Gründer der Woche: skill-fisher – kuratiertes Netzwerk für digitale Rockstars!

Gründer der Woche 20/17


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Die skill-fisher GmbH ist vor kurzem angetreten, um digitale Talente mit Top-Unternehmen aus der traditionellen Welt wie auch der Digital-Szene zusammenzubringen. Wie das funktioniert und inwieweit man sich dabei vom herkömmlichen Headhunting unterscheidet, dies und mehr erfahren wir im Interview mit CEO Kai H. Kuljurgis:

skill-fisher-CEO Kai H. Kuljurgis

Seit wann ist Ihre Agentur aktiv und was waren die wichtigsten Steps von der Idee bis zur Gründung?

Skill-fisher ist Anfang des Jahres 2017 live gegangen und entwickelt sich seit der Gründung in einem enormen Tempo, da die Nachfrage nach Digitaltalenten fast unbegrenzt ist. Davor musste aber jede Menge Vor- und Denkarbeit geleistet werden: Was bedeutet „Recruiting“ in unserer Gesellschaft heute und welche Herausforderungen müssen in den kommenden Jahren mit Blick auf die Digitalisierung gemeistert werden? Wie schaffen wir es uns sowohl von der Ansprache wie auch rein optisch von den üblichen Recruitern und Headhuntern abzusetzen und uns ganz gezielt und auf Augenhöhe an digitale Vordenker zu wenden? Wie schaffen wir es ein Netzwerk und ein Konzept zu entwickeln, um die „Digital Natives“ mit ihren Bedürfnissen und Zielen zu erreichen?

Sowohl für die inhaltliche Konzeption als auch bei der entsprechenden Umsetzung konnte und kann ich dabei auch auf das Fachwissen der Management-Beratung e&Co., unserer Muttergesellschaft, an deren Gründung ich zuvor ebenfalls beteiligt war, zurückgreifen. Schon dort konnte ich bei meiner vorherigen Aufgabe als Managementberater täglich die Bedarfe im Spannungsfeld „Digitalisierung“ erleben. Meine alte „berufliche Heimat“ agiert dabei an vielen Stellen als Bindeglied zwischen der pulsierenden Gründerszene und der etablierten Industrie – und bietet so beiden Seiten Vorteile. Skill-fisher nimmt diesen Ansatz und interpretiert ihn auf einem anderen „Spielfeld“ neu, wie zum Beispiel durch die nun auch aktive Zusammenarbeit mit Start-ups, welche als Unternehmensberatung meist eher schwer verkäuflich ist. Das bietet einen wunderbaren Nährboden und ermöglicht vielfältige Symbiosen in beide Richtungen für ein einzigartiges Projekt.

Sie beschreiben Ihre Agentur als „agile Headhunting-Boutique für herausragende Digitaltalente“. Was verbirgt sich genau dahinter?

Skill-fisher findet, coacht und fördert herausragende Talente entlang der kompletten digitalen Wertschöpfungskette, mit klarem Fokus auf die Schnittstelle zwischen Business und IT: Digital Leadership; Data Science, Analytics & Intelligence; Product Management & Ownership; Business Architecture und Design UX/UI. Es geht für uns viel mehr um modernes Recruiting – „Network-Recruiting-as-a-service“ – statt um das Headhunting im Sinne einer „Trophäenjagd“.

Skill-fisher ist dabei sowohl in der Ansprache als auch im weiteren Kontakt sehr persönlich und individuell: das Ziel besteht darin, Unternehmen handverlesene Kandidaten für ihre Digitalisierungsbedürfnisse vorzustellen. Die meisten Kandidaten haben nämlich die Nase voll von unpassenden Massen-Mailings von Headhuntern oder automatisierten Anfragen von Interview-Bots oder „innovativen“ Job-Plattformen.
Wir fokussieren dabei vor allem auf passiv beziehungsweise nicht suchende Kandidaten und nutzen unser Netzwerk um zu identifizieren, wo wir solche mit geeignetem Profil finden können.

Denn bei der prägenden und maßgeblichen Zukunftsaufgabe Digitalisierung geht es nicht nur um die neuesten Technologien und Methoden – viel wichtiger sind neue Denkmodelle. Doch die fehlen leider häufig. Mit digitalen Talenten können Unternehmen eine nachhaltige und ganzheitliche Digitalisierungsstrategie entwickeln, um die digitale Zukunft innovativ und werthaltig zu gestalten. Für Start-ups sieht die Welt etwas anders aus: sie kennen die Herausforderungen möglicherweise bereits etwas besser und wüssten vielleicht sogar noch wo sie anfangen könnten zu gucken, greifen aber aus Zeit-/ Ressourcen-Mangel und wegen unseres ausgezeichneten Netzwerks auf uns zu.

Woher wissen Sie, wie Ihre Zielgruppe, die Spezies der „Digital Natives“, tickt?

Ich würde mich selbst als ein „Digital Native“ bezeichnen. Für mich sind alle Themen rund um die Digitalisierung nicht nur beruflich interessant, sondern faszinieren mich auch privat. Als Managementberater mit Fokus auf Veränderungssituationen habe ich in den letzten Jahren logischerweise ebenfalls sehr viel mit dem Thema „Digital“ zu tun gehabt. Letztlich habe ich durch diese unterschiedlichen Faktoren fortlaufend viele Berührungspunkte mit den Inhalten, der „Sprache“, den Trends sowie der Kultur der Szene und konnte sie deshalb gut verinnerlichen. Meine vielen Projekte und damit einhergehenden Erfahrungen in der traditionellen Industrie ermöglichen mir eine „Geländegängigkeit in beiden Welten“, was für die Tätigkeit sehr vorteilhaft ist.

Wie finden Sie die „herausragenden Digitaltalente“ bzw. wie kommen diese an Ihre Agentur?

Unsere Zielgruppe sind alle Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung ihres Produkts, ihrer Kanäle oder ihrer Prozesse befassen und in diesem Kontext Personalbedarf nach passenden Experten haben. Dazu zählen der internationale Großkonzern, der eine Service-Plattform aufbaut, der Mittelständler der einen E-Commerce-Shop ausrollen möchte sowie das Data-Analytics-Start-up in der Wachstumsphase. Das bedeutet für mein Team und mich, dass wir einen sehr breiten Blick haben müssen, um die passenden Digitaltalente zu finden.

Dafür nutzen wir vor allem unser laufend wachsendes Netzwerk, sind aber natürlich auch in den gängigen Portalen auf der Suche. Wird ein geeigneter Kandidat identifiziert, nehmen wir nach detailliertem Matching individuell und auf einer möglichst persönlichen Ebene Kontakt auf. Zum Beispiel spreche ich alle Kandidaten mit „Du“ an und schließe für mich „Massennachrichten“ kategorisch aus. Mir geht es um den Menschen und manchmal erst im zweiten Schritt um seine ganz konkreten Fähigkeiten, die Chemie ist am Ende oft ein sehr entscheidende Faktor bei dem wichtigen KPI „Quality of Hire“.

Die etablierte Industrie benötigt dringend Ihre „digitalen Rockstars“. Sind die Etablierten überhaupt in der Lage bzw. vom Denken her so weit entwickelt, um mit diesen „digitalen Rockstars“ umzugehen, sprich sie dauerhaft an sich zu binden?

Das ist eine nicht zu unterschätzende Aufgabe und aktuell ist das nicht oft der Fall. Wir möchten jeden Kunden, jedes Unternehmen im Bereich der Digitalisierung voranbringen. Aber wo genau der tatsächliche Bedarf liegt, das ist nur sehr wenigen Unternehmen wirklich klar, oft wird schlichtweg einfach nur „Digitalisierung“ gerufen, ohne zu wissen, was das genau bedeutet. Ich helfe bei der Erstellung des tatsächlichen Stellenprofils und suche dann im Habitus der „Digital Natives“ nach einem geeigneten Kandidaten, der sowohl fachlich, aber auch menschlich und kulturell zum entsprechenden Auftraggeber passt. Eine Schlüsselkompetenz ist, dass ich sowohl die unternehmerische als auch die Sichtweise der Digitaltalente verstehen und gewinnbringend verbinden kann.

Das spürt dann auch mein Netzwerk und erleichtert den Einstieg ins Unternehmen sehr. Für das Öko-System der Digitaltalente ist dann ein entsprechendes Arbeitsumfeld sehr wichtig, um das Potential ihres Fachwissens überhaupt voll ausschöpfen zu können. Ein Beispiel aus dem Bereich E-commerce: Es reicht nicht aus, eine Plattform mit einer neuen Technik zu installieren und dann zu hoffen, dass der Online-Shop läuft. Kundengewinnung und Kundenmanagement sind ebenso wichtig wie Marketing und die technische Weiterentwicklung der Software und der Systeme. Digitalisierung kostet Ressourcen, sichert aber den Erfolg, daher ist eine Strategie zur Ausschöpfung des digitalen Potenzials eines Unternehmens unumgänglich. Dieses Verständnis entwickelt die Wirtschaft aber mehr und mehr.

Vor diesem Hintergrund: Was leistet skill-fisher dann konkret? Reines Matching zwischen dem potentiellen Arbeitgeber und dem Jobsuchenden?

Mit skill-fisher bieten wir Network-Recruting-as-a-Service mit einem exklusiven Netzwerk – eine Teildisziplin des Recrutings, die im „War for Talents“ als die Zukunft angesehen wird, vielen Inhouse-HR-Abteilungen in Ermangelung des Netzwerks aber verschlossen bleibt. Weitere Alleinstellungsmerkmale liegen in unserer Schnelligkeit, der „Responsiveness“ und der Individualität unserer Kommunikation. Für Auftraggeber ist sicherlich auch das risikobasierte Geschäftsmodell ein Argument – Kosten entstehen für ihn erst bei einer erfolgreichen Einstellung. Bis dahin ist unser Service für ihn kostenfrei und ohne Verpflichtung. Wir leben eben einen anderen Stil des Recruitings, der viel mehr ein kuratiertes Netzwerk als eine klassische Bewerberdatenbank darstellt.

Wie machen Sie auf sich und Ihr Angebot aufmerksam?

Ich knüpfe viele Kontakte, führe viele Gespräche und versuche ständig bei neuen Entwicklungen dabei zu sein und nutze die dadurch entstehenden Netzwerkeffekte. Dazu nutze ich außerdem Co-Working-Spaces wie die Factory in Berlin oder die Founders Foundation in meiner Heimat in Bielefeld. Als „Recruting-Neuling“ teile ich meine Erfahrungen und Learnings außerdem in Form von Impuls-Vorträgen und kleineren Knowledge-Papern. So bin ich stets am Puls der Zeit und kann meinem Netzwerk sogar etwas zurückgeben. Durch die unmittelbare Nähe zum Digital-Space kann ich früh erkennen, wo welche Bedarfe entstehen bzw. welche Entwicklungen möglicherweise eine Chance für Kandidaten in meinem Netzwerk bedeuten können.

Was sind Ihre unternehmerischen Ziele für das erste Jahr?

Das kann ich ganz kurz halten: Aufbau einer modernen, tragfähigen und nachhaltigen Organisation mit digitaler Kultur, massiv kennzahlengetriebener Ausbau des Netzwerks und cashflow-positives Business.

Und last but not least: Was raten Sie anderen Gründern, ob digital oder nicht, aus eigener Erfahrung?

Auch wenn es aktuell ja fast schon ein Trend ist: Niemand sollte gründen, um ein Gründer zu sein. Man sollte im Vorfeld sehr genau checken, welche Potentiale in der Idee stecken und niemals vergessen sein Vorhaben ständig mit der Realität abzugleichen. Eure Geschäftsidee ist eure Geschäftsidee! Das bedeutet im Klartext, es ist niemand anderes für den Erfolg oder eben auch den Misserfolg eures Handelns verantwortlich. Das heißt: ohne Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und klare Prioritäten wird es nicht gehen.

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Das Interview führte Hans Luthardt

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