Gründer der Woche: KEEGO – die quetschbare Sportflasche aus Titan

Gründer der Woche 11/18


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Lukas Angst – gebürtiger Schweizer mit Wahlheimat Österreich – hat die weltweit erste quetschbare Sportflasche aus Titan entwickelt. Mitte März startet eine Crowdfunding-Kampagne – darüber und über das KEEGO-Business sprechen wir mit Lukas:

Wann und wie bist du auf die Idee zu deiner innovativen Trinkflasche gekommen?

Ich bin ein großer Fan von Roger Federer und habe mich immer gewundert, weshalb Mister Clean aus billigen Plastikflaschen trinkt. Natürlich stehen Sponsoren dahinter, aber King Roger sollte da doch ein Wort mitreden können. Neben dem persönlichen Interesse, die perfekte Sportflasche zu finden, war auch das ein Anstoß, sich das Problem genauer anzuschauen.

Für die präzise Regulierung des Trinkstroms, für schnelles Trinken oder kontaktloses Trinken im Falle von Mannschaftssportarten brauchen Sportler quetschbare Flaschen. Nun sind diese aber alle aus Plastik. Das heißt sie sind schlecht für den Geschmack, die Gesundheit und die Umwelt.

Ausgehend von dieser Problemstellung habe ich mich vor zwei Jahren aufgemacht, um eine bessere Trinkflasche zu entwickeln. KEEGO wurde aus der Vision geboren auf innovative Weise die beste Funktionalität einer Flasche mit dem besten Trinkerlebnis zu verbinden.

Was ist dein beruflicher Hintergrund?

Ich habe bei HUGO BOSS größere Projekte im E-Commerce geleitet. Bei Red Bull ebenfalls im E-Commerce am Business Development gearbeitet und zuletzt bei Amazon im Musikbereich mit Musiklabels den Verkauf gestaltet.


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Nun zu deiner Innovation: Was ist das Besondere an deiner Trinkflasche? Das Titan?

Wir bringen eine absolute Neuheit auf den Markt, in dem es seit 30 Jahren keine richtige Innovation gegeben hat. Das wirklich Besondere liegt darin, dass wir es schaffen, das elastische Titan in die Form einer ergonomischen Trinkflasche zu bringen.
    
Was waren die größten Herausforderungen bis zum fertigen Produkt? Und wie lange hat die Entwicklung gedauert?

Die erste große Herausforderung war für die Problemstellung eine Lösung zu finden, die keine Abstriche in der Usability erfordert, sowohl in der Produktion als auch in der Anwendung sauber ist und gleichzeitig gut aussieht. Unser Anspruch, den Anforderungen von Top-Sportlern gerecht zu werden, hat die Latte zusätzlich hoch gelegt. Spitzenathleten sind nicht bereit irgendwelche Kompromisse einzugehen.

Die zweite große Herausforderung war das entwickelte Material in die Produktion zu überführen. Als Start-up hat man keinen leichten Stand, wenn man auf einen hochspezialisierten Hersteller zugeht und von ihm verlangt neue Dinge auszuprobieren, bei denen er selbst in Vorleistung gehen muss. Letztendlich ist es uns gelungen einen hochkompetenten Partner zu gewinnen, der sonst für CERN Teilchenbeschleuniger-Komponenten produziert. Die Entwicklung hat allerdings zwei Jahre gedauert.

Wo wird die Flasche produziert?

Wir haben mehrere Hersteller, die in Serie jeweils einen Fertigungsschritt übernehmen. Die größte Wertschöpfung liegt dabei in Dänemark.

Wie hast du diese Startphase finanziell gestemmt? Durch Eigenkapital, Fördermittel, Investoren und Co.?

Die Finanzierung erfolgte bis jetzt aus der eigenen Tasche sowie durch staatliche Förderungen. Besten Dank an dieser Stelle an den Austria Wirtschaft Service und an das BMWFW.

Ab Mitte März startest du auf Kickstarter eine Crowdfunding-Kampagne? Was ist die Motivation und was das Ziel des Fundings?

Über Crowdfunding bekommen wir hoffentlich die Mittel, die es braucht, um die erste Produktionsserie zu starten. Zudem erfahren wir dank der Internationalität der Seite, wo unsere potenziellen Käufer sind und in einem zweiten Schritt welchen Sport sie betreiben. Zudem kann die Nachfrage bei Kickstarter als Indikator herbeigezogen werden, um unseren Business Plan zu plausibilisieren.

Was wird die Hightech-Trinkflasche dann im Handel kosten?

Wir starten auf Kickstarter mit einem Early-Bird-Preis von 35 Euro. Später wird die Flasche 45 Euro kosten.

Und was sind dann die weiteren Steps, um KEEGO am Markt zu positionieren?

Wir haben uns dieses Jahr den B2C Vertrieb zum Ziel gesetzt. Wir möchten KEEGO über unseren eigenen Onlineshop und Amazon anbieten. Zudem wollen wir die Zusammenarbeit mit Teams und Einzelsportlern intensivieren, um KEEGO laufend zu verbessern. Im besten Fall unterstützen uns die Sportler bei der Bekanntmachung von KEEGO.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

1. Mir haben an derselben Uni zwei Professoren sprichwörtlich den Vogel gezeigt – der dritte hat gesagt: kein Problem, bin dabei.  Lass dich nicht von den Nein-Sagern entmutigen.

2. Im Falle von Hardware: Gehe auf Messen! Nirgends sonst triffst du so viele offene Menschen. Plus: Du kannst dort extrem schnell lernen und einen guten Eindruck hinterlassen.
3. Rede mit möglichst vielen verschiedenen Menschen über dein Projekt. Der Input, möge er noch so platt sein, bringt dich zumindest auf neue Gedanken und im besten Fall direkt zum Ziel.

Hier geht's zu KEEGO


Das Interview führte Hans Luthardt

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Tech-Start-up Enmacc erhält zweistelligen Millionenbetrag

Das Münchner Tech-Start-up Enmacc erhält im Rahmen seiner Serie B-Finanzierung einen zweistelligen Millionenbetrag, um seine Führungsrolle in Europa auszubauen.

Seit Wochen dominieren die europäischen Energiemärkte die Schlagzeilen. Im Verlauf der öffentlichen Debatte wird immer deutlicher, wie komplex und wichtig der Handel mit Strom und Gas ist. Zugleich rücken Unternehmen ins Rampenlicht, die bisher nur Expert*innen bekannt waren.

Eines davon ist die 2016 in München gegründete Enmacc GmbH. Das junge deutsche Technologieunternehmen ist Europas größte OTC-Handelsplattform für Energie und übernimmt mit seiner digitalen Handelsplattform für Gas und Strom eine zentrale Aufgabe für den deutschen Energiegroßhandel. Diese hat sich binnen weniger Jahre als digitale und innovative Alternative zu den traditionellen Brokern und Börsen etabliert.

Enmacc ermöglicht den außerbörslichen Terminhandel (OTC, Over the Counter) von Gas, Strom und Grünstromzertifikaten. Das Alleinstellungsmerkmal der Enmacc-Plattform ist die proprietäre Handelslösung für den Request-For-Quote-Handel. Das bedeutet: Händler*innen können in Sekundenschnelle ihre Handelspartner*innen über ihr Interesse informieren. Im Gegenzug erhalten sie umgehend konkurrenzfähige, handelbare Quotierungen von mehreren Handelspartner*innen. Diese Art des digitalen Handels soll Händler*innen speziell dann Liquidität verschaffen, wenn in den traditionellen Order-Büchern der Börsen und Broker nur wenige Preise zur Verfügung stehen.

Series-B Finanzierungsrunde zum Ausbau der Führungsrolle

Als wichtige Etappe seiner Entwicklung hat Enmacc nun eine Series-B Finanzierungsrunde bekannt gegeben, um seine europäische Führungsrolle auszubauen und durch effiziente Handels- und Marktinfrastrukturen die Energiewende zu beschleunigen.

Jens Hartmann, CEO der Enmacc GmbH, erklärt: “Die Energiemärkte sind aktuell durch ein extremes Preisniveau, bisher ungekannte Volatilität und dadurch äußerst geringe Liquidität gekennzeichnet. Dies stellt die Marktteilnehmer vor enorme Herausforderungen. Gefragt sind jetzt vor allem digitale Handelsmöglichkeiten, die den Beteiligten helfen, ihr Netzwerk an Handelspartnern zu erweitern und letztlich ihre Liquidität zu verbessern. Die aktuelle Energiekrise zeigt, dass sich der Energiehandel weiterentwickeln muss. Er muss digitaler werden und die Diversität der Marktstrukturen fördern. Die Energiewende kann nur auf Grundlage effizienter Märkte gelingen, die wirtschaftliche Anreize zur Dekarbonisierung setzen.”

Lead-Investor der aktuellen Serie B-Finanzierung ist Klima Energy Transition, ein kürzlich bei 210 Millionen Euro geschlossener Spätphasen-Venture Capital-Fonds des weltweit tätigen Investment Banking und Asset Management-Unternehmens Alantra. Es beteiligen sich zudem Chevron Technology Ventures und Bestandsinvestoren an der Finanzierungsrunde. Bislang wurde Enmacc von namhaften VCs wie Cherry Ventures, Piton Capital, Illuminate Financial und der 10x-Gruppe finanziert. Weitere Investoren werden in den nächsten Wochen die bereits überzeichnete Runde komplettieren.

Studie: Wie Verbraucher*innen wirklich ticken

Geschwindigkeit ist nicht mehr alles, auch Expert*innenwissen und menschliche Nähe zählen. Das und mehr zeigt die aktuelle Verbraucher*innen-Studie von Twilio und Oxford-Professor Andrew Stephen.

Die Untersuchung wurde von Censuswide mit 8726 Verbraucher*innen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Spanien zwischen dem 26.05.2022 und dem 07.06.2022 durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Krise der Lebenshaltungskosten zu neuen Verhaltensweisen und Erwartungen seitens der Verbraucher*innen geführt hat. Daten von über 8.700 Personen aus ganz Europa belegen, dass damit der Druck auf Unternehmen wächst, mit ihren Kund*innen auf sinnvolle Weise in Kontakt zu treten. Die neuen Elemente des Kund*innenerlebnisses folgen einer E3-Formel aus Effizienz, Fachkenntnisse und Emotionen.

Beschleunigt wurde diese Veränderung durch die COVID-19-Pandemie, wirtschaftliche Unsicherheit und rasante technologische Entwicklungen. Um im derzeitigen Wirtschaftsklima erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen alle drei Elemente anbieten. Ihre Maßnahmen müssen auf die individuellen Bedürfnisse der Kund*innen zugeschnitten sein, um langfristiges Vertrauen aufzubauen und die Kund*innenbeziehungen in jeder Phase des Lebenszyklus zu verbessern.

Geschwindigkeit ist bei Weitem nicht alles

Die Studie „The Relationship Economy: Customer Engagement in the Digital Era“ zeigt, dass der Wunsch von Kund*innen nach einem effizienten Service nicht nachgelassen hat: 25 Prozent der Befragten weltweit gaben dies immer noch als ihre wichtigste Priorität an. Der Erfolg von schnellen Lieferoptionen und One-Click-Shopping zeigt, dass Bequemlichkeit nach wie vor im Vordergrund steht. Um wirklich erfolgreich zu sein, sollten Unternehmen ihren Schwerpunkt allerdings nicht nur auf die Geschwindigkeit legen. Die Ergebnisse zeigen, dass es angesichts der Krise beim Aufbau von dauerhaftem Kund*innenvertrauen und anhaltender Loyalität um mehr geht als nur um Geschwindigkeit.

Nach wie vor wünscht sich ein Viertel der Befragten weltweit Effizienz in der Kund*innenbeziehung; daneben nannten 24 Prozent bzw. 25 Prozent weltweit Expertise und Verhalten – oder emotionale Bindung – als ihre wichtigsten Prioritäten. Marken müssen daher über die reine Geschwindigkeit hinausgehen und in Technologien investieren, die alle drei Säulen unterstützen. Mehr Personalisierung hilft bei diesem Spagat, wobei die Kontaktaufnahme auf die Bedürfnisse des Einzelnen in einem bestimmten Kontext zugeschnitten werden sollte. In der beziehungsorientierten Wirtschaft gedeihen starke Kund*innenbeziehungen nur dann, wenn der schnellen Reaktion auch Expertise und emotionale Bindung folgen.

Gründer*in der Woche: THE LITTLE PALM – Geschenkboxen für Babys und Kids

Mit THE LITTLE PALM bietet Nina Lux individuelle, mit Liebe zum Detail zusammengestellte Babygeschenkboxen an. Mit ihren Produkten richtet sie sich an designorientierte Familien und Freund*innen von werdenden Eltern. Mehr dazu im Interview mit Nina.

Wann und wie bist du auf die Idee zu THE LITTLE PALM gekommen?

Anfang letzten Jahres bin ich selbst Mutter geworden und sah mich selbst mit der Frage konfrontiert, was wir uns zur Geburt wünschen. Ich wusste nicht so recht, was man benötigen würde und daher war es nicht leicht eine Antwort zu finden. Nach den ersten zwei Monaten mit Baby hatte ich eine sehr genaue Vorstellung von dem, was ein sinnvolles Geschenk zur Geburt ausmacht und begab mich auf die Suche nach einem Geschenk für eine schwangere Freundin. So richtig wurde ich nicht fündig, sollte das Geschenk doch nicht nur praktisch, sondern auch qualitativ hochwertig, nachhaltig und geschmackvoll verpackt sein - etwas Besonderes eben. Das war der Moment, an dem ich mir überlegte, selbst tätig zu werden.

Was waren dann die wichtigsten Schritte von der Gründung bis zum Launch der ersten Babygeschenkbox?

Neben der Entwicklung und Produktion der eigenen Produkte, war für mich besonders wichtig eine Geschenkbox zu designen, die zeitlos, modern, geschmackvoll und trotzdem persönlich ist. Als ehemalige Visual Merchandiserin weiß ich, wie wichtig der erste Eindruck ist, auch bei Geschenkverpackungen, und was kleine Details ausmachen. Ich wollte ein wirklich besonderes Auspackerlebnis schaffen.

Zudem hatte ich keinen Investor und nicht sehr viel Budget. Jeder Cent musste also genau verplant werden. Da für mich ein ansprechender Internetauftritt und gute Fotos so bedeutend sind, wie das Produkt selbst, war es wichtig alles finanziell im Rahmen zu halten.

Nicht zu vergessen ist, dass jeder Schritt der Entwicklung meines eigenen Kindes mir zusätzliche, wichtige Erkenntnisse und Impulse gebracht hat, um meine Produkte und die Boxinhalte zu optimieren.

Wie hast du die Start- und Entwicklungsphase finanziell gestemmt?

Ich konnte auf ein paar Rücklagen zurückgreifen, habe aber den Großteil durch Fremdkapital finanziert.

GBP-Monitor August 2022

Die wichtigsten Unternehmenstrends im August 22: Mehr als die Hälfte der Unternehmen erhielt Corona-Hilfen, Krisenunternehmen fordern jetzt weitere Staatshilfen.

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs haben die Unternehmen in Deutschland weiterhin fest im Griff. Das zeigt der August-Bericht des German Business Panel (GBP) an der Universität Mannheim: Die Gewinnerwartungen der Unternehmen fallen im Juli auf einen neuen Tiefststand, auch die Investitionen werden weiterhin stark zurückgefahren. Forderungen nach neuen Hilfsmaßnahmen werden daher wieder lauter. Insbesondere die Corona-Krisenbranchen sind auf weitere staatliche Hilfen angewiesen. Lehren aus der Corona-Hilfe können bei der Ausgestaltung effektiver Maßnahmen unterstützen.

Seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs nehmen die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen der Unternehmen in Deutschland eine negative Entwicklung. Investitionen und Gewinne haben im Juli einen neuen Tiefststand erreicht. Während Unternehmen kurz vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs noch mit steigenden Gewinnen (+3,4 Prozent) rechneten, erwarten sie im Juli einen deutlichen Gewinnrückgang (-9,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Einzig die Umsätze halten sich derzeit noch in der Wachstumszone. „Die große Differenz zwischen der Umsatz- und Gewinnveränderung zeigt, dass die betriebswirtschaftliche Situation weiterhin durch einen starken Kostendruck belastet wird – hervorgerufen nicht zuletzt durch die steigenden Energiekosten“, so Davud Rostam-Afschar, akademischer Leiter des GBP.

Corona-Krisenbranchen weiterhin auf staatliche Unterstützung angewiesen

Lauter werden damit auch die Rufe nach neuen staatlichen Unterstützungsmaßnahmen. Ein erstes Hilfsprogramm für energie-intensive Industrien wurde bereits eingeleitet. Doch können diese Maßnahmen wirklich helfen? Wie sieht ein wirksames Maßnahmenpaket aus? „Um die Ausgestaltung und Effektivität solcher und potenziell folgender Maßnahmen zu bewerten, eignet sich ein Rückblick auf die Hilfsprogramme der Corona-Krise, von denen die Überbrückungshilfe zum 15. Juni ausgelaufen ist. Welche Maßnahmen wurden gut angenommen? Wie haben die einzelnen Branchen auf die Maßnahmen reagiert?“, erklärt Jannis Bischof, Inhaber des Lehrstuhls für ABWL und Unternehmensrechnung an der Universität Mannheim.

Im aktuellen GBP-Monitor haben die Forschenden eine solche Rückschau erstellt. Darin zeigt sich: Nicht für alle Unternehmen und Branchen waren die Corona-Hilfen ausreichend. Das gilt insbesondere für Unternehmen, die von Ladenschließungen im Zuge des Teil-Lockdowns im November und Dezember 2020 betroffen waren – wie das Gastgewerbe. Zwar erhielten 98 Prozent aller Unternehmen aus dieser Branche eine der Corona-Hilfen, jedoch bewerteten sie die Staatshilfen auch überdurchschnittlich häufig als unzureichend. Auch aktuell besteht bei Unternehmen (44 Prozent) aus Corona-Krisenbranchen ein höherer und wieder steigender Bedarf an finanzieller Hilfe. „Offensichtlich reichen die eigenen Reserven nicht mehr, um die gestiegenen Energiepreise und den allgemeinen Kostendruck tragen zu können“, so Rostam-Afschar.

Unzureichende Hilfsmaßnahmen haben realwirtschaftliche Auswirkungen

„Wenn staatliche Hilfsprogramme nicht zielgenau ausgestaltet sind, hat das wiederum reale betriebswirtschaftliche Konsequenzen“, erklärt Bischof. So planen, laut GBP-Monitor, Unternehmen, die die Notwendigkeit zusätzlicher Staatshilfen bekunden, eher, Investitionen in Forschung und Entwicklung zu kürzen sowie Fixkosten zu reduzieren. Durch eine Drosselung von Investitionen und den Abbau von Arbeitsplätzen treffen Unternehmen somit vermehrt Entscheidungen zugunsten der unmittelbaren Liquiditätssicherung, aber zu Lasten ihrer Zukunft. „Dies sollte man unbedingt bei den Überlegungen zu möglichen weiteren Hilfsprogrammen im Zuge des Russland-Ukraine-Kriegs bedenken“, so Bischof weiter.

Unternehmen, die weiterer Hilfen bedürfen, sind mit der Wirtschafts- und Corona-Politik zudem deutlich unzufriedener als Unternehmen, die keine weitere Unterstützung benötigen. Demgegenüber kann eine bedarfsgerechte Gestaltung der Hilfsprogramme sogar zu gesteigerter Zufriedenheit führen: Unternehmen, die Staatshilfe erhalten haben und diese für ausreichend halten, bewerten die Wirtschafts- und Corona-Politik sogar positiver als solche, die gar keine Hilfe benötigt haben.

Weitere Informationen zum GBP-Monitor

Das German Business Panel befragt monatlich mehr als 800 Unternehmen zur Unternehmenslage in Deutschland und erhebt dabei Daten zu 1) erwarteten Umsatz-, Gewinn- und Investitionsänderungen, 2) unternehmerischen Entscheidungen, 3) der erwarteten Ausfallwahrscheinlichkeit in der Branche und 4) der Zufriedenheit mit der Wirtschafspolitik. Zudem wird jeden Monat zu besonders aktuellen Fragen berichtet. In diesem Monat haben wir den Unternehmen unter anderem die folgende Frage gestellt: Welche Belastungen erwarten Entscheidungsträger der Unternehmen im Zuge des Russland-Ukraine-Kriegs? Erwarten Sie, dass die staatlichen Mittel oder Maßnahmen ausreichen, damit Ihr Unternehmen die Corona-Krise übersteht? Wie zufrieden sind Sie mit der Wirtschaftspolitik in Deutschland?

Hier geht’s zum vollständigen GBP-Monitor

GameChanger des Monats: AMES Foundation - Biodiversität schützen

Gegründet wurde die AMES Foundation im Jahr 2020 von Dr. Marlon Braumann mit dem Ziel, das Wildleben Afrikas zu erhalten, Biodiversität zu schützen und Afrika zu einem sichereren Ort für Tiere zu machen. Unterstützt wird Marlon dabei von über 150 sogenannten AMES Guardians – zumeist erfolgreiche Unternehmer*innen, die „der Welt etwas zurückgeben möchten“. Mehr über unseren GameChanger des Monats im Interview mit Marlon.

Wir haben die AMES Foundation als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr als Community aus Macher*innen, Kreativen, Unternehmer*innen, Gründer*innen, Investor*innen und CEOs ein gemeinsames Ziel verfolgt: das Aussterben Afrikas Wildlebens zu stoppen. Wann und wie bist du auf die Idee zu AMES gekommen?

Die Themen Afrika und Tierschutz begleiten mich schon mein ganzes Leben. Ich habe als Kind sehr viel Zeit im südlichen Afrika verbracht und empfinde seit meiner Kindheit große Sympathie für Tiere. Schon immer wollte ich etwas in die Richtung machen, wusste aber nie so richtig was genau. Als ich 2019 mehrere Monate im südlichen Afrika unterwegs war und dort einige Naturschutzorganisationen kennenlernen durfte, fasste ich den Entschluss, hier einen Teil meiner Zeit und Energie einzusetzen. Aus dem was vor 2,5 Jahren als Hobby begann, wurde dann recht schnell eine richtige Organisation.

Was treibt dich und deine Mitstreiter*innen im Sinne eines Gamechangers an?

Was uns antreibt ist sicherlich einerseits der Spaß, den die gemeinsame Arbeit an diesem Thema mit sich bringt, und andererseits die Dringlichkeit, mit der wir Erfolge erzielen müssen, um nicht in unserer Generation dafür verantwortlich zu sein, dass es keine Nashörner und Elefanten mehr gibt – um nur zwei Tierarten zu nennen, die sehr konkret vom Aussterben bedroht sind. Ich würde sagen, das eine ist die Motivation, das andere mehr die Notwendigkeit.

Was ist das Besondere an AMES? Inwieweit unterscheidet sich die AMES Foundation von anderen Hilfsorganisationen in Afrika?

Das Besondere ist sicherlich unser Setup als Gruppe von über 150 Unternehmerinnen und Unternehmern, die sich bei AMES engagieren. Sowohl vom Setup als auch von unserer Arbeitsweise führen wir AMES wie ein Unternehmen. Schnell, kennzahlengetrieben, kostenbewusst und mit dem Ziel Profitabilität.

Was waren die wichtigsten Meilensteine von der Gründung 2020 bis zu den ersten Projekten vor Ort?

Der erste wichtige Meilenstein war die Zusage der ersten zehn AMES Guardians. Das hat mir damals das Gefühl gegeben, hier geht was. Die nächsten Meilensteine waren das Erreichen der 100er und 150er Marke, aber vor Ort auch die Übernahme unseres ersten Reservats sowie die ersten Technologietransfers aus unserer AMES Community auf die Herausforderungen vor Ort in diesem Jahr. Wir stehen noch am Anfang, aber heute bin ich mir noch sicherer als vor 2,5 Jahren. Hier geht wirklich was.

Eine wichtige Stütze der AMES Foundation sind die Guardians. Wer sind diese und welche Rolle spielen sie bei der Verwirklichung der Projekte?

AMES Guardians sind unternehmerisch denkende Macher, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, die Welt durch ihr Zutun zu einem besseren Ort zu machen. Alle Guardians engagieren sich finanziell mit jährlichen spenden zwischen 80.000 EUR und 3.000 EUR, aber auch inhaltlich durch ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihr Netzwerk. Inzwischen stehen wir bei 150 Guardians, von denen ca. 30 bereits unser Reservat vor Ort besucht haben.

Wie macht ihr auf euch und eure Arbeit aufmerksam?

Vor allem in der Community, in der wir unterwegs sind, ist der letztlich relevanteste Kanal Word of Mouth innerhalb des Netzwerks. Fast niemand kommt zu AMES, weil sie oder er über uns gelesen hat. Vielmehr kommen die meisten Guardians aus dem innersten Vertrauensnetzwerk anderer Guardians.

Was möchtest du als unserer GameChanger des Monats der Start-up-Community mit auf den Weg geben?

Einfach loslegen und machen. Wird schon!

Hier geht's zur AMES Foundation

Das Interview führte Hans Luthardt

Gründer*in der Woche: SedaiNow – ESG-Management aus Verantwortung

Sustainability hat sich längst als (Ausschluss-)Kriterium für Geschäftspartner*innen, Kund*innen, Personal sowie potenzielle Investor*innen etabliert. SedaiNow, ein junges Team aus Investor*innen, ESG- und Technologie-Expert*innen, unterstützt Unternehmen dabei, sich ganzheitlich nachhaltig aufzustellen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Christian Walter.

In welchem Maß werden hierzulande CSR- (Corporate Social Responsibility) sowie ESG (Environment, Social, Governance) -Ansätze immer noch „nur“ als Teil einer Marketingstrategie betrachtet?

Ich würde mal sagen zu 100 %, und das muss sich grundsätzlich auch nicht ändern. CSR- und ESG-Ansätze sollten allerdings nicht ausschließlich, Teil einer Marketingstrategie sein. Klar können Unternehmen 100 Seiten lange Berichte darüber schreiben, wie sie sich neben ihrem Kerngeschäft etwa in Afrika engagieren. Viel besser wäre es aber, darüber zu berichten, wie sie ihre Lieferkette angepasst haben, um die Mitarbeitenden ihrer Zuliefernden in Afrika überdurchschnittlich zu entlohnen. Wie sie Wasser und Energie einsparen, Abfall vermeiden und somit zum Wohlstand aller beitragen.

Somit geht es heute zuvorderst darum, ESG-orientierte Ziele in die gesamte Unternehmensstrategie zu integrieren. Welche Herausforderungen kommen dabei auf die Unternehmen zu? Es geht ja nicht „nur“ um die Reportings und ESG-Ausweise selbst, oder?

Das stimmt so nicht. Bei ESG geht es im ersten Schritt um Transparenz, das wird ganz gern vergessen. Wenn ich nicht weiß, was ich tue, kann ich strategisch und operativ nichts verbessern. Die gesamte Regulatorik zielt auch erst einmal auf Transparenz ab. Wir sehen gerade, wie Grundlagen geschaffen werden, damit Financial Accounting und Non-Financial Accounting die gleiche Wertigkeit erfahren. Es gibt auch keinen ESG-Ausweis. Es existieren lediglich Ratings von MSCI und ähnlichen Anbietern, die auf Basis von materiellen Risiken zeigen, welche Faktoren sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung (P&L) eines Unternehmens auswirken.

Ein einfaches Beispiel: Ein Unternehmen nutzt russisches Gas in der Fertigung. Bis Mitte letzten Jahres haben die meisten Manager da mit den Schultern gezuckt und gesagt: „Ja, das ist sicher und stellt kein P&L-Risiko dar.“ Neun Monate später bekräftigt derselbe Manager: „Risiken? Produktionsausfall, Arbeitsplatzabbau und vielleicht sogar Konkurs. Hier muss der Staat uns helfen.“ Das Unternehmen hat sich also einem materiellen Risiko ausgesetzt – eigentlich sogar mindestens zwei: Erstenst bezieht es Gas von einem Lieferanten aus einer politisch schwer einschätzbaren Region und zweitens wird Gas in der Produktion verwendet und damit sind CO2-Emissionen verbunden. Beides hat potenziell negative Auswirkungen auf die P&L. Schaut man sich jetzt aber im Vergleich eine Fastfood- Kette an, dann sind aber die Emissionen für dieses Unternehmen nicht relevant. Schließlich haben sie keine direkten finanziellen Implikationen, auch wenn in ihrer Supply Chain durch die Fleischproduktion massiv Emissionen entstehen. Stattdessen sind zum Beispiel Hygiene und Mitarbeitendenbehandlung relevante Themen.

Warum sollten auch Gründer*innen von Anfang an auf eine ESG-konforme Business- Strategie achten?

ESG deckt die operativen, nichtfinanziellen Themen in einem Unternehmen ab, die einen negativen Einfluss auf das Wachstum haben können. Ich unterstelle mal, dass alle Start-ups wachsen möchten, deswegen geht es bei ESG einfach um gutes, nachhaltiges Wirtschaften. Nachhaltig ist dabei im Sinne der Mitarbeitenden, der Umwelt und des Profits zu verstehen.

Wann und wie bist du vor diesem Hintergrund zusammen mit deinem Mitgründer Kaspar Neftel auf die Idee zu SedaiNow gekommen?

Kaspar hat schon viele Unternehmen gegründet und ist in den letzten Jahren insbesondere durch strengere Procurement-Anforderungen von Konzernen mit dem Thema ESG konfrontiert worden. Als Mitgründer eines SDG-orientierten Impact Funds komme ich aus der Investment-Ecke. Wir bringen also beide Perspektiven mit: auf der einen Seite das operative Wirtschaften im täglichen Unternehmensbetrieb und auf der anderen Seite das ESG-analytische und stärker finanzmarktorientierte Vorgehen. In Zukunft werden viele ESG-Themen relevant für Finanzierungen, weshalb es für uns beide Sinn ergeben hat, uns dort zusammenzutun.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go-live der Plattform?

Der wichtigste Schritt war sicherlich die Akquise des ersten Kunden und das damit verbundene Projekt. Nur die Arbeit mit Kund*innen liefert uns die Einblicke, die wir brauchen, um unsere Ideen zu validieren.

Was ist das Besondere an SedaiNow, was bietet ihr und wie unterscheidet ihr euch von anderen ESG-Management-Lösungen?

Unser Ansatz ist getrieben von dem Finanzmarkt sowie der Regulatorik und dementsprechend sehr flexibel. Nicht nur jede Unternehmensrealität ist anders, auch Gesetze verändern sich ständig oder werden teilweise noch geschrieben. Diese Unsicherheit im Markt haben wir zu unserer Stärke gemacht. Uns ist egal, wo die CO2-Daten herkommen, mit welchem ERP- System der Betrieb arbeitet und wohin oder in welcher Form reported werden muss. Unser System kann Daten sehr flexibel in auditierbarer Form abbilden und verarbeiten – Lieferkettenmanagement inklusive.

Wer sind eure Kund*innen?

Wir arbeiten aktuell insbesondere mit Banken, Versicherungen und Investor*innen. Zu unserem Kund*innenkreis gehören aber auch mittelständische Betriebe und Unternehmen im Immobilienbereich.

Wie macht ihr auf SedaiNow aufmerksam?

Unsere PR-Agentur Borgmeier macht, denke ich, einen guten Job, sonst würden wir ja auch nicht sprechen. Darüber hinaus gehen wir aber vor allem ganz gezielt auf Unternehmen und Partner*innen zu. Wir sind in einer Phase, in der wir das Volumen an Kund*innenanfragen noch nicht in Gänze abbilden können.

Was sind eure kommenden unternehmerischen Ziele und damit verbundenen Visionen?

Unsere Vision ist eine Wirtschaft, in der Menschen, die Umwelt und das Profitstreben im Einklang stehen. Das folgt den Triple-Bottom-Line-Prinzipien. Und das erfordert, dass finanzielle und nicht finanzielle Kriterien gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Unser Ziel ist es, das zu ermöglichen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Ich tue mich immer schwer mit Ratschlägen für andere Gründer*innen. Mir ist ein Ausspruch im Kopf geblieben, von dem ich nicht genau weiß, wer sein(e) Urheber*in ist, aber sinngemäß hat mir mal jemand gesagt: „Hör dir jeden Rat an, lächle höflich, denk in Ruhe darüber nach und dann mach das, was du für richtig hältst.“

Hier geht’s zu SedaiNow

Das Interview führte Hans Luthardt

Start in die Selbständigkeit ab 01.08.22 einfacher

Der Start in die Selbständigkeit wird ab 1. August 2022 einfacher: Gründer*innen können eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine Unternehmergesellschaft (UG) unter bestimmten Umständen auch online errichten.

Die GmbH oder ihre „kleine Schwester“, die UG (haftungsbeschränkt), sind hierzulande nach wie vor die beliebtesten Rechtsformen, wenn es um die Gründung einer Kapitalgesellschaft geht. Viele Gründer*innen scheuen aber den bürokratischen Aufwand, den eine GmbH mit sich bringt. Mit der Möglichkeit der Online-Gründung verfolgt der Gesetzgeber nun das Ziel, für eine Erleichterung zu sorgen.

Die Online-Gründung ist dann möglich, wenn das erforderliche Stammkapital der Gesellschaft bar auf ein deutsches Bankkonto eingezahlt wird. Anders als bei der „klassischen“ Gründung mit einem Termin vor Ort reicht dann eine Online-Beurkundung über ein Videokonferenzsystem mit dem Notar / der Notarin aus. Gleichwohl müssen alle anderen Formalitäten (Handelsregister, Bankkonto, Steuernummer) abgewickelt werden, was mehrere Wochen dauern kann.

Express-Gründung innerhalb von wenigen Tagen möglich

Nutzen jedoch die Existenzgründer*innen stattdessen die Möglichkeit der Übernahme einer bereits bestehenden GmbH oder UG, sind sämtliche Formalia schon innerhalb weniger Tage erledigt: Ideal für alle Gründer*innen, die schnell starten wollen. „Der Kauf einer Vorratsgesellschaft, ist der schnellste und einfachste Weg in die Selbständigkeit mit einer GmbH oder UG“, so Michaela Sieker, Geschäftsführerin der SiBa Wirtschaftskanzlei in Berlin.

Vorratsgesellschaften wurden bereits in der Vergangenheit gegründet, haben garantiert keine Geschäftstätigkeit ausgeübt und das Stammkapital steht im vollen Umfang zur Verfügung. Spezialisierte Rechtsanwaltskanzleien oder Unternehmensberatungen wie die SiBa Wirtschaftskanzlei halten solche Vorratsgesellschaften, die von Gründer*innen übernommen werden können. Da die Gesellschaft bereits gegründet wurde, entfällt damit ein erheblicher Teil des bürokratischen Aufwands, beispielsweise der Vorlauf für die Eröffnung des Bankkontos, Einzahlung des Stammkapitals, Anmeldung und Eintragung im Handelsregister und die Beantragung der Steuernummer. Individuelle Anpassungen, beispielsweise beim Namen oder dem Geschäftszweck können von den neuen Gesellschafter*innenn trotzdem flexibel vorgenommen werden.

Klassische GmbH-Gründung, Online-Gründung und Übernahme einer Vorratsgesellschaft im Vergleich

Klassische GmbH-Gründung

  • Notartermin zur Gründung und Geschäftsführerbestellung
  • Banktermin Kontoeröffnung und Stammkapital einzahlen
  • Kontoauszug besorgen und zum Notar/zur Notarin senden
  • Anmeldung zum Handelsregister durch Notar*in
  • Handelsregistereintragung abwarten
  • Beantragung der Steuernummer
  • Gewerbeanmeldung

Zeitaufwand: In der Regel mehrere Wochen bis Monate

Online-Gründung einer GmbH

  • Online-Notartermin zur Gründung und Geschäftsführerbestellung
  • Banktermin Kontoeröffnung und Stammkapital einzahlen
  • Kontoauszug besorgen und zum Notar senden
  • Anmeldung zum Handelsregister durch Notar
  • Handelsregistereintragung abwarten
  • Beantragung der Steuernummer
  • Gewerbeanmeldung

Zeitaufwand: In der Regel mehrere Wochen bis Monate

Übernahme einer Vorratsgesellschaft*

  • Notartermin zur Übernahme und Geschäftsführerbestellung
  • Änderung im Handelsregister
  • Übernahme des Kontozugangs
  • Online-Gewerbeanmeldung

Zeitaufwand: In der Regel wenige Tage

 * Sämtliche Angaben beziehen sich auf den Service der SiBa Wirtschaftskanzlei. Die Vorgehensweise anderer Kanzleien kann davon abweichen.

GameChanger des Monats: green spin - tagesaktuelle Ernteprognosen

Der Krieg in der Ukraine und der damit verbundene Ausfall der Pflanzenöl- und Getreidelieferungen machen die Abhängigkeiten von global funktionierenden Lieferketten einmal mehr deutlich. Das Würzburger Start-up green spin hat eine bereits mehrfach ausgezeichnete KI-basierte Anwendung entwickelt, mit der tagesaktuelle Ernteprognosen für Anbaugebiete weltweit möglich sind. Mehr über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Gründer und CEO Gunther Schorcht.

Wir haben die green spin GmbH als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr das Ziel verfolgt, Zusammenhänge und Grundlagen globaler Lieferketten abzubilden, um dadurch mehr Transparenz und Planungssicherheit im Landwirtschaftssektor zu ermöglichen. Wie bist du auf die Idee zu green spin gekommen?

Das war im Grunde genommen schon 2012. Wir haben damals an der Uni in Würzburg gearbeitet, am Lehrstuhl für Fernerkundung, und haben unter anderem Satellitendaten zum Thema Landwirtschaft ausgewertet. Das Großartige an diesen Daten ist ja, dass sie global zur Verfügung stehen und immer wieder mit gleicher Qualität Informationen bereitstellen. Da kam die Idee auf, aus dem kleinen Uni-Projekt eine globale Plattform zu bauen und die gewonnenen Einblicke zum Beispiel Getreidehändlern anzubieten.

Dazu kam die steigende Volatilität an den Getreidemärkten – gerade auch 2012 –, das bedeutet, dass der Preis für eine Tonne Weizen sich viel mehr als früher bewegt und Getreidehändler sich vermehrt um Informationen zum aktuellen Stand der Wachstumsbedingungen bemühten.

So entstanden die ersten Prototypen. Das Projekt musste dann aber den Bedürfnissen einer jungen Firma weichen: wir haben uns die nächsten Jahre durch konkrete Aufträge im Bereich Precision Farming (auf Deutsch Präzisionslandwirtschaft) einen Namen erarbeitet, bevor wir ab 2019 wieder an CROPTIFY, unserer globalen Informationsplattform, arbeiten konnten.

Was treibt dich und deine Mitstreiter*innen im Sinne eines GameChangers an?
Die Arbeit an Bildern, die im Weltraum aufgenommen werden und die Erdoberfläche jeden Tag abbilden, ist unglaublich spannend. Man kann im Prinzip jeden Tag woanders unterwegs sein und lernt sehr viel über Ursachen und Zusammenhänge im globalen Handel von Landwirtschaftsgütern. Diesen Enthusiasmus und die Möglichkeiten, die sich aus der Auswertung der Bilder ergeben, wollen wir mit unseren Plattformen den Menschen vermitteln. Gleichzeitig wollen wir auch deutlich machen, was es für die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln bei uns bedeutet, wenn z.B. in den Great Plains der USA eine langanhaltende Trockenperiode herrscht.


Was ist das Besondere an green spin? Inwieweit unterscheidet sich euer Portal bzw. die Software-Lösung CROPTIFY von anderen auf dem Markt befindlichen Lösungen?
Wir setzen bei unserem Produkt auf größtmögliche Transparenz. Wir erstellen z.B. mehrmals pro Woche automatisierte und damit objektive Vorhersagen für die kommende Ernte und stellen diese immer im Vergleich zu weiteren verfügbaren Schätzungen dar. Gleichzeitig kann sich jede*r ein Bild davon machen, warum aktuelle Schätzungen hoch oder runter gehen, indem sich die zugrundeliegenden Daten selbst angeschaut werden können. Diese Daten werden täglich aktualisiert, dadurch kann jede*r aktuelle Nachrichten zu potenziellen Risikofaktoren in allen Teilen der Welt verifizieren und sich ein genaues Bild zu den möglichen Auswirkungen machen. Diese Kombination von objektiven Daten und Schätzungen macht unser Produkt besonders. Dazu liefern wir die Daten in einer Form, die jede*r verstehen und lesen kann: als Karten, Tabellen oder Diagramme.

20 Mio. US-Dollar für Conversational-Commerce-Plattform Charles

Charles gibt den Abschluss einer Series-A Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Mio. US-Dollar bekannt, um Europas führende Conversational-Commerce-as-a-Service-Plattform zu werden.

Das in Berlin ansässige Start-up wurde 2020 vom ehemaligen McKinsey E-Commerce Lead Andreas Tussing und Artjem Weissbeck, dem ehemaligen Gründer und CEO von Kapten & Son, gegründet. Charles ist ein All-in-One-Betriebssystem, das alle aus dem eCommerce bekannten Funktionen in WhatsApp und andere Chat-Apps integriert.Es ermöglicht Unternehmen einen hoch personalisierten Verkauf von Produkten, das Versenden von Newslettern und das Bearbeiten von Kund*innenanfragen via Chat mit tiefer Systemintegration.

Das Pionieren von cCommerce

Charles wurde ursprünglich als Lösung für ein Problem ins Leben gerufen, das die beiden Gründer persönlich erlebten. Im Jahr 2019 starteten Artjem und Andreas zunächst eine WhatsApp-basierte Kleidermarke. Während die Kund*innen das nahtlose und persönliche Einkaufserlebnis schätzten, konnten die beiden keine Software finden, die Service-, Verkaufs- und Newsletter-Funktionen für Chat-Apps kombinierte. Daher beschlossen sie, ihr Geschäftsmodell zu ändern und die Software zu bauen, die sie sich selbst gewünscht hatten und damit allen Marken das Pionieren von cCommerce zu ermöglichen.

Den Handel wieder persönlicher gestalten

Co-Founder Artjem Weissbeck: “Von Anfang an war es unsere Mission den Handel wieder persönlicher zu gestalten, indem wir ihn in die menschlichste unserer Gewohnheit einbinden: die Konversation. Große Messaging-Apps wie WhatsApp haben in Lateinamerika und Asien bewiesen, dass sich der Verkauf von Produkten, Marketing und Kundenservice an einem einzigen Ort vereinen lassen - etwas, das klassischer eCommerce aufgrund der Zwangsehe zwischen Webshop und E-Mail nie geschafft hat. Nun erobert Commerce Europa und es gab nie eine bessere Möglichkeit für Unternehmen ihre Kunden mit Chat Apps zu begeistern.”

cCommerce als Geheimwaffe für viele Marken

Co-Founder Andreas Tussing fügt hinzu: “In den letzten zwei Jahren haben wir mit einigen unglaublich innovativen Marken Geschichte im europäischen cCommerce geschrieben. Auf diesem Weg ist Charles zu einem ernstzunehmenden Umsatztreiber gereift, der nun auch für Enterprise-Kunden geeignet ist. Wir sehen, dass cCommerce gerade in Zeiten der Rezession zu einer Geheimwaffe für viele Marken wird, die andernfalls einen hohen, kostspieligen Aufwand betreiben müssten, um neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden an Bord zu halten. Mit Salesforce Ventures haben wir den perfekten Partner gefunden, um in den kommenden Jahren unser riesiges Potenzial auszuschöpfen und wir freuen uns sehr, sie neben unseren bestehenden Investoren Accel und HV Capital begrüßen zu dürfen.”

Mit der neuen Finanzierungsrunde wird Charles sein Ziel, die führende Conversational-Commerce-Plattform für Marken und Unternehmen in ganz Europa zu werden, weiter forcieren. Angeführt wurde die Runde von Salesforce Ventures. Accel und HV Capital, die bereits die Seed-Runde des Unternehmens im Jahr 2021 anführten, beteiligen sich ebenfalls an der Finanzierungsrunde.

Fressnapf Innovation Award 2022

Start-ups aufgepasst: Die Fressnapf Gruppe sucht die besten Produkte & Services fürs Haustier und vergibt dazu den „Innovation Award“. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 31. Juli 2022.

Die Fressnapf Gruppe – europäischer Marktführer für Heimtierbedarf – sucht die besten Innovationen im Haustiermarkt. Der ausgelobte „Fressnapf Innovation Award“ richtet sich dabei sowohl an junge Start-up-Unternehmen als auch an etablierte Unternehmen bzw. Hersteller*innen mit innovativen Produkten oder Services für Mensch und Haustier.

Bis zum 31. Juli 2022 können Unternehmen sich über eine eigens geschaltete Website bewerben.

Den Gewinner*innen winken neben der Auszeichnung Beratungs- & Medialeistungen im Wert von mehr als EUR 50.000 sowie eine Integration in das Fressnapf Ökosystem rund ums Haustier.

Die Fressnapf-Gruppe steht inmitten des bedeutendsten, größten und kostenintensivsten Transformationsprozesses der Unternehmensgeschichte – mit der Schaffung des Fressnapf Ökosystems entwickelt sich das Unternehmen vom klassischen Händler und Versorger hin zum Umsorger. Das Ökosystem soll die Fressnapf Gruppe zum bevorzugten und besten Partner für alle Heimtierhalter*innen machen und neben dem klassischem Warengeschäft insbesondere auch mit Services und Dienstleistungen auf allen Kanälen punkten.

Eine Jury, bestehend aus dem Fressnapf Top-Management und Expert*innen, wird die Bewerbungen anhand verschiedener Kriterien wie dem Innovationsgrad, Marktpotenzial und Kund*innenmehrwert bewerten und am Ende in jeder Kategorie einen Award vergeben. Die Preisverleihung ist für Oktober 2022 geplant.

Interessierte können sich bis zum 31. Juli hier online bewerben.

Wie Wien als internationaler Startup Hub von der ViennaUP langfristig profitiert

Die ViennaUP'22 ging dieses Jahr mit 10.000 Besucher*innen aus 67 Nationen über die Bühne. Im Doppelinterview sprechen Gabriele Tatzberger und Dudu Gencel von der Wirtschaftsagentur Wien, die das Startup-Festival kuratierte, über die starke internationale Ausrichtung der ViennaUP'22 und wie Wien als Startup-Hub langfristig davon profitiert.

Die ViennaUP punktete dieses Jahr nicht nur durch die starke internationale Ausrichtung, sondern auch durch die zahlreichen on-site Vernetzungsmöglichkeiten. Erstmalig konnten sich bei der mittlerweile zweiten Ausgabe des Startup-Festivals dank der gelockerten Corona-Maßnahmen die Besucher*innen auch physisch treffen. Ein Angebot, das auch von den zahlreichen internationalen Gästen genutzt wurde. Internationale Startups reisten unter anderem aus den USA, Kanada, Asien und einigen afrikanischen Ländern nach Wien. Ein besonders hoher Anteil kam aus dem CEE-Raum.

Im Doppelinterview sprechen wir mit Gabriele Tatzberger und Dudu Gencel von der Wirtschaftsagentur Wien über die langfristigen Effekte, die das Startup-Festival für den Wirtschaftsstandort Wien hat. Zudem gehen sie auf Maßnahmen ein, die neben der ViennaUP noch getroffen werden, um Wien als internationalen Startup-Hub zu positionieren.

Die ViennaUP’22 positionierte sich als internationales Startup-Festival und zählte Besucher*innen aus insgesamt 67 Nationen. Welches Feedback habt ihr vom internationalen Publikum erhalten?

Gabriele Tatzberger: Es war eine große Freude, die ViennaUP’22 „in real life“ zu veranstalten und so viele Unternehmer*innen, Gründer:innen, Investor*innen und Akteur*innen des Ökosystems in Wien begrüßen zu dürfen. Es gibt tatsächlich keinen Ersatz für das persönliche Networking. Dazu macht es immer Spaß die Vielfalt von Wien zu zeigen, vom Karlsplatz bis zu den Kaffeehäusern, vom Museumsquartier bis zur Anker Brotfabrik.

Dudu Gencel: Stimmt. Und die Resonanz ist überwältigend positiv. Laut unserer Befragung der Teilnehmenden würden knapp über 90 Prozent wieder teilnehmen und es weiterempfehlen. Für ein Festival im zweiten Jahr finden wir das ziemlich phänomenal.

Welche langfristigen Effekte erhofft sich die Wirtschaftsagentur Wien durch die starke internationale Ausrichtung der ViennaUP für den Wirtschaftsstandort Wien?

Dudu Gencel: Wien ist ein geschäftliches und kulturelles Bindeglied zwischen Ost- und Westeuropa, ein großartiger Ort zum Leben, Studieren und Arbeiten und obendrein einfach ein wunderschöner Meltingpot. Wenn unsere Teilnehmenden mit einem positiven Gefühl für die Stadt nach Hause gehen, sich über eine Gründung oder Ansiedlung in Wien Gedanken machen oder einfach die Vernetzungsmöglichkeiten schätzen gelernt haben, war dies ein großartiger Erfolg.

Gabriele Tatzberger: Wien ist in der ganzen Welt für ihre Musik, Kunst und Kultur sowie für ihre lange Geschichte und Tradition bekannt. Aber das heutige Wien ist auch ein attraktiver und hochinnovativer Wirtschaftsstandort, wie der Bereich der Life Sciences, additiven Fertigung oder Kreativwirtschaft zeigt. Außerdem wird Wien zunehmend als ein dynamisches, unterstützendes Ökosystem für Unternehmer*innen, insbesondere für Startups, anerkannt.

Welche weiteren Maßnahmen plant die Wirtschaftsagentur Wien neben der ViennaUP, um Wien als internationalen Startup-Hub zu positionieren?

Gabriele Tatzberger: Seit Jahren arbeiten wir in der Wirtschaftsagentur Wien genau dafür, dass Expats und internationale Unternehmen die Vorteile von Wien als Wirtschaftsstandort erfahren können – ob über Programme wie das Vienna Startup Package, durch internationale Förderwettbewerbe oder durch ein persönliches Kennenlernen. Da sind wir weltweit ganz schön umtriebig, auch in internationalen Startup City Netzwerken. Aber unser Ansatz geht weit darüber hinaus, denn wir helfen Firmen, ob groß oder klein, während und nach der Ansiedlung, damit Wien möglichst schnell nicht nur zum neuen Arbeitsstandort, sondern auch zum neuen Zuhause wird.

Erstmalig war bei der ViennaUP’22 auch ein physischer Austausch möglich. Unter anderem gab es die Home Base am Karlsplatz und Vernetzungszonen in vier Wiener Kaffeehäusern. Wie wurden diese Vernetzungsangebote von den Teilnehmer*innen genutzt?

Dudu Gencel: Man sagt, der größte Teil des Geschäfts ist Networking, und als Startup-Festival wollten wir natürlich sicherstellen, dass unsere Besucher*innen viel Zeit haben, um relevante Leute zu treffen. Ein großer Teil dieser Aktivitäten fand z.B. durch Matchmaking-Sessions und spezielle Networking-Events wie den Connect Day statt. Aber es ist auch wichtig, Raum für einen spontanen Austausch zu schaffen. Das war für unsere ViennaUP-Gäste an der Homebase am Karlsplatz möglich, wie auch in vier Wiener Kaffeehäusern. Denn die Wiener Kaffeehäuser als für uns älteste Co-Working-Spaces der Welt wollten wir in dieser Rolle unbedingt auch unseren ViennaUP-Gästen erlebbar machen.

Ein Schwerpunkt der ViennaUP’22 lag auf “Female Entrepreneurship”. Zudem hat Wien laut dem Startup Heatmap Report von DEEP Ecosystems im Vergleich zu anderen großen Startup-Städten in Europa einen hohen Gründerinnen-Anteil. Was sind die Gründe dafür und wie kann dies künftig noch weiter gestärkt werden?

Gabriele Tatzberger: Ein Grund ist, dass wir in der Wirtschaftsagentur Wien immer wieder die extra Meile gehen, um die Teilnahme von Frauen und von Frauen geführten Unternehmen zu forcieren. Vor fünfzehn Jahren war das noch keine Selbstverständlichkeit in Österreich, aber wir haben es hier geschafft, gemeinsam mit anderen wichtigen Akteurinnen und Akteuren.

Dudu Gencel: Wir unterstützen Gründerinnen und weibliche Führungskräfte ausdrücklich durch Coachings, Trainings und unseren „Frauen Bonus“ bei vielen Förderprogrammen. Hier gibt es einen zusätzlichen Zuschuss für Projekte und Unternehmen, die von Frauen geleitet werden.

Eine der größten Krisen unserer Zeit ist die Klimakrise. Wie hat die ViennaUP’22 dieses Thema adressiert?

Gabriele Tatzberger: Die Klimakrise ist nicht mehr gesondert zu betrachten, sondern muss als zentrales Thema, das alle strategischen und wirtschaftlichen Entscheidungen beeinflusst, gesehen werden. Unternehmen mit professionellem Risikomanagement haben längst eine Klimastrategie für sich definiert, um ihre Emissionen zu senken, neue Ansprüche der Konsument*innen zu erfüllen und ihre Geschäftsmodelle klimafit zu machen.

Dudu Gencel: Das Thema Klima und Umweltschutz war tatsächlich in fast jeder Veranstaltung zu spüren – und nicht nur, weil die Nachhaltigkeit ein Startup-Bereich ist, der gerade bei Investor*innen in die Höhe schießt. Auch traditionelle Banken, Produktionsbetriebe, Gastronomie, Crypto und Blockchain Unternehmen, die Kreativwirtschaft und natürlich smarte City Planer, einfach alle integrieren den Klimaansatz in ihrer Arbeit. Das sah man u.a. bei den Impact Days und beim Smart City Summit.

Welche Rolle spielen ClimateTech-Startups mittlerweile für den Wirtschaftsstandort Wien und gibt es von Seiten der Wirtschaftsagentur spezifische Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen, die Lösungen gegen die Klimakrise entwickeln?

Gabriele Tatzberger: Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal einen internationalen Förderwettbewerb, „Zero Emission Cities“, ausgerufen, der gezielt auf Unternehmen im Climate-Bereich ausgerichtet ist. Hier wurde einen Topf von drei Million Euro zur Verfügung gestellt, um innovative urbane Lösungen für die Klimakrise anzustoßen. Da kann tatsächlich jedes Unternehmen auf der ganzen Welt mitmachen mit einer Bedingung: Diese Lösungen müssen dann in Wien auch ausgerollt werden.

Laufen bereits die Vorbereitungen für eine ViennaUP’23?

Dudu Gencel: Ohne zu viel zu verraten zu wollen, können wir wohl sagen, dass unsere Programmpartner*innen sowie all unsere Gäste sich schon auf ein ViennaUP’23 freuen können. Wir haben viel von unserer ersten physischen ViennaUP gelernt und freuen uns diese Learnings für die nächste Ausgabe umsetzen zu können, damit ViennaUP‘23 noch lässiger, diverser und bunter wird. Wir freuen uns jedenfalls schon darauf!

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf brutkasten.com

100 Mio. Euro Fonds für FoodTech- und GreenTech-Start-ups

Der Green Generation Fund (GGF), ein neuer europäischer Early Stage Impact Investor, gibt den Launch seines ersten Fonds in Höhe von 100 Mio. Euro bekannt.

Der Green Generation Fund (GGF), ein neuer europäischer Early Stage Impact Investor (Pre-Seed, Seed und Series A), gibt nach einem überzeichneten ersten Closing im Herbst 2021 den Launch seines ersten Fonds in Höhe von 100 Mio. Euro bekannt – weniger als ein Jahr nach Start des Fundraisings. Das Berliner Team hat bereits die ersten acht Investments getätigt und plant sich mit seinem Kapital an 20 bis 25 europäischen und US-amerikanischen Start-ups in den Bereichen Food Tech und Green Tech zu beteiligen.

Gegründet wurde der Green Generation Fund von zwei Partnerinnen – Dr. Manon Sarah Littek und Janna Ensthaler – beide mit komplementärem Profil und seit mehr als zehn Jahren als Investorinnen und Unternehmerinnen tätig.

Dr. Manon Sarah Littek ist neben ihrer Rolle als Mitgründerin des GGF als unabhängige Board Direktorin bei Upfield tätig. Zuvor war sie über zehn Jahre in einer General Partner Rolle im Corporate Venture Capital Umfeld bei Katjesgreenfood, Europas erstem Food Impact Investor mit einem diversen EU/US Marken-Portfolio, und DLD Ventures, dem internationalen Investment-Arm von Burda Digital, tätig.

„Ich bin überzeugt, dass wir die deutsche und europäische Wirtschaft vor allem dadurch zukunftstauglich machen können, indem wir heute die Ökosysteme der Zukunft identifizieren und dann im Wettbewerb zu anderen Regionen der Welt schnellstmöglich aufbauen und für uns besetzen. Unsere Investment-Kategorien Food Tech und Green Tech sind zwei der bedeutendsten Zukunftsindustrien der nächsten Jahrzehnte“, so Littek.

Im Jahr 2012 reiste Janna Ensthaler mit Al Gore und seinen Wissenschaftler*innen in die Antarktis, um sich intensiver mit den Auswirkungen des Klimawandels zu beschäftigen. Zu dem Zeitpunkt war die Serien-Gründerin noch also CEO für ihre Firmen (GlossyBox, Event Inc. und Kaiserwetter) im Einsatz, fasste dann aber inspiriert durch die Reise den Entschluss, sich im Bereich Nachhaltigkeit zu engagieren. Ensthaler begann ihre Karriere bei Bain & Company in London.

Fokus auf Food- und GreenTech

Inhaltlich konzentriert sich die Investmenthypothese auf zwei Säulen: Innerhalb von FoodTech setzt der Berliner Impact Investor auf Unternehmen mit Technologien zur Herstellung der nächsten Generation fortschrittlicher Proteinquellen, Präzisionsfermentierung und Zellkultivierung sowie Clean Ingredients und Human Microbiome.

Investments in GreenTech konzentrieren sich vor allem auf nachhaltige Lösungen (Hardware und Software) für Materialien und Verpackungen, Technologien zur Dekarbonisierung sowie erneuerbare Energien und nachhaltige Lieferketten.

Bisher hat sich der Green Generation Fund an acht Unternehmen beteiligt, darunter Neggst (erstes pflanzliches Ei mit getrenntem Eigelb, Eiweiß und Eischale), Biomilq (zellkultivierte Brustmilch), Libre (Fleischersatz basierend auf Mycelium / Pilzen), Lypid (pflanzliche Alternative zu Fettgewebe), Change Foods (Käse auf Basis von Präzisionsfermentierung), The Rainforest Company (Acai-Superfood zum Schutz des Regenwaldes) aus dem Bereich FoodTech sowie Klim (Carbon Offsetting App für nachhaltige Landwirtschaft) und One Five (R&D Plattform für Plastikalternativen) aus der Kategorie GreenTech.

All diese Start-ups haben gemeinsam, dass ihre Technologien und Geschäftsmodelle messbare Fortschritte sowie einen signifikanten, positiven Einfluss auf die Umwelt haben, insbesondere im Bereich CO2-Vermeidung, Kreislaufwirtschaft, Ressourcen- und Klimaschutz, Tierwohl, Biodiversität sowie Gesundheitsförderung. Als künftiger Artikel 9 „Impact Fund“ der neuen EU Sustainable Finance Disclosure Regulation ist die Vergütung der Fundmanager ebenfalls an die Erreichung solcher Nachhaltigkeitsziele geknüpft.

Rund 30 Investor*innen sind beteiligt

Beteiligt haben sich neben Ankerinvestoren Florian Wendelstadt (Ex-MD General Atlantic Europa, Caldec) und Kaltroco (UK Family Office) eine Reihe weiterer namhafter, internationaler Investor*innen darunter Susan Danziger mit Albert Wenger (Eutopia), Canica (Schweiz/Norwegen) und Corecam Capital Partners (Singapur), Liesner & Co. (Hamburg) und Max Iann. Fund of Funds wie Equation oder Aldea und institutionelle Investoren wie KfW Capital haben sich ebenfalls signifikant engagiert.

Auch Industrieexperten wie z. B. Ex Aldi CEO Dr. Marc Heußinger, Peter Dill (Deutsche See), Babor (Aachen) und Dr. Anne-Marie Großmann (Georgsmarienhütte Unternehmensgruppe) sind in den GGF investiert. Dazu kommen Gründerinnen und Multiplikatorinnen wie Delia Lachance (Westwing), Lea-Sophie Cramer (Amorelie) und Verena Pausder. Insgesamt haben knapp 30 Investor*innen eine deutlich überdurchschnittliche Zusage von über 3 Mio. Euro gegeben.

STARTUP TEENS zeichnet unternehmerische Talente in Deutschland aus

And the STARTUP TEENS-Award goes to … Die Non-Profit Initiative STARTUP TEENS hat am Abend des 24. Juni in sieben Kategorien herausragende unternehmerische Ideen von 14- bis 19-jährigen Schüler*innen mit dem STARTUP TEENS-Award ausgezeichnet.

Die seit 2016 jährlich stattfindende STARTUP TEENS-Award ist der mit 7 x 10.000 Euro höchstdotierte Businessplanwettbewerb für Schüler*innen in Deutschland. In diesem Jahr haben 870 Projekte von rund 4.300 Schüler*innen teilgenommen. Bereits im Online Voting zeigten über 47.600 Votes für die 35 Videos die große Begeisterung für den Wettbewerb.

Top-Themen: Nachhaltigkeit und soziales Miteinander

Die vielen spannenden Projekte der Finalist*innen zeigen besonders das große Interesse an gesellschaftlichen Themen wie Nachhaltigkeit und sozialem Miteinander. „Das Finale der Businessplan-Challenge ist für mich jedes Jahr aufs Neue ein Blick nach vorne - die Projekte der Teilnehmenden beschäftigen sich mit Innovation, Chancengleichheit, Umweltschutz und vielem mehr. Unser Land ist gut aufgestellt, wenn junge Menschen mit Mut und Leidenschaft ihre eigenen Ideen verwirklichen können. Wir sind stolz, ein Teil dieser Entwicklung zu sein“, sagt Vorständin Classifieds Media bei Axel Springer SE, Dr. Stephanie Caspar.

„Unternehmerische Bildung hat an Schulen in Deutschland weiter einen zu geringen Stellenwert”, sagt der Mitgründer und Geschäftsführer von STARTUP TEENS, Hauke Schwiezer. „Deshalb haben wir STARTUP TEENS gegründet. Wir füllen diese Lücke seit Jahren mit unseren Angeboten im Bereich Entrepreneurship Education, Coding und Zukunfts-Skills. Diese Fähigkeiten brauchen nicht nur junge Gründer oder Unternehmensnachfolger sonder besonders auch unternehmerisch denkende Angestellte.”

Die Sieger*innen des Jahres 2022

In der Kategorie Sustainability & Diversity konnte sich Unique Nature (Aichwald / Baden-Württemberg) mit einer Folie für die Landwirtschaft durchsetzen, die Plastik vermeidet, sich biologisch abbaut und die Agrarwirtschaft nachhaltiger macht.

Smokesafe (Northeim / Niedersachsen) gewann mit einem innovativen Filter für Raucher, der Passivrauchen zu 85 Prozent verhindert die Kategorie Consumer Products.

LunarLoop von LunarRise (Geisenheim / Hessen) ist ein Schlafphasenwecker, der den Nutzer morgens sanft per Vibration zum optimalen Zeitpunkt aus einer Leichtschlafphase holt, überzeugte die Jury in der Kategorie Sciences & Health.

SafeSpace (Münster / NRW) setzte sich in der Kategorie Services & Platforms durch. Mit dieser App können Frauen abends mit einem sicheren Gefühl unterwegs sein und sich vernetzen.

Der Gewinner der Kategorie Social Networks & Gaming ist Improvable (Nürnberg / Bayern) mit einer App, welche die Bereiche Organisation und Selbstverbesserung miteinander kombiniert und diese in ein spielerisches Konzept einbettet.

Mit der Idee einer kostenlosen Lernplattform, die die englische Sprachfähigkeit der Benutzer durch aktives Sprechen verbessern soll war DiscussTme (Traustadt / Bayern) in der Kategorie Education nicht zu schlagen.

Das Preisgeld in der Kategorie Industry Products ging an FastAIMovies (Traunstein / Bayern), die das Problem teurer und zeitaufwendiger Videoproduktion durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz löst.

RoleModel-Awards 2022

Ein weiteres Highlight des Tages war die Vergabe der RoleModel-Awards powered by STARTUP TEENS. Der Award wurde an sechs herausragende unternehmerische Vorbilder für die Generation Z verliehen.

In der Kategorie Gründerin waren Zarah Bruhn (socialbee, München), Lena Jüngst (air-up, München) und Anna Alex (Planetly, Berlin) nominiert. Gewonnen hat die Co-Founderin und CEO Zarah Bruhn.

Die Kategorie Gründer entschied Founder & CEO Philipp Pausder von thermondo, Berlin, für sich. Er setzte sich gegen Philipp Westermeyer (OMR, Hamburg) und Lawrence Leuschner (TIER, Berlin) durch.

Dina Reit (SK LASER, Wiesbaden) konnte die Kategorie Familienunternehmerin für sich entscheiden. Marlene Taschen (Taschen Verlag, Köln) und Nadine Sprügel (JAKO AG, Mufingen) belegten die Plätze 2 und 3.

In der Kategorie Familienunternehmer wurde Nils Glagau (Orthomol, Langenfeld) ausgezeichnet. Ebenfalls nominiert waren Sven Lindig vom Familienunternehmen Lindig Fördertechnik (Eisenach) und Tobias Heitmann vom Heitmann & Zimmermann, Dortmund.

Die Kategorie Managerin gewann Laura Bornmann (REWE, Dortmund). Sie setzte sich gegen Tina Müller (Douglas, Düsseldorf) und Natalya Nepomnyashcha (EY, Berlin) durch.

Toan Nguyen (Jung von Matt, Hamburg) wurde RoleModel der Kategorie Manager. Ebenfalls nominiert waren Tim Höttges (Telekom AG, Bonn) und Oliver Blume (Porsche AG, Stuttgart).