44 likes

Gebrauchte Software sollte Standardsoftware sein

Unternehmen, die auf diese Weise auf gebrauchte Software zurückgreifen und möglicherweise Geld sparen möchten, sollten aber zunächst darauf achten, dass es sich um Standardsoftware handelt. Diese unterscheidet sich von der speziell für ein Unternehmen entwickelten Individualsoftware dadurch, dass sie einen klar definierten Anwendungsbereich abdeckt und als vorgefertigtes Produkt gekauft werden kann.
Wie bei einem normalen Softwarekauf gehört auch eine sorgfältige Prüfung des Angebots und der Vertrauenswürdigkeit des Softwarehändlers sowie des Vorbesitzers dazu. Außerdem hat schon der EuGH klargestellt: Software darf nur dann weiterverkauft werden, wenn der Verkäufer sie nicht weiter nutzt.

Vorsicht bei vermeintlichen notariellen Testaten

Vorsichtig sollten Unternehmen sein, wenn Softwarehändler ihnen dies durch ein notarielles Testat bestätigen wollen. Gleiches gilt, wenn solch ein Testat nachweisen soll, beim Erwerb der Lizenz sei alles ordnungsgemäß abgelaufen. Schon 2011 hatte nämlich das Landgericht Frankfurt den Einsatz dieser Testate untersagt. Das Problem dabei: Durch ein Notartestat mit der Bezeichnung „Notarielle Bestätigung zum Softwarelizenzerwerb“ werde der Eindruck erweckt, der Notar habe die rechtliche Wirksamkeit der Lizenzübertragung geprüft und quasi amtlich bestätigt. Dies ist ihm in der Regel aber nicht möglich, weil einzelne Dokumente wie etwa eine Bestätigung des ursprünglichen Lizenznehmers über den Erhalt des Kaufpreises für eine solche Beurteilung nicht ausreichen.
Vorsichtig sollten Unternehmen darüber hinaus auch bei Schnäppchen-Angeboten gebrauchter Software sein. Hier könnte es sich um Fälschungen handeln, wie sie jüngst bei Microsoft-Betriebssystemen auftauchten. Bedeutsam ist auch, dass gebrauchte Software nur dann weiterverkauft werden darf, wenn sie – rechtlich gesprochen – „im Wege der Veräußerung in den Verkehr gebracht“, sprich verkauft wurde. Die Rechte aus Softwaremietverträgen kann der Ersterwerber daher nicht ohne Zustimmung des Softwareherstellers auf einen Dritten übertragen.

Software-Mietmodelle werden Marktanteile gewinnen

Softwarehersteller, denen die aktuelle Rechtsprechung zum Softwarehandel ein Dorn im Auge ist, werden künftig verstärkt versuchen, ihre Produkte nicht mehr zur zeitlich unbefristeten Nutzung zu übertragen. Mietmodelle mit jährlicher Nutzungsgebühr wie etwa Application Service Providing oder Software as a service (SaaS) werden weiter größere Marktanteile gewinnen. Hier wird sich künftig verstärkt die Frage stellen, ob Softwarehersteller die „Untervermietung“ ihrer Software an Dritte tatsächlich vollständig unterbinden können.

Zum Autor: Nico Arfmann ist Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Arfmann & Berger Rechtsanwälte in Karlsruhe. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten zählen das IT-Recht sowie das Urheber- und Medienrecht. Auch berät er deutschlandweit in den Bereichen Marken- und Wettbewerbsrecht.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Wir suchen: (Junior-)Marketing/Sales/Events Manager:in (w/m/d)

Der brutkasten ist das Leitmedium des deutschsprachigen Innovations-Ökosystems mit Sitz in Wien, München und Berlin. Wir sind auf Wachstumskurs und suchen ab sofort Verstärkung für die zur brutkasten-Mediengruppe gehörenden Publikationen/Plattformen StartingUp und VentureCapital Magazin am Standort München:

(Junior-)Marketing/Sales/Events Manager:in (w/m/d) in Vollzeit

Und hier bekommst du schon Mal einen kleinen Vorgeschmack, welches Umfeld dich bei uns erwartet:

Wir kommunizieren mit unserer innovativen Zielgruppe bestehend aus Gründer:innen, Macher:innen, Start-ups, Unternehmer:innen, Investor:innen, Business Angels, Consultants, kurzum aus den Entscheider:innen von heute und morgen, tagesaktuell und multimedial über unsere Plattformen starting-up.de und vc-magazin.de, via Social Media (LinkedIn, Twitter, Facebook, Xing) und über unsere hochwertigen Print-/Online-Magazine. Entdecke und begleite mit uns die aktuellen und künftigen Top-Start-ups und werde Mitglied der innovativen Gründer:innen- und Venture-Capital-Szene!

Dein Umfeld, um erfolgreich zu sein

  • Du bekommst einzigartige Einblicke hinter die Kulissen eines jungen, schnell wachsenden Scale-Ups
  • Du hast erhebliche Entscheidungs- und Gestaltungsmöglichkeiten und übernimmst eine äußerst verantwortungsvolle Rolle
  • Du hast die Möglichkeit zur Schwerpunktlegung des Aufgabengebietes nach Stärken/ Neigungen
  • Freue dich auf eine motivierende Arbeitsatmosphäre in einem engagierten Team
  • Home Office und zeitlich flexibles Arbeiten ist (in Absprache) möglich

Dein Aufgabengebiet

  • Aufbau und Pflege von Medienpartnerschaften und Event-Kooperationen
  • Betreuung und Gewinnung von Partner:innen und Werbekund:innen
  • Mitwirkung bei der Konzeption und Durchführung von (Online-)Events
  • Unterstützung der Online-Redaktion (Wordpress, Typo3)
  • Pflege der Social-Media-Kanäle
  • Teilnahme an Events aus der Start-up-Szene
  • Druckdaten-Verwaltung und Abstimmung mit dem Bereich Grafik/Website

Diese Skills bringst du mit

  • Abgeschlossenes Studium oder einschlägige Berufsausbildung
  • Ausgeprägtes Interesse bzw. erste Erfahrungen im Bereich Marketing/ PR/Events
  • Sicherer Umgang mit Google Workspace
  • Wortgewandtheit und Kreativität
  • Eine strukturierte Arbeitsweise und Organisationsgeschick
  • Gute Englischkenntnisse
  • Interesse an Start-up- und Investmentthemen

Art der Anstellung und Gehalt

Wir bieten eine unbefristete Festanstellung auf Vollzeitbasis, eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit hoher Eigenverantwortung und eine attraktive Arbeitsatmosphäre in einem dynamischen Team mit flachen Hierarchien.

Für die ausgeschriebene Stelle bieten wir ein Jahresgehalt von € 33.600,- brutto auf Vollzeitbasis mit der Bereitschaft zur Überzahlung, je nach Qualifikation.

Komm mit an Board und werde Teil eines top motivierten, engagierten Teams!

Wir freuen uns auf deine Bewerbungsunterlagen an unsere HR-Beauftragte Pia Windbichler: [email protected]