Gründer*in der Woche: Orderlion - das Shopify der B2B Food Supply Chain

Gründer*in der Woche KW 15/22


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Mit Orderlion haben die Gründer Stefan Strohmer und Patrick Schubert quasi in Pionierarbeit ein E-Commerce-System für Lieferant*innen der Lebensmittellieferkette aufgebaut, das es ihnen ermöglicht, interne und externe Prozesse zu digitalisieren und zu optimieren. Mehr dazu im Interview mit CEO Stefan.

Wann und wie bist du zusammen mit Patrick auf die Idee zu Orderlion gekommen?

Patrick und ich kennen uns schon lange, vor Orderlion hatten wir bereits Unternehmen zusammen gegründet. Eines dieser Unternehmen war eine Agentur für Software Consulting mit Fokus auf Prozessoptimierung von Supply Chain Unternehmen. Nachdem wir gemeinsam für eine Zeit lang im Silicon Valley gelebt und gearbeitet haben, war für uns beide klar, dass wir als Gründer die Ambition teilen, etwas Größeres aufzubauen. Wir wollten unsere gesammelte Erfahrung nutzen, um Probleme auf einer globalen Ebene zu lösen und so einen langfristigen positiven Impact auf die Welt zu haben.

Wir hatten damals vor diesem Hintergrund entschieden, eine SaaS-Plattform (”Software as a Service”) zu entwickeln, die dieselben Optimierungsprobleme, die wir für unsere Kunden als Agentur bearbeitet haben, auf einer größeren Skala löst. Die Entscheidung, mit Orderlion eine B2B-Lösung für die Food Supply Chain zu entwickeln, fiel uns in der Hinsicht dann leicht, da wir bereits Kunden in der Lebensmittelbranche hatten. Wir konnten so vorher bereits über einen längeren Zeitraum aus erster Hand sehen, wie analog diese riesige Industrie immer noch arbeitet, und unser Produkt passgenau entwickeln.

Was ist das Besondere an Orderlion, was ist das Innovative an eurem Konzept?

Orderlion ähnelt vom Grundprinzip her Shopify — mit dem Unterschied, dass wir unsere Lösung speziell auf den Lebensmittelgroßhandel zugeschnitten haben. Wir haben basierend auf den Bedürfnissen unserer Kunden eine skalierbare SaaS-Lösung entwickelt, die es jedem Lieferanten innerhalb der Food Supply Chain ermöglicht, interne und externe Prozesse zu digitalisieren. Mit Orderlion stellen wir ein E-Commerce Operating System (OS) zur Verfügung, mit dem z.B. Obst- und Gemüsegroßhändler oder Getränkelieferanten in wenigen Schritten ihren eigenen Webshop sowie eine Bestell-App aufbauen können, die sich nahtlos mit ihren bestehenden ERP-Systemen integriert. So können die bei ihnen täglich einkaufenden Unternehmen einfacher und bequemer online bestellen. Das ist im Endeffekt dann so wie wenn wir etwas zu Hause online via einer App bestellen, nur in monatlichen Millionenbeträgen.

Unsere tiefgehende Marktanalyse der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass Lebensmittellieferanten, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs), besonders viel Wert auf den Erhalt ihrer direkten Kundenbeziehungen legen und Produkte nur ungern über zentralisierte Marktplätze verkaufen. Es fehlte in der Vergangenheit jedoch an Lösungen, die für die Industrie leicht zugänglich und schnell zu implementieren waren. Hier kommt Orderlion ins Spiel - wir sind der Digitalisierungspartner der KMUs, die 99 Prozent der Unternehmen in der Branche ausmachen. Lieferanten können Orderlion zudem zur Vertriebsoptimierung nutzen und zielgruppenspezifische Angebote und Promotions über das System ausspielen, um so bei ihren Bestandskunden Zusatzverkäufe zu fördern. Ebenfalls gestalten sie mit unserem e-Commerce Operating System ihren Kundenservice effizienter. Über einen eingebauten Chat hat zudem jeder Besteller die Möglichkeit, direkt mit seinem Ansprechpartner beim Lieferanten in Kontakt zu treten.

Wer sind eure Kund*innen?

Unsere Kunden sind Lieferanten aus der Lebensmittelindustrie. Dies umfasst nationale Getränkegroßhändler, internationale Brauereien bis hin zu regionalen Obst- und Gemüsegroßhändlern. Neben den Lieferanten, die Orderlion nutzen um ihre Bestellungen digital abzuwickeln, erreicht unsere Lösung auch die Besteller-Seite, das heißt die Kunden der Lieferanten. Zu diesen Nutzern gehören z.B. Restaurants, Hotels, Care-Betriebe, Märkte oder internationale Fast-Food-Ketten, die dann mittels unserer digitalen Infrastruktur bei ihren Lieferanten mit wenigen Klicks bestellen können. Unsere Kunden haben mit unserer SaaS-Lösung bisher Bestellungen mit einem Volumen von über 130 Millionen Euro abgewickelt.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Start von Orderlion?

Ein wichtiger Schritt auf unserem Weg war die Entscheidung, an welchem Business-Modell und Produkt wir genau arbeiten wollten. Wir haben das Unternehmen 2018 in Wien gegründet, aber die Version von Orderlion, an der wir heute arbeiten, entstand erst Anfang 2020 nach einer eingehenden Marktanalyse.

Dank einer ersten Finanzierungsrunde konnten wir uns anfangs ausreichend Zeit nehmen, um an verschiedenen MVPs und Business-Modells zu arbeiten, sodass wir den Markt nach hunderten von Gesprächen mit potenziellen Kunden bis ins letzte Detail kennenlernen und verstehen konnten. Als wir uns dann letztendlich für eine klare Vision entschieden hatten, fiel uns dieser Schritt leichter, da die Erkenntnisse, die wir in den ersten anderthalb Jahren gesammelt haben, uns heute noch helfen, unser Produkt mit dem richtigen Fokus zu bauen und weiterzuentwickeln.

Wie habt ihr den Start und den Aufbau des Shopsystems finanziert?

Finanziert haben wir uns zunächst durch eine erste Finanzierungsrunde mit Business Angels in 2018. Als wir dann unser Business-Modell klar ausgearbeitet hatten, haben wir eine Seed-Investition in Höhe von einer Million Euro vom auf B2B-Startups spezialisierten, österreichischen VC-Fonds tecnet equity im Januar 2020 erhalten.

Was waren dann die weiteren wichtigen Meilensteine beim Auf- und Ausbau von Orderlion?

Da wir eine B2B-SaaS-Lösung für die globale Food Supply Chain entwickeln, war der Schritt, frühzeitig international zu wachsen, sehr wichtig. Wir sind zunächst von Österreich nach Deutschland expandiert, und haben vor Kurzem zwei weitere Länder, die Schweiz und Großbritannien, erschlossen. Da die internationale Expansion bisher sehr erfolgreich war, und wir eine Methode entwickelt haben, um in unter einem Monat einen neuen Markt zu eröffnen, evaluieren wir bereits, in welche Länder wir als nächstes gehen.

Ihr seid ja Pioniere in eurem Segment und habt Standards gesetzt. Wie schaut der Wettbewerb heute aus und was sind eure größten Herausforderungen?

Wir bieten Stand heute eine Lösung, die immer noch recht einzigartig in der Branche ist, da wir nicht nur einen einfachen Webshop und eine Bestell-App anbieten, sondern auch tiefe Integrationen mit bestehenden Warenwirtschaftssystemen und umfangreiche Funktionen für effektives Sales- und Marketing Automation bieten können. Diese professionellen Funktionen waren bisher nur verfügbar bei Anbietern, die keine vergleichsweise bezahlbare SaaS-Plattform entwickelt haben und mit ihren unflexiblen Lösungen große Investitionen von Lieferanten erfordern.

Unsere größte Herausforderung ist es, fokussiert zu bleiben. Die Food Supply Chain ist eine absolut faszinierende Branche und man kann sich leicht in anderen spannenden Themen verlaufen. Sich in der Hinsicht auf ein Thema zu beschränken und zu 100 Prozent darauf zu fokussieren, erfordert viel Disziplin. Man muss Geduld haben, um den Product-Market-Fit zu optimieren, bevor man sich anderen Themen oder Ideen für die weitere Entwicklung widmet.

Und wohin soll die unternehmerische Reise weiter gehen?

Unsere Vision ist es, die globale Food Supply Chain nachhaltiger zu gestalten indem wir zum digitalen Standard für sie werden. Orderlion soll zum umfassenden Kundenportal werden, um die Beziehung zwischen Lieferanten und ihren Kunden zu stärken.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir: 1.) weiter international expandieren, 2.) mehr Prozesse digitalisieren wie zum Beispiel Zahlungen innerhalb der Branche, und 3.) unser Angebot an noch mehr Akteuren in der Industrie anpassen. Wenn wir dies schaffen, dann können wir die Lebensmittellieferkette vom Bauern bis hin zum Konsumenten vollständig digitalisieren, und damit Lebensmittelverlust und Emissionen vermeiden und gleichzeitig regionale Unternehmen in ihrer Vielfalt ökonomisch stärken.

Last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Fokus, Fokus, Fokus. Genauer gesagt: Es hilft, jeden Morgen eine genaue To-Do-Liste für den Tag zu erstellen, die man nach Prioritäten geordnet ohne Kompromisse konzentriert abarbeitet.

Zudem sollte man möglichst früh sein “Core Business” definieren. Als Gründer*in kann man nicht zu viele unterschiedliche Ziele gleichzeitig verfolgen, sonst herrscht Chaos im Unternehmen. Mit einem klaren Hauptfokus für das ganze Unternehmen, z.B. einer genau definierten Kundenzielgruppe, schafft man mit weniger Ressourcenaufwand insgesamt mehr.

Und, zu guter Letzt: Stellt Experten ein, die in ihren Gebieten wesentlich besser sind als ihr selbst. So könnt ihr euch zu 100 Prozent auf eure Verantwortungsbereiche konzentrieren. Wenn man nicht ausreichend delegiert, bringt das eine Firma zum Stehen. Mit einer Mischung aus starken Generalisten und “Domain Experts” kann man als Start-up viel mehr erreichen als man selbst je alleine geschafft hätte.

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Das Interview führte Hans Luthardt

So machst du mit Getränken dein Unternehmen attraktiver

Talentierte und motivierte Mitarbeitende sind der Schlüssel zum Erfolg jedes Unternehmens. Vor allem nach der Gründung ist ein Hochleistungsteam unabdingbar, um die Herausforderungen junger Unternehmen zu meistern. Mit einfachen Maßnahmen kannst du deine Arbeitgeberattraktivität stärken und gleichzeitig die Motivation aufrechterhalten. Die Bereitstellung von Getränken wird zunehmend beliebter, um auf dem Arbeitsmarkt mit attraktiven Leistungen zu überzeugen und den Mitarbeitenden Wertschätzung und Fürsorge zu zeigen.

Als junges Unternehmen attraktiv auf den Arbeitsmarkt sein

Neugegründete Unternehmen stehen täglich vor vielen Herausforderungen. Nur mit einem talentierten Team lassen sich betrieblichen Erfolge erzielen. Die Einstellung qualifizierter Mitarbeitenden ist im heutigen Arbeitsmarkt gar nicht so leicht. Um für Bewerber:innen attraktiv zu sein, sollten Unternehmen ihre Arbeitgebermarke stärken.

Die Entlohnung ist schon lange nicht mehr der ausschlaggebende Faktor bei der Arbeitgeberauswahl. Vor allem junge Talente legen Wert auf das Unternehmensklima, den Spaß bei der Arbeit, die Erfüllung der Aufgaben und die Work-Life-Balance.

Mitarbeitendenvorteile sorgen für ein positives Arbeitsklima

Die Einführung von Mitarbeitendenvorteilen kann ein positives Arbeitsklima erzeugen. Neben der betrieblichen Alters- und Gesundheitsvorsorge gibt es eine weitere Maßnahme, die jedes Unternehmen im Handumdrehen umsetzen kann: die Bereitstellung kostenfreier Getränke durch die flaschenpost.

Getränke liefern einen weiteren wichtigen Vorteil. Sie tragen zu einer Leistungssteigerung der Mitarbeitenden bei. Empfehlungen von Gesundheitskassen zeigen, dass eine ausreichende Getränkezufuhr nachweislich die Produktivität und die Gesundheit des Teams verbessert.

4 Tickets, exklusiv für StartingUp-Leser*innen

Bei der Startup-Woche Düsseldorf treffen vom 20. bis 24. Juni 2022 Visionär*innen auf Corporates, Einzelkämpfer*innen auf starke Teams, Gründer*innen auf Business Angels und Anfänger*innen auf Expert*innen. Wir verlosen exklusiv unter allen StartingUp-Leser*innen 4 Frei-Tickets für 2 spannende Events im Rahmen der Startup-Woche Düsseldorf.

Die Startup-Woche wird von der Startup-Unit der Wirtschaftsförderung Düsseldorf organisiert, die Inhalte stammen von engagierten Unternehmen und Unternehmer*innen vor Ort. Sie sorgen dafür, dass trotz der Verschiebung wieder zahlreiche Seminare, Workshops, Pitch- und Networking-Events ausgerichtet werden.

Wir verlosen exklusiv unter allen StartingUp-Leser*innen 4 Frei-Tickets für 2 spannende Events. Zur Verfügung gestellt werden die Ticktes von StartUp MOM, dem ersten MOM Accelerator Deutschlands, der ambitionierten Müttern mit visionären Ideen den Weg in die Selbständigkeit ebnet. Mehr dazu hier. (Link Beitrag)


2 x Tickets für den online Serendipity-Workshop am 23. Juni 22

Erfolgreiche Unternehmer*innen nutzen glückliche Zufälle und entwickeln daraus erfolgreiche Businessideen. Dafür nutzen sie die Serendipity (oder auch Serendipität genannt) Methode. In diesem Workshop von StartUp MOM entwickelst du im geschützten Raum erste konkrete Businessideen. Gleichzeitig bekommst du erstes, wertvolles Feedback dazu. Folgende Themen werden an diesem Tag behandelt:

  • Du erlernst eine neue Methode zur Generierung von Businessideen;
  • gemeinsam prüfen wir deine ersten Ideen;
  • du kannst im geschützten Raum präsentieren und
  • du bekommst wertvolles Feedback aus der Gruppe;
  • du erhältst ein Workbook, mit dem du weiterarbeiten kannst;
  • gemeinsam legen wir die nächsten Schritte fest.

Der Workshop richtet sich insbesondere an Gründerinnen bzw. wurde speziell für Frauen, die nach der einen Businessidee suchen, entwickelt und findet am 23. Juni zw. 10 und 12 Uhr online statt. Hier gibt’s alle Infos auf einen Blick

Wenn du eines der beiden Tickets haben möchtest, scheibe uns jetzt eine Mail an [email protected] Betreff: Serendipity-Workshop



2 x Tickets für den Accelerator-Summit, kurz A-Summit, am 24. Juni 22

Im Rahmen der Startup-Woche Düsseldorf wird bereits zum fünften Mal den Accelerator-Summit, kurz A-Summit veranstaltet. Gründer*innen und Gründungsinteressierte treffen bei dem Event auf Ansprechpart­ner*innen und Expert*innen rund um die Themen Start-up-Förderung und -Finanzierung. Der A-Summit hat sich zu einem der zentralen Treffpunkte für Gründungsinteressierte, Start-ups und Förderprogramme in NRW entwickelt. Denn hier steht das Networking und Matchmaking für Gründer*innen und Acceleratoren aus NRW im Fokus. Alle Förderprograme, die Teil der Vergleichsplattform accelerate.nrw sind, haben die Möglichkeit ihr Programm vorzustellen und in den direkten Austausch mit Start-ups und Gründungsinteressierten zu gehen.

Wenn du eines der beiden Tickets haben möchtest, scheibe uns jetzt eine Mail an [email protected] Betreff: A-Summit

Bitte beachten: Die 4 Tickets werden unter allen Einsender*innen vergeben, die Gewinner*innen werden benachrichtigt. Es gilt: First come , first served. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mütter gründen anders

StartUp MOM, der erste MOM Accelerator Deutschlands, will ambitionierten Müttern mit visionären Ideen den Weg in die Selbständigkeit ebnen.

Die Corona-Pandemie veranlasste viele Mütter, ihre aktuelle berufliche Situation zwischen Homeschooling und Videokonferenzen zu hinterfragen. Hinzu kommt, dass insbesondere angestellte Mütter in einer Teilzeittätigkeit nicht nur generell schlechter finanziell aufgestellt sind, sondern oft auch einen Karriereknick erleben. Dies führte zu einem positiven Nebeneffekt: Mütter fingen vermehrt an, über eine Selbständigkeit nachzudenken und entwickelten (oft in der Elternzeit) spannende Geschäftsideen, für deren Umsetzung sie Unterstützung brauchten.

Vor diesem Hintergrund wurde Ekaterina Arlt-Kalthoff, Gründerin von MAMI POPPINS, der ersten Kinderwagenvermietung Deutschlands, immer öfter von hilfesuchenden Frauen, die sich ihre Selbständigkeit aufbauen wollten, um Rat gefragt. „Gerade in diesen schwierigen Zeiten befanden sich viele Mütter in einer unsicheren beruflichen Situation. Viele fürchteten um ihre Anstellung“, erinnert sich Ekaterina. Aus dieser Erfahrung heraus gründete sie im Jahr 2020 StartUp MOM und den ersten MOM Accelerator Deutschlands.

Mütter sind die idealen Unternehmerinnen

Der MOM Accelerator ist ein 12-wöchiges Mentoring-Programm, das ambitionierten Frauen mit großen Visionen eine klare Anleitung für den Aufbau tragfähiger Geschäftsmodelle aufzeigt. „Wir haben den MOM Accelerator so konzipiert, dass die einzelnen Themen in digitalen Live-Webinaren vermittelt werden. Wir bieten wöchentliche Gruppensessions an und somit einen engen Kontakt zu den Mentorinnen. Kann eine Mutter gerade nicht online teilnehmen, weil sie zum Beispiel ihr krankes Kind Zuhause betreut, ist das nicht tragisch, da alle Webinare aufgenommen werden und jederzeit abrufbar sind“, erläutert Ekaterina.

Vor allem bietet der Accelerator Müttern, die gründen möchten, einen flexiblen organisatorischen Rahmen, der gängigen Acceleratoren normalerweise fehlt. Als Gründerin war Ekaterina im Jahr 2017 selbst Teilnehmerin eines Accelerator-Programms beim STARTPLATZ Düsseldorf. Die wertvollen Erfahrungen, die sie dort sammeln konnte, vermittelt sie heute an ihre Teilnehmerinnen.

Neben Geschäftsführerin Ekaterina, die als Online-Marketing- und Social-Media-Marketing-Expertin die Gründerinnen auf ihre erfolgreiche Vermarktung vorbereitet, unterstützen sie weitere sechs Mentorinnen, die alle mindestens 15 Jahre Berufserfahrung mitbringen. Diese geben wertvolles Know-how an die Teilnehmerinnen weiter, u.a. aus den Bereichen Marketing, Fördergelder und Finanzierung, Entwicklung des Corporate Design, rechtliche Fragestellungen, Unternehmenskommunikation und PR sowie Entwicklung von Videos und Podcasts. Auch rund um die Themen Zeit- und Projektmanagement sowie Berufshaftpflicht gibt es Fachleute im Netzwerk, die online in Einzel- oder Gruppengesprächen coachen. „Mütter sind oft multitaskingfähig, kreativ und haben eine große soziale Kompetenz. Sie sind die idealen Unternehmerinnen. Das beweisen auch die bisherigen Teilnehmerinnen in unserem Mentoring-Programm“, sagt Ekaterina.

Drei Gründerinnen, die den Accelerator erfolgreich absolviert haben, stellen wir im Folgenden vor.

Lösung im Insolvenzverfahren von HelloFreshGO

Das insolvente Berliner Food-Start-up HelloFreshGO, 2017 gegründete Tochter des Kochbox-Anbieters HelloFresh, scheint mithilfe zweier Investoren gerettet.

„Wir freuen uns, dass wir bereits heute am Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens der HelloFreshGO GmbH eine Investorenlösung gefunden haben. Durch die Investoren Convini Deutschland GmbH und foodji marketplace GmbH ist das laufende Geschäft nachhaltig gesichert, ein Großteil der Arbeitsplätze bleibt erhalten und die Kunden des Unternehmens können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter mit gesunden Lebensmitteln versorgen“, erklärt Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Salus von der Kanzlei VOIGT SALUS.Das Berliner Start-up HelloFreshGO ist eine Tochter des Kochbox-Anbieters HelloFresh.

Die junge Firma betrieb smarte Food-Terminals, an denen sich Mitarbeiter*innen in Büros mit verpackten Mahlzeiten sowie Getränken und Snacks versorgen konnten. HelloFreshGO übernahm dabei alle logistischen und digitalen Dienstleistungen wie Menüplanungen, Bezahlvorgänge, Produktentwicklung, Belieferung, und Wartung der Terminals. Die Lebensmittel stammten größtenteils von regionalen Partner*innen, um eine ressourcenschonende und effiziente Versorgung sicherzustellen. 2017 trat das Unternehmen mit seiner Idee an und startete damit in einen aussichtsreichen Markt, da Themen wie gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelversorgung im Büroalltag wichtige Trends sind. Es gelang HelloFreshGO innerhalb weniger Jahre, eine bundesweite Infrastruktur aufzubauen.

Corona-Pandemie führte zu Schieflage

Die Corona-Pandemie und Einschränkungen wie angeordnete Betriebsschließungen oder die spätere Home-Office-Pflicht waren empfindliche Einschnitte für das Geschäftsmodell, das auf eine Präsenz der jeweiligen Belegschaft im Unternehmen setzte. Zwar konnten die Umsätze durch verschiedene Sonderaktionen gehalten werden, das für das Wirtschaftsmodell des Start-ups erforderliche Wachstum blieb aber aus. Eine weitere Finanzierungsrunde scheiterte und eine Sanierungslösung durch Investoren oder Gesellschafter konnte außergerichtlich ad hoc nicht gefunden werden.

Deshalb sah sich Geschäftsführer Dr. Markus Schneider im März 2022 gezwungen, einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Das zuständige Amtsgericht Charlottenburg bestellte am 16.03.2022 Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus zum vorläufigen Insolvenzverwalter, der gemeinsam mit seinem Team um Rechtsanwältin Stephanie Hotopp die erforderlichen Schritte zur Stabilisierung des Geschäftsbetriebes einleitete.

Dabei bestand eine der Herausforderungen darin, das ungewöhnlich hohe Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben durch die Nutzung der insolvenzbedingten Sondereffekte aber besonders auch durch umfangreiche Einsparmaßnahmen zum Ausgleich zu bringen. So konnten der Geschäftsbetrieb über 2,5 Monate fortgeführt und die Kund*innen weiter beliefert werden. Daneben wurden verschiedene Sanierungsansätze angegangen, zu denen neben der Wiederaufnahme der vor Insolvenzantragstellung bereits geführten Verhandlungen mit einigen potenziellen Investor*innen auch die umgehende Einleitung eines M&A-Prozesses gehörte.

Investorenprozess bringt Durchbruch

Verantwortet wurde die strukturierte Investorensuche von Simon Leopold, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG: „Es hatten sich schnell zahlreiche Interessenten für das Unternehmen und sein modernes Geschäftsmodell gefunden. Wir haben viele konstruktive Gespräche geführt; am Ende hielten Convini und foodji die besten Lösungen für das Unternehmen und seine Belegschaft bereit.“ Die schwedische Firma Convini verfolgt ein ähnliches Geschäftsmodell wie HelloFreshGO und übernimmt im Rahmen eines Asset Deals die Berliner Zentrale des Food-Start-ups, den Großteil der Mitarbeiter*innen sowie die fast 200 Kund*innen im Norden und der Mitte Deutschlands (Berlin, Hamburg, Köln). Mit der Akquisition setzt das Unternehmen seine Europaexpansion fort.

Daneben übernimmt das Unternehmen foodji die südlichen Kund*innen von HelloFreshGO rund um München, Stuttgart und Frankfurt. Foodji ist Marktführer in der vollautomatisierten Speisenverpflegung in Restaurantqualität. Um die standortspezifische Auswahl der frischen Speisen möglichst nachhaltig und nachfragetreu anzubieten, setzt das Unternehmen auf selbstlernende Systeme, sprich auf KI.

„Dank der beiden Investoren können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Kunden und Partner von HelloFreshGO aufatmen. Unser Dank gilt allen, die die Sanierung des Unternehmens und die Vertragsverhandlungen unterstützt haben – und damit für eine Lösung innerhalb so kurzer Zeit sorgten“, sagt Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus. Die Vertragsgestaltung erfolgte maßgeblich durch das Team um Rechtsanwalt Dr. Rolf Leithaus von der Kanzlei CMS.

Gründer*in der Woche: Freshflow - Mit KI gegen Lebensmittelverschwendung

Das Berliner Start-up Freshflow hat eine Software entwickelt, um Lebensmittelverschwendung im (Einzel-)Handel deutlich zu reduzieren. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Avik Mukhija.

In Europa werden jedes Jahr Lebensmittel im Wert von mehr als 45 Milliarden Euro weggeworfen. Was sind die Hauptgründe für diesen Wahnsinn und sind es wirklich nur die Endverbraucher*innen, die hier umdenken müssen?

Nach unseren Recherchen ist der Wert von weggeworfenen Lebensmitteln in Europa sogar mind. viermal so hoch. Weltweit werden ca. 40 Prozent aller Lebensmittel weggeworfen. Genau wie du es sagst, ist es daher nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch ein wirtschaftliches.

Der/die Endverbraucher*in verursacht ca. die Hälfte davon, die andere Hälfte geschieht aber entlang der ganzen Lieferkette und endet beim Lebensmitteleinzelhandel. Eine große Ursache dafür ist falsche Ressourcenallokation, d.h. Überbestände an einer Stelle und Unterbestände an anderen. Bestellungen werden meist täglich manuell per Bauchgefühl gemacht und es wird wenig mit Daten gearbeitet.

Bei Frischwaren liegt das daran, dass es unglaublich schwierig ist, jeden Tag den optimalen Bestand zu führen. Nehmen wir an, es müssen Erdbeeren für morgen bestellt werden: Wie haben sich diese in der Vergangenheit verkauft? Wie ist das Wetter morgen? Gibt es lokale Events, Engpässe? Wie lange werden sie auf dem Regal frisch bleiben?

Bestellt man zu wenig, hat man leere Regale und unzufriedene Kund*innen. Bestellt man zu viel, entsteht Lebensmittelverschwendung und man zerstört die ohnehin dünnen Margen.

Wann und wie bist du dann vor diesem Hintergrund zusammen mit Carmine Paolino auf die Idee zu Freshflow gekommen?

Meine erste Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel entstand durch meine Masterarbeit an der ETH Zürich, wo ich erstmals das große Innovationspotenzial in dieser Industrie erkannte.

In der Berliner Kohorte des Talent Investors Entrepreneur First lernte ich später meinen Mitgründer Carmine kennen und wir konnten uns stark für das Thema Food Waste Bekämpfung begeistern.

Gekoppelt mit meiner vorherigen Erfahrung aus dem Lebensmitteleinzelhandel war das der Ursprungspunkt von Freshflow.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur fertigen Software?

Wir brauchten anfänglich viele Daten und tiefe Einblicke in die existierenden Frischwaren-Bestellprozesse. Ersteres, um unsere KI entwickeln zu können, zweiteres, um eine erfreuliche User Experience für das Ladenpersonal schaffen zu können, was uns wirklich wichtig war und auch immer sein wird. Wir haben uns unglaublich viel Mühe gegeben, dass für die Verwendung von Freshflow keine Umschulung des Ladenpersonals benötigt wird, und wir uns intuitiv in den existierenden Arbeitsablauf eingliedern.

Es war daher wichtig, anfänglich einen Kunden zu gewinnen, der uns diese Einblicke bieten konnte und uns damals ohne eine fertige Lösung vertraut hat. Den hatten wir gefunden und konnten so die erste Version von Freshflow kreieren. Seitdem gab es natürlich unzählige Updates, der Schritt von 0 auf 1 hätte aber ohne nicht stattfinden können.

Was ist das Besondere an Freshflow, wo kommt die Software wie zum Einsatz und wer sind eure Kund*innen?

Das Besondere an Freshflow ist, dass wir europaweit die erste Lösung sind, die von Grund auf für Frischwaren - und speziell Obst & Gemüse - gebaut wurde. Sogenannte “Automatische Dispositionssysteme” für Trockenwaren werden im Einzelhandel schon seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Diese scheitern aber, wenn es um Frischwaren geht: kurze variable Haltbarkeiten, falsche Bestände da per Gewicht und nicht per Stück verkauft wird, Saisonalität, etc. Dort ist es daher zum größten Teil weiterhin ein manueller, papierbasierter Bestellprozess. Wir haben Freshflow mit jeder dieser Herausforderungen im Kopf gebaut.

Zudem funktioniert Freshflow mit jedem herkömmlichen ERP System ohne langwierige IT-Integrationen - es ist Plug-And-Play und kann in wenigen Wochen ausgerollt werden.

In einer Seed-Runde habt ihr gerade 1,7 Millionen Euro eingesammelt. Glückwunsch zu diesem Erfolg! Was ist mit dem frischen Kapital geplant?

Das Kapital hat uns geholfen, unser Team stark vergrößern zu können, mit unglaublich motivierten Talenten aus ganz Europa und darüber hinaus. Wir werden damit große Fortschritte in der weiteren Produktentwicklung machen sowie mehr Projekte mit Lebensmitteleinzelhändlern (LEH) annehmen können.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Ziele mit Freshflow?

Wir sind - zusätzlich zu unseren existierenden Partnern - europaweit in fortgeschrittenen Gesprächen mit einigen weiteren LEH. Das Ziel ist es, erfolgreiche Partnerschaften mit mehreren von diesen einzugehen und ihre Lebensmittelverschwendungen dabei um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. Wir wollen uns als Go-To-Lösung für alles rund um Frischwaren im LEH etablieren.

Die Langzeit-Vision ist es, die Freshflow Lösung über den Lebensmitteleinzelhandel hinaus auch für den Rest der Lebensmittellieferkette anzubieten, da das Food-Waste-Problem entlang der ganzen Kette herrscht.

Und last but not least: Was wollt ihr anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung mit auf den unternehmerischen Weg geben?

Nie den engen Draht zum User verlieren, egal wie viel es sonst noch zu tun gibt.

Hier geht's zu Freshflow

Das Interview führte Hans Luthardt

App-Entwicklung: Kosten, Aufwand, Umsätze, Gewinne

Eine aktuelle Studie zum Thema App-Entwicklung zeigt: Eine App kostet durchschnittlich 30.000 Euro und rechnet sich nach 12 Monaten. Hier gibt's weitere Zahlen und Fakten für alle, die mit einer App an den Start gehen wollen.

Viele Start-ups träumen davon, mit ihren App-Ideen das große Geld zu machen. Doch wie realistisch ist das? „Groß ist reine Definitionssache - aber es stimmt, man kann mit Apps viel Geld verdienen“, sagt Paul Dyrek, Geschäftsführer und Inhaber des Wiener App-Entwicklers DeineSeite.

Rund 3.960 Stunden bis zur fertigen App

Laut einer aktuellen Studie setzten DeineSeite-Kund*innen, die vor zwei Jahren mit ihren Apps gestartet haben, im März 2022 im Schnitt 9.225 Euro um. Apps, die vor drei Jahren entwickelt wurden, liegen aktuell bei 17.950 euro Monatsumsatz.

Hinter dem Erfolg steckt aber Knochenarbeit, geht Dyrek ins Detail. Im Schnitt braucht es 3.960 Arbeitsstunden, bis eine neu entwickelte App für Smartphones im Play Store von Google oder im App Store von Apple zum Download bereitsteht.

Kosten zw. 7.000 und 30.000 Euro

Die Kosten für eine App-Entwicklung sind unterschiedlich hoch und hängen stark von der Idee ab, erklärt Dyrek: „Wir haben schon Apps für 7.000 Euro gemacht.“ Meist bewege sich der Preis aber bei rund 30.000 Euro.

Umsätze per In-App-Verkauf

Im Schnitt generiert man laut der aktuellen Studie nach 6 Monaten am Markt die ersten Umsätze und spätestens nach 12 Monaten die ersten Gewinne. Womit verdient man bei einer App sein Geld? „Viele glauben an Premium-Modelle, bei denen man für den App-Download bezahlt, oder an Banner-Werbung“, so Paul Dyrek. In Wahrheit wären das aber die zwei schlechtesten Formen: „Am besten verdient man mit Verkäufen innerhalb der App sowie an Kooperationspartnern und Sponsoren, die in der App kreativ mitbeworben werden.“

Investor*innen eher Bremsklötze

Von Investor*innen rät Dyrek ab. Diese würden angesichts der Mitsprache-Möglichkeiten sehr häufig Probleme verursachen. Die meisten Start-ups würden sich – wie in einschlägigen TV-Shows oft deutlich wird – zudem weit unter ihrem Wert verkaufen. Nur 5 Prozent der DeineSeite-Kunden hätten Investor*innen mit an Bord.

Die Wahl des App-Entwicklers mitentscheidend

Wer eine gute App-Idee hat, sollte auch bei der Wahl seines App-Entwicklers Acht geben. Wichtig sind etwa Fixpreis-Angebote für die Projektumsetzung. Beratung und Idee-Ausarbeitung sollten kostenlos sein. Achten sollte man zudem auf versteckte Kosten wie etwa Lizenzgebühren oder Wartungsverträge.

Wie erkenne ich einen seriöse App-Entwickler?

  • Beratungsgespräch: Hör dir die Ideen der Agentur an. Beobachte, ob dein(e) Gesprächspartner*in sich in Bezug auf dein Projekt bereits Gedanken gemacht hat. Prüfe den Wahrheitsgehalt der Aussagen. Wie groß ist der Umfang der Beratung? Ist die Erstberatung kostenlos?
  • Angebot: Je einfacher ein Angebot ist, desto weniger kann man in ihm verstecken. Finger weg von seitenlangen Angeboten mit kaum verständlichen Texten. Diese Angebote beinhalten meistens für dich unvorteilhafte Klauseln.
  • Projektplan: Bietet dir die Agentur Hilfe bei der Erstellung eines Projektplans?
  • Vergleich: Vergleiche nicht nur die Preise, sondern auch den Inhalt und Umfang. Die billigsten Angebote sind nicht immer die Besten, genauso wenig sind es die teuersten. Richte dich nach dem Umfang der Angebote.
  • Firma prüfen: Wie lang existiert die Firma bereits, welche Erfolge kann sie verbuchen? Prüfe zudem, welche Bewertungen du in den unterschiedlichsten Verzeichnissen von App-Agenturen findest.
  • Dauer der Entwicklung: Eine App zu entwickeln kann lange dauern, doch lasse dich nicht in die Irre leiten. Sollte dir die Entwicklungszeit zu lange vorkommen, so vergleiche diese mit anderen Angeboten, denn eine App zu entwickeln ist heutzutage keine Hexerei mehr.
  • Preisgestaltung: Nur ein Fixpreis-Angebot ergibt bei einer App Entwicklung Sinn; sobald die Agentur anfängt, über eine Vergütung pro Stunde zu sprechen, solltest du schleunigst den Raum verlassen.
    Quelle: deineseite.at

GameChanger des Monats: bluu - Zero-Waste-Waschen

Die bluu-AG-Gründer Marko Vidmar und Roman Stämpfli haben einen biologisch-abbaubaren Zero-Waste-Waschstreifen auf den Markt gebracht, der herkömmliche Waschmittel ersetzen kann. Mehr über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Marko.

Wir haben euch als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr mit eurer Waschmittel-Innovation eindrucksvoll zeigt, wie einfach und effizient wir Verbraucher*innen umweltbewusst agieren können. Wie seid ihr auf die Idee zu bluu gekommen?

Erfunden haben wir die Idee nicht! Roman hat die Waschstreifen im Insta Feed seiner Freundin entdeckt und mir die Idee bei einem Abendessen nach dem Lockdown 2020 vorgestellt. Die Streifen sind hier in Europa noch recht unbekannt. Das wollten wir ändern, da das Produkt so viele praktische und nachhaltige Vorteile mit sich bringt. Wir sahen natürlich auch großes Potenzial. Jeder Haushalt muss waschen, die Waschmittelindustrie hat in den letzten Jahren wenig Innovationen auf den Markt gebracht, und der Absatz erfolgt vor allem über den stationären Handel. Uns war also klar, dass wir eine starke D2C-Marke aufbauen wollen. Also gingen wir nach unserem damaligen Treffen auf Lieferantensuche und machten uns Gedanken zum Branding sowie Vermarktung.

Was treibt euch im Sinne eines Gamechangers an?

Unser Antrieb ist, den Menschen im Alltag das Wäschewaschen zu erleichtern und gleichzeitig einen nachhaltigen Impact auf die Umwelt zu haben. Wir wollen auch dem ganzen Verpackungswahsinn ein Ende bereiten und verzichten auf Plastik.

Was ist das Besondere an eurem Zero-Waste-Waschstreifen? Und inwieweit unterscheidet sich der bluu Waschstreifen von herkömmlichen Waschmitteln, sei es Pulver, Streifen oder Drops?

Unser Produkt verfolgt in allen Hinsichten den "Weniger-ist-mehr"-Gedanken. Im Speziellen hervorzuheben ist das geringe Gewicht und die kompakte Größe. Die nur 200g leichte Box enthält 60 Waschstreifen = 60 Waschgänge und ist etwa 20 Mal leichter als herkömmliche Flüssig- oder Pulverwaschmittel. Dadurch verursachen wir ca. 95 Prozent weniger CO2 Ausstoss beim Transport. Die leere Box kann bequem zu Hause recycelt werden. Zusatz- sowie Konservierungsstoffe sind im Produkt nicht enthalten und deshalb eignen sich die Streifen auch für alle Temperaturen und Textilien. Ein Streifen pro Waschgang genügt in der Regel und somit entfällt das lästige Dosieren.

6 der reichsten Frauen der Welt und ihre Erfolgsgeschichte

Unter den vielen Milliardären, die sich jedes Jahr auf der Forbes-Liste befinden, gibt es immer auch ein paar Frauen. Viele der reichen Frauen haben geerbt, andere haben sich ihr Vermögen aber selbst aufgebaut. Wir stellen einige der reichsten Frauen der Welt vor und haben uns angesehen, wie sie es zu so viel Geld gebracht haben.

Françoise Bettencourt Meyers

Das Nettovermögen von Françoise Bettencourt Meyers wird im Jahr 2022 auf rund 66,3 Milliarden US-Dollar geschätzt. Sie ist eine französische Milliardärserbin – und zwar nicht irgendeine. Ihre Familie ist im Besitz des Konzerns L’Oréal. Nach dem Tod ihrer Mutter Liliane erbte sie das Vermögen des Unternehmens. Nebenbei arbeitet Françoise Bettencourt Meyers außerdem als Autorin von Bibelkommentaren und Werken, die sich mit jüdisch-christlichen Beziehungen befassen.

Alice Walton

Auch bei dieser Frau handelt es sich um eine Milliarden-Erbin. Ihre Familie verknüpft man mit dem Walmart-Einzelhandelskonzern, der in Amerika jedem Menschen ein Begriff sein dürfte. Das private Vermögen von Alice Walton schätzt man auf rund 62 Milliarden Dollar. Der Jahresumsatz von Walmart liegt bei über 55 Milliarden Dollar.

Mit ihrem Vermögen macht die Frau, die gern große Brillen trägt, ohne Probleme Melinda Gates oder obig genannter Françoise Bettencourt Meyers Konkurrenz. Je nachdem, wie es an der Börse steht, schwankt ihr Vermögen durchaus um mehrere Milliarden Dollar. Stören dürfte das bei dem Nettovermögen aber nicht wirklich, denn ihre Finanzen hat Alice Walton offensichtlich bestens im Griff – und Geld ist definitiv genug da. Davon kann so mancher Start-up-Unternehmer nur träumen.

Dr. Miriam Adelson

Sie ist Ehefrau des 2021 verstorbenen Las Vegas Sands-Gründers Sheldon Adelson und die höchstplatzierte Global Playerin der Glücksspielindustrie auf der Forbes-Liste der Milliardäre 2022. In Zeiten der Online Casinos zu bestehen, ist dabei durchaus eine Leistung. Schließlich entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, auf Internet-Glücksspielseiten zu zocken. Wer den Titel als bestes Online Casino Schweiz trägt, verraten seriöse Vergleichsportale, die ebenfalls immer populärer werden. Nicht zu vergessen außerdem die Pandemie, in der die Menschen vermehrt Zeit zu Hause verbrachten und lokale Casinos sogar zeitweise geschlossen blieben.

Doch all das kann Miriam Adelson nichts anhaben: Ihr Vermögen wird im Jahr 2022 auf rund 27,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Damit trotzt sie auch der internationalen Konkurrenz, obwohl sich auch auf dem asiatischen Markt einiges bewegt.

Oprah Winfrey

Auf unserer Liste nicht fehlen darf Oprah Winfrey, die selbstgemachte Milliardärin. Obwohl ihre kultige Sendung im Jahr 2011 endete, hörte ihr Imperium nicht auf, weiter zu wachsen. Geschätzt wird ihr Nettovermögen auf mehr als 2,8 Milliarden Dollar. Anders als die anderen Frauen auf unserer Liste ist sie keine Erbin, sondern hat sich ihr Geld hart erarbeitet. Dabei wurden ihr viele Steine in den Weg gelegt, die sie im Laufe der Jahre immer wieder thematisierte. Sie wuchs in sozial schwachen Verhältnissen auf und erlebte als schwarze Frau viel Diskriminierung.

Ihre harte Arbeit, ihr Geschäftssinn und ihr Durchhaltevermögen haben ihr zu einem beispiellosen Erfolg verholfen. Sie ist zudem die erste schwarze Milliardärin, die es auf die Forbes-Liste schaffte.

Rihanna

Eine weitere Frau, die im Jahr 2021 offiziell von Forbes zur Milliardärin gekürt wurde, ist Ikone Rihanna. Sie gilt damit als die reichste Musikerin der Welt, und ihr Vermögen wird auf 1,7 Milliarden US-Dollar geschätzt. Den Großteil ihres Geldes machte sie aber nicht mit der Musik, sondern ihrem Einstieg ins Mode- und Schönheitsgeschäft.

Rihanna ist zu 50% an Fenty Beauty beteiligt. Hier schätzt man das Vermögen auf stolze 2,8 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich hält sie einen Anteil von der Dessous-Linie Savage x Fenty, und auch hier läuft das Business ziemlich gut: Rund 270 Millionen Dollar ist das Unternehmen wert.

Julia Flesher

Die letzte Frau auf unserer Liste ist die amerikanische Geschäftsfrau Julia Flesher. Ihr Nettovermögen wird auf rund 62 Milliarden Dollar geschätzt. Sie erbte ihr Vermögen als Witwe des milliardenschweren Tycoons David Koch.

Als David Koch starb, schätzte man ihr Erbe auf ein Vermögen von etwa 50 Milliarden Dollar. Das machte Julia Flesher direkt zu einem der reichsten Menschen der Welt. Momentan gilt sie als die drittreichste Frau der Welt und immerhin eine der 25 reichsten Menschen der Welt. Nachdem ihr Mann verstorben war, erbten sie und ihre Kinder im Jahr 2019 einen Anteil von 42% an Koch Industries. Dabei handelt es sich um das zweitgrößte Unternehmen in Privatbesitz in den Vereinigten Staaten. Dass sich auch das Immobilien-Portfolio der Familie sehenlassen kann, versteht sich wohl von selbst. Im Jahr 2018 kauften David und Julia unter anderem ein Townhouse in New York City mit einem Wert von mehr als 40 Millionen Dollar.

E-Carsharing Service ELOOP gibt Vollgas

Ein Jahr nach seiner letzten Finanzierung erweitert der Wiener E-Carsharing-Anbieter ELOOP die Seed-Runde nun um rund eine weitere Million Euro und holt Bitpanda-Gründer als Investor an Bord.

ELOOP ist ein E-Carsharing Service aus Wien. Mit leisen und emissionsfreien Fahrzeugen möchte das Start-up die Lebensqualität in der Stadt verbessern und den positiven Wandel in der urbanen Mobilität vorantreiben. Mit dem hauseigenen ELOOP ONE Token wird der Sharing-Ansatz noch weitergedacht und allen eine Beteiligung an den Fahrtumsätzen ermöglicht.

3 Mio. Umsatz im Jahr 2021 - Expansion nach München

Das 2019 gegründete Start-up hat – nach eigenen Angaben - im Jahr 2021 bereits einen Umsatz von rund drei Millionen Euro erzielt – das entspricht einer Verfünfzehnfachung im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Wachstumskurs soll nun fortgesetzt werden: Mit dem Investment will ELOOP die Expansion nach München vorantreiben und die Flotte in Wien weiter ausbauen. Um das geplante Wachstum umzusetzen, wird auch das Team vergrößert werden, das im vergangenen Jahr bereits um das Dreifache gewachsen ist. Das mittlerweile 30-köpfige Team darf sich künftig über ein neues Beteiligungsprogramm für Mitarbeiter*innen freuen. “Wir sind unglaublich stolz und dankbar, so viele Visionär*innen gefunden zu haben, welche an die Mission von ELOOP glauben und daran arbeiten, Städte lebenswerter zu gestalten”, so Leroy Hofer, CEO von ELOOP. Es soll noch dieses Jahr die Finanzierungsrunde Series A folgen.

Weltweit erstes Blockchain-basiertes Carsharing

Auch der hauseigene Blockchain-basierte Krypto-Token ELOOP ONE soll weiterentwickelt und international ausgerollt werden. ELOOP ONE ist der erste Security Token weltweit, der eine Umsatzbeteiligung an einer rein elektrischen Carsharing-Flotte ermöglicht. Damit denkt ELOOP den eigentlichen Sharing-Ansatz sogar noch weiter. Seit dem ersten Token Sale im August 2020 ist die tokenisierte Flotte mittlerweile von 4 auf 21 E-Fahrzeugen der Klasse Tesla Model 3 erweitert worden. Von den 1.785.000 ELOOP ONE Token sind nur mehr 10 Prozent verfügbar. Neben dem bestehenden Carsharing-Service und dem Token wurde das Angebot zuletzt um das Abo-Modell “ELOOP Flat” erweitert.

„Ich bin selbst begeisterter ELOOP-Nutzer sowie Token-Halter und sehe ein großes Potenzial für Carsharing”, so Christian Trummer, Gründer und CTO von Bitpanda. Auch der Präsident des European Super Angels Club, Berthold Baurek-Karlic, welcher über die Luxemburger Venionaire Ventures Sárl unter anderem den Syndikatsfonds des Clubs – „EXF Alpha S.C.S.“ – verantwortet, zeigt sich erfreut: „Wir können den Wachstums- und Innovationskurs eines so erfolgreichen österreichischen Startups mit unserem Kapital und Know-how weiter intensiv vorantreiben und seine Nachhaltigkeitsvision unterstützen. Mit ELOOP investieren wir nicht nur in innovative Mobilitätslösungen, sondern in die Mobilität der Zukunft.“

Gründer*in der Woche: Econoiz - Mode aus Holz

Muhammad Sher Khan, Tariel Leiss und Jesko Treiber wollen mit ihrer Mode und dem Konzept dahinter dazu beitragen, dass Kleidung wieder mehr wertgeschätzt wird. Wie sie das u.a. per Crowdfunding schaffen wollen, erklären die Econoiz-Gründer im Interview.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu Econoiz gekommen?

Tariel: Angefangen hat bei uns alles mit der Organisation der Fridays for Future Demonstrationen, die wir mit initiierten. Durch die Klimakrise haben wir hinterfragt, warum unsere Kleidung so umweltschädlich ist. Die Modeindustrie stößt mehr CO2 Emissionen aus als alle internationalen Flüge und Kreuzfahrten zusammen! Das wollen wir anders machen und haben deswegen Econoiz gestartet.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur ersten Kollektion?

Muhammad Sher Khan: Zunächst die ganzen Verarbeitungschritte. Uns war es wichtig, dass wir bei jedem Verarbeitungschritt auch wirklich nachhaltig sind. Deswegen haben wir uns als erstes mit Professor Kai Nebel von der Uni Reutlingen getroffen, der uns auf den Stoff TENCEL, Lyocell gebracht hat. TENCEL, Lyocell ist eine Faser, die aus Holz gewonnen wird und als besonders nachhaltig gilt. Der nächste Schritt war es dann, eine passende Produktion zu finden, die uns aus diesem Stoff T-Shirts produziert. Das hat eine Weile gedauert, da viele der Produktionen nicht verstanden haben, warum wir unbedingt TENCEL verwenden wollen. Zum Glück kamen wir dann in Kontakt mit der Produktion von Fynn Kliemann, mit der wir jetzt unsere erste Kollektion produzieren lassen wollen.

Was ist das Besondere an eurem Modelabel, wie unterscheidet ihr euch von konventionellen Fashion-Unternehmen?

Jesko: Es gibt mittlerweile viele „nachhaltige Modemarken“, die meisten setzen aber auf Bio-Baumwoll Shirts, standardisierte Designs und langweilige Schnitte. Wir setzen dagegen bei unseren Shirts auf 100% TENCEL, Lyocell. Haben unseren eigenen Schnitt entwickelt und arbeiten für die Designs mit Künstler*innen zusammen. Das hat seinen Preis und wir haben uns deswegen entschieden, alle Kosten und Verarbeitungsschritte transparent zu machen. Das macht bis jetzt noch kein Modeunternehmen, wahrscheinlich, weil sich keiner über die Schulter blicken lassen will.

Deutscher Gastro-Gründerpreis 2022

Am 30. April wurde auf der internationalen Leitmesse für Hotellerie, Gastronomie, Bäckereien und Konditoreien INTERNORGA der Deutsche Gastro-Gründerpreis verliehen. And the Winner is …

Die diesjährige Gastro-Start-up-Krone geht nach Trier. Das entschied das Publikum beim Finale des Deutschen Gastro-Gründerpreises per Live-Abstimmung auf der INTERNORGA. Der Gewinner darf sich über den Hauptgewinn von 10.000 Euro sowie viel Anerkennung aus der Branche freuen.

Nach zwei Jahren Wartezeit und einem digitalen Pitch konnten die fünf Finalist*innen des Deutschen Gastro-Gründerpreises sich und ihre Gastro-Ideen dem Fachpublikum auf der Leitmesse für den gesamten Außer-Haus-Markt endlich wieder persönlich präsentieren. Im spannenden, von 2-Sternekoch Tohru Nakamura moderierten Finale mussten sich die rund 1.000 Teilnehmer*innen der Abstimmung online und vor Ort neben dem Barbecue-Imbiss aus Trier, zwischen der vegan-vegetarischen Tagesbar „Beetschwester“ aus Münster, afrikanischer Fusion-Küche von „Lordi Kocht“ aus Hamburg, den Lebensmittelretter*innen aus der Münchner „Community Kitchen“ und hausgemachter Pasta von „Nudel & Holz“ aus Düren entscheiden. „Die Entscheidung war wieder einmal ausgesprochen schwer“, kommentiert INTERNORGA-Chefin Claudia Johannsen die Wahl. „Alle Gründer*innen und ihre Ideen begeistern und werden die Gastro-Szene sicher auch in Zukunft nachhaltig bereichern. Deswegen sind aus unserer Sicht auch alle fünf Gewinner!“

And the winner is: A. Max Laux, Gründer von Flieten Franz

„Ich freue mich riesig, dass ich unsere regionale Spezialität Flieten der ganzen Welt nahe bringen kann“, kommentierte Maximilian Laux den Gewinn des Hauptpreises. Denn Flieten sollte jede*r mal probiert haben. Schon, weil Worte nicht ausreichen, um zu erklären, warum sie so gut schmecken. Das finden nicht nur die meisten Trierer*innen, sondern auch der Gründer. Für alle, die nicht aus der Region kommen: „Flieten sind die besten frittierten Hähnchenflügel, die es gibt! Innen butterzart und außen knusprig, mit einer unverwechselbaren Gewürzmischung“, erklärt der vom Land Rheinland-Pfalz für sein kulinarisches Start-up „Flieten Franz“ zur Unternehmerpersönlichkeit des Jahres 2021 gekürte Gastronom. „Mit dem Preis im Rücken wird es Flieten sicherlich auch bald außerhalb von Trier geben“, verspricht Laux. „Aber erst einmal investieren wir in unseren neuen Standort in der ehemaligen Pferdeklinik, den wir zu einem Barbecue Hotspot ausbauen werden."

Das sind die übrigen vier Finalist*innen

Den Großen Kiepenkerl kennt in der westfälischen Metropole jede*r. Seit Juni 2020 sorgt hier auch seine kleine, grüne Schwester für Furore. Regina von Westphalen, die den Kiepenkerl gemeinsam mit ihren Eltern übernommen hat, überführt mit ihrem Start-up Beetschwester die Genussphilosophie des zünftigen Slow-Food-Gasthauses in das Format einer vegetarisch-nachhaltigen Tagesbar für alle Generationen.

In ihrer Community Kitchen rettet Gründerin Günes Seyfarth unverkäufliche Lebensmittel von Erzeuger*innen, Verarbeiter*innen und Großhändler*innen. Anschließend werden daraus in einer 2.000 qm großen ehemaligen Kantine Mahlzeiten für Gäste und Catering oder „Eingemachtes“ wie haltbare Suppen, Chutneys und Marmeladen für den Verzehr zu Hause. Was nicht verarbeitet werden kann, wird kostenlos weitergegeben.

„Es gibt viel zu wenig afrikanisch geprägte Küche in der deutschen Gastro-Kultur!“, finden Louis und Lucy Larbi und wollen mit ihrem Pop-up-Konzept Lordikocht genau das ändern. In Hamburg und Umgebung servieren die Geschwister Afro-Fusion-Küche vom Feinsten. Dabei kombinieren sie bekannte westliche Trend Dishes wie Burger, Bowls und Wraps mit westafrikanischem Soulfood, das buchstäblich die Seele bewegt.

In Düren heißt es seit dem Sommer 2020 immer häufiger: Wir treffen uns im Nu! „Nu“ steht dabei als Abkürzung für die Pastabar Nudel & Holz der beiden Gründer Bastian und Mats Geuenich. Hier gibt es den italienischen Klassiker handgemacht und in all seiner Vielfältigkeit: Mehr als 1.000 verschiedene Varianten und Kombinationen sind im Baukastenprinzip aus Pasta, Sauce und Toppings ganz nach individueller Vorliebe bestellbar.

Mehr Infos zum Deutschen Gastro-Gründerpreis findest du hier

Gründer*in der Woche: WEhicles – die Social-Media-App für alle mit Benzin im Blut

Die vehicles-ventures-Gründer Sebastian Grimm, Felix Dünkel und Patrick Grimm bieten für Fahrzeugliebhaber*innen eine neue Social-Media-Plattform. Was die dazugehörige App alles kann und die drei Gründer damit vorhaben, erfährst du hier.

Wann und wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine App speziell für Fahrzeugenthusiast*innen zu entwickeln?

Die Idee, eine digitale Plattform für alle Fahrzeugliebhaber*innen mit Benzin im Blut zu schaffen, hatten wir im Frühjahr 2021. Wir möchten damit unsere gemeinsame Leidenschaft teilen und haben die WEhicles App entwickelt. Für Liebhaber, wie wir es sind, ist es schwierig, sich über anstehende Events, Gleichgesinnte, spezielle Fahrzeuge usw. zu informieren bzw. auszutauschen. Daher haben wir uns das Ziel gesetzt, die Social-Media-App im Bereich Fahrzeuge zu entwickeln.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee bis zur fertigen App?

Wir haben uns zu Beginn mit dem gesamten Markt auseinandergesetzt und Gespräche mit Fahrzeugliebhaber*innen, Veranstaltenden usw. geführt, um bei der Entwicklung speziell auf deren Bedürfnisse einzugehen. Ein weiterer wichtiger Step für die Entwicklung einer App war natürlich die Suche nach den passenden Geschäftspartner*innen. Hierzu haben wir Kontakt zu Unternehmer*innen, Banken, Programmierer*innen und Jurist*innen aufgenommen. Da wir in diesem Bereich relativ fachfremd waren, mussten wir uns in kürzester Zeit in viele für uns neue Themen einarbeiten, dafür ist die Wahl der richtigen Geschäftspartner*innen entscheidend. Man muss schließlich nicht alles wissen, man muss nur wissen, wen man fragen kann.

Was ist das Besondere an eurer WEhicles-App und was bietet sie den User*innen?

Unser Ziel ist es, unseren User*innen eine App zu bieten, auf der jede(r) Fahrzeugliebhaber*in für sich einen Mehrwert gewinnen kann. In der WEhicles-App steht die gemeinsame Leidenschaft im Vordergrund und die Möglichkeit, diese mit Gleichgesinnten zu teilen. Es kann eine „vehiclecard“ erstellt werden, auf welcher alle Details zu seinem persönlichen Fuhrpark enthalten sind. Durch die intuitive Bedienung der App kann gezielt nach Marke und Modell gesucht, User*innen im Umkreis gefunden, Events erstellt bzw. gesucht und exportiert werden uvm.

Wie habt ihr die Produktentwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Das Startkapital für die GmbH kam aus dem Gründerteam selbst. Einen weiteren Teil haben wir über unsere Hausbank finanziert. Nun, mit dem erfolgreichen Launch der App, sind wir auf der Suche nach Investor*innen, um unser Wachstum zu fördern.

Wie macht ihr auf euch aufmerksam und wie läuft euer App-Business an?

Wir versuchen natürlich auf vielen verschiedenen Kanälen Fuß zu fassen. Wir hatten bereits mehrere Zeitungsartikel, in welchen wir unser Unternehmen vorstellen durften. Zudem haben wir von einigen Influencer*innen Unterstützung angeboten bekommen, welche uns supporten werden. Natürlich möchten wir auch mit unseren User*innen persönlich in Kontakt treten, indem wir Veranstaltungen besuchen und die Features unserer App aufzeigen.

Gründer*in der Woche: Conversion Maker AI - Produktbeschreibungen per Knopfdruck

In den letzten Jahren hat Seriengründer Michael Witzenleiter über 3000 Experimente bei über 150 Unternehmen durchgeführt. Festgestellt hat er dabei, dass sich die Conversion Rate durch verkaufspsychologisch optimierte (Produkt-)Texte im zweistelligen Bereich steigern lässt. Seine digitale Lösung: der Conversion Maker AI. Mehr dazu im Interview mit Michael.

Was zeichnet eine exzellente, sprich professionelle Produktbeschreibung aus?

Zunächst einmal sollte es ein Fließtext sein, der den Leser anspricht. Natürlich sollte die Beschreibung alle wichtigen Informationen zum Produkt enthalten und sprachlich korrekt sein. Sie muss aber neben formalen Kriterien auch ‚emotionale‘ Kriterien erfüllen. Das heißt sie sollte die Sprache der Zielgruppe sprechen. Die Beschreibung einer Schraube oder eines Scharniers unterscheidet sich nicht nur durch ihre Eigenschaften von der Beschreibung einer Blume oder einer Halskette, sie sollte einen anderen Ton angeben. Erstere klingen zum Beispiel eher nüchtern und gehen auf mögliche Projekte und Anwendungsszenarien ein, während das zweite Beispiel der Zielgruppe ein Bild in den Kopf zaubern sollte. Und letztendlich gibt es ein paar sprachliche Marker, die man berücksichtigen kann, um Texte grundsätzlich zu verbessern. Dazu gehört zum Beispiel das Vermeiden von negativen Wörtern.

Was sind die größten Fehler, die du in der Praxis bei Produktbeschreibungen siehst?

Oft gibt es gar keinen richtigen Text, sondern nur Stichpunkte. Oder aber es gibt einen Text, der wahrscheinlich besser eine Stichpunktsammlung wäre, da er einfach nur die Fakten auflistet und so den Leser nicht anspricht. Teilweise ist das so, weil Texte für die Suchmaschine und nicht für die Zielgruppe geschrieben wurden.

Neben diesen groben Basisproblemen fehlt es den Texten häufig an Kreativität und Struktur. So kann es sein, dass Texte für ein neues Produkt einfach kopiert werden und nur die Eigenschaften verändert werden. Bei einem anderen Produkt funktioniert der Textaufbau dann unter Umständen aber gar nicht mehr, auch wenn er für das ursprüngliche Angebot gut gepasst hat.

Was ist der Vorteil einer semantischen Textsoftware, die Produktbeschreibungen aus Daten generiert, im Vergleich zur Arbeit eines Texters bzw. einer Texterin?

Die Software ist viel schneller: Innerhalb von wenigen Sekunden steht ein Text zur Verfügung. Das mag bei ein oder zwei Beschreibungen noch nicht so auffallen, aber bei hunderten von Produkttexten macht das einen großen Unterschied.

Abgesehen davon ist, auch wenn viele sehr gewissenhaft arbeiten, kann das Schreiben dieser Kurztexte sehr monoton und langweilig sein. Hier ist es schwer konstant kreativ zu bleiben. Die Software hingegen wird nicht müde und liefert stets qualitativ hochwertige Texte.

Nun zu deiner Software: Was ist das Besondere am Conversion Maker AI und wie unterscheidet sich deine Lösung von anderen digitalen Lösungen?

Allen voran ist das unsere Spezialisierung auf Produkttexte und ihre Ausrichtung auf ‚Verkaufssprache‘ sowie die Suchmaschinenoptimierung. Es gibt aber noch eine weitere Besonderheit: Unsere Software ist komplett auf Deutsch. Das klingt zwar logisch, ist aber in der Realität selten. Denn viele Textgeneratoren schreiben die Texte zuerst auf Englisch und übersetzen diese dann ins Deutsche. Auch wenn die Übersetzungen immer besser werden, ist es am Ende oft einfach kein runder Text. Der Vorteil liegt damit auf der Hand: Texte direkt auf Deutsch zu formulieren, heißt, sie haben eine höhere Qualität und sind direkt auf die Zielgruppe zugeschnitten.

Ein Blick zurück: Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur fertigen Software?

Zu Beginn haben wir uns darauf fokussiert Fachwissen im Bereich Conversion-Optimierung zu sammeln und auszuwerten. Das heißt, wir wollten nicht nur Daten für unser Modell sammeln, sondern auch Wissen, das uns bei der Softwareentwicklung weiterhilft. Diese Herausforderung war für uns sehr spannend, aber zunächst auch ein Mammut-Akt, schließlich waren wir zu Beginn ein kleines Team.

Außerdem war es uns wichtig das Problem zu verstehen, das wir lösen wollen. Das geht besonders gut durch Kundennähe. Wir haben einen sehr engen Kontakt zu Testkunden durch die wir nicht nur einen Einblick bekommen, wie unsere Software für sie funktioniert, wir konnten auch lernen, wie diese Software für den alltäglichen Gebrauch optimiert werden kann.

Wie hast du die Produktentwicklung und damit auch dein Start-up bislang finanziert?

Da wir nicht nur eigene Software entwickeln, sondern auch bestehende Lösungen vertreiben, können wir unser Geschäft hauptsächlich über Einnahmen finanzieren.

Du hast den Conversion Maker AI vor wenigen Wochen gelauncht. Wie ist der Start verlaufen? Was sind deine ersten Learnings?

Wir sind sehr zufrieden mit dem Start. Wir sehen eine hohe Resonanz und was mich besonders freut: Erste Kunden, die unsere Software nutzen konnten bereits signifikant ihre Conversion Rate steigern.

Wer sind deine Kund*innen bzw. Zielgruppe?

Wir möchten alle erreichen, die Produkte beschreiben oder Produkte verkaufen. Das heißt, vom Einmannunternehmen auf Shopify über den großen Online-Retailer bis hin zur Textagentur sprechen wir alle an. Für unsere Software braucht man keine Vorkenntnisse, man muss nur wissen, was die wichtigsten Informationen zum Produkt sind.

Was sind deine weiteren unternehmerischen To Do's rund um den Conversion Maker AI?

Wir haben jetzt nach dem Release zunächst eine Shopify-Schnittstelle integriert und planen mittelfristig weitere Shop-Systeme zu unterstützen. Und natürlich wollen wir die Software auch weiterhin basierend auf Kundenfeedback verbessern und weiter ausbauen – dafür suchen wir derzeit weitere Programmierer, die sich auf Künstliche Intelligenz spezialisiert haben. Innerhalb von fünf Jahren hoffen wir, Conversion Maker AI als ein Standardtool im Online-Handel zu etablieren, auf das sich jedes Unternehmen für eine erfolgreiche Strategie zur Optimierung der Conversion-Rate verlässt.

Und last but not least: Was möchtest du als erfahrener Seriengründer anderen Gründer*innen mit auf den unternehmerischen Weg geben?

Sprecht offen mit eurem Team über eure Ideen, so könnt ihr sie gemeinsam Weiterentwickeln und Hindernisse überwinden. Dazu gehört auch eine gute vertrauensvolle Feedback-Kultur zu etablieren. Ein Team, das ehrlich und offen teilt ist auch in schwierigen Zeiten standhaft – und hilft letztlich einen positiven und enthusiastischen Teamgeist zu bewahren.

Hier geht's zum Conversion Maker AI

Das Interview führte Hans Luthardt

Bei diesen Start-ups hat Will Smith zugeschlagen

Von FinTech-Start-ups für Teenager über Vitamin-Zahnpasta bis hin zum Blockchain-Start-up, Will Smith verfügt als Business Angel mit eigenem VC über ein umfangreiches bzw. schlagkräftiges Investment-Portfolio.

Immer mehr Promis entdecken das Unternehmertum für sich. Von Snoop Dogg über Jay-Z, viele Promis aus den USA investieren ihr Kapital und ihren Star-Wert in Startups. Dazu gehört auch Will Smith, der kürzlich mit einer Ohrfeige an Komiker Chris Rock die 94. Oscar-Verleihung aufgemischt hat.

Neben seinem Hauptberuf als Schauspieler ist Smith seit 2011 auch als Start-up-Geldgeber aktiv. Als Business Angel und Investment-Partner über sein Venture-Capital-Unternehmen “Dreamers” hat der Künstler laut crunchbase in 23 Unternehmen persönlich und in sechs weitere über seine Dreamers VC investiert. Vier Companies aus seinem Portfolio haben bereits einen Exit geschafft. Attraktiv seien für ihn vor allem Start-ups, die sich in der Seed-Phase befinden.

Das sind die 5 Start-ups, in die Smith investiert hat:

1. Protégé

Im Rahmen seiner jüngsten Finanzierungsrunde konnte sich Protégé eine Investment-Summe von 8.5 Mio. Dollar von einschließlich Will Smith als Investor sichern. Das Star-tup aus Chicago überzeugte den Business Angel mit seiner Mission, den Zugang zu Chancen für jeden zu demokratisieren. Dabei diene die Plattform als eine Mischung aus Cameo und American Idol. Mit einem 60-Sekunden-Video können Eindrücke von talentierten Personen sowie Ideen an prominente Persönlichkeiten gesendet werden. Das besondere an der Idee sei, dass eine Videoantwort garantiert werde. “Du kannst DJ Khaled einen Hip-Hop-Beat für sein nächstes Album schicken, Bebe Rexha eine Gesangsmelodie, an der du gerade arbeitest, oder Jason Alexander deinen Monolog, an dem du schon lange feilst”, so Protégé.

2. Better & Better

Ein Start-up, das Zahnpasta herstellt, dürfte ein ungewöhnliches Investment für jeden Risikokapitalgeber sein. Doch das in New York ansässige Wellness-Start-up Better & Better hat für seine vegane Zahnpasta, die mit den Vitaminen B12 und D3 angereichert ist, vier Mio. Dollar erhalten. Unter den Investoren befindet sich auch Will Smiths Venture Capital Dreams. Das Körperpflege-Start-up verspricht mit seiner Energy-Zahnpasta einen schwungvollen Start in den Tag. 

3. Landis

Das 2018 gegründete Start-up Landis hat es geschafft, die Investorengruppe, zu der Sequoia Capital, Jay-Zs Roc Nation und Will Smiths Dreamers VC gehören, von sich zu überzeugen und holte eine Investment-Summe von 165 Mio. Dollar. Das in New York ansässige Jungunternehmen hilft Mieter:innen beim Erwerb eines Eigenheimes. Den Transformations-Prozess von Mieter:in zur Eigentümer:in hat das Start-up streng geregelt. Landis kauft im Namen seiner Kund:innen ihre Traumimmobilie und vermietet diese an sie. Die Kund:innen arbeiten mit einem Coach für zwölf bis 24 Monate an ihrer Bonität und verbessern ihre finanziellen Kompetenzen. Während dieser Zeit fließt ein Teil der Miete in die Anzahlung für ihr Traumhaus. Nach Ablauf der zwei Jahre können Kund:innen ihre Traumimmobilie mit der Unterstützung von Landis zu einem vorher festgelegten Preis erwerben.

4. Dapper Labs

Eine seiner wohl größten Beteiligungen hat der US-Schauspieler mit seinem Investment an das zukunftsorientierte Start-up Dapper Labs getätigt. Mit einer Investment-Summe von 305 Mio. Dollar schloss das Jungunternehmen im März 2021 seine Series-C Investment-Runde ab. Dapper Labs ist ein verbraucherorientiertes Flow-Blockchain-Produkt. Das Start-up nutzt spielerische Komponenten, um Blockchain-basierte Erlebnisse und digitale Collectibles an Menschen in der realen Welt – nicht nur an Branchen-Insider und Early Adopters – anbieten zu können.

5. Step

Mit der Idee einer digitalen Bank für Teenager konnte Step mehrere prominente Persönlichkeiten, darunter auch Will Smith und Justin Bieber, als Investoren für sich gewinnen. In seiner Series-C Finanzierungsrunde im April letzten Jahres konnte das Start-up eine Investment-Summe von 100 Mio. Dollar erreichen. Das 2018 in Kalifornien gegründete Jungunternehmen dient als Finanzdienstleistungs-Unternehmen, das mobiles Banking für Teenager entwickelt. Das Ziel des Start-ups ist es, Jugendlichen schon in jungen Jahren finanzielle Unabhängigkeit und Wissen beizubringen. Dank der speziell auf sie abgestimmten Bank lernen Teenager ganz autonom, wie sie mit ihrem Geld umgehen können.

Dieser Beitrag ist zuerst auf brutkasten.com erschienen