Gründer*in der Woche: twelve x twelve – der NFT-Marktplatz für Musik und mehr

Gründer*in der Woche 36/21


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Ein NFT (Non-Fungible Token) ist ein fälschungssicheres Zertifikat, das auf einer Blockchain hinterlegt wird. Das Berliner Start-up twelve x twelve der Gründer Jan Denecke, Michael Eisele, Philipp Köhn und Brendan Shelper nutzt NFTs, um sie als neue Vertriebsart in der Musikbranche zu etablieren. Mehr dazu im Interview mit Jan Denecke, CEO von twelve x twelve.

Was genau ist ein NFT?

NFTs, d.h. Non-Fungible-Token, sind einzigartige kryptografische Token. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um ein digitales Echtheits- bzw. Eigentumszertifikat, das mit einer beliebigen Datei (Bild, Musik, Video usw.) verknüpft und auf einer Blockchain gespeichert ist. NFTs sind daher einzigartig und können, einmal im Umlauf nicht mehr repliziert oder zerstört werden. Dem Eigentumszertifikat liegt immer das jeweilige Recht zu Grunde, mit dem es verknüpft ist und dessen Inhalt auf einer Datenbank abgelegt ist. Nur der Token Inhaber kann hierauf zugreifen und damit entsprechend dem Vertrag verfahren. Die Rechte in dem Vertrag können unterschiedlich ausgestaltet sein. Man kann insoweit von einfachen nicht exklusiven privaten Nutzungsrechten eines Werkes bis hin zu ausschließlichen exklusiven kommerziellen Verwertungsrechten alles übertragen und diese Übertragung im NFT verankern.

Was bietet ihr mit twelve x twelve und welchen Mehrwert bieten dabei die NFTs euren User*innen und Künstler*innen?

twelve x twelve bietet drei Kernservices für Ihre Kunden an: NFT-Kreation, NFT-Distribution und NFT-Promotion & Marketing. Durch unsere angeschlossene Creative Community können Kunden, wie Artists, Labels und Produzenten zusammen mit anderen Künstlern und Kreativen aus dem visuellen Bereich alte Inhalte aufwerten oder neue Werke erschaffen und erfolgreich über unseren Marktplatz vertreiben. Das ist derzeit einzigartig. Bei den herkömmlichen Marktplätzen werden die Kunden damit allein gelassen.

Darüber hinaus profitieren Artist davon, dass der größte Teil der Einnahme an sie direkt geht und sie dadurch sehr viel höhere Margen erzielen als über den herkömmlichen Vertrieb über Downloads oder Streaming Services.

Den Usern unserer Plattform bieten wir qualitativ hochwertige und rechtssichere Inhalte, einen einfachen Kaufprozess und die Möglichkeit, einzigartige Werke Ihrer Künstler zu erwerben – und nicht nur zu streamen. So können Fans ihre Künstler direkt unterstützen und genießen und haben die Sicherheit und Transparenz, dass die Zahlungen auch bei den Künstlern ankommen.

Muss ich dann konsequenterweise auch in Kryptowährung zahlen?

Nein. Bei uns auf der Plattform kann man NFTs mit Kreditkarte bezahlen, was gerade für Musikfans, die im Kryptobereich noch nicht so bewandert sind oder noch kein eigenes Walltet haben den Kauf um einiges leichter macht. Darüber hinaus können diese Einnahmen anschließend auch direkt an die Stakeholder, die an der Kreation beteiligt werden sollen in Fiatwährung verteilt werden. Dies ist wichtig, da viele potenzielle Kunden mit der Abrechnung in Kryptowährungen noch überfordert sind. Wenn man hier keine Lösung hat, kann das die Kundenakquise stark erschweren.

Welche Künstler*innen habt ihr bereits an Bord?

Mit dem Launch im August starten wir mit Acts und Labels wie Till Lindemann/NFT Frame Art Work, SOLEE, GENETIKK, Prime Circle, digdis!, AFM Records und vielen mehr. Wir können uns auf ein tolles Jahr mit spanenden Releases freuen. Da wir aber auch musikartverwandte Kunst über den Marktplatz anbieten, werden wir in den nächsten Wochen noch mit einigen Überraschungen um die Ecke kommen, über die wir jetzt noch nicht reden dürfen.

Wie kommt euer noch sehr junger NFT-Musik-Marktplatz bei den Musikfans an?

Wir haben natürlich gerade erst gestartet aber die Resonanz ist großartig. Dennoch müssen wir noch einiges an Aufklärungsarbeit leisten, insbesondere die Vorteile und Bedeutung von NFTs als neues Vertriebsmedium für die Industrie muss erläutert werden. Für jemanden, der sich noch nicht mit Blockchain & Co. auseinandergesetzt hat, ist es schwierig auf Anhieb die Vorteile zu sehen, da die Technik dahinter und deren Möglichkeiten verstanden werden sollte. Gut ist, dass wir da nicht allein sind, sondern gerade vieles im NFT-Bereich passiert und neue Plattformen entstehen. Das hilft die Botschaft unter Leute zu bringen.

Back to the roots: Wie seid ihr auf die Idee zu twelve x twelve gekommen?

Wir beobachten den Markt schon lange und es lag auf der Hand für den Musikbereich eine digitale Plattform zu schaffen, über die Musik und deren artverwandte Kunst als NFT vertrieben werden kann, gerade auch für den europäischen Markt. Michael Eisele als erfolgreicher Musikproduzent, Philipp Köhn als erfahrener Product Manager, Brendan Shelper als digitaler Event Experte und ich als ehemaliger Urheberrechtsanwalt sind als Blockchain-Enthusiasten eine gute Mischung dafür. Jeder hat mit dem Teil seiner eigenen langjährigen Erfahrung in dem jeweiligen Bereich das Produkt mitgestaltet und weiterentwickelt. twelve x twelve steht für das Format der alten Vinyl Alben. Diesen erfolgreichen Use Case der Musikgeschichte haben wir uns zum Vorbild gemacht, darauf aufgebaut und diesen digital transformiert. Wir wollten Musik und digitale Inhalte wieder besitzbar machen und nicht nur konsumierbar.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go Live eurer Plattform?

Der wohl wichtigste Schritt war festzustellen, ob es einen Marketfit für unseren speziellen  Use-Case gab. Das festzustellen war wichtig, da wir uns in einem noch sehr neuen Bereich befinden, der ganz am Anfang steht. Das haben wir dann mit dem ersten Album Release als NFT mit dem Scooter Album „God Save the Rave“ für uns bewiesen. Diesen haben wir im April über Opensea gedropt und uns auf Basis dieser Erfahrungen erst dann dazu entschieden unseren eigenen Marktplatz zu eröffnen. Auch die Entscheidung, die für uns richtige Blockchain zu verwenden, nämlich Polygon, um von Anfang an Transaktionskosten und den Carbon-Foodprint niedrig zu halten, war ein wichtiger Schritt. Schließlich musste auch das richtige Team zusammengestellt werden, das in der Lage sein sollte, das Thema richtig umzusetzen. Aber das wohl wichtigste war, alles zusammen so schnell wie möglich aufzugleisen. Hierfür war unser bereits bestehendes Netzwerk in die unterschiedlichen Industrien von Vorteil. Wir haben von der Gründung bis zur Eröffnung sechs Monate gebraucht. Uns war wichtig, dass wir die Ersten am Markt sind.

Mit dem NFT-Marktplatz setzt ihr den ersten Grundstein für das sog. twelve-x-twelve-Metaverse. Was genau ist hier noch alles zu erwarten?

Ja. Der Marktplatz ist der erste Baustein des twelve x twelve Metaverse. Über unsere Landingpage www.twlvxtwlv.com oder App kann man zukünftig mit seinem digitalen Avatar in einen digitalen Club und Konzerthalle eintreten, in dem die Künstler via Greenscreen Technologie live auftreten können, ferner wird es eine NFT-Galerie, ein Record Store, eine Hall of Fame und vieles mehr geben. Alle Produkte, von Merchandise, „digital wearables“, Musik und deren artverwandet Kunst kann dann über den angeschlossenen Marktplatz erworben, getauscht und verkauft werden. Die Gäste können sich während den Veranstaltungen live miteinander austauschen. Das Metaverse wird der Playground für die Community, um die NFTs direkt anzuwenden und in der der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Wir werden es kontinuierlich ausbauen und mit anderen Partnern und deren Metaverses verbinden. Natürlich wird es zukünftig auch einen twelve-x-twleve-Token geben, der es erlaubt, alle Features des Metaverses voll zu nutzen. Wir sind schon sehr weit und hoffen eine Betaversion bis Ende September launchen zu können. Darauf freuen wir uns sehr, weil wir so die Künstler noch mehr bei ihrer digitalen Transformation unterstützen können. Außerdem bietet dieser Raum und eine perfekte Grundlage, um Brands mit einzubinden.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Genau hinzuhören, wenn Kritik geäußert wird an der Idee, Umsetzung oder sonstigen wesentlichen Punkten des Ventures. Menschen haben unterschiedliche Qualitäten und Gründer sind meistens auch Visionäre. Das heißt aber auch, dass sie gerade, wenn es um sehr innovative Räume geht, in denen sie sich bewegen, Gefahr laufen, wesentliche Punkte zu übersehen, die auch zum Erfolg beitragen. Hierfür muss man Kritik ernst und sich die Zeit nehmen, um sich damit ernsthaft und gewissenhaft auseinanderzusetzten. Meistens steckt immer ein bisschen Wahrheit darin, die einem hilft, sein Projekt erfolgreicher aufzubauen.

 Hier geht's zu twelve x twelve

 Das Interview führte Hans Luthardt

Gründer*in der Woche: consalio - schafft Transparenz bei Beratungsaktivitäten

Felicia Mundhenke hat 2021 ihr Start-up consalio mit der Vision gegründet, Beraterkosten in Unternehmen und im öffentlichen Sektor transparenter zu machen. Mehr dazu im Interview mit Felicia.

Wann und wie bist du auf die Idee zu consalio gekommen?
Ich habe viele Jahre in einem großen Konzern Marketing-Kampagnen entwickelt und hier mit vielen Agenturen, Beratern und Freelancern gearbeitet. Die Idee zu consalio entstammt tatsächlich aus einem echten „Pain“, den ich in der Zusammenarbeit mit den Agenturen regelmäßig erfahren habe.

Die Herausforderung war, bei großen Projekten und einer Vielzahl an externen Dienstleistern die Kosten jederzeit im Blick zu behalten und rechtzeitig, also vor Rechnungseingang, gegensteuern zu können. Auch wenn während des Projektes alles gut lief, gab es häufig bei der Abrechnung ein böses Erwachen begleitet von unangenehmen Gesprächen und Nachverhandlungen.

Ich hätte mir ein Tool gewünscht, das mir in Echtzeit ein Status-Reporting sämtlicher Dienstleister gibt und immer wiederkehrende Fragen zu Budget, Kostenentwicklung, Abrechnungsstatus per Klick beantwortet. Auch das Thema Freigabeprozesse („Sind die Rechnungen inhaltlich in Ordnung?“) und Bewertung („Wie zufrieden waren wir bei der vorletzten Kampagne mit Agentur xy?“) waren nicht wirklich standardisiert. Jedes Mal standen wir vor denselben Fragen.

Also habe ich mich damit beschäftigt, wie man die Kommunikation zwischen dem Kunden und dem Berater transparenter und standardisierter gestalten könnte und die manuellen und zeitintensiven Reporting- und Freigabe Prozesse über Excel, E-Mails und Telefonate effizienter machen könnte.

Hier setzt consalio an: die Software liefert dem Kunden in ein Echtzeit Überblick über sämtliche Berateraktivitäten und -kosten in der Abteilung (oder dem Unternehmen) und ermöglicht eine qualitative und quantitative Analyse von projektrelevanten Kennzahlen (Kosten, Staffing, Timelines, Fortschritt etc.). Daran schließt sich die Freigabe von Leistungsnachweisen oder Proforma Rechnungen an und der gesamte Prozess wird auf einmal nachvollziehbar. Mit consalio erhalten die Unternehmen eine Entscheidungsgrundlage und zwar automatisiert und ohne Aufwand für den Kunden oder Berater.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zu deiner fertigen Advisor-Spend-Management-Lösung?

Im Prinzip dreht sich bei uns (wie in jedem Start-up) alles um die vier wichtigsten „Baustellen“, die alle parallel laufen und gleichzeitig voneinander abhängig sind:

1. Finanzierung

Da ich als Betriebswirtin selbst keine Software-Entwicklungskenntnisse habe, musste ich das Produkt mit externer Unterstützung bauen, was die Finanzierung von Tag 1 auf die Agenda brachte. Fundraising ist unglaublich zeitintensiv, aber notwendig, um die für die jeweilige Unternehmensphase passende Finanzierungsart und Investoren zu finden. Wir hatten das große Glück, eine unglaublich starke Gruppe an Business Angels zu gewinnen, die uns zum Teil schon unterstützen, als das Produkt nur als Prototyp vorhanden war.

2. Team

Von Investoren wird man auf die Frage, was am wichtigsten ist, immer die Antwort bekommen: „1. Team, 2. Team, 3. Team“. Nachvollziehbar, denn gerade am Anfang müssen die „PS auf die Straße gebracht werden“, um die Idee umzusetzen. Das ist keine One-Man/One-Woman-Show, dafür braucht es ein Team zu haben, idealerweise mit unterschiedlichen Profilen und Expertisen. Ich bin sehr froh, mit Seong-Min einen Mitgründer an meiner Seite zu haben, der leidenschaftlicher Entwickler ist und langjährige Erfahrung in der Führung von technischen Teams hat. Um das Produkt schnell zur Marktreife zu bringen, liegt sein Fokus neben dem Programmieren beim Aufbau des Entwickler-Teams. Mit der nächsten Finanzierungsrunde wir dann das Sales Team aufgebaut, so dass die Vertriebsorganisation und -prozesse professionalisiert werden. Ihr kennt ja sicher den Spruch: „It takes a village to raise a child.“ Das trifft auch auf ein Start-up zu.

3. Produkt

Was uns sicher geholfen hat, war ein konkretes Problem aus dem Berufsalltag zu haben, wofür wir eine Lösung bauen wollten. Um die Skalierbarkeit zu validieren, haben wir mit weit über hundert Abteilungsleitern aus unterschiedlichen Bereichen gesprochen. Wir stellten fest, dass das Problem in allen Bereichen besteht, in denen mit externen Dienstleistern gearbeitet wird, also auch Rechtsabteilungen, Steuerabteilungen, IT-Departments, M&A Boutiquen etc. Es wurde schnell klar, wie mächtig eine solche Lösung aufgrund der gewonnenen Daten werden kann und wo die Reise für consalio hingehen könnte. Die Herausforderung war, daraus die Prioritäten für die Funktionalitäten abzuleiten und diese konsistent abzuarbeiten. Oftmals waren wir selbst so begeistert von einem neuen Feature und mussten uns gegenseitig bremsen, um erstmal eine Sache fertig zu stellen, sie testen zu lassen und basierend auf dem Feedback weiterzuentwickeln.

4. Kunden

Uns war wichtig, so früh wie möglich mit „echten“ Daten zu arbeiten und das Feedback von den Kunden zu erhalten, um das Produkt zu entwickeln. Nur dann kann man auch beweisen, dass es sich um ein relevantes Problem handelt und die verschiedenen Anwendungsfälle bedient werden können. Für Investoren ist ein stetig wachsender Kundenstamm essentielles Kriterium, um in ein Start-up zu investieren. Mit den ersten Kunden im Gepäck laufen die Gespräche mit Investoren und potenziellen Neukunden um einiges leichter. Vielleicht aber auch deshalb, weil man selbst an Selbstvertrauen gewinnt und einen besseres Verständnis für die Anforderungen der Kunden hat.

Was ist das Besondere an consalio, wie unterscheidet sich deine Lösung von anderen?

Wir haben consalio entwickelt, um die Fachabteilungen zu unterstützen, also diejenigen, die mit den Beratern, Agenturen, Kanzleien inhaltlich tagtäglich arbeiten. Bisherige Lösungen fokussieren sich meisten auf den Einkauf oder das Controlling, sind aber für die Fachabteilungen nicht zugänglich oder nur schwer zu bedienen und liefern aufgrund der Datenquellen immer die ex-post Sicht (also idR. nach Rechnungszahlung). Durch eine Übermittlung der „work-in-progress“ Daten direkt von den Beratern und noch vor Abrechnung sind wir in der Lage, ein Echtzeit Bild abzuliefern und die Freigabe direkt in consalio abwickeln und nachhalten zu können. Auf diese Weise unterstützen wir Unternehmen dabei, die Effizienz der Beratungsleistungen zu verbessern und durch die automatisierten Prozesse Zeit zu gewinnen für das Wesentliche.

Wer sind deine Kund*innen bzw. wo kommt deine Lösung zum Einsatz?
Das Spannende ist, dass die fehlende Kostentransparenz bei Beratungsprojekten in sehr vielen Bereichen besteht: im Rechtsabteilungen, Steuerabteilungen, M&A sowie IT Abteilungen – im Prinzip überall, wo mit externen Beratern und Dienstleistern gearbeitet wird.

Unsere Kunden sind also Abteilungsleiter*innen aus den Bereichen Recht, Steuern, Marketing, IT mittelständischen und großen Unternehmen, die Budgetverantwortung haben und Transparenz über die Beratungen, Kanzleien oder Agenturen in ihren jeweiligen Abteilungen benötigen. Oftmals sind es aber auch die CFO-Offices, die einen Gesamt-Überblick über sämtliche Dienstleister im Unternehmen haben möchten. Beides können wir bedienen.

Was sind deine weiteren unternehmerischen Pläne und To-do's?

Wir haben Ende letzten Jahres das Produkt zur Marktreife gebracht und gehen nun aktiv in die Vermarktung. Das ist für uns ein spannender Punkt, denn jetzt zeigt sich, in welchen Bereichen der Nutzen von consalio am größten ist und wo wir künftig den Fokus legen werden. Interessanterweise ist das Feedback auch von der Beratungs-Seite sehr positiv, da eine vereinfachte Leistungsfreigabe dazu führt, dass die Rechnungen vom Kunden schneller bezahlt werden. Das eröffnet uns natürlich viele spannende Ansatzpunkte für Kooperationen mit Beratungen, Agenturen und Kanzleien.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Bei einer Unternehmensgründung gibt es noch keine Prozesse, man fängt bei Null an und muss alles selbst aufbauen. Und es gibt keine Budgets für Berater. Für jemanden, die wie ich aus dem Konzern kommt, war das schon eine Umstellung. Was mir dabei geholfen hat und was ich mir jeden Tag vor Augen halte ist ein Satz von Desmond Tutu: „There is only one way to eat an elephant: a bite at a time.“ Das Ziel sollte man immer vor Augen haben, aber es hilft, sich den Weg dahin in kleine Etappen zu verpacken und auch nur bis zur nächsten Etappe zu schauen. Dann wird der Rückblick umso mehr Spaß machen, wenn man sieht, was man schon alles geschafft hat.

Hier geht's zu consalio

Das Interview führte Hans Luthardt

CamperBoys sichern sich Millionenbetrag zur Expansion

Der Helvetia Venture Fund erwirbt eine Minderheitsbeteiligung an der Campervermietung CamperBoys und legt damit den Grundstein für weitere Entwicklungen.

CamperBoys entsprang 2016 nicht nur dem Freiheitsdrang der beiden Gründer Andreas Mall und Paul Pizzinini, sondern auch ihrem Wunsch, die unvergesslich individuellen Reisemomente des Vanlifes für mehr Menschen zugänglich zu machen. Aus einem Traum und einem alten Wohnmobil wuchs schnell ein vielfältiges Team voller Tatendrang und eine Flotte aus 700 Fahrzeugen, die an sechs Standorten in Deutschland mietbar sind. Mithilfe von intern entwickelten Software-Tools setzt das junge Team Maßstäbe in der digitalen Customer Journey und erleichtert seinen Kund*innen zudem mit einem persönlichen Routenservice die Reiseplanung.

“Mit der Beteiligung an CamperBoys investiert der Helvetia Venture Fund in einen bei der Kundschaft sehr beliebten Anbieter für Camper-Miete im deutschen Markt und erhält so die Chance, aus erster Hand mehr über die sich verändernden Bedürfnisse von Urlaubern und ihre Freizeitaktivitäten, die sich während der Pandemie noch stärker und schneller gewandelt haben, zu lernen”, erklärt Stefano Saeger, Principal bei Helvetia Venture Fund.

Aus Sicht des Gründer-Duos war das Investment des Helvetia Venture Fund auch auf persönlicher Ebene ein Volltreer: “Eine freundschaftliche, wertschätzende und dennoch sehr ambitionierte Unternehmenskultur ist der wesentliche Treiber für den Erfolg von CamperBoys. Mit dem Helvetia Venture Fund konnten wir einen starken Partner gewinnen, der diese Werte teilt und uns mit seinem langfristigen Horizont begleiten kann.”

Mit den neuen Mitteln will CamperBoys die Expansion in neue Städte und den Ausbau des Produktportfolios vorantreiben. Sowohl in Frankfurt als auch in Weilheim an der Teck werden bald weitere Standorte eröffnet. Zudem werden die ersten Elektrocamper in die Flotte aufgenommen: Der VW ID Buzz mit eingebauter Campingaustattung soll neue Möglichkeiten für nachhaltigeres Reisen eröffnen.

Auto-Abo-Start-up ViveLaCar wird Teil von The Platform Group

Mathias R. Albert hat die Mehrheit des von ihm 2019 gegründeten Mobility-FinTech-Start-ups ViveLaCar an die Wiesbadener The Platform Group veräußert und bleibt Gesellschafter sowie Geschäftsführer von ViveLaCar.

Ziel des Schrittes ist der Aufbau einer langjährigen strategischen Partnerschaft mit dem international aktiven und erfolgreichen Spezialisten im Bereich E-Commerce. Mit The Platform Group haben die Auto-Abo-Spezialisten aus Stuttgart ab sofort einen erfahrenen Partner im Bereich des E-Commerce an ihrer Seite. Dies soll dem Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen. „Durch optimierte Prozesse und ein nochmals deutlich verstärktes Performance-Marketing generieren wir Mehrwerte für unsere Partner aus dem Automobilhandel und unsere Kunden. Zudem bekommen wir Zugang zu mehr als 5 Millionen Kunden alleine in Deutschland“, so Mathias R. Albert.

The Platform Group betreibt 16 Online-Plattformen mit über 4.000 Partner*innen in verschiedenen Branchen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Software-Entwicklung, Online-Marketing und der Entwicklung von technischen Schnittstellen. 400 Mitarbeitende arbeiten europaweit für die Gruppe. Der Ursprung des Unternehmens liegt im Jahr 1882, bis heute gehört die Gruppe zum Family Office der Benner Holding.

„Mit diesem Schritt stärken wir unser Portfolio um einen bedeutenden Zukunftsmarkt und können unsere Expertise im E-Commerce einbringen. ViveLaCar passt perfekt zu unserer Philosophie mit Händlern zusammenzuarbeiten und ein leicht verfügbares Online-Angebot zu schaffen. Außerdem besetzt ViveLaCar im schnell wachsenden Auto-Abo-Markt eine Führungsrolle und gilt als Pionier für Software- und Plattform-Lösungen, über 4.000 Partner sind live. Wir freuen uns, dass wir ViveLaCar im weiteren Wachstum mit unserem E-Commerce Know-how und Kapital unterstützen können", so Dr. Dominik Benner, CEO von The Platform Group.

Das Mobility-FinTech-Start-up aus Stuttgart betreibt Standorte in Wien und Zagreb. Mit innovativen Lösungen will ViveLaCar das Automobilgeschäft verändern und Mehrwerte für alle Akteure schaffen. Im Mittelpunkt steht dabei der Anspruch, die Wertschöpfung von Automobilen deutlich zu verbessern, Ressourcen zu schonen und für Kund*innen ein optimales Nutzer-Erlebnis zu schaffen. Die eigens entwickelte Business-Anwendung VALOR® optimiert für Händler die Erlöse und soll Kunden ein perfektes Auto-Abo bieten. Darüber hinaus ist ViveLaCar ONE® ein Angebot für alle, die eine wirtschaftliche und flexible Autonutzung mit der Schaffung von neuen Freiräumen verbinden möchten.

2023 will ViveLaCar in verschiedene europäische Märkte expandieren und seine Dienstleistungen wie Software as a Service (SaaS) und Platform as a Service (PaaS) weiter forcieren. Auch in den Kernmärkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden die Weichen in Richtung Wachstum gestellt. Zeitgleich sollen die bestehenden Kooperationen mit namhaften Automobilherstellern weiter ausgebaut werden.

Wechseljahres-Pionier XbyX – Women in Balance schließt siebenstellige Pre-Series-A Runde ab

Das 2019 von Peggy Reichelt und Monique Leonhardt gegründete Berliner Femtech-Unternehmen XbyX – Women in Balance ist eine D2C-Plattform für Frauen ab der Lebensmitte mit wissenschaftlich fundierten, ganzheitlichen Lösungen für Wechseljahre und gesundes Altern.

Das Unternehmen gab heute den Abschluss einer siebenstelligen Pre-Series-A Finanzierungsrunde bekannt, die das dynamische Wachstum 2023 finanzieren wird. Die Runde wird von der ECONA AG, der Venture- und Private-Equity-Gesellschaft eines Berliner Family-Office übernommen. Neben dem Lead Investor ECONA ist zudem der AUXXO Female Catalyst Fund seit Anfang 2022 in XbyX investiert.

Passion für Frauengesundheit ab der Lebensmitte

Die Idee zu XbyX hatte Seriengründerin Peggy Reichelt bereits 2018: Anfang 40, konfrontiert mit ihrer beginnenden Perimenopause, war sie irritiert, dass es kaum fundierte Informationen zu den Wechseljahren gab. Sie recherchiert, sucht Lösungen, testet selbst und gründet anschließend XbyX mit der Vision, die weibliche Gesundheit ab 40 ins Spotlight zu rücken und die Wechseljahre aus der Tabu-Ecke zu holen.

Die Gründerinnen konnten sich durch ihre Passion für Frauengesundheit ab der Lebensmitte und unterstützt von einem erfahrenen medizinischen Beirat in kürzester Zeit als Pionier im Tabubereich Wechseljahre positionieren. Sie bauten einen loyalen Kundeninnenstamm von über 50.000 Frauen auf und konnten nach eigenen Angaben ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2022 mehr als verdoppeln. Neben einem stetig wachsenden Portfolio wissenschaftlich formulierter, pflanzlicher Nahrungsergänzungen, bietet XbyX drei umfangreiche Video-Education-Programme zu Hormonwissen, Kraftsport und Abnehmen ab der Lebensmitte an.

“Mit XbyX verstehen wir uns als beste Freundin unserer Kundinnen, als Wissensvermittlerinnen und Ort des Verständnisses. Wir setzen da an, wo im Gesundheitssektor Zeit oder auch Expertise fehlen und geben unseren Frauen das Wissen an die Hand, um autark die für sie individuell richtigen Entscheidungen treffen zu können”, so Monique Leonhardt.

“Anfangs kam oft die Frage, warum wir uns auf diese „kleine“ Nische konzentrieren”, so Peggy Reichelt. “Das zeigt, wie wenig Wissen hier existiert. Denn die Wechseljahre sind eine Lebensphase, die sich über Jahrzehnte zieht und deren Implikationen Frauen über den gesamten Alterungsprozess hinweg begleiten. Und sie betreffen jede Frau – und damit die Hälfte der Menschheit.”

Wechseljahre sind weit mehr als Hitzewallungen und das Ende der Periode

Die Wechseljahre sind schließlich weit mehr als Hitzewallungen und das Ende der Periode: Sie sind eine besonders wichtige Zeit, in der Frauen entscheidende Weichen für ihre Gesundheit im Alter stellen. Genau hier setzt XbyX an und bekommt nun durch die Finanzierung wertvolle Unterstützung. Peggy Reichelt: “Wir sind sehr glücklich über unsere Investorenrunde, die uns nicht nur finanziell den notwendigen Rückenwind gibt, sondern auch unsere langfristige Vision zu 100 % trägt. Die Wechseljahre und die Frauengesundheit ab der Lebensmitte bekommen so endlich die Aufmerksamkeit und die moderne Wahrnehmung, die sie verdienen.”

Mit dem Investment plant das Berliner Start-up seine Vision einer Pro-Age-Gesellschaft weiter zu verwirklichen. Die Mittel werden in die Team-Erweiterung, die Entwicklung neuer Produkte und Angebote sowie die Erschließung neuer Märkte und Kanäle fließen und so das weitere dynamische Wachstum finanzieren.

Digital Identity Index Deutschland 2023

Die repräsentative Studie von IDnow gibt spannende Einblicke in die Akzeptanz von digitalen (Identifizierungs-)Verfahren in Deutschland.

Basis des Index ist eine repräsentative Studie unter 2.040 Erwachsenen ab 18 Jahren in Deutschland, die von YouGov zwischen dem 6. und 8. Dezember 2022 durchgeführt wurde.

Hier die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

Laut Umfrage stören sich die allermeisten Deutschen bei analogen Vorgängen und Anträgen an den damit verbundenen langen Wartezeiten bei der Bearbeitung (59 %). Auch unflexible Termine und beschränkte Öffnungszeiten (58 %) sowie die Anfahrt zur jeweiligen Behörde, Bank oder Institution (40 %) wird als störend empfunden. Zudem stören sich 26 Prozent am Drucken von Dokumenten und 20 Prozent am Papierverbrauch. Die Adaption digitaler Methoden hinkt trotzdem noch etwas hinterher und das, obwohl der Wunsch nach mehr digitalen Diensten in der Bevölkerung vorhanden ist.

Digitale Dienste: Wunsch vs. Realität

Zwei Drittel (66 %) der Deutschen würden beispielsweise gerne mehr digitale Behördengänge nutzen. Nur neun Prozent tun das bisher allerdings. Die Hälfte der Bevölkerung (50 %) würde gern auch die Gesundheitsakte digital einsehen bzw. die Krankschreibung digital einreichen. Beides ist möglich, aktuell machen aber nur 16 Prozent der Bevölkerung davon Gebrauch.

Auffällig ist auch die Diskrepanz zwischen Vertragsabschlüssen für Banken oder Versicherungen gegenüber dem Abschluss von Miet- oder Arbeitsverträgen. Während jeweils über 60 Prozent der Befragten Vertragsabschlüsse bei Banken oder Versicherungen bereits digital nutzen bzw. es gerne tun würden, sind es bei Miet- und Arbeitsverträgen nur sechs Prozent, die diese Verträge digital abschließen; 40 Prozent möchten diese Verträge nicht digital abschließen. Dementsprechend wenig verbreitet ist die qualifizierte elektronische Unterschrift (QES), die hierfür zum Einsatz käme. Sie wurde lediglich von sechs Prozent der Deutschen bisher verwendet.

Popularität der Fernidentifizierungsverfahren

Während die QES bisher noch ein Nischendasein fristet, haben viele Deutsche bereits mehrmals ein digitales bzw. Fernidentifizierungsverfahren durchlaufen. Am weitesten verbreitet sind die Vor-Ort-Identifizierung in einer Postfiliale (40 %), das VideoIdent-Verfahren in einem Videochat mit einer Person (38 %) sowie vollautomatisierte Ident-Verfahren mit Foto/Selfie (14 %). Die eID-Funktion des deutschen Personalausweises hingegen wird auch über zehn Jahre nach deren Einführung kaum genutzt: Nur acht Prozent haben sie schon mal eingesetzt. Die privaten Lösungen werden gegenüber der staatlichen eID von den Nutzenden also klar bevorzugt. Identity Wallets, wie sie aktuell unter anderem auf EU-Ebene diskutiert werden, kommen bisher erst bei einem Prozent der Bevölkerung zum Einsatz.

Fehlendes Verständnis von eIDAS 2.0, eID und digitalen Identitäten

Über die Hälfte der Bevölkerung (52 %) hat laut Umfrage keine nähere Vorstellung was sich hinter „digitaler Identität“, „qualifizierter elektronischer Signatur“, oder „eID“, verbirgt. Schlusslicht in Sachen Verständnis der Begrifflichkeiten bilden die „EuID“ (4 %) und „eIDAS 2.0“ (2 %).

„Wenn wir bedenken, dass die eIDAS 2.0-Verordnung weitreichende Auswirkungen auf die fortschreitende Digitalisierung in unserem Alltag haben wird, ist es überraschend, dass die Diskussionen der EU bisher nicht von den Endnutzern wahrgenommen werden. Sowohl Staat als auch Privatwirtschaft müssen hier noch viel Aufklärungsarbeit leisten, damit es der EuID langfristig nicht wie der deutschen eID ergeht und sie im Bewusstsein der Nutzer verschwindet,“ kommentiert Dr. Heinrich Grave, Senior Vice President Digital Identity bei IDnow.

Identity Wallets: Vertrauen gegenüber Unternehmen aus Deutschland

Gegen die geplanten Identity Wallets – ein Kernstück der eIDAS 2.0-Verordnung – spricht aus Sicht der deutschen Bevölkerung vor allem die fehlende Sicherheit der Daten vor Identitätsmissbrauch oder Fälschungen (44 %), gezielte Hackerangriffe (43 %) und der Verlust bzw. Defekt des Smartphones (41 %). Rund jeder Dritte ist auch durch die Überwachung von Unternehmen (31 %) oder vom Staat (27 %) beunruhigt. Diese Bedenken schlagen sich in den Auswahlkriterien für eine Identity Wallet nieder: Den Deutschen ist Sicherheit (55 %) und Datenschutz (46 %) am wichtigsten. Für 36 Prozent ist die Nutzerfreundlichkeit ein zentrales Auswahlkriterium.

Für beide Kriterien, Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit der Identity Wallet, spielt der Sitz des Unternehmens eine große Rolle. Die Bevölkerung ist skeptisch gegenüber Unternehmen außerhalb der EU. Nur vier Prozent trauen ihnen eine gleichzeitig sichere Verarbeitung ihrer Daten sowie eine nutzerfreundliche Erfahrung zu. 28 Prozent trauen Unternehmen mit Sitz in Deutschland die Balance aus Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit zu. Weitere 26 Prozent glauben, dass rein staatliche Institutionen oder Stellen aus Deutschland diese Kriterien in einer Identity Wallet erfüllen könnten.

„Unser Digital Identity Index 2023 zeigt, dass es für die Nutzung von digitalen Diensten in Deutschland immer noch Luft nach oben gibt, insbesondere im Vergleich zum Rest der EU. Nutzer entscheiden sich aufgrund von Bedenken, oder aufgrund von Unwissenheit, noch häufig für analoge Prozesse, wo digitale Verfahren schon längst zur Verfügung ständen. In Hinblick auf die anstehenden Veränderungen, die Identity Wallets in der gesamten EU bringen werden, ist es deshalb so ungemein wichtig, Sicherheit mit Nutzerfreundlichkeit zu vereinbaren. Nur so können Politik und Wirtschaft ein zukunftsfähiges System für digitale Identitäten schaffen und deutsche Bürgerinnen und Bürger von ihren Vorteilen überzeugen“, ergänzt Heinrich Grave.

Der vollständige Digital Identity Index 2023 Deutschland steht hier als PDF-Report zum Download bereit.

GameChanger des Monats: Calcolution - CO2-Emissionen, fair berechnet

Das junge GreenTech-Start-up Calcolution aus Oberursel begleitet Unternehmen, Investor*innen und Institutionen auf ihrem individuellen Weg zur Sustainability Leadership mit innovativen Visualisierungen und Kooperationsmethoden. Mehr dazu im Interview mit dem Gründer Christian Schwehm.

Wir haben dich bzw. euch als GameChanger ausgewählt, weil du eine neuartige Methode entwickelt hast, um die „beeinflussbare“ Klimawirkung der eigenen Aktivitäten bzw. Emissionen seriös und fair zu bilanzieren. Wann und wie bist du auf die Idee zu Calcolution bzw. dem Stakeholder Carbon Footprint (SCF) gekommen?

Vor gut drei Jahren habe ich den CO2-Rechner des Umweltbundesamtes genutzt. Das hat mich auf die Idee gebracht, die kompletten Emissionen meiner Familie seit 1974 zu visualisieren. Als Wirtschaftsmathematiker habe ich 20 Jahre Erfahrung im Portfoliomanagement und mit der Entwicklung von Investment Plattformen bei der DWS, ACATIS und der QUONIAM. Mit dieser Expertise habe ich einen ersten Prototyp entwickelt, der die „beeinflussbare“ Klimawirkung der eigenen Aktivitäten in den Vordergrund stellt.

Mit dem Stakeholder Carbon Footprint (SCF) hast du eine neuartige Methodik entwickelt, um Emissionen zu visualisieren und anhand des Nutzens und Einflusses zwischen den Akteur*innen aufzuteilen. Wo liegt deiner Meinung nach das Problem bei den bestehenden Lösungen?

Aus meiner Arbeit als Portfolio Manager kenne ich die Ansätze zur Bilanzierung der Emissionen. Das Greenhouse Gas Protocol mit der Aufteilung in direkte (Scope 1) und indirekte (Scope 2 & 3) Emissionen ist ein guter Anfang, hat aber unserer Meinung nach drei Schwachstellen.

  1. Häufig werden nur sehr enge Systemgrenzen betrachtet, sodass z.B. bei den Emissionen pro Auto-km lediglich die Verbrennung des Normverbrauchs am Auspuff gemessen wird.
  2. Die Emissionen werden sowohl beim Autofahrenden als auch bei den verschiedenen beteiligten Unternehmen in unterschiedlichen Scopes berücksichtigt und es kommt dadurch zu Mehrfachzählungen.
  3. Der eigene Einfluss auf andere Akteure, wenn z.B. Online-Meetings die eigene Reisetätigkeit aber auch die der Geschäftspartner reduzieren, wird vernachlässigt. Innovation und Aufklärungsarbeit bei Veranstaltungen oder in Verbänden sind ebenfalls wichtige Treiber der Emissionsvermeidung, die oft als Handabdruck bezeichnet werden. Weitere externe Effekte entstehen durch den Geldabdruck, der den Einfluss von Kapitalanlagen oder Spenden misst.

Durch viele Gespräche, Vorträge, Artikel oder Podcasts und insbesondere in der Umsetzung des Konzeptes für die Softwareberatung abat und den Anlageberater ESG Portfolio Management wurde das Konzept geschärft. Am 8-köpfigen Projektteam waren außerdem die Uni Göttingen und der VfU (Netzwerk von Sustainable Finance Professionals) beteiligt.

Auf den Punkt gebracht: Was ist das Besondere an Calcolution?

Calcolution besteht aus drei aufeinander aufbauenden Komponenten. Die Basis ist das Konzept des Stakeholder Carbon Footprint (SCF) zur Stärkung der Eigenverantwortung. Best Practice Clubs (BPC) bieten einen Raum zum konstruktiven Erfahrungsaustausch und leisten so einen Beitrag zur Transparenz im „Siegeldschungel“. Die Eco Solution Corner (ESC) soll Kooperation durch das Teilen von Wissen fördern und das gemeinsame Umsetzen effizienter Lösungen beflügeln.

Wie kann man sich das konkret vorstellen?

 Stakeholder Carbon Footprint (SCF) ist ein Rahmen, der passgenau auf die eigenen Anforderungen zugeschnitten werden kann. Das Ziel hierbei ist keine offizielle Zertifizierung, sondern Prozessverständnis für die eigenen Emissionen – denn nur wer versteht was er verändern kann, glaubt an den eigenen positiven Einfluss.

Zu Beginn des SCF steht ein Fragebogen, um die Höhe und den eigenen Einfluss auf die Emissionen der Kategorien von Fuß-, Geld- und Handabdruck zu ermitteln. Die Ergebnisse dieses Fragebogens dienen zunächst als interne Diskussionsgrundlage für den einzelnen Stakeholder, um die wirklich relevanten Emissionsbereiche zu finden. Dort kann dann eine tiefere Analyse und eine Berechnung des SCF auf Basis sinnvoller Systemgrenzen folgen. Diese Ergebnisse sind ein idealer Ausgangspunkt für den konstruktiven Austausch über Nachhaltigkeit mit Kunden, Zulieferern oder Investoren.

Die Best Practice Clubs sollen einen virtuellen Raum für diese Form der Transparenz bieten. Nachhaltigkeit wird immer mehr zum zentralen Thema in der Unternehmensstrategie und die Fragestellungen und Lösungsmöglichkeiten sind für alle Akteure sehr ähnlich. Die gemeinsame Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie mit Gleichgesinnten erhöht den Erfahrungsschatz, vermeidet Fehler und senkt die Kosten. Studierende der Nordakademie haben gerade gemeinsam mit Calcolution ein innovatives Konzept für die Softwareplattform entwickelt, das mit Hilfe von Gamification Anreizen Transparenz fördert.

Die dritte und letzte Komponente ist die Eco Solution Corner. Hier werden wir ein strukturiertes Lösungsportal mit Projekten, Artikeln und Datenquellen anbieten, das durch die Community befüllt wird und über Kommentare und Sternchenbewertungen die hilfreichsten Tipps herausstellt. Das Portal unterstützt so auch die Kooperation in den Best Practice Clubs, denn über Skaleneffekte können Kosten gesenkt und der Impact gesteigert werden.  

Wie hast du die Produktentwicklung und damit den Start bislang finanziert?

Bisher finanzieren wir uns aus eigenen Rücklagen und durch eine Existenzgründerförderung. Weitere Unterstützer wie Consileon, abat, The Information Lab oder die Landes Energie Agentur Hessen haben uns mit Beratungsleistungen und Softwarelizenzen geholfen. Im Jahr 2023 werden wir eine GmbH gründen und gemeinsam mit strategischen Partnern die Softwareplattform umsetzen. Parallel dazu setzen wir einzelne Beratungsprojekte auf Basis der aktuellen Prototypen um.

Wo ist die Stakeholder-Carbon-Footprint-Methode aktuell im Einsatz bzw. wer ist die Zielgruppe?

Die Erfahrungen aus den beiden Pilotprojekten mit abat und ESG Portfolio Management vertiefen wir in verschiedenen Best Practice Clubs. Hierzu werden wir gemeinsam mit dem BAUM e.V. den Klima Club Hamburg starten, außerdem sind derzeit eine Umsetzung für mehrere Vermögensverwalter sowie eine Lösung für einen Asset Manager und dessen Kunden geplant.

Was sind eure weiteren unternehmerischen To-do's und Pläne?
Die Finanzierung der Plattformentwicklung und die Entscheidung für die richtigen strategischen Partner sind die zentralen Themen der nächsten Monate. Außerdem möchten wir das Konzept bekannter machen und es gemeinsam mit Universitäten und Forschungsinstituten im Diskurs weiter verfeinern.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Das Zauberwort heißt Transparenz! Wir sind davon überzeugt, dass man Ideen teilen muss, um sie gemeinsam weiterzuentwickeln. Nichts ist wertvoller als konstruktive Kritik und daher ist es wichtig, sich so früh wie möglich Partner zu suchen, denen man vertraut. Niemand kann alles allein und daher ist es zentral zu entscheiden, was man selbst tut und was durch Partner abgedeckt werden soll. Kooperation ist der Schlüssel zum Erfolg.

Außerdem muss man flexibel in der Umsetzung bleiben und Dinge ausprobieren. Man darf nicht selbstverliebt an Ideen festhalten, sondern man muss auch den Mut haben Fehler zu machen und dann gegenzusteuern.

Hier geht's zu Calcolution und dem Fragebogen zum Ausprobieren

Das Interview führte Hans Luthardt

Health-Tech-Start-up PraxisEins schließt siebenstellige Seed-Finanzierung ab

Das 2022 von Benjamin Langer und Vincent Sternberg gegründete Health-Tech-Start-up PraxisEins erhält in einer Seed-Finanzierungsrunde einen mittleren siebenstelligen Betrag, um Hausärzt*innen durch digitale Lösungen und Prozessoptimierung zu entlasten.

PraxisEins hat sich zum Ziel gesetzt hat, das deutschlandweit drohende Versorgungsvakuum im hausärztlichen Bereich zu lösen. Weil die hausärztliche Versorgung für die junge Ärztegeneration kaum noch attraktiv ist, bleiben hausärztliche Kassensitze immer häufiger unbesetzt. Insbesondere die hohe administrative Arbeitslast sowie ein Mangel an Work-Life-Balance wirken abschreckend und hindern Hausärztinnen und Hausärzte daran, sich auf die Patientenbehandlung zu konzentrieren.

Um dieses Problem zu lösen, unterstützt PraxisEins Hausarztpraxen mittels Software und Prozess-Know-how. Dabei hilft das Team beim Prozessmanagement, dem Recruiting und dem betriebswirtschaftlichen Management und entlastet so aktiv das medizinische Personal.

Mit den frischen Finanzmitteln aus der Finanzierungsrunde will das Frankfurter Start-up seine Software-Lösung weiterentwickeln und neue Praxen in das unterstützte Netzwerk aufnehmen. Hierfür baut PraxisEins das Kernteam in Frankfurt und Düsseldorf aus und eröffnet ein zentral gelegenes Büro in der Mainmetropole.

Neben dem Seed-Investor High-Tech Gründerfonds (HTGF) sind Family Offices und Business Angels aus der Healthcare-Szene investiert - auch Ärztinnen und Ärzte gehören zum Investorenmix.

„Deutschland steht vor einer großen Herausforderung in der ambulanten Versorgung“, so PraxisEins-Gründer Vincent Sternberg. „Ein Großteil der ambulant tätigen Ärzte geht in den kommenden fünf Jahren in den Ruhestand, wodurch ein Versorgungsvakuum entsteht. PraxisEins hilft dabei, dieses Problem zu lösen, indem wir es für junge Ärztinnen und Ärzte einfacher machen, in die ambulante Versorgung einzusteigen. Dabei bieten wir innerhalb unseres wachsenden Netzwerks unterstützter Hausarztpraxen das volle Spektrum an Arbeitsmodellen - von der flexiblen Teilzeitstelle bis zur Praxisteilhabe. Klar ist dabei immer: In von uns betreuten Praxen können sich Ärztinnen und Ärzte auf ihre Kernkompetenz konzentrieren.”

Gründer*in der Woche: Steets – der Gehhilfen-Booster

Wohin mit der Gehhilfe, wenn eine freie Hand gebraucht wird? Für alle, die auf Gehhilfen angewiesen sind, eine große Herausforderung. Das Start-up Steets der drei Studenten Thorben Engel, Phil Janßen und Philipp Battisti hat dafür eine innovative Lösung entwickelt. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Phil.

Wann und wie bist du zusammen mit deinen Mitgründern auf die Idee zu eurem "Abstützmodul für europäische Gehhilfen" gekommen?
Das Problem, dass sich Gehhilfen nur schwer beiseitestellen lassen, kennen vermutliche viele, besonders diejenigen, die bereits aufgrund eines Unfalls, einer Sportverletzung, einer Krankheit, einer Behinderung oder aufgrund des Alters auf Gehhilfen angewiesen waren. Mir ist die Relevanz hinter diesem Problem erst bewusst geworden, als ich es bei meinem Opa und anschließend bei meiner Freundin beobachtet habe. Trotz der Altersdifferenz stellte das Umfallen sowohl meinen Opa als auch meine Freundin vor eine Herausforderung. Nach dem kurzen Anlehnen an Tischkanten oder Wänden fielen die Gehhilfen um, lagen am Boden und waren außer Reichweite. Das Umfallen war für sie nicht nur sehr lästig und verursachte Schrammen in Möbeln oder Böden, sondern bereitete ihnen zusätzliche Schmerzen. Statt die Genesung zu unterstützen, wurden die Gehhilfen beim Aufhebeben zur potenziellen Gefahrenquelle. Deshalb suchte ich im Internet nach einer adäquaten Lösung, wurde jedoch leider nicht fündig. 2020 entstand dann mit meinen zwei Mitgründern, Thorben und Philipp, die Idee und der Wunsch, ein innovatives Zusatzmodul zu entwickeln, um die Gehhilfen vor dem lästigen Umfallen zu bewahren und einen echten Mehrwert im Alltag zu generieren.

Was waren die wichtigsten Steps von der Entwicklung bis zum funktionstüchtigen Prototyp?
Bei der Entwicklung war und ist bis heute unsere höchste Priorität, mit Gehhilfen-Nutzer*innen, Physiotherapeut*innen und Ärzt*innen zusammenzuarbeiten, um deren Feedback in die Entwicklung einließen zu lassen. Die u.a. aus einer Testphase gewonnenen Erkenntnisse flossen in die konstruktive Modellierung ein und verhinderten, dass wir uns mit unserem Vorhaben in eine „Einbahnstraße“ bewegten und ein Produkt entwickelten, das weder hilfreich noch praktisch ist.

Was ist das Besondere, das einzigartige an eurer Lösung?
Wir konnten ein Nachrüstmodul für europäische Unterarmgehstützen entwickelt, welches den Anwender*innen ermöglicht, die bestehende Gehhilfe dank eines einzigartigen, alltagstauglichen Systems und einer einfachen, intuitiven Bedienung an jeder gewünschten Stelle schnell und sicher abzustellen. Die Anwender*innen werden darin befähigt, die Gehhilfen nicht nur in den eigenen vier Wänden zur Seite zu stellen, sondern erleben diesen Mehrwert auch im öffentlichen Raum wie beispielsweise im Supermarkt, in der Rehaklinik oder beim Hausarzt. Das Modul verändert weder das Gangverhalten noch schränkt es die Nutzung der Gehhilfe ein, fördert die Mobilität und unterstützt die Rehabilitation – „es ist einfach sau praktisch“ und „ein echter Alltagshelfer“ wie es zwei Probandinnen in der Klinik sagten.

Start-up-Finanzierung in der Krise – drei Founder berichten

Wir haben drei Start-ups, die jüngst Finanzierungsrunden in Millionenhöhe vermelden konnten, gefragt, wie sie die aktuellen Anforderungen durch VCs wahrnehmen und was es bei der Equity-Story zu beachten gilt.

Ein wirtschaftlich schwieriges Jahr neigt sich dem Ende zu. Das betrifft natürlich auch die Start-up-Szene. Inflation, Rezessionsängste und geopolitische Konflikte stellen viele Jungunternehmer*innen vor ernsthafte Finanzierungsschwierigkeiten. Vor allem die gestiegenen Kapitalkosten haben zur Folge, dass Start-ups nicht mehr so hohe Bewertungen erreichen und schwieriger an Kapital kommen.

Aber auch der Blick auf den US-Venture-Capital-Markt, wo die Zinsen bereits Anfang des Jahres erhöht wurden, veranlasste europäische Wachstumsunternehmen zu massiven Einsparungen, mitunter durch Massenentlassungen. Trotz dieser Entwicklung bleiben erfolgreiche Investment-Meldungen in diesen Tagen nicht aus.

Wir haben drei Start-ups, die jüngst Finanzierungsrunden in Millionenhöhe verkünden konnten, gefragt, wie sie die derzeitigen Anforderungen durch VCs wahrnehmen und was es bei der Equity-Story heutzutage zu beachten gilt.

Orderlion

Das 2018 gegründete Start-up operiert in der Lebensmittelindustrie – der größten Branche der Welt. Orderlion hat sich zum Ziel gesetzt, ein optimiertes, digitales B2B-Shopsystem für Zulieferer in der Gastronomie zu entwickeln. Heute hat das Start-up eine Reihe an Erfolgen vorzuweisen, wie etwa die jüngste Finanzierungsrunde in Höhe von vier Millionen US-Dollar oder die Übernahme eines französischen Konkurrenten.

Mit ihrer “B2B Food Supply-Chain” wollen die Gründer Stefan Strohmer und Patrick Schubert einer angeschlagenen, aber riesigen Branche zur Seite stehen und die Gastronomie digitalisieren. „Wenn es an guten Mitarbeitern mangelt und man trotzdem noch Kosten einsparen muss, dann ist Automatisierung genau das Richtige. Am schnellsten und effizientesten automatisierst du deinen Betrieb durch Digitalisierung der Unternehmensprozesse – zum Beispiel im Bestellwesen”, erklärt CEO Strohmer den Ansatz von Orderlion.

Start-ups von VCs konservativer bewertet

Was die Finanzierung betrifft, so weiß das Orderlion-Team, dass sich die Anforderungen der VCs an Start-ups verändert haben. “Valuation“ bei Funding-Runden sei derzeit konservativer; es werde mehr Fokus auf KPIs wie „Monthly Recurring Revenue“ und deren „Month over Month Growth Rate“ gesetzt. Zudem wurde die Aggressivität der „Burn Rate“ zurückgeschraubt – für 18 statt bisher zwölf Monate „Runway“. Allgemein werden, Orderlion nach, Start-ups konservativer bewertet als bisher.

Ein weiterer bemerkenswerter Punkt, den Strohmer und Schubert ausgemacht haben, ist, dass heutzutage Profitabilität nicht mehr zwingend notwendig sei. Es stelle sich eher die Frage, wo man Kosten sparen könne, um den Runway zu verlängern.

„Spart man zu sehr in Sales und Marketing, dann ist das zu kurzfristig gedacht“, sagt Co-Founder Stefan Strohmer dazu. „Man reduziert zwar sofort einen ‚Burn‘, aber damit auch eine Wachstumsrate. Die Folge ist: Man braucht länger, um Revenue aufzubauen. Besser ist es, wenn man an anderen Stellen einsparen kann, etwa ‚Product‘ und ‚Support‘ nicht so stark ‚over hired‘ und weiterhin in Sales und Marketing investiert. Nur nicht zu extrem, wie vielleicht zu 2021er-Zeiten.“

Stabile KPIs

Für die eigenen Investor*innen hatten Vorhersagen von Orderlion mehr Glaubwürdigkeit, da ihre Sales-KPIs sehr stabil sind. Je nach Phase des Unternehmens seien jedoch auch andere KPIs wichtig. In der aktuellen, wo Kapital knapper und teurer ist, erweise sich gute Finanzplanung als noch essentieller.

Der Lebensmittelmarkt sei, trotz aller Krisen (Covid, Supply Chain Issues, Staff Shortages, Inflation, Product Shortages …), weiterhin standfest und attraktiv, da derzeit viele Unternehmen entlang der „Food Supply Chain“ erkannt haben, dass sie ihre Kostenstruktur optimieren müssen, um zu überleben.

„Wenn es an guten Mitarbeitern mangelt und man trotzdem noch Kosten einsparen muss, dann ist Automatisierung genau das richtige. Am schnellsten und effizientesten automatisiert man den eigenen Betrieb durch Digitalisierung der Unternehmensprozesse, etwa im Bestellwesen. Genau diese Expertise holen sich diese Unternehmen jetzt von Orderlion“, so Strohmer weiter.

Tipps von Orderlion

Um durch stürmische Zeiten zu navigieren und mit knappen Ressourcen hauszuhalten, rät der Founder dazu, ganz bewusst fokussiert zu arbeiten. Ein wichtiges Hauptziel zu definieren und alles andere diesem unterordnen. So würden aus zehn Projekten eines; dadurch könne man mit weniger Ressourcen mehr erreichen.

Ebenfalls sollte man seinen „Go To Market“-Prozess sowie sein Produkt durchleuchten, ob man hier verschlanken kann, sodass weniger manuelle Arbeiten anfällt (Self-Service etwa).

„Bei uns können Lieferanten ihren Bestellannahmeprozess automatisieren über eigene Bestell-Apps und darüber auch noch Zusatzverkäufe fördern, also Kosten einsparen und Umsätze steigern“, sagt er.

Ausblick/Erfolgsfaktoren nach Orderlion

  • Start-ups werden konservativer bewertet (andere Kennzahlen)
  • Es muss an den richtigen Ecken und Enden gespart werden (Marketing > Product)
  • Gute Finanzplanung ist ein A und O
  • Gute Branche
  • Start-ups unterstützen mit ihrem Produkt selbst Unternehmen bzw. eine Branche, um die Krise zu meistern (Automatisierung)
  • Start-ups helfen bei Kosteneinsparung und Umsatzsteigerung

Medudoc

Das Health-Start-up Medudoc wurde 2020 von Michael Horacek gegründet. Konkret handelt es sich um einen Anbieter für digitale Patientenaufklärung mit Teams in Wien, Berlin und Luzern. Vor kurzem gab man bekannt, dass im Sommer eine Finanzierungsrunde von über zwei Millionen erfolgreich abgeschlossen wurde.

Medudoc – kurz für „medical education and documentation“ – arbeitet als SaaS-Plattform an der Reduzierung von Unsicherheiten und Komplexitäten für Patient*innen und deren Angehörige. Denn, aktuell würden Patient*innen an unverständlichen medizinischen Informationen in Vorbereitung auf ihre OP verzweifeln. Dennoch seien sie rechtlich dazu verpflichtet, einzuwilligen, verständlich und umfangreich über ihren Eingriff und den damit verbundenen Risiken sowie Alternativen aufgeklärt worden zu sein.

Bewertung stark unter Druck

Medudoc nach haben sich die Anforderungen der VCs an Start-ups hierzulande nicht sehr stark verändert.

„Aus der Sicht der breiteren (öffentlichen) Wahrnehmung wissen wir, dass in den USA bzw. UK die, zuletzt sehr hohen, Bewertungen stark unter Druck gekommen sind“, sagt Co-Founder Michael Horacek. „In Europa waren die Amplituden, mit Ausnahmen, nicht vergleichbar mit US-Werten. Alle Teilnehmer im Markt werden jedoch nun mehr auf nachvollziehbare Zahlen achten und vielleicht kurzfristig auch mehr auf ‚Stability‘ und echte Innovation, als auf reine ‚Opportunity setzen‘.“

Für den Healthtech-Gründer gibt es je nach Industrie verschiedene Wege, eine glaubwürdige Perspektive auf Profitabilität aufzuzeigen. „Ein Strategieschwenk in Richtung schnellerer Profitabilität ist einer davon. Marktanteil, messbare Effizienzsteigerung und u.a. langfristig gesicherte ‚Revenues‘ werden auch wichtiger als reine Marktgröße“, so Horacek weiter.

In Sachen Investor*innen vertrauen sei ein Erfolgsgeheimnis, dass es sich bei Medudoc um branchennahe Kapitalgeber handle und jene den Realitätsgrad ihrer „Sales-Roadmap“ gut einschätzen könnten. Zudem bleiben Transparenz und Fakten wichtige Faktoren bei der Kapitalsuche.

Health-Bereich unter Druck

Der Markt selbst, den Medudoc bedient, wird sich in den nächsten Jahren weiterhin – trotz oder gerade wegen mancher Krisen – attraktiv zeichnen. Einer der USPs des Startups ist, die Zeitersparnis für Ärzt*innen sicherzustellen bzw. zu erhöhen.

Im aktuellen Umfeld stehen zudem die Gesundheitssysteme im DACH- und UK-Raum (vor allem in den nächsten Jahren) durch dramatische Fehlzahlen bei Mediziner*innen stark unter Druck. Ein effizienterer Umgang mit deren Kapazitäten (Zeit) sei daher existenziell notwendig.

Tipps von Medudoc

Um in schwierigen Zeiten auch mit knappen Ressourcen haushalten zu können, rät Horacek dazu, eine Crew zu haben, die von der Vision und dem eigenen Kurs überzeugt ist. „Nie den Nordstern aus den Augen verlieren“, präzisiert er. „Egal ob Sturm, Nebel oder Sonne, die Kosten muss man immer im Griff haben. Aktuell ist die Fähigkeit, auch größere Stürme durchsegeln zu können (runway) sicher hilfreich.“

Ausblick/Erfolgsfaktoren nach Medudoc

  • Kein Vergleich zur US-Krise
  • Stärker auf nachvollziehbare Zahlen achten und kurzfristig mehr auf Stabilität und echte Innovation als auf reine Opportunity setzen
  • Marktanteil, messbare Effizienzsteigerung, langfristig gesicherte ‚Revenues‘ werden wichtiger als reine Marktgröße
  • Großteil der Investor*innen kommt aus der eigenen Branche
  • Eigene Lösung leistet Beitrag zu einer gravierenden Krise
  • Kosten stets im Griff haben

Shopstory

Shopstory entwickelt eine SaaS-Lösung (Software as a Service), welche schlicht als „intelligenter Performance-Marketing-Assistent“ für Onlinehändler*innen beschrieben werden kann. Die auf künstlicher Intelligenz basierte Software möchte Onlineshops dabei helfen, ihren Umsatz, die Profitabilität sowie deren generelle Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Für Sebastian Schwelle, Co-Founder von Shopstory, hat sich in den letzten Monaten klar gezeigt, dass die Investmentaktivität zurückgegangen ist und auch Bewertungen nicht mehr einfach so akzeptiert werden.

„Während weiterhin Wachstum gewünscht wird, ist es auch immer wichtiger zu zeigen, dass man effizient neue Kunden gewinnen kann“, sagt er. „Der sogenannte Burn Multiple ist mehr in den Vordergrund gerückt, sprich, wie viel Kapital benötige ich zusätzlich, um neuen Umsatz zu erzeugen.“

Für den Co-Founder geht es in Sachen glaubwürdiger Perspektive auf Profitabilität ganz stark darum aufzuzeigen, wie groß das Team sein muss, um in seinem Umfeld weiterhin bestehen zu können. Oder anders gesagt, um weiterzuwachsen.

Agilität und Teamstärke

„Kann man diese Größe mit den aktuellen Mitteln erreichen, kann man auch aufzeigen, dass man hier rechtzeitig den Schwenk zur Profitabilität hinbekommt“, präzisiert er. „Es zeigt sich in diesem Umfeld, dass man seine Vorteile als Startup stark ausspielen muss. Das bedeutet agil und flexibel genug zu bleiben, um auf eine laufend ändernde Marktsituation rechtzeitig zu reagieren. Es geht auch immer darum zu beweisen, dass man im Team stark genug aufgestellt ist, um schnell zu reagieren.“

Tipps von Shopstory

Sebastian Schwelle weiß, dass der E-Commerce-Markt ein bewegtes Jahr hinter sich hat und auch nächstes Jahr noch auf eine herausfordernde Zeit blicken wird.

„Mit unserem Ansatz, mit möglichst wenig Mitteln viele Performance-Aktivitäten im eigenen Haus abzubilden, sehen wir uns aber auch in Zukunft sehr gut aufgestellt“, sagt er. „Dies zeigt die weiterhin hohe Nachfrage nach unserer Software. Allgemein gesprochen, braucht es ein starkes Team und gleichzeitig das Bewusstsein, dass jeder mit anpacken muss, um in stürmischen Zeiten bestehen zu können.“

Ausblick/Erfolgsfaktoren nach Shopstory

  • Burn Multiple im Vordergrund
  • Teamstärke
  • Auf Marktsituation reagieren
  • Mit wenig Mitteln viel Performance

Gründer*in der Woche: Million Steps - digitaler Nachweis für Freilandhaltung

Die Million Steps GmbH wurde 2022 von Paula Ebert, Rico Noël und Stefan Grimm in Stuttgart gegründet. Das Agrar-Start-up entwickelt Software zur Erfassung, Verarbeitung und Ausweisung von Weide- und Tierdaten. Das Ziel ist die Förderung der regenerativen Landwirtschaft, die einen positiven Einfluss auf Tier, Mensch und Klima hat. Mehr dazu im Interview mit Co-Gründer Rico.

Wann und wie seid Ihr auf die Idee zu Million Steps gekommen?
Eine simple Beobachtung: Digitale Devices und Apps erfassen immer mehr unserer Daten, dazu gehört selbst unsere tägliche Schrittanzahl. Gleichzeitig fordern wir mehr Transparenz auf einer ganz anderen Seite bei der uns der Einblick und Überblick fehlt. Bei der Ernährung – konkreter bei tierischer Ernährung und dem Tierwohl. Wir verlassen uns auf Packaging und Gütesiegel.

Warum also nicht ähnliche Technik einsetzen, um Haltung zu beweisen und nicht nur zu behaupten? Sprich, einem transparenten Nachweis für Weidehaltung mittels GPS-Tracker, oder anders gesagt, mindestens einer Million Schritte auf Gras. Auf diese Schrittzahl kommt man, wenn Rinder ungefähr zwei Jahre auf der Weide standen.

Mit diesem Gedanken kamen Stefan, Paula und ich zusammen. Jeder von uns mit komplett anderem Hintergrund: Paula kommt aus Gastronomie und Catering, Stefan ist unser Tech-Lead mit 20 Jahren Erfahrung in IT und Beratung und Mitgründer von My Local Meat. Ich selbst komme aus der Werbung und kümmere mich um Produktentwicklung und Marketing.

Was waren die größten Herausforderungen beim Aufbau eures Start-ups und der Entwicklung eurer Software?
Wir hatten ein Zeitfenster von ca. sechs Monaten für die Entwicklung einer marktreifen Software. Dabei hatten wir je nach Region mit fehlerhaften GPS-Signalen und je nach Devices mit schwachen Batterien und Ausfällen zu kämpfen. Wir selbst waren überrascht, wie weit die Tiere laufen und haben es anfangs für einen Fehler im Tracking gehalten. Aber wir erfassen Tiere, die teils durchschnittlich 10 Kilometer pro Tag laufen. Nach der zweiten Weidesaison sind das über 4000 km! All die Erkenntnisse aus der Testphase haben uns schlauer gemacht und wir konnten Kinderkrankheiten beseitigen.Hinzu kommt, dass Landwirte sehr unterschiedlich zu der Digitalisierung stehen. Die Bereitschaft, digitale Devices einzusetzen, teilt sich auch nicht, wie man vermutet, strickt in alt und jung, sie ist eher eine Frage von Tradition und Überzeugung.

Erste Kernfusion per Laserzündung mit Nettoenergiegewinn

US-Wissenschaftler haben erstmals eine Kernfusion per Laserzündung mit einem Nettoenergiegewinn erzeugt. Dies ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer sicheren, sauberen und schier unerschöpflichen Energieerzeugung. Focused Energy, ein dt.-amerikanisches Start-up, mischt bei dem innovativen Thema kräftig mit.

Die Fusionsreaktion in Livermore/USA erzeugte rund 2,9 Megajoule Energie, was etwa 140 Prozent der 2,1 Megajoule Energie in den Lasern entspricht. Die genauen Bilanzwerte werden noch ausgewertet. „Für die meisten von uns war es nur eine Frage der Zeit, dass dieser nächste Meilenstein erreicht wurde“, so Prof. Markus Roth und Prof. Todd Ditmire, beide Mitgründer von Focused Energy und Wissenschaftler, die die Laseranlage in Livermore entscheidend mitentwickelt haben.

Focused Energy, das 2021 von der TU Darmstadt ausgegründete deutsch-amerikanische Start-up, setzt ebenfalls auf die laserbasierte Kernfusion und den gleichen Brennstoff Deuterium und Tritium, wie er in Livermore verwendet wurde.

Viele der Wissenschaftler, die diesen Erfolg in Livermore mitbegründet haben, arbeiten mittlerweile für Focused Energy. Das Start-up hat seinen Sitz in Darmstadt und in Austin/Texas und nutzt die in den vergangenen 30 Jahren in der Fusionsforschung gesammelten Erfahrungen seiner Gründer gepaart mit der Schnelligkeit eines jungen deutsch-amerikanischen Unternehmens und privaten Investitionen, um die laserbasierte Fusion zur Marktreife zu bringen und den weltweiten Energiehunger zu stillen.

Der Erfolg in Sachen Kernfusion per Laserzündung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Länder mit hohen Energiepreisen und der Notwendigkeit kämpfen, schnell von der Verbrennung fossiler Brennstoffe wegzukommen, um den Klimawandel einzudämmen.

Die Kernfusion ist die einzige Energieform, die bisher noch nicht realisiert werden konnte. Einer ihrer größten Vorteile: Sie ist sicher und es gibt keinen Vergleich zum Schadenspotenzial von Kernkraftwerken, die mit Kernspaltung arbeiten. Kernfusion und Kernspaltung haben nichts miteinander zu tun. Es gibt bei Fusionskraftwerken weder eine unkontrollierte Kettenreaktion noch muss man das Kraftwerk abschalten, wenn irgendwas schiefläuft. Die Kernfusion ist inhärent sicher. Auch wenn mehrere Komponenten ausfallen, bleibt das System ohne erhöhtes Gefahrenpotenzial funktionsfähig.

Weitere Experimente werden folgen. Für Focused Energy ist der Zielhorizont gesetzt. Ab Mitte der 30iger-Jahre soll das erste Fusionskraftwerk ans Netz gehen, so der Plan der Darmstädter.

New Work: Verhandlungs-Performance im Home-Office

Eine Studie der Universitäten Hohenheim und Potsdam, von der Deutschen Gesellschaft für Verhandlungsforschung (DGVF) in Auftrag gegeben, beleuchtet die Vor- & Nachteile beim Verhandeln aus dem Home-Office.

Auch berufliche Verhandlungen werden von dem häuslichen Arbeitssetting beeinflusst, wie eine aktuelle Studie der Universitäten Hohenheim und Potsdam in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Verhandlungsforschung e.V. (DGVF) belegt. Zwar schätzen Verhandler*innen die Flexibilität und Autonomie des Home-Offices. Mit den Verhandlungen insgesamt ist ein Großteil der Befragten jedoch eher unzufrieden.

Die gute Nachricht: Mit einer besseren Vor- und Nachbereitung der Verhandlungen ließe sich das verbessern, so die Erkenntnisse des Forschungsteams unter Leitung von Prof. Dr. Markus Voeth (Hohenheim) und Prof. Dr. Uta Herbst (Potsdam).

„Der Anspruch der Arbeitnehmenden, auch aus dem Home-Office heraus gute Arbeit zu leisten, ist hoch. Dazu gehört auch, erfolgreiche Verhandlungen zu führen und die eigenen Ziele zu erreichen“, erklärt Joana Roth, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Marketing & Business Development der Universität Hohenheim.

„Gleichzeitig gibt es im Home-Office einige Faktoren, die das Verhandeln schwieriger machen. Zum Beispiel der Konflikt zwischen Arbeit und Familie“, ergänzt Jacqueline Sube, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Marketing der Universität Potsdam.

Mit diesen Aussagen stützen sich Roth und Sube auf ihre Umfrage mit über 400 Praktiker*innen, die aus dem Home-Office heraus verhandeln. Befragt wurden Vertreter*innen aus unterschiedlichen Branchen und Positionen. Die Online-Umfrage wurde nach zwei Jahren Pandemie im Sommer und Herbst 2022 durchgeführt.

Verhandlungsziele werden im Home-Office effizienter verfolgt …

Ein Großteil der Befragten sieht es als vorteilhaft an, den eigenen Arbeitsalltag im Home-Office flexibler gestalten zu können. Auch steigt im Home-Office laut Angaben der Befragten auch der Erfolgsanspruch an die geführten Verhandlungen. Zudem werden die aus dem Home-Office geführten Verhandlungen als effizienter wahrgenommen. So geben die Befragten beispielsweise an, sich mehr auf die wesentlichen Aspekte zu konzentrieren und die Zeitplanung in Bezug auf die Verhandlungen besser zu kontrollieren.

… allerdings fehlt der Austausch zwischen den Parteien

Gleichzeitig sinkt im Home-Office die Verbindlichkeit der Verhandelnden gegenüber dem Arbeitgeber und den Verhandlungspartnern. So fehle im Vorfeld der Verhandlungen oft der Austausch mit Vorgesetzten oder im Team, in dem Ratschläge ausgetauscht werden oder an gemeinsame Verhandlungsziele erinnert wird. Auch der informelle Austausch mit dem Verhandlungsgegenüber, der für einen gemeinsamen Verhandlungserfolg eine wichtige Rolle spielt, käme bei digitalen Verhandlungen zu kurz.

Das Fazit: Obwohl die Verhandlungsziele im Home-Office effizienter verfolgt werden, ist ein Großteil der Befragten mit der Performance eher unzufrieden und glaubt, keine besseren Verhandlungsergebnisse zu erzielen.

Bessere Verhandlungsperformance durch gute Vorbereitung und das Feiern von Erfolgen

Die Frage, wie sich Verhandlungen aus dem Home-Office erfolgreicher gestalten ließen, vertieften das Forschungsteam und der DGVF-Vorstand in einem interaktiven Workshop mit rund 80 Praktiker*innen.

Das Ergebnis: Bereits eine gute Vorbereitung könne die Zufriedenheit mit Verhandlungen positiv beeinflussen. „Tatsächlich existieren bereits eine Reihe von interaktiven Tools und Techniken, durch die sich digitale Verhandlungen besser gestaltet lassen werden. So lässt es sich bereits durch simples Screensharing leichter über die abgegebenen Angebote und Konzessionsschritte sprechen“, sagt Joana Roth. So könnten Arbeitgeber*innen die verhandelnden Mitarbeiter*innen beispielsweise durch Kompetenztrainings zur Nutzung digitaler Medien entsprechend schulen.

Organisationen könnten zudem einen Verhaltenskodex für digitale Verhandlungen festlegen. „Dadurch können Unternehmen vor allem möglichen Unsicherheiten begegnen – etwa, was passiert, wenn Zoom ausfällt oder das Kind früher aus der Schule kommt und in die Verhandlung platzt“, so Sube.

Und auch im digitalen Raum sei sozialer Austausch möglich: „Indem man Erfolge digital im Team feiert, lässt sich die Motivation der Mitarbeitenden steigern“, so Roth. Dieser motivierende Faktor könne auch im Home-Office genutzt werden, etwa indem auch digital auf einen erfolgreichen Verhandlungsabschluss angestoßen wird.

Grüne Brise: erster Marktplatz Deutschlands für Cannabis-Apotheken gestartet

Breezy Brands, ein Tochterunternehmen der Bloomwell Group, verkündet den Start von Grüne Brise, dem ersten deutschen Online-Marktplatz für Cannabis-Apotheken.

Die Breezy Brands GmbH, ein Portfolio-Unternehmen der Frankfurter Bloomwell Group GmbH, startet nach erfolgreichem Testlauf mit Grüne Brise Deutschlands ersten Online-Apotheken-Marktplatz für medizinisches Cannabis. Cannabis-Patient*innen können fortan online auf einfachem Wege ihre Rezepte einlösen und erhalten ihre verschriebenen Produkte binnen 72 Stunden an die Haustür geliefert.

„Grüne Brise fungiert als Online-Marktplatz für ausgewählte Partner-Apotheken und Cannabis-Patient*innen mit dem Ziel, das Einlösen eines Rezepts für medizinisches Cannabis so nutzerfreundlich und einfach wie möglich zu gestalten. Es gibt in Deutschland aktuell nur wenige spezialisierte Cannabis-Apotheken. Entsprechend langwierig und aufwendig kann es sich für chronisch erkrankte Menschen gestalten, die ihnen verordnete Sorte zu erhalten. Unser Ziel ist, Patient*innen den Service zu bieten, den sie verdienen, ohne lange Wartezeiten, Verfügbarkeitsprobleme oder mangelnde Erreichbarkeit“, erklärt Janett Dalka, CEO der Breezy Brands GmbH.

So können Patient*innen über Grüne Brise durch die angebundenen Apotheken nahezu alle in Deutschland zugelassenen Sorten medizinisches Cannabis erhalten und online in wenigen Schritten ihr Rezept einlösen. Das Rezept muss vor Abschluss des Kaufs hochgeladen werden und wird durch das pharmazeutische Fachpersonal der ausgewählten Apotheke kontrolliert. Der Patient kann über seinen Log-In-Bereich den Bestellstatus jederzeit nachverfolgen. Alle Produkte versenden die Partner-Apotheken von Grüne Brise ausschließlich und umgehend per Ident Check – mit Kontrolle der Personalien bei Paketübergabe. Grüne Brise garantiert eine Lieferung binnen 72 Stunden für vorrätige Produkte.

Janett Dalka: „Als Plattform schaffen wir ein Zuhause für Patient*innen und einen digitalen Ort, an dem keine Wünsche der Patient*innen und der angeschlossenen Apotheken offen bleiben. Auch Ärztinnen und Ärzte haben für detaillierte Produktinformationen und Weiterbildungen einen gesonderten Login-Bereich. Wir möchten Patient*innen sowie Ärztinnen und Ärzten nicht nur Hilfsmittel an die Hand geben, sondern auch ihren Alltag erleichtern.“

BREEZY: Lifestyle und Community

Bereits im April dieses Jahres war mit BREEZY die europaweit erste Cannabis-Marke für Lifestyle und Community an den Start gegangen. Parallel zu Grüne Brise führt BREEZY unter dem Dach der Breezy Brands GmbH weiterhin hochwertige Accessoires, Utensilien und Streatwear-Produkte für Cannabis-Liebhaber*innen. Medizinisches Zubehör wie diverse Verdampfer, Präzisionswaagen oder Grinder dienen der korrekten Dosierung und ermöglichen die Einnahme von medizinischem Cannabis. Schon jetzt bietet BREEZY für die Cannabis-Kultur einen Ort für Dialog, Austausch, Information und Diskussion.

Die Bloomwell Group setzt auch mit Breezy Brands auf einen radikalen Direct-2-Consumer-Ansatz oder, im Falle medizinischer Produkte, Direct-2-Patient-Ansatz. „Wir sind sehr stolz, mit Grüne Brise nun ein zentrales Puzzlestück in unserem Produktportfolio zu ergänzen. Damit decken wir mit Ausnahme des Anbaus nun die gesamte Wertschöpfungskette ab“, erklärt Bloomwell Co-Founder und CEO Niklas Kouparanis. „Wir sind sehr glücklich, mit Janett Dalka bei Breezy Brands eine absolute Expertin für Leadership und Brand Building an Bord zu haben, die in den letzten Jahren unter Beweis gestellt hat, Produkte und digitale Lösungen auf ein neues Level heben zu können und in den letzten Monaten ein starkes Team aufgebaut hat.“

„Cannabis war und ist eine von der Community getriebene Kultur. Wir wollen dieser Community ein zuhause geben“, erklärt Janett Dalka. „Es ist überfällig, dass Cannabis endlich die jahrzehntelange Stigmatisierung hinter sich lässt. BREEZY und Grüne Brise sind die Orte, die Cannabis-affine Menschen und Patient*innen abholen. Wir werden dem neuen Cannabis-Image gerecht, indem wir Menschen verbinden und zusammenbringen – und so gegenseitige Aufklärung und Austausch erst möglich machen.“