Gründer der Woche: Cooling Cubes - mehrfach cool!

Gründer der Woche 25/17


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„Schluss mit warmen Bier! Wir wollen eiskaltes Bier aus fünf Liter Bierfässern – bis zum letzten Tropfen und ohne aufwendige Konstruktionen am Fass.“ Dieses Credo ist auf cooling- cubes.com zu lesen. Wie das funktioniert, erklärt uns Cooling Cubes Co-Gründer Markus Engelbertz im Interview:

Wann und wie seid ihr – Volker Brock, Markus Engelbertz und Ingo Runkel – auf die Idee zu euren Cooling Cubes gekommen?

Wir sind drei Freunde, die viel Zeit miteinander verbringen und auch mal gerne ein Bier zusammen trinken. Bei einem gemeinsamen Strandurlaub vor zwei Jahren fantasierten wir von frisch gezapftem, eiskaltem Bier. Keiner hatte Lust zum Supermarkt zu laufen, um ständig neue, kalte Dosen zu kaufen. Und so haben wir an Ort und Stelle entschieden, dass wir ein Produkt für alle Biertrinker mit Stil entwickeln müssen.  
 
Was waren dann die wichtigsten Steps nach der Ideenfindung hin zum fertigen Produkt? Wie lange hat das gedauert und gab es Momente, in denen ihr nicht mehr sicher ward, ob die Cooling Cubes wirklich real werden kann?

Wir haben ja alle noch nie ein Produkt entwickelt und in den Markt gebracht. Von daher war fast alles neu für uns und auch immer eine große Herausforderung. Wir haben einige Monate getüftelt und gebastelt, bis wir unseren ersten Prototyp in der Hand hielten. Die ersten Tests übertrafen glücklicherweise auch gleich unsere Erwartungen: Das Bier blieb unglaublich lange kalt und schmeckte bis zum letzten Tropfen. Von dem Moment an waren wir fast schon euphorisch begeistert von unserer Idee und das sind wir bis heute noch.
 
Wie habt ihr die Entwicklung finanziell gestemmt?

Da wir alle drei im Berufsleben stehen, konnten wir die ersten Schritte aus Eigenmitteln stemmen. Danach folgte die Crowdfunding-Kampagne bei Startnext, die ein sehr wichtiger Baustein war, um uns bei den enormen Kosten zu unterstützen. Zum Schluss gingen wir klassische Finanzierungswege über die Bank, da wir uns keinen Investor ins Boot holen wollten.

Und nun zu dem Cooling Cubes. Was kann er alles und wie ist er konstruiert?

Der Cooling Cubes besteht aus zwei Teilen: In die untere Hälfte passen bis zu zwei Kühlakkus, Becher und andere Kleinigkeiten, darauf das kalte Bierfass. In das Oberteil wird ein Kühlakku so eingesetzt, dass die einströmende warme Luft vor dem Eintritt in das Fass eiskalt herunter gekühlt wird. Denn Fassbier wird beim Zapfen hauptsächlich durch die einströmende warme Luft erwärmt. Das geschützte Kühlsystem hält ein fünf Liter Partyfass länger als 24 Stunden kalt.

EPP, das Material der Cooling Cubes, ist robust, wärmeisolierend und aufgrund der vollständigen Recyclingfähigkeit sehr umweltfreundlich. Mit dem Tragegriff können die bunten Zapfanlagen überall entspannt mitgenommen werden. Außerdem kann man den Cooling Cubes als Sitzhocker nutzen, was beim Grillen, im Park oder am Strand echt ein wichtiges Feature ist.

Und was kostet mich der Spaß?

Ein Cooling Cubes kostet 49 Euro und wird mit drei Kühlakkus geliefert. Und für alle, die kein Bier mögen, gibt es auch ein Leerfass für 6,99 Euro im Sortiment für selbstgemixte Cocktails oder alkoholfreie Getränke wie Eistee oder Limonade. Der praktische Tragegurt kostet 14,99 Euro.

Gibt es vergleichbare Produkte?

Nein es gibt kein vergleichbares Produkt. Natürlich gibt es bereits Getränkekühler oder Kühlboxen für fünf Liter Partyfässer. Jedoch hält kein vergleichbares Produkt so lange kalt, wie die Cooling Cubes. Und niemand ist bisher auf die Idee gekommen den Kühlakku so zu verbauen, das die einströmende Luft ins Fass eiskalt ist. Kein Produkt im Markt sieht so stylisch aus, lässt sich farblich kombinieren, als Sitzhocker nutzen, hat einen eingebauten Zapfbock und lässt sich locker transportieren. Wir haben nicht die Kühlbox für fünf Liter Partyfässer erfunden, aber wir haben sie so verbessert, das Männerherzen höherschlagen.

Wie macht ihr auf euch und die Cooling Cubes aufmerksam?

Wir nutzen viele Instrumente des Online Marketings. Dabei haben wir schon sehr früh im Projekt mit SEO angefangen. Dazu kam Social Media Marketing, was uns gerade beim Crowdfunding sehr geholfen hat. Wir produzieren ab und an auch provokante Videos, die wir über die Sozialen Netzwerke verbreiten. Aktuell ergänzen wir gerade Affiliate und Influencer Marketing. Wir haben ja auch den Promotional Gift Award 2017 für unser Produkt gewonnen und dazu ein schönes Medienpaket erhalten.

Tatsächlich findet unsere Geschichte und unser Produkt aber viele Liebhaber, die auf uns zukommen und über uns berichten wollen. Das freut uns natürlich sehr und bringt uns Reichweite und Kontakt zu spannenden Menschen. Die Münchner PR-Agentur Startup Communication unterstützt uns dabei, denn schreiben ist nicht unsere Stärke. Pfingsten 2017 sind wir auf dem White Sands Festival auf Norderney mit einem eigenen Stand vertreten und wollen das Thema Festivals und Events zukünftig stärker angehen.

Wo finde ich die stylische Kühlbox? Online oder auch im Handel?

Alle Produkte gibt es in unserem Online-Shop unter shop.cooling-cubes.com oder auch beispielsweise auf Amazon. Den Handel schließen wir nicht grundsätzlich aus, legen aber momentan noch keinen Schwerpunkt drauf. Wer also Lust auf Cooling Cubes hat und ein interessantes Vertriebsnetz hat, kann sich gerne bei uns melden.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

Ein eigenes Produkt ist eine Lebenserfahrung, die einem niemand mehr nehmen kann. Ich bin ja beruflich jeden Tag im Bereich Marketing und Design unterwegs, aber nichts ist so lehrreich, wie die Entwicklung, Umsetzung und der Vertrieb dessen, was wir gerade mit Cooling Cubes erleben.

Daher unser Tipp: Naiv loslegen, wenn man von seiner Idee überzeugt ist und alles was an Barrieren im Weg liegt zur Seite räumen. Wir haben uns auch ganz bewusst für einen agilen Weg entschieden. Sobald der Cooling Cubes sein Gebrauchsmusterschutz hatte, haben wir kommuniziert und die Menschen in Entscheidungen mit eingebunden. Das hat uns in jeder Phase wertvolles Feedback gebracht. Auch was das Design des Cooling Cubes betraf.

Oder ganz kurz: Probieren geht vor studieren. Früh kommunizieren und die Zielgruppe involvieren. Immer wieder aufstehen, wenn man umgehauen wurde. Es ist noch ein langer Weg, den wir gerne und mit Spaß gehen wollen.

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Das Interview führte Hans Luthardt

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Gründer*in der Woche: CounselMe – effizienteres Anwalt-Matching

Die junge Rechtsplattform CounselMe von Gründer Onur Durna ist angetreten, die klassische, zeitaufwendige und beratungsintensive Suche nach geeigneten Anwälten überflüssig zu machen. Mehr dazu im Interview mit Onur.

Wann und wie bist du auf die Idee zu CounselMe gekommen?
Einen guten Anwalt zu bekommen ist leider immer noch häufig Zufall. Noch zu oft setzt man bei der Anwaltssuche im B2B-Bereich auf Empfehlungen und vertraute Netzwerke. Doch ein guter Rat bedeutet nicht zwangsläufig, die bzw. den für mein Rechtsproblem bestmögliche Anwältin oder bestmöglichen Anwalt zu bekommen. Daher suchte ich bereits 2017 während meiner Tätigkeit in diversen Kanzleien nach einem transparenten und nach Qualitätsrichtlinien ausgerichteten Vergabeprozess. Im Zeitalter der Digitalisierung sollte es doch möglich sein, hochqualifizierte Anwältinnen und Anwälte auf einer Plattform zu bündeln und mit einem transparenten Ausschreibungsprozess mit Unternehmen zusammenzubringen. Das war für mich die Motivation, CounselMe ins Leben zu rufen.


Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go Live der Rechtsplattform?
Die wichtigsten Schritte waren die technische Realisierung der Online-Plattform sowie die Ausgestaltung eines PR- und Marketingkonzepts. Es gab keine Blaupause für die Gestaltung des Designs und der Funktionen von CounselMe. Alles musste von Grund auf entwickelt werden. Dies trifft auch auf die Kommunikation zu.


Was ist das Besondere an CounselMe, wie unterscheidet sich das CounselMe-Konzept von anderen (digitalen) Rechtsplattformen?
Bei CounselMe schöpft das rechtssuchende Unternehmen aus einem Pool handverlesener Anwältinnen und Anwälte und bekommt durch deren Angebote gleichzeitig auch einen Preisvergleich. CounselMe bietet zwei Herangehensweisen. Einmal sogenannte Proposals für Routineaufträge. Hier gibt es in der Regel keinen persönlichen Kontakt mit der Anwältin oder dem Anwalt. Der gesamte Prozess (Anfrage, Angebot und Auftrag) läuft online ab. Das beutet mehr Geschwindigkeit und weniger Kosten für beide Parteien.

Der zweite Weg wären sogenannte Pitches. Hier geht es um komplexe Sachlagen, bei denen ein intensiver Austausch mit dem Rechtsbeistand nötig ist. Im ersten Schritt unterbreiten die ausgewählten Anwältinnen und Anwälte ein Angebot. Hier lässt sich erkennen, ob das Angebot und der Lösungsansatz für das Start-up tauglich sind. Am Ende des Auswahlverfahrens bleiben 2 bis 3 Anwältinnen bzw. Anwälte übrig, die dann persönlich Rede und Antwort stehen. Der Anwalt bzw. die Anwältin, die fachlich und persönlich überzeugt, erhält den Auftrag.

Welche Rechtsgebiete werden aktuell mit CounselMe abgedeckt und welche Branchen werden adressiert?
Gerade junge Start-up-Unternehmen brauchen vor, während und nach ihrer Existenzgründung gute Rechtsberatung. Dabei wollen Start-up-Unternehmen nicht auf Qualität verzichten, aber gleichzeitig einen transparenten Preisvergleich.  Diese kann CounselMe auf den für sie relevanten Rechtsgebieten bieten. Dabei geht es vor allem um: Marken und Patentschutz, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Steuerecht und Konfliktlösung und Prozesse.

Dann richtet sich CounselMe an mittelständische Unternehmen und große Handwerksbetriebe. Ähnlich wie bei den Startups sehe ich hier einen großen Bedarf an guter Rechtsberatung für deren Geschäfte. Auch denke ich an die Inhouse-Juristen von großen Unternehmen, die durch eine Qualitätsplattform wie CounselMe eine höhere Transparenz für ihre Arbeit in den Unternehmens-Rechtsabteilungen bekommen.

Wie machst du auf dich und deine Services aufmerksam?
Bayern gehört laut Deutschem Startup Monitor 2020 zu den Bundesländern, in denen die meisten Start-ups ihren Hauptsitz haben. Von den Top 50 Start-ups 2021 kamen allein drei aus München − in ganz Bayern waren es acht. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie nennt Automobilwirtschaft und Maschinenbau als stärkste Wirtschaftszweige. Zum Start fokussiert sich die Rechtsplattform CounselMe auf die Metropolregionen München und Nürnberg, da sich hier viele Start-ups tummeln. Später soll CounselMe auch in Frankfurt (Main), Köln/Düsseldorf, Hamburg und Berlin aktiv werden. Die wesentlichen PR- und Marketingaktivitäten sind Pressearbeit und vor allem die direkte Ansprache in den sozialen Medien.

Und wie findest und bindest du die passenden Anwält*innen?
Unsere Rechtsberaterinnen und -berater haben überdurchschnittliche Noten im zweiten Staatsexamen. Diese sind in Deutschland Voraussetzung für die Einstellung in den Justizdienst und werden in der Regel nur von 10 bis 15 Prozent der Absolvent*innen erreicht. Dazu kommen eine Fachanwalts-Ausbildung und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung. Die Anwältinnen und Anwälte werden über eigene Netzwerke, persönliche Ansprache sowie durch Anzeigen in rechtsrelevanten Medien angesprochen.

Wer bezahlt für die Nutzung von CounselMe?
Den Rechtssuchenden entstehen keine Kosten. CounselMe ist ja eine Akquisitionsplattform für die beteiligten Anwältinnen und Anwälte und wird mittels einer monatlichen Gebühr zu einhundert Prozent von ihnen finanziert.

Wie hast du die Entwicklung der Plattform und damit auch dich selbst bislang finanziert?
Ich bin freiberuflicher Rechtsanwalt und habe CounselMe bislang durch Eigen- und Fremdkapital selbst finanziert.

Was sind deine weiteren unternehmerischen To Do's und Ziele?
Gerade in der Startphase ist es wichtig auf das Feedback der rechtssuchenden Kund*innen und Anwält*innen zur Plattform zu reagieren und Verbesserungen zu realisieren. Zum Beispiel wünschen sich Unternehmen eine einheitliche Abrechnung (eBilling) der anwaltlichen Dienstleistungen. Weitere Ziele sind, die Anzahl der Unternehmen und Anwält*innen zu erhöhen, um noch mehr Rechtsgebiete abzudecken. Am Ende soll CounselMe die erste Wahl von Unternehmen sein, die schnelle und hochwertige Rechtsberatung abrufen wollen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?
Als Neugründer*in muss man viele Entscheidungen treffen. Doch welche Informationen sind dafür wichtig und welche unwichtig? Ohne Hilfe geht es nicht. Neben typischen Marktfehleinschätzungen sind es häufig juristische Sachverhalte, die zum Scheitern oder zumindest zu einem holprigen Start eines Start-ups führen.

Aus eigener Erfahrung kann ich Gründer*innen raten, nicht um jeden Preis zu wachsen. Ich hatte mit einer Softwareagentur in einem längeren Prozess die Entwicklung von CounselMe geplant. Letztlich kam der Softwareentwicklungsvertrag nicht zustande, weil die Agentur einseitig die Vertragsbedingungen zulasten von CounselMe diktieren wollte. Es war keine einfache Entscheidung, weil der Entwicklungsprozess zeitlich erheblich verzögert wurde. Die nachfolgende Ungewissheit galt es auszuhalten.

Hier geht's zu CounselMe

Das Interview führte Hans Luthardt

GameChanger des Monats: green spin - tagesaktuelle Ernteprognosen

Der Krieg in der Ukraine und der damit verbundene Ausfall der Pflanzenöl- und Getreidelieferungen machen die Abhängigkeiten von global funktionierenden Lieferketten einmal mehr deutlich. Das Würzburger Start-up green spin hat eine bereits mehrfach ausgezeichnete KI-basierte Anwendung entwickelt, mit der tagesaktuelle Ernteprognosen für Anbaugebiete weltweit möglich sind. Mehr über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Gründer und CEO Gunther Schorcht.

Wir haben die green spin GmbH als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr das Ziel verfolgt, Zusammenhänge und Grundlagen globaler Lieferketten abzubilden, um dadurch mehr Transparenz und Planungssicherheit im Landwirtschaftssektor zu ermöglichen. Wie bist du auf die Idee zu green spin gekommen?

Das war im Grunde genommen schon 2012. Wir haben damals an der Uni in Würzburg gearbeitet, am Lehrstuhl für Fernerkundung, und haben unter anderem Satellitendaten zum Thema Landwirtschaft ausgewertet. Das Großartige an diesen Daten ist ja, dass sie global zur Verfügung stehen und immer wieder mit gleicher Qualität Informationen bereitstellen. Da kam die Idee auf, aus dem kleinen Uni-Projekt eine globale Plattform zu bauen und die gewonnenen Einblicke zum Beispiel Getreidehändlern anzubieten.

Dazu kam die steigende Volatilität an den Getreidemärkten – gerade auch 2012 –, das bedeutet, dass der Preis für eine Tonne Weizen sich viel mehr als früher bewegt und Getreidehändler sich vermehrt um Informationen zum aktuellen Stand der Wachstumsbedingungen bemühten.

So entstanden die ersten Prototypen. Das Projekt musste dann aber den Bedürfnissen einer jungen Firma weichen: wir haben uns die nächsten Jahre durch konkrete Aufträge im Bereich Precision Farming (auf Deutsch Präzisionslandwirtschaft) einen Namen erarbeitet, bevor wir ab 2019 wieder an CROPTIFY, unserer globalen Informationsplattform, arbeiten konnten.

Was treibt dich und deine Mitstreiter*innen im Sinne eines GameChangers an?
Die Arbeit an Bildern, die im Weltraum aufgenommen werden und die Erdoberfläche jeden Tag abbilden, ist unglaublich spannend. Man kann im Prinzip jeden Tag woanders unterwegs sein und lernt sehr viel über Ursachen und Zusammenhänge im globalen Handel von Landwirtschaftsgütern. Diesen Enthusiasmus und die Möglichkeiten, die sich aus der Auswertung der Bilder ergeben, wollen wir mit unseren Plattformen den Menschen vermitteln. Gleichzeitig wollen wir auch deutlich machen, was es für die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln bei uns bedeutet, wenn z.B. in den Great Plains der USA eine langanhaltende Trockenperiode herrscht.


Was ist das Besondere an green spin? Inwieweit unterscheidet sich euer Portal bzw. die Software-Lösung CROPTIFY von anderen auf dem Markt befindlichen Lösungen?
Wir setzen bei unserem Produkt auf größtmögliche Transparenz. Wir erstellen z.B. mehrmals pro Woche automatisierte und damit objektive Vorhersagen für die kommende Ernte und stellen diese immer im Vergleich zu weiteren verfügbaren Schätzungen dar. Gleichzeitig kann sich jede*r ein Bild davon machen, warum aktuelle Schätzungen hoch oder runter gehen, indem sich die zugrundeliegenden Daten selbst angeschaut werden können. Diese Daten werden täglich aktualisiert, dadurch kann jede*r aktuelle Nachrichten zu potenziellen Risikofaktoren in allen Teilen der Welt verifizieren und sich ein genaues Bild zu den möglichen Auswirkungen machen. Diese Kombination von objektiven Daten und Schätzungen macht unser Produkt besonders. Dazu liefern wir die Daten in einer Form, die jede*r verstehen und lesen kann: als Karten, Tabellen oder Diagramme.

Gründer*in der Woche: saint sass - Statements in Strumpfhosen

Vivien Wysocki und Larissa Schmid sind die Gründerinnen der Berliner saint sass GmbH. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Statement Strumpfhosen zu entwickeln, die Unabhängigkeit und selbstironischen Mut von Frauen zum Ausdruck bringen. Mehr dazu im Interview mit Vivien und Larissa.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu saint sass gekommen?
Vivien: Es sind mehrere Dinge zusammengekommen, aber angefangen hat es mit einem Interview mit Cher, in dem sie den legendären Satz: „Mom, I am a rich man“ sagte - als Antwort auf ihre Mutter, die ihr geraten hat, sich einen reichen Mann zu angeln. Ich dachte mir: Wow, was ein cooles Statement! Genau dafür stehe ich auch. Gleichzeitig dachte ich schon viel über Strumpfhosen nach, weil die Branche so eingestaubt ist, dass die Idee kam: Warum nicht ein veraltetes Produkt aufwerten und gleichzeitig ein Statement setzen?

 

Larissa: Wir tragen beide außerdem super gerne Kleider und Röcke, weshalb wir besonders Lust darauf haben eigene Strumpfhosen zu entwickeln.

Gründer*in der Woche: heynannyly – Turbo-Babysitting

Flexible und zufriedene Mitarbeitende dank flexibler Kinderbetreuung bzw. schnell und einfach einen vertrauensvollen Babysitter finden und spontane Engpässe noch am selben Tag abdecken, das bieten die heynannyly-Gründerinnen Anna Schneider und Julia Kahle Unternehmen und Eltern. Mehr dazu im Interview mit Anna und Julia.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu heynannyly gekommen?
Anna:
Seit über 12 Jahren habe ich nebenbei und in verschiedenen Ländern als Baysitterin gearbeitet und immer wieder das gleiche erlebt. Eltern hatten überall das Problem, einfach und flexibel gute Kinderbetreuung zu bekommen, und auch für mich als Babysitterin war der Aufwand immens. Bei einem meiner Aufträge dachte ich, das muss ich ändern. Und dann habe ich Julia gefunden – eine workingMom, die mit ihren beiden Kids seit über zehn Jahren weiß, was Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet. Das hat sofort gematcht und wir wussten beide, dass wir genau hier etwas verändern wollen.

Julia: Absolut. Als ich Anna getroffen habe und sie mir von der Idee erzählt hat, wusste ich - das ist es. Betreuung an Randzeiten, wenn die Kids krank werden oder einfach die Krippen Schließzeiten nicht mit den Arbeitszeiten übereinstimmt. Da gibt es unzählige Beispiele. Durch meinen vorherigen Job als Head of HR Marketing im Konzern wusste ich auch, dass in den Unternehmen einfach kein Hebel und Benefit für arbeitende Eltern und mehr Flexibilität vorhanden ist. Und genau das braucht aus unserer Sicht new work.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Start im Mai dieses Jahres?
Anna:
Da gab es einige. Unsere GmbH-Gründung im März 2022 und den ersten Investor allygatr aus Berlin an Bord zu nehmen. Aber definitiv auch unseren MVP zu launchen. Wir haben schon von Anfang an immer möglichst viel Feedback eingeholt – aber das Feedback live zu bekommen ist am wertvollsten. Wir ändern quasi täglich kleine Features und unsere Product Roadmap.

Was ist das Besondere, das Innovative an heynannyly und wie unterscheidet ihr euch damit von anderen Kinderbetreuungsmöglichkeiten?
Julia:
Zum einen war uns ganz besonders wichtig, einfach und flexibel an sehr vertrauensvolle Betreuer*innen zu kommen. TRUST ist bei dem Thema unsere absolute Priorität. Als Mutter weiß ich, dass hier die Basis für eine gute Betreuung überhaupt erst geschaffen wird. Und mit unseren Recruiting Backgrounds war schnell klar, dass wir ein Screening machen ähnlich der Einstellung in Unternehmen (ID-Check, Background-Check, Video-Check) und alles transparent in den Profilen der Nannys einsehbar machen.

Anna: Dazu gehört auch das Thema Erste Hilfe, das wir als Schulung für unsere Nannys zur Verfügung stellen und die Haftpflichtversicherung, die bei allen unseren Buchungen inklusive ist. Und ja klar – die Verfügbarkeit innerhalb weniger Stunden gehört sicher auch zu unseren USPs.

Wie findet und bindet ihr geeignete Babysitter?
Anna:
Auch das ein echter Mehrwert mit Recruiting-Know-how – da haben wir scheinbar die richtigen Kanäle getroffen. In unserer Start-City München hatten wir recht schnell die ersten 1.000 Babysitter an Bord. Ganz genau verraten wollen wir die Quelle natürlich nicht – wir haben alles ausprobiert von SEA bis hin zu Guerilla Aktionen in der Stadt und Postwurfsendungen. Die Bindung erfolgt zum einen über einen fairen Stundenlohn, die Haftpflichtversicherung, den kostenlosen Account und eine Incentivierung für häufige Buchungen.

Wer sind eure Kund*innen?
Julia:
Alle Eltern, die Kinderbetreuungsbedarfe haben – sei es, weil sie keinen Kitaplatz bekommen haben, abends mal ausgehen oder sich für den Job Freiraum schaffen müssen. Und natürlich alle familienfreundlichen Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden Entlastung und Flexibilität geben. Nicht nur in kaufmännischen Jobs, sondern unbedingt auch in Bereichen mit Schichtarbeit und natürlich überall da wo es nicht mehr so einfach ist gute Mitarbeitende zu gewinnen. Also als klarer Benefit.

Wie habt ihr die Startphase und damit auch euch selbst bislang finanziert?
Anna:
Die ersten Monate haben wir gebootstrapt und dann einen HR TECH VC mit an Bord genommen. Cash für die Programmierung, aber auch das Netzwerk und operativer Support waren hierbei unsere wichtigsten Aspekte.

Wie macht ihr auf euch und heynannyly aufmerksam?
Julia:
Zum einen natürlich mit digitalem Marketing und über die verschiedenen Mütter-/Väter-Netzwerke, in denen wir aktiv sind. Unser wichtigster Kanal bisher ist aber LinkedIn. Dort erzählen wir auch schon seit Beginn unseres Vorhabens über uns und den Aufbau von heynannyly.

Was sind eure weiteren unternehmerischen To Do's und Vorhaben?
Julia:
Gerade sind wir in unsere nächste Finanzierungsrunde gestartet – wir suchen je nach Run Rate 700k+ für unser Product Market Fit und den Scale. Wir wollen einen CPO mit an Bord nehmen und auch Know-how für Marketing & Sales integrieren. Das Produkt muss weiterentwickelt werden und Marketingbudget ist wichtig.

Anna: Nach dem Product Market Fit in München stehen die nächsten großen Städte an – wir wollen auch in die DACH-Region und in die Key Cities in Europa. Dabei sind wir relativ flexibel – wo wir die meisten Contracts einsammeln im Bereich B2B sind wir als erstes.

Und last but not least: Was wollt ihr anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung mit auf den Weg geben?
Anna:
Für uns war es die richtige Entscheidung zu zweit zu gründen – gemeinsam die Erfolge zu feiern und bei Fails und schwierigen Entscheidungen einen strategischen Partner zu haben ist eigentlich das Beste.

Julia: Und was wir selber oft gehört haben, hat auch bei uns gestimmt – geht so schnell wie möglich mit dem MVP auf den echten Markt. Es gibt keine wertvolleren Feedbacks.

Hier geht's zu heynannyly

In diesem Video erfahrt ihr mehr über die Gründerinnen und ihr Kids-Biz

Das Interview führte Hans Luthardt

Wie Wien als internationaler Startup Hub von der ViennaUP langfristig profitiert

Die ViennaUP'22 ging dieses Jahr mit 10.000 Besucher*innen aus 67 Nationen über die Bühne. Im Doppelinterview sprechen Gabriele Tatzberger und Dudu Gencel von der Wirtschaftsagentur Wien, die das Startup-Festival kuratierte, über die starke internationale Ausrichtung der ViennaUP'22 und wie Wien als Startup-Hub langfristig davon profitiert.

Die ViennaUP punktete dieses Jahr nicht nur durch die starke internationale Ausrichtung, sondern auch durch die zahlreichen on-site Vernetzungsmöglichkeiten. Erstmalig konnten sich bei der mittlerweile zweiten Ausgabe des Startup-Festivals dank der gelockerten Corona-Maßnahmen die Besucher*innen auch physisch treffen. Ein Angebot, das auch von den zahlreichen internationalen Gästen genutzt wurde. Internationale Startups reisten unter anderem aus den USA, Kanada, Asien und einigen afrikanischen Ländern nach Wien. Ein besonders hoher Anteil kam aus dem CEE-Raum.

Im Doppelinterview sprechen wir mit Gabriele Tatzberger und Dudu Gencel von der Wirtschaftsagentur Wien über die langfristigen Effekte, die das Startup-Festival für den Wirtschaftsstandort Wien hat. Zudem gehen sie auf Maßnahmen ein, die neben der ViennaUP noch getroffen werden, um Wien als internationalen Startup-Hub zu positionieren.

Die ViennaUP’22 positionierte sich als internationales Startup-Festival und zählte Besucher*innen aus insgesamt 67 Nationen. Welches Feedback habt ihr vom internationalen Publikum erhalten?

Gabriele Tatzberger: Es war eine große Freude, die ViennaUP’22 „in real life“ zu veranstalten und so viele Unternehmer*innen, Gründer:innen, Investor*innen und Akteur*innen des Ökosystems in Wien begrüßen zu dürfen. Es gibt tatsächlich keinen Ersatz für das persönliche Networking. Dazu macht es immer Spaß die Vielfalt von Wien zu zeigen, vom Karlsplatz bis zu den Kaffeehäusern, vom Museumsquartier bis zur Anker Brotfabrik.

Dudu Gencel: Stimmt. Und die Resonanz ist überwältigend positiv. Laut unserer Befragung der Teilnehmenden würden knapp über 90 Prozent wieder teilnehmen und es weiterempfehlen. Für ein Festival im zweiten Jahr finden wir das ziemlich phänomenal.

Welche langfristigen Effekte erhofft sich die Wirtschaftsagentur Wien durch die starke internationale Ausrichtung der ViennaUP für den Wirtschaftsstandort Wien?

Dudu Gencel: Wien ist ein geschäftliches und kulturelles Bindeglied zwischen Ost- und Westeuropa, ein großartiger Ort zum Leben, Studieren und Arbeiten und obendrein einfach ein wunderschöner Meltingpot. Wenn unsere Teilnehmenden mit einem positiven Gefühl für die Stadt nach Hause gehen, sich über eine Gründung oder Ansiedlung in Wien Gedanken machen oder einfach die Vernetzungsmöglichkeiten schätzen gelernt haben, war dies ein großartiger Erfolg.

Gabriele Tatzberger: Wien ist in der ganzen Welt für ihre Musik, Kunst und Kultur sowie für ihre lange Geschichte und Tradition bekannt. Aber das heutige Wien ist auch ein attraktiver und hochinnovativer Wirtschaftsstandort, wie der Bereich der Life Sciences, additiven Fertigung oder Kreativwirtschaft zeigt. Außerdem wird Wien zunehmend als ein dynamisches, unterstützendes Ökosystem für Unternehmer*innen, insbesondere für Startups, anerkannt.

Welche weiteren Maßnahmen plant die Wirtschaftsagentur Wien neben der ViennaUP, um Wien als internationalen Startup-Hub zu positionieren?

Gabriele Tatzberger: Seit Jahren arbeiten wir in der Wirtschaftsagentur Wien genau dafür, dass Expats und internationale Unternehmen die Vorteile von Wien als Wirtschaftsstandort erfahren können – ob über Programme wie das Vienna Startup Package, durch internationale Förderwettbewerbe oder durch ein persönliches Kennenlernen. Da sind wir weltweit ganz schön umtriebig, auch in internationalen Startup City Netzwerken. Aber unser Ansatz geht weit darüber hinaus, denn wir helfen Firmen, ob groß oder klein, während und nach der Ansiedlung, damit Wien möglichst schnell nicht nur zum neuen Arbeitsstandort, sondern auch zum neuen Zuhause wird.

Erstmalig war bei der ViennaUP’22 auch ein physischer Austausch möglich. Unter anderem gab es die Home Base am Karlsplatz und Vernetzungszonen in vier Wiener Kaffeehäusern. Wie wurden diese Vernetzungsangebote von den Teilnehmer*innen genutzt?

Dudu Gencel: Man sagt, der größte Teil des Geschäfts ist Networking, und als Startup-Festival wollten wir natürlich sicherstellen, dass unsere Besucher*innen viel Zeit haben, um relevante Leute zu treffen. Ein großer Teil dieser Aktivitäten fand z.B. durch Matchmaking-Sessions und spezielle Networking-Events wie den Connect Day statt. Aber es ist auch wichtig, Raum für einen spontanen Austausch zu schaffen. Das war für unsere ViennaUP-Gäste an der Homebase am Karlsplatz möglich, wie auch in vier Wiener Kaffeehäusern. Denn die Wiener Kaffeehäuser als für uns älteste Co-Working-Spaces der Welt wollten wir in dieser Rolle unbedingt auch unseren ViennaUP-Gästen erlebbar machen.

Ein Schwerpunkt der ViennaUP’22 lag auf “Female Entrepreneurship”. Zudem hat Wien laut dem Startup Heatmap Report von DEEP Ecosystems im Vergleich zu anderen großen Startup-Städten in Europa einen hohen Gründerinnen-Anteil. Was sind die Gründe dafür und wie kann dies künftig noch weiter gestärkt werden?

Gabriele Tatzberger: Ein Grund ist, dass wir in der Wirtschaftsagentur Wien immer wieder die extra Meile gehen, um die Teilnahme von Frauen und von Frauen geführten Unternehmen zu forcieren. Vor fünfzehn Jahren war das noch keine Selbstverständlichkeit in Österreich, aber wir haben es hier geschafft, gemeinsam mit anderen wichtigen Akteurinnen und Akteuren.

Dudu Gencel: Wir unterstützen Gründerinnen und weibliche Führungskräfte ausdrücklich durch Coachings, Trainings und unseren „Frauen Bonus“ bei vielen Förderprogrammen. Hier gibt es einen zusätzlichen Zuschuss für Projekte und Unternehmen, die von Frauen geleitet werden.

Eine der größten Krisen unserer Zeit ist die Klimakrise. Wie hat die ViennaUP’22 dieses Thema adressiert?

Gabriele Tatzberger: Die Klimakrise ist nicht mehr gesondert zu betrachten, sondern muss als zentrales Thema, das alle strategischen und wirtschaftlichen Entscheidungen beeinflusst, gesehen werden. Unternehmen mit professionellem Risikomanagement haben längst eine Klimastrategie für sich definiert, um ihre Emissionen zu senken, neue Ansprüche der Konsument*innen zu erfüllen und ihre Geschäftsmodelle klimafit zu machen.

Dudu Gencel: Das Thema Klima und Umweltschutz war tatsächlich in fast jeder Veranstaltung zu spüren – und nicht nur, weil die Nachhaltigkeit ein Startup-Bereich ist, der gerade bei Investor*innen in die Höhe schießt. Auch traditionelle Banken, Produktionsbetriebe, Gastronomie, Crypto und Blockchain Unternehmen, die Kreativwirtschaft und natürlich smarte City Planer, einfach alle integrieren den Klimaansatz in ihrer Arbeit. Das sah man u.a. bei den Impact Days und beim Smart City Summit.

Welche Rolle spielen ClimateTech-Startups mittlerweile für den Wirtschaftsstandort Wien und gibt es von Seiten der Wirtschaftsagentur spezifische Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen, die Lösungen gegen die Klimakrise entwickeln?

Gabriele Tatzberger: Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal einen internationalen Förderwettbewerb, „Zero Emission Cities“, ausgerufen, der gezielt auf Unternehmen im Climate-Bereich ausgerichtet ist. Hier wurde einen Topf von drei Million Euro zur Verfügung gestellt, um innovative urbane Lösungen für die Klimakrise anzustoßen. Da kann tatsächlich jedes Unternehmen auf der ganzen Welt mitmachen mit einer Bedingung: Diese Lösungen müssen dann in Wien auch ausgerollt werden.

Laufen bereits die Vorbereitungen für eine ViennaUP’23?

Dudu Gencel: Ohne zu viel zu verraten zu wollen, können wir wohl sagen, dass unsere Programmpartner*innen sowie all unsere Gäste sich schon auf ein ViennaUP’23 freuen können. Wir haben viel von unserer ersten physischen ViennaUP gelernt und freuen uns diese Learnings für die nächste Ausgabe umsetzen zu können, damit ViennaUP‘23 noch lässiger, diverser und bunter wird. Wir freuen uns jedenfalls schon darauf!

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf brutkasten.com

100 Mio. Euro Fonds für FoodTech- und GreenTech-Start-ups

Der Green Generation Fund (GGF), ein neuer europäischer Early Stage Impact Investor, gibt den Launch seines ersten Fonds in Höhe von 100 Mio. Euro bekannt.

Der Green Generation Fund (GGF), ein neuer europäischer Early Stage Impact Investor (Pre-Seed, Seed und Series A), gibt nach einem überzeichneten ersten Closing im Herbst 2021 den Launch seines ersten Fonds in Höhe von 100 Mio. Euro bekannt – weniger als ein Jahr nach Start des Fundraisings. Das Berliner Team hat bereits die ersten acht Investments getätigt und plant sich mit seinem Kapital an 20 bis 25 europäischen und US-amerikanischen Start-ups in den Bereichen Food Tech und Green Tech zu beteiligen.

Gegründet wurde der Green Generation Fund von zwei Partnerinnen – Dr. Manon Sarah Littek und Janna Ensthaler – beide mit komplementärem Profil und seit mehr als zehn Jahren als Investorinnen und Unternehmerinnen tätig.

Dr. Manon Sarah Littek ist neben ihrer Rolle als Mitgründerin des GGF als unabhängige Board Direktorin bei Upfield tätig. Zuvor war sie über zehn Jahre in einer General Partner Rolle im Corporate Venture Capital Umfeld bei Katjesgreenfood, Europas erstem Food Impact Investor mit einem diversen EU/US Marken-Portfolio, und DLD Ventures, dem internationalen Investment-Arm von Burda Digital, tätig.

„Ich bin überzeugt, dass wir die deutsche und europäische Wirtschaft vor allem dadurch zukunftstauglich machen können, indem wir heute die Ökosysteme der Zukunft identifizieren und dann im Wettbewerb zu anderen Regionen der Welt schnellstmöglich aufbauen und für uns besetzen. Unsere Investment-Kategorien Food Tech und Green Tech sind zwei der bedeutendsten Zukunftsindustrien der nächsten Jahrzehnte“, so Littek.

Im Jahr 2012 reiste Janna Ensthaler mit Al Gore und seinen Wissenschaftler*innen in die Antarktis, um sich intensiver mit den Auswirkungen des Klimawandels zu beschäftigen. Zu dem Zeitpunkt war die Serien-Gründerin noch also CEO für ihre Firmen (GlossyBox, Event Inc. und Kaiserwetter) im Einsatz, fasste dann aber inspiriert durch die Reise den Entschluss, sich im Bereich Nachhaltigkeit zu engagieren. Ensthaler begann ihre Karriere bei Bain & Company in London.

Fokus auf Food- und GreenTech

Inhaltlich konzentriert sich die Investmenthypothese auf zwei Säulen: Innerhalb von FoodTech setzt der Berliner Impact Investor auf Unternehmen mit Technologien zur Herstellung der nächsten Generation fortschrittlicher Proteinquellen, Präzisionsfermentierung und Zellkultivierung sowie Clean Ingredients und Human Microbiome.

Investments in GreenTech konzentrieren sich vor allem auf nachhaltige Lösungen (Hardware und Software) für Materialien und Verpackungen, Technologien zur Dekarbonisierung sowie erneuerbare Energien und nachhaltige Lieferketten.

Bisher hat sich der Green Generation Fund an acht Unternehmen beteiligt, darunter Neggst (erstes pflanzliches Ei mit getrenntem Eigelb, Eiweiß und Eischale), Biomilq (zellkultivierte Brustmilch), Libre (Fleischersatz basierend auf Mycelium / Pilzen), Lypid (pflanzliche Alternative zu Fettgewebe), Change Foods (Käse auf Basis von Präzisionsfermentierung), The Rainforest Company (Acai-Superfood zum Schutz des Regenwaldes) aus dem Bereich FoodTech sowie Klim (Carbon Offsetting App für nachhaltige Landwirtschaft) und One Five (R&D Plattform für Plastikalternativen) aus der Kategorie GreenTech.

All diese Start-ups haben gemeinsam, dass ihre Technologien und Geschäftsmodelle messbare Fortschritte sowie einen signifikanten, positiven Einfluss auf die Umwelt haben, insbesondere im Bereich CO2-Vermeidung, Kreislaufwirtschaft, Ressourcen- und Klimaschutz, Tierwohl, Biodiversität sowie Gesundheitsförderung. Als künftiger Artikel 9 „Impact Fund“ der neuen EU Sustainable Finance Disclosure Regulation ist die Vergütung der Fundmanager ebenfalls an die Erreichung solcher Nachhaltigkeitsziele geknüpft.

Rund 30 Investor*innen sind beteiligt

Beteiligt haben sich neben Ankerinvestoren Florian Wendelstadt (Ex-MD General Atlantic Europa, Caldec) und Kaltroco (UK Family Office) eine Reihe weiterer namhafter, internationaler Investor*innen darunter Susan Danziger mit Albert Wenger (Eutopia), Canica (Schweiz/Norwegen) und Corecam Capital Partners (Singapur), Liesner & Co. (Hamburg) und Max Iann. Fund of Funds wie Equation oder Aldea und institutionelle Investoren wie KfW Capital haben sich ebenfalls signifikant engagiert.

Auch Industrieexperten wie z. B. Ex Aldi CEO Dr. Marc Heußinger, Peter Dill (Deutsche See), Babor (Aachen) und Dr. Anne-Marie Großmann (Georgsmarienhütte Unternehmensgruppe) sind in den GGF investiert. Dazu kommen Gründerinnen und Multiplikatorinnen wie Delia Lachance (Westwing), Lea-Sophie Cramer (Amorelie) und Verena Pausder. Insgesamt haben knapp 30 Investor*innen eine deutlich überdurchschnittliche Zusage von über 3 Mio. Euro gegeben.

Gründer*in der Woche: Bildungsurlauber.de – Weiterbildung mit Sinn und Spaß

Per Gesetz haben 27 Millionen Beschäftigte in Deutschland Anspruch auf 5 bis 10 Tage bezahlten Extra-Urlaub pro Jahr für anerkannte Weiterbildungen – sogenannten Bildungsurlaub. Dennoch nutzen nur rund zwei Prozent diese Option. Wie Anian Schmitt und Lara Körber, die Gründer*innen von Bildungsurlauber.de, das ändern möchten, liest du im Interview mit Lara.

Nur ca. zwei Prozent derer, die ein Recht auf Bildungsurlaub haben, nutzen das Angebot aktuell. Woran liegt das?

Am Anfang dachten wir, dass wir einfach möglichst viele Arbeitnehmende über ihr Recht auf Bildungsurlaub aufklären müssen. Fertig. Doch mittlerweile haben wir erkannt, dass nicht nur die Uninformiertheit über das Bildungsurlaubsgesetz ein Problem ist, sondern auch die Angst vor der Reaktion der Chefin oder des Chefs vielen im eigenen Bildungsweg steht. Deshalb gehen wir im nächsten Schritt nun auch auf Arbeitgeber*innen zu, um sie für den Mehrwert von Bildungsurlaub zu sensibilisieren: Es handelt sich um Förderung, nicht um Fehlzeit. Letztlich profitieren Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen von Bildungsurlaub – auf das “warum” kommen wir bestimmt noch mal später.

Was genau bedeutet Bildungsurlaub, wer trägt welche Kosten und muss diese Auszeit vom Job passgenau auf den Beruf hin ausgerichtet sein?
Hinter Bildungsurlaub verbirgt sich der gesetzliche Anspruch von Arbeitnehmenden auf 5 bis 10 Tage Extra-Urlaub pro Jahr für als Bildungsurlaub anerkannte Weiterbildungen. Das können fachliche Weiterbildungen sein – doch auch Seminare, welche die Persönlichkeitsentwicklung oder die Gesundheit von Beschäftigten fördern, sind Teil des Konzepts „beruflicher Erfolg“. Das finde ich total fortschrittlich! Dabei können die Beschäftigten frei wählen, welcher Bildungsurlaub für sie der Richtige ist. Besucht werden können neben Marketing-Fortbildungen auch Yoga-Seminare auf dem Land oder ein Sprachkurs direkt am Meer – zum Beispiel in Barcelona oder der Karibik. Die Kosten für das Seminar trägt dabei der oder die Beschäftigte, und das Unternehmen stellt seine Beschäftigten für den Bildungsurlaubszeitraum bezahlt frei.


Warum ist Bildungsurlaub nicht in Bayern und Sachsen verbrieft?
Gute Frage, das wissen wir auch nicht. Aber wir wissen, dass wir das ändern wollen! Dafür planen wir gerade eine Petition. Aber auch ohne gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub lohnt es sich dennoch immer danach zu fragen – immer mehr Unternehmen verstehen den Mehrwert von Bildungsurlaub und ermöglichen ihn auf freiwilliger Basis. Wir haben dazu 14 DAX-Konzerne befragt: Dabei ermöglichte die Hälfte auch ihren Angestellten in Sachsen und Bayern Bildungsurlaub wahrzunehmen. Übrigens sind wir mit unserer Forderung nach Bildungsurlaub in Bayern nicht allein – die GRÜNEN Bayern sprechen sich ebenfalls in ihrem Positionspapier für einen gesetzlichen Anspruch aus.


Nun zu euch: Wann und wie bist du vor diesem Hintergrund zusammen mit deinem Mitgründer Anian auf die Idee zu Bildungsurlauber.de gekommen?
Wir standen bereits zehn Jahre im Arbeitsleben – und hatten von Bildungsurlaub und unserem Recht darauf noch nichts gehört. Dann hat Anians Vater aufgrund seiner Rückenprobleme einen Tai-Chi-Bildungsurlaub gemacht – das war ein Aha-Erlebnis. Und nicht nur für uns, sondern für viele unserer Freund*innen. Die Idee für das Portal hatte dann Anian – und mir war sofort klar, dass ich dafür meinen Job kündige. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits aufgrund eigener Erfahrungen schon länger darüber nachgedacht, wie sich ein gesünderes und langfristig effektiveres Arbeitsleben gestalten ließe – für mich ist Bildungsurlaub ein Puzzleteil davon.


Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go Live eures Portals?
Sehr viel Recherche, sehr viel Programmieren. Und dann: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation – untereinander, mit Anbietern, mit Beschäftigten und mit Unternehmen. Bildungsurlaub ist ein sehr individuelles Thema – mit vielen individuellen Bedürfnissen aber auch vielen individuellen Bedenken. Um gute Aufklärungsarbeit zu leisten und Bildungsurlaub aus dem Dornröschenschlaf wachzuküssen, sind wir bis heute viel im Austausch. Wir wollen, dass sich alle abgeholt fühlen.


Was ist das Besondere an Bildungsurlauber.de? Ihr bezeichnet euch ja selbst gern als das Booking.com für Bildungsurlaub.
Wie bei Booking.com das richtige Hotel, findet man bei uns ganz einfach das richtige Bildungsurlaubsseminar – du kannst dafür zum Beispiel nach Preis, Zeitraum, Ort oder Themenkategorien filtern und bekommst dann die passenden Kurse angezeigt. Neben Infos zur Gesetzeslage in deinem Bundesland, gibt es auch Hilfe bei der Beantragung: Wer sich für ein Seminar interessiert, kann einfach die Antragsunterlagen für den oder die Arbeitgeber*in herunterladen, unterschreiben, fertig.

Studie „Gründungsklima in Deutschland“ 2022

Die Studie zeigt: Jeweils mehr als jedes dritte Start-up beschäftigt Familie oder ehemalige Kolleg*innen; verfügbaren Arbeitskräften fehlen generell fachliche Qualifikationen.

Der Fachkräftemangel belastet Unternehmen verschiedener Branchen schwer. Doch Start-ups scheinen dabei weniger betroffen zu sein: 62 Prozent derjenigen, die in den vergangenen fünf Jahren eine Firma in Deutschland gegründet haben, hatten keine Probleme, Mitarbeitende zu finden. Für 46 Prozent war der Aufwand angemessen. Nur 38 Prozent bewerten den zeitlichen und administrativen Aufwand für die Suche und Auswahl als hoch. Das liegt vor allem daran, dass die Jungunternehmer*innen selten auf klassisches Recruiting zurückgreifen. Sie stellen vor allem bekannte Gesichter ein – wie etwa Familienangehörige und Fachkräfte von früheren Arbeitgebenden. Das geht aus der Studie „Gründungsklima in Deutschland“ im Auftrag von Baulig Consulting hervor, für die 300 Gründer*innen befragt wurden, die in den vergangenen fünf Jahren ein Unternehmen gegründet haben.

Ab einem gewissen Umsatzniveau sind Einzelkämpfer relativ selten

85 Prozent der befragten Gründer*innen haben Mitarbeitende im Unternehmen. Rund drei Viertel der jungen Firmen beschäftigen festangestellte Teil- oder Vollzeitkräfte. Freiberuflich Tätige sind bei 30 Prozent der Start-ups im Einsatz. Besonders verbreitet ist dabei die Beschäftigung von Familie und Bekannten: 37 Prozent beschäftigen Familienangehörige und 35 Prozent haben ehemalige Kolleg*innen angesprochen und eingestellt. Mit 12%, 11% und 8%, machen Arbeitskräfte aus dem Ausland, Studierende oder Zeitarbeitende nur einen geringen Anteil aus.

„Ein gutes Netzwerk, beispielsweise im Heimatort, ist das A und O bei einer Gründung. Wer neue Mitarbeitende bereits kennt, kann deren Referenzen und den Fit mit der Firmenkultur besser beurteilen, was zu weniger Fluktuation führt“, sagt Markus Baulig, Co-Gründer und Geschäftsführer von Baulig Consulting. „Da sich nicht jeder Stellensuchende auf ein unbekanntes Start-up einlassen möchte, werden oft Einstellungen von Familie und Bekannten bevorzugt, wichtiger ist aber unserer Erfahrung nach das oftmals bestehende Vertrauensverhältnis.

Digitalkompetenz gefragt

Gerade, wenn es um Digitalkompetenzen geht, greifen Gründer*innen auf bekanntes Know-how zurück: 41 Prozent der Firmen mit digitalem Geschäftszweck haben ehemalige Kolleg*innen angestellt. Digitale Unternehmen setzen auch überdurchschnittlich oft auf Freiberufliche: 43 Prozent haben diese beauftragt, im Schnitt aller Firmen nur 30 Prozent. Start-ups im digitalen Bereich sind auch häufiger als der Durchschnitt als Einzelkämpfer*nnen unterwegs: 21 Prozent von ihnen haben keine Beschäftigten.

„Firmen mit digitalem Schwerpunkt müssen oft weniger Investitionen tätigen – das betrifft auch die Beschäftigten. Im Gegensatz zum stationären Geschäft lässt es sich meist mit wenig Manpower betreiben und die Beteiligten können flexibel von überall und zu jeder Zeit arbeiten“, sagt Geschäftsführer Markus Baulig, „Wenn allerdings Fachkräfte benötigt werden, sind gerade IT- und Digitalisierungsexpertinnen und -experten schwer zu finden oder mit dem Budget eines Start-ups zu bezahlen.“

Das bestätigt auch die Studie: Wenn es Schwierigkeiten gab, geeignetes Personal zu finden, lag es für ein Drittel an der fachlichen Qualifikation. Sechs Prozent haben konkret Digitalkenntnisse vermisst. Falsche Gehaltsvorstellungen und fehlende Einsatzbereitschaft waren bei etwa jedem/jeder sechsten Gründer*in ein Problem. Bei 21 Prozent der Firmen mit digitalem Geschäftsmodell scheiterte die Personalsuche an unterschiedlichen Gehaltsvorstellungen. In der Großstadt ist die Konkurrenz stärker: Überdurchschnittlich oft scheitert die Mitarbeitendensuche an fehlenden fachlichen Qualifikationen, Lohnvorstellungen, Auftreten und aus Sicht der Bewerber*innen unattraktiven Arbeitsbedingungen eines Start-ups.

Tipp: Auf persönliches Umfeld setzen

Grundsätzlich ist das Fachkräfteproblem bei Gründer*innen, die auf Bekannte und Familie zurückgreifen, weniger drängend. Tatsächlich raten auch nur neun Prozent der erfolgreichen Gründer*innen anderen, sich zuerst um geeignete und motivierte Mitarbeitende zu kümmern – viel häufiger werden die richtige Einschätzung des Arbeitsaufwands, Wettbewerbsanalyse und eine sichere Finanzierung als Ratschläge genannt. Am ehesten hat noch das produzierende Gewerbe Personal-Probleme. Hier raten 16 Prozent dazu, sich frühzeitig mit der Personalsuche zu befassen. Nur sieben Prozent der Anbieter von digitalen Dienstleistungen geben hingegen diesen Hinweis.

„Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Mitarbeitende aus dem regionalen und persönlichen Umfeld oft die beste Wahl sind. Empfehlungen aus den Reihen der Beschäftigten nehmen wir sehr gerne an. In unserem Heimatort Koblenz ermöglichen wir es Mitarbeitenden, am Firmenstandort nah bei der Familie zu sein“, erklärt Markus Baulig. „Schließlich sind auch wir Geschäftsführer Brüder, die lange gut zusammenarbeiten.“

Über die Studie

Für die Studie „Gründungsklima in Deutschland“ wurden bundesweit 300 Personen befragt, die in den vergangenen fünf Jahren ein gewerbesteuerpflichtiges Unternehmen gegründet haben. Das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) hat die Umfrage im Januar und Februar 2022 telefonisch durchgeführt.

Parlamentskreis “Gründung und Start-up” nimmt Arbeit auf

Am heutigen Freitag kam der Parlamentskreis “Gründung und Start-up” im Deutschen Bundestag zur konstituierenden Sitzung zusammen. Das informelle Gremium will den Austausch zwischen Gründer*innen und Politik fördern.

Politisch wurden in den letzten Jahren bereits einige Weichen gestellt, um das Gründen zu erleichtern. Dennoch hinkt Deutschland, trotz vermeintlich guter Rahmenbedingungen, in entscheidenden Feldern hinterher. Um Lösungen auf aktuelle Herausforderungen von Gründer*innen zu finden, Probleme zu verstehen, mehr junge Menschen für das Unternehmertum zu begeistern und angehende Gründer*innen auf ihrem Weg gezielter zu unterstützen, wurde heute der Parlamentskreis Gründung und Start-up konstituiert.

Die Konstitution erfreute sich eines breiten Interesses von Abgeordneten. Teilgenommen haben neun Mitglieder des Deutschen Bundestages, viele Weitere haben Interesse an einer zukünftigen Mitarbeit bekundet.

Hauptinitiator des Parlamentskreises ist Mario Brandenburg, MdB (Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag) zusammen mit Ye-One Rhie, MdB (SPD-Bundestagsfraktion), Thomas Heilmann, MdB (CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag) und Melis Sekmen, MdB (Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen).

Wichtig war den Initiator*innen, dass ein fraktionsübergreifender Kreis ins Leben rufen. Eingeladen zur Mitarbeit sind aber Abgeordnete aller Fraktionen des Hauses. Zum Vorsitzenden des Parlamentskreises wurde Max Mordhorst (Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag) ernannt. Im Sinne der zugrundeliegenden Überparteilichkeit des Parlamentskreises, wechselt er Vorsitz regelmäßig zwischen den Initiator*innen.

Herzensprojekt, das fraktionsübergreifend, standortstärkend und richtungsweisend sein will

Mario Brandenburg, MdB, Hauptinitiator des Kreises, gab den Staffelstab während der Sitzung federführend an Max Mordhorst weiter: “Ich freue mich sehr, dass ich dieses Herzensprojekt mit ins Leben rufen durfte. Aufgrund meiner neuen Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist es mir wichtig, dass ich den Kreis im Parlament belasse und die Leitung deshalb abgebe.”

Max Mordhorst, MdB, neuer Vorsitzender des Parlamentskreises, freut sich über die neue Funktion und die bevorstehenden Aufgaben: freut sich über die neuen Aufgaben „Ich möchte, dass der fraktionsübergreifende Parlamentskreis zum aufmerksamen Ansprechpartner für die Sorgen und Bedürfnisse von Gründern und Start-ups wird. Hierzu müssen wir direkt mit ihnen ins Gespräch kommen. Bei den Rahmenbedingungen Wagniskapital, Bürokratie und Mitarbeiterkapitalbeteiligung müssen wir als erstes ansetzen."

Ye-One-Rhie, MdB, sieht in diesem Bereich wichtige Aufgaben: „Durch Start-ups werden viele neue und außergewöhnliche Ideen gefördert und in die Praxis gebracht. Durch den Parlamentskreis ‚Gründung und Start-up‘ werden nun wichtige politische Impulse gestartet, um die Förderung von Start-ups zu stärken und mit Forschungseinrichtungen zu verknüpfen. So stärken wir den Innovationsstandort.“

Thomas Heilmann, MdB: „Unser Staat ist zu langsamen, zu komplex und zu bürokratisch. Wenn Start-Ups (über-)leben sollen, werden wir vieles verändern müssen. Leichteres Gesellschaftsrecht, beschleunigte Genehmigungen, einfachere Mitarbeiterbeteiligungen: es gibt viel zu tun.“

Melis Sekmen, MdB: "Die Start-ups von heute sind der Mittelstand von morgen. Sie sind Innovationsmotor für unser Land. Deswegen müssen wir junge Menschen für das Unternehmertum begeistern. Ob jemand in unserem Land gründen kann, darf nicht davon abhängen wie dick der eigene Geldbeutel ist. Wir dürfen es uns nicht mehr leisten auf Talente zu verzichten, nur weil sie das nötige Startkapital nicht haben."

Gründer*in der Woche: PAIO – der Trinkhalm ohne Kompromiss

PAIO – das sind nachhaltige Trinkhalme aus Schilfrohr, die sich als die Premium-Alternative zu den klassischen (Plastik-)Trinkhalmen für Gastronomie und Privatgebrauch positionieren. Was das Besondere daran ist, erfahren wir im Interview mit dem PAIO-Vertriebsleiter Thorsten Unruh.

Es gibt viele Alternativen zum herkömmlichen, mittlerweile nahezu vollkommen aus dem Alltag verschwundenen Plastik-Trinkhalm? Ist dieses Thema derart lukrativ, dass es hier solch einen Wettbewerb rund um den Trinkhalm gibt?

Sicher, der Markt der Plastikhalme war riesig. Nach dem Verbot für Plastik-Einwegartikel hat sich dies aber deutlich reduziert. Trotzdem ist der Markt aber immer noch beträchtlich, da für viele Getränke ein Trinkhalm einfach dazugehört. Ein Caipirinha ohne Halm? Nicht wirklich.

Hinzukommt, dass wir nicht mit Glas oder Papier konkurrieren (weil unsere PAIO-Trinkhalme eindeutig die besseren Eigenschaften haben), sondern mit dem Weglassen des Trinkhalms. Aber gewisse Getränke, wie ein Mojito & Co. benötigen nach wie vor einen Trinkhalm.

Wie ist die Idee zu dem Schilf-Trinkhalm entstanden?

PAIO ist eine eingetragene Marke im Vertrieb der Hiss Reet GmbH, Deutschlands größtem Händler für Schilfrohr mit einer 180-jährigen Reet-Tradition.

Die ersten Ideen für den Trinkhalm aus Reet gab es bei uns schon vor vielen, vielen Jahren. Aber damals war der Markt nicht bereit dafür. Der Plastikhalm war ja nahezu umsonst und Mikroplastik in der Umwelt noch kein Thema. Erst nach dem Verbot der Plastikhalme und dem gewachsenen Umweltbewusstsein ist überhaupt ein Markt entstanden, der die notwendigen Investitionen in die Herstelltechnik erlaubt.

Generell haben wir bereits in der Vergangenheit unser Wissen und Know-how rund um das Thema Schilfrohr/Reet für andere nachhaltige Produkte, wie Sonnenschirme, Insektenhotels, Sichtschutzzäune etc. genutzt.

Die Idee ist durch die Produkteigenschaften des Rohstoff Schilfrohr/Reet entstanden, da dieser nahezu 1:1 den Plastik-Trinkhalm ersetzt – nur halt in einer natürlich gewachsenen Form.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee bis zum fertigen Produkt?

Die größte Herausforderung war die Schneidetechnik, so dass kein Spliss an den Halmen entsteht. Die Reinigung der Halme von innen ohne dass die Innenhaut beschädigt wird und somit die Geschmacksneutralität leidet. Und natürlich müssen die Halme entsprechend behandelt werden, um den Hygieneanforderungen gerecht zu werden. Dies geschieht ausschließlich mit Wasser, Luft und Wärme.

Auf den Punkt gebracht: Was ist das Besondere an PIAO, inwiefern hebt er sich von anderen Trinkhalmen ab?
Konstante und verlässliche Qualität (hinsichtlich Halmlänge und Durchmesser der Trinkhalme), neutraler Geschmack (im Vergleich zu z.B. Bambus, Papier oder Metall-Trinkhalmen), stabil & bruchsicher (im Vergleich zu Glas), 100% natürlich & einfach kompostierbar.

Gründer*in der Woche: GoodBytz – der intelligente Robotic-Sous-Chef

Das Hamburger Food-Tech-Start-up GoodBytz entwickelt intelligente Küchenassistenz-Roboter, mit deren Hilfe Köch*innen mehr Freiraum u.a. für kreative Dinge erhalten sollen. Mehr zu dem innovativen Konzept erfahrt ihr im Interview mit GoodBytz-CEO Dr. Hendrik Susemihl.

Wann und wie bist du zusammen mit Kevin und Philipp auf die Idee gekommen, einen Küchenassistenz-Roboter zu entwickeln?

Wir alle waren in den vergangenen Jahren beruflich immer viel unterwegs und haben dabei irgendwann festgestellt, dass wir uns oft bei To-Go oder Lieferessen nur sehr ungesund ernähren konnten. Auch die Qualität des Essens ließ häufig zu wünschen übrig. Irgendwann haben wir uns gefragt, woran das liegen könnte und festgestellt, dass die Gastronomie vor enormen Herausforderungen, wie z.B. dem Fachkräftemangel steht. Da wir zusammen seit vielen Jahren gemeinsam Roboter entwickeln, haben wir schnell erkannt, dass dies die perfekte Lösung für viele Probleme ist, da so nicht nur eintönige, ungesunde und unattraktive Arbeiten übernommen, sondern auch das notwendige Know-how leicht skaliert werden kann. Als uns das Potenzial hierbei klar geworden ist, haben wir kurze Zeit später GoodBytz gegründet.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur in Kürze bevorstehenden ersten Pilotphase?

Begonnen haben wir mit Bootstrap und einer Förderung des IFB Hamburg InnoFounder Programms. Mit diesem Geld wurde unser erster Prototyp in gut drei Monaten entwickelt, welcher bereits frische Gerichte in wenigen Minuten voll automatisch zubereiten konnte. Eine erste Herausforderung war zu Beginn der Deep Dive in die Food Industrie, zu der wir bis dahin keinerlei Zugang hatten. Glücklicherweise sind wir sehr schnell auf viele Experten aus allen Bereichen gestoßen und konnten so den Produktfokus schärfen sowie den Markt tiefer durchdringen.

Die nächste Hürde bestand darin, als Hardware-Tech-Company Investoren zu gewinnen, was für viele Gründer die Hardware entwickeln, denke ich, eine Herausforderung darstellt. Da wir den Ansatz verfolgen, immer nach Wegen zu suchen, wie wir auch mit Hardware schnelle Iterationszyklen vergleichbar mit Softwareprodukten realisieren können, ist uns dies jedoch mit unserer Seed Runde und dem Investment von Oyster Bay Venture Capital Anfang des Jahres in kurzer Zeit gelungen.

Was ist das Besondere an euren Küchenassistenz-Robotern, was leisten sie und wo sollen sie zum Einsatz kommen?

Wir sehen Roboter als Tool, um Menschen zu unterstützen. Damit sie dies tun können, müssen sie auch von jedem bedient und programmiert werden können. Unser Fokus richtet sich dabei auf den B2B-Sektor. Jeder Zubereitungsschritt ist bei unserem System in Module aufgeteilt, welche in kürzester Zeit in verschiedenen Konfigurationen aufgestellt und in Betrieb genommen werden können. Was die Systeme dann kochen, können unsere Kunden selbst entscheiden, indem sie über ein ganz einfaches UI eigene Rezepte und Zubereitungsschritte anlernen. Im Anschluss müssen nur noch die Kühlsysteme mit Lebensmitteln befüllt werden und los geht’s!

Um dieses Konzept schnell skalieren zu können, setzen wir nicht auf Sonderbauten, sondern integrieren Standard Profiequipment aus der Gastronomie. Unsere Roboter bedienen dann im Grunde Systeme und Geräte, welche in der Branche bereits lange erprobt und akzeptiert sind.

Die ersten Roboter werden vor allem in systemischen Konzepten wie z.B. dem Delivery Bereich oder in öffentlicher Infrastruktur und Mitarbeiterverpflegung zum Einsatz kommen. Mit modernen Food-Konzepten und dem Einbinden von diversen Food-Creatorn wollen wir dabei vor allem Plant-based und gesundes Essen pushen und massenzugänglich machen.

In einer ersten Seed-Runde habt ihr gerade 2,5 Millionen Euro eingesammelt. Glückwunsch zu diesem Erfolg! Was ist mit dem frischen Kapital geplant?

Vielen Dank! Wir sind sehr glücklich, einen Partner gefunden zu haben, der in Food-Technologien und -Produkte investiert, welche einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben. Mit dem Investment werden wir unsere Roboter weiterentwickeln und in Pilotprojekten am Markt erproben. Als ersten Schritt werden wir dazu ein eigenes Delivery Konzept in Hamburg betreiben, welches Endkonsumenten über die gängigen Plattformen bestellen können. Im zweiten Schritt bringen wir dann Systeme in B2B-Kunden betriebenen Konzepten an den Markt.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Ziele?

Unser erstes Ziel ist es, hochwertiges und gesundes Essen überall und jederzeit auf Abruf verfügbar zu machen. Dazu schaffen wir in erster Instanz die erforderliche Roboterinfrastruktur in verschiedenen Konzepten an diversen Standorten.

Neben dem reinen Zubereiten von Gerichten zielen wir insbesondere auf das ganze digitale Ökosystem der Küche, also Warenwirtschaft, POS, Delivery Management und so weiter ab. Mit unseren Systemen im Zentrum lassen sich alle miteinander verknüpfen und so die gesamte Prozesskette vom Lebensmittelerzeuger bis zur Kundenexperience verbessern. Gleichzeitig schaffen wir eine nie da gewesene Datenlage, mit welcher wir bspw. Food-Waste verringern, automatisiert regionale Produkte ordern oder über Forecasting-Modelle und Empfehlungen für Menü-Optimierungen das Angebot je nach Region stetig optimieren und so Gastronomie als Ganzes profitabler gestalten können.

Und last but not least: Was willst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung mit auf den unternehmerischen Weg geben?

  • Der erste Tipp richtet sich vor allem an Gründer*innen, welche ebenfalls Hardwareanteile in ihren Produkten haben: Reduziert euer Produkt auf die wesentlichsten Funktionen, sodass ihr so schnell wie möglich zu Validierungen und Anwendungen bei echten Kunden findet. Nutzt dafür intensiv Technologien wie 3D-Druck und eigene Bearbeitungsschritte, um lange Lieferzeiten und hohe Kosten zu vermeiden. Nur so lassen sich kostenintensive Entwicklungsprozesse richtig steuern, da finanziell oft nur wenige falsche Entscheidungen möglich sind.
  • Die zweite Erfahrung kommt aus dem Talent Sourcing: Schaut vor allem auf das Potenzial zur Weiterentwicklung von neuen Talenten als nur auf die vorhandenen Qualifikationen. Start-Up heißt kontinuierlich zu lernen, also umgebt euch mit Menschen, die genau das gut können.
  • Als letztes kann ich euch nur die intensive Nutzung von digitalen Tools für Finanzen, Rechtliches, Aufgabenmanagement, Visualisierung, Personalwesen usw. ans Herz legen. Diese helfen euch die nötige Verwaltung so gut es geht zu automatisieren oder zu verschlanken, sodass ihr den Großteil eurer Zeit auf das Wichtigste eines jungen Unternehmens legen könnt – euer Produkt.

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Das Interview führte Hans Luthardt

Lösung im Insolvenzverfahren von HelloFreshGO

Das insolvente Berliner Food-Start-up HelloFreshGO, 2017 gegründete Tochter des Kochbox-Anbieters HelloFresh, scheint mithilfe zweier Investoren gerettet.

„Wir freuen uns, dass wir bereits heute am Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens der HelloFreshGO GmbH eine Investorenlösung gefunden haben. Durch die Investoren Convini Deutschland GmbH und foodji marketplace GmbH ist das laufende Geschäft nachhaltig gesichert, ein Großteil der Arbeitsplätze bleibt erhalten und die Kunden des Unternehmens können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter mit gesunden Lebensmitteln versorgen“, erklärt Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Salus von der Kanzlei VOIGT SALUS.Das Berliner Start-up HelloFreshGO ist eine Tochter des Kochbox-Anbieters HelloFresh.

Die junge Firma betrieb smarte Food-Terminals, an denen sich Mitarbeiter*innen in Büros mit verpackten Mahlzeiten sowie Getränken und Snacks versorgen konnten. HelloFreshGO übernahm dabei alle logistischen und digitalen Dienstleistungen wie Menüplanungen, Bezahlvorgänge, Produktentwicklung, Belieferung, und Wartung der Terminals. Die Lebensmittel stammten größtenteils von regionalen Partner*innen, um eine ressourcenschonende und effiziente Versorgung sicherzustellen. 2017 trat das Unternehmen mit seiner Idee an und startete damit in einen aussichtsreichen Markt, da Themen wie gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelversorgung im Büroalltag wichtige Trends sind. Es gelang HelloFreshGO innerhalb weniger Jahre, eine bundesweite Infrastruktur aufzubauen.

Corona-Pandemie führte zu Schieflage

Die Corona-Pandemie und Einschränkungen wie angeordnete Betriebsschließungen oder die spätere Home-Office-Pflicht waren empfindliche Einschnitte für das Geschäftsmodell, das auf eine Präsenz der jeweiligen Belegschaft im Unternehmen setzte. Zwar konnten die Umsätze durch verschiedene Sonderaktionen gehalten werden, das für das Wirtschaftsmodell des Start-ups erforderliche Wachstum blieb aber aus. Eine weitere Finanzierungsrunde scheiterte und eine Sanierungslösung durch Investoren oder Gesellschafter konnte außergerichtlich ad hoc nicht gefunden werden.

Deshalb sah sich Geschäftsführer Dr. Markus Schneider im März 2022 gezwungen, einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Das zuständige Amtsgericht Charlottenburg bestellte am 16.03.2022 Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus zum vorläufigen Insolvenzverwalter, der gemeinsam mit seinem Team um Rechtsanwältin Stephanie Hotopp die erforderlichen Schritte zur Stabilisierung des Geschäftsbetriebes einleitete.

Dabei bestand eine der Herausforderungen darin, das ungewöhnlich hohe Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben durch die Nutzung der insolvenzbedingten Sondereffekte aber besonders auch durch umfangreiche Einsparmaßnahmen zum Ausgleich zu bringen. So konnten der Geschäftsbetrieb über 2,5 Monate fortgeführt und die Kund*innen weiter beliefert werden. Daneben wurden verschiedene Sanierungsansätze angegangen, zu denen neben der Wiederaufnahme der vor Insolvenzantragstellung bereits geführten Verhandlungen mit einigen potenziellen Investor*innen auch die umgehende Einleitung eines M&A-Prozesses gehörte.

Investorenprozess bringt Durchbruch

Verantwortet wurde die strukturierte Investorensuche von Simon Leopold, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG: „Es hatten sich schnell zahlreiche Interessenten für das Unternehmen und sein modernes Geschäftsmodell gefunden. Wir haben viele konstruktive Gespräche geführt; am Ende hielten Convini und foodji die besten Lösungen für das Unternehmen und seine Belegschaft bereit.“ Die schwedische Firma Convini verfolgt ein ähnliches Geschäftsmodell wie HelloFreshGO und übernimmt im Rahmen eines Asset Deals die Berliner Zentrale des Food-Start-ups, den Großteil der Mitarbeiter*innen sowie die fast 200 Kund*innen im Norden und der Mitte Deutschlands (Berlin, Hamburg, Köln). Mit der Akquisition setzt das Unternehmen seine Europaexpansion fort.

Daneben übernimmt das Unternehmen foodji die südlichen Kund*innen von HelloFreshGO rund um München, Stuttgart und Frankfurt. Foodji ist Marktführer in der vollautomatisierten Speisenverpflegung in Restaurantqualität. Um die standortspezifische Auswahl der frischen Speisen möglichst nachhaltig und nachfragetreu anzubieten, setzt das Unternehmen auf selbstlernende Systeme, sprich auf KI.

„Dank der beiden Investoren können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Kunden und Partner von HelloFreshGO aufatmen. Unser Dank gilt allen, die die Sanierung des Unternehmens und die Vertragsverhandlungen unterstützt haben – und damit für eine Lösung innerhalb so kurzer Zeit sorgten“, sagt Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus. Die Vertragsgestaltung erfolgte maßgeblich durch das Team um Rechtsanwalt Dr. Rolf Leithaus von der Kanzlei CMS.

Watch & Build gewinnt den German Innovation Award in Gold

Gestern Abend wurden die Gründer von Watch & Build, eine 2021 gelaunchte Plattform für Aufbau-Anleitungen, mit dem German Innovation Award in Gold in der Kategorie „Excellence in Business to Business – Retail & Trade Solutions“ ausgezeichnet.

Für das 2021 gegründete Start-up Watch & Build sind "goldene Zeiten" angebrochen. Dafür hat am gestrigen Abend im Futurium in Berlin die Jury des German Innovation Award gesorgt. Denn das sechsköpfige Gremium hat dem Berliner Tech-Start-up, das Aufbauanleitungen für erklärungswürdige Produkte als Videos auf einer digitalen Plattform veröffentlicht, die renommierte Auszeichnung in Gold verliehen, und zwar in der Kategorie „Excellence in Business to Business – Retail & Trade Solutions“.

Der German Innovation Award zeichnet branchenübergreifend Produkte und Lösungen aus, die sich vor allem durch Nutzerzentrierung und einen Mehrwert gegenüber bisherigen Lösungen unterscheiden. Die „Watch & Build-Engine“ fällt als Self-Enabling-Plattform für Endverbraucher*innen voll in dieses Profil, wie die Jury in ihrer Preisbegründung erläutert: „Sie hilft Herstellerinnen und Herstellern verschiedener Branchen wie z B. Möbel und Einrichten, Haushaltsgeräte, Consumer Electronics oder Sport und Freizeit, für ihre Produkte eine gute und verständliche Montage- oder Bedienungsanleitung zu erstellen.“

Insbesondere lobt die Jury die Nutzer*innenfreundlichkeit der Anwendung: „Die Plattform wirkt äußerst durchdacht und überzeugt mit einer klaren, bedienfreundlichen Oberfläche, die durch eine kontextbezogene dynamische Verlinkung statische Elemente wie Bilder und Text mit Videos und Animationen kombiniert. Je komplexer ein Produkt ist, umso wichtiger ist eine gute Anleitung. Das verbessert die User Experience und auch die Hersteller*innen selbst profitieren davon, da Reklamationen und Retouren reduziert werden und die Bereitschaft der Kundinnen und Kunden, Produkt und Marke weiterzuempfehlen, steigt.“

Dass die Jury gleich im ersten Jahr nach dem Start von Watch & Build zur höchsten Auszeichnung gegriffen hat, erfüllt die beiden Gründer Arndt Rubart und Heinrich Erkens mit Stolz und Freude: „Wir möchten mit unserer Lösung dazu beitragen, die Customer Journeys in unterschiedlichen Konsumgüterbranchen zu optimieren. Wir sind sehr glücklich, dass die Expertinnen und Experten in der Jury das ebenfalls so bewerten“, sagt Arndt Rubart. Heinrich Erkens ergänzt: „Der Award verleiht uns einen kräftigen Schub für die nächsten Schritte von Watch & Build. Wir möchten den Self-Enabling-Ansatz auch am anderen Ende der Customer Journey ermöglichen. Konsumgütermarken und -hersteller sollen die Plattform zukünftig auch selbst managen können, wenn sie das wünschen, um die Verbraucher unabhängig und kosteneffizient mit ihren Montagevideos erreichen zu können.“