brück

Yumbau ist ein interessanter Mix: asiatische Rezepturen mit westlicher Ernährungskultur. Was genau sind Dim Sum und wie kam es zu der Idee?

Kevin: Ich reise sehr gern, genieße authentische Gerichte und lerne neue Kulturen kennen. Leckeres Essen mit transparenten, echten Zutaten ist für mich sehr wichtig. Nachdem Ivy und ich uns an der Uni kennengelernt hatten, hat sie regelmäßig Dim Sum für mich und weitere Studienfreunde zubereitet. Die haben fantastisch geschmeckt! Dim Sum sind asiatische Teigtaschen, die in Bambuskörbchen gedämpft, manchmal auch frittiert werden und mit den unterschiedlichsten Füllungen serviert werden.

Ivy kommt aus einer traditionellen chinesischen Familie. Jedes Familienmitglied half an den Wochenenden, den Teig zu kneten, die Füllung vorzubereiten, die Dim Sum zu formen und die Soßen zu mischen. Dim Sum repräsentieren die Wärme ihrer Heimat, schöne Kindheitserinnerungen sowie das Gefühl von Glück und Harmonie. Also dachten wir uns, dass es genial wäre, wenn es schon fertige, aber wirklich authentische und natürliche Dim Sum und Soßen ohne Zusatzstoffe auch in Europa zu kaufen gäbe. So war die Idee zu Yumbau geboren!

Dabei war es uns besonders wichtig, dass unsere Dim Sum ohne Zusatzstoffe und Glutamate auskommen und die Zubereitung unkompliziert und schnell geht. Und wir haben festgestellt, dass es eine große Nachfrage an Premium Dim Sum gibt. Immer mehr Menschen möchten sich gesund ernähren, ohne dabei Stunden in der Küche verbringen zu müssen. Wir wollen zeigen: Gesund ist lecker!

Wie habt ihr die drei Jahre Produkt-Entwicklung finanziell gestemmt?

Kevin: Zur Forschung und Entwicklung gehört für uns – neben zahlreichen Versuchen in der Produktionsstätte – auch das Feedback des Marktes. Durch zahlreiche Cateringaufträge und ausgesuchte Feinkost- und Gastronomiekunden bekamen wir durchgehend Feedback zum Entwicklungsstand unserer Produkte. Gleichzeitig generierten wir dadurch auch genug Umsatz, um ”Lean” und gut überlegt diese Periode zu stemmen. Zuletzt erhielten wir noch durch zwei Angel Investoren einen kleinen finanziellen Zuschuss, um den richtigen Standort und ein paar nötige Geräte zu finanzieren.

Dim Sum bedeutet auf Deutsch „Herzerwärmer“. Warum sind eure Dim Sum besondere Herzerwärmer?“

Ivy: „Wir haben mehr als drei Jahre damit verbracht, die richtigen Zutaten, Techniken und Rezepte für unsere Yumbau Dim Sum zu finden und zu entwickeln. Wir prüfen jede einzelne Zutat, kontrollieren, dass sie keinen zusätzlichen Zucker, künstliches Glutamat, Konservierungs- oder andere Zusatzstoffe enthalten. Bei der Herstellung gehen wir keine Kompromisse in Bezug auf Qualität ein, um sicherzustellen, dass die frischen Zutaten zu leckeren Dim Sum führen. So gewährleisten wir, dass jeder Dim Sum, den Sie verzehren, Ihr Herz erwärmen wird.“

Welche Sorten bzw. Geschmacksrichtungen bietet ihr an?

Kevin: Wir bieten drei vegane und drei fleischige Dim Sum an: aromatische Steinpilze & Mu-Err (grün), authentische Aubergine & Trüffel (lila), frische Spinat & Shiitake (orange), saftige Rindfleisch & Chinakohl (rot), würzige Hähnchen & Curry (gelb) sowie klassische Schwein & Weißkraut (weiß) Dim Sum.

Das Münchner Start-Up Yumbau produziert asiatische Dim Sum samt der dazu passenden Soßen (c) Yumbau

Wird es noch weitere Geschmacksrichtungen geben, z.B. etwas Süßes?

Kevin: Wir planen weitere Sorten, z.B. arbeiten wir an einer süßen Sorte mit cremigem Ricotta, Marsala und Goji ohne zusätzlichen Zucker. Ein ganz besonderer Dim Sum, mit dem wir gerade den Weltrekord für den teuersten Dim Sum erhalten haben, ist unser Blue Diamond Dim Sum, welcher durch Kunden in St. Moritz inspiriert wurde.

Eure Dim Sum zeichnen sich dadurch aus, ohne Zucker, Zusatz- und Konservierungsstoffe hergestellt zu werden. Wie bleiben sie ohne diese Stoffe haltbar?

Ivy: Wir produzieren sie mit frischen, natürlichen und schmackhaften Zutaten und frieren sie sofort nach der Produktion ein. Deswegen schmecken sie so frisch, wenn man sie in nur 5 Minuten zubereitet hat!

Woher kommt euer Verständnis für nachhaltige und gesunde Küche? Und auch bei der Verpackung achtet ihr auf Nachhaltigkeit. Wie schafft ihr das?

Kevin: Persönlich habe ich schon immer lieber natürliche Lebensmittel mit transparenten Zutaten eingekauft. Ein wichtiges Motiv für die Gründung von Yumbau war der zunehmende Kunststoffmüll in der Umwelt, vor allem in den Meeren. Ivy und ich wollten als Konsumenten Verantwortung übernehmen und handeln. Wir fragten uns, ob die Welt noch ein schlechtes Lebensmittel und noch mehr Verpackungsmüll braucht. Unsere Antwort lautete: Nein! Die Menschen sind es müde, natürliche Lebensmittel in Plastikverpackungen zu sehen. Unsere Yumbau Dim Sum Verpackungen sind deswegen aus Papier und die Soßen in Glasflaschen.

Yumbau kommt aus eurer hauseigenen Manufaktur. Werden die Produkte handverlesen und verpackt?

Ivy: Ja, Teil unserer Qualitätssicherung ist die Sichtung und Prüfung jedes einzelnen Dim Sum sowie die der Soßenflaschen. Dies wird direkt nach der Produktion gemacht und ein zweites Mal, bevor wir diese per Hand verpacken oder abfüllen.

Habt ihr eure regionalen Partner selbst ausgesucht und kontrolliert ihr die Qualität der Zutaten?

Kevin: Wir werden oft gefragt, wie unser Geheimnis lautet,  dass wir ohne Zucker und künstliche Zusätze solch feine Dim Sum und Soßen anbieten können. Unser Geheimnis ist kein Geheimnis: Wir haben die besten regionalen Partner ausgewählt und benutzen nur handverlesene Ware. Unser Slogan ist: „Qualität, Qualität und nochmals Qualität”.“

Wo kann man eure Produkte kaufen oder bestellen

Ivy: Unsere Produkte sind bisher nur bei ausgewählten Händlern verfügbar. So bieten wir sie bei unserem Partner „Käfer Feinkost“ und „Rewe City Dell" in München, „Rewe Stanislawski & Laas“, „Rewe Glasmeyer“, „Rewe Ide“ und „Edeka Niemerszein“ in Hamburg sowie „Kaufhaus Lestra” in Bremen an. Wir planen für dieses Jahr, in vielen weiteren Märkten vertreten zu sein und geben laufend Updates auf unserer Website. Wir wollen erreichen, dass gesundes chinesisches Essen für alle zugänglich ist.

Und last but not least: Was ratet ihr anderen Food-Gründern aus eigener Erfahrung?

Kevin: 1. Nicht alle Probleme auf einmal lösen und einen Schritt nach dem anderen machen.
Ivy: 2. Geht auf den Markt zu und tretet auf Events und kleinen Messen auf, obwohl die Produkte oder Service nicht perfekt sind. Wenn es perfekt ist, bedeutet es, dass es zu spät ist.
Kevin: 3. Befolge nicht alle Ratschläge von Experten. Du musst auch deinem Bauchgefühl vertrauen.

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