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Per Smartphone in Bars und Restaurants bestellen oder beim Roomservice im Hotel ordern? Die App igetnow der Seriengründer Michael Jöhnke, Timur Ercan, Torben Jensen und Gunnar Quedens macht es möglich. Darüber sprechen wir mit Co-Gründer Grunnar.

das igentow-Team

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu igetnow gekommen?

Wir haben einen gemeinsamen Freund, der eine Zeit lang als Kellner in einer Bar gearbeitet hat. Wenn es mal länger dauerte, haben wir einfach über Whatsapp bei ihm bestellt. Uns ist aufgefallen, dass viele Wünsche vom Gast gar nicht wahrgenommen werden und es an der Zeit ist, den Servicegedanken neu zu überdenken. Es gibt immer Situationen, in denen die Bedienung nicht im richtigen Moment am Gast sein kann. Die Bestellung per Smartphone ist also ein sinnvoller Zusatz, wenn man alle Wünsche seiner Gäste erfüllen will.

Wer ist das Gründerteam?

Das Gründerteam besteht aus Michael Jöhnke, Timur Ercan, Torben Jensen und mir. Zusammen haben wir eine ganze Menge Erfahrung durch vorherige Start-ups gesammelt und decken mit unseren verschiedenen Schwerpunkten alle relevanten Bereiche sehr gut ab.

Was ist igetnow?

Igetnow ist eine sogenannte Webbapp, die es Gästen ermöglicht mit dem Smartphone in Restaurants und Bars direkt zum Tisch, sowie in Hotels direkt aufs Zimmer zu bestellen (natürlich ist die Bestellung per Smartphone rein freiwillig). Ist gerade also keine Bedienung vor Ort, können Gäste trotzdem ihren Bestellwunsch innerhalb von wenigen Sekunden abgeben - Alles ohne eine App herunterzuladen.

Gastronomen, die igetnow verwenden, heben sich damit im Service deutlich von der Konkurrenz ab, da sie wirklich alle Gästewünsche annehmen können. Hat man erst einmal mit mit dem Smartphone eine Kaffee nachbestellt, will man es in vielen Situationen nicht mehr missen. Ich selbst erwische mich oft in Restaurants schon nach wenigen Minuten Wartezeit und frage mich: “Warum muss ich hier noch Bestellen wie im 18. Jahrhundert und warum bin ich gefangen im Restaurant, wenn ich bezahlen will?

Bei Hotels haben wir einen ähnlichen Nutzen. Der Gast kann einfach mit seinem Smartphone den Roomservice bestellen. Der Gast kennt sich auf seinem eigenem Gerät am besten aus und das Hotel spart sich sämtliche Hardwarekosten. Besonders interessant ist, dass Touristen sich die Speisekarte in Ihrer Landessprache anzeigen lassen können.


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Und wie funktioniert igetnow?

Auf jedem Tisch oder in jedem Zimmer befindet sich ein weltweit einmaliger Code (z.B. „GMEM8“). Der Gast gibt den Code auf igetnow.com ein und kann sofort bestellen. Die Bestellung landet auf einem Tablet oder direkt im Kassensystem. Dem Code „GMEM8“ wird dabei automatisch der richtige Tisch bzw. das richtige Zimmer zugeordnet (z.B. „Tisch / Zimmer 212“). Von hier an läuft alles wie immer. Die Bedienung bringt die Bestellung zum Gast. Bezahlt wird wie eh und jeh.Damit Spaßbestellungen ausgeschlossen werden, kann der Gastronom eine Verifizierung vor jeder Bestellung verlangen - z.B. via Facebook Login.

Was waren die wichtigsten Steps (Highlights und Hürden) bis zum Marktstart?

Wir haben nach zweieinhalbjahren Jahren Vorbereitungszeit Anfang des Jahres in Teilzeit gestartet. Durch den ersten Kunden kam der Moment in dem wir wussten: Das Konzept geht auf und die zusätzliche Bestellung per Smartphone hat seine Daseinsberechtigung. Umsätze und Gewinne von angeschlossenen Betrieben steigen höher als erwartet und auch die durchschnittlichen Google-Bewertungen wurden besser. Mitte Juli haben wir dann eine GmbH gegründet, ein Investment bekommen und arbeiten nun alle in Vollzeit mit ersten Mitarbeitern. Die größte Hürde zum Start war die Finanzierung zu bekommen, für die wir auch sehr dankbar sind.

Wie habt Ihr die Startphase finanziert? Mit Privatmitteln oder auch Fördergelder?

Den Anfang haben wir durch Ersparnisse und zeitgleich laufende Onlineshops finanziert und letztere, letztendlich auch verkauft. Durch ein Investment können wir uns in Ruhe auf igetnow konzentrieren. Aktuell steht unsere zweite Finanzierungsrunde an.

Gibt es vergleichbare Gastro-Tools. Wenn ja, was kann eures besser?

Vergleichbare gibt es bereits seit zehn Jahren. Der Grund, warum es bei uns erstmalig klappt, ist das wir keine App sind. Wir verlangen also dem Gast nicht ab, im Restaurant zu sitzen und für zwei Minuten eine App runterzuladen. Die Bestellung ist webbasiert und kann ist innerhalb von wenigen Sekunden erledigt werden. Manche Kassensysteme versuchen fragwürdige Eigenlösung zu bauen und erweitern Ihr Kassensystem mit Zusatzmodulen. Sie haben dabei aber ihren Hauptfokus immer auf ihrem eigentlichem Kassensystem.

Unser Vorteil ist, dass wir Spezialisten in UI sind, Erfahrung aus verschiedenen Ländern und einen jahrelangen Vorsprung haben, den Kassensysteme nur mit viel Geld und Arbeit aufholen könnten. Zudem gibt es gar keinen Grund mit uns in Konkurrenz zu treten. Wir sind kein Kassensystem, wollen nie eins sein und bietem deshalb jedem Hersteller die Möglichkeit an, igetnow anzubinden. Das ist der Grund, warum der europäische Marktführer und viele weitere Kasssensysteme mit uns zusammenarbeiten.

Im Hotelmarkt haben wir den Vorteil, dass die Gäste die Hardware selbst mitbringen und sich am besten auf ihr auskennen. Es gibt einige Anbieter, die Tablets in jedes Hotelzimmer stellen. Dort muss sich der Gast zunächst mit dem ihm fremden Betriebssystem zurechtfinden, dann gibt es für Hotels meist Probleme, da die Tablets aufgeladen werden müssen, kaputt gehen oder auch geklaut werden können. Allein die Anschaffungskosten sind immens.

Wie ist der Start verlaufen?

Nachdem das erste Lokal die Bestellung per Smartphone erlaubte und es bei den Gästen gut angenommen wurde, ist der Start relativ reibungslos verlaufen. Das Programm wurde ständig nebenbei optimiert und auf die Bedürfnisse der Gastronomen angepasst.

Welche weiteren Pläne habt ihr?

Heute sind wir in ca. 40 Städten in mehreren Ländern aktiv. Wir konzentrieren uns in nächster Zeit auf die die Systemgastronomie und den Hotelmarkt, sowie die weitere Expansion außerhalb des deutschsprachigen Raums und die Anbindung von Kassensystemen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

Das obligatorische "Einfach anfangen" und das Produkt so schnell wie möglich auf die Straße bringen und verbessern.

Hier geht's zu igetnow

Das Interview führte Hans Luthardt

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