reLounge: Mit HealthTech gegen Rückenschmerzen


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Wie ein kombinierter Ansatz Lifestyle und Schmerzprävention zusammenbringt.

Impulse, Wärme, Massage – Der Dreiklang bewährter Methoden

Im internationalen Vergleich ist und bleibt Deutschland ein Land des Bewegungsmangels. Mehr als 40% der Erwachsenen hierzulande müssten sich laut einer Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr bewegen, um Erkrankungen und Schmerzen effektiv vorzubeugen. Zu den typischen Folgen des Defizits körperlicher Aktivität zählen Rückenbeschwerden. Denn in vier von fünf Fällen, so schätzen Expert*innen, sind für die Rückenprobleme eine zu schwache Muskulatur und mit ihr einhergehende Dysbalancen die Ursache. Die moderne Medizintechnik setzt deshalb allen voran beim Aufbau unserer Tiefenmuskulatur an. Andere empfehlen Massage- oder Wärmetherapien. Der vielversprechendste Weg könnte hingegen der synchrone und multiversierte Einsatz der bewährtesten Methoden im Verbund sein. Eine der jüngsten Innovationen, die genau das umsetzt, ist die reLounge Liege. Das Düsseldorfer Unternehmen, das bereits in zehn Ländern aktiv ist, verbindet elektrische Muskelstimulation (EMS) mit integrierter Bewegungsdynamik und Wärmetherapie in einem Produkt.

In der Kombination liegt die Kraft: Fallstudien zeigen wirkungsvolle Schmerzlinderung

Fallstudien aus der Zeit vor und während der dreijährigen Entwicklungszeit der reLounge-Liege deuten auf ihre Wirksamkeit durch den kombinierten Ansatz hin. Bei der EMS, die bisher vor allem im Fitness-Bereich zum Einsatz kam, wird die tiefergehende Rückenmuskulatur über elektrische Impulse zum Wachstum angeregt. In Verbindung mit der stoffwechselfördernden und zugleich entspannenden Wärmefunktion, bei der die Liege bis zu 40 Grad Celsius erreicht, führt die Technologie nach Patient*innenberichten zu einer signifikanten Linderung der Schmerzen, wie eine Studie des Klinikums Klagenfurt am Wörthersee zusammenfasst. Ebenfalls auf der Liege zum Einsatz kommt die aus der Schmerzforschung der 1960er Jahre stammende und seither stetig weiterentwickelte TENS-Technologie. Sie sorgt dafür, dass durch präzise elektrische Reize die Schmerzweiterleitung im Rücken unterbrochen wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden wie etwa Schmerztabletten, hat sie richtig angewendet kaum Nebenwirkungen. Der Gründer von reLounge, Alexander Scheck, zieht eine insgesamt positive Zwischenbilanz aus den Behandlungsresultaten: „Wir sehen, dass die Nutzer innerhalb weniger Einheiten auf der relounge schon von nachhaltigen Verbesserungen ihrer Schmerzen berichten.“ „Auch die Anbieter kommen regelmäßig auf uns zu und erzählen von begeisterten Kunden“, berichtet er weiter.

Mit Sharing und App: Rückgesundheit zum zugänglichen Lifestyle machen

Unter anderem mit dem Ziel, den Zugang zu den reLounge Liegen weiter zu erleichtern, entwickeln Scheck und seine Kolleg*innen derzeit eine App. Über ein Sharing-Modell sollen Nutzer*innen die Liegen bei sämtlichen teilnehmenden Partner*innen online buchen können. Gleichzeitig arbeitet man bei reLounge an der Ausweitung des Partner-Netzwerks, das eine erstaunliche Bandbreite hat. Bei Ärzt*innen und Therapeut*innen, aber auch in Hotels, Fitness-Studios und am Arbeitsplatz werden die Geräte bereits verwendet.

Mittel gegen den Fachkräftemangel? Moderne Gesundheitsangebote als Plus für den betrieblichen Arbeitsplatz

Dass die multidimensionale Technologie auch außerhalb der Arztpraxis funktionieren kann und angenommen wird, zeigen Umfrageergebnisse aus dem betrieblichen Kontext. Mitarbeitende eines Elektronik-Konzerns, die die reLounge Liege über sieben Wochen am Arbeitsplatz nutzten, berichteten von einem deutlichen geringeren Stressempfinden und einer um 30% verbesserten Schmerzsituation im Bereich der Halswirbelsäule. Ähnlich positiv fasst Kay Rose, Geschäftsführer der Rose Zeitarbeit GmbH aus Neuss, die Auswirkungen auf die Gesundheit seiner Mitarbeitenden zusammen: „Unsere Krankschreibungsquote der letzten 12 Monate ist um über 30% zurückgegangen. Die reLounge Liege wird in jeder Pause genutzt und selbst nach der Arbeit bleibt die ein oder andere Person gern ‚länger‘.“ In Zeiten, in denen Fachkräfte immer knapper und damit wichtiger für den einzelnen Betrieb werden, könnten moderne Gesundheitsangebote wie sie reLounge entwickelt, noch mehr Auftrieb bekommen. Entsprechend umfassend will auch Alexander Scheck das künftige Angebot von reLounge gestalten: „Autonome Behandlungen sind die Zukunft und entlasten das gesamte System. Wir möchten diesen Weg mit ebnen und führend in diesem Bereich werden“, bringt er seine Vision auf den Punkt und erklärt: „Biete ich meinen Mitarbeiten attraktive Möglichkeiten, etwa für die eigenen Gesundheit direkt vor Ort zu tun, stärke ich meine Arbeitgebermarke. Die heutige Generation liegt darauf viel Wert – da muss man einfach am Ball bleiben.“

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Hopper Mobility: überdachtes Pedelec HOPPER geht Mitte 2024 in Serie

Das 2021 gegründete Mobilitäts-Start-up Hopper Mobility produziert die First Edition seines überdachten Pedelecs ab Mitte 2024 in Deutschland; bereits zwei Drittel der Serie sind laut Angaben des Start-ups verkauft.

Hopper Mobility, das 2021 von Martin Halama, Philipp Herrmann und Torben Müller-Hansen gegründete Mobilitäts-Start-up aus Augsburg und Hamburg, bereitet den Start der Serienproduktion für das überdachte Pedelec HOPPER vor. Der HOPPER ist ein Hybrid aus Auto und Fahrrad. Mit drei Rädern, zwei Sitzen, einem Dach und einem Lenkrad ist er komfortabel wie ein Auto, aber flexibel und nachhaltig wie ein Fahrrad. Verkehrsrechtlich ist der HOPPER ein Pedelec. Der Elektromotor unterstützt die Fahrenden bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Damit kann der HOPPER auf Radwegen gefahren werden, die Parkplatzsuche entfällt, Führerschein und eine Plakette sind nicht nötig. In der Passenger Variante bietet der HOPPER Platz für zwei Erwachsene oder eine*n Erwachsene*n und zwei Kinder. Der Kofferraum fasst ca. 125 Liter.

Start der Serienproduktion für 2024 geplant

Der Start der Serienproduktion der First Edition des HOPPER ist ab Mitte 2024 geplant. Hopper Mobility wird den HOPPER selbst in Hamburg fertigen und setzt dabei sehr stark auf Zulieferer aus Deutschland und der EU. Geplant ist derzeit die Fertigung von mindestens 60 Fahrzeugen. Die Auslieferung beginnt im Laufe des zweiten Halbjahres 2024. Der Vorverkauf für die First Edition hat begonnen und die Serie ist – nach Angaben des Start-ups – bereits zu zwei Dritteln verkauft. Hopper Mobility nimmt weitere Bestellungen im Online-Shop entgegen.

Martin Halama, Gründer, Geschäftsführer und Leiter der Elektronikentwicklung bei Hopper Mobility: „Wir haben in nur zweieinhalb Jahren nach Gründung unseres Startups ein Fahrzeug von der ersten Idee zur Serienreife gebracht. Der bevorstehende Start der Serienproduktion ist ein wichtiger Meilenstein für uns.“

Torben Müller-Hansen, Gründer und zuständig für Investor Relations und Business Development bei Hopper Mobility: „Wer einmal im HOPPER saß, ist begeistert! Das zeigen unsere Gespräche mit unseren Pilotkunden und die Erfahrung aus mehreren hundert Probefahrten. Mikromobilität hat das Potential, den städtischen Verkehr zu revolutionieren. Der bevorstehende Start unserer Serienproduktion unterstreicht unsere Pionierrolle in diesem Bereich.“

Pilotproduktion kurz vor dem Abschluss

Unterdessen steht die Produktion der aus 30 Fahrzeugen bestehenden Pilotserie kurz vor dem Abschluss. Die Erfahrungen der Pilotkunden werden in die First Edition mit einfließen. Unter den Pilotkunden befinden sich Privatpersonen und Unternehmen wie das Immobilienunternehmen Meravis oder der Essenslieferdienst Delivery Hero.

EU-Pilotprojekt erfolgreich beendet

Ende 2023 wurde zudem ein von der EU mitfinanziertes Pilotprojekt erfolgreich zum Abschluss gebracht. Gefördert wurde das Projekt von der Initiative Urban Mobility des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT). Im Rahmen dessen wurde mit jeweils zwei Fahrzeugen in Augsburg, Danzig und Eindhoven der Einsatz des HOPPER im kommerziellen und kommunalen Sharing getestet.

Dr. Wolfgang Hübschle, Referent für Wirtschaft, Arbeit und Smart City der Stadt Augsburg: „Wir sind stolz darauf, ein herausragendes Startup aus Augsburg in seinem Streben nach innovativen Lösungen für die Verkehrswende unterstützt zu haben. Die Zusammenarbeit mit unserer Geschäftsstelle Smart City hat gezeigt, wie durch kreative, vernetzte und nachhaltige Mobilitätslösungen die Effizienz und Flexibilität innerhalb der städtischen Infrastruktur gesteigert werden kann. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg boten wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung die Gelegenheit, alternative Verkehrsmittel für den Weg zwischen verschiedenen Betriebsstätten und zu externen Terminen zu nutzen. Derartige Projekte und Unternehmen, wie Hopper Mobility sind ein wichtiger Baustein und unterstützen unsere Zielsetzung, Augsburg als Innovationsstandort weiter zu etablieren und zu stärken.“

Filu: PetTech-Start-up schafft Wohlfühl-Tierarztpraxen

Wie das Münchner PetTech-Start-up filu eine bessere flächendeckende tiermedizinische Versorgung und bessere Arbeitsbedingungen in der Veterinärmedizin schafft.

Das 2022 von der Veterinärmedizinerin Dr. med. vet. Anna Magdalena Naderer (CVO) und den Technologie-Ökonomen Justus Richard Buchen (COO) und Christian Uwe Köhler (CEO) gegründete Start-up filu will ein innovatives Tierarztpraxiskonzept in Deutschland etablieren, das die Veterinärmedizin auf ein neues Level hebt, indem es moderne Tiermedizin mit Wohlfühl-Design verbindet und den Praxisalltag digitalisiert. Neben einer digitalen Patient*innenakte und bequemer online Terminbuchung hat das Start-up eine eigene Tech-Plattform entwickelt, die den Verwaltungsaufwand in der Praxis reduziert, wodurch sich die Tiermediziner*innen voll auf die Tiere fokussieren können.

Missstände ändern und Kliniksterben entgegentreten

Hintergrund ist: Die Entwicklung der Tierarztpraxen und -kliniken hält mit der steigenden Anzahl an Haustieren, wie Hunden, Katzen oder Meerschweinchen, nicht mit. Immer weniger Tierärzt*innen wollen das Risiko einer eigenen Praxis tragen und sich dem hohen Arbeitspensum und Stress aussetzen, weshalb viele von ihnen in andere Branchen abwandern. Die Belastung ist hoch und die Entlohnung schlecht.

„Die Lage ist teilweise dramatisch. Immer mehr Tierärzt*innen wandern in andere Bereiche ab, weshalb sich die tiermedizinische Versorgung in vielen Städten verschlechtert. Zeitgleich werden Tierhalter:innen immer anspruchsvoller. Viele von ihnen sehen in ihren Haustieren ein Familienmitglied, um das sie sich liebevoll kümmern und dessen Gesundheit ihnen wichtig ist. Mit filu bieten wir moderne Tiermedizin auf höchstem Niveau. Wir digitalisieren den Praxisalltag, wodurch wir die Versorgung verbessern und den Verwaltungsaufwand reduzieren. Bei filu sollen sich alle wohlfühlen – auch die Tierärzt*innen. Sie finden ideale Bedingungen vor, wie Work-Life-Balance und angemessene Entlohnung“, sagt Dr. med. vet. Anna Magdalena Naderer, Chief Veterinary Officer und Co-Gründerin von filu. Anna hat selbst erlebt, wie belastend der Alltag in herkömmlichen Praxen ist, weshalb sie in die Pharmaindustrie wechselte. Jetzt erfüllt sie sich mit ihrem Start-up ihren Traum von einer modernen Wohlfühl-Tierarztpraxis, die Tiermediziner*innen ihr verdientes Arbeitsumfeld bietet.

Die Münchner Gründer*innen wollen diese Missstände ändern und dem Kliniksterben entgegentreten. Hierfür plant das Start-up in allen Städten Deutschlands Tierarztpraxen mit Notfallversorgung zu eröffnen. Die erste Praxis öffnete bereits 2023 in München (Theresienwiese) ihre Türen. Nun folgt die zweite im Stadtteil Schwabing. Bereits im Frühjahr werden Eröffnungen in weiteren deutschen Städten folgen.

Die neue Generation von Tierarztpraxis

Ohne lange Wartezeiten kann bequem ein Termin online gebucht werden. Anstatt Zettelwirtschaft gibt es eine digitale Patient*innenakte für die Tiere. Das versetzt Tierärzt*innen in die Lage, bisherige Untersuchungsergebnisse oder Medikationen einzusehen, um die Tiere individuell zu versorgen. Besonders wichtig ist das bei Notfällen. Hier hilft das filu-Team aus qualifizierten Tierarzthelfer*innen und approbierten Verterinärmediziner*innen ebenso, wie beispielsweise bei zahnmedizinischen Problemen. Filu deckt das gesamte Spektrum der Haustiermedizin ab. Die Ausstattung ist modern und umfasst einen OP, Röntgen und Labortechnik. Trotz modernster Technologie bietet die Praxis Mensch und Tier eine echte Wohlfühlatmosphäre, beispielsweise durch die freundliche Praxisgestaltung und Leckerli-Corner. Dank seinem New-Work-Konzept zeigt sich das junge Unternehmen auch als attraktiver Arbeitgeber. Unter anderem bietet das Start-up flexible Arbeitszeiten, attraktive Belohnung, Fitness-Gutscheine und viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Mixto: Per Gesetzeslücke zum Start-up-Erfolg

Läutet das von Felix Ruden gegründete Start-up Mixto mit seinem wegweisenden Konzept das baldige Ende des Schwarzmarkt-Booms für die Shisha-Branche ein?

Der Juli 2022 war ein schwarzer Monat für die so hoch florierende Shisha-Tabakbranche. Die Regierung erließ ein Gesetz, nachdem nur mehr maximal 25 Gramm Inhalt pro Packung erlaubt waren – zu stark erhöhten Preisen. Während der Markt sich nach dem Paukenschlag auszudünnen und der Schwarzmarkt zu florieren begann, schlug die Geburtsstunde eines Start-ups, mit dem sich nun alles ändern könnte.

Dank einer simplen Idee verbucht das Start-up Mixto das nach eigenen Angaben stärkste Umsatzplus ihres noch jungen Daseins und macht 2023 über 850.000 Euro Umsatz, nur im B2C-Geschäft, die Belieferung der B2B-Kund*innen beträgt laut Mixto noch einmal doppelt so viel.

Ist bald Schluss mit dem Schwarzmarktboom in der Shisha-Branche?

Dem von Felix Ruden gegründeten Start-up gelingt damit ein innovatives Konzept, das zugleich ein baldiges Ende des Schwarzmarkt-Booms einläuten könnte: der 2-Komponenten-Shisha-Tabak. Dabei wird der trockene Tabak – weiterhin in größeren Abfüllmengen legal verkaufbar – einfach erst bei der/dem Kund*in mit Glycerin angerührt.

„Wir haben das schon vor Jahren so ein bisschen kommen sehen“, sagt Felix. „Zwar konnten wir nicht mit der Gesetzesänderung, so wie sie letztendlich beschlossen wurde, rechnen, aber uns war klar, dass Reglementierungen und Teuerungen kommen werden. Wir hatten fest damit gerechnet, dass die Steuern extrem angehoben werden. Daher haben wir bereits 2017 begonnen, mit Märkten zu experimentieren, auf denen Tabak bereits sehr hoch besteuert war, wie beispielsweise Griechenland.“

Die Idee, kleinere, leichtere Abfüllmengen zu verkaufen, indem man beim Verkauf auf das schwere, Volumen bringende Glycerin verzichtet, ist geboren. Eine jahrelange Testreihe beginnt, in der man mit dem nachträglichen Zusammenmischen von aromatisiertem Tabak und Glycerin experimentiert. „Es hat sehr lange gedauert, bis wir einen Weg gefunden hatten, sodass der Tabak das Glycerin sofort aufnimmt, ein ideal feuchter Shisha-Tabak entsteht und der Geschmack dabei voll erhalten bleibt“, so Felix. „Das Mischverhältnis musste ein anderes sein. Weil wir aber unseren vollmundigen Geschmack behalten wollten, bedeutete dass, das wir ganze Rezepturen neu kreieren mussten.“

Ende 2021 ist man dann soweit und kann das fertig umgebaute Produkt zum Zoll schicken, um eine offizielle Einordnung zu bekommen. Bis dahin ahnt das vorausdenkende Unternehmen bereits, welche Tragweite ein Regierungsbeschluss für die Branche bald haben würde.

Als das Urteil im Juli 2022 schließlich nicht nur eine Erhöhung der Steuern, sondern zudem noch eine Mengenbegrenzung auf 25 Gramm, also quasi eine einfache Portionsgröße, mit sich bringt, ist man bei Mixto bereits gerüstet. Die offizielle Einordnung vom Zoll ist da und damit die Bestätigung, dass die ausgedachte Gesetzeslücke tatsächlich funktioniert, doch die Abverkaufsfrist für die 200 Gramm-Dosen wird von der Regierung noch einmal bis Juni 2023 verlängert.

Geduld ist gefragt

Das Start-up muss sich in Geduld üben. „Wir haben natürlich bis ganz zuletzt gewartet, um mit unserer Neuheit auf den Markt zu gehen“, so Felix. Am Tag des Produktreleases sorgt selbige dann für ein wahres Beben: Aufgrund des hohen Andrangs bricht immer wieder der Server zusammen. Nach nur vier Stunden ist, so der Gründer, das Sortiment komplett ausverkauft. Und auch der Restock ist immer sofort vergriffen.

Weil Mixto anfangs der einzige Anbieter war, der den Tabak in entsprechenden Größen anbieten konnte, gewann das Start-up alleine im letzten Jahr eine enorme Menge Stammkund*innen dazu. Diese lassen das Start-up nun positiv in die Zukunft blicken. „Wir beobachten den Markt natürlich“, sagt Felix. „Aber von den Anbietern, die nachgezogen haben, ist noch keiner von der Produktentwicklung so weit wie wir. Das macht sich in Geschmack und Anwendung bemerkbar.“

Die vielleicht beste Nachricht: Für den Schwarzmarkt dürfte die von Mixto geschaffene Gesetzeslücke dennoch so gut wie ein Aus bedeuten.

me energy: Start-up schafft mobile Elektromobilität an Tankstellen

Das 2019 von Inès Adler und Alexander Sohl gegründete Start-up me energy hilft Tankstellen, denen die Zeit zum Ausbau einer Ladeinfrastruktur fehlt, mobile und stromnetzunabhängige Schnellladestationen zu installieren.

Die begrenzten Netzkapazitäten sorgen besonders bei Tankstellen für großes Interesse an alternativen Ladelösungen. Aktuell befindet sich das Brandenburger Start-up me energy, der erste Hersteller und Betreiber von stromnetzunabhängigen Schnellladestationen, in der Pilotierungsphase mit einer mittelständischen Tankstellenmarke. Ziel ist es, an ausgewählten Standorten eine Schnellladeinfrastruktur zu etablieren, die unabhängig von den Limitierungen und Ausbaukosten des Stromnetzes ist.

Ökologische und flächendeckende Alternative zu konventionellen Ladestationen

Me energy produziert seit 2019 netzautarke mobile Schnellladestationen. Das Start-up aus Brandenburg hat den Rapid Charger 150 entwickelt, eine CO2-neutrale Schnellladestation, die keinen Anschluss an das Stromnetz benötigt, da der Strom im Rapid Charger selbst generiert wird. Damit bietet me energy die ökologische und flächendeckende Alternative zu konventionellen Ladestationen. Derzeit beschäftigt me energy rund 34 Mitarbeiter*innen und hat im Bereich der Energieumsetzung in Ladestationen elf Patente zur Anmeldung gebracht.

Stromnetzunabhängige Schnellladestationen eröffnen Tankstellenbetreibern die Möglichkeit, ihre Ladekapazität flexibel anzupassen. „Das ist von großem Vorteil, da die Bedarfsszenarien für Ladepunkte in den nächsten Jahren stark variieren können und herkömmliche, netzgebundene Infrastrukturen oft starr und unflexibel sind“, sagt Alexander Sohl, der Geschäftsführer und Mitgründer von me energy. Ein zentraler Nutzen ergibt sich auch aus dem flexiblen Betriebsmodell, das von einer reinen Bereitstellung der Hardware, bis hin zur kompletten Zahlungsabwicklung ein Rundum-sorglos-Paket bietet.

Elektromobilität an Tankstellen: Herausforderungen und Chancen

Tankstellenbetreiber stehen beim Auf- und Ausbau von geeigneter Ladeinfrastruktur vor vielen Herausforderungen. Sei es begrenzte Stromnetzkapazität an einzelnen Standorten, hohe Baukosten, lange Planungs- und Genehmigungsphasen oder schlicht der Wunsch, Ladestationen flexibel handhaben zu wollen. Unsere Lösung adressiert diese Probleme gezielt, indem sie das schnelle Laden überall dort ermöglicht, wo es netzgebunden, technisch, wirtschaftlich oder grundsätzlich nicht möglich ist“, sagt Christian Schwenkenbecher, Vertriebsleiter bei me energy. „Deshalb ist es unser erklärtes Ziel, die Ladeinfrastruktur so einfach und komfortabel zu machen, wie es die Menschen in den letzten Jahrzehnten mit ihren Verbrennerfahrzeugen erlebt haben. Viele Pächter und Betreiber von Tankstellen haben uns wissen lassen, dass es wichtig ist, dass Ladestationen nahtlos in bestehende Bezahlsysteme integrierbar sind und gleichzeitig die veränderten Anforderungen der Elektromobilität einfließen“, ergänzt er.

Chance für mittelständische und individuell geführte Tankstellen

Während große Energiehandelsunternehmen wie Aral, Total und Shell bereits umfassend in die Elektromobilität investieren, stehen viele mittelständische Marken und individuell geführte Tankstellen noch vor Bedenken und Hindernissen, die ihre Anpassung erschweren. Der Wechsel von Verbrennungsmotoren zu Elektrofahrzeugen bringt viele Probleme mit sich, denn die Betriebe haben ein etabliertes Geschäftsmodell, das nicht über Nacht umgestellt werden kann. Schwenkenbecher warnt jedoch davor, den anstehenden Hochlauf der Elektromobilität zu unterschätzen: „Die massive Reduktion fossiler Treibhausgasemissionen durch politische Vorgaben verändert unsere Mobilität – weg von Benzin und Diesel als Antriebsenergie, hin zu schnellem, grünem Ladestrom. Das führt dazu, dass sich insbesondere für Tankstellenbetreiber hier neue Chancen und Geschäftsfelder eröffnen. Mittelfristig ist die Weiterentwicklung des ‚Tankstellenbetriebs‘ eine Notwendigkeit und auch ein bekannter Prozess. Schließlich wurde Benzin in den Anfangsjahren der Motorisierung in Apotheken verkauft, bevor sich Tankstellen in vielen Stufen zu dem entwickelt haben, wie wir sie heute kennen.

Besonders für individuell geführte Tankstellen ist das eine schwierige Situation, sie müssen sich anpassen, um weiterhin relevant und attraktiv zu bleiben. Es geht nicht nur darum, Ladestationen für Elektrofahrzeuge zu installieren, es müssen auch neue Strukturen geschaffen werden, die dem veränderten Mobilitätsverhalten entsprechen. So stehen etwa erweiterte Dienstleistungen in Vordergrund, um längere Aufenthalte zu ermöglichen, sei es durch gemütliche Rastplätze, Cafés oder andere Annehmlichkeiten, die den Kunden einen Zeitvertreib während des Aufladens ihres Fahrzeugs bieten.

Vorgabe für 2027: Ein Schnellladepunkt pro Tankstelle

Die politische Agenda macht Druck. Bundeskanzler Olaf Scholz hat klare Vorgaben gemacht, dass bis Ende 2027 an jeder Tankstelle mindestens ein Schnellladepunkt verfügbar sein soll. Für kleinere Tankstellen, die nicht in lange Planungsphasen für den Stromnetzausbau investieren können oder wollen, bietet der Rapid Charger von me energy eine attraktive Alternative. Die stromnetzunabhängige Ladestation in der Größe eines Pkw-Stellplatzes mit zwei Schnellladepunkten kann direkt nach der Anlieferung in Betrieb genommen werden und ist eine flexible Lösung für Tankstellen, die schnell handeln müssen. Zudem kann sie nicht nur gekauft, sondern auch geleast werden, was die Investitionskosten für Betreiber auf ein Minimum reduziert. So soll die Elektromobilität zugänglicher gemacht und die dauerhafte Verfügbarkeit von Schnellladestrom für Unternehmen sichergestellt werden.

FEVANA: Hack your Cycle

Wie Charlotte Irlen und Anton Irlen mit ihrem Start-up FEVANA das bislang wenig beachtete Thema zyklusgerechte Nahrungsergänzung erfolgreich in die Öffentlichkeit tragen.

Business School in Sankt Gallen, Master-Stipendium in Harvard, Einstieg bei Boston Consulting Group: Der Lebenslauf von Charlotte Irlen zeigt eine Karriere auf der Überholspur. Während ihrer Arbeit in der Unternehmensberatung gab es immer wieder Phasen, in denen sie voller Selbstvertrauen Konzernchefs über deren Optimierungspotenzial unterrichtete. Allerdings auch solche, in denen ihr, wie aus heiterem Himmel, Kritik von einem Vorgesetzten direkt ins Mark ging.

Als sie einen dieser Momente einer befreundeten Gynäkologin schilderte, empfahl diese, persönliche Höhen und Tiefen zu tracken und mit dem Zyklus abzugleichen. Nach vier Monaten wusste Charlotte, dass es einen klaren Rhythmus gibt, den sie gezielt für sich nutzen kann. So bemerkte sie beispielsweise, dass sie immer zur selben Zykluszeit Streit mit ihrem Freund hat.

Charlotte begann, sich intensiv damit zu beschäftigen, wie sie ihren Zyklus unterstützen kann, um Stimmungstiefs entgegenzuwirken und konstant leistungsfähig zu sein. „Nachdem ich einige Monate meinen Zyklus und alle Erlebnisse innerhalb dieser Zeit getrackt hatte, war es schon fast gruselig, sich die entstehenden Muster anzusehen. Der große Streit mit meinem Freund, von dem ich davor dachte, dass er einfach so zirka monatlich vorkommt, fiel wie durch Geisterhand immer auf meinen 19. Zyklustag – und das fünf Monate in Folge … Es war schnell klar, dass das kein Zufall sein konnte“, so Charlotte.

Dem Zyklus auf der Spur

Mittels einer intensiven Recherche nach einer natürlichen Lösung für diese Hormonschwankungen fand sie heraus, welche Vitamine und Mineralstoffe ihr dabei helfen, ihren Zyklus positiv zu beeinflussen. Charlotte stellte ihre Ernährung um und mixte sich die passenden Mineralstoffe selbst zusammen. Mit Erfolg: Bereits nach wenigen Wochen merkte sie nicht nur, wie ihr Hormonhaushalt langsam ins Gleichgewicht kam, sondern nahm auch erste positive körperliche und psychische Veränderungen wahr.

Außerdem suchte sie das Gespräch mit Frauenärzt*innen und Lebensmittelwissenschaftler*innen, um noch tiefer in die Thematik einzusteigen. Die gute Nachricht: Hormone können über natürliche Mineralstoffe, Vitamine und Pflanzenextrakte reguliert werden. Jedoch sind das Timing und die genaue Dosierung entscheidend, um Verbesserungen zu erzielen. „Ich war sehr überrascht, dass es dafür noch kein Kombi-Produkt auf dem Markt gibt, sondern häufig nur Vitamin C oder Eisen separat verschrieben werden. Auch die Dosierungen reichen in den meisten Produkten gerade mal aus, um den Mindestbedarf zu decken. Therapeutische Wirkungen sind aber erst bei größeren Mengen möglich“, erklärt Charlotte. Diese wichtige Erkenntnis war letztlich auch der Startschuss für ihr Female­Health-Start-up FEVANA.

Tausche Traumjob gegen Start-up

Im Januar 2022 erhielt Charlotte in Zürich Besuch von ihrem Bruder Anton. Zu diesem Zeitpunkt ähnelte ihre Küche einer Apotheke, in der sie verschiedene Rezepturen für den FEVANA­Prototyp ausprobierte. „Bei Charlotte sah es wirklich aus wie in den Tiefen eines Pharmalabors. Überall standen Schachteln und Fläschchen mit den verschiedensten Vitaminen und Extrakten. Sie hat mit Sicherheit mehrere hundert Rezepturen durchprobiert“, erinnert sich Anton lachend.

Anton war von der Idee, ein natürliches Nahrungsergänzungsmittel zu entwickeln, das genau auf die vier Phasen des weiblichen Zyklus angepasst ist, sofort überzeugt. Der Finance-Student überlegte, wie man Charlottes Küchenlaboraktivitäten professionalisieren könnte. „Ich habe davor noch nie über das Thema Frauengesundheit nachgedacht. In dem Moment realisierte ich, dass das anscheinend ein sehr großes Problem ist, das immerhin die Hälfte der Menschheit betrifft und entweder gar nicht oder mit der Pille, einem Arzneimittel aus den 60ern, therapiert wird“, sagt Anton. Er pitchte die Idee von zyklusgerechter Nahrungsergänzung spontan in einem Gründerkurs – seine Professorin war begeistert und sah hierfür ein großes und stark wachsendes Marktpotenzial.

Daraufhin entschloss sich Anton, statt weiter eine Karriere im Investment Banking zu verfolgen, Charlotte davon zu überzeugen, ihren Job zu kündigen und gemeinsam mit ihm ein Start-up zu gründen. Da seine Schwester anfangs noch zögerte, bewarb sich Anton für ein Gründerstipendium, das es den beiden ermöglichen sollte, zwölf Monate Vollzeit an der Idee zu arbeiten. Als kurz darauf die Zusage kam, waren beide bereit, ins kalte Wasser zu springen. Sie gründeten zusammen, denn Hand aufs Herz: Einen ehrlicheren Sparringspartner auf Augenhöhe als den eigenen Bruder oder die eigene Schwester kann es wohl kaum geben.

Der Sprung ins kalte Wasser

Die beiden arbeiteten intensiv mit Lebensmittelwissenschaftler*innen, um die Rezeptur für die vier FEVANA-Produkte zu perfektionieren. Die Voraussetzung: keine chemischen Zusätze. Alle Inhaltsstoffe müssen auf rein natürlicher Basis miteinander funktionieren. Nach schier unzähligen Versuchen im Labor stand nach neun Monaten die finale Rezeptur für die Produkte release, renew, revive und reboost – für jede der vier Zyklusphasen eins. Insgesamt stecken 40 Inhaltsstoffe in jedem einzelnen Pulver.

„Uns war es auch wichtig, ein Produkt zu entwickeln, das ohne Tabletten auskommt, da diese immer den Anschein erwecken, eine Krankheit zu behandeln. Wir wollten es schaffen, ein Pulver zu entwickeln, das jede Frau ganz easy und vor allem individuell in ihren Alltag integrieren kann. Sodass man es zum Frühstück ganz einfach in Wasser auflösen, die Sportlerin es aber auch nach dem Training in ihren Eiweißshake mixen kann. Es war klar, dass wir sehr viel Zeit, Geld und vor allem hochkarätige Expertise in die Entwicklung einer solch komplexen Rezeptur stecken werden müssen“, so Anton.

Aufgrund der umfangreichen Rezeptur und der vielen hochwertigen Inhaltsstoffen war es jedoch sehr schwierig, eine(n) passende(n) Lohnhersteller*in für die Produktion zu finden. Nach reihenweise gescheiterten Anfragen an über 40 Hersteller*innen erhielten die beiden letztendlich eine einzige Zusage.

Mit der daraus resultierenden Zusammenarbeit sind die beiden bis heute sehr glücklich. „Die von uns entwickelte Rezeptur war derart kompliziert, dass es wirklich schwierig war, einen Hersteller zu finden, der in der Lage ist, unsere Produkte unter unseren hohen Anforderungen zu produzieren. Kompromisse bezüglich der Produktqualität und -komplexität kamen für uns nicht infrage. Es sollte ja wirken. An diesem Punkt wurde uns dann auch klar, wieso es diese Art von Produkt noch nicht gibt und sämtliche Zyklusprodukte sich auf ein paar wenige Wirkstoffe begrenzen, die nicht spezifisch an die Phasen angepasst sind. Es ist schlicht zu teuer und zu aufwändig, solche Produkte herzustellen“, so Charlotte.

Große Visionen in Sachen Frauengesundheit

Neben der intensiven Marktrecherche, der Produktentwicklung und den Tests mit 130 Probandinnen starteten die Geschwister mit den ersten Pitches. Die Feedbacks des Publikums und von Investor*innen waren überwältigend. „Das Interesse war riesengroß, es kam sofort ein Investor aus dem Medizinbereich auf uns zu und sicherte sich schon früh Anteile. Das war für uns natürlich ideal, um das Unternehmen mit Kapital zu versorgen und die Produkt- und Markenentwicklung schnell voranzutreiben“, berichtet Anton. Mit dem Investor hat es neben dem fachlichen Know-how auch auf menschlicher Ebene super gepasst. „Das Bauchgefühl war von Anfang an gut und hat uns bis heute nicht getäuscht“, so Anton.

Mit FEVANA möchten Charlotte, Anton und ihr mittlerweile siebenköpfiges Team eine neue Marke für Frauengesundheit etablieren. Dafür sind bereits weitere Produkte speziell für Frauen in der Menopause, Schwangere und Stillende sowie eine Health-App in Planung. Die beiden haben damit vor allem ein Ziel vor Augen: „90 Prozent aller Frauen haben hormonbedingte Symptome. FEVANAs Mission sind null Prozent“, bringt es die hochambitionierte Gründerin Charlotte abschließend auf den Punkt.

Tech-Trends 2024

Diese Trends solltest du als Tech-Gründer*in kennen und 2024 – mit den passenden Skills kombiniert – für deine erfolgreiche Positionierung nutzen.

In der sich ständig weiterentwickelnden Welt der Technologie ist es für den Erfolg von Start-ups entscheidend, sich der aufkommenden Trends bewusst zu sein. Daher gut zu wissen: Was kommt auf uns zu und was müssen wir beachten?

Status quo der Tech-Branche

Bevor wir auf die Trends für das Jahr 2024 blicken, sollten wir zunächst den aktuellen Stand der Tech-Branche verstehen. In den letzten Jahren haben wir bemerkenswerte Fortschritte in verschiedenen Bereichen wie Programmierung, künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen, Internet of Things (IoT), Cybersicherheit und Cloud-Computing erlebt. Diese Fortschritte haben die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten, verändert und neue Möglichkeiten für Start-ups geschaffen.

Die Nachfrage nach Programmierkenntnissen ist sprunghaft angestiegen, da Unternehmen für ihre Tätigkeit auf Software und digitale Lösungen angewiesen sind. Zudem hat der explosionsartige Aufstieg der KI und des maschinellen Lernens die Branchen revolutioniert und ermöglicht es Unternehmen, Prozesse zu automatisieren, große Datenmengen zu analysieren und datengestützte Entscheidungen zu treffen. Diese Trends werden auch in Zukunft die Technologielandschaft nachhaltig prägen.

Trends in der Tech-Branche 2024

Mit Blick auf das Jahr 2024 sind mehrere Tendenzen absehbar, welche die Tech-Branche beeinflussen und Chancen für Start-ups bieten. Diese vier aufkommenden Trends sind von grundlegender Bedeutung für Gründer*innen:

1. KI-gesteuerte Innovation

KI hat bereits große Fortschritte gemacht, aber ihr Wachstumspotenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Von Chatbots und virtuellen Assistenten bis hin zu ausgefeilten Datenanalysen und Vorhersagemodellen – KI-getriebene Innovationen werden es Start-ups ermöglichen, personalisierte Erlebnisse zu bieten, Aufgaben zu automa­tisieren und Erkenntnisse aus riesigen Datenmengen zu gewinnen. Selbst trainierte künstliche Intelligenzen sind dann in der Lage, das eigene Geschäftsmodell oder die eigene Marke extrem gut zu verstehen und in entsprechenden Output umzusetzen.

Für Gründer*innen lohnt es sich deshalb zu prüfen, wie KI ihre Produkte oder Dienstleistungen verbessern, das Kund*innenerlebnis bereichern und interne Prozesse optimieren kann. Mithilfe von KI-Technologien können sich insbesondere junge Unternehmen einen wichtigen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

2. Cybersecurity und Datenschutz

Mit der zunehmenden Integration der Technologie in unser Leben gewinnt auch die Frage nach Cyber­sicherheit und Datenschutz an Bedeutung. Angesichts der steigenden Zahl von Cyber-Bedrohungen und Datenschutzverletzungen müssen Start-ups der Cybersicherheit von Anfang an Priorität einräumen. Der Schutz von Kund*innendaten und die Gewährleistung sicherer Online-Transaktionen sind entscheidend für gesetzeskonformes Arbeiten, den Aufbau von Vertrauen und die Aufrechterhaltung eines guten Rufs.

Gründer*innen sollten in zuverlässige Cybersicherheitsmaßnahmen investieren, Verschlüsselungsprotokolle einführen und sich über die neuesten Bedrohungen informieren. Die Zusammenarbeit mit Cybersicherheitsexpert*innen und die Durchführung regelmäßiger Sicherheitsprüfungen helfen dabei, Vermögenswerte zu sichern und die sensiblen Kund*innendaten bestmöglich zu schützen.

3. Edge Computing und IoT

IoT hat unser Zuhause, unseren Arbeitsplatz und unsere Städte bereits verändert. Es wird erwartet, dass die Zahl der angeschlossenen Geräte bis 2024 ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreichen wird. Diese Verbreitung von IoT-Geräten erzeugt riesige Datenmengen, die in Echtzeit verarbeitet und analysiert werden müssen. Hier kommt Edge Computing ins Spiel. Edge Computing ermöglicht die Datenverarbeitung und -analyse näher an der Quelle, wodurch die Latenzzeit verringert und die Effizienz verbessert wird. So können Start-ups Edge Computing für ihre Produkte oder Dienstleistungen nutzen, um schnellere und zuverlässigere Dienste anzubieten, die Ressourcennutzung zu optimieren und das Nutzer*innenerlebnis zu verbessern.

4. Low-Code- und No-Code-Entwicklung

Mit dem Aufkommen von Low-Code- und No-­Code-Entwicklungsplattformen ist es für Personen mit begrenzter Programmiererfahrung einfacher geworden, eigene Anwendungen zu erstellen. Diese Plattformen bieten eine visuelle Schnittstelle und vorgefertigte Komponenten, mit denen Benutzer*innen keinen umfangreichen Code schreiben müssen. Während diese Plattformen bis zuletzt trotzdem noch Programmierkenntnisse erfordert haben, werden sie nächstes Jahr noch einmal einen deutlichen Schritt nach vorn machen und damit auch für Laienanwender*innen nutzbar. Start-ups können von dieser Entwicklung profitieren, indem sie ihre Produktentwicklungszyklen beschleunigen und die Entwicklungskosten senken. Gründer*innen mit eher grundlegendem technischen Know-how können dadurch ihre Ideen effizienter umsetzen und agiler auf die Anforderungen des Markts reagieren.

Skills und Kompetenzen 2024

Um sich in der sich verändernden Tech-Landschaft zurechtzufinden, ist es für Gründer*innen unerlässlich, sich mit den notwendigen Kompetenzen auseinanderzusetzen. Folgende Schlüsselqualifikationen und -aufgaben werden 2024 besonders wichtig sein:

Datenanalyse und maschinelles Lernen

Da Daten, insbesondere Big Data, weiterhin die treibende Kraft bei der Entscheidungsfindung und bei der (Weiter-)Entwicklung von Geschäftsmodellen sein werden, sollten Gründer*innen Fähigkeiten in den Bereichen Datenanalyse und maschinelles Lernen entwickeln. Die Beherrschung von Tools wie SQL, Excel, Python und R wird es ihnen ermöglichen, Erkenntnisse aus Daten zu gewinnen und diese bestmöglich zu nutzen.

Webentwicklung und Benutzer*innenfreundlichkeit

Die Schaffung benutzer*innenfreundlicher Erlebnisse wird für Start-ups von größter Bedeutung sein. Daher sollten sie ein solides Verständnis von Web-Development-Sprachen wie HTML, CSS und JavaScript haben. Darüber hinaus können Kenntnisse über Web-Frameworks wie React und Angular dabei helfen, intuitive und visuell ansprechende Oberflächen zu erstellen.

Kontinuierliches Lernen und Networking

Kontinuierliches Lernen ist entscheidend, um mit den neuesten Trends und Technologien Schritt zu halten. Hierfür ist ein aktives Engagement in der Tech-Community empfehlenswert, beispielsweise durch die Teilnahme an Meetups oder die Interaktion in Online-Foren. Neben dem Wissensaustausch erhalten Gründer*innen Einblicke in bewährte Verfahren anderer Start-ups. Regelmäßige Beschäftigung mit Fachliteratur, Online-Tutorials und praktischen Projekten ermöglicht es außerdem, Praxiserfahrungen zu sammeln und neue Fähigkeiten zu erwerben. Darüber hinaus können Mentorings und Coachings dabei helfen, individuelle Entwicklungsziele zu ermitteln und maßgeschneiderte Entwicklungspläne zu erstellen. Praktische Web-Development-Kurse, Online-Ressourcen und Coding-Bootcamps, die sich auf Data Science oder Web­entwicklung konzentrieren, können die notwendigen technischen Fähigkeiten vermitteln, die nicht nur 2024 benötigt werden.

Fazit

Von KI-gesteuerten Innovationen und Cybersicherheit bis hin zu Edge Computing und Low-Code-Entwicklung – all diese Trends bieten jungen Unternehmen im kommenden Jahr sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Kontinuierliches Lernen, Networking und Anpassungsfähigkeit sind dabei der Schlüssel zur Erfolgssicherung und Gewährleistung eines langfristigen Wachstums. Indem Gründer*innen auf dem Laufenden bleiben und sich die relevanten Fähigkeiten aneignen, können sie sich in der hochdynamischen Tech-Landschaft besser positionieren.

Der Autor Marc Peter Dauter ist Geschäftsführer von Le Wagon Deutschland. Le Wagon ist ein weltweit agierender Coding-Bootcamp-Anbieter, der seinen Absolvent*innen hilft, ihre Tech-Karrieren zu starten.

Stepan Timoshin: Der Sneaker-Millionär

Schon während der Schulzeit erkannte Stepan Timoshin das Potenzial limitierter Sneaker als Investitionsmöglichkeit und machte dann mit 17 Jahren sein Hobby zum Beruf. Inzwischen hat der 22-Jährige mit VADITIM ein Millionenvermögen aufgebaut und investiert derzeit in sein zweites Modelabel.

Stepan, ein Musterschüler? Fehlanzeige. Stepan Timoshins Vater kürzte ihm aufgrund schlechter Noten sein Taschengeld. Streng blieb er und stellte seinem Sohn ein Ultimatum: Er dürfe nur mit Taschengeld rechnen, wenn er mindestens einen Durchschnitt von 2,0 im Zeugnis erreicht. Für den damals 14-Jährigen brach eine Welt zusammen, doch im Rückblick ist Stepan Timoshin seinem Vater für diese harte Haltung dankbar. Dadurch habe er auf gewisse Weise einen unternehmerischen Geist entwickelt. Stepan Timoshin suchte nach anderen Wegen, um Geld zu verdienen, er arbeitete während der Ferien 20 Stunden pro Woche in einem Hotel, sparte und konnte so sein erstes Stammkapital von 440 Euro auf seinem Bankkonto ansammeln. Noch heute ist er stolz darauf, die Kontoauszüge aus dieser Zeit aufbewahrt zu haben.

Durch Zufall erfuhr Stepan Timoshin über Social Media von der Praxis des Resellings. Ein YouTuber, der die neuesten und beliebtesten Sneaker-Modelle präsentierte, erzählte in einem Video, wie er mit dem Wiederverkauf von einem einzigen Schuhpaar 500 Dollar Profit erzielte. Stepan Timoshin war beeindruckt und begann, sich mit Sneaker-Preisen auseinanderzusetzen. „Heutzutage kann man die trendigen Produkte leicht online finden. Es gibt unzählige Apps und Plattformen, die einen innerhalb von Sekunden über die Marktpreise informieren. Damals war die Recherche noch nicht so einfach“, sagt Timoshin. Er wagte den ersten Versuch und kaufte ein limitiertes Paar Schuhe als Investmentmöglichkeit, das er über eBay-Kleinanzeigen verkaufen wollte. Es war ein Risiko für den jungen Mann, der sein ganzes Vertrauen auf eine YouTube-Quelle setzte. „Es hätte ja sein können, dass der Influencer einfach nur Werbung macht und ich dann mit einem Produkt dastehe, das niemand kaufen möchte.“ Stepan Timoshin schloss den Verkauf erfolgreich mit Gewinn ab.

Die Yeezy-Ära

Zwischen 2015 und 2016 stieß Stepan Timoshin auf die Sneaker-Marke Yeezy, die durch die Zusammenarbeit von Adidas und dem Musikkünstler Kanye West entstanden war. Die Yeezy-Modelle entwickelten sich schnell von einem modischen Statement zu den begehrtesten Sneakern auf dem Markt. Für Timoshin bedeutete dies den perfekten Einstieg in die Welt der Investitionen. Er begann, sich verstärkt mit limitierten Sneakers zu beschäftigen und entwickelte ein Gespür dafür, wie die Nachfrage und der Warenkauf funktionierten. „Besonders am Anfang hatte Adidas die Auflage krass limitiert. Ich war oft bei einer Art Verlosung am Start, um die Schuhe überhaupt kaufen zu können, ein exklusives Verkaufssystem, man musste seine Tricks herausfinden, um an mehrere Paare ranzukommen“, so Stepan Timoshin. Er hatte Glück: Durch den Wiederverkauf einiger Yeezys verdiente er innerhalb einer Nacht das Fünffache des Originalpreises.

In dieser Phase verkaufte er die Schuhe vor Ort, sogar vor den Sneaker-Läden. Es war ihm besonders wichtig, die Kund*innen zu finden und das Geld sofort in der Hand zu haben. Stepan Timoshin legte fleißig Einnahmen beiseite und schuf sich ein Startkapital für sein Business. Dannn wollte er auf eigene Faust agieren und bot den Läden mehr Geld für die Schuhe an. „Ich bekam die Schuhe durch die Hintertür“, gesteht Timoshin. Er reservierte große Mengen an Sneaker-Modellen, kaufte immer alles auf und gewann dadurch das Vertrauen der Händler*innen. Doch dann rief eines Tages die Berliner Sparkasse bei ihm an. Aufgrund seines auffälligen Umsatzes der letzten anderthalb Jahre wurde ihm Steuerhinterziehung vorgeworfen. Stepan Timoshin musste den Betrag nachzahlen.

Trotz dieses Rückschlags gründete er eine Firma – aus rechtlichen Gründen musste sein Vater vor der Volljährigkeit des Sohnes noch die Geschäftsführung übernehmen –, um auf keinen Fall den Anschluss an den Sneaker-Markt zu verlieren.

VADITIM, Partnerschaftsverträge, Online-Shop und Flagship-Store

Ein paar Jahre später wurde VADITIM ins Leben gerufen. Neben dem Online-Shop entschied sich Stepan Timoshin auch für die Eröffnung eines physischen Ladens, der bis heute einen wichtigen Bestandteil seines Geschäfts darstellt. „Der Laden trägt zwar nicht viel zum Umsatz bei, ist aber eine schöne Abwechslung zum E-Commerce“, betont Stepan Timoshin.  Er ist für ihn ein Statement: „Die Leute können im Laden die Schuhe selbst anprobieren, sie vergleichen – das hat etwas Besonderes, und das ist mir wichtig.“

Zudem schloss Stepan Timoshin Partnerschaften mit anderen Social-Media-Influencer*innen und begann, auch Social-Media-Videos über VADITIM zu drehen. Bis heute betrachtet Stepan das Thema Reselling als den Startpunkt, um seine Leidenschaft für Projekte zu entfachen. Nach der Positionierung von VADITIM stiegen die Umsätze schnell an – wie er selbst sagt, war dies der Wendepunkt, an dem er sich „als Geschäftsmann neu erfinden“ konnte.

Dann kam Corona

Die erste unternehmerische Krise traf Stepan Timoshin kurz vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie im März 2020. Zu dieser Zeit hatte er einen Franchise-Vertrag für die Eröffnung von sechs weiteren Geschäften in ganz Europa unterzeichnet. Doch genau an seinem Geburtstag wurde ihm mitgeteilt, dass der Deal geplatzt war. Zusätzlich musste er aufgrund des Lockdowns seinen Laden schließen, VADITIM erlebte einen massiven Umsatzrückgang – von Hunderten Bestellungen pro Woche auf keine Bestellung pro Tag. Existenzängste plagten Stepan Timoshin, und auch der Wert der eingehenden Bestellungen sank monatelang drastisch. Stepan Timoshin musste schnell handeln. „Vor Corona war unser Sortiment anders ausgerichtet, mit hochpreisigen Artikeln, aber wir mussten uns anpassen und neue Zielgruppen mit verschiedenen Budgets ansprechen“, erzählt Timoshin. Er bot nun auch günstigere Schuhmodelle, Kleidung und Accessoires an. Mit großem Einsatz erholte sich sein Geschäft allmählich. Neue Geschäftspartner*innen standen wieder vor der Tür, und Stepan investierte erneut. Zudem gründete er sein eigenes Modelabel namens ELEVATE.

Vlogs sind entscheidend

Heute konzentriert sich Stepan Timoshin darauf, einen direkten Kontakt zu seinen Kund*innen herzustellen. „Es macht mich sehr glücklich, wenn ich sehe, dass Leute auf Instagram Fotos von meinen Marken posten. Mein Ziel ist es, ein verbessertes Kundenerlebnis zu bieten. Neulich habe ich in einem Livestream-Video über das Thema Dankeschön-Karten gesprochen, es ging dabei um optimale Formulierung und Gestaltung“, so Stepan Timoshin.

Als Gesicht der Marke ist es für Stepan Timoshin wichtig, direkt und offen aufzutreten. Er möchte während seiner Streams ansprechbar sein und sich so transparent wie möglich zeigen. „So bin ich meiner Community einfach näher“, sagt er. Seine Strategie besteht darin, bestehende Kund*innen mit Neuigkeiten zu unterhalten und natürlich auch neue Kund*innen zu gewinnen. Er ist überzeugt, dass eine kontinuierliche Präsenz in den sozialen Medien eine stärkere Verbindung zu seiner Kundschaft aufbauen kann, was letztendlich zu einem Wachstum des Geschäfts führt. Dazu gehören unterhaltsame Videos wie YouTube-Vlogs und Instagram-Content. „Wenn ich zum Beispiel eine Instagram-Story poste und sie 60.000 Menschen sehen, selbst wenn nur ein Prozent davon etwas kauft, ist das bereits ein Erfolg für mich. Denn Traffic bedeutet Kund*innen, und das ist entscheidend für mein Geschäft“, betont Stepan Timoshin. Die Kunden*innen sollen nicht nur einmal kaufen, sondern im besten Fall zu Fans seiner Marken werden.

Die Tools der KI identifizieren

Stepan Timoshin rät angehenden Gründer*innen, frühzeitig in Unternehmenseinrichtung zu investieren, insbesondere im Bereich E-Commerce, da sich dies seiner Meinung nach definitiv auszahlt. Seit Ende 2022 investiert er beträchtliche Summen in die SEO-Optimierung seiner Online-Plattformen und in Werbekampagnen, unter anderem auf Google Ads, TikTok Ads und Meta Ads. Darüber hinaus legt er großen Wert auf die Weiterbildung seiner Mitarbeitenden, die intensiv mit künstlicher Intelligenz für die Content-Erstellung arbeiten. „Das ermöglicht ihnen ein effizienteres Arbeiten“, erläutert Stepan Timoshin.

Dank des erfolgreichen Umsatzwachstums im DACH-Raum strebt Stepan Timoshin eine Expansion in ganz Europa an. Dabei konzentriert er sich weiterhin auf die Implementierung seines E-Commerce-Geschäfts. „Ich bin überzeugt, dass die Zukunft im Omnichannel liegt“, betont er. Diese Geschäftsstrategie bietet den Kund*innen ein reibungsloses und angenehmes Einkaufserlebnis, ohne Barrieren beim Wechsel zwischen den Kanälen. Kund*innen können online Artikel kaufen und diese anschließend in der Filiale abholen. Dort könnten Mitarbeitende zusätzliche Artikel vorschlagen, um den Online-Kauf zu ergänzen und den durchschnittlichen Bestellwert zu steigern.

Stepan Timoshin empfiehlt zudem, stets einen Plan B und C parat zu haben sowie parallel zur Gründung eines Start-ups in Weiterbildung zu investieren. „Ein Abschluss ist eine Art Lebensversicherung, man weiß nie, was passieren kann“, so Timoshin. Ein gut ausgearbeiteter Businessplan ist seiner Meinung nach unerlässlich. Man sollte sich nicht vom Geld blenden lassen und immer einen klaren Kopf behalten, um Fokus und Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Dies helfe auch, Fehler zu vermeiden. Heutiger Erfolg sei nur ein Schritt in der Geschäftskarriere, morgen könne alles anders aussehen. Wertschätzung für den Prozess und ein Überblick über die Nebenkosten seien ebenso wichtig.

In naher Zukunft plant Stepan Timoshin die Eröffnung eines zweiten VADITIM-Ladens und möchte ELEVATE als namhafte Bekleidungsmarke etablieren.

Digitale Identitäten: IT-Sicherheitslage, KI und NFC prägen 2024

Fünf große Herausforderungen und Chancen, mit denen Anbieter*innen digitaler Dienste in Deutschland im nächsten Jahr konfrontiert sein werden.

Die weltweite IT-Sicherheitslage und künstliche Intelligenz à la ChatGPT haben in den letzten zwölf Monaten die Schlagzeilen bestimmt. Wenig deutet aktuell darauf hin, dass sich dies im nächsten Jahr ändert. Auf digitale Identitäten und Dienstleistungen hat dies ebenfalls Auswirkungen. Wir werden einen Blick auf fünf Herausforderungen und Chancen, mit denen digitale Dienste in Deutschland im nächsten Jahr konfrontiert sein werden.

IT-Trend 1. Der Siegeszug der generativen KI

Vor allem in der Form von ChatGPT haben generative KI und Large Language Models (LLMs) 2023 einen großen Marktauftritt hingelegt. Beobachter gehen davon aus, dass der Einsatz von generativer KI einfacher sowie kostengünstiger wird und in den nächsten Jahren durch eine Kombination unterschiedlicher Anwendungsfälle einen wirtschaftlichen Mehrwert in Billionenhöhe generieren kann. Auf der anderen Seite werden KI-Entwicklungen zwangsläufig einige negative Auswirkungen auf die Cybersicherheit haben. Die Anfänge sind bereits zu beobachten: Social-Engineering-Angriffe werden einfacher und schneller, da (Cyber-)Kriminelle kein tiefes technisches Know-how mehr benötigen, um sie auszuführen. Auch die Fälschung von Bildern physischer Dokumente dürfte einfacher werden als je zuvor. Um diese KI-gestützten Fortschritte zu bekämpfen, müssen Unternehmen im nächsten Jahr verstärkt selbst KI einsetzen – vor allem im Zusammenspiel aus Mensch und KI –, um böswilligen Akteuren einen Schritt voraus zu sein.

IT-Trend 2. Angespannte IT-Sicherheitslage

Nicht nur wegen der KI-Entwicklungen hat sich die IT-Sicherheitslage im vergangenen Jahr verschärft, das hatte zuletzt erst der BSI Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland 2023 gezeigt. Viele Akteure, vor allem in der Finanz- und Fintech-Branche, werden ob der angespannten Lage verstärkt nach Lösungen zur Verhinderung von Onlinebetrug suchen und dabei immer häufiger auf mehrschichtige Tools und Technologien setzen. Dazu zählt auch das Hinzufügen sogenannter Risikosignale bei Identitätsprüfungen: Diese Signale können verhaltensbiometrische Daten wie Tippmuster oder Mausbewegungen einbeziehen, um Betrug zu erkennen. Zudem können sie historische Transaktionen mit Nutzern in Form von Gerätesignalen in die Betrugsbekämpfung einfließen lassen und Betrügern so das Leben erschweren.

IT-Trend 3. NFC-Technologie im Aufwind

Angesichts der angespannten IT-Sicherheitslage wird im Bereich der Identifikation auch die Anwendung der Near Field Communication (NFC) Technologie im kommenden Jahr einen Zuwachs verzeichnen. Die Betrugsprävention ist bei NFC besonders hoch, da der im Personalausweis integrierte Chip äußerst fälschungssicher ist. Auf dem Chip sind die Personendaten, sowie das biometrische Lichtbild gespeichert. So können die originalen Daten validiert werden, auch wenn das Ausweisdokument äußerlich verfälscht wurde. Aufgrund verschiedener politischer Entscheidungen wie dem Onlinezugangsgesetz (OZG) oder der Einführung der BundID in zusätzlichen Bundesländern wird es auch im kommenden Jahr einen weiteren Nutzeranstieg der eID-Funktion in Deutschland geben. Positive Entwicklungen waren auf Bundesebene laut BMI bereits in diesem Jahr zu erkennen. Die höhere Verbreitungsrate von NFC-fähigen Smartphones trägt dazu bei, so wie die Möglichkeit, die NFC-Technologie mit einer Vor-Ort-Identifizierung, beispielsweise in einer Tankstelle, zu kombinieren.

IT-Trend 4. Step-up-Verifikation

Neben der ersten Interaktion zwischen Kunde und Organisation oder Institution wird auch die weitere Customer Journey in Hinblick auf Sicherheit immer wichtiger. Eine sichere und schnelle Benutzerkontenwiederherstellung ist ein zentraler Baustein, um Kriminelle von unerlaubten Kontoübernahmen abzuhalten. Beispielsweise ist die Änderung der Telefonnummer oder der E-Mail-Adresse kurz nach einer Kontoeröffnung ein starkes Indiz für Account-Takeover oder sogenannte Money Mules, also Personen, die ihre Zugangsdaten Kriminellen freiwillig zur Verfügung stellen, weil sie leichtes Geld verdienen wollen. Auch ungewöhnlich hohe Transaktionen können ein Warnsignal sein. Dem kann man entgegenwirken, indem der Nutzer seine Identität via Step-up-Verifikation nochmals bestätigen muss. So kann das notwendige Level an Sicherheit gewährt werden.

IT-Trend 5. eIDAS 2.0: Der große Schritt in die digitale Dekade

Auch in der Gesetzgebung wird sich im kommenden Jahr einiges ändern. Auf EU-Ebene lautet das Schlagwort „eIDAS 2.0“. Ziel der EU ist es, ein europaweites Ökosystem für digitale Identität zu schaffen. Die erneuerte Verordnung muss im Trilog zwischen der EU-Kommission, dem EU-Rat und dem EU-Parlament vereinbart werden. 2024 wird also hoffentlich das Jahr, in dem die Verordnung, die Durchführungsbestimmungen und die zugehörigen Normen endlich verabschiedet werden. Auch Deutschland ist mit dem BMI-Konsultationsprozess über die Entwicklung einer eIDAS 2.0-konformen Infrastruktur für eine deutsche Wallet im Sommer 2023 gestartet. Im nächsten Jahr soll die Entwicklungsphase und der Architekturprozess beginnen, was essenziell für die weitere Akzeptanz sein wird. Die Identity Wallets, wie sie unter anderem auf EU-Ebene diskutiert werden, kommen bisher laut Digital Identity Index 2023 erst bei einem Prozent der deutschen Bevölkerung zum Einsatz. Gleichzeitig plant die EU aber, dass 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger bis 2030 eine digitale Identität in der Form eines Wallets benutzen. Große Veränderungen in den digitalen Infrastrukturen – auf allen Seiten – sind somit für 2024 vorprogrammiert.

Der Autor Philipp Angermann ist Director Financial Services DACH bei IDnow, der Plattform zur Identitätdprüfung.

­Mehr als eine Mitfahrplattform

Die Benzinpreise und sonstigen Kfz-Kosten steigen immer weiter. So ist es nicht verwunderlich, dass Mitfahrzentralen an Beliebtheit gewinnen. Flinc geht jetzt noch einen Schritt weiter als diese, indem es ein Social Mobility Network anbietet.

Die Idee dahinter ist, dass man bei Freunden, bzw. Freunden von Freunden eher mitfährt als bei Fremden. Zudem kann flinc mit dem iPhone genutzt werden, und noch während der Fahrt können Mitfahrer organisiert werden.

So funktioniert’s: flinc analysiert Fahrtrouten in Echtzeit und bringt Autofahrer und potentielle Mitfahrer schnell und vollautomatisch zusammen. Umständliche Abstimmungsprozesse und das Vereinbaren von Treffpunkten entfallen. Die Personalisierung im Netzwerk schafft die notwendige Vertrauensbasis für Fahrer und Mitfahrer, die über den jeweils anderen informiert sind und sich nach der Fahrt auch gegenseitig bewerten können.

www.flinc.org

 

Geschäftsideen Mobilität: Das Immer-dabei-Fahrrad

Das Kwiggle-Bike ist zusammengefaltet so klein, dass es sich problemlos in einer rucksackähnlichen Tasche auf dem Rücken tragen lässt. Eine runde Geschäftsidee!

Viele Pendler, die einen Großteil des Weges zur Arbeit mit U-Bahn, S-Bahn und Bus zurücklegen, müssen zusätzlich noch ein ganzes Stück zu Fuß gehen. Eine Alternative bieten – neben Scootern – längst schon kleine, zusammenfaltbare Fahrräder. Mit dem Kwiggle-Bike gibt es nun eine Ausführung dieser Art, die noch kleiner, leichter und handlicher ist als vergleichbare Produkte.

Das Kwiggle-Bike lässt sich im zusammengeklappten Zustand sogar in einer Tasche verstauen und so wie ein Rucksack auf dem Rücken tragen. Laut Hersteller lassen sich mit dem Rad aus Edelstahl und Aluminium trotzdem Geschwindigkeiten bis 30 km/h erreichen. Vom 1. Dezember 2016 an lässt sich das Kwiggle-Bike über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter bestellen.

Geschäftsideen Nahverkehr: halb Bus, halb Taxi

Beim Allygator Shuttle-Service teilen sich die Passagiere ihre Fahrt in einem komfortablen Kleinbus mit anderen Fahrgästen. Eine sinnvolle Geschäftsidee für unsere Großstädte.

Hinter der Geschäftsidee steckt die Door2Door GmbH, ein mehrfach ausgezeichnetes Start-up für urbane Mobilität. Der Service startete im August 2016 seine Testphase in Berlin und soll bald in weiteren Städten verfügbar sein – auch außerhalb Deutschlands.

Passagiere bestellen bei dieser Geschäftsidee ihre Fahrt einfach per App, werden durch Fahrer direkt von ihrem Standort abgeholt und zum Ziel gebracht. Die Fahrer besitzen einen Personenbeförderungsschein und werden vom Unternehmen zusätzlich selbst geprüft und ausgewählt. Ein intelligenter Algorithmus berechnet den idealen Weg, der alle Mitfahrer schnell und bequem zu ihren individuellen Zielen bringen soll.

Geschäftsideen Zweirad: das elektrische Motorrad

1996 gründete Johann Hammerschmid im österreichischen Bad Leonfelden seine gleichnamige Maschinenbaufirma, um Produktionsanlagen für die Automobilindustrie herzustellen.

Ab 2005 begann er in seiner Firma damit, ein Elektro-Motorrad zu entwickeln, um sich vom Zulieferer zum Hersteller weiterzuentwickeln. Die Wahl fiel auf ein E-Motorrad, weil sich das mittelständische Unternehmen finanziell nicht hätte leisten können, ein mehrspuriges Fahrzeug zu entwickeln.

2012 gründete Hammerschmid dann mit seinem Geschäftspartner Ludwig Mülleder die Johammer e-mobility GmbH. Knapp zwei Jahre später konnte er dann mit dem J1 der Öffentlichkeit das erste serienreife E-Motorrad präsentieren. Das Motorrad fällt nicht nur durch sein atemberaubendes Design auf, sondern auch die zukunftsweisende Technologie. Eine wirklich coole Geschäftsidee!


Radl-Logistik neu aufgestellt

Händler oder Privatpersonen, die ein Fahrrad versenden wollen, haben es in Deutschland nicht immer leicht, zumal der Logistikdienstleister Hermes den Fahrradversand Anfang des Jahres eingestellt hat. Die Gründer der Vergleichs- und Buchungsplattform für Logistik Pamyra.de wollen das ändern.

Ab sofort haben gewerbliche sowie auch private Versender von Fahrrädern und E-Bikes die Möglichkeit, über die Plattform verschiedene Angebote von Transportunternehmen online zu vergleichen und zu buchen.

Gemeinsam mit verschiedenen Anbietern spannt das Leipziger Start-up auf www.pamyra.de aktuell ein bundesweites und flächendeckendes Netz für den Transport von Fahrrädern und organisiert, wenn nötig, eine passende Transportverpackung gleich mit. Versender können auf der Vergleichsplattform zwischen einzelnen Versandunternehmen und unterschiedlichen Tarifen wählen.

Dazu wird in der Suchmaske die Start- und Zieldestination der Sendung eingegeben und anschließend bei der Angabe zur Ladung zwischen „Fahrrad“ oder „E-Bike“ unterschieden. Innerhalb weniger Sekunden werden dem Versender passende Angebote von Speditionen angezeigt, die er dann sofort buchen kann. Der Transport dauert je nach Spedition und Strecke zwischen zwei und fünf Werktagen.

Bevor das Rad mit dem Transportunternehmen auf Reisen geht, muss dies vom Versender entsprechend verpackt werden. Hier hat Pamyra.de eine einfache Lösung gefunden: Buchende können sich von der Vergleichsplattform über den Tarif „All Inclusive" einen passenden Karton nach Hause oder ins Geschäft liefern lassen. Auf der Plattform gibt es außerdem eine Checkliste und Video-Anleitung zum fachgerechten Verpacken von Fahrrädern.

„Bei einem Fahrradtransport haben Versender bisher nicht nur die hohen Kosten abgeschreckt, sondern vor allem die aufwendige Organisation des Transports“, erklärt Felix Wiegand, Gründer und Geschäftsführer von Pamyra.de. „Eigentlich liegt unser Fokus nicht auf Fahrradtransporten, aber nachdem viele Kunden mit diesem Thema an uns herangetreten sind, haben wir jetzt gemeinsam mit Partnern aus der Transportbranche eine einfache und kostengünstige Lösung entwickelt. Mit dieser kann innerhalb von drei Minuten über Pamyra.de ein Transport für Fahrräder gebucht werden.“

Aktuell bietet die Vergleichsplattform insgesamt neun Tarife über ihre Partner an. Angeboten werden neben dem Transport eines normalen Fahrrads im Vollkarton, auch der Versand von E-Bikes im Vollkarton inklusive Transportversicherung. Beim Tarif „All Inclusive“ wird der passende Transportkarton vorab frei Haus geliefert wird.

Handwerk zum Genießen

Stefan Kolle, Gründer und Geschäftsführer der renommierten Werbeagentur Kolle Rebbe, ist nicht nur für seine Kunden kreativ tätig, sondern auch für sein eigenes Foodlabel The DeliGarage Custody UG. Mit dieser Firma bietet er zusammen mit einem kreativen Team ausgesuchte Delikatessen von regionalen Lebensmittel-Manufakturen im Internet und über ausgesuchte Händler an.

Die Produkte zeichnen sich durch hübsches Design und geschmackvolle Verpackung, neue Formen und Geschmacksrichtungen sowie hohe Qualität und Preise aus. Alle Produkte haben eines gemeinsam: Sie erinnern an gehobene handwerkliche Leistung, wie die Namen schon verraten: Ölwechsel, Schokoleim, Esslack, Tubenhonig und Mehrzwecknudeln. Das Konzept scheint aufzugehen.

Obwohl noch keine aufwändigen Werbekampagnen gestartet wurde, sind die Verkäufe schon deutlich besser als geplant. Der Topseller ist die Ölwechsel-Serie. Dabei handelt es sich um drei Ölfläschchen mit jeweils 100 ml hochwertigem und natürlichem Olivenöl. In einer Olivenöl-Manufaktur in Katalonien, südlich von Barcelona, werden frischer Rosmarin, Peperoni oder Zitrone als ganze Früchte mit ihrer Schale gemeinsam mit Oliven bei max. 20°C kalt verpresst und verleihen so dem Öl ihr spezielles Aroma. Aufgrund des vielversprechenden Starts werden jetzt europaweit Distributionspartner gesucht, und das Produktsortiment soll erweitert werden.

www.the-deli-garage.com