Tado: Smarter Thermostat zur Heizkostenoptimierung

Autor: Markus Stegmayr
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Das von Christian Deilmann und Johannes Schwarz gegründete Münchner Start-up Tado nutzt für eine smarte Heizungssteuerung unter anderem Ortsdaten und Wetterprognosen. So sollen Kosten für Heizen und Kühlen gesenkt werden. Zuletzt sammelten die Gründer 43 Millionen Venture Capital ein, bisher wurden eine Millionen Geräte abgesetzt.

Der smarte Thermostat senkt mit Hilfe von Echtzeitdaten die Heizkosten (c) Tado

Smart und flexibel sind Begriffe, die der Gründer und CPO von Tado, Christian Deilmann, gern verwendet, wenn er über seinen Thermostat spricht. Flexibel sei er deshalb, weil man ihn auf fast jeder Heizungsanlage anbringen könne. Diese gelte es dann durch einen Home-Router ins Internet zu bringen, so Deilmann.

Mit der „Kraft der Cloud“ könnten dann etwa Wettervorhersagen oder Daten zur örtlichen Abwesenheit der Haus- oder Wohnungsbewohner dazu genutzt werden, um eine optimale Heizsituation herzustellen. Doch zuvor hat der Thermostat noch andere Aufgaben. „Als allererstes lernt dieser die Gebäudeeigenschaften kennen“, berichtet Deilmann. Dadurch werde klar, wie viel Energie beim Aufheizen verbraucht wird oder wie schnell sich ein Raum abkühle. Etwa eine Woche benötige das Tado-Produkt, um ein präzises Raummodell zu erstellen, so Deilmann. Dadurch sei es möglich, dass jeder Raum einzeln und adäquat beheizt werde.

Echtzeitdaten zur Heizungssteuerung

Wichtige Grundlage für die Heizungssteuerung von Tado sind aber Echtzeitdaten. „Der Thermostat weiß etwa, wann der letzte Bewohner das Haus verlässt oder wann man wieder zurückkehrt“, erklärt Deilmann. Im letzteren Fall, also bei Distanzverringerung, werde dann ein „Signal geschickt, dass schon mal vorgeheizt wird“.

Der Thermostat reagiere auch darauf, wenn man eine längere Zeit in einer bestimmten Distanz verbleibe. „Dann bleibt alles im Absenkmodus, der eine gewisse Temperatur nicht unterschreitet“, führt der Tado-Gründer aus. Zudem werde gewährleistet, dass, wenn man nur einmal kurz zum Bäcker gehe, die Temperatur nicht zu weit abgesenkt werde.

„Die Produkte unserer Mitbewerber steuern nur einen Temperaturbereich“, meint Deilmann auf etwaige Unterschiede zu Mitbewerbern am Markt hin befragt. „Unser System ist einfach insgesamt intelligenter“, fügt er hinzu. Die Verwendung von Echtzeitdaten sei darüber hinaus ein Alleinstellungsmerkmal von Tado, so der Deilmann weiter.

Der gläserne Bewohner?

Wer befürchtet, dass damit zugleich der gläserne Bewohner generiert wird oder dass die Kommunikation über WLAN & Co. und die damit verbundenen Informationen von Einbrechern abgefangen und genutzt werden könnte, muss sich laut Deilmann keine Sorgen machen. Datenschutz und Datensicherheit habe „oberste Priorität“ betont er nachdrücklich. „Alles passiert im Einklang mit der DSGVO-Verordnung“, versichert er. Man nutze für die Übertragung und Speicherung der Daten modernste Sicherheitstechnologie, die dem heutigen Onlinebanking-Standard entspreche.

Eine Million Stück verkauft, 43 Mio. Venture Capital geholt

Die Zahlen des Unternehmens belegen jedenfalls, dass man sich sehr gut am Markt behauptet. „Wir haben derzeit 185 Mitarbeiter“, hält Deilmann fest. Bisher seien rund eine Million der smarten Thermostate abgesetzt worden und man verfüge über ein ranging capital von 89 Millionen Euro. Dazu führte auch eine Finanzierungsrunde mit 43 Millionen Euro, die Ende 2018 unter Dacht und Fach gebracht werden konnte. „Damit konnten wir unsere Marktposition stärken“, meint Deilmann. Auf die Zukunft von Tado hin befragt, berichtet Deilmann noch, dass man künftig auch ein neues Produkt im Angebot haben werde, das Klimaanlagen ansteuern soll.

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