Geschäftsideen Tee: die Wirkung rückt in den Vordergrund

Tee-Sorten mit spezieller Wirkung


44 likes

Immer häufiger wird bei neuen Geschäftsideen nicht ein Produkt, sondern dessen Wirkung in den Vordergrund gestellt. Das gilt zum Beispiel für den Tee von Teatox.

Teemischungen heißen heute z.B. "Schlank und fit" oder "Klarer Kopf". Bei diesen Teesorten muss man nicht mehr lange auf die Verpackungen schauen, um zu wissen, für welchen Zweck das Produkt gedacht ist.

Michael Decker und Felix Ilse greifen diesen Trend auf und wollen mit Teatox qualitativ hochwertige Tees ohne Teebeutel anbieten. Ihr Teesortiment untergliedert sich in die Kategorien Body, Mind und Soul. Hinter jeder dieser "Tee-Welten" verbergen sich Teemischungen, die in Hinblick auf eine wohltuende Wirkung auf Körper, Geist und Seele speziell entwickelt wurden.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Wie IT-Lösungen Unternehmen zukunftsfähig machen – 4 innovative Tech-Start-ups

Wir stellen Tech-Start-ups vor, die mit ihren Innovationen erfolgreich neue Wege gegangen sind.

Viele junge Start-ups entwickeln digitale Lösungen, mit denen sich die vielfältigen Herausforderungen in diesem Bereich bewältigen lassen. Vier sehr engagierte Start-ups haben quasi als Vorreiter Technologien entwickelt, die Geschäftsprozesse schneller, effizienter und sicherer machen. Ihnen verdanken Kund*innen neue und leistungsstarke Internetverbindungen, Software zur Abwicklung von Immobiliengeschäften, Systeme im Segment Datenhoheit und zukunftsweisende Lösungen in Sachen Text- und Video-Übersetzungen.

Cordaware – ZTNA statt VPN?

Eine VPN-Verbindung war lange Zeit das Nonplusultra in Sachen Verbindung zwischen Homeoffice und Unternehmen. Der größte Nachteil am „Virtual Private Network“ bestand allerdings darin, dass sich immer nur eine einzige Leitung aufbauen ließ. Solange es nur Kommunikation zwischen zwei Personen gab oder die Leitung nur zu einem Ziel führte, war diese Form der Verbindung eine optimale, weil extrem sichere Lösung. Zwei Nachteile von VPN-Verbindungen sind der Aufwand, den IT-Abteilungen für die Einrichtung der Verbindung aufbringen muss und die heute nicht mehr ausreichende Geschwindigkeit.

Durch die verstärkte Vernetzung von Unternehmen sowie die wachsende Komplexität von IT-Systemen und Netzwerken sind neue Lösungen notwendig. VPN ist zudem in Sicherheitsfragen nicht das Optimum. Zwar ist das Eindringen in die gesicherte Verbindung unmöglich, aber über den Hack eines mit VPN ausgestatteten Computers öffnet sich für den Cyberkriminellen das gesamte, an der VPN-Verbindung hängende Netzwerk des betreffenden Unternehmens.

Die potenzielle Nachfolgetechnologie heißt ZTNA (Zero Trust Network Access). Sie ist in der Lage, nur Verbindungen zu den Daten bzw. Applikationen aufzubauen, die der jeweilige Mitarbeitende tätigkeitsbedingt benötigt. Er kann nicht auf andere Ressourcen des Unternehmens zugreifen. War es bisher notwendig, existierende IT-Infrastrukturen anzupassen, so hat Cordaware, ein 1995 gegründetes Start-up mit Sitz in Pfaffenhofen, mit Cordaware bestzero eine entsprechende Lösung entwickelt.

Der Mitarbeitende muss sich lediglich eine spezielle Appsbox auf sein Endgerät laden. Über diese kann er sich dann mit dem „Hive“, von dem festgelegt wird, auf welche Ressourcen der Mitarbeitende zugreifen darf, sowie einem Server zur Authentifizierung im Unternehmen verbinden. Die Besonderheit bei Cordaware bestzero besteht darin, dass der Aufbau der Verbindung nicht von außen nach innen, wie bisher beim Konzept ZTNA üblich, sondern von innen nach außen aufgebaut wird.

Der Hive kann darüber hinaus die Appsbox des Mitarbeitenden mit einer unbegrenzten Zahl von Kunden verbinden, wodurch sich unternehmensübergreifende Projektarbeiten vereinfachen. Insgesamt bietet das Unternehmen mit seiner Entwicklung mehr Sicherheit und Flexibilität bei gleichzeitig weniger Aufwand.

REO – Digitale Lösungen für Immobilienunternehmen

Ungeachtet der Tatsache, dass sie eine Notwendigkeit darstellt, kommt die Digitalisierung in der Real-Estate Branche freundlich ausgedrückt nur langsam voran. Zu stark sind die bisherigen Praktiken wie Netzwerken und Besichtigungen auf persönlicher Ebene noch in den Köpfen verankert. Allerdings tut sich etwas, denn augenblicklich verändern sich die Ansprüche des Marktes hinsichtlich digitaler Arbeitsmethoden.

„Es besteht ein großer Bedarf nach mobilen Lösungen und einfacher, zentralisierter Kommunikation. Gleichzeitig sind Immobilienvertriebe wie Makler als wichtiger Bestandteil des Marktes nicht wegzudenken, da dieser immer komplexer wird. Wenn dieser deutlich technologie- und softwaregestützter durch Lösungen wie REO arbeiten kann, strahlt das auf alle Parteien im Prozess aus und führt zu besseren Resultaten“ erklärt Lucas Christel, Co-Gründer von REO.

Spätestens die Corona-Beschränkungen haben dazu geführt, dass sich nicht nur die Arbeitsweise der Makler, sondern auch die Form der Begegnungen verändert hat. Beides geschieht immer häufiger über digitale Kanäle. Nach der Entwicklung des digitalen Immobilien-Marktplatzes offmade haben die Brüder Lucas und Lennart Christel REO erdacht, eine innovative und mobile Maklersoftware. Sie ist sozusagen die Weiterführung von offmade.

Mit seiner Maklersoftware möchte REO seine Vision eines digitalen und dennoch persönlichen Drahtes zu Kund*innen jeder Couleur ermöglichen und unterstützen. Die Software und die dazugehörige App ermöglichen es Immobilienmakler*innen, mit ihrer Kundschaft zu kommunizieren und sämtliche Tätigkeiten des Maklerberufs auch von unterwegs abzuwickeln.

Das ist möglich durch einen über die Plattform zugänglichen, integrierten Datenraum. Alle relevanten Informationen, Daten und Dokumente zu einem Immobiliengeschäft können in diesem einen Tool gesammelt und abgerufen werden. „REO ermöglicht Immobilien Sales-Teams wie z.B. Maklern, Maklerunternehmen, Bauträgern, Projektvertrieben und Banken digital und mobil zu arbeiten. Die Software verfügt über die erste moderne App, mit der alle Workflows auch von unterwegs funktionieren“, erklärt Gründer und CEO Lucas Christel die Funktionsweise von REO.

Uniki – Alternative zu großen Clouds

Nicht jedes Unternehmen kann die Kosten für große Cloud-Dienstleister auf Dauer stemmen. Dieser Umstand brachte Matthias Bollwein und Roman Leuprecht aus München auf die Idee, 2017 ihr Unternehmen Uniki GmbH zu gründen. Das Münchner Star-tup bietet kleinen Unternehmen mit seinen eigenen Servern mehr Unabhängigkeit von den großen Online-Diensten. Dazu setzt Uniki auf eine Kombination aus Private-Cloud-Box und eigener Plattform mit Web-Anwendungen und schafft so einen neuen, besseren Standard in Sachen Datenhoheit in diesem Segment.

Kostensparend wirkt sich für die inzwischen mehr als 200 Unternehmen, die die Server von Uniki inzwischen genutzt haben aus, dass das Start-up „Hardware von der Stange“ verwendet. Das bedeutet, dass die vom Unternehmen „Elly“ genannten Systeme keine teuren Hardware-Eigenentwicklungen sind, sondern aus Standardkomponenten bestehen. Zudem wird auch die Software nicht für teures Geld neu designt. Vielmehr integriert Uniki bereits existierende Linux-Anwendungen auf seiner Plattform. Viele der Software-Programme basieren auf Open Source und haben sich bereits lange bewährt. Dazu bietet das Unternehmen passende Apps an. Insgesamt finden Kund*innen etwa 50 angepasste Anwendungen auf der Plattform.

Ergebnis ist eine private Cloud für jeden, ohne Kompromisse zwischen Privatsphäre und Benutzer*innenfreundlichkeit. Sämtliche Daten liegen an einer zentralen Stelle im eigenen Unternehmen, was die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen wesentlich erleichtert. Der Vorteil besteht darin, dass Uniki eine Komplettlösung aus privatem Server und einfach zu bedienender Cloud-Plattform bietet.

Mit der „Collaboration Suite“ von Uniki können Unternehmen kollaborativ arbeiten, bei gleichzeitig hoher und DSGVO-konformer Datensicherheit. Zukünftig sollen die bisher zum Einzelpreis verkauften Server von Unternehmen gegen eine monatliche oder jährliche Gebühr auch als Abo gebucht werden können.

vidby – neue Qualität bei Video- und Textübersetzungen

Text- und Videoübersetzungen gibt es schon länger, bisher allerdings mangelte es solchen Übersetzungen vor allem an einem, nämlich an Qualität. Ein Video mit Sprachspur von der Ursprungssprache in eine andere zu übertragen, ist ein hochkomplexer Vorgang, für den es viel Erfahrung und auch technisches Know-how braucht. Das von Alexander Konovalov und Eugen von Rubinberg gegründete Start-up vidby besitzt beides, viel Know-how und KI-basierte Technologie.

Fast alle heute veröffentlichten Videoinhalte sind in englischer Sprache und dies, obwohl gerade einmal 12 Prozent der Weltbevölkerung überhaupt Englisch spricht und/oder versteht. Das bedeutet, dass wichtige Informationen und wertvolles Wissen für den größten Teil der Menschheit unzugänglich bleiben. Das wollten die Gründer von vidby, die übrigens schon den „Vorgänger“ DROTR gründeten, ändern und haben eine Software entwickelt, die mithilfe von Algorithmen und KI schnelle und vor allem qualitativ hochwertige Übersetzungen erstellt.

Als Hauptzielgruppen gelten B2B bzw. B2G, also vor allem international agierende Unternehmen, Medienunternehmen, NGOs, öffentliche Organisationen, Influencer, Bildungsinstitutionen und auch staatliche Institutionen. Zielgruppe sind also alle, die mithilfe von Video-Übersetzungen ihre Gewinnorientierung verfolgen oder sonstige Ziele erreichen möchten, z.B. die Erhaltung von Wissen.

Wodurch sich vidby von anderen Unternehmen unterscheidet, sind eine hohe Benutzer*innenfreundlichkeit, die Bestellgeschwindigkeit und vor allem die Qualität der Übersetzungsleistung. Hinzu kommt ein sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.

Für die Bestellung einer Video-Übersetzung oder Voice-over braucht es keine Anrufe oder sonstigen Erläuterungen, der gesamte Bestellprozess wird automatisiert durchgeführt.

Der hohe Grad der Automatisierung ermöglicht ein nahezu sofortiges Ergebnis, denn für eine Minute des Videos muss der/die Kund*in eine Wartezeit von lediglich zwei Minuten einplanen. Von einer solch kurzen Wartezeit profitieren vor allem Kund*innen, die eine hochwertig übersetzte, sprachlich sehr gute Videonachricht in kürzester Zeit benötigen.

Fazit – Förderung von Technologien stützt den Wirtschaftsstandort Deutschland

Zum Glück gibt es unzählige kluge und kreative Köpfe, die mit ihren Ideen nicht nur die Digitalisierung vorantreiben können, sondern es Unternehmen, Behörden und sonstigen Institutionen ermöglichen, effizienter, kund*innenorientierter und vor allem kostensparender zu arbeiten. Die Start-up-Szene ist eine wichtige Basis für den Wirtschaftsstandort im DACH-Raum und sollte deshalb von allen relevanten Seiten gefördert werden.

Die Trinkgeld-Retter

Mit dem Bargeld stirbt das Trinkgeld: Die Vision des Münchner Start-ups eDrixx ist, allen Servicekräften mehr Trinkgeld zukommen zu lassen und damit die Dienstleistungsbranche zu einem attraktiveren Arbeitsumfeld zu machen.

Im Einzelhandel etwa werden nur noch 38,5 Prozent der Transaktionen über Scheine und Münzen abgewickelt. Der Anteil der Deutschen, die im Handel und im Dienstleistungssektor mit Bargeld zahlen, sackt von 2021 auf 2022 um zwölf Prozent ab. Soweit aktuelle Erhebungen.

Für viele Verbraucher bedeutet dies ein Mehr an Convenience, doch für Deutschlands Dienstleistungsgewerbe wird der Trend hin zur bargeldlosen Bezahlung zu einer echten Herausforderung. Nämlich immer dann, wenn es um Trinkgeldzahlungen geht.

Die Krux mit dem Trinkgeld

Für Arbeitgebende, weil sie sich in einer steuerlichen Grauzone befinden und einen immens hohen Aufwand haben, wenn sie Trinkgeldzahlungen per Karte akzeptieren. So müssen diese Trinkgelder aus den Abrechnungen des Unternehmens herausgerechnet und bar verteilt werden.

Für Arbeitnehmende, weil sie häufig zu wenig oder gar kein Trinkgeld bekommen. Etwa, wenn der Gast kein oder kaum Bares dabeihat oder auch, wenn Servicekräfte (zum Beispiel Küche) für den Gast gar nicht sichtbar sind.

Einfach, innovativ, effizient

Genau hier setzt das Münchner Start-up eDrixx an. Das Unternehmen bietet europaweit die gleichnamige digitale Trinkgeldlösung, die alle oben genannten Hürden überwindet. Sie ermöglicht die transparente, faire und direkte Zahlung von Trinkgeld per Mobile Payment auf das Konto der jeweiligen Servicekraft – ohne Umwege über die Konten des Betriebs – so, wie es auch vom Gesetzgeber gedacht ist. Ganz einfach per QR Code oder NFC Tag vor Ort.

Trinkgeldgebende müssen sich weder registrieren noch eine App herunterladen – bezahlt wird wahlweise über Apple Pay, Google Pay oder Kreditkarte. Die Servicekraft identifiziert sich dabei über einen QR-Code. Alternativ oder auch ergänzend können die Mitarbeitenden entsprechende NFC Tags mit sich tragen. Auch digitale Team-Kassen sind möglich. Durch die Digitalisierung von Trinkgeld entstehen auch neue Möglichkeiten, z.B. Trinkgeld auch direkt an Küchenteams für ein besonders leckeres Essen zu geben.

eDrixx liefert die technologische Lösung und unterstützt auch bei der Bereitstellung der Infrastruktur vor Ort – von NFC Tags wie z.B. Armbändern und den QR Codes über Aufsteller bis hin zu Infoflyern in der jeweiligen CI des Unternehmens. Für jede Transaktion erhebt das Unternehmen eine Gebühr – Fixkosten fallen nicht an. Mit ihrem Angebot zielt eDrixx in erster Linie auf die Gastronomie. Aber auch andere Dienstleistungsbranchen, in denen Trinkgeld üblich ist, können von eDrixx profitieren.

„Trinkgeld ist für viele Servicekräfte ein entscheidender Einkommensfaktor. Wir wollen, dass dieser erhalten bleibt, weiter ausgebaut und zudem fair verteilt wird. Das steigert die Arbeitszufriedenheit und leistet zugleich einen Beitrag, die Attraktivität vieler Dienstleistungsbranchen zu erhalten, bei gleichzeitiger Entlastung von Arbeitgebern.“ so eDrixx-Geschäftsführer Rolf Zimmer, der das Start-up gemeinsam mit Sabine Stark, Christian Steinpichler und Chris Blättermann gegründet hat.

Bluu Seafood: Fisch, zellfrisch!

Bluu Seafood ist das erste und bislang einzige Unternehmen in Europa, das sich auf die kommerzielle Herstellung von gesunden, nachhaltigen und schmackhaften Fischprodukten aus Zellkulturen spezialisiert hat.

Wir sind auf dem besten Weg, unsere Ozeane und damit die Nahrungsquelle von Milliarden Menschen vollkommen zu zerstören. Laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen gelten über 90 Prozent der weltweiten Fischbestände bereits seit 2020 als überfischt oder maximal befischt. Mehr als drei Billionen Meerestiere werden jedes Jahr getötet – ein Großteil davon als Beifang. Und auch für uns Menschen wird Fischkonsum immer gesundheitsschädlicher: Der Gehalt an Mikroplastik und anderen bedenklichen Stoffen wie Schwermetallen nimmt stetig zu. Dennoch bleibt Fisch beliebt: Pro Kopf verspeist jeder Deutsche 14 kg Fisch und Fischereierzeugnisse pro Jahr – Tendenz steigend. Hinzu kommt, dass viele Menschen weltweit selbstgefangenen Fisch brauchen, um sich und ihre Familien ernähren zu können. Wie lösen wir dieses Dilemma?

Meeresbiologe trifft auf E-Commerceler

Diese Frage treibt Sebastian Rakers schon lange um. Der promovierte Zell- und Meeresbiologe beschäftigt sich seit mehr als zwölf Jahren mit der Erforschung und Entwicklung von Fischzelllinien, unter anderem an der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik (EMB; jetzt Fraunhofer IMTE) in Lübeck. 2018 traf er dann den Unternehmer Simon Fabich. „Mir ging es damals wie vielen Wissenschaftlern: Ich wollte gern mehr bewegen und den Transfer von der Forschung in die Praxis aktiv vorantreiben, traute mir aber ohne die nötige unternehmerische Erfahrung den Alleingang nicht zu“, erinnert sich Sebastian. „Als ich Simon traf, war schnell klar, dass wir uns prima ergänzen würden. Er als erfolgreicher Gründer mit der notwendigen betriebswirtschaftlichen Erfahrung, ich mit dem fundierten, wissenschaftlichen Know-how aus mehr als einem Jahrzehnt angewandter Forschung.“

Gemeinsam gründeten sie Bluu Seafood (damals noch Bluu Biosciences), das erste und bislang einzige Unternehmen in Europa, das sich auf die kommerzielle Herstellung von gesunden, nachhaltigen und schmackhaften Fischprodukten aus Zellkulturen spezialisiert hat. Seit April 2021 zählt auch der US-Unternehmer und Molekularbiologe Dr. Christian Dammann als COO zum erweiterten Führungsteam. Mittlerweile hat Bluu 25 Mitarbeitende, die daran arbeiten, das kultivierte Fischfilet auf unsere Teller zu bringen.

Von der Zelle …

Am Anfang steht das natürliche Zellwachstum. Man entnimmt einem Fisch einmalig eine Zellprobe und extrahiert aus dieser Stammzellen, um im Anschluss eine sog. immortale Zelllinie zu entwickeln, die sich unbegrenzt vermehren und teilen lässt. Dafür braucht es viel Erfahrung und Geduld, will man wie bei Bluu Seafood die Immortalisierung der Zelllinien auf natürlichem Weg ohne gentechnische Manipulation erreichen. Die immortalen Zellen vermehren sich durch die Fütterung mit einem Wachstumsmedium – eine Flüssigkeit, die der Zelle alle zum Wachsen benötigte Nährstoffe gibt und ihr sagt, in welche Form sie sich differenzieren soll. Im Biofermenter erfolgt sodann die weitere Kultivierung.

 „Man kann sich den Prozess ähnlich wie in einer Brauerei vorstellen, nur dass wir Regenbogenforellen und Lachs herstellen statt Bier“, beschreibt Sebastian den Prozess mit einem Augenzwinkern. „Der Prozess verläuft ähnlich wie bei kultiviertem Fleisch, wobei Fische zwar tendenziell weniger hohe Wachstumsansprüche stellen, aber auch weniger erforscht sind. Weltweit gibt es nur eine Handvoll Unternehmen, die dieses Wissen haben.“ Setzt man dieses Wissen gut ein, wachsen die Zellen im Fermenter schließlich an Gerüststrukturen zu dreidimensionalen Produkten wie einem Fischfilet.

… zum Fischstäbchen

Allerdings wird es bis zum fertigen Filet noch bis mindestens 2024 dauern, denn ein Filet ist durch seine 3D-Struktur und die verschiedenen enthaltenen Zelltypen sehr komplex. Als erste Produkte wird das Foodtech-Start-up dieses Jahr die einfacher strukturierten Fischbällchen und Fischstäbchen vorstellen – sog. hybride Produkte, die neben Fischprotein auch andere gesunde, pflanzenbasierte Proteine enthalten. „Wenn wir wirklich den massenhaften Fischkonsum revolutionieren wollen, müssen wir logischerweise auch die Massenmärkte und -produkte adressieren“, betont Sebastian.

Als nächstes steht die Expansion nach Asien an, einer der größten Konsument*innenmärkte für Fischprodukte. Bluu kooperiert bereits mit dem chinesischen Unternehmen CellX, das kultivierte Schweinefleischprodukte entwickelt, um dort gemeinsam den Zulassungsprozess für alternative Proteine zu beschleunigen. „Für unsere Investor*innen sind alternative Proteine ein Investment in eine zukunftsträchtige, innovative Lebensmitteltechnologie, die komplett verändern wird, wie wir uns und wie sich die nachfolgenden Generationen ernähren. Aber sie sind auch ein Investment mit langem Atem“, erklärt Sebastian und ergänzt: „Das Business ist F&E-intensiv und auch die Zulassungsprozesse sind aufwendig. Bei geschätzten globalen Marktgrößen von bis zu einer Trillion (!) USD im Jahr 2035 lohnt es sich allerdings, früh mit einer starken Position im Markt und entsprechendem IP dabei zu sein.“

Das sehen die bisherigen Geldgeber*innen ähnlich: 2021 konnte Bluu Seafood in einer Seed-Runde mehr als 7 Mio. Euro einsammeln und einen internationalen Investor*innenkreis begeistern, darunter als Late Investor DX Ventures (Delivery Hero). „Wir sind mit unserer Technologie sehr skalierfähig, wir produzieren die weltweit am häufigsten konsumierten Fischarten und stellen noch dieses Jahr ein erstes Produkt vor. Damit ist Bluu Seafood bereits heute in der Lage, an den wenigen Wettbewerber*innen, die schon länger im Markt sind, vorbeizuziehen“, beschreibt Sebastian die Marktlage. „Für unsere Investor*innen und künftigen Kund*innen gilt das Motto: It’s never been more delicious to save our planet!“

Sebastians und Simons Tipps für andere Gründer*innen

1. Sei fokussiert: Gerade nach einer ersten erfolgreichen Fi­nanzierung prasseln hunderte Angebote auf dich ein, von denen du die meisten nicht brauchst. Vieles klingt verlockend, doch du solltest dich auf das konzentrieren, was dir wirklich hilft.

2. Bau dir ein Team auf, dem du bedingungslos vertrauen kannst: Es gibt so viele Aufgaben, die alle zeitlich kritisch sind. Daher brauchst du ein voll belastbares und gut funktionierendes Team, in dem sich jeder gegenseitig unterstützt. Grundvoraussetzung dafür ist jedoch, als Gründer*in loszulassen, Themen abzugeben und den Mitarbeitenden Vertrauen zu zeigen.

3. Bleib am Boden: Erfolg bringt Aufmerksamkeit und damit auch jede Menge Anerkennung. Dennoch halten wir es für enorm wichtig, am Boden zu bleiben und nicht abzuheben. Erfolg kommt nicht von allein, dafür muss weiter hart gearbeitet werden. Gerade in forschungsintensiven Bereichen zahlt sich Ausdauer aus.

4. Überlege gut, wessen Geld du nimmst: Neben der rein finanziellen Entscheidung ist es enorm wichtig, was ein(e) Investor*in dir noch bringen kann. Welche Kontakte hat er/sie, wie kann er/sie dich bei den nächsten Schritten und dem Wachstum unterstützen und dieses möglichst noch beschleunigen? Sieh es als Partnerschaft, denn du bist schließlich jemand, der Geld von anderen, die an dich glauben, einsetzt. Dafür und für den Erfolg solltest du dir Gedanken zu den langfristigen Zielen und Perspektiven machen.

5. Kenne deinen Markt: Wer gründet, brennt für seine Idee und kann andere begeistern. Wenn es um disruptive Ideen geht, sollte man aber bei allem Enthusiasmus die Kund*innen nicht aus dem Blick verlieren. Sonst besteht die Gefahr, an deren Nutzen vorbeizuentwickeln. Frühe User*innen-Tests und Feedback-Schleifen sind ein Muss.

Digitalstage.io: Fanbindung 2.0

Die Berliner Plattform Digitalstage.io ermöglicht es Künstler*innen, mit ihren Fans weltweit digital in Kontakt zu treten und neuartige Monetarisierungsmodelle zu nutzen.

Die vergangenen zwei Jahre haben die Musikindustrie nachhaltig erschüttert: Die Corona-Pandemie sorgte für leere Konzerthallen und volle Live-Streams; (Live-)Musik gab es fast nur noch online. Vorbereitet war die Branche darauf nicht. Mit den Konzerten brach auch die Haupteinnahmequelle vieler Künstler*innen weg. Streams konnten die Lücke nicht schließen: Verdienten Künstler*innen und Label früher mit Live-DVDs noch einiges dazu, war der YouTube-Stream für viele nur noch ein zusätzliches Marketinginstrument. Im Lockdown waren Streams probate Mittel, Fans bei der Stange zu halten – Geld verdienen ließ sich mit ihnen aber nicht.

Ich habe Live-Konzerte vermisst

Richard Harless will das ändern: „Ich habe, wie viele Menschen, Live-Konzerte vermisst. Die Versuche vieler Künstler*innen, über Social Media mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten, waren kein wirklicher Ersatz. Also habe ich begonnen, darüber nachzudenken, wie sich das Live-Erlebnis in den digitalen Raum transportieren ließe.“ Das Ergebnis heißt Digitalstage.io, eine Plattform, die nicht weniger will als die Beziehung zwischen Fans und Künstler*innen auf eine ganz neue Grundlage zu stellen.

Der seit vielen Jahren in Berlin lebende US-Amerikaner Richard ist in der Branche kein unbeschriebenes Blatt: Als Deutschlandchef machte er die Musik-App Shazam auch hierzulande zu einer Erfolgsgeschichte. Anschließend brachte er die Musiktext-Plattform Genius.com nach EMEA.

Live-Stream als Gamechanger

Die Gründung seines Unternehmens vollzog Richard Ende 2020, die ersten Events folgten in der ersten Hälfte des Jahres 2021. Bald begann Sony Music, die Plattform für seine Künstler*innen zu nutzen. Auch investorenseitig tat sich einiges: Nachdem Richard und einige Mitstreiter*innen die initiale Finanzierung selbst übernahmen, folgte 2021 zunächst eine Angel-Runde und Ende des Jahres eine Seed-Finanzierung.

Digitalstage.io ermöglicht es Künstler*innen, mit ihren Fans weltweit digital in Kontakt zu treten. Erstere erhalten dafür eigene Seiten, auf denen sie Events nach ihren Wünschen anbieten können: von gestreamten Live-Konzerten über Albumpremieren bis hin zu Interviews und Diskussionen. Dabei lassen sich etwa zum Stream-­Konzert Merchandise-Verkäufe oder Live-Chats, exklusive Meet and Greets nach dem Gig oder gar exklusive Sammlerstücke via NFT hinzufügen.

„Wir wollen Menschen ein Erlebnis bieten, wie sie es von realen Events kennen“, erläutert Richard. „Wir wollen das Verhältnis zu den Künstler*innen stärken, egal wo auf der Welt sie sind. Künstler*innen geben wir die Möglichkeit, diese Beziehung zu monetarisieren. Der Live-Stream soll nicht mehr nur ein Marketinginstrument sein – er rückt in den Mittelpunkt der Fan-Künstler*in-Beziehung.“

Doch das Ziel der Plattform geht darüber hinaus, eine Ergänzung zu realen Live-Erlebnissen zu bieten. Die Beziehung zwischen Künstler*innen und Fans zu stärken, heißt auch, sie aus ihrer Fragmentierung zu befreien, betont Richard: „Fans kaufen Alben, sie kaufen Konzerttickets, sie kaufen Merchandise. Doch das ist nur in den allerseltensten Fällen miteinander verbunden. Künstler*innen haben bislang keinerlei Kon­trolle über die kommerziellen Aspekte der Fanbeziehung. Sie wissen nicht, wer Tickets für ihre Shows oder ihre Alben kauft. Damit kennen sie auch nicht ihre Super-Fans, haben keine Ahnung, bei wem es sich lohnt, besondere Erlebnisse anzubieten, wer Backstage-Zugang verdient oder wer an exklusiven Sammlerstücken interessiert sein könnte.“ Digitalstage.io, so die Vision des Gründers, soll genau das ermöglichen.

Dezentrale Blockchain-Technologie

Dazu braucht es natürlich auch die passende technische Grundlage. Digitalstage.io setzt von Beginn an auf die dezen­trale Blockchain-Technologie. Mit der Celo-Blockchain hat das Unternehmen jetzt sein perfektes Fundament gefunden. Celo ist eine Mobile-First-Plattform, die auf Basis einer eigenen Blockchain-Infrastruktur Bezahlungen und Finanz-Apps für alle Smartphone-Nutzer*innen weltweit zugänglich machen will. So wie Celo mobiles Bezahlen demokratisiert, will Digitalstage.io dies für den Zugang von Künstler*innen und Fans zueinander leisten. Für eine Plattform, die zum Ziel hat, diese Beziehung zum Nutzen beider Seiten zu monetarisieren, ein optimaler Partner.

Das sehen auch die Macher hinter Celo so: Der von ihnen gestartete Early-Stage-Investmentfond Flori Ventures investierte im Rahmen der Pre-Seed-Finanzierung eine sechsstellige Summe in Digitalstage.io. Mehr noch: Gleichzeitig wurde das Berliner Unternehmen in das Accelerator-Programm Celo Camp aufgenommen, das Start-ups dabei unterstützen soll, gemeinsam Lösungen und Anwendungen für ein dezentrales und für alle offenes Finanzsystem zu entwickeln. Mit Erfolg: Digitalstage.io gehörte zu den Finalisten des letztjährigen Camps.

(Live-)Time is Money

Und auch sonst kann die Plattform nach gerade mal einem Jahr schon einiges vorweisen. Ihren Start hatte sie Anfang 2021 mit einer Livestream-Performance der deutschen Dark-Pop-Band Blackout Problems. Seitdem fanden auf der Plattform 57 Veranstaltungen unterschiedlichster Art und Größe statt. Auch manche große Namen haben die Plattform bereits genutzt. Rock-Superstars Kings of Leon etwa, die ihr neues Album auf Digitalstage.io vorstellten. Oder Star-DJ Martin Garrix, der exklusiv Fragen von Fans beantwortete. Oder Eurovi­sion-Gewinner Måneskin: Die italienische Band streamte ein Record-Release-Konzert mit begleitendem Chat live aus Berlin in Clubs in 18 Ländern.

„Die wichtigste Metrik für uns ist, wie lange die Menschen bei einem Event dabeibleiben, wie viel Zeit sie letztlich mit dem Künstler oder der Künstlerin verbringen“, betont Richard. „Und da ist Digitalstage.io extrem erfolgreich: Im Schnitt bleibt das Publikum für 95 Prozent der Dauer des Streams dabei – durchschnittlich mehr als 30 Minuten pro Event. Je mehr Zeit der Fan investiert, desto enger wird die Beziehung – und desto besser lässt sie sich auch monetarisieren.“

NFTs als Zukunftstrend

Dabei, so ist der Gründer überzeugt, spielen zukünftig NFTs eine wichtige Rolle. Diese bieten etwa Super-Fans die Möglichkeit, exklusiv digitale Sammlerstücke zu besitzen. Den Anfang machten Richard und sein Team im September 2021: Im Rahmen des Live-Streams zu einem Single-Launch von Sängerin und TikTok-Star Loi wurde ein viral gegangener und mit exklusivem Artwork versehener Ausschnitt des Songs als NFT-Sammlerstück angeboten.

Richard Harless sieht hier einen Zukunftstrend für die gesamte Branche: „NFTs werden die Fan-Künstler*in-Beziehung nachhaltig revolutionieren, denn sie können so viel mehr: Sie sind in der Lage, die Fragmentierung der kommerziellen Fan-Künstler*in-Beziehung aufzubrechen.“ Aus diesem Grund wird Digitalstage.io im ersten Quartal 2022 einen NFT-Musikmarktplatz starten. Auf diesem können Fans NFTs mit ihren Einkäufen sammeln, und Künstler*innen können dann ihren Fans genau definierte Inhalte anbieten. Erstmals wird es Künstler*innen damit möglich sein, beispielsweise Ticket- und Merchandise-Verkäufe miteinander zu verknüpfen und somit ihre größten Fans kennenzulernen.

Live-Streaming ist gekommen, um zu bleiben

Und noch einen zweiten Trend sieht Richard für die Zukunft: hybride Events. „Live-Streaming ist gekommen, um zu bleiben. Künstler*innen werden zukünftig jede Live-Show zu einem Live-Stream machen können. So rücken Künstler*innen und Fans mit- und untereinander viel enger zusammen, was ganz neue Interaktionen ermöglicht.“ Der Gründer sieht sein Unternehmen an der Spitze eines echten Wandels: „Wir befinden uns am Anfang einer völligen Neudefinition des Verhältnisses zwischen Künstler*in und Publikum. Statt voneinander getrennte Transaktionen greift zukünftig alles ineinander: Streams und Live-Konzerte, Ticketing und Merchandise-Verkäufe, das emotionale Erlebnis und die kommerzielle Beziehung.“ Richard Harless und sein Berliner Team sind entschlossen, diesen Wandel aktiv voranzubringen.

Start-up-Quelle Klassenraum

Die Förderung junger Talente, die sich schon in der Schule fürs Gründen begeistern, wird hierzulande nach wie vor eher stiefmütterlich behandelt. Umso wichtiger ist es, Mut zu machen und erfolgreiche Schülergründer*innen zu präsentieren.

Ideen können überall entstehen, auch schon in der Schule. Das deutsche Bildungssystem macht es angehenden Gründer*innen allerdings nicht leicht – dennoch stehen einige Schüler*innen kurz vor dem Durchbruch. „Vom Bildungssystem kommt da leider nicht viel“, sagt Leonard Darsow, 17 Jahre alt, aus Freiburg im Breisgau. „Was gibt es für einen besseren Weg als die Schule?“, fragt Berit Allgeier, 18 Jahre, aus Achern (Baden-Württemberg). „Da muss mehr kommen, das verpflichtend zu unterrichten“, meint Edgar Schmidt-Narischkin, 19 Jahre, aus Berlin. Nein, gut steht Deutschland wirklich nicht da, wenn es darum geht, das Gründertum in der Schule zu vermitteln. Laut einer Untersuchung des Global Entrepreneurship Monitors liegt Deutschland gerade einmal auf Platz 36 von 54 in dieser Kategorie.

Hilfe von außerhalb

„Das Gründertum und das Handwerkszeug zum Gründen werden in unserem Bildungssystem kaum vermittelt“, kritisiert Hauke Schwiezer, Mitgründer und Geschäftsführer der Non-Profit-Organisation Startup Teens (s. StartingUp 02/2020 – Abonnent*innen können im Online-Heftarchiv gratis auf den Beitrag zugreifen). Besonders bei jungen Gründer*innen gehört Deutschland mit 3,4 Prozent zu den Ländern mit den niedrigsten Quoten. „Viele Jugendliche würden gern gründen, wissen aber noch nicht wie“, sagt Schwiezer. Mit Startup Teens adressieren er und sein Team dieses Problem. Ziel der Initiative ist es, jungen Menschen dabei zu helfen, ihre innovativen Ideen umzusetzen, damit es künftig wieder mehr Gründer*innen, Unternehmensnachfolger*innen und unter nehmerisch denkende Angestellte gibt. „Wir vermitteln dafür wichtige Skills, wie Coding, also Programmieren, und machen sie so fit für ihre berufliche Zukunft“, erklärt Schwiezer. Um das zu ermöglichen, bietet Startup Teens On- und Offline-Events, einen You­Tube-Kanal für Unternehmertum und Coding sowie ein Mentoren-Netzwerk mit fast 1000 Persönlichkeiten aus Start-up-Szene, Industrie und Mittelstand.

Außerdem wird jährlich ein deutschlandweiter Businessplanwettbewerb veranstaltet. Einen solchen jährlichen Wettbewerb veranstaltet auch Jugend gründet. Seit 2003 können Teilnehmende mithilfe einer Online-Eingabemaske einen markt­reifen Businessplan entwickeln. Dabei werden sie durch die JG-Business-Academy und über ein großes Mentoren-­Netzwerk unterstützt. Denn auch hier wurde das Problem an deutschen Schulen erkannt: „Unternehmen haben in unserer Gesellschaft eine große Bedeutung: Sie kreieren Werte mit ihren An­geboten, sie stellen Arbeitsplätze für die Mehrzahl aller Beschäftigten in Deutschland und sie sind Innovationstreiber“, sagt Projektleiterin Franziska Metzbaur. „Eine Beschäftigung mit diesen Themen bereits im Unterricht halte ich für höchst sinnvoll. Auch, weil es nötig ist, dass wir den Jugendlichen aufzeigen, dass in diesem Bereich eine große Chance besteht mitzugestalten, wie sich unsere Zukunft entwickelt.“ Und Jugend gründet bietet neben dem Businessplan noch ein weiteres Element: In der zweiten Phase des Wettbewerbs wird ein virtuelles Unternehmen in einer Com­puter­simulation für die ersten acht Jahre durch die Höhen und Tiefen der Konjunktur gesteuert. Die zehn Teams, die nach diesen beiden Runden die meisten Punkte haben, dürfen am Finale teilnehmen. Dem Gewinner winkt der Hauptpreis: Eine Reise ins globale Gründerparadies Silicon Valley.

Kein Rest bleibt zurück

Über diesen Preis konnte sich 2020 Edgar Schmidt-Narischkin aus Berlin freuen. Zusammen mit seinem Team bestehend aus Kilian Holle, Karl Weiss, Liv Jürgensen und Subonn Lee hat er ein Produkt entwickelt, dessen Ursprung auf einem Balkon mitten in Berlin liegt. Denn Edgar liebt die Gartenatmosphäre auf seinem Balkon und bepflanzt ihn deshalb jedes Jahr neu. Doch eine Sache stört ihn: Die Plastikblumentöpfe seiner Setzlinge, die sich hinter ihm auftürmen. „Es tut weh, dass sich jedes Mal so viel Müll ansammelt“, sagt der 19-Jährige.

Laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) landen hierzulande jährlich 116.000 Tonnen Plastik aus Verpackungen und Produkten in der Umwelt. Um diese Zahl zu senken, hat Schmidt-Narischkin mit seinen Freund*innen einen Blumentopf entwickelt, der sich selbst in der Erde kompostiert. Der sog. KomPot besteht aus Holzfasern, Stärke und Lignin. Er kann zusammen mit dem Setzling eingepflanzt werden und verschwindet nach einigen Monaten, während er dabei die Pflanze düngt. „Die Entwicklung geht gut voran“, erklärt der 19-Jährige zum KomPot, dessen Marktstart wegen geschlossener Blumenläden verschoben werden musste. „Die Schule hat uns bei diesem Projekt Mut gemacht“, sagt er. Über Workshops des Netzwerks „[email protected]“ sind sie in Berührung mit dem Unternehmertum gekommen. Dennoch: „Schön wäre es, wenn es auch im Unterricht entsprechende Module geben würde. Es kann so viel Innovation bringen, wenn Schüler im Unterricht etwas zum Thema Gründen lernen würden.“

Startup-Metropole Ruhrgebiet (?)

Gründen im Ruhrgebiet - über das Potenzial eines ruhenden Potts.

Kupferfarbene Hochöfen, die an die schillernde Kohleindustrie vergangener Tage erinnern, Fußball, Bier und die Ruhr, Dortmund, Essen, Bochum, Duisburg, Mülheim oder auch Herne – all das assoziiert man gern mit dem Ruhrgebiet; Startups eher mit Berlin. Was Viele nicht wissen: Mit rund 5,1 Mio. Einwohner:innen und einer Fläche von 4.438,69 Quadratkilometern ist der “Pott” der größte Ballungsraum Deutschlands und sogar einer der größten Europas.

Zugegeben: Das Ruhrgebiet mischt noch nicht allzu lang im Start-up-Rennen mit, doch peilt es derweil zielsicher die Überholspur an.

Was macht das Ruhrgebiet für Start-ups so vorteilhaft?

Kaum in einer anderen Region Deutschlands sind so viele Universitäten und damit viele hochqualifizierte Menschen auf einem Fleck vorzufinden: Rund 768.000 Studierende machen 68 Hochschulen unsicher – das sind viermal so viele Studierende wie in Berlin. Dabei sind es vor allem die Fächer der IT und Elektrotechnik, die nirgends sonst so reich vertreten sind (90.500 Studierende), wie im Ruhrgebiet. Das macht es insbesondere für die Digitale Wirtschaft der Region spannend und daher verwundert es kaum, dass es vor allem die Tech- und Digital-Startups sind, die in NRW sehr erfolgreich sind.

Aber auch zahlreiche, sehr erfahrene Spezialist:innen der ortsansässigen Industrie- und Großkonzerne und der rund 711.600 mittelständischen Unternehmen lassen sich dem Talentpool des Potts zuzählen, der dahingehend seinesgleichen sucht. Vom qualifizierten Personal mal abgesehen, eröffnen sich dadurch zudem zahlreiche, potentielle Kooperationspartnerschaften für digitale Technologien.

Ein weiterer, nicht unwesentlicher Vorteil der Region? Günstige Büroimmobilien gibt es vor Ort wie Sand am Meer. Alte Zechen oder Hochöfen werden zu Kultur-Schauplätzen erhoben, in Büroräume oder Coworking Spaces, wie die der Work Inn Gruppe, des ruhr:HUBs oder des Impact Hubs umfunktioniert. 

Zudem sind “Pottler” kaufwillig. Für Investoren ist das von enormem Interesse. So leben hier in einem Radius von 500 Kilometern, mit Zentrum Düsseldorf, rund 160 Mio. Menschen. Allein das macht bereits ein Drittel aller Verbraucher der EU aus. Während NRWler an sich jährlich bereits über 360 Milliarden Euro ausgeben. Kaum verwunderlich, dass viele Unternehmen ihren Hauptsitz oder ihr Logistikzentrum in die Region verlegen, wie Amazon, IKEA oder das britische Online-Handelsunternehmen AO.

Das Ruhrgebiet steckt noch in den Startup-Kinderschuhen

Im Jahr 2020 erwirtschafteten die “Revier-Startups” durchschnittlich 700.000 Euro. Im Bundesvergleich ist das Ruhrgebiet also mit etwas mehr als einem Viertel vertreten und spielt noch nicht ganz oben mit. Dennoch ist mittlerweile gut jedes fünfte Startup aus NRW, während der Großteil digitaler Startups hier zuhause ist. Aber die nordrhein-westfälischen jungen Startups in der Seed- und Gründungsphase können sich über ein sehr engagiertes Netzwerk zahlreicher Unterstützer freuen.

Inkubatoren wie beispielsweise Startplatz in den Rheinmetropolen Düsseldorf und Köln oder Co:Forward in der Region Aachen fördern Startups mit Arbeitsräumen und Qualifizierungsmaßnahmen. Doch damit nicht genug: Der Company Creator Crealize aus Essen macht es sich sogar zur alleinigen Aufgabe, eine Startup-Bewegung im Ruhrgebiet zu entfachen. Das Ziel der Startup-Schmiede ist es, 1.000 Ventures zu gründen und den Pott zum Silicon Valley Deutschlands zu machen.

Die erfolgreichsten Startups des Ruhrgebiets

Welche Startups ziehen in der Region mit gutem Beispiel voran? Urlaubsguru beispielsweise wurde 2012 von Daniel Krahn und Daniel Marx in Unna gegründet. Die beiden Gründer hatten ein Händchen dafür, günstig um die halbe Welt zu reisen und wollten dieses Wissen teilen. Aktueller Hauptsitz ist Holzwickede (in unmittelbarer Nähe des Dortmunder Flughafens). Auch die Babymarkt-Filialen haben ihren Ursprung im Pott.

Aktuell mischt Bannerkönig im Ruhrrevier ganz oben mit. Die Druckerei ist auf Digitaldruck spezialisiert, während die Kunden auf der Website aus einem Angebot aus Bannerdruck, über Plattendruck bis hin zu Fahnendruck wählen können. Das gelsenkirchener Unternehmen wurde bereits von Trusted Shops als zuverlässiger Handelspartner bestätigt.

Die Gründer von Fleetbird – Benjamin Krüger und Philipp Müller – sind sogar für die Unternehmensgründung von Berlin nach Dortmund gezogen. Kaum jemand, der bereits ein Car- oder E-Scooter-Sharing-Angebot genutzt hat, ist nicht mit Fleetbird in Berührung gekommen. Immerhin hat das Unternehmen die dafür notwendige Shared-Mobility-Technologie entwickelt. Fleetbird gehört seit 2018 zu Wunder Mobility. Trotz hoher Geldsummen, die für diesen Deal geflossen sind, sind die beiden Gründer weiterhin an Bord geblieben, wohingegen sie nun jedoch unter dem Namen Wunder Fleet firmiert sind.

Pottsalat bietet im Raum Dortmund und Essen gesunde Salate, frische Bowls und Co., wie den „Schmackofatz Deluxe“, die „Fitte Gitte“ oder „Curry Peitsche“ an. Diese werden vom nachhaltigen Lieferdienst frisch zubereitet und ausgeliefert. Ben Küstner, Pia Gerigk und Alexandra Künne gründen Pottsalat 2016 in Essen und erfreuen sich seither steigender Beliebtheit.

Masterplan.com wird 2015 von Stefan Peukert und Daniel Schütt gegründet, nachdem sie wenige Jahre zuvor bereits die Firma Employour ins Leben gerufen hatten. Letztere wurde im Übrigen vom Medienkonzern Bertelsmann übernommen. Masterplan.com ist in Bochum verwurzelt und bietet als E-Learning-Plattform Video-Tutorials von Top-Experten an.

Bitcoin2Go ist eines der wachstumsstärksten Bildungs- und Newsportale mit Fokus auf Krypto, NFT und DeFi in Deutschland. Das Startup möchte seine Nutzer auf Basis von Ratgebern, interaktiven Rechnern, Vergleichen und Videos zu finanziellen Selbstentscheidern entwickeln. Für die nahe Zukunft sind zudem Projekte im NFT- und Tokenisierungsbereich geplant.

Startup Förderung im Ruhrgebiet

Nicht wenige Organisation sind sich des enormen Potenzials des Ruhrgebietes bewusst und deshalb können junge Startups der Region auf die unterschiedlichsten Fördermaßnahmen und Unterstützungen bauen. Zum einen wäre da das Gründerstipendium NRW. Monatlich werden Existenzgründer:innen hier mit bis zu 1000€ bezuschusst und mitunter auch in ihrer Unternehmensgründung beraten.

Doch auch die fünf DWNRW Hubs mit Sitz in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Ruhrgebiet (Essen) und Münster dienen der Förderung digitaler Startups und sind insbesondere für Startups mit datengetriebenen, digitalen Geschäftsmodellen die idealen Anlaufstellen. Die einzelnen Hubs unterstützen beispielsweise mit Accelerator-Programmen bei der Markt-Einführung digitaler Produkte. Auch werden Startups hier mit Mentoren, etablierten Unternehmen und Investoren vernetzt, während etablierte Unternehmen derart wiederum Zugang zu Startups und digitalen Produkten erhalten. Also eine buchstäbliche Win-Win-Situation.

Plattformen wie Startups NRW oder der Gründerallianz Ruhr vernetzen Hubs, Startups und Investoren auf ähnliche Weise miteinander. Landesweit an ca. 75 Standorten beraten zudem die Startercenter NRW Existenzgründer:innen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Auch Gründen NRW oder Wirtschaft NRW stellt Beratungsprogramme für Existenzgründer zur Verfügung.

Mittlerweile sind zudem die sechs Exzellenz Exzellenz Startup Center des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW nicht außer Acht zu lassen. An den führenden regionalen Universitären und Hochschulen werden bestimmte Kernmaßnahmen, wie die Sensibilisierung für Unternehmen innerhalb der Universität oder die Qualifizierung von Gründer:innen gezielt gefördert. Im Fokus liegt hier der Ausbau wie auch die Weiterentwicklung bereits bestehender universitärer Gründungsinitiativen hin zu Exzellenz Startup Centern.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen spielen weltweit in erfolgreichen Startup-Ökosystemen eine entscheidende Rolle in Bezug auf ihre Eigenschaft als Quelle von Gründungen. Mittlerweile ist das Startup Ökosystem in Nordrhein-Westfalen ganz vorn mit dabei, wenn es darum geht, internationaler Leuchtturm zu werden.
 
Populäre Startup-Wettbewerbe und -Events im Pott

Das nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Digitalministerium belohnt mit dem Out of the Box-Wettbewerb digitale Startups für Innovativ-Denken.

Auch die landesweite Roadshow Neue Gründerzeit gibt Gründer:innen die Chance, einer Jury die jeweilige Geschäftsidee zu präsentieren, die sich im Anschluss bestenfalls einer Förderung erfreuen dürfen.

Beim Gründerpreis NRW handelt es sich derzeit um den höchst dotierten Wettbewerb für innovative und erfolgreiche Gründungen.

Auch zahlreiche Network-Events laden Startups im Ruhrgebiet zum Austausch und Zusammenarbeiten ein. In Bochum ist es der Gründerstammtisch, in Dortmund das Pizza Meetup, in Essen der UP! Businessbrunch.

Doch es geht auch größer: RuhrSummit, das Gründer-Forum NRW und die STARTupRUHR Demo Night in Gelsenkirchen sind Veranstaltungen, die sich junge Revier-Startups nicht entgehen lassen sollten.
 
Steht dem Ruhrgebiet eine Startup-Ära bevor?

Die Kohle-Ära des Potts gehört längst der Vergangenheit an. Schillernde Industrie und Wirtschaft, das war mal repräsentativ für das Ruhrgebiet. Doch könnte sich nun eine neue Ära anbahnen, die der Startups. Florian Rinke, Redakteur der Rheinischen Post, spricht vom Silicon Rheinland und zurecht kann gespannt gen Zukunft geschaut werden: Liegt die Zukunft der deutschen Gründerszene im Ruhrpott?

Die Autorin Lisa Steinhoff ist PR- & Content Manager bei Crealize, einem Company Creator, mit der Mission, nachhaltige Startups aufzubauen und Gründer:innen in einem familiären Umfeld zu befähigen, selbstständige Unternehmer:innen zu werden und einzigartige Spuren zu hinterlassen.

Green Rebels - Power Women

Egal ob sie kleine Läden eröffnen, nachhaltige Produkte entwickeln oder ökologische Initiativen starten: Green Rebels eint der Traum vom zukunftsfähigen Planeten. Doch wer sind diese Frauen?

Green Rebels sind die Held*innen von morgen – mutige Unternehmer*innen, die nachhaltig gegründet haben. Sie haben sich durch ihre Gründungen nicht nur genau den Arbeitsplatz geschaffen, in dem sie eine sinnstiftende Betätigung finden und der mit ihren Lebensumständen vereinbar ist. Sie sind auch davon überzeugt, dass wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen müssen.

Drei Jahre haben wir laut Weltklimarat noch die Chance, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Die Notwendigkeit ist (fast) allen klar, der Wandel hat begonnen. Doch die Entwicklung geht zu langsam vonstatten. Die Politik tut sich schwer, der Wirtschaft zugunsten des Klimaschutzes Vorschriften zu machen. Das Problem liegt auf der Hand: Jahrzehntealte Strukturen ändern sich nicht schnell. Und je größer ein Apparat, desto langsamer läuft seine Transformation.

Ich selbst habe viele Jahre für ein Unternehmen gearbeitet, das sich nur zögerlich an ressourcenschonende Produktionen heranwagte. Als Vegetarierin hatte ich es in der Kantine nicht immer leicht, und wenn ich mal vorschlug, Bio- anstelle der konventionell hergestellten Baumwolle zu verwenden, scheiterte ich meist an Vorstand und Vertrieb, denen die „Performance“ der Produkte damals noch wichtiger war als Umweltschutz und CO2-Abdruck. Ich nahm eine Spannung in mir wahr, ein inneres Rebellieren, und immer häufiger fragte ich mich: Welchen Sinn hat meine Arbeit? Was könnte ich bewirken, wenn ich meine Energie, meine Kreativität und mein Engagement in eine Unternehmung einbrächte, die meine Werten teilt? Die nicht nur nimmt, sondern auch etwas zurückgibt?

Carolin Kunert

Ich bin nicht die Einzige, die sich diese Fragen stellte. Auch Carolin Kunert, die nach ihrem Studium als freie Produktdesignerin arbeitete, ging es gehörig gegen den Strich, dass die großen Produkthersteller, die sie beauftragten, nachhaltige und langlebigere Ideen für Materialien und Gestaltung nicht nur ignorierten, sondern sogar von ihr verlangten, Produkte zu entwickeln, die nach einer bestimmten Zeit kaputtgehen. In der Konsumgüterbranche arbeitet man oft wortwörtlich für die Mülltonne. Das stieß Carolin sauer auf, und sie gründete kurzerhand ihr eigenes Unternehmen: Knister Grill, den ersten vollständig in Deutschland produzierten Grill aus nachhaltigen Materialien, die zu 98 Prozent recycelt werden können. Eine Kickstarter-Kampagne und nur ein halbes Jahr später gingen die ersten Grills in Produktion, heute beschäftigt sie neun Mitarbeitende.

Der Standort Deutschland ist für Carolin eine Selbstverständlichkeit. „Ich will Arbeitsplätze und Wirtschaft hier vor Ort sichern.“ Dass es nicht nur ökologisch von Vorteil ist, im eigenen Land produzieren zu lassen und damit kurze Lieferwege zu haben, bemerkte Knister Grill spätestens in der Corona-Krise. Da stieg innerhalb von wenigen Tagen die Nachfrage nach der Balkonhalterung, in die man den Grill einklemmen konnte, rasant an. Von der waren aber nicht genug auf Lager. In Windeseile orderte Knister Grill die Halterungen beim deutschen Hersteller nach, nur wenige Tage später konnten sie die Produkte ausliefern. „Bei einem chinesischen Lieferanten wäre das niemals gegangen. Auch nicht in Zeiten, in denen die Grenzen offen sind.“

Fitness ohne geistige Mauern

Seher Danisman ist mit Fitspirated angetreten, um allen Frauen Sport zugänglich zu machen, unabhängig von Ethnie, Kultur oder Religion.

Seher Danisman ist 20 Jahre alt, lebt und arbeitet in Saarbrücken und ist Gründerin von Fitspirated. Als Coach hat sie seit ihrer Gründung im Januar 2021 über 200 Frauen geholfen, einen gesunden Lebensstil aufzubauen. „Fitspirated setzt sich aus den beiden Wörtern ,Fitness‘ und ,Inspiration‘ zusammen. Bei Fitspirated inspirieren wir Frauen zu einem gesunden Körper in Kombination mit einem positiven Mindset, um einen nachhaltigen Lebensstil aufzubauen, der sie erfüllt und den Segen in ihrem Leben erhöht“, erklärt Seher.

Vom Leistungssport zur Berufung

Mit 15 Jahren wurde Sehers Interesse für Sport in einem Verein geweckt. „Ab diesem Zeitpunkt hat sich mein Leben zum Positiven verändert. Neben meiner Fitness verbesserten sich auch meine Schulnoten und mein Sozialverhalten. Es gab viele Faktoren, die mich damals behindert hatten, diesen Weg einzuschlagen“, so Seher. Unter anderem nennt die Unternehmerin ihre damalige finanzielle Situation als Schülerin. Als Arbeiterkind in einer Großfamilie mit neun Geschwistern, galt eine Vereinsmitgliedschaft als Traumvorstellung. „Trotz vieler Umwege hielt mein Traum an, und ich erreichte mein Ziel. So wurde ich zur Leistungssportlerin im Rudern. Doch habe ich den Leistungssport in meinen jungen Jahren nicht als solchen wahrgenommen. Für mich lag der Fokus immer darauf, dass ich Spaß an der Sache habe“, sagt Seher. Mit der Zeit entdeckte Seher auch ihre Leidenschaft für andere Sportarten und verlor die Freude am fokussierten Spitzensport. „Das war das Ende meiner Karriere als Leistungssportlerin und der Beginn meiner Berufung“, erinnert sie sich.

Mit der Entscheidung für das Studium der Sportwissenschaften begann Seher, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. „Angefangen habe ich als Trainerin in unterschiedlichen Vereinen für verschiedene Altersgruppen. Besonders gern habe ich Kinder- und Frauengruppen trainiert. Im Laufe der Zeit und unter anderem auch durch die Corona-Pandemie habe ich immer mehr Freunden und Bekannten privat geholfen, fit zu werden. Fitspirated entstand, weil mir klar wurde, dass ich besonders erfolgreich darin war, Frauen zu helfen, die Schwierigkeiten hatten, den Zugang zum Sport zu finden“, berichtet Seher.

Rassismus und Sexismus als Hemmnisse

Es gibt viele Gründe, wieso jemand den Weg zum Sport nicht finden kann. Unter anderem spielen Rassismus und Sexismus eine große Rolle, ist sich Seher sicher: „Ich bin zum Beispiel sehr vielen Frauen begegnet, denen mit ihrem Burkini in öffentlichen Bädern deutlich vermittelt wurde, dass sie dort nicht erwünscht sind.“

Als Sportlerin und Trainerin ist Seher immer wieder mit kulturellen, religiösen und damit verbunden finanziellen Herausforderungen konfrontiert worden. „Es sind nicht die Blicke, die ich durch mein Kopftuch beim Klettern ernte. Es sind vielmehr die Konfrontationen mit Hallenwärtern und Trainern, die beispielweise unangenehme Fragen stellen“, so Seher. Dabei stellt ihrer Meinung nach nicht die Frage selbst die eigentliche Herausforderung dar, sondern die Atmosphäre, die dadurch entsteht. Denn selbst, wenn beispielweise das richtige Setting für das Sporttreiben mit Kopftuch gegeben ist, muss auch eine angemessene Atmosphäre herrschen. Für eine solche Atmosphäre sind Sehers Meinung nach unter anderem die Trainer*innen verantwortlich.

„Ich bin überzeugt, dass jede Frau den Weg zum Sport finden und darin aufgehen kann. Unter der Voraussetzung, dass sie weiß, wie sie dies bewerkstelligen kann und auch, wenn der Rahmen dafür gegeben ist“, so Seher. Mit Fitspirated möchte die Gründerin diesen Rahmen bieten und den Problemen, vor allem von bedeckten Frauen, im Fitnessbereich ein Ende setzen. „Unsere Mission ist es, Frauen zu zeigen, wie viele Möglichkeiten der Sport bietet. Wir wollen zeigen, dass man ohne einen Traumkörper zu haben, Sportlerin sein kann, dass man das Leben ohne Verzicht genießen kann, und wir wollen sie dazu ermutigen, das zu tun, was sie erfüllt. Dabei soll es keine Rolle spielen, welcher Ethnie oder Religion sie angehören“, so das Credo der Fitspirated-Gründerin.

Gelernt, mit Konfrontationen umzugehen

Frauen, die aufgrund ihrer Kultur, ihrer Religiosität oder ihrer Vergangenheit keine Bezugspunkte zum Sport hatten, fehlen Vorbilder. Vorbilder, die ihre negativen Erfahrungen widerlegen. „Ich habe gelernt, mit Konfrontationen jeglicher Art umzugehen und kenne keine Sportart, die ich nicht mit Kopftuch ausüben kann. Da es nicht jeder Frau gelingt, sich den Konfrontationen selbständig zu stellen, habe ich mich trotz Schwierigkeiten zu Beginn der Gründung für die Selbständigkeit entschieden“, so Seher.

In den ersten Monaten ihrer Selbständigkeit musste sich Seher vielen Herausforderungen stellen. Eine davon war es, zu erkennen, dass der Erfolg zugleich auch der größte Feind des Erfolgs ist. „Denn anfangs bin ich beispielweise mit den Nachfragen nicht nachgekommen. Deswegen hatte ich mich darauf verlassen, dass es konstant so bleiben wird. Jedoch musste ich schnell feststellen, dass dies nicht stimmt. Die Herausforderung war es, am Ball zu bleiben, den Erfolg zu genießen, sich aber nicht darauf auszuruhen“, so die Gründerin.

Trotz der vielfältigen Anbieter*innen in der Fitnessbranche erreicht Seher mit Fitspirated eine Vielzahl an Frauen, die fit werden wollen, denen der Spaß am Essen fehlt und die sich nach mehr Erfüllung im Leben sehnen. „Diese Frauen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie allesamt stark und entschlossen sind“, so Seher.

Deshalb wollen Seher und ihr Team in den nächsten Jahren weiter wachsen und noch mehr Frauen erreichen. Unabhängig von ihrer Ethnie, ihrer Religion oder ihren Voraussetzungen wollen sie ihnen den Zugang zum Sport ermöglichen. „Dafür werden wir daran arbeiten, unser Angebot zu erweitern und vor allem Barrieren im Sport aufzuheben, um gesamtgesellschaftlich das Bewusstsein für die Probleme von Frauen im Sport zu wecken“, so die ambitionierte Unternehmerin abschließend.

Sehers Tipps für andere Gründer*innen

Abschließen möchte die Fitspirated-Gründerin Seher Danisman anderen Gründer*innen folgende drei Ratschläge mit auf den unternehmerischen Weg geben:

  • „Vertraue deinem Bauchgefühl: Der erste Schritt zu einer Gründung muss keine Entscheidung sein, sondern ein Bauchgefühl. Unabhängig davon, ob es um das Gründen oder eine Geschäftsentscheidung geht, vertraue deinem Bauchgefühl. Meistens haben wir uns schon entschieden, bevor eine Entscheidung gefallen ist.“
  • „Suche dir Spezialist*innen: Du bist zwar hauptverantwortlich, musst aber nicht alles erledigen. Am besten sortierst du die Arbeit nach Zeitaufwand. Such dir vor allem Hilfe bei Aufgaben, die dir nicht liegen.“
  • „Investiere in dich selbst: Die besten Investitionen, die du tätigst, sind diejenigen in dich selbst. Du bist der Kopf der Sache. Mit jeder Investition in dich selbst investierst du auch unmittelbar in deine Gründung bzw. dein Unternehmen.“

Auf dem Weg zum Global ePlayer

Ihr habt per Online-Voting entschieden ... die StartingUp-Gründer des Jahres 2021 sind: Fabian Furch und Leopold Ingelheim von EarlyGame. Hier liest du die Erfolgsstory der Münchner Gaming-Profis.

Die internationale eSports- und Gaming-Branche boomt seit vielen Jahren. Deutlich zweistellige Wachstumsraten im Umsatz- und Community-Bereich machen das Geschäftsfeld auch in den kommenden Jahren zu einem hochattraktiven Investment-Segment. Die Münchner Fabian Furch und Leopold Ingelheim haben das enorme Potenzial bereits 2019 erkannt. „Leo und ich kannten uns aus der Strategieberatung. Ich war und wollte immer schon Unternehmer sein. So war ich vor der Gründung unter anderem bei einem eSports-Unternehmen im Managementteam tätig oder habe zu Studienzeiten mein eigenes Fußballteam gegründet“, so Fabian. „Nachdem sich Leo dann auch dazu entschieden hatte, zu gründen, haben wir uns entschlossen, den Markt gemeinsam zu beackern – EarlyGame war geboren.“ Leo bringt vor allem strukturelle Themen wie Finanzen, Analytics, Marketing und Medienexpertise mit ins Start-up, Fabians Schwerpunkte liegen neben seiner Leidenschaft fürs Gaming auf den Themen Netzwerk, Partnerschaften, Sales und Content.

Mainstream als Booster

„Gaming und insbesondere eSports werden immer stärker Mainstream. Wir haben frühzeitig erkannt, dass es keine maßgebende Plattform bzw. internationale Entertaiment-Marke für diesen Bereich gab, die mit der richtigen ,coolen‘ Sprache Inhalte für die junge, digital-affine Zielgruppe aufbereitet und die Mainstream-Community aktiv in die Unterhaltung miteinbezieht“, erläutert Leo. Diese Lücke haben die beiden nun geschlossen. „Mit unserer Entertainment-Plattform, die wir durch Events, Turniere und weitere Gamification-Elemente ergänzen, bieten wir ein perfektes Package für unsere internationale Community. Wichtig ist für uns, dass wir keine One-way Communication anbieten, sondern das Ganze interaktiv gestalten“, so Leopold.

Die Vision von EarlyGame ist es demnach, im Mainstream-­Entertainment-Bereich des eSports und Gamings für den Fan die weltweite Nummer eins zu werden. Wo steht man aktuell? Das Start-up scheint auf dem besten Weg, eine globale Marke zu werden. Die Dynamik ist beeindruckend, die Zwischen­bilanz zum Jahresstart sehr positiv. „Alle wichtigen Kennzahlen deuten weiterhin auf schnelles Wachstum hin“, so Leo.

Ziele und Meilensteine

Die Ziele sind somit klar definiert: „Wir wollen weltweit die Nummer eins werden, in DACH sind wir das schon. Sowohl Umsatz als auch Unique User wollen wir in diesem Jahr verdoppeln und damit Ende des Jahres acht Mio. Unique User monatlich auf unserer Plattform begrüßen. Zudem planen wir die Erweiterung unseres Geschäftsmodels, u.a. die Einführung eines Subscription Models“, so Co-Gründer Fabian.

Bei all den Erfolgen fragt man sich zwangsläufig, welches die wichtigsten Herausforderungen bzw. Hürden waren, die es bislang zu meistern galt. „Zwei Dinge waren am Anfang sicher sehr wichtig: die Zusammenstellung eines schlagkräftigen Teams und die Namensgebung. Ein erfolgshungriges, hochmotiviertes und talentiertes Team zusammenzustellen, das ist sicher die Basis von allem und gerade ganz zu Beginn eine große Herausforderung. Umso stolzer sind wir auf unsere 15 Mitarbeitenden, die jeden Tag ihr Bestes geben, um Early­Game auf die nächste Stufe zu hiefen“, berichtet Fabian.

Und weil EarlyGame natürlich auch Teamwork bedeutet, war es den Gründern über die gesamte Zeit sehr wichtig, den Happiness-Faktor im Team konstant hochzuhalten und die jungen Mitarbeitenden fit für die sich stetig wandelnde Arbeits- und Themenwelt zu machen. „Das Durchschnittsalter bei uns liegt bei etwa 25 Jahren bei teilweise sehr kurzer Arbeitserfahrung. Das Geld für erfahrenere Kolleg*innen müssen wir uns erst erarbeiten“, bringt es Fabian auf den Punkt.

Ein weiterer Meilenstein war die Namensgebung. „Das Brainstorming zur Marke und die Entwicklung des Namens haben ein paar Wochen gebraucht“, so Fabian. „Eine große Herausforderung und eine zu überspringende Hürde war dann sicher der Moment, als unser Google Search Traffic im Dezember 2019 um teilweise 80 Prozent eingebrochen ist. Hier haben wir relativ schnell festgestellt, dass wir ein paar Anzeichen, sprich Notifications von Google, übersehen hatten, konnten zum Glück gegensteuern und die ,Fehler‘ im folgenden Jahr beheben. Wir mussten ein paar Monate warten, bis ein Google-Update kam und wir damit wieder einen Traffic Boost erhalten konnten. In der Zwischenzeit konnten wir zum Glück durch unsere starke Social-Media-Präsenz und weitere Aktivitäten den Decline abfangen“, so Leopold rückblickend.

VC oder Crowdinvesting?

Eine wesentliche Herausfordertung der beiden Unternehmer war zudem die Frage der Finanzierung: VC oder Crowdinvesting? „Auch mit dem Risiko, dass eine erfolglose Crowdinvesting-Runde für jedermann öffentlich ist, haben wir uns für diesen Weg entschieden“, so Leo. Im Rückblick die richtige Entscheidung: Nicht nur, dass die Kampagne in Rekordzeit gefunded war, am Ende waren die Gründer mit der eingesammelten Gesamtsumme von 700.000 Euro auch deutlich „oversubscribed“. „Für uns als Team eine starke Bestätigung unserer starken Community“, kommentiert Leo.

Neben der Crowd konnte EarlyGame weitere Investor*innen von sich überzeugen: einen Investor aus Singapur sowie die Familie Winterling. „Die Vision, aber auch der bisherige Track-Record von EarlyGame haben uns überzeugt. Fabian kennen wir schon viele Jahre, und das, was er gemeinsam mit Leopold und dem gesamten EarlyGame-Team innerhalb kürzester Zeit aufgebaut hat, hat uns überzeugt und war letztlich ausschlaggebend für unser Investment“, erklärt Christoph Winterling, Marketing- und Vertriebsvorstand des FC Bologna. Den Einstieg des asiatischen Investors sieht Fabian wiederum als Beleg dafür, dass der EarlyGame für interna­tionale Investor*innen ein attraktiver Sektor und die Ausrichtung des Start-ups stimmig ist.

Mit den insgesamt eingesammelten 850.000 Euro wollen die Münchner ihre Reichweite weiter ausbauen. „Wir erreichen aktuell mehr als vier Million Unique User pro Monat auf unserer Plattform und über 20 Millionen auf Social Media“, so Leopold. „Wichtig hierbei war es uns immer, die allgemeine Balance zu halten, beispielsweise zwischen schnellen Umsätzen und dem Status einer coolen Marke. Ebenso wichtig: ein gewisses Geschick in herausfordernden Phasen auftretender Liquditätsengpässe“, ergänzt Fabian

Going global

Vor dem Hintergrund der erfreulichen Gesamtentwicklung hat auch Early-Game-Partner kicker seine Investition wiederholt ausgebaut. „Das Interesse an einem Investment im Bereich eSports und Gaming ist aktuell sehr groß. Wir sehen gerade auch eine starke Nachfrage seitens globaler Investor*innen. Das ist erfreulich, denn mittelfristig wollen wir mit EarlyGame vor allem international Maßstäbe setzen und mit weiteren internationalen Partner*innen die nächsten Schritte machen“, betont Leo.

Mit weiteren Partnerschaften wollen die ambitionierten Gründer ihr Produktangebot erweitern, die Nutzer*innenzahlen maximieren und den kontinuierlichen Aufbau ihrer Marke forcieren. Gerade auch die Partnerschaften und Kooperationen geben EarlyGame immer wieder einen Push, betonen Leopold und Fabian. Die Zusammenarbeit mit Brands wie HyperX, MediaMarktSaturn, Jochen Schweizer, aber auch die Partnerschaft mit Laureus Sport for Good rund um die EarlyGame Awards haben die Community kontinuierlich weiterwachsen lassen.

Mit den im Jahr 2021 initierten EarlyGame Awards konnte das Start-up bereits in der Startphase einen der erfolgreichsten Community-Gaming- und Streaming-Awards in Deutschland aufbauen. „Mit Partnern wie Laureus Sport for Good, Euronics, GTÜ oder Razer bauen wir 2022 auf diesem Erfolg auf; langfristig ist es auch hier unser Ziel, eine absolute Top-Marke im Bereich Gaming Awards zu schaffen, vergleichbar mit den Laureus Awards im Sportbereich“, so Fabian. Im nächsten Schritt heißt es dann auch hier wiederum: Going global.

10 grüne TOP-Start-ups 2022

Diese 10 Start-ups mit nachhaltigen Geschäftsmodellen sind aktuell besonders vielversprechend und sollten 2022 auf dem Radar von Impact-Investor*innen sein.

Immer mehr Start-ups verankern Nachhaltigkeit in ihrem Geschäftsmodell. Das ist begrüßenswert und dringend nötig. Um die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die UN Agenda 2030, zu erreichen, brauchen wir vor allem auch die innovativen Lösungen aus der schnell agierenden Start-up-Welt. Welche jungen Unternehmen sind aktuell besonders vielversprechend und sollten auf dem Radar von Impact-Investor*innen sein?

Heba Aguib, Chief Executive des RESPOND-Accelerators zur Förderung nachhaltiger Start-ups, ist nah dran an den Entwicklungen der Szene. Sie gibt eine Prognose für das Jahr 2022. Das Fazit: Vor allem Geschäftsmodelle im Bereich der regenerativen Ökonomie und aus der Food- und Biotech-Branche werden immer relevanter und durchstarten.


Resortecs

Eine Branche, die besonders vor der Herausforderung steht, ihr Business nachhaltiger aufzustellen, ist die Bekleidungsindustrie. Aktuell wird nur ein Prozent der weggeworfenen Textilerzeugnisse recycelt, die restlichen 99 Prozent werden verbrannt oder auf Deponien gelagert. Dies liegt zum Teil daran, dass die Kleidungsstücke nicht für eine Zerlegung konzipiert sind. Gerade Knöpfe, Reißverschlüsse und Etiketten behindern den Prozess. Das Start-up Resortecs aus Belgien widmet sich diesem Problem. Die Gründer*innen Cédric Vanhoeck und Vanessa Counaert haben eine industrietaugliche und günstige Lösung entwickelt, um Kleidungsstücke für das Recycling aufzubereiten. Das Ganze funktioniert über ein Garn, das sich unter Hitzeeinwirkung auflöst, sodass Kleidungsstücke in in Einzelteile zerlegt werden können. In der Breite angewendet, kann Resortecs maßgeblich dazu beitragen, das Kleidungsrecycling erheblich zu verbessern.

Poliloop

Mit Recycling bzw. dem Versetzen von Stoffen beschäftigt sich auch das Biotech-Start-up Poliloop aus Ungarn. Die beiden Gründerinnen Liz Madaras and Krisztina Lévay haben einen umweltfreundlichen Bakteriencocktail entwickelt, um den biologischen Abbau von Kunststoffabfällen zu verbessern. Mit der Lösung ermöglicht es das Start-up, eine Kreislaufwirtschaft für Plastik produzierende Unternehmen aufzubauen, sodass Kunststoffverpackungen immer wieder verwendet werden können. In Anbetracht der dramatischen Situation unserer Ozeane und Gewässer ist diese Lösung vielversprechend, damit das Ökosystem wieder ins Gleichgewicht kommt.

Traceless

Das Hamburger Start-up Traceless möchte ebenfalls das Problem der Plastikverschmutzung lösen und hat dazu eine nachhaltige Alternative zu (Bio-)Kunststoffen entwickelt. Aktuell befinden sich 85 Prozent aller jemals weltweit produzierten Kunststoffe noch immer auf Mülldeponien oder verschmutzen die Meere. Mit seiner zum Patent angemeldeten Technologie ist Traceless in der Lage, drei verschiedene alternative Materialien herzustellen: eine flexible Folie, einen formbaren Kunststoff und eine sprühbare Lösung für Beschichtungen. Die Gründerinnen Anne Lamp und Johanna Baare setzen zur Herstellung der Materialien auf natürliche Polymere – also solche, die die Natur vorkommen. Deshalb können Mikroorganismen sie leichter verdauen und abbauen.

Concular

Eine Branche, in der es noch viel Potenzial gibt, eine geschlossene Kreislaufwirtschaft aufzubauen und damit einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist die Baubranche. Einige vielversprechende Startups nehmen sich dieser Herausforderung an, darunter Concular aus Berlin. Die Gründer Julius Schäufele und Dominik Campanella möchten das zirkuläre Bauen befördern und so die Branche dabei unterstützen, ressourceneffizient und CO2-neutral zu werden. Dafür haben sie eine Softwarelösung entwickelt, um Gebäude und Materialien zu digitalisieren und Bauprozesse transparenter zu gestalten. Ziel ist auch, dass gut erhaltene Materialien aus Umbaumaßnahmen nicht entsorgt, sondern wiederverwertet werden.

Made of Air

Made Of Air aus Berlin hat ebenso eine alternative und nachhaltige Lösung entwickelt, um das Bauwesen CO2-ärmer zu gestalten. Das Start-up, gegründet von Allison Dring und Daniel Schwaag, stellt ein thermoplastisches Granulat her, das zu 90 Prozent aus CO2 aus der Atmosphäre besteht und somit kohlenstoffnegativ ist. Das Material kann als nachhaltige Alternative im Bauwesen, in Innenräumen, Möbeln und mehr eingesetzt werden.

Brickify

Brickify aus Nigeria verfolgt einen anderen Weg, um die Baubranche zukunftsfähig aufzustellen: Das Start-up recycelt Kunststoffabfälle zu wasser-, feuer-und hitzebeständigen Pflastersteinen, die zum Bau von Straßen und kostengünstigen Häusern verwendet werden können. Die Ziegel funktionieren wie Legosteine: Sie greifen ineinander und benötigen beim Bauen keine zusätzlichen Materialien.

Live Green Co

Um 2030 alle 10 Milliarden Menschen ausreichend ernähren zu können, wird pflanzenbasierte Ernährung immer wichtiger, davon sind die beiden Gründerinnen Priyanka Srinivas and Sasikanth Chemalamudi von The Live Green Co mit Sitz in Chile überzeugt. Ihr Ziel: Den Zugang zur pflanzenbasierten Ernährung demokratisieren und ausbauen. The Live Green Co vereint dazu Wissen über mit Biotech und Künstlicher Intelligenz, um Ernährungslternativen zum Durchbruch zu verhelfen. Mit ihrer Technologie macht es The Live Green Co emöglich, klassische Nahrungsmittel wie Milch, Eier, Stabilisatoren oder Emulgatoren durch Sonnenblumenprotein, Ballaststoffe, Öl, Erbsenprotein, Banane, Avocado und Leinsamenmehl zu ersetzen und so auch den Einsatz von tierischen Zusatzstoffen durch pflanzenbasierte Alternativen zu ersetzen.

ConstellR

Um eine Antwort auf die Klima- und Ernährungskrise geht es auch bei ConstellR aus Freiburg. Die Vereinten Nationen prognostizieren, dass die Nahrungsmittelproduktion bis 2050 um 50% steigen muss – und das bei zunehmender Wasserknappheit und sich ändernden klimatischen Bedingungen. Eine Lösung kommt aus dem All: Die Gründer Max Gulde und Marius Bierdel haben einen Mini-Satelliten entwickelt, der es ermöglicht, landwirtschaftlich relevante Daten zu ermitteln, die dann das effizentere Bewirtschaften der Felder ermöglichen. Der Satellit bemerkt anhand von Temperatur, wann die Pflanzen aufgrund von Wassermangel, zu viel Dünger oder Pilzbefall unter Stress stehen. Die Landwirte können auf Basis dieser Informationen handeln. Letztlich kann die Technologie aber nicht nur dazu dienen, die Landwirtschaft klimafester zu machen, sondern auch helfen, Waldbrände zu verhindern. Anfang dieses Jahres plant ConstellR die Technologie ins All zu befördern. Der Satellit wird dann für vier Monate gemeinsam mit der NASA auf der Interna­tionalen Raumstation ISS betrieben

BOSAQ

Bei BOSAQ aus Belgien steht die Wasserversorgung im Vordergrund. Ungefähr 40 Prozent der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Gründer des CleanTech-Unternehmens, Jacob Bossaer und Pieter Derboven, möchte das ändern. Sie möchten eine zuverlässige und reibungslose Wasserversorgung von hoher Qualität gewährleisten – sowohl für Unternehmen (Brauchwasser) als auch für Gemeinden (Trinkwasser). Dazu haben sie eine patentierte Technologie (SolarAQ) entwickelt, um Wasser aufzubereiten.

KRAFTBLOCK

Nachhaltige Geschäftsmodelle gehen oft einher mit Lösungen, die zum Klimaschutz beitragen. Um CO2-Emissionen im großen Umfang einzusparen, ist der vermehrte und globale Einsatz Erneuerbarer Energien essentiell. Allerdings hängt die Erzeugung erneuerbarer Energie weitgehend von der Verfügbarkeit von Sonne und Wind ab. Für den Übergang zu einer Energieversorgung, die ausschließlich auf Erneuerbaren fußt, ist es wichtig, Energieerzeugung und -verbrauch durch Speichermöglichkeiten zu entkoppeln. Dieses Ziel verfolgt KRAFTBLOCK aus Sulzbach in Deutschland. Das Start-up setzt dafür auf thermische Energiespeicherung. KRAFTBLOCK entwickelt und vertreibt nachhaltige, leicht skalierbare modulare Speichersysteme für thermische Energie (mit Temperaturen bis zu 1.300°C). Die Speichersysteme bestehen zu 85 Prozent aus recycelten Rohstoffen und haben einen geringeren CO2-Fußabdruck als konkurrierende Systeme.

Die Gründer*innen all dieser Start-ups zeigen, dass sich die Art und Weise, wie wir wirtschaften, uns ernähren, kleiden oder bauen nicht mit einer Ausbeutung der natürlichen Ressourcen einhergehen muss. Dank technologischer Innovationen haben wir die Chance, nachhaltiger zu agieren und zur Erreichung der Ziele der UN Agenda 2030 beizutragen. Aufgrund der Notwendigkeit, zu Handeln und die Klimakrise mit vereinten Kräften einzudämmen, werden nachhaltige Geschäftsmodelle immer mehr an Fahrt aufnehmen, auch im Jahr 2022.

Der ideale Garten vom Architekt: Darauf kommt es an!

Rund 36 Mio. Menschen in Deutschland besitzen einen eigenen Garten – ein kreativ-vielfältiges und lukratives Betätigungsfeld für (Garten-)Architekten.

Es gibt ihn nicht, den einen Traumgarten, der jeden Menschen gleichmäßig begeistert. Hierfür sind Vorstellungen, Wünsche und Träume viel zu individuell. Allerdings schlagen Architektenherzen vor allem dann höher, wenn der Garten die perfekte Symbiose zwischen stilvoller Natur und eleganter Architektur bietet. Wie groß die Unterschiede eigentlich sind, lässt sich beim Anblick eines klassischen Schrebergartens und einem architektonisch gestalteten Garten erkennen. Letzterer ist mehr als nur ein Stück Grünfläche, irgendwo am Haus, es ist der Inbegriff der perfekten Gartengestaltung und ein Zeichen hoher Qualität.

Die Symbiose zwischen Innenbereich und der Außenanlage

Es gibt zwei Lebensbereiche des Menschen. Auf der einen Seite ist der Innenbereich eines Hauses oder Anwesens, in dem Bewohner einen großen Teil ihres Lebens verbringen. Auf der anderen Seite ist der Garten, der als angrenzendes Grundstück oder Anlage zur eigentlichen Immobilie eine große Rolle spielt. Die Grünfläche ist ein Zugewinn an Lebensraum und lässt sich durch den passenden Gartenarchitekten ideal an den prägenden Stil einer Immobilie anpassen.

Verschmelzen Garten und Innenraum miteinander, wird ein harmonisches Gesamtbild geschaffen und der Unterschied zwischen Garten und Traumgarten wird überdeutlich. Ohne Zweifel: Bei der Gestaltung eines echten Traumgartens spielt auch Geld eine Rolle. Zu bedenken ist allerdings, dass der architektonisch perfekte Garten nicht nur optisch einen immensen Mehrwert bietet, sondern auch die Wertigkeit der Immobilie anhebt. Das Image, unter welchem ein Haus oder Anwesen steht, ist mit entscheidend für dessen Wert. Eine architektonisch geprägte Gartenlandschaft erhöht den Wert und trägt entscheidend zu einem positiven Image bei.

Jede Art von Garten bietet für Architekten Potenzial

Rund 36 Millionen Menschen in Deutschland besaßen im Jahr 2020 einen eigenen Garten. Darunter befinden sich kleine Schrebergärten, Gärten in Hanglage, große Grundstücke, nahezu ungenutzte Gärten und viele weitere Gartenarten. So vielfältig wie die Gärten selbst, so vielfältig sind auch die Ansprüche der Menschen. Zeitweise wird der Garten lediglich zur kurzfristigen Erholung genutzt, wird zweckmäßig ausgestattet und mit einigen Pflanzen dekoriert.

Ein klassischer Schrebergarten eben, meist nicht einmal direkt am Haus gelegen.
Wenn wir von Gartengestaltung auf Architektenniveau sprechen, sind damit aber vollendete Gartenanlagen in einem gewissen Stil, mit einem besonderen Charakter und mit einer Message gemeint. Ein Garten, der von einem Architekten gestaltet wird, ist nicht nur ein Rückzugsort im Sommer. Er ist das Statement des gesamten Hauses und ein Objekt, was über Generationen hinweg bleiben wird.

Der Garten als ein Hauch von Luxus

Eine optimierte und stilgeprägte Gartenanlage ist nicht nur eine Ergänzung des Lebensraums, sondern ein Hauch von Luxus, der das eigene Leben maßgeblich beeinflussen kann. Die Möglichkeit des Rückzugs, die Chance, die eigenen Bedürfnisse im Gartenstil auszudrücken, macht diesen Luxus so einzigartig.

Für einen Architekten gibt es nicht „den einen optimalen Garten“ zur Gestaltung. Die Kunst der Gartenarchitektur besteht darin, auch schwierige Anlagen in einen einzigartigen Traum zu verwandeln. Besonders schwierig gestalten sich mitunter Hanglagen, doch auch daraus lässt sich ein Traumgarten kreieren. Ein Traumgarten vom Gartenarchitekt. Entscheidend ist die Gartenplanung, die mit Hilfe von Einrichtung, Ausstattung und Pflanzen zum Abschluss gebracht wird.

Die optimale Gartenanlage für die architektonische Gestaltung ist groß, frei von Hindernissen und lässt sich nach eigenem Wunsch, völlig frei, gestalten. Solche Grundstücke sind aber von hohem Seltenheitswert und umso wichtiger ist es, dass bei der Gartenarchitektur Hindernisse nicht als solche gesehen werden. Abhängige, außergewöhnliche Formen, ungenutzte Nischen – all das lädt den Architekten erst dazu ein, seine Kreativität spielen zu lassen und aus einem scheinbar nutzlosen Fleckchen Grün eine Gartenanlage zu konzipieren.

Das Grundstück ist die Basis des Gartens

Die Gartengestaltung beginnt nicht erst mit der Aussaat von Rasen und dem Pflanzen von Bäumen, sondern viel früher, bei der Begutachtung von Grund und Boden. Jedes Grundstück hat andere Bedürfnisse. Lichteinfall, Schattenregionen, Witterungsbedingungen – all das spielt eine immense Rolle bei der schlussendlichen Gestaltung des architektonischen Traumgartens. Der Ausbau und das Design können erst beginnen, wenn die Bodenbeschaffenheiten vollständig bekannt und im Zweifel überarbeitet wurden. Anhand der Bodenwerte ist es möglich, den Garten in Bereiche zu strukturieren.

Ein Geheimnis, das häufig übersehen wird, ist die Kraft der Natur. Nicht der Mensch entscheidet, wann und wo er seinen Garten haben möchte, sondern die Natur. Mit all ihren Besonderheiten gibt sie den Takt vor und spielt eine entscheidende Rolle, ob der Traumgarten eine langfristige Zukunft hat. Daher geht es nie darum, einen Garten auf einem Stück Natur zu bauen, sondern die Natur zu nutzen und sie in die Gartengestaltung einfließen zu lassen.

Pflanzen als Element eines Traumgartens

Die Artenvielfalt des Globus ist beeindruckend und die Schöpfungen der Natur gehören zu einem stilgeprägten Garten dazu. Es mag ein schönes Hobby sein, für einen Sommer auf dem Balkon gewisse Sommerpflanzen zu züchten und sie im nächsten Jahr wieder zu entsorgen. Doch wenn es um die Wahl langlebiger Pflanzen und Bäume geht, gibt es andere Kriterien als nur die optischen Aspekte.

So werden in hochwertigen und architektonisch strukturierten Gärten immer wieder Bonsai Bäume eingesetzt, um dem Garten einen langfristigen und prägenden Stil zu geben. Viele Menschen verbinden den Bonsai automatisch mit Japan und wissen nicht, dass er längst den Weg in die europäische Kultur gefunden hat. Seine Pflegeleichtigkeit, aber auch sein untrüglicher Charme machen diesen Baum zu einem der idealen Begleiter eines lebenslang erhaltenen Anwesens.

Mit der Natur, nicht gegen sie

Steht ein Architekt vor einem Garten, durchfluten viele Gedanken seinen Kopf. Er spielt mit Bildern, er gestaltet in seiner Fantasie, er scannt Nischen, Ecken und Vorsprünge, um seine Ideen einzubringen. Und er erkennt Widrigkeiten, die das geplante Projekt erschweren könnten. Der Traumgarten für den Architekten muss am Ende gar nicht immer simpel, groß und leicht zu gestalten sein. Immerhin liebt es der Gartenarchitekt, wenn er durch sein Wissen, seine Fähigkeiten und sein Talent in der Lage ist, auch besonders schwierige Lagen zu meistern und aus einem nicht sehr vielversprechenden Grundstück am Ende ein wahres Idyll für ganze Generationen zu zaubern.

Der Gartenarchitekt hat eine der entscheidendsten Rollen bei der Außengestaltung eines Anwesens. Er ist das Bindeglied zwischen dem Heim, das oftmals vom Innenarchitekten in einem ganz bestimmten Stil geprägt wurde und der Natur, die für das äußere Erscheinungsbild gesorgt hat. Seine Aufgabe ist es, beides miteinander zu verbinden und da Architekten genau diese Aufgabe lieben, ist jeder Garten für sie ein Traum.

SEO-Trends 2022

Suchmaschinenmarketing: Von Audio-Marketing bis Responsive-Suchanzeigen. Mit diesen 7 Trends startest du online im neuen Jahr durch.

Online-Marketing gibt es stetig neue Entwicklungen, Trends, Anpassungen und Tools. Sie automatisieren die bestehenden Prozesse und verbessern die Möglichkeiten zur Suchmaschinenoptimierung und -werbung immer weiter. Um die Sichtbarkeit im Web für das eigene Unternehmen zu erhöhen, gilt es solche Trends im Blick zu behalten. Vor allem Entwicklungen im Bereich Audio, Video und Social Media sowie die Verzahnung von Content und E-Commerce stehen aktuell im Fokus. Wir haben sieben Trends identifiziert, mit denen Unternehmer und Selbständige online 2022 durchstarten.

SEO Trend 2022: Audio-Marketing

Ob Podcasts, Clubhouse oder Twitter Spaces: Audio-Content wird immer beliebter. Deshalb sollen diese Inhalte auch in den Suchergebnissen von Google platziert werden. Wie bei anderem Content spielt dabei vor allem der gebotene Mehrwert eine wichtige Rolle für ein gutes Ranking. Mit eigenen Unternehmens-Podcasts erreichen kleinere und größere Betriebe ihre Zielgruppe dann an einem weiteren Touchpoint. Übrigens: Videos sind schon länger ein oft genutztes Marketingtool, doch ihre Bedeutung nimmt weiter zu. Sie erhöhen nicht nur den organischen Traffic, sondern sorgen auch für eine längere Verweildauer auf Websites und Social-Media-Profilen.

SEO Trend 2022: Content-Commerce

Die Verzahnung von Content-Marketing und E-Commerce schreitet im digitalen Marketing immer weiter voran. Beispielsweise Facebook und Instagram setzen bereits verstärkt auf E-Commerce-Funktionen, sodass User*innen über die Plattformen shoppen können. Diese Entwicklung führt dazu, dass Unternehmen ihren Content zunehmend strategisch in die digitale Customer Journey ihrer eigenen Kundinnen und Kunden integrieren sollten. Dadurch lassen sich passende Inhalte in jede Phase des Einkaufserlebnisses einbinden und flexibel an die Kund*innenbedürfnisse anpassen. Der Aufbau einer Digital-Experience-Plattform kann für Unternehmen zu einem Wettbewerbsvorteil werden. 

SEO Trend 2022: Google Analytics 4

Ende Oktober 2020 stellte Google von Universal Analytics beziehungsweise GA3 auf Google Analytics 4, kurz GA4, um und setzt nun verstärkt auf die Umstellung der vierten Version des Trackingtools. Bei GA4 handelt es sich dabei um mehr als ein Upgrade: Es ist vielmehr eine neue Generation von Google Analytics, die für User*innen einige Veränderungen mit sich bringt. Im Vergleich zu GA3 ist nicht nur das User Interface neu, sondern auch das zugrunde liegende Datenmodell und das Tracking. Letzteres lässt sich in der neuen Version auch ohne Cookies ermöglichen. Zudem können über ein ganzes Tagging-Framework Daten an Google-Dienste wie Google Ads, Campaign Manager oder Search Ads 360 gesendet werden. GA4 erleichtert so den Einbau des Tracking-Codes für alle Google-Produkte, noch präziseres Conversion-Tracking und die Minimierung technischer Fehlerquellen. 

SEO Trend 2022: Mobile First

Immer mehr Nutzerinnen und Nutzer durchsuchen das Web vor allem über ihre Smartphones und Tablets. Schon länger steht die Darstellung im Responsive Design deshalb im Fokus. Im Jahr 2021 hat Google aber sogar alle Webseiten auf das sogenannte Mobile-First-Indexing umgestellt, sodass die Suchmaschine Inhalte, die ausschließlich auf Desktopgeräten verfügbar sind, ignoriert. Unternehmen sollten ihre Seiten deshalb dringend auf das Responsive Design hin überprüfen. Passend dazu spielen auch Deeplinks eine immer größere Rolle. Sie finden in Verbindung mit Apps Verwendung, um von Anzeigen auf die richtigen Zielseiten zu verlinken. Somit verhelfen Deeplinks insbesondere Nutzern von mobilen Endgeräten zu einem schnellen und nutzerfreundlichen Shoppingerlebnis. 

SEO Trend 2022: PageSpeed Insights 

Google hat jüngst seinen Online-Dienst „PageSpeed Insights“ optimiert. Das Tool zur Analyse und Verbesserung für Ladezeiten von Internetpräsenzen bietet nun viele neue Informationen über die Ladegeschwindigkeit und zum Lighthouse-Score. Bei „Google Lighthouse“ handelt es sich wiederum um ein Audit-Tool, das die Performance von Websites erhebt. Der Score wird dabei in den Kategorien Performance, Accessibility, Best Practices und SEO errechnet. Zu den Veränderungen in der optimierten Version gehört zum Beispiel, dass nun nicht mehr die Punktzahl der getesteten Seite ganz oben auf der Ergebnisseite steht, sondern der Abschnitt mit den Nutzer*innendaten. Bei der Punktzahl handelt es sich nämlich nur um Labordaten, die keinen direkten Einfluss auf die Rankings haben. Der Bereich mit den Nutzer*innendaten lässt sich hingegen aufklappen, sodass User*innen zusätzliche Details zu den Core Web Vitals sehen. Dazu wird jeweils der Anteil der Aufrufe dargestellt und kategorisiert: grün für Erreichung der empfohlenen Werte, gelb für Werte mit Verbesserungsbedarf und rot für schlechte Leistungen. Zusätzlich gibt es sowohl für die Nutzer*innen- als auch für die Labordaten einen zusätzlichen Abschnitt mit weiteren Informationen zum Erfassungszeitraum, zur Dauer der Besuche oder auch zur Größe der Strichprobe, sodass User*innen die Performance der jeweiligen Seite besser analysieren und verbessern können.

SEO Trend 2022: Free Listing

Bereits seit einigen Monaten hat Google die kostenlosen Shoppinganzeigen international ausgerollt. Doch noch nicht alle Produktanbieter*innen nutzen dieses Tool für ihre Marketingkampagne. Dabei bietet das Free Listing vor allem kleinen Unternehmen mit wenig Marketingbudget Gelegenheit, Werbeanzeigen kostenlos zu platzieren und diese zu testen. Auf diesem Weg werden nämlich verschiedene Produktmerkmale wie Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen teilweise auch in den organisch gelisteten Shoppinganzeigen aufgeführt und Internetnutzer*innen angezeigt.

SEO Trend 2022: Responsive-Suchanzeigen

Marketingmaßnahmen und Online-Tools verändern sich vor allem aufgrund des stetigen Wandels des User-Suchverhaltens. Google gibt beispielsweise an, dass 15 Prozent der täglichen Anfragen ganz neue Suchen darstellen. Online-Marketingkampagnen gilt es deshalb möglichst flexibel zu gestalten. Zudem sollten Unternehmen auf Automatisierung setzen – besonders auf Responsive-Suchanzeigen. Texte in solchen Anzeigen werden ständig angepasst, damit sie Kund*innen immer passende Botschaften präsentieren. Dafür geben Unternehmen einfach mehrere Anzeigentitel und Textzeilen ein, sodass Google Ads im Laufe der Zeit automatisch verschiedene Kombinationen testet und die zielführendsten unter ihnen ermittelt. Ab dem 30. Juni 2022 will Google nur noch die Responsive Search Ads unterstützen. Erweiterte Textanzeigen sollen dann zwar weiterhin ausgespielt werden, die Möglichkeit zur Erstellung oder Bearbeitung fällt aber weg.

Der Autor Andreas Karasek ist Geschäftsführer der Agentur SEM Berater.

Krypto-Trends 2022

Kryptowährungen: Was sind die Erwartungen und Trends für 2022?

Krypto-Trend: Bitcoin bleibt der "König"

Trotz der Tatsache, dass die Dominanz von Bitcoin im Jahr 2021 abnahm und die Anleger begannen, sich nach Alternativen wie Ethereum, Solana und Polkadot umzusehen, ist BTC immer noch die wichtigste "schwere" Kryptowährung. Die Nachfrage nach BTC und seinen Derivaten wird steigen. BTC hat eine niedrige Besicherungsquote, was auf eine geringe Verschuldung hindeutet und ein Potenzial für die Verwendung als DeFi-Sicherheiten zeigt. Bitcoin-Inhaber werden in der Lage sein, mehr ihrer Bitcoins für Kredite, Darlehen, die Bereitstellung von Liquidität usw. zu verwenden. Ein größerer Teil des Bitcoin-Angebots wird auf anderen Blockchains abgelegt werden.

Krypto-Trend: Cross-Blockchain-Bridges

Cross-Blockchain-Bridge-Protokolle wie Rune (THORChain) werden mehr Peer-to-Peer-Swaps ermöglichen. Derzeit verbinden sich die meisten Brücken mit dem Ethereum (ETH)-Netzwerk aufgrund der Kompatibilität mit der Ethereum Virtual Machine (EVM) (Tezos Wrap Protocol Bridge, Binance Smart Chain Bridge, Solana's Wormhole Bridge, Avalanche Bridge, usw.). Es wird erwartet, dass blockchain-übergreifende Möglichkeiten eine wichtigere Rolle spielen werden.

Krypto-Trend: DeFi und Liquidität

Vor kurzem sind mehrere neue vielversprechende Protokolle erschienen. Zum Beispiel für eine langfristige Liquidität - OlympusPro, Tokemak, oder für eine kurzfristige Liquidität - Fei Protocol x Ondo Finance und Liquidity Mining, was eine Tür für die weitere Entwicklung von DeFi2 öffnet. Die Entwicklung von Mindestreserve-Banking und Off-Chain-Kredit-Scoring-Systemen wird einer der Trends sein.

Krypto-Trend: NFTs

Ihr Potenzial ist enorm, da sie zur Übertragung von Rechten sowohl an virtuellem als auch an physischem Eigentum genutzt werden können. Wir werden also herausfinden müssen, wie NFTs von "traditionellen" Institutionen wie Museen, Fonds usw. behandelt, gehalten und bewertet werden können.

Krypto-Trend: Regulierung

Immer mehr institutionelle Anleger haben begonnen, Kryptowährungen als legitime Anlagemöglichkeit anzuerkennen, auch wenn eine umfassende Regulierung noch auf dem Weg ist. Der Markt für Kryptowährungen ist einfach zu groß geworden, um ihn zu ignorieren. Gleichzeitig wird die makroökonomische "Übernahme" von Blockchain/digitalem Geld intensiviert werden. Wir erwarten eine stärkere Konzentration auf CBDCs und Stablecoins, die zur Diversifizierung und Senkung der Transaktionskosten beitragen, grenzüberschreitende Reibungsverluste verringern, Einlagen ergänzen, die finanzielle Eingliederung fördern usw. Es wird eine bankähnliche Regulierungsstruktur für Stablecoin-Emittenten vorgeschlagen werden.

Krypto-Trend: breitere Einführung von Blockchain-Technologien

Und schließlich eine breitere Einführung von Blockchain-Technologien, um viele weitere Bereiche zu digitalisieren und zu verfolgen, angefangen bei der Nutzung medizinischer Daten, ESG-Attributen (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung), der Überprüfung der Identität von Lieferanten, Geldtransfers usw.

Der Autor: Prof. Roman Matkovskyy, Rennes School of Business

E-Sports Start-ups – wer profitiert?

E-Sports: Ein innovatives Ökosystem setzt Trends, von denen auch Start-ups profitieren.

In der heutigen Zeit sind E-Sports längst nicht mehr irgendwelchen Freaks vorbehalten, die sich mit ihren Computern zu LAN-Partys versammeln. Heute handelt es sich dabei fast schon um eine eigene Industrie, die immer mehr Spieler anlockt und gleichzeitig viele Zuschauer vor den Bildschirmen der Welt versammelt. Dank Live-Streams haben die Zuschauer die Möglichkeit, den besten Spielern der Welt über die Schulter zu schauen. Diesen Boom gilt es definitiv einmal näher zu betrachten.

Dass die Menschen spielen wollen, ist an und für sich nicht neu. Es äußert sich einfach nicht immer genau gleich. Manche verschreiben sich zum Beispiel dem Glücksspiel. In diesem Bereich boomt aktuell zum Beispiel das Online Casino ohne deutsche Lizenz. Es bietet den Spielern die komplette Freiheit. Schließlich sind die Glücksspiele online in Deutschland durch den Gesetzgeber nun erstmals bundesweit reguliert worden – allerdings in einer Art und Weise, die den Spielern eher weniger Spaß bereitet.

Vom Freak zum Profi

Lange Zeit hat man sich den klassischen E-Sportler wohl als eine Art Freak vorgestellt, der bis in die tiefsten Morgenstunden an seinem PC oder auf der Konsole zockt. Doch mit „Binge Gaming“ alleine lässt sich heutzutage nicht mehr viel erreichen. Das Niveau ist bei den Spielen viel höher geworden und vom Klischee der Einzelgänger haben sich die Gamer ebenfalls längst verabschiedet. Heute geben sie der sozialen Interaktion ein viel größeres Augenmerk als noch vor einigen Jahren – und das ist auch gut so.

Statt als Einzelmasken in Erscheinung zu treten organisieren sich heute E-Sportler in Teams, inklusive Coaches, die ihnen helfen, das Niveau stets ein wenig zu verbessern. Das eröffnet gerade wirtschaftlich betrachtet völlig neue Möglichkeiten. Sponsoren haben die E-Sports für sich entdeckt, um mit Hilfe der Akteure in der Szene die aktuelle Generation junger Erwachsener und Jugendlicher zu erreichen. Sogar einige große Sportvereine haben bereits eigene Abteilungen für E-Sports gegründet. Sie beschäftigen so Gamer, die die jeweiligen Farben in der E-Sports-Szene vertreten.

Komplett neues Ökosystem

Selbst das Wort „Szene“ wird im Zusammenhang mit den E-Sports immer weniger verwendet. Vielmehr ist von einem ganzen Ökosystem die Rede. E-Sports als Ganzes helfen zahlreichen Unternehmen dabei, sich auf die Bedürfnisse der Jugend und speziell der Gamer auszurichten. Dabei geht es um breit gefächerte Aspekte wie die Ausbildung, die Ernährung oder die Bekleidung. E-Sports ist zudem auch aus finanzieller Sicht keine besonders günstige Aktivität. Entsprechend spielt auch die Versicherung der Ausrüstung für die Gamer eine Rolle, speziell wenn sie sich auf Reisen befinden.

Alle diese Bedürfnisse sind für verschiedensten Unternehmen eine riesige Chance, um mit der Generation Z in den Kontakt zu kommen. Ein Unternehmen, das es schafft, sich in diesem Bereich richtig zu positionieren erreicht indes nicht nur die aktiven Gamer. Dank lukrativen Verkäufen von Übertragungsrechten erreichen die E-Sports auch immer mehr Zuschauer rund um den Globus und speziell in Asien, wo diese neue Art des Sports besonders beliebt ist. Bei internationalen Wettbewerben kommen die Sieger nämlich sehr oft aus den Hochburgen des E-Sports wie China oder Südkorea.

Pole Position für die Spielehersteller

In erster Linie sind die E-Sports natürlich für jene Unternehmen eine Goldgrube, die die entsprechende Software und Hardware entwickeln und vertreiben. Während man in traditionellen Sportarten Disziplinen kennt, die mehr oder weniger aus dem natürlichen Antrieb entstanden sind, basieren die Disziplinen bei den E-Sports auf Videospielen, die alle ihren eigenen Entwickler haben. Um an den Wettbewerben teilzunehmen müssen die Spieler also zwingend in die entsprechenden Spiele und Geräte investieren.

Doch die bereits erwähnten Aspekte bringen auch das eine oder andere Start-up-Unternehmen auf den Plan. Gerade wenn es sich bei den Unternehmern ebenfalls um E-Sports-affine Personen handelt, entsteht so eine Win-Win-Situation für die Gamer und die Unternehmer. Manche Unternehmen bieten so beispielsweise Versicherungen an, die speziell auf die Bedürfnisse der (semi-)professionellen Gamer ausgerichtet sind. Andere kümmern sich um Aspekte wie Tracking oder die Interaktion zwischen den Spielern.

Start-ups mischen in der Szene mit

Der Sport bewegt sich allgemein in eine Richtung, in der Zahlen eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Dazu zählt, dass man das Spielverhalten aufzeichnet und auswertet. Die enormen Datenmengen, die dabei entstehen, hilft Dojo Madness aus Berlin zu verarbeiten. Auf der Basis des aufgezeichneten Spielverhaltens errechnet die von Dojo Madness entwickelte Software Tipps und Anweisungen für zukünftige Spielrunden. Die Spieler dürfen sich dadurch eine bessere Performance versprechen.

Ein weiterer Bereich, den bereits mehrere deutsche Start-ups für sich entdeckt haben, ist die Planung für die E-Sportler. Die ganzen Termine der Wettbewerbe und Messen unter einen Hut zu bekommen ist keine leichte Aufgabe. Um im richtigen Moment am richtigen Event vertreten zu sein, muss man gut vorausplanen können. Die entsprechende Software ist dabei fast schon Pflicht. Denn die Branche ist mit den vielen Anbietern und Stilrichtungen sehr divers. Nicht nur die Anbieter von Hard- und Software stehen gegenseitig im Wettbewerb – auch die Anbieter der Messen und die Veranstalter der Wettbewerbe sind ständig in Konkurrenz zu einander.

Sichere Werte – nicht nur bei den Spielen

Während man sich bei einer traditionellen Versicherung vor allem vorstellen kann, wie greifbare, konkrete Werte versichert werden, muss man bei den E-Sports ein wenig weiterdenken. Klar ist es wichtig, die Hardware in Form der Konsole, des Servers, der Tastatur oder anderer Geräte versichert zu haben. Aber fast noch wichtiger sind Werte, die man rein aufgrund der Konzeption der E-Sports nicht einfach wegsperren kann.

Der Fortschritt innerhalb eines Spiels ist für den E-Sportler eine Art Kapital für seine Karriere. Schafft es allerdings jemand, sich unbefugt Zugriff auf diese Daten zu verschaffen, kann dieser Fortschritt mitsamt allen anderen virtuellen Errungenschaften zunichtegemacht werden. Und selbst wenn man diesen Fortschritt nicht in der Hand halten kann, ist er doch messbar, gewöhnlich in einer Anzahl von Levels, die man erreicht hat. Da steckt ein riesiger Aufwand und jede Menge Herzblut dahinter. Entsprechend sind elektronische Sicherheitsmaßnahmen gefragt, damit diese Daten jederzeit sicher aufgehoben sind.

Nebst unbefugten Zugriffen kann aber auch Elementarschaden, beispielsweise durch Wasser oder Feuer die Existenz dieser Daten bedrohen. All diesen Aspekten im Zusammenhang mit der Sicherheit der Daten hat sich ein junges Unternehmen aus Düsseldorf verschrieben. Die insurninja GmbH hat Lösungen entwickelt, mit denen sich die E-Sports-Hardware versichern lässt, mit denen man aber auch eine maximale „Digital Squad Protection“ erreichen kann.