Das Internet of Things

Das Internet of Things (IoT) schafft neue Perspektiven

Autor: Prof. Elgar Fleisch, Dr. Markus Weinberger, Ass. Prof. Felix Wortmann
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Das Internet of Things (IoT) ermöglicht neue digitale Geschäftsmodelle und eröffnet damit auch Unter-nehmen, die bislang nicht in digitalen Branchen tätig sind, neue Perspektiven.


Bislang hat jede Internet-Welle zu neuen Geschäftsmodellen geführt. Die großen Umbrüche haben jedoch in digitalen Branchen stattgefunden, wie Google, Facebook und andere zeigen. Durch das Internet der Dinge werden digitale Geschäftsmodellmuster nun auch in der physischen Welt und produzierenden Industrie relevant.

Das Internet der Dinge – Internet of Things (IoT) – steht für die Vision, dass jeder Gegenstand und Ort der physischen Welt Teil des Internets (digitale Welt) werden kann. War bisher häufig der Mensch die einzige Verbindung zwischen den beiden Welten, werden bald auch Turnschuhe, Fahrräder, Lagerhallen, Supermarktregale oder Hotelküchen mit dem Internet und somit auch miteinander verbunden sein. Gegenstände und Orte erhalten dann meist einen Minicomputer und werden so zu smarten Dingen, die Informationen aus ihrer Umwelt aufnehmen und mit dem Internet bzw. anderen smarten Dingen kommunizieren können. Diese Vision bietet enorme Möglichkeiten – gerade auch für Gründer und solche Unternehmen, die bislang vorrangig in nicht-digitalen Branchen agieren.

Geschäftsmodelle im IoT

Auf einer sehr abstrakten Ebene kann die Logik von Geschäftsmodellen im Internet der Dinge auf eine einfache Formel reduziert werden. Sie besagt, dass der Wert einer IoT-Lösung auf der Herstellerseite aus der Kombination eines klassischen, in der Vergangenheit nicht mit dem Internet verknüpften Produktes besteht, das mit IT veredelt wird. Dieser Wert entfaltet sich auf der Kundenseite als Nutzen aus dem physischen Produkt und den damit verbundenen digitalen Services. Dabei entsteht ein Ganzes, das mehr ist als die Summe der Teile – insbesondere wegen der einfachen und wenig kostenintensiven Kombinierbarkeit von eigenen und externen digitalen Services.

Zwei Beispiele zur Veranschaulichung: Eine Uhr von Limmex ist auch noch eine Uhr, wenn sie über GSM Modul, Mikrofon, Lautsprecher und eigene Homepage verfügt. Ihr physischer und lokaler Nutzen ist immer noch – neben der Angabe der Uhrzeit – Dritten am Kaffeetisch über ihr schickes, zeitloses Design Eigenschaften ihres Trägers zu signalisieren. Zusätzlich wird sie zum Notruf an Familie, Freunde oder das Rote Kreuz, den der Träger im Internet selbst konfigurieren kann. Die „smarte“ mit einem Long Range RFID-Chip aufgeladene Lagerbox von Intellion ist immer noch eine Lagerbox und bietet Platz für Schrauben und Beilagscheiben. Zusätzlich ermöglicht sie einen neuen wettbewerbsdifferenzierenden Nachfüllservice für den Schraubenlieferanten.

Die sechs IoT-Bausteine

Die im Folgenden vorgestellten Bausteine für Geschäftsmodelle im Internet der Dinge sollen bei der Entwicklung konkreter Geschäftsmodelle inspirieren. So können diese z.B. in existierende Methoden zur Geschäftsmodellentwicklung einbezogen werden. Diese sechs Bausteine können unterschieden werden:

I. Physical Freemium

Dieser Baustein steht für ein physisches Gut, das inklusive eines kostenfreien digitalen Services verkauft wird, beispielsweise einer digitalen Montage-, Betriebs- und Wartungsanleitung, die gratis am Produkt „klebt“. Ein Teil der Kunden entscheidet sich im Lauf der Zeit für darüber hinausgehende Premium Services, die verrechnet werden, beispielsweise eine elektronische Fernüberwachung oder ein Benchmarking über die gesamte Kundenbasis hinweg.

Beispiel: Das New Yorker Start-up Canary bietet etwa eine Smart-Home-Alarmanlage an, die verschiedene Sensoren, von Temperatur- oder Bewegungssensoren bis zu einer Kamera enthält. Die Grundfunktion, einen Raum während der Abwesenheit des Bewohners zu überwachen und bei Unregelmäßigkeiten eine Nachricht an eine Smartphone-App zu schicken, ist im Preis des Geräts enthalten. Weitere Dienstleistungen wie z.B. die Überwachung durch ein Call-Center sind dann kostenpflichtig.

II. Digital Add-on

Digital Add-on bezeichnet einen Geschäftsmodellbaustein, in dem ein physisches Gut sehr preisgünstig, d.h. mit geringer Marge verkauft wird. Im Lauf der Zeit kann der Kunde zahlreiche margenstarke digitale Services dazuerwerben bzw. freischalten lassen. Wenn die Leistung eines Autos per Software konfiguriert werden kann und das Fahrzeug ein Knoten im Internet ist, dann kann sich der Kunde beispielsweise für das kommende Wochenende 50 PS dazukaufen. Und wenn Add-on-Services auch von Dritten angeboten werden, dann kann sich der Kunde sehr einfach eine passende, zusätzliche Mikroversicherung für die Ausfahrt in Italien beschaffen. Die Verkaufsprovision geht an den Hersteller des Autos oder einen Dritten.


Dies ist ein Auszug aus einem aktuellen Artikel unseres Print-Objekts StartingUp:
Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen StartingUp - Heft 01/15 - ab dem 19. Februar 2015 im Handel oder jederzeit online bestellbar  - auch als epaper - in unserem Bestellservice-Bereich

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Tipps für E-Mobility-Newbies

Fünf Starttipps für alle, die ein nachhaltiges E-Mobility-Geschäftsmodell aufbauen wollen.

Wer mit seinem Geschäftsmodell durchstarten möchte, hat es nicht immer leicht. Denn neben der Frage, ob das Produkt überhaupt vom Markt angenommen wird, gibt es auch andere Unsicherheitsfaktoren, die den Start stark beeinflussen. In der E-Mobilitätsbranche ist dieses Problem besonders groß, da viele Bereiche unreguliert sind. Anbieter*innen können sich nur auf wenige Standards verlassen. Diese Tipps sollten E-Mobilitätsanbieter*innen beherzigen, damit ihre Idee auch langfristig ein Erfolg wird.

I. Transparenz gegenüber den Kund*innen

Die Ladeinfrastruktur wächst stetig. Eine aktuelle Studie der KfW zeigt jedoch, dass mehr als jede(r) zweite potenzielle Käufer*in in Deutschland vom Erwerb eines E-Autos absieht, weil das Vertrauen in die Ladeinfrastruktur fehlt. Vieles läuft in der E-Mobilitätsbranche über Software. Doch die gesamte User Experience kann von der E-Mobilitätsbranche nicht rein technisch gelöst werden. Hier ist die ganze Branche gefragt, bestehende Ängste von Fahrer*innen abzubauen und das Vertrauen in die E-Mobilität zu stärken. Newcomer*innen sollten dabei als positives Beispiel vorangehen, ihre Kund*innen dort an die Hand nehmen, wo es notwendig ist und Unsicherheiten durch offene Kommunikation aus dem Weg räumen.

II. Künftige Skalierbarkeit des Unternehmens

Für aufstrebende Marken ist es immer wichtig, skalierbar zu sein. Nur so können neue Märkte erschlossen und Kund*innen nachhaltig zufrieden gestellt werden. Wir hatten bei Plugsurfing verschiedene MVPs (Minimum Viable Products), die aber im großen Stil nicht skalierbar waren. Erst durch die Migration auf unsere neue Plugsurfing Power Platform waren wir wirklich in der Lage, uns zu vergrößern und mit den schnellen Veränderungen im Markt Schritt zu halten. Wir mussten in der Migrationsphase verschiedene Produktentwicklungen on-hold setzen und verloren so viel Zeit. Newcomer*innen sollten dementsprechend frühzeitig die Weichen stellen, um diese Probleme zu umgehen.

III. Einheitliche Datenstandards

Wie bereits angesprochen, sind technische Implementierungen in unserer Branche wenig reguliert und standardisiert. Im Moment arbeiten viele nur für sich, aber Fahrer*innen erwarten überall standardisierte Lademöglichkeiten. Das ist eine der zentralen technischen Herausforderungen der E-Mobilität. Wir brauchen europaweite Regelungen, um die Standards für unsere Zukunft zu setzen. Neue Anbieter*innen sollten an der Weiterentwicklung solcher Standards aktiv mitwirken, da sie so eine sehr gute Übersicht über den Markt haben und an den richtigen Stellen Anschluss finden.

IV. Flexibilität in der Software

Natürlich hat jede(r) Anbieter*in aktuell eine bestimmte Lösung, auf die er/sie setzt. Es ist daher sehr schwierig, alle miteinander zu verknüpfen, damit zum Beispiel Bezahlvorgänge für Fahrer*innen an diversen Ladesäulen funktionieren. Viele Workarounds sind noch Übergangslösungen, die ersetzt oder zukunftssicher überarbeitet werden müssen. Anbieter*­innen sollten daher unbedingt auf eine flexible Software setzen, die angepasst werden kann.

V. Langfristige Partnerschaften eingehen

Zuletzt ein wichtiger Tipp: Ohne Partner*innen geht es nicht. Und das gilt besonders für die E-Mobilitätsbranche. Natürlich treten Newcomer*innen mit bestehenden Anbieter*innen in Konkurrenz, weil sie zum Beispiel einen blinden Fleck gefunden haben und so Kund*innen abwerben. Anbieter*innen sollten jedoch immer auch Partnerschaften anbieten. Wir legen bspw. den Fokus auf enge Zusammenarbeit und Wissenstransfer, um nachhaltige technische Lösungen entwickeln zu können. So hilft ein großes Netzwerk an Partner*innen dabei, die E-Mobilität zu stärken und langfristig zukunftsfähig zu machen.

Der Autor Tatu Kulla ist CEO des E-Mobilitätsdienstleisters Plugsurfing, der Softwaretools entwickelt, um E-Mobilität für alle zugänglicher zu machen.

Reden ist hier mehr als Gold wert

Wie Emre Çelik mit We Speak You Donate mehr Bewusstsein für Diversität in die Unternehmen trägt.

Inklusion, Gleichberechtigung und Diversität (Diversity, Equity and Inclusion, DEI) sind in aller Munde. In der Gesellschaft, aber auch in Unternehmen sind diese Themen relevanter denn je. Laut der Charta der Vielfalt mangelt es jedoch an konkreten Maßnahmen. Die Unternehmen sind sich ihrer sozialen Verantwortung zwar bewusst, allerdings fehlt noch der Aktivismus. So haben zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland bisher noch keine Maßnahmen umgesetzt und nur knapp ein Fünftel plant welche für die Zukunft.

Dabei ist es vor allem den Generationen Y und Z, die nun ins Arbeitsleben einsteigen, besonders wichtig, dass Gleichberechtigung und Diversität auch von Arbeitgeber*innen gelebt werden. Wie kann also in Unternehmen das Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass es wichtig ist, das System zu überarbeiten und DEI in den Arbeitsalltag mit aufzunehmen?

Vom Hauptschüler zum Gründer

Emre Çelik hat sich genau diese Frage gestellt. Der 31-Jährige hat einen Migrationshintergrund, kommt aus einer sozial einkommensschwachen Nicht-Akademiker Familie und ist schwul. Diskriminierung und Ausgrenzung sind Bestandteil seines Alltags, seitdem er denken kann. Doch Emre hatte schon in seiner Jugend große Visionen. Nach dem Hauptschulabschluss machte er die Mittlere Reife und anschließend eine Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann. Berufsbegleitend schloss er eine Weiterbildung zum Fachwirt ab und erlangte so seine Hochschulzulassung. Es folgte der Bachelor of Law und schließlich der Master of Sciene in HR. Mittlerweile arbeitet Emre bei Google und kümmert sich um die Einhaltung der Integrität und Werte im Unternehmen. „Da ich früh verstehen musste, dass wir nicht in einer Gesellschaft leben, die für alle Menschen einen Platz hat, setze ich mich seit Jahren für Aufklärung ein – privat und beruflich. Über Linked­In wurden dann die ersten Unternehmen auf mich aufmerksam und fragten mich an, Vorträge zu halten. So kam der Stein ins Rollen“, sagt Emre.

Wie wird Inklusion in Unternehmen real?

Emre verlangte bei seinem ersten Talk keine Bezahlung. Stattdessen spendete das Unternehmen, für das er den Vortrag „Wer bin ich? Wer bist du? Die Gefahr, das authentische Selbst zu verstecken“ hielt, an eine gemeinnützige Organisation, die sich für Gleichberechtigung einsetzt. Sein Vortrag war ein voller Erfolg. Emre wurde weiterempfohlen und bekam nach und nach immer mehr Anfragen, die er neben seinem eigentlichen Job bald nicht mehr alle annehmen konnte. Deshalb suchte er nach weiteren Speaker*innen sowie einem Team, das ihn bei seiner Vision unterstützen sollte und gründete im Februar 2022 den We Speak You Donate e.V.

Verein oder doch gewinnorientiert?

Stellt sich die Frage, warum sich Emre für die Gründung eines Vereins entschieden hat und nicht für die eines klassischen Social Start-ups? „Wir möchten den Vereinen, die wir unterstützen, auf Augenhöhe begegnen, daher haben wir uns auch für die Gründung eines Vereins entschieden. Wir arbeiten klassisch basisdemokratisch und treffen somit Entscheidungen nur gemeinsam. So stellen wir sicher, dass es keine ,Macht‘ in der Organisationsstruktur gibt, wir intern auch auf Augenhöhe arbeiten und der Kapitalismus immer hinter dem sozialen Allgemeinwohl steht“, erläutert Emre.

Tatsächlich denken viele Gründer*innen bei der Gründung eines Social Start-ups zuerst an die Rechtsform eines eingetragenen Vereins (e.V.). Dieser genießt insbesondere bei gemeinnützigen Zwecken einen guten Ruf. Hinzu kommt, dass für die Vereinsgründung kein Startkapital benötigt wird. Zu beachten sind allerdings Einschränkungen hinsichtlich der Ausschüttung von Gewinnen sowie bei Entscheidungsfindungsprozessen, die nicht zu jedem Gründungsteam und Vorhaben passen.

Da Social Start-ups nicht nur den guten Zweck adressieren, sondern auch kostendeckend agieren müssen bzw. durchaus auch gewinnorientiert aufgestellt sein können, bieten sich neben der Vereinsgründung weitere Rechtsformen an. Stark vertreten ist die Gemeinnütze Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH). Diese unterliegt bei der Haftung und dem einzubringenden Startkapital denselben Regeln wie die klassische GmbH. Dafür genießt ein so gegründetes Unternehmen Vorteile bei den Steuern und darf Spenden annehmen. Diese Vorteile treffen auch für andere Rechtsformen mit dem Zusatz der Gemeinnützigkeit zu, beispielsweise bei der gUG oder gAG.

Emre hat sich bewusst für die Vereinsgründung entschieden; alle Mitarbeitenden arbeiten neben ihrem Vollzeitjob ehrenamtlich im Verein. Der Name ist Programm und der Grundgedanke blieb: Die Speaker*innen halten spendenbasierte Vorträge und Workshops über Diversität, Inklusion und Gleichberechtigung in Unternehmen. Die Spenden fließen an gemeinnützige Organisationen.

Arthur Mertens gewährt in Vorträgen zum Beispiel Ein­blicke in die Welt als queeres Trans-Mitglied bei der Bundeswehr und spricht dabei authentisch über die Ängste, denen dey (ein Neopronomen für non-binäre Menschen) sich stellen musste sowie über die Hindernisse und die Erfahrungen, die Arthur gemacht hat. Die Speakerin Nina unterstützt leidenschaftlich gern andere Frauen dabei, ihr volles Potenzial zu erkennen, zu nutzen und im Einklang mit anderen Interessen ein rundum erfülltes Leben zu führen. Daher unterstützt sie Unternehmen, denen dieses Thema auch am Herzen liegt, durch Vorträge und Gesprächsrunden zum Thema Female Empowerment und Leadership darin, Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen sich weibliche Führungskräfte bestens entfalten können. Zudem ermutigt sie andere Frauen, ihren eigenen Weg zu gehen.

15 Talks, 5000 Teilnehmende, 25.000 Euro Spenden

Im Jahr 2021 wurden über 15 Talks mit mehr als 5000 Teilnehmenden abgehalten, bei denen Spenden in Höhe von 25.000 Euro zusammenkamen. Die Diversity-Vereine, an die die Spenden fließen, haben das gleiche Ziel wie der Gründer: Sie leisten mit ihrer Aufklärungsarbeit einen großen Beitrag dazu, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass unabhängig von sexueller Orientierung, sozialer Identität oder Herkunft jede(r) so sein darf wie er/sie ist.

Neben den Vorträgen hält We Speak You Donate auch Talks, die keiner Spende bedürfen. Insbesondere bei Unternehmen mit Employee Resource Groups (ERGs) – von Mitarbeitenden selbst organisierte Gruppen, die eine inklusive und vielfältige Arbeitsatmosphäre fördern – werden Talks gratis abgehalten. Damit möchten Emre und seine Mitstreiter*innen zeigen, dass Geld und Budget keine Hürden sein dürfen, die den Zugang zu Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion versperren.

Sichtbarkeit für alle

„Im Leben sollte es vielmehr darum gehen, etwas zurückzugeben und anderen Menschen zu helfen. Damit meine ich, sich hinter Freund*innen und Kolleg*innen zu stellen, die beiseitegeschoben werden, um die Stimmen in unserer Gesellschaft zu unterstützen, die nicht gehört werden. Als Social Entrepreneur treibt mich das Füreinanderdasein an, die Sichtbarkeit für alle innerhalb der Gesellschaft. Und das nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Kontext. Wir brauchen ein Umdenken in der Gesellschaft und mehr Menschlichkeit am Arbeitsplatz. Dafür kämpfen wir mit unseren Vorträgen“, so Emre Çelik.

Emres Tipps für andere Social-Start-up-Gründer*innen

  • Stellt euch immer die Frage: Tue ich etwas als Gründer*in, weil es möglich oder weil es richtig ist?
  • Habe ich die Entscheidungsmacht im Unternehmen verteilt oder ist diese zentralisiert auf einer Position? Soziale Arbeit lebt davon, dass sich alle auf Augenhöhe begegnen und jede Stimme gleich viel Gewicht hat. Dies sollte auch in der Organisationsstruktur abgebildet sein.
  • Versuche, jede Entscheidung zugunsten des Allgemeinwohls zu treffen. Wird die eigene Vermögensvermehrung angestrebt, führt das zwar zu einem besseren finanziellen Wohlstand, sorgt aber nicht für die Verbesserung des Allgemeinwohls.

Glücksspiel in Deutschland – etwas für deine Finanzströme?

Das Betreiben eines eigenen Online-Casinos kann durchaus ein lukrativer Weg für Gründer*innen sein – wir geben Tipps und zeigen wichtige To do’s auf.

Geht es um die eigene finanzielle Absicherung, dann spielt für viele wohl die Anlage in Aktien und Fonds eine große Rolle. Das Börsenparkett kann tatsächlich eine lukrative Anlageoption sein, dennoch gehört hier ein langer Atem ebenso zu den Grundvoraussetzungen wie ein über die Jahre gewachsenes Fachwissen und Interesse an der Materie. In diesem Beitrag beleuchten wir eine Alternative, wie du deine Finanzen aufbessern kannst. Es mag auf den ersten Blick ungewohnt klingen, aber das Betreiben eines eigenen Online-Casinos kann tatsächlich ein Weg sein. Neugierig geworden? Dann lies am besten gleich weiter.

Passiv versus aktiv

Es gibt sie nicht umsonst im weltweiten Netz, jene Aggregatorseiten, die eine Übersicht der aktuell beliebten Glücksspiele liefern: beispielsweise zum Thema Roulette Online Casinos www.besteonlinecasinos.co/roulette oder andere mehr. Der Grund ist, dass du hier als Betreiber tatsächlich einen soliden Finanzstrom anbahnen kannst — so du es richtig anpackst. Ausschlaggebend ist hier Passivität als attraktives Merkmal. Nein, das bedeutet nicht, sich auf die faule Haut zu legen, sondern seine Investition klug zu tätigen. Klug ist es nämlich, das Geld dergestalt zu investieren, dass du in der Zeit danach ein Maximum an Passivität an den Tag legen kannst. Denn fortan vermehrt sich Dein Finanzpolster – weitgehend – ohne dein Zutun. Mit einem Online-Casino kann so ein Traum wahr werden.

Was du bei der Gründung in Deutschland beachten musst, wollen wir dir im Folgenden noch umreißen.

Wie gründest du dein eigenes Online-Casino?

Zunächst eine Anmerkung vorweg: Selbst, wenn du ein eigenes Online-Casino gründest, solltest Du nicht 100 Prozent deiner Rücklagen in dieses Projekt investieren. Zu viel kann dabei schiefgehen und das Geld ist dann weg. Betrachte deine Investition viel eher als einen lukrativen Seitenast deines gesamten Finanzbaums. Im Idealfall sprosst dieser Ast aus, grünt und bildet finanzielle Früchte aus. Und das Ganze auch noch weitgehend ohne zusätzliche Arbeit deinerseits. Doch ganz so einfach ist die Gründung eines Casinos im Internet nicht.

Daher kommen nun in aller Kürze wichtige Punkte, die du in Deutschland dafür unbedingt beachten musst. Zunächst musst du dich über die Regelungen hinsichtlich Glücksspiels in dem Bundesland erkundigen, in dem du lebst beziehungsweise in dem das Casino betrieben werden soll. Als Betreiber benötigst du für dein neues Casino zudem eine gültige Lizenz, damit du Glücksspiele anbieten darfst. Diese erteilt eine entsprechende Behörde. Da bei Roulette, Poker und Co. Gelder die Besitzer wechseln, darfst du auch Aspekte hinsichtlich Spielerschutz und Vertrauenswürdigkeit nicht außer Acht lassen.

Das beste Werbekonzept und eine ausgefeilte Internetpräsenz nützen dir nichts, wenn deine potenziellen Kund*innen kein Vertrauen in dich als Anbieter haben. Investiere daher auch in einen guten Plan für das Risikomanagement.

Auch potenziellen Fallstricken in puncto Geldwäsche musst du aktiv vorbeugen. Ebenso bedeutsam ist der Schutz der privaten Daten deiner Kund*innen. Die Server, auf denen empfindliche Informationen wie Bankdaten gespeichert werden, müssen auf dem neuesten technischen Stand arbeiten. Hier bietet es sich wohl an, etablierte Drittanbieter mit Expertise auf diesem Gebiet ins Boot zu holen. Schließlich musst du aufgrund der Rechtslage sicherstellen können, dass nur volljährige Nutzer Zugang zu deinem Online-Portal bekommen.

Zudem solltest du dich auch nach der Gründung immer auf dem Laufenden halten, um auf aktuelle Rechtsprechungen und Regelungen reagieren zu können. Du siehst also: Ganz so passiv ist die Gründung eines Online-Casinos nicht, aber es kann ein Weg hin zu mehr finanzieller Freiheit werden.

SEO-Trends 2023

Suchmaschinenmarketing: Von Audio-Marketing bis Responsive-Suchanzeigen. Mit diesen 7 Trends startest du online im neuen Jahr durch.

Online-Marketing gibt es stetig neue Entwicklungen, Trends, Anpassungen und Tools. Sie automatisieren die bestehenden Prozesse und verbessern die Möglichkeiten zur Suchmaschinenoptimierung und -werbung immer weiter. Um die Sichtbarkeit im Web für das eigene Unternehmen zu erhöhen, gilt es solche Trends im Blick zu behalten. Vor allem Entwicklungen im Bereich Audio, Video und Social Media sowie die Verzahnung von Content und E-Commerce stehen aktuell im Fokus. Wir haben sieben Trends identifiziert, mit denen Unternehmer und Selbständige online 2023 durchstarten.

SEO Trend: Audio-Marketing

Ob Podcasts oder Twitter Spaces: Audio-Content wird immer beliebter. Deshalb sollen diese Inhalte auch in den Suchergebnissen von Google platziert werden. Wie bei anderem Content spielt dabei vor allem der gebotene Mehrwert eine wichtige Rolle für ein gutes Ranking. Mit eigenen Unternehmens-Podcasts erreichen kleinere und größere Betriebe ihre Zielgruppe dann an einem weiteren Touchpoint. Übrigens: Videos sind schon länger ein oft genutztes Marketingtool, doch ihre Bedeutung nimmt weiter zu. Sie erhöhen nicht nur den organischen Traffic, sondern sorgen auch für eine längere Verweildauer auf Websites und Social-Media-Profilen.

SEO Trend: Content-Commerce

Die Verzahnung von Content-Marketing und E-Commerce schreitet im digitalen Marketing immer weiter voran. Beispielsweise Facebook und Instagram setzen bereits verstärkt auf E-Commerce-Funktionen, sodass User*innen über die Plattformen shoppen können. Diese Entwicklung führt dazu, dass Unternehmen ihren Content zunehmend strategisch in die digitale Customer Journey ihrer eigenen Kundinnen und Kunden integrieren sollten. Dadurch lassen sich passende Inhalte in jede Phase des Einkaufserlebnisses einbinden und flexibel an die Kund*innenbedürfnisse anpassen. Der Aufbau einer Digital-Experience-Plattform kann für Unternehmen zu einem Wettbewerbsvorteil werden. 

SEO Trend: Google Analytics 4

Ende Oktober 2020 stellte Google von Universal Analytics beziehungsweise GA3 auf Google Analytics 4, kurz GA4, um und setzt nun verstärkt auf die Umstellung der vierten Version des Trackingtools. Bei GA4 handelt es sich dabei um mehr als ein Upgrade: Es ist vielmehr eine neue Generation von Google Analytics, die für User*innen einige Veränderungen mit sich bringt. Im Vergleich zu GA3 ist nicht nur das User Interface neu, sondern auch das zugrunde liegende Datenmodell und das Tracking. Letzteres lässt sich in der neuen Version auch ohne Cookies ermöglichen. Zudem können über ein ganzes Tagging-Framework Daten an Google-Dienste wie Google Ads, Campaign Manager oder Search Ads 360 gesendet werden. GA4 erleichtert so den Einbau des Tracking-Codes für alle Google-Produkte, noch präziseres Conversion-Tracking und die Minimierung technischer Fehlerquellen. 

SEO Trend: Mobile First

Immer mehr Nutzerinnen und Nutzer durchsuchen das Web vor allem über ihre Smartphones und Tablets. Schon länger steht die Darstellung im Responsive Design deshalb im Fokus. Google hat schon vor längerem alle Webseiten auf das sogenannte Mobile-First-Indexing umgestellt, sodass die Suchmaschine Inhalte, die ausschließlich auf Desktopgeräten verfügbar sind, ignoriert. Unternehmen sollten ihre Seiten deshalb (sofern nicht schon geschehen) dringend auf das Responsive Design hin überprüfen. Passend dazu spielen auch Deeplinks eine immer größere Rolle. Sie finden in Verbindung mit Apps Verwendung, um von Anzeigen auf die richtigen Zielseiten zu verlinken. Somit verhelfen Deeplinks insbesondere Nutzer*innen von mobilen Endgeräten zu einem schnellen und nutzerfreundlichen Shoppingerlebnis.

SEO Trend: PageSpeed Insights 

Der Google Online-Dienst „PageSpeed Insights“ - ein Tool zur Analyse und Verbesserung für Ladezeiten von Internetpräsenzen - bietet viele neue Informationen über die Ladegeschwindigkeit und zum Lighthouse-Score. Bei „Google Lighthouse“ handelt es sich wiederum um ein Audit-Tool, das die Performance von Websites erhebt. Der Score wird dabei in den Kategorien Performance, Accessibility, Best Practices und SEO errechnet. Zu den Veränderungen in der optimierten Version gehört zum Beispiel, dass nun nicht mehr die Punktzahl der getesteten Seite ganz oben auf der Ergebnisseite steht, sondern der Abschnitt mit den Nutzer*innendaten. Bei der Punktzahl handelt es sich nämlich nur um Labordaten, die keinen direkten Einfluss auf die Rankings haben. Der Bereich mit den Nutzer*innendaten lässt sich hingegen aufklappen, sodass User*innen zusätzliche Details zu den Core Web Vitals sehen. Dazu wird jeweils der Anteil der Aufrufe dargestellt und kategorisiert: grün für Erreichung der empfohlenen Werte, gelb für Werte mit Verbesserungsbedarf und rot für schlechte Leistungen. Zusätzlich gibt es sowohl für die Nutzer*innen- als auch für die Labordaten einen zusätzlichen Abschnitt mit weiteren Informationen zum Erfassungszeitraum, zur Dauer der Besuche oder auch zur Größe der Strichprobe, sodass User*innen die Performance der jeweiligen Seite besser analysieren und verbessern können.

SEO Trend: Free Listing

Bereits seit einiger Zeit hat Google die kostenlosen Shoppinganzeigen international ausgerollt. Doch noch nicht alle Produktanbieter*innen nutzen dieses Tool für ihre Marketingkampagne. Dabei bietet das Free Listing vor allem kleinen Unternehmen mit wenig Marketingbudget Gelegenheit, Werbeanzeigen kostenlos zu platzieren und diese zu testen. Auf diesem Weg werden nämlich verschiedene Produktmerkmale wie Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen teilweise auch in den organisch gelisteten Shoppinganzeigen aufgeführt und Internetnutzer*innen angezeigt.

SEO Trend: Responsive-Suchanzeigen

Marketingmaßnahmen und Online-Tools verändern sich vor allem aufgrund des stetigen Wandels des User-Suchverhaltens. Google gibt beispielsweise an, dass 15 Prozent der täglichen Anfragen ganz neue Suchen darstellen. Online-Marketingkampagnen gilt es deshalb möglichst flexibel zu gestalten. Zudem sollten Unternehmen auf Automatisierung setzen – besonders auf Responsive-Suchanzeigen. Texte in solchen Anzeigen werden ständig angepasst, damit sie Kund*innen immer passende Botschaften präsentieren. Dafür geben Unternehmen einfach mehrere Anzeigentitel und Textzeilen ein, sodass Google Ads im Laufe der Zeit automatisch verschiedene Kombinationen testet und die zielführendsten unter ihnen ermittelt. Seit Juli 2022 unterstützt Google noch die Responsive Search Ads. Erweiterte Textanzeigen sollen dann zwar weiterhin ausgespielt werden, die Möglichkeit zur Erstellung oder Bearbeitung fällt aber weg.

velio: Premium (E-)Bikes refurbished

Das Kölner Start-up velio wurde 2021 von Chris Lenz und Sebastian Hanhues mit der Vision gegründet, das Konzept der Kreislaufwirtschaft in die Fahrradindustrie einzuführen.

Velio wurde im Herbst 2021 von den fahrradbegeisterten Unternehmern Chris Lenz und Sebastian Hanhues gegründet, die reichhaltige Erfahrung im Aufbau und der Skalierung digitaler Geschäftsmodelle mitbringen. Ihre Vision: die Idee der Kreislaufwirtschaft in die Fahrradindustrie einführen. Das Konzept: Die Kölner bereiten die gebrauchten Fahrräder auf – der Basisbestand setzt sich aus ehem. Leasing- und Leihfahrrädern, Testbikes und Ausstellungsstücken zusammen sowie Rädern, die bei Händlern zurückgegeben oder von Privatpersonen verkauft wurden – und verlängert so ihre Laufzeit. Jedes Bike wird im eigenen Meisterbetrieb geprüft, gewartet und eingestellt.

Den ökologischen Reifenabdruck verkleinern

Nach der ressourcenschonenden Instandsetzung sind die (E-)Bikes dann „wie neu“ im velio-Online-Shop erhältlich. Auf diese Weise wird der Produktlebenszyklus verlängert – und der „ökologische Reifenabdruck“ verkleinert. Der Unterschied zwischen erneuert und neu beträgt bis zu 300 Kilogramm CO2.

Und nicht nur das: Auf dem Fahrrad kann jede(r) einzelne gegen die Luftverschmutzung und den Klimawandel anrollen. Das Ziel von velio: Jene 22 Prozent der Treibhausgase zu reduzieren, die auf den Verkehrssektor und Autofahrten zurückgehen – und einen Beitrag zur Rettung unseres Planeten zu leisten.

Global Benefits per Radfahren

Schätzungen zufolge erzeugt Fahrradfahren „global Benefits“ in Höhe von bis zu 150 Milliarden Euro pro Jahr – zumal Effekte, die unter anderem der Umwelt, der Gesundheit der Bevölkerung und dem Verkehrssystem zugutekommen. So liegt der CO2-Ausstoß eines E-Bikes bwpw. zwischen 7 und 7,8 Gramm pro Kilometer, während bei einem Elektroauto der Wert rund 15-mal höher ist. Zudem sorgt ein E-Bike für mehr Flexibilität und mehr Unabhängigkeit im Alltag. Deswegen baut auch velio sein E-Bike-Angebot stetig aus. Oder anders ausgedrückt: Das Start-up verfolgt die Mission, nachhaltige urbane Mobilität für alle zu ermöglichen.

Die Welt der Fahrräder virtuell erschließen

Kund*innen mit refurbished Bikes deutschlandweit innerhalb weniger Werktage kostenlos zu beliefern, ist das eine. Ihnen die Welt der Fahrräder virtuell zu erschließen, das andere. Bei velio beginnt der Service bereits vor dem Kauf – mit nur wenigen Klicks und, wenn gewünscht, vollständig digital und via Smartphone. Zusätzlich wird eine professionelle Kaufberatung via E-Mail oder Telefon angeboten, um auf die individuellen Bedürfnisse eingehen zu können. Optional können alle Bikes gegen Diebstahl, Reparaturen und Verschleiß abgesichert werden.

Nach dem Kauf ermöglicht es der kostenlose Bikemanager durch Features wie dem Bikepass und dem digitalen Scheckheft zur Dokumentation von Reparatur- und Pflegeleistungen, den optimalen Überblick über das Premium-Rad zu erzeugen und den Wiederverkaufswert zu steigern. Denn: Ein velio Bike kann nach der Nutzung je nach Zustand über die Plattform wieder in den Kreislauf zurückgeführt und erneut aufbereitet werden.

Fahrrad als die progressive Alternative zum Auto

Die Zielgruppe ist nach den ersten Erfahrungen der Gründer breit gefächert. Im Zuge der Mobilitätswende zielt velio insbesondere auf den Urban Commuter ab, aber auch für Menschen aus dem Umland sind die Refurbished Bikes interessant. Auch den derzeitigen Boom der E-Bikes spürt das Team von velio deutlich und es lässt sich feststellen, dass inzwischen auch einige junge Menschen auf die elektrische Version des Fahrrads umsteigen und diese nicht mehr nur als Option für die ältere Gesellschaft gesehen wird. Was alle Kund*innen vereint, ist schlussendlich auch das, was das velio-Team zusammengebracht hat und für einen Wandel auf dem Fahrradmarkt kämpfen lässt: Sie stehen hinter dem revolutionären Konzept, freuen sich, etwas für die Umwelt getan zu haben und sehen das Fahrrad als die progressive Alternative zum Auto.

Hospitality-Trends 2023

Die Digitalisierung geht weiter voran: Diese 5 Trends erwartet die Hospitality-Branche im neuen Jahr.

Während im vergangenen Jahr der Fokus in der Hospitality-Branche auf automatisierte Abläufe im Frontend-Bereich und damit für ein besseres Gästeerlebnis gesetzt wurde, blieben die Entwicklungen im Hintergrund weitestgehend auf der Strecke. Das wird sich 2023 ändern.

Neue Verfahren, smarte Tools

Die Digitalisierung schreitet in Deutschland weiter voran – das muss sie auch! Insbesondere junge Generationen setzen auf moderne Arbeitsplätze und werden von veralteten Systemen sowie analogen Strukturen zumeist abgeschreckt. Wer also dem Fachkräftemangel entgegenwirken möchte, muss auf neue Verfahren und smarte Tools setzen. Insbesondere in der Hospitality-Branche gibt es da noch immer viel zu tun. Viele internationale Technologieunternehmen sehen den Bedarf und unterstützen das Gastgewerbe vor Ort mit ihren digitalen Lösungen.

Während im vergangenen Jahr der Fokus jedoch auf automatisierte Abläufe im Frontend-Bereich und damit für ein besseres Gästeerlebnis gesetzt wurde, blieben die Entwicklungen im Hintergrund weitestgehend auf der Strecke. Das wird sich 2023 ändern - hier die wichtigsten Trends für die Hotel- und Gastronomiesparte im kommenden Jahr.

Hospitality-Trend 1: Schluss mit der Zettelwirtschaft – die Digitalisierung des Backoffice

Noch immer scheinen Excel und Notizzettel die beliebteren Hilfsmittel im Backoffice zu sein. Doch immer mehr Gründe sprechen für eine schnelle Digitalisierung und werden diese im kommenden Jahr weiter vorantreiben. Denn mit dem Grundsatzurteil 1 ABR 22/21 vom BAG (Bundesarbeitsgericht) vom 13. September 2022 ist die Arbeitszeiterfassung für Arbeitgeber*innen Pflicht. Sollen also die eigenen Angestellten entlastet werden, muss der Fokus auch in 2023 weiter auf der Optimierung interner Prozesse und speziell der Arbeitszeiterfassung liegen. Moderne Software-Lösungen und Apps sind eine einfache, aber vor allem ortsungebundene Möglichkeit, die Arbeitszeit effizient zu erfassen – egal ob im Betrieb oder im Home-Office. Eine schnelle Freigabe der endgültigen Stunden und fehlerfreie Abrechnungen inklusive. Auch für Personalmanager*innen bietet die Digitalisierung des Backoffice eine zunehmende Entlastung. Sie behalten den Überblick über die jeweiligen Zuständigkeitsbereiche und können effizient Dienstpläne erstellen oder gegebenenfalls Änderungen schnell und transparent eintragen. Zusätzliche Features, wie interne Kommunikationsfunktionen oder die Verknüpfung mit bestehenden Tools bis hin zum Frontdesk-Bereich sorgen zudem für mehr Struktur im Arbeitsalltag. Das spart Zeit und schont personelle Ressourcen.

Hospitality-Trend 2: Modernes Bewerbungsmanagement

Auch in Sachen Recruiting unterstützen digitale Prozesse ungemein. So haben Bewerber*innen zum Beispiel verschiedene Kanäle, über die sie auf die Arbeitgeber*innen zukommen können. Diese unterschiedlichen Portale können dank smarter Lösungen inhouse zu einer zentralen Datenbank zusammenfasst und der komplette Bewerbungsprozess damit effizienter gestaltet werden. Absagen oder die Priorisierung von potenziellen Mitarbeitenden sowie Terminerinnerungen und Onboarding-Prozesse können ebenso automatisiert werden. So kann die Einarbeitung beispielsweise effizienter durch Online-Videos, Web-basierte Trainings oder Mediatheken erfolgen und so wertvolle Ressourcen sparen. Der Ausbau Cloud-basierter HR-Software wird somit im Jahr 2023 im Fokus sein.

Hospitality-Trend 3: Mitarbeitende binden – Zufriedenheit fördern

Während digitale Zeiterfassungs- und Abrechnungsanwendungen schon in einigen Unternehmen zum Arbeitsalltag gehören beziehungsweise verpflichtend sind, bietet die Automatisierung im Bereich Employee Experience noch viel Potenzial. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt und will vor allem kranke Arbeitnehmer*innnen mit der eAU, der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, entlasten. Ab dem 01. Januar 2023 sind die Krankenkassen zur digitalen Weiterleitung der Krankmeldung an die Arbeitgeber*innen verpflichtet. Außerdem sollen personalisierte Performance Dashboards, die den Fortschritt von Mitarbeitenden transparent sowie jederzeit abrufbar darlegen, zur Bindung und Weiterentwicklung von Angestellten beitragen. Mittels intuitiver Tools kann dann eine stärkere Feedback-Kultur gelebt und die eigene Leistung in messbaren Zielen festgehalten werden. Schlussendlich steigt die Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeitenden nachhaltig, wenn Arbeitgeber*innen ein gut strukturiertes und organisiertes Arbeitsumfeld bieten.

Hospitality-Trend 4: Automatisierung des Frontoffice

Obwohl im Bereich der Kundenzufriedenheit bereits viel geschehen ist, wird 2023 auch die Digitalisierung des Frontoffice noch weiter vorangetrieben. Voice- sowie Chatbots können beispielsweise zunehmend für Bestellungen oder Reservierungen eingesetzt werden, um so auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken zu können. Während das Personal durch die künstliche Intelligenz entlastet und anderweitig eingesetzt werden kann, wird gleichzeitig schneller auf die Bedürfnisse der Gäste reagiert. Zudem wird auch das Bestandsmanagement dank digitaler Kassensysteme effizienter. Durch automatisierte Sortimentsprüfungen können Warenbestellungen dann schnell und direkt bis zum angebundenen Lieferanten weitergeleitet werden.

Hospitality-Trend 5: Waste-Management dank smarter Tools

Durch die Nutzung von Recycling- oder Foodwaste-Software wird auch die Nachhaltigkeit der Unternehmen zunehmend digitaler werden. Entsprechende Tools können zum Beispiel Warenbestände erfassen und weggeworfene Gegenstände ermitteln. Künstliche Intelligenz kann Abfallbereiche identifizieren und quantifizieren. Gerade in der Gastronomie und Hotelküche können so Prozesse optimiert werden. Lebensmittel werden reduziert und bares Geld gespart.

Fazit

Vorhandenes Personal kann mithilfe von smart eingesetzten Tools entlastet und effizient eingesetzt werden. Auch die Betreuung der Gäste wird durch die zunehmende Digitalisierung vereinfacht und die sogenannte Customer Experience weiter ausgebaut. Eine digitalisierte Branche ist somit greifbar und könnte den vielbeschäftigten Gastronom*innen und Hotelbetreiber*innen sowie ihren Angestellten 2023 den Arbeitsalltag erleichtern, wenn sie sich aktiv dafür entscheiden.

Der Autor Michael Scheiblich ist Lead Customer Success DACH der Personalplanungssoftware Planday

Technologie als Motor der Bildung

Der EdTech-Markt bietet großes Wachstumspotenzial. Gastbeitrag von Tobias Lampe, Leiter der Studienkreis Online-Nachhilfe.

30 Prozent weniger Gründungen – laut einer Analyse des Venture-Capital-Unternehmens Morphais VC wurden im 3. Quartal deutlich weniger Start-ups in Deutschland gegründet als im Vorjahr. Zahlen wie diese zeigen, dass die Start-up-Welt unter der konjunkturellen Entwicklung leidet. Insbesondere die Angst vor der Rezession schreckt Gründungswillige davon ab, ihre Business-Ideen auf den Markt zu bringen. Und das, obwohl für junge Unternehmen noch Kapital vorhanden ist. Insbesondere der Bildungsmarkt verspricht Wachstum und großes Potenzial für technologische Entwicklungen, denn in Deutschland gibt es noch enormen Nachholbedarf. Verwirklicht sich jetzt der Traum vom Milliardengeschäft EdTech-Markt?

Mehr Risikokapital: Wachstumspotenzial für EdTech-Unternehmen steigt

Nach dem Boom der vergangenen Jahre scheint die Start-up-Szene in eine neue Phase zu kommen: Wagniskapitalgeber schauen genauer hin, worin sie ihr Geld investieren, mit welcher Bewertung sie einsteigen und wo noch besonders großes Wachstumspotenzial besteht. Der European EdTech Funding Report 2022 zeigt, dass insbesondere der EdTech-Markt die Wachstumsfantasien der Investor:innen beflügelt. Allein im ersten Halbjahr wurden knapp 1.4 Milliarden Euro in EdTech-Unternehmen aus Europa investiert. Das sind knapp 40 Prozent mehr als im Vorjahr.

Einige erfolgreiche Unicorns, die mit einer Milliarde oder mehr Dollar bewertet werden, hat die Branche bereits hervorgebracht. Dazu zählen unter anderem BetterUp, GoStudent oder Coursera. Die erfolgreichsten Tech-Unternehmen im Bildungsbereich kommen vor allem aus den USA und Asien. Auf dem deutschen und europäischen Markt hingegen findet sich nur eine Handvoll vielversprechender Vorreiter. Problematisch ist dieser Status quo, da der deutsche Bildungsbereich bereits seit Jahren mit der Digitalisierung hinterherhinkt. Dazu kommt noch der Fachkräftemangel an Schulen und ein immer wieder schwerfälliger Bildungsföderalismus. Diese Herausforderungen können nur erfolgreich bewältigt werden, wenn sich die deutsche Bildungslandschaft stärker gegenüber innovativen Technologien öffnet und auch bei uns der EdTech-Markt ordentlich aufblühen kann.

Erschwertes Gründungsumfeld für EdTechs auf dem deutschen Markt

Sascha Lobo, Experte auf dem Gebiet der digitalen Medien, brachte es kürzlich im Gespräch mit Markus Lanz gut auf den Punkt: „Die Ausstattung der Schulen gehört ins Museum.“ Während das Smartphone, Tablet und Lernvideos auf YouTube in der Freizeit der Schüler*innen eine Selbstverständlichkeit sind, scheint im Schulunterricht die Zeit stehen geblieben zu sein. Der Aufholbedarf in Sachen Digitalisierung ist groß, gleichzeitig stehen deutschlandweit etliche Start-ups in den Startlöchern, um die Bildungslandschaft zu optimieren. Warum hat dann noch kein deutsches Edtech ordentlich abgesahnt? Nachfrage muss es ja im bevölkerungsstärksten Land Europas zur Genüge geben.

Die größte Herausforderung für EdTechs auf dem deutschen Markt ist die Einstellung gegenüber der Digitalisierung. Oft heißt es: „Früher hat doch auch die Kreidetafel und das dicke Mathebuch gereicht“ oder „Kinder sind in ihrer Freizeit nur am Handy, das muss ja nicht auch noch in der Schule sein“. Besonders im Bildungsmarkt fehlt es an Offenheit gegenüber Technologien, wodurch wertvolle Chancen ungenutzt bleiben. Erschwerend kommt für EdTech-Unternehmen die deutsche Bürokratie hinzu, denn der Bildungsmarkt ist stark reguliert. Das verlangsamt nicht nur die Digitalisierung an Schulen, sondern erschwert auch die Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen und den EdTech-Unternehmen. Schulleitungen haben zum Beispiel kaum Gestaltungsspielraum bei ihrem Unterricht, können also nicht selbstständig digitale Tools in ihren Unterricht einführen, auch wenn sie den Bedarf sehen.

Ausblick: Schulen als Vorbild

Unsere Schulen könnten ein Vorbild sein, wie sich Bildung und Technologie optimal ergänzen. Doch was es dafür braucht, ist ein hohes Maß an Bereitschaft aller Beteiligten. Auch ein Wandel in der Wahrnehmung neuer Bildungstechnologien durch die deutsche Gesellschaft ist dafür notwendig. Sie ist lange nicht so aufgeschlossen wie in anderen Ländern. Wir sind es gewohnt, dass Bildung aus staatlicher Hand kommt und nicht zusätzlich kostet. Aber oftmals kann das öffentliche Bildungswesen nicht auf den individuellen Bedarf einzelner Schüler*innen eingehen. So kann Online-Nachhilfe zum Beispiel den Schulunterricht optimal ergänzen: Sie ist zeitlich flexibler, ortsunabhängig, individualisierbar und steigert zudem die Digitalkompetenz junger Menschen. Das Mindset muss sich ändern, denn wir brauchen Technologie und somit mehr Start-ups für unser Bildungssystem.

Der Autor Tobias Lampe ist Leiter der Studienkreis Online-Nachhilfe, Deutschlands führendem Anbieter für individualisierte Online-Lernförderung. Die Studienkreis Online-Nachhilfe wurde 2011 in Köln gegründet.

KI-Trends 2023

Die nachhaltige Nutzbarkeit von Informationen steht im Zentrum der Trends rund um die Nutzung von künstlicher Intelligenz.

Angesichts der aktuellen Herausforderungen wie Inflation gibt es kaum ein Thema, welches für Unternehmen in den letzten Monaten mehr an Bedeutung gewonnen hat als der Bereich Nachhaltigkeit. Dabei geht es nicht nur darum, die ökologische, ökonomische und soziale Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft sicherzustellen und zu optimieren, vielmehr geht es auch um einen nachhaltigeren und bewussteren Umgang mit Daten, Information und Wissen. Nur so können Unternehmen effektiver wirtschaften, innovieren und arbeiten. Im Folgenden haben wir die fünf wichtigsten Trends im Bereich kKünstliche Intelligenz für das Jahr 2023 zusammengefasst.

KI-Trend 1: Fachbereiche werden wertvolle Impulse liefern

Die Relevanz von Fachabteilungen hat seit der Corona-Krise deutlich zugenommen. So sehen 83 Prozent der befragten Unternehmen einer aktuellen Lünendonk-Studie zufolge, einzelne Business Units als Treiber für die digitale Transformation, welche immer stärker entlang der Wertschöpfungskette stattfindet. Moderne Fachabteilungen benötigen zunehmend individuelle Lösungen für ihre speziellen Anwendungsfälle im Geschäftsalltag, wie etwa im Angebotsmanagement oder der Kundenbetreuung, um ihren Beitrag für das Business optimal leisten zu können. Dies ist nachhaltig umsetzbar, wenn die IT mit in die Fachbereiche einbezogen wird und die Fachabteilungen digitalisiert werden.

KI-Trend 2: Die Bedeutung von Explainable AI und Adaptive AI nimmt zu

Viele Unternehmen erkennen die Vorteile von Artificial Intelligence (AI) an, wie eine aktuelle Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt. Zehn Prozent der befragten Betriebe wollen 2023 in die Technologie investieren. Als ein möglicher Bremser für den Einsatz nennen 49 Prozent die Sorge über die mangelnde Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse. Genau hier setzt „Explainable AI“ an. So sorgt die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen von AI-Anwendungen für mehr Vertrauen in die Systeme und Akzeptanz auf der User-Seite. Gleichzeitig rückt der konkrete Nutzen von AI in den Vordergrund (Adaptive AI). AI-Modelle werden in Zukunft viel stärker als bisher in spezifischen Use Cases Anwendung finden, um die Performance ihrer intelligenten Systeme gegenüber den Mitbewerber*innen zu steigern. Wichtig ist dabei, dass die AI-Systeme sich selbstständig an sich verändernde Situationen und Rahmenbedingungen anpassen, um nachhaltig zu arbeiten.

KI-Trend 3: Intelligent Document Processing wird zu Intelligent Information Processing

Die intelligente Dokumentenverarbeitung der nächsten Generation fokussiert sich noch stärker als bisher auf die in den Dokumenten verfügbaren Informationen – seien es Personennamen oder Auftragsnummern in Texten. Die entsprechenden Lösungen nutzen KI, Deep beziehungsweise Machine Learning, Natural Language Processing (NLP) und andere Methoden, um aus unstrukturierten Quellen wie schriftliche Dokumente oder Bildern mithilfe automatisierter Workflows gewünschte Informationen zu extrahieren, zu kategorisieren und den betroffenen Abteilungen zuzuordnen.

KI-Trend 4: Sentiment Analysis zur Relevanzbewertung von Informationen

Die Sentiment Analysis zielt darauf ab, die Flut an unstrukturierten Daten effizient und nachhaltig in den Griff zu bekommen. Dabei liegt der Fokus auf dem Ton und der Stimmung einer Information. Es geht darum, die Relevanz von Mitteilungen oder Statements mithilfe von KI, Machine Learning & Co. automatisiert zu priorisieren. Anwendungsbereiche sind beispielsweise Ticketing-Systeme, Online-Reviews, Brand Monitoring und Mergers and Acquisitions (M&A), wo das aktuelle Image von möglichen Übernahmekandidaten geprüft werden soll.

KI-Trend 5: Die Zukunft der Unternehmen ist nachhaltiges Arbeiten

Laut „Top Strategic Technology Trends 2023“ von Gartner bilden nachhaltige Technologien ein Framework von Lösungen, um Energie- und Materialeffizienz von IT-Diensten zu erhöhen, was zu einer Nachhaltigkeit des Unternehmens verhilft und dazu führen kann, die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens zu erreichen. Investitionen in nachhaltige Technologien haben auch das Potenzial, die betriebliche Widerstandsfähigkeit sowie die finanzielle Leistung zu verbessern und gleichzeitig neue Wachstumsmöglichkeiten zu eröffnen. Gartner prognostiziert, dass bis 2050 50 Prozent der Leistungskennzahlen der CIOs an die Nachhaltigkeit der IT-Organisation gebunden seien werden.

Fazit

Alles in allem geht es 2023 vor allem um eine noch effizientere Verarbeitung von Informationen und ihre langfristige Nutzbarkeit. Moderne Insight Engines, die eine Vielzahl an Datenquellen unter einem Dach vereinen, Informationen verdichten sowie punktgenau für den jeweiligen Anwendungsfall maßgeschneidert abliefern, unterstützen Unternehmen dabei, effizienter, erfolgreicher und nachhaltiger zu agieren. Die vollständige Version der Trends 2023 findest du hier zum Download.

Der Autor Daniel Fallmann ist Gründer und Geschäftsführer der Mindbreeze GmbH

Die 7 top E-Mail-Design-Trends 2023

Die größten E-Mail-Design-Trends 2023, gesammelt von den 99designs-Expert*innen.

Die E-Mail-Trends 2023 sind in unserem Posteingang gelandet und dieses Jahr ist ihre Botschaft unmissverständlich: 2023 dreht sich alles darum, zu zeigen, statt zu erzählen. Wir sehen, wie Grafiken in den Mittelpunkt des E-Mail-Designs rücken, mit Produktfotos, die auf der Seite schweben, Farben, die ein größeres Risiko eingehen, und Animationen, die ins Scheinwerferlicht drängen.

Auch wenn es zum Teil natürlich darum geht, Aufmerksamkeit zu erregen, könnten diese Trends auch ein Zeichen dafür sein, dass die Menschen sich mehr nach Unterhaltung sehnen als nach kalten, harten Fakten. Nach Jahren der Pandemie und Wirtschaftskrise sind diese E-Mail-Design-Trends eine Reaktion auf die aktuelle Zeit. Sie zeigen eine kollektive Sehnsucht nach Rebellion und ein Verlangen nach Freiheit.

Doch das Gute ist, dass sich E-Mails heutzutage nicht mehr so ernst nehmen müssen und so zu einem Vehikel für Eskapismus und sogar hoffnungsvollen Optimismus werden können. In jedem Fall werden die folgenden E-Mail-Design-Trends 2023 zu einem echten Hingucker in unseren Posteingängen.

E-Mail-Design-Trend 1: Schwebende Produkte

Angesichts der Tatsache, dass (an einem guten Tag) weniger als 20 % aller E-Mails überhaupt geöffnet werden – ganz zu schweigen gelesen – tragen Bilder die Verantwortung, sofortige Aufmerksamkeit zu erregen und zu erklären, worum es bei einem Produkt geht. Damit diese Bilder noch mehr Wirkung erzielen, setzen Designer und Designerinnen auf Produktfotos, die in der Luft zu schweben scheinen.

Dieser Stil ist ein todsicherer Weg, das Produktfoto zum wichtigsten Inhalt der Mail zu – das Bild ist nicht nur groß, sondern beinahe transzendent und schwebt über den irdischen Anliegen des Rests der E-Mail. Auch wenn diese Produkte unmöglich schweben können, vermitteln sie ein Gefühl von dreidimensionaler Realität. Sie zeigen, wie das Produkt tatsächlich aussehen könnte, und wirken so real, dass die Menschen das Gefühl haben, sie könnten durch den Bildschirm hindurchgreifen und es anfassen. All das trägt zum Verkaufsabschluss bei.

Online-Marketing-Trends 2023

So gelingt ein ganzheitlich-nachhaltiges Online-Marketing im Jahr 2023.

Ökologisch, ökonomisch und sozial. Auf diesen drei Eckpfeilern beruht Nachhaltigkeit, ein Thema, das heute in aller Munde ist. Dabei mag es vielleicht überraschen, dass Online-Marketing, so wie es meist betrieben wird, diesen Kriterien gar nicht entspricht. Was viele z.B. nicht wissen: Das Internet hat einen enormen Stromverbrauch und verursacht genauso viel CO2-Emissionen wie die Luftfahrtindustrie. Es reicht also nicht aus, ein papierloses Office zu betreiben und die Werbekampagne von Print auf Online umzustellen. Zu einem ganzheitlich ausgerichteten nachhaltigen Online-Marketing, das Unternehmen nicht nur erhöhte Medienaufmerksamkeit schenkt, sondern allen Aspekten der Nachhaltigkeit – ökologisch, ökonomisch und sozial – glaubhaft gerecht wird, gehört ein wenig mehr.

Im Folgenden erläutern wir, an welchen drei einfachen Stellschrauben jede(r) Unternehmer*in drehen sollte, um erste wichtige Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit im Online-Marketing zu gehen, von denen Unternehmen, Umwelt und auch Kund*innen profitieren.

Ökologischer Aspekt: Optimiere deine Website für einen geringeren Stromverbrauch

Der Energiebedarf des Webs ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und beträgt heute in etwa zwei Prozent des weltweiten Verbrauchs. Immer größer werdende Websites, mit schicken Bildern und emotionalen Videos, tragen hierzu einen erheblichen Teil bei, denn je größer und schwerer eine Website ist, desto mehr Strom benötigt sie. Für einen geringeren ökologischen Fußabdruck sollten Unternehmen daher auf ein schlankes Webdesign mit reduzierten Daten achten. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann zudem auf eine klimaneutrale Website setzen. Dabei wird der Energiebedarf des Internetauftritts berechnet und durch ein gewähltes Klimaschutzprojekt gleich wieder ausgeglichen.

Natürlich gibt es neben einer klimaneutralen Website auch andere Mittel und Wege um Unternehmen ökologischer zu gestalten. Anstatt unternehmenseigene Server zu betreiben, können Unternehmen beispielsweise auf Cloud-Hosting setzen und bei der Beschaffung von Hardware sollte der benötigte Strombedarf ein Kaufkriterium sein. Auch das Ermöglichen von Home Office schont, durch geringeren Pendler*innenverkehr, die Umwelt.

Sozialer Aspekt: Respektiere die Privatsphäre deiner User*innen

Tracking-Tools wie Google Analytics kommen auf fast jeder Website zum Einsatz und sollen Unternehmen wertvolle Daten über das Verhalten deiner Besucher*innen, für personalisierte Werbemaßnahmen, liefern. Eine unglaubliche Masse an Informationen, die da zusammenkommt und den Energieverbrauch des Internets und Datenumfang einer Website erhöht. Dabei werden am Ende nicht mal mehr alle Daten genutzt oder falsche Schlüsse aus ihnen gezogen. Nachhaltig und sozialverträglich sieht anders aus.

Verringere daher deine invasiven Tracking-Methoden, mit denen du in die Privatsphäre deiner Nutzer*innen eindringst, und überlege stattdessen im Vorfeld genau, welche Daten du wirklich benötigst. Achte auch darauf, dass deine Cookie-Hinweise datenschutzrechtskonform sind. So bist du rechtlich auf der sicheren Seite, erhöhst die Nutzer*innenfreundlichkeit und wirst gleichzeitig dem sozialen Nachhaltigkeitsaspekt gerecht.

Ökonomischer Aspekt: In nachhaltige Kund*innenbeziehungen investieren

Es kommt nicht nur häufig vor, dass über Tracking-Tools gesammelte User*innen-Daten falsch interpretiert werden, sie sorgen zudem nicht selten dafür, dass die Effektivität von Werbeanzeigen systematisch überschätzt wird. Unternehmer*innen sollten daher immer wieder neu überdenken, wie viel Budget sie zu welchem Zeitpunkt für Anzeigen ausgeben, denn es gibt langfristigere und vor allem nachhaltigere Methoden, um auf sich aufmerksam zu machen:

  • Kundenbeziehungen stärken: Kommentiere Blogbeiträge, seie in relevanten Facebook-LinkedIn-Gruppen aktiv, beantworte Fragen im Social Web und besuche Branchenveranstaltungen.
  • Content mit Mehrwert produzieren: Investiere in die Erstellung von einzigartigem Content, der deinen Kund*innen einen Mehrwert liefert.
  • SEO nutzen: Optimiere deine Website und setze auf Suchmaschinenoptimierung für ein besseres Ranking.

Nicht auf den schnellen Effekt setzen

Natürlich wirst du bei einem nachhaltigen Vorgehen nicht den schnellen Erfolg sehen, den du vielleicht aus Google Ads-Kampagnen gewohnt bist. Dafür wirst du langfristig mit effektiveren und authentischen Werbemaßnahmen belohnt, die durch enge Kund*innenbindungen auch wirken. Nicht nur dein Werbebudget wird es dir danken, das gute Gefühl, das du erhältst, wenn du dein Online-Marketing nachhaltig gestaltest, bekommst du ganz automatisch und vor allem kostenlos dazu. Natürlich kannst du klassische Werbung weiterhin und ergänzend einsetzen. Die richtige Mischung zur richtigen Zeit macht’s.

REFLEX Aerospace: Highspeed für den Orbit

Neun Monate statt aktuell mehrere Jahre: Alexander Genzel, Walter Ballheimer und Chris Lindener, die Gründer des New-Space-Start-ups REFLEX Aerospace, arbeiten am Quantensprung in Sachen Entwicklung und Produktion von Satelliten.

Um unsere Welt kreisen derzeit rund 8000 aktive Satelliten, und es werden immer mehr. Schätzungen zufolge könnten es in einigen Jahren schon über 100.000 sein. Als Infrastruktur für Kommunikation gewinnen sie rapide an Bedeutung, und durch neue, leistungsfähigere Sensoren ergeben sich immer neue Einsatzfelder. Satelliten sind Gegenstand der Geopolitik und strategischer Faktor für Unternehmen wie Staaten. Der Angriff Russlands auf die Ukraine beispielsweise begann mit einer Cyberattacke auf das Satellitennetzwerk

KA-SAT, das Highspeed-Internet für Europa und den Mittelmeerraum liefert. Nicht nur die Ukraine, sondern mehrere EU-Mitgliedstaaten waren betroffen. Als kurzfristige Alternative stellte Elon Musk das private Satellitensystem Starlink bereit. Das Ereignis rückte die Bedeutung von Satelliten für die innere und äußere Sicherheit in den Blick der Öffentlichkeit.

Weil Europa im All weitgehend von den USA abhängig ist, entwickelt man derzeit in Brüssel, zusammen mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft, ein europäisches System für Satelliteninternet. Ziel ist dabei die strategische Souveränität im All. Von der Erkenntnis, dass es sich bei Satelliten um kritische, angreifbare Infrastruktur handelt, zeugen auch Initiativen wie die Gründung des Responsive Space Centers im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR. Dieses soll Lösungen entwickeln, um Satelliten bei Bedarf auch kurzfristig in den Orbit zu bringen.

Entwicklungs- und Produktionszyklen beschleunigen

Die größte Herausforderung dabei sind die branchentypischen Entwicklungs- und Produktionszeiten. Einen komplexen Satelliten herzustellen, dauert im Schnitt vier bis fünf Jahre, die Nutzungsdauer beträgt zwischen zehn und 15 Jahren. „Diese Zyklen sind nicht mehr zeitgemäß“, sagt Walter Ballheimer, Gründer, CEO und CTO der Reflex Aerospace GmbH aus Berlin und München: „Viele Satelliten hängen dem technischen Fortschritt, etwa bei Elektronik und Halbleitern, um Jahre hinterher und sind bereits beim Start veraltet.“ Zudem sei es kaum möglich, Störungen zu beheben oder einen ausgefallenen Satelliten zu ersetzen. „Für die heutigen Anforderungen brauchen wir schlanke, leistungsfähige Systeme, die genau auf den Kundenbedarf zugeschnitten sind, und die vor allem schnell geliefert werden.“ Mit seinem Team will er die Entwicklung und die Produktion der Erdtrabanten revolutionieren. Neun Monate bis zur Lieferung sind das Ziel; drei Monate für die Entwicklung, drei für die Produktion und drei für Tests – gemessen an den heutigen Zyklen wäre das ein Quantensprung.

Satelliten im Mini-Kleinwagen-Format

Die einschlägige Erfahrung bringt Walter mit. Nachdem er an der TU Berlin Luft- und Raumfahrttechnik studiert und eine Promotion begonnen hatte, gründete er 2014 aus der Forschung heraus German Orbital Systems, den ersten kommerziellen Nanosatellitenhersteller in Deutschland. Sein Fokus lag auf Satelliten in der Größe eines Schuhkartons, doch im Jahr 2020 schien das Potenzial ausgereizt. „Nanosatelliten haben ein begrenztes Nutzungsspektrum“, so Walter, „es sind einfache Produkte, die in Deutschland kaum wettbewerbsfähig produzierbar sind.“ Bei den schweren, komplexen Satelliten wiederum dominierten eine Handvoll großer Anbieter wie Airbus, Lockheed Martin und Northrop Grumman. „Der für uns spannendste Markt liegt in der Mitte“, sagt Walter. 2021 gründete er Reflex Aerospace und entwickelt seitdem mittelgroße, aber leistungsfähige Satelliten, etwa im Format eines Mini-Kleinwagens, bis zu 500 kg schwer. Sie sollen die neuesten Sensoren tragen, hohe Datenraten für die Kommunikation liefern und den Aufbau von dezidierten Satellitennetzwerken ermöglichen.

Drei Spezialisten für Luft- und Raumfahrt

Zum Kernteam zählen außerdem Alexander Genzel, der schon bei der Gründung an Bord war, und Christian Lindener, der wenig später als Co-Gründer dazustieß. Christian ist mit der Raumfahrtbranche bestens vertraut und ein profilierter Experte für Tech-Start-ups. In Brasilien geboren und in Mexico aufgewachsen, studierte er zunächst in den USA und in Spanien, bevor er das Studium der Internationalen Betriebswirtschaftslehre in Innsbruck abschloss. Er arbeitete u.a. für Wayra Germany, die Risikokapitalgesellschaft der spanischen Telefonica, wo er Start-ups auf die Integration in das Konzernportfolio vorbereitete. 2019 wechselte er zu Airbus, leitete dort das ­Innovationsmanagement Airbus Scale und steuerte das externe Firmengründungsprogramm. Durch die Erfahrung in großen Konzernen ist Christian Experte für die Beziehungen zu potenziellen strategischen Partnern wie etwa BMW und Porsche. Derzeit liegen seine Schwerpunkte in den Bereichen Finanzierung und Fundraising. „Noch vor zehn Jahren hätte man kein Venture Capital für Satelliten bekommen. Doch jetzt, da jeder das Potenzial sieht, ist das kein Problem“, so Christian.

Bislang wurde Reflex Aerospace maßgeblich durch Alpine Space Ventures finanziert, hinter denen Bülent Altan steht. Der frühere SpaceX-Ingenieur und Chef des Münchner Laserspezialisten Mynaric ist einer der profiliertesten Köpfe in der europäischen New-Space-Szene. Derzeit arbeitet das Team an der Seed-Finanzierung, zehn bis zwölf Mio. Euro sind angepeilt. Alexander Genzel ist mit 23 Jahren der jüngste Co-Founder. Nach dem Studium der Luft- und Raumfahrttechnik in München und Denver arbeitete er als Forschungsleiter im Bereich Raumfahrtechnik an der Universität der Bundeswehr. „Komplette Projekte von der Entwicklung bis zum fertigen System im All zu begleiten, hat mich schon immer fasziniert“, sagt Alexander. Durch seinen Hintergrund bringt er im Team auch den Blickwinkel der Verteidigung und Sicherheit mit an den Tisch.

Mehr private Satellitennetzwerke

Bald sollen die ersten kommerziellen Verträge geschlossen werden. Als künftige Kunden sieht Alexander Unternehmen, die bereits Satelliten einsetzen, wie z.B. Telekommunikationsunternehmen und Betreibergesellschaften. „Eine weitere wichtige Zielgruppe sind Start-ups, die auf Satelliten setzen, wie z.B. ICEYE, die mit kleinen Radarsatelliten zielgenaue und unterbrechungsfreie Überwachungsdienstleistungen anbieten.“ Durch neue Sensoren, z.B. für hyperspektrale Daten oder im Bereich des CO-Imaging, entstehen neue mögliche Anwendungsfelder und Geschäftsideen. „Diese Start-ups begleiten wir von der Entwicklung ihrer Satelliten, über die Produktion bis hin zur Auslieferung“, sagt Walter. So könne ein Gründerteam sich voll auf die Entwicklung der eigentlichen Anwendung konzentrieren und die Zeit bis zum Markteintritt beschleunigen. Die dritte große Kundenkategorie sind Firmen, die satellitengestützte Dienste nutzen, aber noch keine eigenen Satelliten einsetzen, wie z.B. Reedereien und Automobilhersteller. „Dass ein europäischer Automobilhersteller Satelliten von Firmen wie SpaceX, die bereits direkt mit konkurrierenden Autobauern verbunden sind, nutzt, ist fraglich“, sagt Christian. Mit günstigeren und leistungsfähigeren Satelliten werden eigene Netzwerke im Orbit zunehmend zu einer Option für große Unternehmen oder Konsortien. „Noch werden die meisten Satelliten durch separate Gesellschaften betrieben“, sagt Christian, „doch künftig wird es mehr vertikale Modelle geben, bei denen die Nutzer auch die Eigentümer sind.“

Europa entwickelt Infrastruktur im All

Das Beispiel Ukraine zeige, dass sich die kommerzielle Raumfahrt zum Mittel militärischen Handelns entwickelt, so Alexander: „Kritische Infrastruktur ist in Auseinandersetzungen immer ein Angriffsziel, und im Ernstfall muss man handlungsfähig sein.“ Europa habe eine gute industrielle Basis und Forschungseinrichtungen, doch die Zeit dränge: „Wir brauchen bei unseren Raumfahrtprogrammen mehr Ambitionen und innovative, neuartige Lösungen für kosteneffektive und resiliente Infrastruktur im All.“ Reflex Aerospace könnte ein zentraler Baustein solch einer Lösung sein. Die EU möchte ab 2024 ein Netzwerk aus hunderten Satelliten auf den Weg bringen, um souveräne Kapazitäten für Kommunikation, autonome Mobilität, Internet of Things sowie für militärische und humanitäre Initiativen bereitzustellen. Sechs Mrd. Euro sind dafür bislang eingeplant, die Ausschreibung läuft. „Richtig umgesetzt, auch mit Beteiligung innovativer Start-ups, kann das Europas technologische Unabhängigkeitserklärung im All werden“, so Walter. Zusammen mit dem Unternehmen Mynaric, einem Spezialisten für Datenübertragung per Laser, Isar Aerospace, einem Startdienstanbieter für kleine und mittlere Satelliten vertritt Reflex Aerospace das Konsortium UNIO. Zuvor hatte Reflex schon mit einem Dutzend kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der europäischen Raumfahrt im Auftrag der Europäischen Kommission eine Machbarkeitsstudie für das Konstellationsprojekt erstellt. Damit treten sie gegen etablierte, politisch bestens vernetzte Player an. Doch bei UNIO ist man zuversichtlich, dass man mit günstigeren Kosten und schnelleren Zyklen, Stärken in die Waagschale wirft, die nicht ignoriert werden können. Die Gesellschaft, die sich um Teile des europäischen Großprojekts bewerben soll, ist bereits gegründet.

Reflex Aerospace mit Konsortium im Rennen

„Bei der Ausschreibung werden Unterschiede zwischen EU und USA deutlich“, sagt Walter. Für die Umsetzung favorisiere die EU ein Public Private Partnership, bei dem sie an der Entwicklungsgesellschaft beteiligt wäre. „Das Problem ist, dass so eine Konstellation alle fünf Jahre erneuert werden muss“, meint Walter, der darin auch ein Risiko für die Auftraggeber sieht. Falls die Industrie aus dem Projekt aussteige oder die Preise erhöhen wolle, stecke die EU in der Zwickmühle, die Umsetzung werde gefährdet. „Wir vertreten den Standpunkt, dass nur ein kommerziell getriebener Ansatz erfolgreich sein wird“, so Walter, „mit einem Lastenheft der EU, einer Abnahme­garantie und einer Vergabe des Auftrags an mehrere Firmen, um nicht von einem Anbieter abhängig zu sein.“ Das Modell aus den USA, mit der Space Development Agency SDA und einem losen Netzwerk mehrerer im Wettbewerb stehender Firmen, sei effektiv und langfristig das Beste für das Ökosystem. Die Machbarkeitsstudie hat UNIO eingereicht, nun liegt der Ball bei der Europäischen Kommission. Läuft alles nach Plan, erhält UNIO in Kürze das Request for Proposal. Das wäre ein wichtiger Schritt hin zum eigentlichen Auftrag. „An der Vorbereitung dieser Studie haben wir intensiv gearbeitet“, so Walter, „wir gehen gut vorbereitet ins Rennen. Gleichzeitig freuen wir uns, dass wir unsere ganze Energie jetzt wieder in die Entwicklung stecken können.“

Micro Factories mit 3D-Druck, Algorithmen und KI

Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, gilt es, den Produktionsprozess zu beschleunigen. Während andere Hersteller*innen nach dem Fließbandprinzip fertigen, gehen Walter und sein Team neue Wege. „Wir setzen auf modulare Fabriken, ausgelegt auf kleine Stückzahlen. Mit dem Ansatz der Micro Factory lässt sich jedes Mal ein anderer Satellit bauen. Zudem kann man sie überall auf der Welt errichten, z.B. in der Nähe von Startplätzen. Und auch in den einzelnen Fertigungsschritten steckt Innovation. Die Satelliten werden aus sehr wenigen Einzelteilen entstehen. „Durch 3D-Druck haben wir ganz neue Möglichkeiten für die Gestaltung und Fertigung des Rahmens“, sagt Walter. Das Design der Strukturen, die auf die individuellen Anforderungen angepasst werden müssen, übernehmen generative Algorithmen. Auf Basis der Eingangsparameter errechnet die KI den optimalen Aufbau, um alle Komponenten zu integrieren. Im ersten Schritt soll eine Micro Factory im Münchner Umland entstehen. Mit einem exzellenten Cluster aus Industrie sowie Forschung und einer hohen Dichte geeigneter Wagniskapitalgeber*innen ist die bayerische Landeshauptstadt einer der Hotspots im Bereich New Space.

Gesucht: geeignete Mitarbeitende

Geeignetes Personal zu finden, sei immer eine Herausforderung, sagt Walter, doch auch für die stark umworbenen Absolvent*innen technischer Universitäten sei die Arbeit in einem Space-Start-up zunehmend eine Perspektive. In der Regel setzt er auf Mitarbeitende, die mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung mitbringen. „Bei uns arbeiten Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen, wie z.B. Entwickler elektronischer Musikinstrumente“, so Walter, „und wir profitieren von diesem fachlichen und kulturellen Mix.“ Das Team umfasst 22 Mitarbeitende, Ende des Jahres könnten es schon 40 sein. Aktuell werden Ingenieur*innen und Produktentwickler*innen gesucht, 2023 sollen die Mitarbeitenden für den Aufbau der Produktion folgen.

Spannung vor dem Start

Der Planungshorizont ist in den vergangenen Monaten länger geworden. „Mit der Energiekrise, Verwerfungen an den Kapitalmärkten und der angespannten geopolitischen Situation haben wir eine komplexe Lage“, sagt Alexander, „und wir als Satelliten-Start-up sind mittendrin.“ Längere Lieferzeiten und unterbrochene Lieferketten werden bereits eingeplant. „Für ein Start-up denken wir schon in sehr langen Zeiträumen“, sagt Walter, „und durch gute Vorbereitung und ein super Team werden wir auch eine Krise meistern.“ Nun will das Team den Beweis antreten, dass sein Ansatz funktioniert. Im Jahr 2024 sollen die ersten Demo-Satelliten von Reflex Aerospace im Einsatz sein. Denn zu den schönsten Momenten, so die einhellige Meinung im Team, zählt nunmal der Start des ersten selbst entwickelten Satelliten ins All.

 

Ei, Ei, Ei, Neggst

Die Ei-Revolution: Verónica García-Arteaga und ihr Co-Founder Dr. Patrick Deufel haben eine kompromisslose Alter­native zum Hühnerei erforscht und mit Neggst Realität werden lassen.

Vegetarische und vegane Ernährung liegen im Trend. Während der Konsum tierischer Produkte in vielen Industrieländern sinkt, wächst der Markt für pflanzliche Alternativen. Eine der am schnellsten wachsenden Kategorien sind vegane Ei-Produkte. Der Markt ist noch jung, und bislang gab es kein Produkt, dass ein Hühnerei hinsichtlich Geschmack, Inhaltstoffen, Verarbeitungsmöglichkeiten und im typischen Erscheinungsbild mit Eiweiß, Eigelb und Eierschale ersetzen konnte. Doch Verónica García-Arteaga, Co-Founder und CEO des Berliner Start-ups Neggst, möchte das ändern.

Früher Forschungsdrang

Schon als Kind interessierte sich Verónica für Lebensmittel und deren Zusammensetzung: „Wenn die Frühstücksflocken auf dem Tisch standen, habe ich als erstes die Zutatenliste gelesen“, sagt sie. Früh war klar, dass sie eine Karriere im Bereich Ernährung einschlagen würde. Nach der Schule studierte sie Lebensmittelingenieurwesen in Mexiko City. Im Anschluss daran folgte eine Anstellung bei PepsiCo in der Qualitätskontrolle des Keksgeschäfts. Doch bald zog es sie wieder an die Universität. „Für mich war immer am wichtigsten, neue Dinge zu erforschen und gesunde Lebensmittel zu kreieren“, sagt Verónica. Mit einem Stipendium im Gepäck wechselte sie für den Masterstudiengang an die TU München. Im darauffolgenden PhD-Programm erforschte sie in Freising in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) neue Anwendungsmöglichkeiten für Erbsenproteine.

„Dabei arbeiteten wir an Alternativen zu tierischen Lebensmitteln, wie z.B. Fleisch oder Käse“, so Verónica, „doch was mir immer gefehlt hatte, war eine Alternative für das klassische Hühnerei“. So entstand die Idee. Im Jahr 2019 startete sie das Projekt, ein komplettes veganes Ei zu entwickeln – vom Eiweiß, über das Eigelb bis hin zur Eierschale. „Mit der Entwicklungsarbeit haben wir absolutes Neuland betreten“, so Verónica, „darum haben wir die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt“. Das Entwicklungsteam um Verónica kümmerte sich um Eigelb und Eiweiß, das Verpackungsteam des Fraunhofer-Instituts entwickelte die Eierschale.

Rührei überzeugte die Investor*innen

Zwei Jahre später wurden das vegane Eiweiß und das Eigelb erstmals im Fraunhofer Institut vor potenziellen strategischen Partner*innen und Investor*innen präsentiert. „Während unseres Pitches haben wir Spiegelei, Rührei und Pfannkuchen live zubereitet und serviert, und konnten so die Tester überzeugen“, sagt Verónica. Im Sommer 2021 wurde die Neggst Food GmbH aus der Taufe gehoben.

Als strategische Partner investierten die Unternehmen Ehrmann und Zentis. Dietmar Otte, der ehemalige Geschäftsführer von Zentis, wurde Teil des Gründerteams und hat mit seinem Wissen und wissenschaftlichen Hintergrund einen wichtigen Beitrag zum Projekt geleistet. Mit umfangreichem Know-how und Laborkapazitäten unterstützt der Aachener Lebensmittelhersteller seitdem das Team von Neggst in der Entwicklung. Darüber hinaus kann Zentis Support bei der Vermarktung der Produkte über den Handel leisten. Investor der ersten Stunde ist außerdem der Green Generation Fund, dessen Fokus auf pflanzlichen Lebensmitteln liegt. Geführt wird der Berliner Early-Stage-Fonds von Manon Littek, die zuvor fünf Jahre CEO bei Katjesgreenfood war, und Jana Ennsthaler, die u.a. Glossybox gründete.

Damit hatte Neggst genügend smartes Kapital für die nächsten Wachstumsschritte eingesammelt. Ende 2021 wurde das Team erweitert. Die meisten Mitarbeitenden bei Neggst, insbesondere in der Entwicklung, haben einen wissenschaftlichen Hintergrund. Und mit zunehmender Marktreife wächst auch das Marketing- und Salesteam.

„Der Schritt vom Labor in die Produktion ist riesig und keinesfalls zu unterschätzen“, sagt Verónica. „Wir arbeiten sehr nerdy und präzise und wollen nicht nur in der Forschung erfolgreich sein, sondern ein wirklich gutes und leicht verfügbares Endprodukt haben.“ (c) Daniel Ignatenko

Zielgruppe Flexitarier*innen

„Mit unseren Produkten sprechen wir grundsätzlich Vegetarier*innen und Veganer*innen an“, sagt Verónica, „doch unsere wichtigste Zielgruppe für das vegane Ei sind Flexitarier*innen.“ Diese ernähren sich teilweise pflanzlich und konsumieren immer wieder auch tierische Produkte, doch sie sind grundsätzlich offen für den Wechsel zu pflanzlichen Produkten. Diese Verbraucher wünschen sich typischerweise Produkte, die ihnen den Umstieg auf vegane Ernährung erleichtern. Dazu müssen die Lebensmittel einfach in der Anwendung sein und geschmacklich überzeugen.

„Diesen Menschen wollen wir eine nachhaltige und gesunde Alternative zum Hühnerei bieten“, sagt Verónica. Das vegane Ei von Neggst besteht aus mehreren Hülsenfrüchten wie Ackerbohnen, Erbsenprotein sowie pflanzlichem Öl. Zugesetzt werden außerdem Vitamin B12, Vitamin D3 und Ballaststoffe, die im Hühnerei nicht enthalten sind. Darüber hinaus enthält die vegane Alternative kein Cholesterin, weniger gesättigte Fettsäuren und weniger Kalorien. Entsprechend hat sie auch einen besseren Nutri-Score. Der biologisch abbaubare Kunststoff, aus dem die Eierschale besteht, enthält wie das tierische Vorbild Calciumcarbonat. Die vegane Schale wurde etwas stabiler angelegt als beim herkömmlichen Ei, doch sie lässt sich genauso aufschlagen. „Und da wir auf tierische Inhaltsstoffe verzichten, haben wir kein Problem mit Massentierhaltung und damit einhergehendem Tierleid, immensem Flächenverbrauch und Antibiotikarückständen“, ergänzt Verónica.

Das Ergebnis ist vom tierischen Produkt kaum zu unterscheiden. Auch geschmacklich und bei der Verarbeitung des Produktes gibt es keine Einschränkungen. „Verkostungen mit Kundinnen und Kunden zeigen, dass mit unserem Neggst-Ei hergestellte Lebensmittel wie z.B. Rühreier, Quiche oder Muffins keinen Unterschied zur nicht veganen Variante aufweisen“, so Verónica. Häufig liege die Präferenz sogar bei der veganen Version, besonders bei Quiche und Muffins.

Forschung für die richtige Rezeptur

Dem voran ging ein zweijähriger Entwicklungsprozess. „Zunächst mussten wir die richtigen Proteine finden, wollten keine Allergene verwenden und schließlich das gewünschte Ergebnis liefern“, so die Gründerin. Dazu wurden hunderte Kombinationen von unterschiedlichen Zutaten und Mengenverhältnissen sowie pH-Werte und viele weitere Faktoren im Labor getestet. Zusätzlich zu den Grundbestandteilen kommen Zutaten wie etwa Algen, Carrageen und natürliche Geliermittel ins Spiel, um die Textur des Eies nachzuempfinden. „Herauszufinden, was wirklich gut funktioniert, hat eine Zeit lang gedauert“, sagt Verónica.

Dazu gehörte auch, geeignete Lieferanten mit der passenden Produktqualität und Liefertreue zu finden. „Uns ist wichtig, dass wir möglichst lokal anbauen und einkaufen“, so Verónica. „Darum kommen unsere Zutaten, soweit möglich, aus Europa.“ Die aktuellen Lieferengpässe stellen auch das Team von Neggst vor Herausforderungen. Dass ein etablierter Lebensmittelhersteller mit an Bord ist, helfe im Einkauf, so die Gründerin. Doch bei einigen Zutaten musste das Team auf Alternativen zurückgreifen und zum Beispiel aufgrund der besseren Verfügbarkeit von Raps- auf Sonnenblumenöl umstellen.

Dies ist der Auszug aus einem Beitrag der aktuellen Ausgabe unseres Printmagazins: Mehr dazu liest du in der StartingUp - Heft 04/22 - ab dem 1. Dezember im Handel – jederzeit vorab online bestellbar - auch als ePaper erhältlich - über unseren Bestellservice

Planet A Foods: kakaofreie Schokolade zum Fest

Das 2021 in München gegründete Start-up Planet A Foods will mit der weltweit ersten 100 % kakaofreien Schokolade Nocoa die Süßwarenwelt gehörig umkrempeln.

Noch haben sich viele Menschen nicht mit der Idee von Fleischersatz-Produkten, Milch-Ersatz-Produkten und Co. angefreundet. Doch mittel- bis langfristig dürfte der Trend – aus Gründen wie Klimawandel und Bevölkerungswachstum – nicht aufzuhalten sein. Entsprechend sehen sich Forschende und Unternehmen nach weiteren Möglichkeiten um, gängige Lebensmittel mit (perspektivisch) umweltfreundlicheren Alternativen zu ersetzen. Eines davon ist das vom Geschwisterpaar Sara und Maximilian Marquart gegründete Münchner Start-up Planet A Foods. Mit Nocoa hat es eine Kakao-Alternative entwickelt – und steht knapp vor der Markteinführung.

Hafer ersetzt Regenwald-Rodung und Kinderarbeit

Der Hintergrund: Für die Kakaoproduktion werden jährlich große Regenwald-Flächen abgeholzt und es gibt ein massives Problem mit Kinderarbeit. Das Unternehmen setzt dagegen auf Hafer aus heimischer Produktion als wichtigste Zutat. Auch sonst nutzt Planet A Foods auf regionale Bestandteile.

Ersetzt werden im Nocoa sowohl Kakaopulver als auch Kakaobutter. „Wenn man Hafer richtig fermentiert und röstet, erhält man sehr ähnliche Aromen wie im Kakao“, erklärt Sara Marquart gegenüber der deutschen WirtschaftsWoche. Dazu adaptierte das Start-up Verfahren zur Fermentation. Bei Blindverkostungen sollen laut dem Start-up auch Lebensmittelexpert*innen den Unterschied zu gewöhnlicher Schokolade nicht geschmeckt haben.

Große Skalierungspläne mit Nocoa

Planet A Foods hat bislang rund sechs Millionen Euro Investment aufgenommen, unter anderem von Cherry Ventures aus Berlin, und hat am renommierten Y-Combinator-Accelerator-Programm im Silicon Valley teilgenommen. Überzeugt haben dürfte man die Geldgeber*innen auch mit der Strategie. Das Start-up will nämlich nicht – wie andere vergleichbare Unternehmen – erst einmal ein Edel-Produkt auf den Markt bringen, sondern fokussiert darauf, Schokolade in Massenprodukten wie Schokoriegeln zu ersetzen.

Die Vision laut Maximilian Marquart: „Eine Lebensmittelfirma aufbauen, die 500 Megatonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen kann“. Derzeit baut das Start-up im tschechischen Pilsen eine 1000-Quadrameter-Halle, in der 400 Kilogramm Nocoa-Schokolade pro Stunde hergestellt werden sollen. Und der geplante Marktstart dürfte auch nicht zufällig gewählt sein – knapp vor Weihnachten soll es soweit sein.