Gründer der Woche: Butleroy – per KI zur Work-Life-Balance

Gründer der Woche 06/18


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Der persönliche Digital-Assistent „Butleroy“ koordiniert für seine Nutzer automatisiert die optimale Work-Life-Balance durch selbstlernende Künstliche Intelligenz in Verbindung mit Machine Learning. Wie das funktioniert und wer die Köpfe hinter dem KI-Business sind, erfahren wir im Interview mit CEO Philipp Baldauf:

Das Butleroy-Team rund um Philipp Baldauf (2.v.re.)

Wann und wie sind Sie und Ihre Co-Gründer auf die Idee zu Butleroy gekommen?

Die Idee hat sich bereits während unseres Studiums entwickelt. Dort hatten wir immer die Herausforderung, unsere Business-, Lern- und natürlich auch die privaten Termine unter einen Hut zu bekommen. Ich denke, dass das jeder aus seiner Studienzeit kennt. Angetrieben durch unsere permanenten Terminprobleme haben wir Step by Step die Lösung Butleroy erarbeitet. Das bisherige Feedback aus dem Markt zeigt, dass wir damit auch anderen eine große Hilfestellung sind.
 
Was ist Ihre Vision von einem persönlichen Digital-Assistenten?

Unsere Vision ist es, einen digitalen Butler zu schaffen, der auf verschiedensten Plattformen zur Verfügung steht und die alltägliche Terminvereinbarung übernimmt. Hier denken wir beispielsweise an Termine fürs Auto, die bei der Werkstatt automatisch geplant werden oder die Koordination von Paket-Zustellungen, die aus User-Perspektive zum besten Zeitpunkt am richtigen Ort geliefert werden müssen. Wir wollen den Alltag für jeden Menschen deutlich vereinfachen und komfortabler machen.


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Auf den Punkt gebracht: Was macht Butleroy anders als gewöhnliche digitale Planer, die meine Termine etc. verwalten?

Der größte Vorteil ist, dass man sich nicht selbst um ein Datum für bestimmte Termine kümmern muss. Butleroy berücksichtigt die Kalender meiner Freunde, aber auch externe Faktoren (beispielsweise das Wetter, persönliche Präferenzen, die Location) und findet automatisch Zeit für meine Termine und Treffen. Das funktioniert auch für Erinnerungen oder To Do’s, die man für sich selbst erstellt. Man könnte sagen: Butleroy ist ein super-intelligenter Sekretär, der einen sehr gut kennt und vorausschauend denkt.

Woher nehmen Sie das Know-how für dieses doch sehr anspruchsvolle Tool?

Gregor, Philipp und Simon haben gemeinsam mit mir an der Fachhochschule in Hagenberg studiert. Das ist die oberösterreichische Talentschmiede, aus der beispielsweise auch die Runtastic-Gründer hervorgegangen sind. Christoph, unser fünfter Gründer, ist der Leiter des Studiengangs Mobile Computing an dieser Fachhochschule. Daraus hat sich über die Jahre hinweg eine sehr intensive Freundschaft und Zusammenarbeit entwickelt.

Gibt es vergleichbare Tools? Wenn ja, was unterscheidet Butleroy von den anderen?

Die meisten Tools zur Terminvereinbarung fokussieren sich auf Arbeitstermine und berücksichtigen ausschließlich die Verfügbarkeit. Unsere Vision ist, dass Butleroy einem das Leben einfacher macht und uns das kostbarste Gut, die Zeit, zurückgibt.

Nochmals zurück zu den Anfängen: Sie haben dann Anfang 2017 gegründet - was waren die wichtigsten Steps bis zur Marktreife?

Wir haben bereits während des Studiums viel Zeit in die Entwicklung gesteckt. Nach dem Abschluss ist es dann Schlag auf Schlag gegangen: Firma gründen, Produkt veröffentlichen usw. Wir hatten dann auch die große Ehre, auf die SXSW eingeladen zu werden – mit großem Erfolg: Wir waren einer der zehn Finalisten beim offiziellen "ReleaseIt" Event.

Wie haben Sie die Startphase finanziert?

Wir haben uns bis zur aktuellen Finanzierungsrunde selbst finanziert. Während des Studiums haben wir bereits Projekte für einen Geschäftspartner aus London programmiert und etwas gespart. Seit kurzem haben wir nun starke Partner, wie z.B. die e&Co. AG, ein Beratungs- und Beteiligungshaus aus Deutschland, die uns neben dem Investment auch mit Expertise und Netzwerk voranbringen.

Besonders erfolgreich sind Sie in den USA, wo Ihr Butleroy schon für positiven Wirbel gesorgt hat. Sind die Amis digitalen Helfern gegenüber demnach viel aufgeschlossener als wir?

Das würde ich so nicht sagen, wir haben auch in Europa äußerst gutes Feedback bekommen. Die Amerikaner sind zwar grundsätzlich neuen Technologien gegenüber aufgeschlossener – es hilft aber, dass unsere App sehr einfach zu bedienen ist und einen wirklichen Mehrwert bietet. Dabei werden auf Sicht Kontinent und Zeit keine Rolle mehr spielen.

Hat der aktuell größere Anklang in den USA auch etwas mit hiesigen Bedenken in Sachen Datensammeln und -nutzen durch Ihr Tool zu tun?

Bei Butleroy werden allgemein nur Daten gesammelt, die ausdrücklich von den Usern zur Verfügung gestellt werden – wir sind bereits jetzt mit der neuen EU-Datenschutzrichtlinie konform. Das Datensammeln dient nur dem User-Nutzen für eine bessere Work-Life Balance. Und Terminprobleme kennt schließlich jeder. Wenn man zum Beispiel einen Termin in einem der zahlreichen WhatsApp-Gruppenchats finden möchte, kann das mitunter ein langwieriges Unterfangen werden. Das gilt aber auch für einfachste Terminvereinbarungen per Telefon.

Sie haben gerade frisches Kapital in 6-stelligem Euro-Bereich gesammelt – Glückwunsch! Wofür ist das Geld vorgesehen?

Danke! Ja, richtig – wir haben kürzlich über den Venture Fonds des European Super Angels Club unter anderem Investments des niederländischen Accelerators NEXT Amsterdam, der Management-Beratung e&Co. AG sowie der Unternehmensbeteiligungsgesellschaft March15 erhalten. Wir werden in den kommenden Monaten und mithilfe unserer Partner stark wachsen. Geplant ist, mindestens eine Stelle im Marketing/PR/Communications-Bereich sowie zusätzliche EntwicklerInnen-Positionen zu besetzen. Die zwei wichtigsten Punkte sind also die Marke bekannter zu machen und das Produkt weiter zu entwickeln. Auch im Business-Development-Bereich wird sich einiges tun.

Was sind Ihre weiteren unternehmerischen Pläne?

Wir haben extrem spannende B2B-Use-Cases. Gemeinsam mit unseren strategischen Investoren möchten wir speziell im Bereich Automotive und Last-Mile-Optimierung einige neue Kooperationspartner gewinnen. Erste vielversprechende Gespräche gibt es bereits – das Interesse und die Nachfrage sind wirklich groß und wir sehen für unsere User riesige Potentiale.

Und last but not least: Was raten Sie anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

Der Glaube an den eigenen Traum ist das wichtigste – und man muss alles dafür geben, um ihn Realität werden zu lassen. Das bedeutet sehr harte Arbeit. Aber natürlich darf man auch das Leben nicht vergessen. Spaß haben, Freunde treffen – es sollte sich nicht jede Sekunde ausschließlich um das Start-up drehen. Eine gewisse Gelassenheit ist nötig, um jederzeit klar denken zu können. Getreu dem Motto „Work hard, play hard“.

Hier geht's zu Butleroy


Das Interview führte Hans Luthardt

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