Gründer der Woche: COMPETENCE CUVEES – gemeinsam besser durchstarten

Gründer der Woche 14/18


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Die junge Plattform COMPETENCE CUVEES bringt Geschäftsideen und Partner zusammen, um gemeinsam mit ihnen im Team ein Unternehmen zu gründen. Darüber sprechen wir mit Co-Gründer Karl Urhahn.

Was ist die Idee von COMPETENCE CUVEES?

In aller Bescheidenheit gesagt: COMPETENCE CUVEES ist ein einzigartiges Konzept. Die Idee von COMPETENCE CUVEES ist eigentlich denkbar einfach: Ein gutes Team ist die Basis jedes erfolgreichen Unternehmens – natürlich auch bei Start-ups. Wir bringen Menschen, dies sich sonst nie getroffen hätten, gezielt für eine Geschäftsidee zusammen und schaffen kompetente Gründerteams. Jedes Gründerteam ist eine von uns geschaffene Cuvée aus den unterschiedlichen Persönlichkeiten und Kompetenzen, die jeder einzelne einbringt – jeder genau das, was er am besten kann, jeder genau so viel, wie er möchte.

Unser ganz großer Vorteil ist, dass wir als Inhaber der COPAC Personalbaratung über einen sehr großen und breit gefächerten Kandidaten-Pool verfügen, aus dem wir für COMPETENCE CUVEES schöpfen können. Denn hier finden wir für den Ideengeber die ihm fehlenden Kompetenzen und gewinnen diese Manager/innen als Mitgründer. Wir stellen also handverlesene Gründer-Teams mit sich ergänzenden Kompetenzen und Persönlichkeiten zusammen.

Immer nach dem Motto: erst die Idee, dann das Team, dann der Businessplan und dann das Kapital. Wobei das gute Team bei allen Investoren meist der (!) entscheidende Faktor ist. Sehr gute Erfahrungen haben wir dabei auch mit der Heterogenität von Teams, also z.B. junge Ideengeber mit „alten Hasen“, die langjährige Branchen- und Berufserfahrung mitbringen. Dabei begleiten die erfahrenen Berater von COMPETENCE CUVEES den gesamten Prozess – von der Ideenausschreibung über die Teamfindung bis zur Unternehmensgründung. Und das honorarfrei.

Wie ist es dazu gekommen?

Wir haben aus unserer über 20-jährigen Arbeit als Personalberater mit der COPAC GmbH Erfahrungen mit Managern verschiedener Branchen und Unternehmensbereiche gesammelt. Immer wieder hören wir in den Interviews den Satz „Und eines Tages würde ich mich gern selbständig machen.“ Unter diesen Managern/innen gibt es manche, die bereits eine konkrete Geschäftsidee haben (das reicht vom berühmten Bierdeckel bis hin zum Businessplan) und andere, die mit diesem Wunsch latent durchs Leben laufen. Diese zusammenzubringen ist die Mission von COMPETENCE CUVEES.

Wer sind die Köpfe hinter dem Business? Und was ist Ihre Expertise?

Der eigentliche Kopf dahinter ist meine Frau Sabine, denn sie hatte diese tolle Idee. Sie hatte auch damals die Idee zu COPAC – connecting people and companies Wir beide ergänzen uns nicht nur privat, sondern auch professionell optimal, was wir in den über 20 Jahren gemeinsamen Unternehmertums mit all seinen normalen Ups and Downs mehrfach bewiesen haben.

Meine Frau ist Dipl. Ing. mit Schwerpunkt IT und Organisation und das strukturierende, planende und ordnende – aber eben auch kreative – Element bei uns. Ich bin als Dipl. Kfm. der kommunikative Part als Marketing- und Vertriebsmann „an der Front“ und liebe den direkten Kontakt zu den Menschen in unserem beruflichen Umfeld. Beide haben wir vor unserer Selbständigkeit langjährige Konzern- und Mittelstandserfahrung auf Management- bzw. Vorstands-Ebene gesammelt.

Frech gefragt: Sind Sie mehr Idealist als Unternehmer? Denn beim Gründen ist sehr viel Durchhaltevermögen und Herzblut gefragt – und ob eine (Team-)Gründung dann auch Früchte trägt, ist ja auch nicht ganz sicher.

Also damit das klar ist: Wir sind kein Wohltätigkeitsverein. Wir sind überzeugte Unternehmer – aber auch das wird und bleibt man nicht ohne Idealismus und Durchhaltevermögen. Und speziell bei COMPETENCE CUVEES ist es uns tatsächlich ein echtes Anliegen, anderen mit unserer Erfahrung und unserem Wissen auf dem Weg zur Gründung zu helfen.

Und: Es macht wahnsinnig viel Spaß zu erleben, wie Gründer-Teams sich mit unserer Hilfe finden und anfangen für die jeweilige Idee zu brennen. Natürlich ist das alles andere als sicher – wir reden schließlich von Unternehmertum. Wo bitte gibt es da Sicherheit für den Erfolg?! Aber Sicherheit ist ein gutes Stichwort. Wer jeden Schritt Richtung Unternehmertum schon bezahlt haben will oder im Statusdenken verharrt oder nicht einmal seine Zeit investieren will, der sollte besser die Finger von einer Gründung lassen.

Andererseits kann man durch das Konzept von COMPETENCE CUVEES auch schon aus einer externen Festanstellung oder freiberuflichen Tätigkeit heraus aktiv werden und so das Risiko, welches eine Gründung mit sich bringt, minimieren. Bis es tatsächlich so erfolgreich wird, wie alle hoffen.



Wen genau sprechen Sie mit Ihrem Angebot an?

Einfach gesagt: alle die mit Begeisterung und Leidenschaft Unternehmer werden wollen und bereit sind, sich dafür ernsthaft (!) mit der eigenen Kompetenz, Zeit und Energie einzubringen. Natürlich macht es aber auch nur dann Sinn, wenn man schon anspruchsvolle Berufserfahrung gesammelt und Kompetenzen erworben hat, oder ein junger Ideengeber mit einer „geilen“ Geschäftsidee ist.

Der klassische Ansatz eines Gründers ist immer der sofortige Ruf nach Kapital. Sollte der Gründer dies dann tatsächlich bekommen, muss er es für die ihm fehlenden Kompetenzen gleich wieder investieren. Da bei COMPETENCE CUVEES jedes Gründungs-Mitglied seine Kompetenz in den ersten Start-Up-Phasen unentgeltlich einbringt, können auch ohne externes Kapital schon die ersten Schritte erarbeitet werden, um aus seiner Idee etwas Großes entstehen zu lassen.

Ob Idee oder Kapital, viel oder wenig Zeit – seinen Einsatz für ein Projekt definiert jeder selbst. Dadurch ist COMPETENCE CUVEES zum Beispiel auch die perfekte Plattform für alle, die schon während der Erwerbstätigkeit parallel ihre Selbständigkeit aufbauen wollen. Bei COMPETENCE CUVEES findet jede/r genau die Partner, die sie/ihn und ihre/seine Vorstellungen von der Selbständigkeit perfekt ergänzen!

Welche Voraussetzungen muss ich als Gründungswilliger mitbringen, um mit Ihnen zusammenzuarbeiten?

Erstens wird von mir jede/r Interessierte vorab gründlich über unser Modell informiert und ich mache mir dabei ein Bild über ihre/seine Qualifikation und vor allem über die Ernsthaftigkeit und Leidenschaft bezüglich der geplanten Selbständigkeit. Wir können nur engagierte, begeisterte Self-Starter in einem Gründerteam gebrauchen.

Zweitens haben wir einen Leitfaden, unser sogenanntes „Reglement“, erstellt. Das muss jeder vor dem ersten Treffen verbindlich unterzeichnen. Darin wird zum einen die Vertraulichkeit garantiert, die wir den Ideengebern versprochen haben. Zum anderen wird idealtypisch definiert, wer welche Gesellschafts-Anteile bei der Gründung bekommt oder wer später operativ tätig sein will und dafür Boni als Entgelt für sein Engagement in der Gründungsphase bekommt.

Wir möchten damit einfach die Energien der Teams in den Ideen-Entwicklungs-Prozess und in den Weg bis zur Marktreife lenken und nicht schon zu Beginn in endlosen Diskussionen verpulvern. Bei COMPETENCE CUVEES gilt: Es wird das Fell des Bären erst verteilt, wenn er erlegt ist.

Eine Voraussetzung, die man definitiv nicht erfüllen muss: Kapital mitbringen. Bis zur Gründung investieren Team-Mitglieder – mit Ausnahme der Reise- und Meetingkosten – rein gar nichts.

Und wie finanzieren Sie Ihr Engagement? Sind Sie an den Gründungen beteiligt?

Wie oben ausgeführt, trägt jeder im Team seine Kosten selbst – auch wir. Das sind neben dem klassischen Kommunikations-Equipment (Handy, Laptop etc.) eben auch nur die Kosten für Meetings und die Reisen dahin. Die Meetings werden von uns organisiert, moderiert und beratend begleitet. Jeder muss also dafür sorgen, dass er seinen Lebensunterhalt erstmal aus anderen Quellen sicher stellt. Bei uns ist das unsere Personalberatung COPAC GmbH.

Wenn es dann zu einer Gründung kommt, bekommen wir 10 % der Gesellschaftsanteile und eine moderate Entrance-Fee, die wir aber auf 3 Jahre strecken. Bis die gegründete Gesellschaft dann Gewinn erwirtschaftet, dauert es in der Regel auch noch ein paar Jahre, bevor eine Gewinnausschüttung nach dem vorher vereinbarten Boni-Schlüssel unter den Gründungs-Mitgliedern aufgeteilt wird.

Welche Gründungs-Projekte haben Sie zuletzt erfolgreich auf den Weg gebracht?

Unsere erste Unternehmensgründung erfolgte mit großer Freude und Stolz Ende 2016 mit www.beso-del-sol.de. Ein Unternehmen, das hochwertige Lebensmittel-Spezialitäten aus Südamerika nach Europa importiert und vermarktet. Parallel dazu sind weitere Teams mit unserer tatkräftigen Unterstützung derzeit am Arbeiten (siehe unseren Ideenpool http://www.competence-cuvees.de/#ideenpool). In diesem Jahr erwarten wir daraus die zweite und spätestens nächstes Jahr die 3. Gründung.

Aber auch bei uns ist es natürlich wie im richtigen Leben: Wir sind alle nur Menschen und natürlich haben wir auch schon geplatzte Träume hinter uns. Das gehört einfach dazu. Daraus kann man nur lernen. Es ist eben nicht damit getan, nur die passenden Kompetenzen zu finden und zu bündeln. Es muss vor Allem menschlich passen. Die Erwartungen müssen harmonisiert werden, die jeweilige Familie muss auch hinter den Gründern stehen und der gesamte Prozess bis zur Gründung kann durchaus 2 Jahre dauern.

Was raten Sie Gründern – unabhängig davon, ob sie zusammen mit Ihnen oder als Solisten gründen?

Als Erstes und Allerwichtigstes: Prüfen Sie, ob Sie die richtige Begeisterung für das Unternehmertum empfinden. Gehen Sie ehrlich und realistisch mit sich und Ihren Ressourcen um. Haben Sie gegebenenfalls auch einen langen Atem für die Gründungsphase? Können Sie eventuelle Rückschläge nicht nur privat sondern auch finanziell ertragen?

Wenn Sie das positiv beantworten können, dann steht dem Schritt zum Unternehmertum nichts mehr im Wege. Lao Tse sagt: „Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt“

Generell: Suchen Sie sich Mitstreiter! Das hilft (fast) immer. Aber seien Sie wählerisch und prüfen Sie genau, ob Sie auch ein Team-Player sind! Und natürlich empfehlen wir, mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir helfen Ihnen gern weiter.

Hier geht’s zu COMPETENCE CUVEES


Das Interview führte Hans Luthardt

Vorschläge für diese Rubrik an redaktion@starting-up.de


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Zahlungen empfangen, wo Ihre Community ist

Viele Soloselbständige nutzen Social Media, E-Mails oder Messenger nicht nur zur Kommunikation, sondern auch zur Vermarktung ihrer Produkte. Mit den passenden Tools können sie dort zusätzlich direkt Zahlungen empfangen – ganz ohne Onlineshop oder technisches Setup.

PayPal Open bietet drei flexible Möglichkeiten, Zahlungen zu erhalten:

  • Zahlungslinks, die schnell geteilt werden können, etwa per E-Mail, DM, Post oder QR-Code.
  • Kaufen-Buttons, die sich in eine bestehende Seite integrieren lassen, zum Beispiel in ein Link-in-Bio-Tool oder eine Landingpage.
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Alle Varianten funktionieren schnell, mobiloptimiert und bieten eine vertraute Nutzererfahrung. Damit wird der Ort, an dem Interesse entsteht, direkt zum Verkaufsort.

Zahlungslinks: Vom Post zur Bezahlung in Sekunden

Ein Kauf beginnt nicht im Warenkorb, sondern dort, wo Interesse entsteht: in einem Post, einer Story oder einer E-Mail. Genau hier setzen Zahlungslinks von PayPal an: Sie führen direkt von der Produktinfo zur Zahlung, ohne Umwege über externe Plattformen.

Das ist besonders hilfreich bei:

  • digitalen Produkten
  • E-Book-, Kurs- oder Software-Verkäufen
  • (Online-)Vorbestellungen oder Trinkgeld-Modellen

Ein Zahlungslink erzeugt eine eigene Bezahlseite mit Titel, Preis, Beschreibung und Produktbild. Varianten wie Größen oder Farben sind ebenso integrierbar wie frei wählbare Preise. Versandkosten und Steuern können automatisch berechnet werden.

Der fertige Zahlunglink lässt sich flexibel teilen: per Messenger, E-Mail, Social Media oder als QR-Code auf einem Produktetikett oder Tischaufsteller. Die Zahlungsseite unterstützt gängige Zahlarten wie Kreditkarte, Wallets sowie ausgewählte regionale Methoden wie SEPA-Lastschrift, iDEAL oder Swish – je nach Land und Verfügbarkeit für die jeweiligen Käufer:innen.

Besonders praktisch: Ihre Kund:innen brauchen dafür kein eigenes PayPal-Konto. So können Zahlungen sicher und bequem online abgewickelt werden.

Für Selbständige, die regelmäßig digitale Inhalte verkaufen, ist das eine einfache Möglichkeit, Zahlungen mit PayPal zu empfangen, ohne ein klassisches Shopsystem aufsetzen zu müssen.

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Wer bereits eine Website oder ein Link-in-Bio-Tool nutzt, kann PayPals Warenkorb- oder Kaufen-Buttons mit wenigen Zeilen Code integrieren. Damit verwandeln Sie eine einfache Landingpage in eine funktionale Verkaufsfläche. Sie erstellen den Button in Ihrem PayPal-Konto und erhalten automatisch den passenden HTML-Code, der nur noch kopiert und in die Website eingefügt wird. Kund:innen klicken, zahlen mit ihrer bevorzugten Methode und der Betrag wird direkt gutgeschrieben.

Sie behalten die volle Kontrolle über Ihre Gestaltung, Storytelling und Nutzerführung und profitieren gleichzeitig von einem verlässlichen Check-out, der hilft Vertrauen zu schaffen. Eine schlanke Lösung für alle, die ihr Angebot online präsentieren und Zahlungen direkt abwickeln möchten.

Mit Tap to Pay ganz einfach vor Ort verkaufen

Neben den digitalen Optionen können Sie auch vor Ort Zahlungen annehmen: direkt über Ihr Smartphone. Mit der PayPal-Funktion „Tap to Pay“ akzeptieren Sie kontaktlose Zahlungen per Karte oder Wallet ohne separates Kartenlesegerät. Alles, was Sie benötigen, ist ein kompatibles iPhone oder Android-Gerät mit NFC-Funktion (Tap to Pay funktioniert auf Geräten mit Android 8.0, NFC-Funktionen und Google Play Services. iOS ab iPhone XS und höher).

Besonders praktisch ist das beispielsweise für:

  • Märkte, Pop-up-Stores
  • Workshops und Live-Events
  • Verkäufe im kleinen Rahmen, bei denen Flexibilität zählt

Gründer*in der Woche: Famories – Wenn Stimmen bleiben

Wie das 2025 von Neele Himmelsbach und Lennie König gegründete Famories wertvollen Erinnerungen per privaten Podcasts ein digitales Zuhause gibt.

Die schönsten Familienerinnerungen entstehen zuhause, am Küchentisch, im Wohnzimmer, beim gemeinsamen Essen. Doch was passiert, wenn diese Momente verblassen? Neele Himmelsbach und ihr Co-Gründer Lennie König haben mit Famories eine Antwort darauf gefunden – und eine Plattform geschaffen, die Generationen verbindet, indem sie das Persönlichste bewahrt: unsere Stimme.

Es sind oft die leisen Momente, die den Anstoß für große Ideen geben. Für die Gründer*innen von Famories war es die Distanz zum Alltag, die die entscheidende Erkenntnis brachte. Während eines gemeinsamen Wanderurlaubs wurde Neele und Lennie schmerzlich bewusst, wie wenig sie eigentlich über die Lebensgeschichten ihrer eigenen Großeltern wussten. Diese Lücke im familiären Gedächtnis wurde durch einen Verlust noch deutlicher: Der Tod ihrer Großväter führte ihnen vor Augen, dass deren Geschichten, da sie nie festgehalten wurden, nun unwiederbringlich verloren waren.

Vom Sprachmemo zum „Privaten Podcast“

Die beiden beschlossen, es besser zu machen. Sie begannen, die Erinnerungen ihrer Großmütter aufzuzeichnen – ganz einfach per Sprachnachricht. Dabei machten sie eine entscheidende Entdeckung über die Kraft der eigenen Stimme: „Man hört Emotionen, Pausen, Lachen und dennoch ist die Hemmschwelle viel geringer als beim Schreiben oder Filmen“, so die Gründerin.

Der Ansatz war denkbar simpel: „Es reicht, eine Frage zu stellen und auf ‚Aufnehmen‘ zu drücken“, so Lennie. Doch die pragmatische Lösung offenbarte schnell ein technisches Problem: Die wertvollen Aufnahmen lagen verstreut auf verschiedenen Geräten. Aus diesem Chaos entwickelte Lennie den ersten Prototypen einer App, die diese Erinnerungen strukturiert und sicher speichert – die Idee des „privaten Familien-Podcasts“ war geboren.  „Famories soll kein Telefonat ersetzen. Ich telefoniere weiterhin mit meiner Oma. Aber es schafft einen gemeinsamen Raum, in dem Geschichten gesammelt werden können, für die ganze Familie, über Generationen hinweg“, berichtet Neele.

Top-Start in die App-Charts

Was im Januar 2025 mit der Konkretisierung der Geschäftsidee im Digital Hub Aachen begann, nahm rasant Fahrt auf. Bereits im April 2025 wurde die Famories UG gegründet. Die Vision überzeugte nicht nur Investor*innen, sondern auch Jurys: Das Team sicherte sich das NRW-Gründerstipendium und gewann den Publikumspreis beim Pitch des Founder Institute Berlin. Der offizielle Launch im August 2025 zeigte, dass Famories einen Nerv getroffen hatte. Die App, die im Apple App Store und Google Play Store veröffentlicht wurde, positionierte sich bereits am ersten Wochenende auf Platz 24 der App-Store-Charts in der Kategorie „Soziale Netzwerke“.

Ein digitales Zuhause für alle Generationen

Heute ist Famories weit mehr als ein reines Archiv für Großeltern-Geschichten. Die Gründer*innen formulieren ihre Mission klar: „Unser Ziel ist es, Familien dauerhaft näher zusammenzubringen, indem wir ein digitales Zuhause schaffen“, so die Gründer*innen.

Durch wöchentliche Fragen und thematische Alben entstehen in der App echte „Erzählräume“. Egal ob für Pendler*innen, Studierende im Ausland oder Eltern – die App hilft Familien, Erinnerungen festzuhalten, die sonst verloren gingen. „Wir bekommen immer wieder Nachrichten von Nutzer*innen, die Famories für ganz unterschiedliche Lebensmomente nutzen: Eine Nutzerin hat uns geschrieben, dass sie die Meilensteine ihrer Kinder festhält, ein anderer Nutzer hat Famories sogar auf seiner eigenen Hochzeit genutzt. Das zeigt uns, dass unsere App viel breiter eingesetzt wird, als wir es ursprünglich gedacht haben.“

Wie wichtig dieser Ansatz gesellschaftlich ist, zeigte ein Pilotprojekt im Juli 2025 in Senioren-Wohngemeinschaften in Wildau und Zeuthen. Gemeinsam mit den Bewohner*innen wurden Lebensgeschichten festgehalten, was nicht nur den Dialog zwischen den Generationen stärkte, sondern auch den immensen Wert erzählter Erinnerungen für Angehörige und Pflegende unterstrich. „Das Projekt hat uns gezeigt: Jeder Mensch hat spannende Geschichten, man muss sich nur die Zeit nehmen, nachzufragen und zuzuhören. Genau das geht im Alltag oft verloren“, erzählt Lennie.

Vernetzung und Vision

Gründerin Neele treibt die Vision des Unternehmens konsequent voran. Im November 2025 wurde sie in das renommierte SHEROES-Investmentnetzwerk aufgenommen. Auch die Präsenz in der Öffentlichkeit wächst: Am 11. Februar sind die Gründer*innen im Rahmen des „Leaders & Mission Podcasts“ zu Gast bei IKEA in Berlin-Tempelhof. Dort diskutieren sie, wie IKEA Räume für Begegnung schafft, während Famories „die Geschichten bewahrt, die dort entstehen“.

Mit Funktionen wie personalisierbaren Weihnachtszeitungen und einem digitalen Adventskalender hat das Start-up zuletzt eindrucksvoll Gespür für emotionale Bindung bewiesen. Famories zeigt damit, dass in einer immer schnelleren digitalen Welt das Bedürfnis nach Beständigkeit wächst – und bietet eine Lösung, damit die Geschichten, die uns verbinden, nie wieder verloren gehen. „Langfristig wollen wir Geschichten nicht nur digital in der App bewahren, sondern Nutzer*innen ermöglichen, aus den Folgen Bücher oder sogar Videos zu generieren. Kinder sollen eine Tonie-Figur ihrer eigenen Oma erhalten, die ihre Geschichte erzählt“, träumt Neele.

Stadt vs. Land: Warum Gründerinnen urbane Räume bevorzugen – und welche Chancen die Provinz bietet

Jede(r) kennt die Hotspots unserer Start-up-Szene. Doch wie sieht es jenseits der Metropolen aus? Der aktuelle Women Entrepreneurship Monitor 2024/25 zeigt: Frauen gründen auf dem Land zwar seltener, lassen sich vom Standort aber weniger abschrecken als Männer.

Der Traum vom eigenen Unternehmen – er blüht in der Stadt deutlich stärker als auf dem Land. Das bestätigt der neuste Women Entrepreneurship Monitor, der vom RKW Kompetenzzentrum gemeinsam mit dem Thünen-Institut veröffentlicht wurde. Die Analyse der Daten aus dem Global Entrepreneurship Monitor (GEM) der Jahre 2015 bis 2024 liefert spannende Einblicke in die Geografie des Gründens.

Klares Stadt-Land-Gefälle

Die nackten Zahlen bestätigen zunächst das Klischee: Während sich in städtischen Regionen 5,4 Prozent der befragten Frauen für eine Gründung entschieden, waren es in ländlichen Räumen nur 4,3 Prozent.

Interessant wird es jedoch im direkten Vergleich mit den männlichen Kollegen. Auch Männer zieht es in die Städte (9,5 Prozent Gründungsquote) statt aufs Land (6,5 Prozent). Der statistische Twist:

  • Bei Frauen ist die Gründungsaktivität auf dem Land um rund 20 Prozent niedriger als in der Stadt.
  • Bei Männern bricht die Quote auf dem Land um über 30 Prozent ein.

Das Fazit der Expert*innen: Der Wohnort ist für Frauen bei der Gründungsentscheidung statistisch gesehen weniger ausschlaggebend als für Männer. Frauen gründen dort, wo sie sind – Männer ziehen eher dorthin, wo gegründet wird.

Warum das Land (noch) bremst

Warum ist der ländliche Raum für Gründerinnen oft ein härteres Pflaster? Die Studie identifiziert strukturelle Hürden, die über reines Internet-Tempo hinausgehen:

1. Industriestrukturen: Viele wirtschaftsstarke ländliche Räume sind geprägt von männerdominierten Branchen (Fahrzeugbau, Chemie). Das drückt nicht nur die Frauenquote in Führungspositionen, sondern sorgt auch für überdurchschnittlich hohe Gender Pay Gaps.

2. Care-Arbeit: Fehlende Kita-Plätze und eingeschränkte Pflegeangebote für Angehörige sind auf dem Land oft noch virulenter als in der Stadt. Für Gründerinnen wird die Vereinbarkeit von Familie und Business hier zur organisatorischen Herkulesaufgabe.

Die „Hidden Opportunity“: Warum sich das Land lohnen kann

Doch der Monitor warnt davor, das Land abzuschreiben. Für clevere Gründerinnen liegen genau hier ungenutzte Chancen:

  • Geringere Burn-Rate: Mieten und Löhne sind deutlich niedriger („Einstiegskosten“).
  • Weniger Konkurrenz: Wer eine Marktlücke besetzt, ist oft der einzige Anbieter weit und breit.
  • Alternative zum Arbeitsmarkt: In Regionen mit einseitiger Branchenstruktur ist die Selbständigkeit oft der attraktivste Weg zu einer erfüllenden Karriere.

Mindset: Geld regiert die (Stadt-)Welt

Was treibt die Gründerinnen an? Überall steht der Wunsch nach Wohlstand oben auf der Liste. Doch in der Stadt ist der finanzielle Hunger größer: Für 51 Prozent der städtischen Gründerinnen sind hohes Einkommen und Reichtum ein „sehr wichtiges“ Motiv – auf dem Land sagen das nur 38 Prozent.

Überraschend: Auch die „Fortführung einer Familientradition“ ist eher ein städtisches Phänomen (44 Prozent) als ein ländliches (30 Prozent).

Bildung als der große Gleichmacher

Egal ob Kuhweide oder Co-Working-Space: Bildung ist der Schlüssel. Gründerinnen sind im Schnitt deutlich besser qualifiziert als der Rest der Bevölkerung.

  • Land: 25 Prozent der Gründerinnen haben einen Hochschulabschluss (Bevölkerungsschnitt: 12 Prozent).
  • Stadt: 43 Prozent der Gründerinnen sind Akademikerinnen (Bevölkerungsschnitt: 25 Prozent).

Das zeigt: Entrepreneurship ist in Deutschland weiterhin stark akademisch geprägt. Die Diskrepanz zwischen Stadt und Land ist dabei größer als die zwischen den Geschlechtern.

Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft

Die Studie zeigt, dass wir das Potenzial von Gründerinnen im ländlichen Raum noch lange nicht ausgeschöpft haben. Während die Städte mit Netzwerkeffekten punkten, bietet das Land Raum für nachhaltiges Wachstum abseits des Hypes. Um die Lücke zu schließen, braucht es aber mehr als nur Mut: Es braucht eine Infrastruktur, die Care-Arbeit und Business vereinbar macht.

Pheno-Inspect sichert sich Seed-Finanzierungsrunde in Mio.-Höhe

Pheno-Inspect – 2020 von Dr. Philipp Lottes als Ausgründung der Universität Bonn gestartet – ist ein Agrar-KI-Unternehmen und entwickelt KI-basierte Softwarelösungen zur automatisierten Analyse hochauflösender Drohnenbilder in der Landwirtschaft.

Was 2020 als Ausgründung der Universität Bonn begann, entwickelt sich zu einem wichtigen Player für die Digitalisierung der Landwirtschaft. Pheno-Inspect hat sich darauf spezialisiert, dem Landwirt quasi „Adleraugen“ zu verleihen. Das Start-up aus Nordrhein-Westfalen entwickelt KI-basierte Software, die hochauflösende Drohnenbilder vollautomatisch auswertet.

Das Besondere dabei: Die Technologie blickt nicht nur grob auf den Acker, sondern analysiert Feldbestände bis auf die Einzelpflanze genau. Das Ziel ist es, den Pflanzenbau durch datenbasierte Entscheidungen effizienter und ressourcenschonender zu gestalten – ein Thema, das angesichts von Klimawandel und Kostendruck in der Agrarbranche Hochkonjunktur hat.

Prominente Investoren setzen auf „Precision Farming“

Dass Pheno-Inspect mit diesem Ansatz einen Nerv trifft, zeigt die Zusammensetzung der aktuellen Finanzierungsrunde. Neben dem Companisto Business Angel Netzwerk beteiligt sich die NRW.BANK, die im Zuge der Runde ein Wandeldarlehen in Höhe von 500.000 Euro in eine feste Beteiligung umgewandelt hat. Aufhorchen lässt auch der Einstieg von CLAAS. Der weltweit tätige Landmaschinenkonzern steigt als strategischer Investor ein. Für ein junges B2B-Tech-Start-up ist dies mehr als nur Kapital; es ist ein Zugang zu immenser Industrieexpertise und potenziellen Vertriebswegen.

Fokus auf SaaS und Skalierung

Das frische Kapital soll nun gezielt in das Wachstum fließen. Pheno-Inspect plant, seine Plattform konsequent in Richtung Software-as-a-Service (SaaS) auszubauen. Im Mittelpunkt steht dabei der neue FarmAnalyzer. Mit dieser Plattform will das Unternehmen die komplexe Feldanalyse vereinfachen und für Landwirte direkt nutzbar machen – im Self-Service und über die gesamte Vegetationsperiode hinweg. Parallel dazu soll das interdisziplinäre Team am Standort in NRW weiter wachsen, um neue KI-Module zur Marktreife zu bringen.

 „Der Abschluss unserer ersten Finanzierungsrunde ist ein wichtiger Schritt in der Unternehmensentwicklung“, erklärt Dr. Philipp Lottes, Gründer und CTO von Pheno-Inspect. „Mit der neuen FarmAnalyzer-Plattform werden wir Feldanalysen auf Einzelpflanzenebene erstmals einfach, wirtschaftlich und praxisnah direkt Landwirten zur Verfügung stellen.“

Mit der Finanzierung im Rücken und einem starken Industriepartner an der Seite ist Pheno-Inspect nun bereit, die digitale Transformation auf dem Acker weiter voranzutreiben.

Zweistelliges Mio.-Investment: Dresdner E-Motor-Pionier Additive Drives zündet nächste Wachstumsstufe

Das Dresdner Tech-Unternehmen Additive Drives hat sich frisches Kapital in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe gesichert, um seine weltweit führende 3D-Druck-Technologie für Elektromotoren global auszurollen.

Vom Start-up zum Technologieführer
Hinter dem Erfolg steckt eine rasante Entwicklung „Made in Saxony“: 2020 von Philipp Arnold, Axel Helm und Dr. Jakob Jung gegründet, hat sich Additive Drives innerhalb weniger Jahre zu einem profitablen Technologieführer entwickelt. Mit inzwischen über 70 Mitarbeitenden am Standort Dresden fertigt das Unternehmen Elektromotoren, die durch additive Fertigungsverfahren (3D-Druck) Leistungsdaten erreichen, die mit konventionellen Methoden physikalisch kaum möglich wären.

Durch das patentierte Design, etwa bei 3D-gedruckten Kupferwicklungen, erzielen die Motoren eine Energieeffizienz von bis zu 98 Prozent. Damit übertreffen die Dresdner den höchsten Industriestandard (IE5) deutlich und erreichen effektiv das Niveau der Klasse IE7. Ein entscheidender Hebel für den Klimaschutz, da Elektromotoren weltweit für rund 53 Prozent des Stromverbrauchs verantwortlich sind.

Unabhängigkeit von Seltenen Erden

Ein strategischer Wettbewerbsvorteil der Technologie ist der Verzicht auf kritische Rohstoffe. Die Motoren können ohne Seltene Erden gefertigt werden, was die Abhängigkeit von geopolitisch unsicheren Lieferketten eliminiert – ein wichtiges Argument für die industrielle Souveränität Europas. Zu den Kunden, die diese Technologie bereits nutzen, zählen globale Schwergewichte wie Amazon, Airbus, Audi, BMW und Schaeffler.

Profitabilität und schnelle Skalierung

Im Gegensatz zu vielen jungen DeepTechs wirtschaftet das Gründer-Trio bereits hochprofitabel. In einem aktuellen deutschen Finanzranking belegte Additive Drives Platz 7 unter 8.000 analysierten Firmen. Ein Schlüssel dazu ist die Geschwindigkeit: Prototypen können in Dresden innerhalb von nur 21 Tagen gefertigt werden, was die Entwicklungszyklen in der Industrie massiv verkürzt.

„Wir sind schon früh Cashflow-positiv gewesen“, erklärt Philipp Arnold, CFO und Mitgründer. „Mit Nordic Alpha Partners haben wir nun einen operativen Partner an der Seite, der über das nötige Rüstzeug verfügt, um unser Wachstum global massiv zu beschleunigen und neue Märkte zu erschließen.“

Investoren sehen europäisches Leuchtturm-Projekt

Auch die Investorenseite hebt die operative Exzellenz hervor. „Es ist selten, ein Gründerteam zu sehen, das technologisch so bahnbrechend ist und gleichzeitig weniger als fünf Jahre nach dem Start eine so starke finanzielle Performance liefert“, kommentiert Nikolaj Magne Larsen, Partner bei Nordic Alpha Partners.

Arno Held, Managing Partner beim ersten Investor AM Ventures, sieht in Additive Drives ein „Musterbeispiel für die Innovationskraft des deutschen Mittelstands“. Mit dem Einstieg des neuen Partners sei der Weg frei, um aus dem Dresdner Unternehmen einen europäischen Champion für nachhaltige Antriebe zu formen.

Maritime Logistik trifft Space-Tech: SEAL Robotics schließt Pre-Seed-Runde über 2,1 Mio. Dollar ab

Das 2025 von Marie-Elisabeth Makohl und Dr. Daniel Leidner in Garching bei München gegründete DeepTech-Start-up SEAL Robotics entwickelt robotische Systeme zur Automatisierung sicherheitskritischer und bislang manuell ausgeführter Prozesse im Containerumschlag von Schiffen und Zügen.

Obwohl der Containerverkehr das Rückgrat des Welthandels bildet, basieren entscheidende Prozesse an den Terminals weiterhin auf gefährlicher Handarbeit. Terminals weltweit stehen unter Druck, ihre Abläufe planbarer und effizienter zu gestalten, während gleichzeitig ein akuter Fachkräftemangel in operativen Schlüsselrollen herrscht.

Konkret adressiert SEAL Robotics zwei spezifische, sicherheitskritische Vorgänge. Da ist zum einen das sogenannte Twistlock-Handling, bei dem Container an Bord von Schiffen direkt an der Kaikante manuell gesichert und entsichert werden. Diese Tätigkeit erfolgt oft unter hohem Zeitdruck sowie schwierigen Wetterbedingungen und ist körperlich enorm belastend. Ebenso im Fokus steht das „Pin-Handling“ zur Sicherung von Containern auf Eisenbahnwaggons. Hierbei sind die Beschäftigten gezwungen, sich entlang der teils mehrere hundert Meter langen Züge zu bewegen, während über ihren Köpfen die Krananlagen laufen.

Die Lösung: Robotik für definierte Prozesse

Der Ansatz von SEAL Robotics besteht darin, diese klar umrissenen Arbeitsschritte durch robotische Systeme zu automatisieren. Ziel ist es nicht nur, die Arbeitssicherheit zu erhöhen und Personal zu entlasten, sondern die Terminalabläufe gegenüber dem steigenden Leistungsdruck zu stabilisieren. Die entwickelten Systeme sind sowohl für Seehäfen als auch für Inlandterminals im Bahn- und Binnenverkehr konzipiert.

Die Gründer: Von der Hohen See und der Raumfahrt

Hinter SEAL Robotics steht ein Gründerduo, das technologische Exzellenz mit operativer Erfahrung verknüpft. CEO Marie-Elisabeth Makohl, eine Robotikerin der Technischen Universität München, entwickelte die Vision für das Unternehmen aus eigener Anschauung. Während Fahrten auf Containerschiffen im Nordatlantik und dem Europäischen Nordmeer erlebte sie die körperliche Härte und den Zeitdruck der manuellen Containersicherung hautnah mit. Diese Praxiserfahrung überzeugte sie davon, dass Robotik genau an diesen kritischen Schnittstellen den größten Nutzen für die Belegschaft und den Betriebsablauf stiftet.

Ihr zur Seite steht CTO Dr. Daniel Leidner, der eine tiefe technische Expertise aus 15 Jahren Weltraumrobotik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einbringt. Leidner ist spezialisiert auf die Entwicklung von Systemen, die auch unter schwierigen Umweltbedingungen fehlerfrei funktionieren und sicher fernbedient werden können – Prinzipien, die er nun direkt auf die Anforderungen von Logistikterminals überträgt. Gemeinsam nutzen sie den heutigen Reifegrad von KI und Robotik, um Prozesse wie das Twistlock- und Pin-Handling, die sich über Jahrzehnte kaum verändert haben, zu modernisieren.

Investoren und Ausblick

Jetzt haben die Münchner den Abschluss einer Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 2,1 Millionen US-Dollar (ca. 1,8 Mio. Euro) bekannt gegeben. Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom Creator Fund, einem auf universitäre Ausgründungen spezialisierten Investor. Das Konsortium umfasst zudem:

  • Auxxo Female Catalyst Fund: Ein Co-Investmentfonds mit Fokus auf Gründerinnen.
  • anuary Ventures: Ein US-Fonds, der frühphasig in die Digitalisierung traditioneller Industrien investiert.
  • Marvelous: Ein DeepTech-Fonds für industrielle Transformation.
  • Stefan Tietze: Serial Entrepreneur und Business Angel.

Mit dem frischen Kapital plant das Start-up, laufende Pilotprojekte in Nordeuropa und Südostasien auszubauen. In den kommenden zwölf Monaten liegt der Fokus auf der Skalierung der Systeme in realen Terminalumgebungen sowie der Erweiterung der Engineering- und Operations-Teams am Standort München.

Siebenstellige Finanzierungsrunde für Mozaik

Das bayerische Start-up Picture Framing sichert sich für Mozaik, eine KI-gestützte Plattform für Corporate Videos, ein siebenstelliges Investment, um die Videoproduktion in Unternehmen zu automatisieren. Angeführt wird die Runde von STS Ventures, während namhafte Co-Investoren wie Haufe Group Ventures das Potenzial der Plattform bestätigen.

Video-Content ist aus der internen und externen Unternehmenskommunikation kaum noch wegzudenken, scheitert in der Umsetzung jedoch oft an hohen Kosten und fehlendem Know-how. Genau hier setzt Mozaik an. Die 2019 von Neele Maarten de Vries und David Knöbl gegründete Picture Framing GmbH, die Mozaik, eine KI-gestützte Plattform für Corporate Videos entwickelt hat, konnte nun erfolgreich eine siebenstellige Finanzierungsrunde abschließen.

Prominente Investoren an Bord

Als Lead-Investor konnte das Kölner Beteiligungsunternehmen STS Ventures gewonnen werden, das sich auf Frühphasen-Investments in der DACH-Region spezialisiert hat. STS Ventures bringt dabei nicht nur Kapital, sondern als Brücke zwischen Business Angels und VCs auch wertvolle Erfahrung im Aufbau junger Technologieunternehmen mit ein.

Das Investoren-Konsortium ist breit aufgestellt:

  • Haufe Group Ventures: Die Venture-Einheit der Haufe Group investiert gezielt in B2B-SaaS-Lösungen für die Arbeitswelt.
  • Bayern Kapital: Die Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern engagiert sich erneut und bestätigt ihr langfristiges Vertrauen.
  • Müller Medien: Auch die Unternehmensfamilie Müller Medien beteiligt sich wieder an der Runde.

Vom Kreativ-Projekt zum skalierbaren Prozess

Mozaik verfolgt das Ziel, Videoinhalte von exklusiven „Einmalprojekten“ zu einem skalierbaren Alltagsprozess zu transformieren. Die Plattform ermöglicht es Fachabteilungen – etwa in HR, Marketing oder Training –, professionelle Videos ohne externe Agenturen oder tiefgehendes Spezialwissen zu erstellen.

Neele Maarten de Vries, Mitgründer von Mozaik, erklärt den Ansatz: „Video ist eines der wirkungsvollsten Kommunikationsmittel in Unternehmen, gleichzeitig aber häufig teuer, aufwendig und schwer skalierbar. Genau hier setzen wir an.“.

Jasper Roll, Geschäftsführer von Haufe Group Ventures, sieht in der Praxisnähe den entscheidenden Vorteil: „Mozaik löst ein reales Problem genau dort, wo es entsteht: im Arbeitsalltag von Unternehmen.“.

Wachstumskurs und Produktentwicklung

Das frische Kapital soll in zwei Hauptbereiche fließen:

1. Technologieausbau: Gezielte Investitionen in KI-basierte Produktivitätsfunktionen sollen die Videoproduktion noch effizienter gestalten als herkömmliche Lösungen.

2. Expansion: Das Wachstum soll im DACH-Raum sowie international vom Standort Bayern aus beschleunigt werden.

Bereits heute nutzen nach Unternehmensangaben knapp 200 Teams die Software, darunter Großkunden wie die Deutsche Bahn, Jysk und Vodafone. Die Lösung wird dabei bereits international eingesetzt.

Comedian Michael Mittermeier investiert in Whisky & Spirituosenmarktplatz Spiritory

Die Plattform Spiritory – 2022 von Janis Wilczura und Clemens Bennier gegründeter, börsenbasierter Live-Marktplatz für Liebhaber*innen und Sammler*innen von Spirituosen – ermöglicht es seinen Nutzer*innen, Spirituosen auf transparente und sichere Weise zu kaufen und verkaufen.

Heute verkündet Spiritory den erfolgreichen Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde. Über die Höhe macht das Unternehmen keine Angaben. Zu den neuen Investoren gehört auch Whisky-Liebhaber Michael Mittermeier, einer der bekanntesten Comedians und Entertainer Deutschlands. Michael Mittermeier beteiligt sich im Rahmen einer Gruppe neuer und bestehender Investoren.

„Ich bin schon seit vielen Jahren ein leidenschaftlicher Fan hochwertiger Whiskys“, so Michael Mittermeier. „Mit Spiritory habe ich einen Ort gefunden, wo man Inspiration findet, einen guten Überblick bekommt und Gleichgesinnte aufeinandertreffen.“

Der Marktplatz für Premium-Whisky & Spirituosen ermöglicht den schnellen und sicheren Kauf sowie Verkauf von Premium-Spirituosen und macht den Markt für Sammler und Liebhaber zugänglicher, transparenter und einfacher.

Seit der Gründung im Jahr 2022 hat sich das Unternehmen stetig zur führenden Plattform weiterentwickelt und bietet Nutzern stets die besten Angebote von Händler*innen und tausenden Privatnutzer*innen aus 11 europäischen Ländern. In die Portfolio Funktion, bei der Genießer ihre Sammlung verwalten können und wichtige Kennzahlen wie Marktwerte, wurden mittlerweile tausende Flaschen hochgeladen.

 „Wir freuen uns sehr über die neue Finanzierungsrunde und das Vertrauen von Alt- und Neuinvestoren. Michael an Bord zu haben ist etwas ganz Besonderes. Niemand in Deutschland bringt so viel Leidenschaft für Whisky mit wie Michael Mittermeier“, sagt der CEO von Spiritory, Janis Wilczura. „Er ist einer der größten Comedians der deutschen Geschichte und mit seiner Begeisterung für das Thema Whisky, sowie seiner einzigartigen Persönlichkeit ist er der perfekte Partner bei der weiteren Expansion und dem nächsten Kapitel von Spiritory.“

Neue Funktionen und Möglichkeiten der Nutzung bereits in Entwicklung

Die aktuelle Finanzierungsrunde bildet die Grundlage für den gezielten Ausbau der Plattform und die konsequente Weiterentwicklung der langfristigen Vision von Spiritory. Bereits heute arbeitet das Unternehmen an neuen Lösungen, insbesondere im Bereich der Digitalisierung stationärer Händler*innen sowie an innovativen Marken- und Vertriebswelten für kleine und mittelständische Destillerien, Brennereien und unabhängige Unternehmen. Mit der neuen Unterstützung will Spiritory die Plattform weiter optimieren, Partnerschaften ausbauen und seine Präsenz in weiteren Märkten nachhaltig vertiefen.

Exit im KI-Sektor: Datenbank-Riese ClickHouse übernimmt LLM-Start-up Langfuse

Der Markt für generative KI-Tools konsolidiert sich weiter: Das US-amerikanische Datenbank-Unicorn ClickHouse, Inc. hat die Übernahme der Langfuse GmbH bekannt gegeben.

Das 2023 gegründete Berliner Start-up Langfuse, das sich auf das Monitoring und Engineering von Large Language Models (LLMs) spezialisiert hat, gilt als einer der am schnellsten wachsenden Akteure im Open-Source-Bereich.

Die Geschichte von Langfuse liest sich wie eine Blaupause für modernen Start-up-Erfolg. Gegründet von Clemens Rawert, Marc Klingen und Maximilian Deichmann, positionierte sich das Unternehmen als starkes Werkzeug für Entwickler, die KI-Anwendungen bauen, testen und überwachen wollen.

Innerhalb kürzester Zeit konnte das Team beeindruckende Kennzahlen vorweisen: Über 2.000 zahlende Kund*innen und mehr als 20.000 Sterne auf der Entwicklerplattform GitHub zeugen von der hohen Akzeptanz in der Community. Die technische Verbreitung unterstreichen monatlich über 26 Millionen SDK-Installationen und mehr als 6 Millionen Docker-Pulls. Besonders bemerkenswert ist die Durchdringung im Enterprise-Segment: Laut Unternehmensangaben setzen bereits 19 der „Fortune 50“- und 63 der „Fortune 500“-Unternehmen auf die Technologie der Gründer.

Vor der Übernahme hatte Langfuse Kapital von renommierten Investoren wie Y Combinator, Lightspeed Venture Partners und General Catalyst eingesammelt.

Strategische Allianz für den KI-Stack der Zukunft

Die Übernahme folgt einer klaren technologischen Logik. Während Langfuse den entwicklerzentrierten Ansatz für das Qualitätsmanagement von KI liefert – etwa das Debugging von Agenten-Workflows oder die kontinuierliche Bewertung von KI-Outputs –, steuert ClickHouse die notwendige Infrastruktur für massive Datenmengen bei.

ClickHouse ist bekannt für sein spaltenorientiertes Datenbankmanagementsystem, das auf extreme Geschwindigkeit bei Echtzeitanalysen ausgelegt ist. Da moderne KI-Agenten zunehmend komplexe und volumenstarke Abfragen generieren, benötigt die Industrie Engines mit hohem Durchsatz und geringer Latenz.

Durch die Integration entsteht ein umfassender Open-Source-Stack. Das Ziel: Unternehmen sollen KI-Anwendungen nicht nur entwickeln, sondern auch im großen Maßstab („at scale“) überwachen und optimieren können. Die Kombination aus Langfuses Monitoring-Tools und der analytischen Power von ClickHouse soll genau diesen Flaschenhals in der Produktion lösen.

Der Käufer: Ein 15-Milliarden-Dollar-Schwergewicht

Hinter dem Käufer ClickHouse, Inc. (gegründet 2021) steht erhebliches finanzielles Gewicht. Das Unternehmen wird von Top-Tier-Investoren wie Index Ventures, Benchmark und Coatue unterstützt. Zuletzt schloss ClickHouse eine Series-D-Finanzierungsrunde unter der Leitung der Dragoneer Investment Group ab, die das Unternehmen mit 15 Milliarden US-Dollar bewertete.

Mit dem Zukauf von Langfuse sichert sich der Datenbank-Spezialist nun eine kritische Komponente im rasant wachsenden Markt für KI-Infrastruktur.

Cancilico sichert sich 2,5 Mio. Euro zur Skalierung KI-gestützter Knochenmarkdiagnostik

Das Dresdner HealthTech-Start-up Cancilico entwickelt KI-gesteuerte Diagnoselösungen für die Hämatologie mit dem Ziel, die Analyse von Blut und Knochenmark zu automatisieren und deren Genauigkeit zu verbessern.

Cancilico wurde 2023 von Markus Badstübner, Dr. Moritz Middeke, Tim Schmittmann, Sebastian Riechert, Dr. Jan Eckardt, Dr. Karsten Wendt und Gründungsinvestor Prof. Gerhard Ehninger gegründet.

Heute gab das Start-up den erfolgreichen Abschluss seiner Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2,5 Millionen Euro bekannt. Die Investition wurde von einem starken Konsortium angeführt, darunter der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der TGFS - Technologiegründerfonds Sachsen, die GEDAD GmbH (Investitionsvehikel der Familie Ehninger) und die ROI Verwaltungsgesellschaft (Roland Oetker).

Das frische Kapital soll Cancilicos Mission beschleunigen, die KI-basierte Diagnosesoftware MyeloAID als Routinewerkzeug zu etablieren, um die Versorgungsqualität für Blutkrebspatient*innen weltweit zu verbessern und die Entwicklung digitaler Biomarker bei hämatologischen Malignomen voranzutreiben.

MyeloAID zielt darauf ab, die Diagnose hämatologischer Erkrankungen grundlegend zu verändern, indem fortschrittliche künstliche Intelligenz genutzt wird, um Knochenmarkproben mit beispielloser Geschwindigkeit und Genauigkeit zu analysieren. Das zugrundeliegende Datenmodell der KI-Diagnostik von Cancilico basiert auf einem großen, validierten Datensatz verschiedener hämatologischer Erkrankungen sowie Daten von gesunden Individuen. Partnerschaften mit hämatopathologischen Zentren erweitern das Datenmodell kontinuierlich, und Kooperationen mit Pharmapartnern zeigen erste Ergebnisse für eine beschleunigte Entwicklung von Biomarkern und therapeutischen Optionen bei hämatologischen Erkrankungen.

Insbesondere angesichts des Mangels an ausgebildeten Hämatologen sind solche unterstützenden Technologien dringend erforderlich, um die klinische Verfügbarkeit zu gewährleisten und Präzisionsmedizin möglich zu machen. Ein Alleinstellungsmerkmal von MyeloAID ist das Design als plattformunabhängige Lösung. Die Technologie kann auf jedem gängigen bildgebenden Mikroskop oder Scanner implementiert werden. Dies ermöglicht es Laboren, ihre diagnostischen Fähigkeiten zu erweitern, ohne die bestehende Hardware-Infrastruktur ersetzen zu müssen. Zudem ist die KI-Diagnostik bereits als „Research Use Only“ (RUO)-Variante über die PathoZoom® Scan & LiveView Suite von Smart In Media verfügbar und im Einsatz.

„Wir stehen vor einem weltweiten Mangel an hämatologischen Fachkräften, während die Komplexität und Zahl der diagnostischen Fälle steigt“, sagte Markus Badstübner, CEO und Mitgründer von Cancilico. „Unser Ziel ist es, den Zugang zu Diagnostik auf Expertenniveau breit zugänglich zu machen. Diese Investition ermöglicht es uns, die regulatorischen Hürden von FDA und CE-IVDR zu nehmen und ein Tool auf den Markt zu bringen, das sich nahtlos in bestehende Labor-Hardware integriert – um die Patientenergebnisse ohne hohe Investitionskosten zu verbessern.“

„Die Knochenmarkanalyse ist eine der komplexesten und zeitintensivsten Disziplinen in der Hämatologie“, fügte Dr. Moritz Middeke, CMO und Mitgründer, hinzu. „Indem wir unsere KI mit einem breiten Spektrum an gesunden und pathologischen Datensätzen trainiert haben, haben wir ein Werkzeug entwickelt, das als hochqualifizierter ‚digitaler Kollege‘ agiert. Diese Finanzierung ist ein entscheidender Schritt, um diese Technologie in die Labore zu bringen, wo sie helfen wird, schnellere und präzisere Diagnosen für Blutkrebspatienten zu stellen.“

Cancilico ist tief im sächsischen Life-Science-Ökosystem verankert, arbeitet eng mit dem regionalen Biotech-Netzwerk Biosaxony zusammen und leistet einen starken Beitrag zu den Clusters4Future-Initiativen SaxoCell und SEMECO. Innerhalb dieser Cluster können Start-ups wie Cancilico ihre Gründungsdynamik weiterentwickeln und mit schnellen Translationswegen verknüpfen.

GeneralMind: 12 Mio. Dollar Investment nur 6 Monate nach Gründung

Das Berliner KI-Start-up GeneralMind entwickelt ein sog. autonomes AI System of Action, das wiederkehrende, komplexe Arbeitsschritte entlang von Waren- und Zahlungsflüssen automatisiert.

GeneralMind, ein „KI System of Actionˮ zur Automatisierung von digitaler Zettelwirtschaft, unstrukturierter Koordination sowie ineffizienter manueller Prozesse entlang der gesamten Lieferkette, gibt heute den Abschluss seiner Eigenkapitalfinanzierung in Höhe von 12 Millionen US-Dollar bekannt. Die Runde ist eine der größten bekannten europäischen Pre-Seed Runden der letzten Jahre und wurde weniger als sechs Monate nach der Aufnahme der Geschäftstätigkeit des Unternehmens abgeschlossen. GeneralMind will die Mittel verwenden, um die Skalierung seiner Technologie in Europa voranzutreiben.

Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von Lakestar, Leo Capital, Lucid Capital, Heliad, BOOOM, mit Partizipierung von etablierten Angel-Investoren wie Alexander Kudlich, Jens Urbaniak, Samir Sood und Vishal Lugani.

GeneralMind wurde in Berlin vom Gründerteam um die Razor Group gemeinsam mit führenden Technologen aus dem Silicon Valley gegründet: Tushar Ahluwalia Shrestha Chowdhury, Dr. Oliver Dlugosch, Lennart von Hardenberg, Nishrit Shrivastava und Sergiu Șoima. Neben dem Hauptsitz in Berlin betreibt das Unternehmen einen weiteren Standort in Bangalore.

GeneralMind – das „AI System of Action“

Unternehmen arbeiten heute mit sogenannten Systems of Record SoR, zum Beispiel ERP-Systemen, um die Komplexität von Lieferketten zu bewältigen. Trotz dieser Systeme findet ein Großteil der operativen Arbeit weiterhin in E-Mail-Posteingängen und Spreadsheets statt: Teams müssen unstrukturierte Kommunikation und Koordination, Übergaben, Rückfragen und Ausnahmen manuell zusammenführen, nachhalten und in Systeme übertragen. Oft fehlt dabei klare Nachverfolgbarkeit, es entstehen Medienbrüche und die Fehleranfälligkeit ist hoch, obwohl genau diese Arbeit entscheidend ist, um die Lieferkette zuverlässig am Laufen zu halten.

GeneralMind entwickelt das „AI System of Action“ (SoA), um genau diese manuelle, repetitive Arbeit sowie unstrukturierte Koordination entlang der Lieferkette end-to-end zu übernehmen, als operative KI-Ebene über bestehenden Systemen, menschenüberwacht und bei Bedarf mit Freigabe.

KI-Autopilot für operative Prozesse mit menschlicher Fähigkeit

Der KI-Autopilot von GeneralMind übernimmt die „digitale Zettelwirtschaft" entlang komplexer Lieferketten, indem er automatisiert manuelle, repetitive Abläufe zwischen E-Mail, Excel und ERP-Systemen autonom ausführt. Eingehende Aufgaben (oft per E-Mail) werden erfasst, analysiert und anschließend end-to-end ausgeführt. Besonders dort, wo viele kleinteilige Aufgaben zuverlässig abgearbeitet, Abstimmungen sauber nachgehalten, Termine und Fristen gesichert und zahlreiche interne und externe Stakeholder entlang des Prozesses koordiniert werden müssen. Zum Beispiel in Beschaffung, Vertrieb oder der Rechnungsbearbeitung.

Diese „digitale Zettelwirtschaft“ kostet global agierende Unternehmen entlang ihrer Lieferketten teilweise Umsätze in Milliardenhöhe. Ware bleibt liegen, Entscheidungen verzögern sich, Aufgaben gehen im Tagesgeschäft unter.

„Unternehmen wissen oft genau, wo es hakt, scheitern aber an der operativen Umsetzung“, sagt Tushar Ahluwalia, Gründer und CEO von GeneralMind. „Ich habe im E-Commerce immer wieder gesehen, wie digitale Zettelwirtschaft, ineffiziente manuelle Prozesse und schmerzhafte Stakeholder-Koordination zwischen unstrukturierter Kommunikation und ERP-Systemen enorme Ineffizienzen in großen Unternehmen erzeugen. Genau dieses Problem lösen wir mit GeneralMind. Unsere KI übernimmt diese Prozesse end-to-end; kein Copilot, sondern mit Autopilot-Funktionalität, die von Menschen überwacht und bei Bedarf freigegeben wird“, ergänzt er.

Wie reagieren Kleinunternehmen auf preissensible Kund*innen?

Interessante Einblicke dazu liefert der neue SumUp KMU-Report. Befragt wurden mehr als 500 deutsche Kleinunternehmen in verschiedenen Branchen, Regionen und mit unterschiedlicher Bestandsdauer.

Wie sensibel Verbraucher*innen aktuell auf Preise reagieren, zeigt sich nicht nur im privaten Alltag, sondern zunehmend auch in den Strategien deutscher Kleinunternehmen. Dafür hat SumUp mehr als 500 deutsche Kleinunternehmen in verschiedenen Branchen, Regionen und mit unterschiedlicher Bestandsdauer befragt. Die Antworten geben Einblicke in zentrale Themen und zeigen, wie stark verändertes Konsumverhalten den Geschäftsalltag prägt.

Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:

  • 32 % der Unternehmen beobachten eine deutlich gestiegene Preissensibilität bei Kund*innen.
  • 27 % stellen fest, dass Kaufentscheidungen häufiger hinausgezögert werden.
  • 21 % sagen, dass Kund*innen insgesamt weniger ausgeben.

Für viele kleine Betriebe bedeutet das: Preissetzung, Rabattaktionen, Produktangebote und Kund*innenbindung müssen neu gedacht werden, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Das schließt folgende Maßnahmen ein:

  • 26 % der Unternehmen haben ihre internen Prozesse optimiert, um Kosten zu senken, während 13 % ihre Preise bewusst an die aktuelle Ausgabebereitschaft der Kund*innen angepasst haben.
  • Viele Betriebe setzen auf Mehrwert: 24 % haben neue Produkte oder Services eingeführt, 14 % den Fokus stärker auf Kund*innenbindung (z.B. Bonus- oder Treueprogramme) gelegt.
  • Parallel investieren viele Unternehmen in Effizienz und Digitalisierung – allen voran in KI-Tools (35 %) sowie in Buchhaltungs- und Abrechnungslösungen (21 %), um besser auf veränderte Konsumgewohnheiten reagieren zu können.

Die Ergebnisse zeigen sehr anschaulich, wie wirtschaftliche Unsicherheit direkt beim Konsumverhalten ankommt, und wie stark sich Alltagsentscheidungen von Verbraucher*innen auf kleine Unternehmen auswirken.

Was können Kleinunternehmen tun, um ihr Vertrauen in ihre Unternehmensleistung zu stärken?

Die Umfrage zeigt, dass das Vertrauen von Unternehmen mit Blick auf 2026 ein zentrales Thema ist. Viele sind zuversichtlich, dass sie ihr Geschäft in den nächsten 12 Monaten ausbauen können, gleichzeitig zeigen jedoch genauso viele echte Sorgen darüber, was die Zukunft bringen könnte.

Was also tun, wenn man gerade ein Unternehmen gegründet oder noch keine klare Strategie für unvorhergesehene Schwankungen hat, um sicherzustellen, dass das eigene Unternehmen diese Phasen unbeschadet übersteht?

  • Kurzfristige Pläne erstellen – Egal, welches Unternehmen du führst, es schadet nie, einen Backup-Plan zu entwickeln. Klare Maßnahmen sind notwendig, um das Unternehmen vor einem starken, unerwarteten Abschwung zu schützen.
  • Kosten prüfen und senken – Ob durch einen Wechsel des Energieversorgers oder Rahmenvereinbarungen mit Lieferant*innen: Es lohnt sich, die Betriebsausgaben regelmäßig zu überprüfen und anzupassen, um Geld zu sparen, ohne Personal abbauen zu müssen.
  • Portfolio diversifizieren – Sich nur auf ein Produkt oder eine Dienstleistung zu konzentrieren, kann Sie zwar als Experten positionieren, aber die Erweiterung auf verwandte Märkte kann helfen, Umsatzrückgänge in schwierigen Phasen abzufedern.
  • Online präsent sein – Ein modernes Unternehmen braucht heute eine Online-Präsenz, auch wenn die angebotene Leistung keinen digitalen Anteil hat. Die meiste Kundschaft sucht zunächst online nach Produkten und Dienstleistungen, daher zahlt sich die Präsenz im Netz langfristig aus.
  • Rabatte und Angebote nutzen – Auch wenn dies kurzfristig die Profitabilität mindert, können Rabatte und finanzielle Anreize für neue und bestehende Kundschaft die Kund*innenbindung erhöhen und langfristig den Umsatz steigern.

Weitere Informationen zu den Umfrageergebnissen gibt's hier

OroraTech und Kepler etablieren weltweit ersten Livestream für Wärmebilder der Erde aus dem All

Das 2018 gegründete OroraTech, weltweit führender Anbieter von Wärmebilddaten aus dem All, hat erfolgreich vier seiner `SAFIRE Gen4´-Sensoren an Bord der Satelliten des kanadischen Telekommunikationsunternehmens Kepler Communications gestartet. Der Start erfolgte am 11. Januar 2026 an Bord einer Falcon 9 Rakete im Rahmen der Twilight-Mission von SpaceX.

SAFIRE Gen4 ist die neuste Version der miniaturisierten hochauflösenden Infrarotkamera von OroraTech, die zuverlässige Erkennung und Überwachung von Waldbränden oder anderen thermischen Anomalien auf der Erde ermöglicht. Die gewonnenen Daten werden direkt im All an Bord des Satelliten KI-gestützt analysiert und über das schnelle optische Kommunikationsnetzwerk von Kepler an die Erde gesendet. Kund*innen erhalten so ein kontinuierliches thermisches Lagebild in Echtzeit. Dieser Schritt ebnet somit den Weg für den weltweit ersten Livestream von Wärmebildern der Erde aus dem All.

Pionier-Rolle für Münchner NewSpaceTech

„OroraTech nimmt eine Pionier-Rolle ein, um den weltweit ersten Livestream von Thermaldaten von der Erde zu etablieren. Das stets verbundene Satellitennetzwerk von Kepler ermöglicht es uns dabei, die Wärmesignatur der Erde in Echtzeit und im globalen Maßstab zu erfassen“, sagte Martin Langer, Chief Executive Officer und Chief Technology Officer von OroraTech. „Gemeinsam mit Industriepartnern setzen wir so einen neuen weltweiten Standard für Echtzeit-Intelligenz.“

Durch die Integration von SAFIRE Gen4 in das Satellitennetzwerk der nächsten Generation von Kepler ermöglicht das Münchner Intelligence-as-a-Service-Unternehmen mit Niederlassungen in den USA, Griechenland, Australien, Brasilien und Kanada die nahezu Echtzeitübertragung von Waldbrandinformationen aus dem Weltraum zur Erde. Die im Orbit erfassten thermischen Daten werden über die Satellitenkonstellation weitergeleitet und innerhalb weniger Minuten heruntergeladen, eine neue Dimension von Geschwindigkeit, um die globale Reichweite der Waldbranderkennung deutlich zu verbessern. Jeder Satellit der 300-Kilogramm-Klasse ist mit einem fortschrittlichen Netzwerksystem ausgestattet, das die Übertragungszeit von Daten durch intelligente Weiterleitung von Informationen zwischen Satelliten und Bodenstationen minimiert. Die bewährte Waldbrandüberwachung von OroraTech wird dadurch weiter verbessert: Bestehende Informationslücken werden geschlossen und die Reaktionszeiten auf Waldbrände können deutlich verkürzt werden.

„Der globale Standard für Live-Umweltintelligenz“

„OroraTech ist der globale Standard für Live-Umweltintelligenz“, sagte Mina Mitry, CEO und Mitgründer von Kepler. „Unsere Kapazitäten für Nutzlast-Hosting sowie unsere Infrastruktur für Edge-Computing und optische Kommunikation in Hochgeschwindigkeit ermöglichen es Kepler, neue wegweisende Partnerschaften einzugehen und so neue Potenziale unserer Branche zu erschließen. So lösen wir das Versprechen von Echtzeitdaten ein!“

1,6 Milliarden Euro für Innovation: BMWE und EIF erweitern Start‑up‑Finanzierung mit EIF German Equity

Mit zusätzlichen 1,6 Milliarden Euro bündeln das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und der Europäische Investitionsfonds (EIF) ihre Kräfte, um technologiegetriebene Startups zu unterstützen. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis junger Technologieunternehmen zu stärken und den Zugang zu professionellen VentureCapital und Wachstumsfonds spürbar zu verbessern.

„EIF German Equity“

Unter der neuen Programmlinie „EIF German Equity“ wird die seit 2004 bestehende Partnerschaft ausgebaut. Das Mandat ist branchenoffen und umfasst damit Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, datengetriebenen Anwendungen, FinTech, Digitalisierung und industrielle Innovation bis hin zu Energie, Produktions- und LifeScienceTechnologien. Deutschland soll damit stärker in die Lage versetzt werden, aus exzellenten Innovationen skalierbare Geschäftsmodelle und internationale Technologieführer hervorzubringen.

Ergänzt durch bestehende gemeinsamen Wachstums- und ScaleupProgramme der Bundesregierung mit dem EIF entsteht ein Programmportfolio mit einem Gesamtvolumen von über zehn Milliarden Euro (inkl. des deutschen Beitrags zu European Tech Champions Initiative), das alle Unternehmensphasen abdeckt. Gründerinnen und Gründer erhalten verlässlicheren Zugang zu privatem Kapital, während institutionelle Investoren einen starken öffentlichen Anker finden, der Governance und ESGStandards setzt und privates Wachstumskapital mobilisiert.

Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie: „Wir investieren dort, wo Zukunft entsteht: bei jungen Technologieunternehmen. Gemeinsam mit dem Europäischen Investitionsfonds stellen wir dafür 1,6 Milliarden Euro bereit. Das Geld wirkt. Denn wir investieren Seite an Seite mit privaten Kapitalgebern und mobilisieren so zusätzliches privates Kapital. Wir stärken die Eigenkapitalbasis. Wir eröffnen besseren Zugang zu professionellen Venture-Capital- und Wachstumsfonds. Und wir geben auch neuen Fondsmanagerinnen und Fondsmanagern eine Chance. So entstehen tragfähige Geschäftsmodelle. So wachsen Innovationen zu Unternehmen. Und so schaffen wir die Technologieführer von morgen – hier in Europa. Zusammen mit unseren bestehenden Wachstums- und Scale-up-Initiativen entsteht ein durchgängiges Finanzierungskonzept. Es schließt Lücken. Es gibt Gründerinnen und Gründern Planungssicherheit. Und es sorgt dafür, dass gute Ideen nicht ins Ausland abwandern, sondern bei uns groß werden“

Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank (EIB): „EIF German Equity zeigt, wie europäische Partnerschaft wirkt: Gemeinsam mit Deutschland bauen wir eines der erfolgreichsten Eigenkapitalprogramme Europas weiter aus. Zusammen mit Instrumenten wie der European Tech Champions Initiative entsteht eine abgestimmte Förderarchitektur vom ersten VCTicket bis zur Wachstumsfinanzierung. Der Zugang zu Eigenkapital ist entscheidend für die strategische Souveränität Europas – genau hier setzt dieses Mandat an.“

Merete Clausen, Mitglied der Geschäftsleitung des Europäischen Investitionsfonds (EIF): „Seit 2004 hat die Zusammenarbeit mit dem BMWE gezeigt, wie wirksam risikobereites Kapital ist. Sie hat neue ManagementTeams hervorgebracht, hochwertige VCFonds nach Deutschland gezogen und tausende technologieorientierte Unternehmen erreicht. Der Ausbau des Programms knüpft daran an und stärkt insbesondere Deep Tech, Life Sciences sowie Energie und Industrietechnologien – Bereiche, die besonders auf leistungsfähige Fondsstrukturen und europäische Skalierungsmöglichkeiten angewiesen sind.“

Erfolgsmodell wird fortgesetzt

EIF German Equity erneuert und erweitert die bewährte Zusammenarbeit auf Basis des ERPSondervermögens und von EIFEigenmitteln. Die Maßnahme ist ein zentraler Baustein der deutschen Innovationspolitik, die technologieoffen, marktwirtschaftlich und wachstums-orientiert auf Ausgründungen, HightechStartups und zukünftige Mittelständler setzt.

Seit 2004 wurden rund 290 Fondsinvestitionen mit einem Gesamtvolumen von ca. 49 Milliarden getätigt, wodurch bislang mehr als 6.000 Unternehmensfinanzierungen ermöglicht und über 49 Milliarden Euro mobilisiert wurden. Erfolgreich unterstützte Unternehmen umfassen unter anderem DeepL, GetYourGuide, N26, Personio, Trade Republic, Flix sowie Home24 – Beispiele für die Wirkungskraft deutscher und europäischer Fondsprogramme.

Schwerpunkt auf Innovation

Als Dachfonds investiert EIF German Equity in VentureCapital- und Wachstumsfonds mit Fokus auf Deutschland, ergänzt um europäische Fonds, die einen klaren Mehrwert für den Standort bieten. Im Mittelpunkt der bisherigen und zukünftiger Investments stehen im Einklang mit der Marktentwicklung IKT, Life Sciences, energiebezogene Innovationen, Deep Tech sowie weitere konvergierende Zukunftstechnologien.

Ein zentrales Ziel ist die Mobilisierung privaten Kapitals: EIFBeteiligungen wirken als Qualitätssignal und aktivieren regelmäßig ein Vielfaches der öffentlichen Mittel – häufig rund das Fünffache.

Wirkung für Start-ups, Scale-ups und das Venture Capital Ökosystem

Innovative Unternehmen profitieren von einem verbesserten Zugang zu Kapital, einer größeren Zahl aktiver Fondsmanager und besseren Skalierungsperspektiven. Als langfristiger Ankerinvestor setzt der EIF hohe Standards für Governance, Transparenz und ESG und stärkt damit die Qualität und Stabilität des Marktes. Das gesamte Startup und VentureCapitalÖkosystem gewinnt durch einen verlässlichen öffentlichen Partner, der privates Kapital mobilisiert, internationale Investoren anzieht und die Entwicklung eines leistungsfähigen, diversifizierten Fondsmanagerspektrums unterstützt. EIF German Equity trägt so entscheidend dazu bei, Deutschland als führenden und wettbewerbsfähigen VentureCapitalStandort in Europa zu positionieren.

TechEU: Nationale Stärke mit europäischer Hebelwirkung

EIF German Equity zahlt ein auf TechEU, der paneuropäischen Innovationsstrategie von EIF und EIB. Durch die Förderung frühphasiger Innovationen in Deutschland und die Verzahnung mit europäischen Plattformen wie der European Tech Champions Initiative (ETCI) entsteht ein klarer europäischer Mehrwert:Nationale Programme schaffen die Innovationspipeline, EUInitiativen liefern das Wachstumskapital für Europas künftige TechChampions. Dieser zweistufige Ansatz schließt Finanzierungslücken, stärkt die technologische Souveränität Europas und verbindet nationale Innovationsziele mit dem europäischen Anspruch, DeepTech und Zukunftstechnologien großflächig voranzubringen.