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408 Mio. Fahrten verzeichnete das Kraftfahrtbundesamt 2016, davon waren rund 40 Prozent Leerfahrten mit ungenutztem Frachtraum. Die neue Transport-Plattform CNNCT geht dieses Problem aktiv an. Das Start-up Alexander Berthele Spedition und Logistik GmbH setzt bewusst auf ungenutzten Frachtraum. Das Ziel: Mehr Ladung, weniger Fahrten. Über das Konzept sprechen wir mit dem Gründer Alexander Berthele.

CNNCT-Gründer Alexander Berthele

Stammen Sie selbst aus der Speditions- bzw. Logistik-Branche und kennen das Problem der Leerfahrten aus eigener Erfahrung?

Mit 18 Jahren habe ich meine Ausbildung zum Speditionskaufmann gemacht, habe danach Spedition und Logistik studiert und unterhalte seit Jahren ein eigenes Speditions- und Logistikunternehmen. Die Speditionsbranche ist einfach meine Welt! Wie jeder Spediteur mit eigenem Fuhrpark hatten auch wir mit kostenintensiven Leerfahrten zu kämpfen. Unser Ziel war schon immer, Leerfahrten so gut wie möglich zu vermeiden! Mit der Plattform CNNCT wollen wir den Leerfahrten nun den Kampf ansagen.

Wann und wie sind Sie dann darauf gekommen, eine digitale Lösung für das Problem „ungenutzter Frachtraum“ zu entwickeln?

Das Problem des „ungenutzten Frachtraums“ ist nicht neu. Schon während meines Studiums im Jahr 2005 habe ich mich mit dieser Thematik auseinandergesetzt und Konzepte entwickelt. Als selbständiger Spediteur mit eigenem Fuhrpark wurde das Problem des „ungenutzten Frachtraums“ jedoch akuter denn je, da jede ungenützte Fläche des Frachtraums immense Mehrkosten für uns bedeutet!

Des Weiteren mussten wir feststellen, dass die Beauftragung von Teil- und Komplettladungen, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen, einen großen Verwaltungsaufwand bedeutet und diese aufgrund des fehlenden Know-hows oftmals überfordert waren. Als Spedition haben wir diesen Schritt für unsere Kunden übernommen, stießen jedoch mit steigendem Auftragsvolumen schon bald selbst an unsere Grenzen. Eine smarte webbasierende Antwort war die Lösung, für die im Jahr 2013 der Grundstein gelegt wurde. Unsere Plattform wurde seitdem stetig weiterentwickelt, ein intelligenter Algorithmus hinterlegt, der innerhalb wenigen Sekunden das beste Preis-Leistungs-Verhältnis ermittelt und eine digitale Verbindung zu einem unserer unzähligen Transportunternehmern herstellt. Dies reduziert den Aufwand unseres Auftraggebers auf ein Minimum und ermöglicht ihm sich voll und ganz auf das Wesentliche zu konzentrieren – nämlich sein Unternehmen.

Wie genau funktioniert Ihre cloudbasierte Transport-Plattform?

Unser selbstlernender Algorithmus greift auf transportrelevante Daten wie das Verhältnis zwischen Laderaum und Fracht zurück und berücksichtigt dabei die „Quellen“ und „Senken“ im gewerblichen Güterkraftverkehr. Alle relevanten Daten werden dann in Sekundenbruchteilen analysiert und zu einer effizienten Transportlösung mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis kombiniert.

Ihr Geschäftsmodell ist auf Provisionsbasis aufgebaut - d.h., welcher der Beteiligten hat was zu zahlen?

Für Kunden, die uns mit einem Transport beauftragen, ist unser „Service“ kostenfrei – Er hat lediglich die von unserem Algorithmus kalkulierten Transportkosten zu tragen. Wir erhalten eine Provision von unseren Transportunternehmern, die die Transporte in unserem Auftrag durchführen. Diese Provision ist vom Volumen des Transports abhängig.

Wer sind Ihre Kunden bzw. die Plattform-User und wie machen Sie auf Ihren neuen Service aufmerksam?

Unsere Klientel ist in der gesamten Industrie Zuhause. Mit unserer Plattform bieten wir diesen die Möglichkeit, ihre Transporte in wenigen Sekunden zu beauftragen und ihre Transportlogistik nachhaltig zu optimieren. Zu den klassischen Marketingmaßnahmen betreiben wir verstärkt Onlinemarketing und unterhalten ein kleines „Salesteam“, das pro aktiv Neukunden anspricht und unseren Bestandskunden mit Rat und Tat zur Seite steht!

Sie setzen auf das Thema Nachhaltigkeit – also letztlich darauf, mehr Ladung auf weniger Fahrzeuge zu verteilen. Leisten Sie damit in der Speditions- bzw. Logistik-Branche eine Art von grüner Pionierarbeit bzw. was macht der Wettbewerb?

Aufgrund des Nachwuchsmangels im Bereich der Berufskraftfahrer sind wir Spediteure mehr denn je gefordert, unsere Frachträume so effizient wie nur irgendwie möglich, zu nutzen. Unsere Plattform CNNCT ist ein innovatives Werkzeug um unsere Güter auch künftig zuverlässig transportieren zu können!

Im August sind Sie in Deutschland gestartet – was sind Ihre ersten Erkenntnisse und was sind Ihre kommenden unternehmerischen Ziele?

Bereits vor dem Launch im August haben wir unser „System“ von einigen Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe auf Herz und Nieren testen lassen und haben eine durchweg positive Resonanz erhalten. Unser Anspruch ist es, diesen Unternehmen einen „digitalen Speditionskaufmann“ zur Verfügung zu stellen um deren Mitarbeiter zu entlasten, um letztendlich produktiver im eigenen Unternehmen zu sein. Des Weiteren werden wir unser Angebot kontinuierlich ausbauen, Marktanteile gewinnen und uns verstärkt als Bindeglied positionieren, um die Transportlogistik nachhaltiger zu gestalten.

Und last but not least: Was raten Sie anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

Erfolg hat drei Buchstaben: TUN – setze dir Ziele, große Ziele und verfolge diese kontinuierlich!

Hier geht’s zu CNNCT

Das Interview führte Hans Luthardt

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