Gründer*in der Woche: planelli - Junggesellinnenabschiede mit Plan

Gründer*in der Woche KW 43/22


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Junggesellinnenabschiede könnten für alle Beteiligten stressfrei sein, wenn die Organisation aus einem Guss wäre – was leider eher selten der Fall ist. Die planelli-Gründer*innen wollen hier Abhilfe schaffen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founderin und CEO Sandrin Lange.

Wann und wie bist du zusammen mit deinen Mitgründer*innen Melanie Möhlmann und Christian Schmitz auf die Idee zu planelli gekommen? Waren eigene negative Erfahrungen im Spiel?

Ja! Denn so schön der Tag selbst auch ist, die Planung eines Junggesellinnenabschieds bringt doch einige Herausforderungen mit sich. Häufig findet die Organisation größtenteils über Messenger statt, was sehr schnell für alle sehr unübersichtlich wird. Wer hat nochmal was wann geschrieben? Welche Vorschläge wurden schon gemacht? Wer ist eigentlich mit dabei oder kann an welchem Datum nicht? Und wie viel wollen wir ausgeben? Da gibt es viel zu klären und viel zu diskutieren. Wir haben das immer als recht anstrengend erlebt und im Rahmen so einer Planung dann selbst nach einem digitalen Tool gesucht, das uns hilft. Und keins gefunden. Unsere Lösung: Selbst einen Planer entwickeln. Die passenden Hintergründe haben wir zum Glück mitgebracht. Christian und ich kommen aus dem Bereich UX Design, Melanie zaubert als Fullstack Engineer den planelli Code.

Was sind deiner Erfahrung nach die größten Knackpunkte bzw. No-Gos bei der Planung von Junggesellinnenabschieden (kurz JGA)?

Zum einen die schon erwähnte Unübersichtlichkeit der gesamten Planung innerhalb einer Chatgruppe. Dann werden häufig digitale Tools genutzt, die aber alle woanders zu finden sind. Auch da muss man den Überblick behalten. Und ein ganz heikles Thema: Das liebe Geld. Die einen würden für den Tag ordentlich was investieren, die anderen möchten oder können nicht so viel ausgeben, finden es aber vielleicht unangenehm darüber zu reden. Deswegen haben wir zum Beispiel eine anonyme Abstimmung über das Budget pro Kopf integriert.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum fertigen Produkt, eurem digitalen JGA Planer planelli?

Ganz wichtig: User Research. Als allererstes haben wir unsere Idee so validiert und machen immer wieder Testrunden, um entlang der Nutzerbedürfnisse zu entwickeln. Außerdem sind wir Schritt für Schritt live gegangen. Zunächst mit unserer Website inklusive Programmseite, auf der sich über 100 Aktivitäten für einen JGA finden (und auch buchen) lassen. Schritt zwei war dann der Planer selbst. Denn im Sinne des MVP (Minimum Viable Product) wollten wir uns nicht im Detail verlieren, bevor wir live gehen. Stattdessen so schnell wie möglich launchen, in der Live-Umgebung testen und weiter iterieren.

Was ist das Besondere an planelli, wie unterscheidet ihr euch von den zahlreichen anderen Lösungen in diesem Bereich?

Wir bieten die wichtigsten Tools für die Planung an einem einzigen Ort statt auf vielen verschiedenen Seiten. Bei uns findet man Inspiration für die Programmplanung, kann Aktivitäten über Partnerseiten buchen und direkt über das Datum und das Budget für den Tag abstimmen lassen. Außerdem kann die Planung mit allen Teilnehmer*innen geteilt werden. Wir vereinfachen damit enorm die Kommunikation und Organisation des Tages.

Wie habt ihr die Produktentwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Wir sind bis jetzt komplett selbstfinanziert. Unser Geschäftsmodell basiert aktuell auf Affiliate Marketing, der nächste Schritt ist ein Premiummodell für den Planer. Die User haben dann die Wahl zwischen einem kostenfreien Plan und einer Version mit mehr Funktionen und Möglichkeiten.

Wie macht ihr auf euch und eure Services aufmerksam?

Zum einen nutzen wir unser Netzwerk, zum anderen bauen wir unsere Social-Media-Kanäle auf und aus. Unser Fokus liegt allerdings stark auf Instagram, wo sich unsere Zielgruppe hauptsächlich tummelt. Wir schalten hier regelmäßig Werbung und setzen außerdem auf eine ausgefeilte PR-Strategie.

Was sind eure weiteren unternehmerischen To-dos und Pläne?

Wir sind noch lange nicht fertig. Planelli soll weiter wachsen und neben den wichtigsten Planungstools weitere Lösungen bieten, damit die Organisation eines JGAs noch einfacher wird und schlichtweg mehr Freude macht. Es geht aber noch weiter: Wir möchten DIE Adresse für die (digitale &) einfache Planung jeglicher Events werden. Denn es gibt ja noch mehr zu organisieren als Junggesellinnenabschiede.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Im Brainstorming sollte man sich nicht limitieren, in der Entwicklung ist dann aber MVP das Zauberwort. Nicht zu lange und bis ins letzte Detail im stillen Kämmerlein vor sich hin werkeln. Lieber auf das Wesentliche konzentrieren, live gehen und mit dem echten Feedback und datengetrieben weiterarbeiten.

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Das Interview führte Hans Luthardt

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Cyclize: Kunststoff-Recycling-Start-up erhält rund 5 Mio. Euro Seed-Finanzierung

Cyclize, das von Dominik Novakovic, Jan Stein, Maike Lambarth und Stephan Renninger gegründete ClimateTech Start-up aus Stuttgart, erhält eine Seed-Finanzierung in Höhe von 4,75 Mio. Euro. Als Spin-off der Universität Stuttgart hat Cyclize eine Technologie zur Defossilisierung der chemischen Industrie entwickelt, bei der gemischte Kunststoffabfälle und CO2 als Ausgangsmaterial verwendet werden, um Synthesegas herzustellen.

Dieses Synthesegas dient als Grundbaustein für höherwertige Chemikalien und wird zur Herstellung von Kunststoffen, Methanol, Wasserstoff und E-Fuels verwendet. Die von UVC Partners angeführte Finanzierungsrunde wird von High-Tech Gründerfonds (HTGF), Aurum Impact, UnternehmerTUM Funding for Innovators und weiteren Business Angels unterstützt.

Cyclize will die chemische Industrie revolutionieren. Durch den bisherigen Einsatz von Erdgas und Kohle werden die darin enthaltenen Kohlenstoffatome zur Herstellung von Synthesegas genutzt. Dieses Gas ist ein Basisbaustein der Chemieindustrie und Ausgangspunkt für essenzielle Produkte wie Kunststoffe, Schaumstoffe, Klebstoffe, Farben und viele mehr. Bei der Verwertung dieser Produkte werden 15 Prozent (IPCC) der globalen industriellen CO2-Emissionen verursacht.

Das Plasma-basierte Verfahren zur Herstellung von Synthesegas von Cyclize kann mühelos mit fossilem Synthesegas konkurrieren und setzt damit neue Maßstäbe, um fossile Ressourcen zu ersetzen. Für die langfristige Einhaltung der Klimaziele ist dies bedeutsam, denn andere Verfahren – etwa die Elektrolyse oder der Einsatz von Carbon Capture and Storage (CCS) – können den wachsenden Bedarf an CO2-neutralem Synthesegas allein nicht decken. Die Bewegung hin zu Netto-Null-Produktionen eröffnet neue Märkte und Cyclize ebnet der chemischen Industrie durch eine niedrigschwellige Lösung den Weg. Mit dem frischen Kapital will sich das Start-up der Skalierung der Technologie widmen. Testreihen mit Pilotkunden, die Synthesegas benötigen oder komplexe Abfallströme recyceln wollen, sind bereits in Planung.

“Mit unserem Verfahren setzen wir ein Signal für eine klimaneutrale Chemie. Durch unseren patentierten Cyclize-Prozess befähigen wir Chemieunternehmen, trotz steigender Energiepreise in Europa wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Cyclize-Plasma ist nicht nur die Zukunft der Chemieindustrie – es ist auch Innovator für die Kreislaufwirtschaft ”, sagt Maike Lambarth, Mitbegründerin und CEO von Cyclize.

Leadinvestorin Amanda Birkenholz sagt: “Die Cyclize-Technologie löst zwei große Probleme: Zum einen werden heute lediglich neun Prozent (OECD) des global produzierten Plastiks recycelt. Zudem wird dieses Plastik nicht weiter genutzt und landet auf Mülldeponien. Die darin enthaltene Energie kann Cyclize maßgeblich für den Reformierungsprozess nutzen, auch Strombedarf und Betriebskosten sinken. Gerade im Hinblick auf die aktuelle Energiepreispolitik können sich Unternehmen mit Cyclize einen entscheidenden Vorsprung sichern und dabei einen Rohstoff nutzen, der bislang kaum in Anspruch genommen wird.”

Gründer*in der Woche: Ecoblister - Medikamentenverpackung neu gedacht

Unsere Gründer*in der Woche: Falsch eingenommene Medikamente sorgen alljährlich für unzählige Krankenhausaufenthalte und sogar Todesfälle. Die Geschwister Jan Angermann, Anett Tanger und Mona Syhre wollen das mit ihrem Start-up Ecoblister ändern.

Alljährlich sterben in Deutschland mehr Menschen durch zu viele oder falsch eingenommene Medikamente als durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen und Suizide zusammen. Das Problem liegt auf der Hand und ist ausgiebig wissenschaftlich untersucht: Insbesondere Menschen, die viele Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, verlieren leicht den Überblick. Viele Pillen sehen ähnlich aus und werden auch noch in ähnlichen Verpackungen ausgeliefert.

Es gibt eine einfache und erprobte Lösung: die patient*innenindividuelle Verblisterung. Das bedeutet, dass sich insbesondere Menschen mit vielen verschiedenen Medikamenten diese individuell verpacken lassen können. Und zwar sortiert nach Tag und Uhrzeit, zu denen sie eingenommen werden müssen. Entsprechende Angebote gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Doch bisher fristen sie ein Nischendasein. Ein Beispiel: Von den rund sieben Millionen Menschen in Deutschland, die regelmäßige Pflege erhalten, bekommt weniger als eine Million ihre Medikamente individuell vorverpackt.

Mona Syhre hat zusammen mit ihren Geschwistern Anett Tanger und Jan Angermann das Leipziger Start-up Ecoblister gegründet, um das zu ändern. Dazu haben sie den Arznei­kalender erfunden, der sogar noch mehr bietet als individuell verblisterte Medikamente. Für ihr Produkt hat die Chemikerin Mona ein Material entwickelt, das vorher noch keine Medikamentenverpackung weltweit zu bieten hatte: Es ist kompostierbar, bietet aber dieselbe Sicherheit wie die bisher üblichen Verbundverpackungen aus Kunststoff und Aluminium.

Bei der Gründung war Mona bereits 57 Jahre alt. „Wir sagen immer, wir sind ein erwachsenes Start-up“, meint sie. Mit dem jungen Start-up-Umfeld können sich die Geschwister oft nicht identifizieren. Start-up-Veranstaltungen seien zwar eine gute Gelegenheit, um zu netzwerken und sich auszutauschen, trotzdem empfindet Mona solche Veranstaltungen häufig als oberflächlich und wenig konkret. Die Gründung im höheren Alter sei für sie aber die beste Entscheidung gewesen: „Im Gegensatz zu jungen Unternehmer*innen bringe ich viel Berufserfahrung mit und lasse mich nicht so leicht verunsichern.“

Neuseeland als Initialzündung

Das erste Mal sah Mona nach Tag und Uhrzeit vorsortierte Medikamente in einer Apotheke in Neuseeland. Das machte sie neugierig. Sie war damals in der Forschung tätig und hatte bereits eine lange Karriere hinter sich. Trotzdem wurde ihr schnell klar, dass dieses Thema ihrem Berufsleben noch einmal eine neue Richtung geben könnte.

„Schon bei der ersten Recherche stieß ich auf erschreckende Zahlen“, sagt sie. Laut einer Stellungnahme des Bundestags aus dem Jahr 2018 stecken Medikationsfehler hinter rund 250.000 Krankenhauseinweisungen jährlich alleine in Deutschland. Die Schätzungen darüber, wie viele Menschen als Folge falsch eingenommener Medikamente sogar frühzeitig sterben, gehen weit auseinander. Laut einer in der Zeitschrift MWW – Fortschritte in der Medizin veröffentlichten Schätzung liegt die Zahl derer, die in Folge sogenannter Polymedikation sterben, zwischen 15.000 und 25.000. Die Krankenkasse BARMER geht sogar von bis zu 70.000 Todesfällen aus, die sich jedes Jahr durch besseres Arzneimitteltherapie­Management verhindern ließen.

Ein Beitrag zur Umwelt und Gesundheit

Damit war die Idee von Ecoblister geboren. Da die Pharma­branche enormen Plastikmüll produziert, war für Mona von Anfang an klar, dass ihre Lösung umweltfreundlich sein sollte. Jährlich werden laut ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. allein 42 Millionen Packungen Ibuprofen in Deutschland verkauft – so gut wie alle in Kunststoff (PVC) verpackt und mit Alufolie verschlossen. Diese Mischung ist in der Müllverwertung kaum zu trennen und damit auch nicht recyclebar. Das Ziel von Ecoblister war es, den weltweit ersten kompostierbaren Blister zu entwickeln.

Nachdem das Ziel klar war, mussten die Geschwister das Marktpotenzial herausarbeiten und professionelle Partner*innen für das Produkt finden. Dazu ließen sie zunächst zahlreiche mögliche Materialien testen: auf Kompostierbarkeit einerseits, aber auch, ob sie die strengen Verpackungsvorschriften für Medikamente erfüllen. Auch andere Unternehmen bat Mona um Hilfe, bis sie schließlich mit ihrem Produkt zufrieden war.

„Die größte Herausforderung war anschließend, Investor*innen zu finden, die an unsere Idee glauben. Gerade in Deutschland ist das für Start-ups oft schwierig, selbst wenn sie bereits ein fertiges Produkt und Produktionspartner*innen haben“, sagt Mona. Eine weitere Herausforderung war, dass viele potenzielle Investor*innen Einfluss auf das Produkt nehmen wollten, obwohl sie nicht vom Fach waren. Schließlich entschieden sich die Geschwister für einen Kredit.

Zielgruppe Senior*innen

Der Fokus des Arzneikalenders liegt vor allem auf Patient*innen mit Polymedikation, also solchen, die dauerhaft fünf oder mehr Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen. Wer schon einmal mehr als zwei oder drei Medikamente gleichzeitig regelmäßig einnehmen musste, kennt sehr wahrscheinlich diese Fragen: Habe ich die Dosis für heute Abend schon genommen? Ist die braune Pille das richtige Präparat oder nur eine von den Vitamintabletten, die so ähnlich aussehen? Und wo ist nochmal der Zettel mit den Einnahme-Anweisungen für das neue Medikament? Häufig betrifft das Menschen über 65 Jahren. Das zeigen auch Analysen des BARMER GEK Arzneimittelreports: Innerhalb eines Quartals wurden etwa einem Drittel aller Versicherten über 65 Jahre fünf und mehr Medikamente zur täglichen Anwendung verordnet.

2023, also mehr als 20 Jahre, nachdem Verblistern zum ersten Mal in Deutschland angeboten werden durfte, kommt langsam Bewegung in den Markt: Eine erste Versandapotheke bietet sogenannte Blisterrollen als kostenlosen Service an. Mit diesem System werden die Medikamente zwar nach Einnahmezeitpunkt neu sortiert und verpackt, allerdings erhalten Patient*innen die einzelnen Blister-Abteile in einer langen Rolle, weshalb insbesondere Menschen mit einer Sehbehinderung immer noch Probleme haben dürften, diese auseinanderzuhalten. Und das Müllproblem der Branche löst dieses Angebot auch nicht.

Überzeugungsarbeit für ein sicheres Gesundheitswesen

Damit Verblisterung flächendeckend funktioniert, sind insbesondere ältere Patient*innen ohnehin oft auf ihre lokale Apotheke angewiesen. „Es ist nicht damit getan, dass wir den Ecoblister entwickelt haben“, sagt Mona. „Ich leiste auch täglich Überzeugungsarbeit – bei Apotheken, Ärzt*innen, Krankenkassen und auf Blister-Workshops, die wir regelmäßig organisieren.“ In vielen anderen Ländern, etwa in den benachbarten Niederlanden, zahlt die Krankenkasse, wenn Medikamente individuell sortiert und neu verpackt werden. Dort hat man erkannt, dass individuelle Verblisterung ein einfacher und günstiger Weg ist, die Gesundheit von Menschen zu schützen. In Deutschland übernehmen die Kassen die Kosten trotzdem nur dann, wenn ein professioneller Pflegedienst die Dienstleistung bestellt. Wer nicht im Heim wohnt und beispielsweise von Angehörigen zu Hause versorgt wird, geht leer aus.

Monas Traum ist, dass irgendwann alle Apotheken in Deutschland auf Wunsch individuell verblistern – und dass dabei möglichst wenig Müll entsteht. Dazu braucht es einerseits klare Regeln, wer dafür bezahlt. Andererseits müssten die Apotheken auch mehr Medikamente als sogenannte Schüttware bestellen können, also in großen Behältern verpackt, anstatt, wie aktuell üblich, bereits einzeln verblistert.

Der Erfolg gibt Mona und ihren Geschwistern Recht: Im vergangenen Jahr ist Ecoblister um 50 Prozent gewachsen, bereits 40 Apotheken haben die Produkte in ihr Sortiment aufgenommen. Ohne ihr in langer Berufserfahrung gewonnenes Wissen und hartnäckiges Networking wäre das nicht gelungen, sagt Mona. Ihr Tipp für jüngere Gründer*innen lautet: Nicht verunsichern lassen, keine Angst haben, nach Hilfe zu fragen und immer hartnäckig bleiben. „Ich kann gar nicht zählen, wie viele Menschen mir von der Gründung abgeraten haben. Ich habe einfach weitergemacht – und es funktioniert.“

Hier geht’s zu Ecoblister

Das sind die nervigsten Floskeln in Stellenanzeigen

Eine aktuelle Studie deckt auf: Von "Work hard, play hard" bis "Obstkorb": Mit diesen Floskeln vergraulst du deine Bewerber*innen schneller als gedacht.

In einer Umfrage hat die Lernplattform Preply den Sprachgebrauch in deutschen Stellenanzeigen näher unter die Lupe genommen und zeigt, worauf du bei deiner nächsten Stellenausschreibung achten solltest.

Diese Floskeln in Stellenanzeigen finden Deutsche am nervigsten:

1. „Work hard, play hard“ ist die nervigste Floskel in Stellenanzeigen

„Play hard“ oder doch „work hardest“? Laut Umfrage klingeln bei den meisten Bewerber*innen da die Alarmglocken. In allen Altersgruppen, außer bei den über 55-Jährigen, ist man sich einig, dass diese Floskel besser nicht in Stellenanzeigen vorkommen sollte. Die Umfrage zeigt, dass 32 % der Teilnehmenden den Ausdruck als überstrapaziert empfinden oder sie ihn nicht gerne in einer Stellenanzeige lesen. Besonders bei der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen kommt der Ausdruck schlecht an: Stolze 48 % finden den Begriff störend.

2. Der Begriff „Alleskönner“ ist das zweitgrößte Reizwort in Stellenanzeigen

In Stellenanzeigen beliebt, bei Bewerber*innen eher weniger: der Alleskönner. Multitalente, die in Unternehmen unterschiedlich eingesetzt werden können und über ein breites Wissen verfügen. Laut Umfrage empfinden den Begriff 26 % als störend. Bei den weiblichen Studienteilnehmenden liegt der Prozentsatz sogar bei über 30 % im Vergleich zu 18 % bei den männlichen Altersgruppen.

3. „Jenseits der 9-5-Mentalität“ steht an dritter Stelle der nervigsten Begriffe und Ausdrücke in Stellenanzeigen

Insbesondere in der Medien- und Modebranche ist der Begriff oft anzutreffen. Was sich auf den ersten Blick nach mehr Flexibilität anhört, kann sich im Arbeitsalltag allerdings schnell in regelmäßigen Überstunden und Wochenendarbeit widerspiegeln. Laut Umfrage empfindet ein Viertel der Studienteilnehmer (25 %) den Begriff als negativ, bei den 45- bis 54-Jährigen sind es sogar 35 %.

Und zu guter Letzt: der gute alte Obstkorb. Ein „Benefit“, das eigentlich keins sein sollte. Wieso sich der Obstkorb immer noch nicht aus Stellenanzeigen verschwinden lässt, ist auch uns unklar. Auch 14 % unserer Studienteilnehmer können mit Früchten in Jobinseraten wenig anfangen.

Inwiefern beeinflusst die Wortwahl in Stellenanzeigen die Wahrnehmung der Stelle sowie des Unternehmens?

Gut gewählte Worte, die den Kern des Jobangebots treffen, haben die Macht, potenzielle Bewerber*innen für eine bestimmte Stelle und das Unternehmen zu begeistern. Um den Zusammenhang zwischen der Wortwahl in Stellenanzeigen und der daraus resultierenden Wahrnehmung besser zu verstehen – sowohl in Bezug auf die Art der Stelle als auch auf das Image des Unternehmens – haben wir mit mehr als tausend deutschen Büroangestellten eine Befragung durchgeführt. Preply hat nachgefragt, ob sie der Ansicht sind, dass die Verwendung von Floskeln in Stellenanzeigen einen negativen Einfluss auf ihre Wahrnehmung eines Unternehmens oder einer Stelle haben könnte. Eine überwältigende Mehrheit (66 %) der Befragten gab an, dass sich nervige Floskeln negativ auswirken können. Interessant: Die vorliegende Analyse zeigt jedoch, dass die Auswirkungen der Wortwahl bei den 35- bis 44-Jährigen weniger signifikant zu sein scheinen. Im Gegensatz dazu scheint sich vor allem die jüngere Generation an Floskeln zu stören: 71 % der 16- bis 24-Jährigen geben an, dass diese Wortwahlen einen negativen Einfluss haben können.

„Rote Fahnen“ in Stellenanzeigen, auf die du achten solltest

  • „Wir sind eine Familie“ – die Grenzen zwischen Privat- und Arbeitsleben können fließend sein, eine klare Trennung eventuell nicht möglich.
  • „Muss multitaskingfähig sein“ – dies kann eine erhöhte Belastung im Arbeitsalltag bedeutet.
  • „Bewahrt auch unter Zeitdruck einen kühlen Kopf“ – das kann auf einen stressigen Berufsalltag hindeuten.
  • „Bereitschaft, auch außerhalb der Bürozeiten zu arbeiten“ – kann auf eine schlechte Work-/Life-Balance hindeuten.
  • „Juniorposition – 5 Jahre Berufserfahrung zwingend“ – solche Jobangebote stellen unrealistische Erwartungen an ihre Bewerber*innen, die nicht dem Standard entsprechen.

Wie schreibt man also eine barrierefreie Stellenanzeige?

Eine gute Stellenanzeige ist informativ und überzeugend. Vermeide vage Formulierungen und übermäßigen Fachjargon. Sei klar und stelle sicher, dass die Unternehmenskultur im Text subtil widergespiegelt wird. Dies gilt sowohl bei formellen Unternehmen als auch informellen, wie zum Beispiel Start-ups. Denke dabei an dein Zielpublikum: Wen willst du mit der Stellenausschreibung erreichen und für dein Unternehmen begeistern? Diese Message sollte sich bereits in den ersten paar Zeilen des Inserats herauskristallisieren. Trau dich auch, aus der Masse herauszustechen, anstatt einen Standardtext mit leeren Floskeln zu wählen.

Sei allerdings bedacht bei der Verwendung von zu vielen englischen Begriffen in Stellenanzeigen. Frühere Untersuchungen zu Anglizismen am Arbeitsplatz haben gezeigt, dass die übermäßige Verwendung englischer Begriffe nicht bei jedermann Anklang findet. Achte auch auf sogenannte rote Fahnen, wie beispielsweise unrealistische Anforderungsprofile oder leere Floskeln. Vergiss schließlich nicht, nebst den Anforderungen auch die (Aufstiegs-)Möglichkeiten und Vorteile aufzuzeigen. Dabei ist es wichtig, in puncto Gehalt und Entwicklungsmöglichkeiten mit vollständiger Transparenz zu glänzen. Dies wird von Bewerber*innen sehr geschätzt, denn schließlich sollte bei einem Vorstellungsgespräch das gegenseitige Kennenlernen im Fokus stehen.

Dabei kann es eine Herausforderung darstellen, Stellenbeschreibungen inklusiver zu gestalten. Achte daher auf die Verwendung geschlechtersensibler Sprache und stelle sicher, dass die Stellenausschreibung durch die Verwendung klarer Schriftarten, Farben und Formatierungen verständlich ist.

Verwende eine Sprache, die für eine Vielzahl von Menschen unabhängig von ihrer Muttersprache leicht verständlich ist. Berücksichtige kulturelle Unterschiede, die die Interpretation bestimmter Wörter oder Ausdrücke beeinflussen können. Und schließlich ist es ratsam, Fähigkeiten und Qualifikationen hervorzuheben, anstatt sich nur auf bestimmte Jobtitel oder Abschlüsse zu konzentrieren.“

Schlussfolgerung

Kurz gefasst: Der Sprachgebrauch in deutschen Stellenanzeigen hat definitiv großes Potenzial nach oben. Verabschieden wir uns endlich von abgedroschenen Ausdrücken wie „jenseits der 9-5 Mentalität“ oder „Alleskönner“. Stattdessen sollten wir klare Stellenanzeigen ohne unnötigen Fachjargon anstreben, die für jeden verständlich sind, unabhängig von Alter, Herkunft oder Muttersprache.

FRAMEN: MediaTech-Scale-up sichert sich zweistelliges Mio. Investment

Das 2018 von Magdalena Pusch, Dimitri Gärtner, Alexander Gärtner und Sveatoslav Podobinschi gegründete FRAMEN ermöglicht die Ausspielung von Content auf allen handelsüblichen Screens im kommerziell genutzten Raum. So sollen Werbetreibende und Standortbetreiber leichter zueinander finden und passende Inhalte mit ihren Zielgruppen teilen.

FRAMEN gibt bekannt, dass die neueste Investitionsrunde erfolgreich abgeschlossen wurde. Axel Springer investiert weiter in die strategische Expansion von FRAMEN. Die frischen Mittel werden dazu verwendet, die Produktentwicklung zu intensivieren, die europäische Expansion zu beschleunigen und FRAMENs Ziel zu festigen, weiterhin an vorderster Front in der DOOH & CTV Branche mitzuspielen.

Hier gibt’s unsere StartingUp-Gründerstory über FRAMEN zum Nachlesen

Die internationale Relevanz von FRAMEN wurde erst kürzlich durch den internationalen Werbeverband IAB ausgezeichnet, der FRAMEN als einziges deutsches Unternehmen zu den Leading Playern in der MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) zählt. Die Expansionen in Großbritannien und Frankreich sind mit eigenen Tochtergesellschaften bereits erfolgreich etabliert. FRAMEN setzt mit dem eigenen Inventar in über 24 Ländern und einer Reichweite von 200 Millionen Menschen auf eine taktische Expansion. Der Fokus liegt auf Ländern, in denen bereits Umsätze ohne lokal ansässige Teams erzielt wurden und in denen Partnerschaft-Inventare von Hotelketten und Coworking-Screen-Anbietern vorhanden sind.

Die Partnerschaft mit Axel Springer und der Zugang zu AI-Plattformen wie OpenAI sollen die Vision von FRAMEN stärken, Vorreiter und innovativer Player in der Branche zu sein. Das Unternehmen positioniert sich, um ein umfassendes Image- und Video-Studio für Content Management und Ads sowie ein geplantes Creator-Programm zu etablieren, um sowohl DOOH-, CTV- als auch Social Budgets zu bedienen.

„Wir schätzen die anhaltende Partnerschaft mit Axel Springer sehr und freuen uns über das Vertrauen, das sie nach wie vor in die Zukunft von FRAMEN setzen. Frankreich und Großbritannien haben sich erfolgreich etabliert auch deshalb, weil wir auf vielen Ebenen die Unterstützung aus dem Konzern haben“, sagt Dimitri Gärtner, CEO und Mitgründer von FRAMEN.

Chatbot-Pionier Kauz schließt 2,3 Mio. Euro Finanzierungsrunde ab

Das 2016 von Dr. Thomas Rüdel gegründete Chatbot-Unternehmen Kauz GmbH erhält für den weiteren Ausbau seiner generativen KI-Plattform 2,3 Mio. Euro vom Investorennetzwerk Companisto.

Kauz kombiniert führende Large Language Modelle mit der selbst entwickelten NLU-Technologie und ermöglicht damit einen kontrollierbaren KI-Einsatz in Unternehmen.

2.3 Millionen über den Angel Club und Privatinvestoren

Kauz ging bereits im März 2023 als erster Chatbot-Anbieter im DACH-Raum mit einer ChatGPT-Integration auf den Markt. Parallel dazu wurde der Ausbau zu einer Self-Service Plattform für KI-Assistenten forciert, die durch zusätzliche finanzielle Mittel beschleunigt werden soll. Dabei wurde ganz bewusst auf das Privatinvestorennetzwerk von Companisto gesetzt, um den bisher erfolgreichen Expertenansatz in der Technologieentwicklung auch in den kommenden Jahren unabhängig fortsetzen zu können. Innerhalb weniger Wochen wurden über den Angel Club, Bestandsinvestoren einschließlich einer Wandelanleihe des Gründers sowie über Mikroinvestments von Privatinvestoren 2,3 Millionen Euro zugesagt. “Die rasche und unkomplizierte Durchführung der Finanzierungsrunde bestätigt das bereits jetzt greifbare Potenzial unseres Technologie- und Marktansatzes”, zeigt sich der Gründer und CEO von Kauz Dr. Thomas Rüdel erfreut.

Kauz aiStudio: Self-Service Plattform für KI-Assistenten

Die Finanzierung wird in den weiteren Ausbau des Kauz aiStudios investiert, das Unternehmen jeder Größe den Einsatz von Website-Chatbots und KI-Assistenten für interne Bedarfe ermöglicht. Die Mission von Kauz besteht in der Sicherstellung der Kontrollierbarkeit von KI-Lösungen. Diesem Ziel dient auch die Einführung sogenannter “privater Modelle”, mit denen Kauz den Trend zu Open- Source-Modellen, die kundenindividuell anpassbar und bei Bedarf auch on-premise einsetzbar sind, unterstützt.

“Historisch sind wir mit 180 Chatbot-Anwendungen überwiegend im Mittelstands-Segment angesiedelt. Durch die Nutzbarkeit von generativer KI können wir mit dem Kauz aiStudio unsere Lösung nun noch besser skalieren und damit auch die Digitalisierung im Mittelstand beschleunigen und sogar neue Kundensegmente wie zum Beispiel Handwerksbetriebe erschließen", bestätigt Dr. Rüdel weiters eine neue Marktfacette.

Gründer*in der Woche: Frontnow - KI aus und mit Leidenschaft

Unsere Gründer*in der Woche: Warum KI gerade auch für junge Unternehmen relevant ist, sei es als Tool zur internen Nutzung oder als innovatives Start-up-Produkt, erläutert Marc Funk, Co-Founder von Frontnow.

Nicht nur Großunternehmen profitieren von KI, sondern auch Start-ups und junge Unternehmen. Wir als junges Unternehmen nutzen KI beispielsweise, um die Effizienz unserer IT-Abteilung zu optimieren. Somit sind wir als Start-up trotz unserer begrenzten Ressourcen auf Augenhöhe mit den Großen der Branche. Während Softwarecodes früher nur von hochqualifizierten Mitarbeitenden mit hohen Gehältern geschrieben werden konnten, übernimmt das bei uns heute zumindest teilweise eine KI.

In der Interaktion mit den Verbrauchenden entfaltet KI aber ihr wirkliches Potenzial. Egal ob im After-Sales, also im Customer Service, oder im Bereich Pre-Sales – es gilt: KI revolutioniert den Handel, und zwar schon heute.

Die Idee zur unserem Start-up Frontnow entsprang der Erkenntnis, dass die kompetente, maßgeschneiderte und bedürfnisorientierte Beratung, die Kund*innen im stationären Handel (im Idealfall) genießen können, im Online-Handel oft fehlt. Um die Ansprüche der Online-Kund*innen zu erfüllen und sie zum passenden Produkt zu führen, sind qualitativ hochwertiger Content auf der Website und eine individuelle Beratung entscheidend.

KI ist der Schlüssel

Wir, die Gründer Bernhard Lihotzky, Cedric May und ich, wollten diese Lücke schließen und dabei noch einen Schritt weitergehen. Unsere Vision war es, eine Beratung anzubieten, die nicht nur fehlerfrei und individuell, sondern auch rund um die Uhr verfügbar und unabhängig von Ort, Zeit und Sprache ist.

Wir wussten, dass KI der Schlüssel zur Verwirklichung dieser Vision ist. Unser Ziel war und ist es, den/die Kund*in in den Mittelpunkt zu stellen und ihm/ihr eine nahtlose Beratung zu bieten, die zu sinnvollen, schnellen und erfolgreichen Kauf­entscheidungen führt.

Auch wenn wir auf Enterprise-Only-Kund*innen fokussieren, können unsere KI-basierten Lösungen auch kleinere Shops befähigen, den Verbrauchenden ein bedürfnisorientiertes Einkaufserlebnis zu bieten, 24/7 und ohne zusätzliches Personal.

So wollen wir dazu beitragen, dass die Customer Experience auch bei Start-ups technologisch den modernsten Standards entspricht und Kund*innen von Beginn an optimal bedient und beraten werden, während gleichzeitig Ressourcen und Manpower gespart werden, die beispielsweise in die Weiterentwicklung anderer Bereiche des Unternehmens investiert werden können.

Wie KI den E-Commerce revolutioniert

Unser Frontnow Advisor ist ein KI-gesteuerter virtueller Assistent, der die Kund*innenerfahrung und -bindung auf den Websites digitaler Unternehmen auf ein neues Niveau hebt. Diese Technologie nutzt natürliche Sprachverarbeitung und Machine Learning, um Anfragen zu verstehen sowie personalisierte Empfehlungen abzugeben, und ermöglicht es, Informationsüberflutung auf komplexen Websites zu reduzieren und ein intuitives Einkaufserlebnis zu bieten. Durch kontinuierliches Lernen aus den Benutzer*inneninteraktionen wird das Produkt stetig optimiert. KI-gesteuerte virtuelle Assistenten sind ein mächtiges Werkzeug für Unternehmen mit großer Online-­Präsenz – unser Produkt ist ein Vorreiter dieser Technologie.

Derzeit fokussieren wir einzig auf den Bereich Pre-Sales im E-Commerce. Warum Pre-Sales? Weil der Handel dort das Geld verdient. Zudem ist Pre-Sales ein Bereich der Customer Journey, den seltsamerweise kaum jemand anderes adressiert. Die meisten KI-Anwendungen im Online-Handel richten sich auf den Bereich CRM oder Customer Service, also After­Sales.

Pre-Sales ist nicht ganz einfach, weil die Verbrauchenden ihre Bedürfnisse äußern, die so vielfältig sind, wie sie selbst. Traditionell gehen Kund*innen in solchen Fällen in ein Ladengeschäft. Der Frontnow Advisor kann das ändern, weil er in der Lage ist, den/die Kund*in zu beraten, auch wenn diese(r) zwar sein/ihr Bedürfnis kennt, aber keine Lösung dafür hat. Mit anderen Worten: Das Tool kann mit Bedürfnissen genauso gut umgehen wie das Verkaufspersonal im Ladengeschäft.

Automatisierte Datenerfassung und KI-gestützte Datenanreicherung

Ein Großteil der Online-Shops hat bereits mit konkreten Suchanfragen Schwierigkeiten. Generische Produkte, wie z.B. ein üblicher Betondübel, sind oft über die Website-Suche per Eingabe in die Suchleiste oder Suchen in den Kategorien nicht auffindbar. Auch das ändert der Advisor und sorgt dafür, dass der/die Kund*in immer das passende Produkt zum Anliegen findet. Ganz nebenbei wird damit auch noch die Warenkorbgröße durch effektives Cross-Selling erhöht, weil zu dem eigentlich gesuchten Produkt auch noch die logischen Komplementärprodukte mit angeboten werden. Um beim Beispiel zu bleiben: Den Kund*innen werden zum Betondübel auch noch die passenden Bolzen bzw. Schrauben angeboten.

Mit unserem zweiten Produkt, Frontnow Enhance, bieten wir zukunftsorientierte KI-Technologie, die nicht nur vorhandene Daten des Shops optimiert, sondern auch neue Daten generiert, um ein umfassendes Bild der Produkte zu erstellen. Unsere Lösung nutzt intelligente Web-Crawler, um automatisch Produktinformationen von Herstellerwebsites, Bedienungsanleitungen und Produktdatenblättern zu sammeln. Zudem sind wir damit in der Lage, Produkteigenschaften auch aus Bildern bzw. Videos zu extrahieren. Das Tool sieht also am Bild eines Fahrrads, dass dieses die Farbe Gelb hat, auch wenn das Wort Gelb nirgends steht. Durch die Kombination dieser externen Quellen mit internen Daten stellen wir sicher, dass Produktdaten stets aktuell, präzise und vollständig sind.

Diese Kombination aus automatisierter Datenerfassung und KI-gestützter Datenanreicherung ermöglicht es Unternehmen, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen und die Kund*innenzufriedenheit zu steigern.

Teamvielfalt und Lust aufs Mitgestalten unserer KI-Zukunft

Als Gründer und Unternehmer bin ich stolz darauf, mit meinem Team einen Beitrag zur KI-Revolution im E-Commerce zu leisten. Die Basis hierfür: Teamvielfalt im Gründerteam. Bernhard, Cedric und ich sind extrem unterschiedlich, sodass jeder von uns etwas Wertvolles mitbringt, was für den Aufbau eines Tech-Start-ups elementar ist. Cedric, unser CTO, ist ein technisches Genie, dabei extrem empathisch und eher der emotionale Typ. Bernhard ist ein Perfektionist, hat als solcher bereits mehrere Firmen erfolgreich aufgebaut und verkauft. Ich selbst bin der „konzeptionelle Vorprescher“ im Team und habe mein letztes Venture auf über 100 Mio. Euro skaliert. Wir ergänzen uns hervorragend, aber vor allem schätzen wir die Qualitäten und Eigenschaften der anderen im Gründerteam. Unsere additiven Eigenschaften und unser gegenseitiger Respekt sind die Basis unseres gemeinsamen Erfolgs.

Genauso entscheidend ist: Wir glauben an die transforma­tive Kraft der Technologie und die Bedeutung einer kund*innenzentrierten Herangehensweise. Für uns geht es darum, echte Lösungen für echte Probleme zu schaffen. In unserem Start-up haben wir das Privileg, jeden Tag mit leidenschaft­lichen Menschen zusammenzuarbeiten. Gemeinsam sind wir nicht nur Zeugen der KI-Revolution im E-Commerce, sondern aktive Mitgestaltende dieser spannenden Zukunft.

WAY: Berliner Tech-(Ausstatter-)Start-up sammelt 1,2 Mio. Euro ein

Das Berliner Start-up WAY hat in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 1,2 Mio. Euro eingesammelt. Mit dem Geld will das 2023 gegründete Start-up seinen neuen Service vorantreiben, der einfache und günstige Beschaffung von Laptops, Smartphones und Co. mit einer Plattform kombiniert, die manuelle IT-Aufgaben übernimmt.

Jonas Baum und Cedric Bals haben WAY Anfang 2023 gegründet. Bereits als IT-Werkstudent hatte Cedric festgestellt, wie überfordert traditionelle kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) mit ihrer IT waren. Später erlebte er genau die gleichen Probleme bei Start-ups und Scale-ups. So entstand die Idee zu WAY als smarte Lösung für IT-Probleme. Jonas und Cedric sind beide erfahrene Unternehmer, die zuvor sowohl VC-finanzierte als auch gebootstrappte Firmen erfolgreich gründeten.

IT für neue Mitarbeitende steht in weniger als 60 Sekunden

WAY entlastet alle unfreiwilligen IT-Manager wie Gründende, HR- oder Office-Manager*innen. Man mietet oder kauft die Geräte bei WAY; die Plattform übernimmt automatisch alle manuellen IT-Prozesse wie das Aufsetzen der Geräte, das Inventar, die Offboarding-Logistik und das Freischalten von Tool-Zugängen für Mitarbeitende.

Das Ausstatten neuer Mitarbeitenden mit einem Gerät und allen erforderlichen Tools dauert – so die Aussage von WAY – dank der Integrationen mit allen wichtigen HR-Tools, Slack und Microsoft Teams weniger als 60 Sekunden.

Der Service ist nicht nur auf kleinere Unternehmen beschränkt, sondern richtet sich auch an größere Organisationen mit bestehenden Geräteflotten. WAY bietet ein KI-gestütztes Tool für die schnelle und einfache Integration des IT-Inventars – ohne lästiges Hochladen von Excel-Tabellen.

Schluss mit dem berühmt-berüchtigten IT-Schmerz

WAY ist für viele Funktionen kostenlos. Add-ons ermöglichen einen höheren Grad an Automatisierung und Sicherheit. "Selbst technikaffine KMUs professionalisieren ihre IT oft viel zu spät, weil bestehende Lösungen zu teuer und für große Unternehmen mit einer eigenen IT-Abteilung gemacht sind”, sagt Mitgründer Jonas. “Unser Ziel ist es, dass alles von Anfang an richtig gemacht wird und kein Unternehmen je mehr den berühmt-berüchtigten IT-Schmerz fühlen muss."

Mit dem frischen Kapital wollen die Gründer ihre innovative Technologielösung weiter ausbauen. Die Runde angeführt hat der belgische VC-Fonds Pitchdrive, begleitet von IBB Ventures, FvS Investments und dem HR-VC allygatr. Daneben beteiligten sich auch namhafte SaaS-Angel-Investoren, darunter David Padilla, CEO des HR-Systems Kenjo, die Comatch-Gründer Jan Schächtele und Christoph Hardt, Joblift-CTO Denis Bauer oder Circus Kitchen-CTO Helge Plehn.

COLIPI: Hamburger DeepTech-Start-up schließt 1,8 Mio. Euro Seed-Finanzierung ab

Das 2022 von Philipp Arbter, Tyll Utesch, Jonas Heuer und Maximilian Webers gegründete Start-up COLIPI entwickelt ein industriell-biotechnologisches Verfahren, welches klimaschädliches CO2 und kohlenstoffhaltige Industrieabfälle in Climate Oil umwandelt.

COLIPI: die "Brauerei für Öle"

Das 2022 gegründete Start-up, eine Ausgründung der Technischen Universität Hamburg, unterstützt durch das EXIST Forschungstransfer Programm (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) und das InnoRampUp Programm (IFB Innovationsstarter GmbH), revolutioniert die Art der Ölherstellung. COLIPI ist gewissermaßen eine Brauerei für Öle. Kohlenstoff wird aus der Luft gewonnen bzw. gefiltert statt aus dem Erdreich gepumpt. CO2-haltige Industrieabgase und organische Nebenströme, z.B. aus der Agrarindustrie, werden durch Mikroorganismen via Fermentationen in wertvolle Biomaterialien wie Climate Oil umgewandelt. Das Verfahren ist, gemessen am CO2-Fußabdruck und der Auswirkung auf die Artenvielfalt, nachhaltiger als Erdöl oder Palmöl. Es wird durch einen patentierten Bioprozess, eine Kombination aus einem speziell entwickelten Gas-Fermentationsbioreaktor und den weltweit schnellsten CO2-konsumierenden Bakterien, ermöglicht.

Industriepartner, die Produkte wie zum Beispiel Kosmetika auf Basis von Climate Oil anbieten, werden den Corporate CO2-Footprint deutlich reduzieren können. Die Gründer Philipp Arbeiter, Tyll Utesch, Jonas Heuer und Maximilian Webers streben an, ab 2039 jährlich viele Millionen Tonnen Climate Oil pro Jahr zu produzieren und ein Vielfaches dessen an CO2 zu vermeiden. Das wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und damit zum Schutz der Menschheit.

Team vergrößern, Markt testen, Technik skalieren

Die nun abgeschlossene Seed-Finanzierung ist ein weiterer Meilenstein für das junge Unternehmen. Das Kapital wird genutzt, um das Team zu vergrößern, den Markt zusammen mit von Partnern hergestellten Produkten zu testen und die Technik zu skalieren.

Zu den Investor*innen gehören der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Innovationsstarter Fonds Hamburg (IFH), Nidobirds Ventures GmbH und Stefan De Loecker. Mit dem Investment kommt COLIPI ihrer Vision “Fermenting Renewable Carbon For Generational Life Quality” ein großes Stück näher.

“Wir glauben fest daran, dass unser Gas-Fermentations-Prozess ein Meilenstein für Bioprozesse darstellt, mit dem riesigen Potential, Biomaterialien wie Öle massenhaft zu günstigen Preisen und ohne umweltschädliche Einflüsse zu produzieren. Climate Oil soll eine klimaneutrale Alternative zu Palm- und Erdöl werden, die der Industrie hilft, Klimaziele leichter zu erreichen durch Reduktion von GHG Scope 3 und die Umwelt zu schützen. Mit Stefan De Loecker, HTGF, Innovationsstarter Fonds Hamburg und Nidobirds stehen wir zum Teil seit 2021 in regelmäßigen Austausch und freuen uns in ihnen die perfekten Partnerinnen für unsere nächsten Schritte gefunden zu haben”, kommentiert Maximilian Webers, Co-Founder & CEO von COLIPI.

Dr. Nik Raupp, Senior Investment Manager beim HTGF: „Die COLIPI-Gründer sind mit ihrer hohen technischen Kompetenz in der Biotechnologie und ihren wirklich innovativen Ansätzen zur nachhaltigen Lösung einer großen Herausforderung ein Paradebeispiel für das Potenzial der Bioökonomie.”

Dörte Bunge, Principal beim Innovationsstarter Fonds: „Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Team der COLIPI GmbH. Diese Technologie hat das Potenzial, ein Massenprodukt zu einem akzeptablen Preis zu ersetzen und kann damit einen wirklichen Impact erreichen.”

Prof. Dr.-Ing. Andreas Timm-Giel, Präsident TU Hamburg: „Technologietransfer aus Universitäten erfolgt neben direkten Industriekooperationen, Veröffentlichungen, Patenten und Absolventen auch über Start-ups. Technologische Lösungen, wie von COLIPI entwickelt, werden benötigt, um den Klimawandel abzumildern. Wir freuen uns, dass wir als Gründerhochschule mit unserem Startup Port @ TUHH eine Reihe von erfolgreichen Startups in Green Technologies zur Gründung führen konnten. COLIPI gratulieren wir ganz herzlich zu dieser weiteren Förderung und begleiten sie gerne auf ihrem weiteren Weg!”

Stefan De Loecker: „Die Innovation von COLIPI kann einen wesentlichen Beitrag zum Schutz des Klimas liefern, insbesondere weil auch die Wirtschaftlichkeit der Technologie attraktiv ist. Dieses Thema liegt mir seit Jahren sehr am Herzen und die Begeisterung des COLIPI Teams ist ansteckend.”

Nicholas Keuper, Geschäftsführer Nidobirds Ventures: “COLIPI passt strategisch genau zu unserer Value Investing-Philosophie. Für uns steht die Qualität des Gründerteams immer an erster Stelle, und dieses Team hat uns überzeugt.”

Lexware Trendradar: Gründungshindernisse und Auswege

Eine aktuelle Umfrage unter Gründer*innen und Unternehmer*innen unterstreicht die Notwendigkeit: Runter mit den Finanzierungshürden!

Mehr Geld sparen, Sport treiben und sich gesünder ernähren – das sind die beliebtesten Vorsätze der Deutschen für dieses Jahr. So weit, so wenig überraschend. Für einige wird aber noch etwas anderes auf der diesjährigen To-do-Liste stehen: endlich den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Sein eigener Chef oder seine eigene Chefin zu sein, ist für viele eine ausgesprochen attraktive Aussicht, ebenso die Flexibilität, die mit einer selbstständigen Tätigkeit einhergehen kann.

Der Gründungsmotor stottert

Doch der Weg dorthin ist meist steinig, insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Und in solchen befinden wir uns zweifelsohne schon seit einigen Jahren. Durch die COVID-19-Pandemie, die Energiekrise, die hohe Inflation und Co. haben Gründungswillige es aktuell schwer. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider: So ist die Anzahl der jährlichen Unternehmensgründungen zwischen 2019 und 2023 selbst bei optimistischen Berechnungen um fast 100.000 auf rund 510.000 gefallen.

In diesem Jahr könnten wir zwar wieder ein kleines Plus verzeichnen, was wir aber eigentlich brauchen, ist eine deutliche Trendumkehr. Wir müssen wieder mehr Menschen „Lust aufs Machen“ machen. Denn Selbständige, vom Solo-Selbständigen bis zur Kleinunternehmerin, sind das Rückgrat unserer Wirtschaft: Ihre vier Millionen Unternehmen, die dabei zwölf Millionen Arbeitnehmer beschäftigen, machen 97 Prozent aller Unternehmen hierzulande aus! Dennoch finden sie in der öffentlichen (und politischen) Wahrnehmung oft nicht die entsprechende Beachtung. Und eine solche Trendumkehr ist trotz der derzeitigen wirtschaftlichen Situation möglich. Dafür müssen wir aber erst die Bedingungen für Gründer*innen verbessern.

Gründen schwer gemacht

Denn Hürden gibt es so einige. In einer Umfrage von Statista und Lexware, einem Business-Softwareanbieter für Selbständige, unter Gründer*innen und Unternehmer*innen waren die Top 3 Hürden:

  • Fehlende finanzielle Mittel: 42 Prozent
  • Unübersichtliche Gesetzesvorgaben: 30 Prozent
  • Fehlendes Know-how (etwa bei Finanz- und betriebswirtschaftlichem Wissen): 21 Prozent

Im ersten Moment mag es naheliegen, die Verantwortung für die Beseitigung dieser Hindernisse bei den Gründungswilligen zu verorten. Und ja, wer sich in irgendeiner Form selbständig machen will, sollte sich natürlich vorher eingehend mit betriebswirtschaftlichen Fragen, den bürokratischen Anforderungen und der Finanzierung beschäftigen. In der Praxis gestaltet sich genau das aber häufig deutlich komplexer, als man vielleicht annehmen würde.

So werden Finanz- und betriebswirtschaftliche Themen immer noch so gut wie gar nicht in der Schule behandelt. Und wer kein BWL-Studium in der Tasche hat, sieht sich bei der Unternehmensgründung plötzlich mit Fragen konfrontiert wie „Welches Geschäftsmodell ist für mich am sinnvollsten?“, „Wie schreibe ich einen Businessplan?“ oder „Wie erledige ich eigentlich meine Buchhaltung?“

Mit Blick auf die bürokratischen Anforderungen, die bei der Unternehmensgründung und danach erfüllt werden müssen, kann man aufgrund der Komplexität eigentlich nur den Kopf schütteln. Allein für die Anmeldung eines Unternehmens braucht es in der Regel Termine bei der Stadt oder Kommune, dem Finanzamt und einem Notar. Das sind standardisierte Prozesse, aber in der Verwaltung fehlt die IT-Infrastruktur, um sie zu digitalisieren. Und das Steuerrecht birgt seine eigenen Stolperfallen, die in den schlimmsten Fällen zu hohen Nachzahlungen führen können. Eine Vereinfachung von Vorgaben und Prozessen ist dringend erforderlich, wenn mehr Gründungswillige den Schritt zur Selbständigkeit tatsächlich gehen sollen.

Die Frage aller Fragen: Wo kommt das Geld her?

Die größte Hürde ist allerdings die Finanzierung. Egal, welche Art von Tätigkeit man ausübt, bei der Selbständigkeit entstehen zunächst Kosten – zum Beispiel für Materialien, Arbeitsmittel oder Mitarbeitende. Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) haben ihre Gründung hauptsächlich durch Eigenkapital finanziert. Ein Viertel (24 Prozent) hat einen Bankkredit aufgenommen und nur sechs Prozent haben staatliche Fördermittel in Anspruch genommen. Allerdings: Soll die Selbständigkeit in erster Linie nur für diejenigen möglich sein, die genügend Eigenkapital ansparen konnten?

Das Problem ist dabei nicht einmal das Fehlen von Förderinitiativen. Gerade auf staatlicher Seite gibt es einige, ob durch die Bundesagentur für Arbeit, die KfW-Bank oder die einzelnen Bundesländer. Diese werden zudem durch nichtstaatliche Programme ergänzt. Vielmehr ist es die Unübersichtlichkeit der Förderlandschaft, die Gründer*innen vor Herausforderungen stellt. Hinzu kommen oft undurchsichtige und langwierige Bewerbungsprozesse. Wenn wir das Gründen für mehr Menschen möglich machen wollen, brauchen wir mehr Transparenz sowie einfache, digitale Prozesse, um beispielsweise Fördermittel abzurufen. Ein Anfang wäre beispielsweise eine zentrale cloudbasierte Datenbank, in der man sein Vorhaben mit allen Fördermöglichkeiten abgleichen und direkt die erforderlichen Unterlagen hochladen und einreichen kann

Customer Engagement Report 2024

Der aktuelle Report zeigt u.a.: Fast die Hälfte der Verbraucher*innen erwarten 24/7-Service und hohe Offenheit gegenüber KI-Tools für verbesserte Customer Experience. Hier gibt's alle Fakten im Überblick.

Vonage, Anbieter von Cloud-Kommunikationslösungen für Unternehmen und Tochtergesellschaft von Ericsson, veröffentlicht seinen Global Customer Engagement Report 2024. Der 12. Jahresbericht zum Thema Customer Engagement bietet einen Überblick über die Kommunikationspräferenzen von Kund*innen im Kontakt mit Unternehmen und zeigt neue Trends auf. Diese bestätigen die Notwendigkeit, die Kund*inneninteraktion mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) zu optimieren, eine durchgehende Betreuung über verschiedene Kommunikationskanäle hinweg zu gewährleisten und damit die Kund*innenbindung zu stärken.

Anrufe via Mobiltelefon ganz vorn bei Kommunikation mit Unternehmen

Den Studiendaten zufolge bevorzugen die Verbraucher*innen weltweit für ihre Kommunikation mit Unternehmen unterschiedliche Kanäle. Hierbei stehen Anrufe via Mobiltelefon (36 %), Messaging-Apps (31 %), Telefonanrufe über Apps (29 %) und E-Mail (29 %) ganz oben auf der Präferenzliste.

Was auffällt: Die Deutschen fallen bei fast allen Kanälen stark in den Nutzungszahlen zurück, nur Japan nutzt noch weniger Kommunikationsmethoden. Handy-Anrufe sind bei uns zwar auch auf Platz eins (27 %), gefolgt von E-Mail (26 %), Messaging-Apps (25 %) und Posts in den sozialen Medien (15 %). Anrufe via Apps bevorzugen allerdings nur 14 %, Chats via mobile Apps nur 10 % (international: 24 %) und Push-Nachrichten 12 % (international: 20 %). Die klassische SMS bildet mit 8 % das Schlusslicht (auch bei den Spaniern mit nur 5 %). Global präferieren 22 % der Nutzer*innen SMS, bei unseren französischen Nachbarn sind es sogar ganze 33 %.

Weniger als die Hälfte (42 %) der gesamt Befragten gab an, dass sie mit der Kommunikation „sehr zufrieden“ sind. In Deutschland sind es nur 33 %.

Zahlreiche Ärgernisse wurden von den Verbraucher*innen weltweit genannt, wie beispielsweise lange Wartezeiten auf ein Gespräch mit einem Mitarbeiter (63 %), keine Möglichkeit, mit dem Kund*innendienst per Voice-Nachricht/Telefon Kontakt aufzunehmen (59 %), keine 24-Stunden-Verfügbarkeit des Kund*innenservices (48 %) und fehlende Self-Service-Unterstützung (46 %).

Laut Bericht sind alarmierende zwei Drittel (74 %) der Kund*innen dazu bereit, aufgrund schlechter Erfahrungen den Anbieter zu wechseln. Für fast die Hälfte (46 %) von ihnen reichen schon ein oder zwei negative Vorfälle aus, um abzuspringen. Ein Blick nach Deutschland: hier würden 70 % aufgrund schlechter Erfahrungen wechseln, für 40 % genügen ein bis zwei Patzer.

Befragte sehen KI als Chance für Verbesserung der Customer Experience

Mit Tools wie KI-basierten virtuellen Assistenten sind Unternehmen besser gerüstet, um schnelle Lösungen bereitzustellen, frustrierende Kund*innenerlebnisse zu verringern und dem/der Nutzer*in letztlich ein spezifischeres, personalisiertes Erlebnis zu verschaffen. Die Befragung verdeutlicht, dass die Verbraucher*innen sich bereitwillig auf künstliche Intelligenz einlassen, um ihre Experience zu verbessern. Sie befürworten aktiv, dass die Unternehmen mehr KI-Lösungen einsetzen, um die Customer Experience zu verbessern: 61 % der gesamt Befragten sind positiv gestimmt (hingegen 46 % der Deutschen), 26 % sogar „sehr positiv“ (bei den Deutschen 15 %).

Zudem haben 80 % der Verbraucher*innen (67 % der Deutschen) in den letzten Monaten bereits mit mindestens einem KI-Tool Erfahrung gemacht. Darunter 38 % mit einer künstlich intelligenten Suchmaschine (23 % bei den Deutschen), 32 % mit KI-Chatbots (respektive 20 %), 29 % mit smarten Assistenten (respektive 25 %) und 29 % mit ChatGPT (respektive 24 % bei den Deutschen).

Positive Customer Experience schafft loyale Markenbotschafter*innen

56 % der Verbraucher*innen weltweit gaben an, dass sie dem Anbieter bei einem guten Service ein positives Feedback geben würden. 55 % sagten, dass sie positive Erfahrungen mit Freunden und Familie teilen – womit klar sein dürfte, dass solche Kund*innen wertvolle Markenbotschafter*innen sind. Obendrein berichteten mehr als die Hälfte (52 %) der Umfrageteilnehmenden, dass sie einer Marke, mit der sie gute Erfahrungen gemacht haben, treuer sind. Mehr als ein Drittel (36 %) geht sogar so weit, zusätzliche Produkte zu kaufen.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Customer Support laut der Befragten sogar um 40 % verbessert, nur für 6 % verschlechtert. Für die deutschen Befragten um 30 %, beziehungsweise 10 %.

Stärkstes Potenzial für Kommunikation mit Unternehmen: Videochat und Chatbots

Den Antworten nach wird sich die Nutzung von Chatbots und Videochats innerhalb des nächsten Jahres mehr als verdoppeln. 10 % der Kund*innen weltweit kommunizieren bereits heute per Chatbots, und 23 % werden sie voraussichtlich in den nächsten sechs bis 12 Monaten verwenden. 13 % der Befragten gaben an, dass sie aktuell per Videochat mit den Anbietern sprechen. Bei 26 % wird dies wohl in den nächsten sechs bis 12 Monaten der Fall sein. Die Unternehmen sollten also diese beiden Kanäle im Auge behalten.

Über die Studie

Für die Global Customer Engagement Studie wurden weltweit mehr als 7.000 Kund*innen in 17 Ländern (darunter 405 deutsche Kund*innen) befragt. Die im Oktober und November 2023 durchgeführte Umfrage untersuchte die verschiedenen Kanäle, die Kund*innen im Kontakt mit Freund*innen und Familie, sowie Unternehmen und Dienstleistenden nutzen, darunter Voice, Messaging-Apps, E-Mail, soziale Medien und Chat. Die Studie befasste sich außerdem mit dem Nutzen von KI und eines exzellenten Kund*innenservice.

Den vollständigen Bericht gibt's hier

Millionen-Investment für MedTech Start-up Implify

Das 2020 gegründete MedTech Start-up Implify hat eine erfolgreiche Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe eines siebenstelligen Investments abgeschlossen. Neben bmh beteiligen sich an dieser Runde auch seed + speed und Hanse Ventures.

Implify ist eine unabhängige und zentrale Service- und Technologie-Plattform im Bereich der Implantologie. Das Unternehmen wurde 2020 von Florian Schnorr, Marc-Philipp Kern und Steffen Weinlich gegründet und gilt als Pionier in der Digitalisierung von Prozessen rund um die Materialbeschaffung. Vom Firmensitz in Frankfurt am Main aus unterstützt Implify Dentalpraxen und -labore in der DACH-Region bei der digitalen Warenbeschaffung und -verwaltung. Mittels einer standardisierten Aufbereitung der Produkte und smarter Technologien können Einkäufer*innen alle notwendigen Produkte für eine Implantat-Behandlung schnell finden und direkt online bestellen. Dank der neu entwickelten Lösung „Implify Connect“ geht dies nun auch vollautomatisch.

Nach erfolgreichem Abschluss mehrerer Pilotprojekte für Konsignationslager von namhaften internationalen Herstellern soll die Finanzierung in die Ausweitung der Lösung auf weitere Zahnarztpraxen und Dentallabore sowie die Expansion in weitere Bereiche des Medizinsektors fließen.

Marc-Philipp Kern, Gründer und Geschäftsführer von Implify: „Wir merken, dass der Bedarf an smarten, automatischen Lösungen entlang der gesamten Lieferkette im Medizinmarkt enorm ist. Allein im deutschen Implantatmarkt sprechen wir von rund 10.000 Konsignationslagern, die noch immer größtenteils händisch verwaltet werden. Unsere modulare ,Implify Connect‘-Lösung schafft hier schnell und kosteneffizient Abhilfe und damit eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

Daniel Steffen, Senior Investment Manager, seed + speed: „Die Notwendigkeit, tägliche Routinen im Dentalmarkt mit smarten, digitalen Lösungen effizienter zu gestalten, ist immens gestiegen. Mit optimierten Prozessen wie Implify sie bietet, kann sich das Personal dem eigentlich Wichtigsten besser widmen: nämlich dem Patienten. Wir freuen uns sehr, diese spannende Entwicklung begleiten zu dürfen.“

Sebastian Schulz, Geschäftsführer, Hanse Ventures: "Implify hat mit ihrem Produkt eine Lösung geschaffen, die es Zahnarztpraxen ermöglicht, einen Teil ihrer Administrationsarbeit, die in den letzten Jahren stark zugenommen hat, zu vereinfachen und Fehlerquellen auszuschließen. Dabei ist ihre Lösung an die Praxiswirklichkeit angepasst und einfach einzurichten.“

„Wir begleiten Implify bereits seit der Seed-Runde 2021 durch einen von uns verwalteten Fonds. Die aktuelle Finanzierungsrunde dient im Wesentlichen dazu, das neue Geschäftsfeld ,Connect‘ voranzubringen. Der Bereich Lagerlogistik birgt großes Potenzial – auch für andere Anwendungsfälle im medizinischen Bereich“, ergänzt Lena Lang, verantwortliche Investment Managerin der bmh.

Studie: Generative KI in der europäischen Start-up Landscape

Die erste Studie über den Status Quo von generativer KI in europäischen KI-Start-ups zeigt, dass sie ‌unter mangelnder Finanzierung leiden. Hier alle Ergebnisse im Überblick.

Das gemeinnützige appliedAI Institute for Europe veröffentlicht die erste Studie über den Status Quo von generativer KI in europäischen KI-Start-ups. Befragt wurden 95 Start-ups aus diesem Bereich zur Entwicklung von generativer KI sowie zu ihren Herausforderungen im internationalen Wettbewerb.

Die Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für KI-Start-ups zu verbessern und damit die Wettbewerbsfähigkeit Europas erheblich zu stärken.

  • Insgesamt gibt es etwa 6.300 KI-Start-ups in der EU, davon sind 669 aus dem generativen KI-Bereich
  • Die meisten generativen KI-Start-ups kommen aus Deutschland (19,9 Prozent)
  • Das Funding generativer KI-Start-ups aus Europa beläuft sich auf bisher insgesamt 2,37 Mrd. Euro
  • Die größten Herausforderungen der Start-ups sind Finanzierung, Regulierung und Rechenkapazität

Die Start-ups wurden unter anderem zu Bereichen wie Finanzierung, spezifischen Tätigkeitsfeldern, Größe sowie ihren individuellen Herausforderungen als generatives KI-Startup in Europa befragt. Aus den zum Teil alarmierenden Ergebnissen leitet das appliedAI Institute for Europe wegweisende Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft ab.

Wesentliche Erkenntnisse der Studie sind, die Investitionen in diesem Bereich voranzutreiben und eu­ropäische Start-ups dabei zu unterstützen, die Entwicklung von generativer KI in Europa zu beschleunigen. Denn diese Technologie hebt die Effizienz und Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf ein neues Niveau. Europäische KI-Start-ups sind dabei unverzichtbar. Sie haben das Potenzial, die nächste Generation von generativen KI-Modellen zu entwickeln, die europäischen Werten entsprechen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Fokusfelder der generativen KI-Start-ups in Europa

Aktuell arbeiten 31 Prozent der 95 Start-ups an der Entwicklung sogenannter Basismodelle. 41,6 Prozent konzentrieren sich auf die Bereitstellung von Entwicklungstools und Infrastruktur für generative KI-Modelle. Zusätzlich entwickeln 62,9 Prozent Downstream-Anwendungen auf Grundlage bestehender Basismodelle. „Downstream” bezeichnet hier eine nachgelagerte Phase und bezieht sich auf die Anwendbarkeit und Erledigung spezifischer Aufgaben, die auf den Ergebnissen von KI-Modellen aufbauen. (Bei der Beantwortung waren Mehrfachnennungen möglich.)

Etwa die Hälfte der befragten Start-ups (52,6 Prozent) fokussiert sich speziell auf einzelne Schichten des Technologie-Stacks, während 47,4 Prozent in mindestens zwei Schichten des Technologie-Stacks aktiv sind.

Die größten Herausforderungen für generative KI-Start-ups (Mehrfachnennungen möglich):

  • Mangelnde Finanzierung (51 %)
  • Regulierung (24 %)
  • Begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung (19 %)
  • Mangel an qualifizierten Fachkräften (18 %)
  • Zugang zu hochwertigen Daten (17 %)
  • Faire Wettbewerbsbedingungen (14 %)
  • Sonstige regulatorisch-gesetzliche Aspekte (z. B. IP) (10 %)
  • Sicherheit (5 %)
  • Sonstige (11 %)
  • Externe Faktoren nehmen Start-ups Handlungsspielraum

Die Frage nach den Herausforderungen der Start-ups ist ein zentraler Teil dieser Studie. Mangelnde Finanzierung, die Regulierung in der EU sowie die begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung sind dabei die drei Bereiche, welche die Start-ups am stärksten beeinflussen und in denen dringender Handlungsbedarf besteht.

Es mangelt an finanzieller Unterstützung

Investitionen in generative KI sind unerlässlich für die europäische Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit. Sie führen zu einem erhöhten Maß an Unternehmertum, gesteigerter Produktivität und einer zukunftsorientierten Wirtschaft, welche die Entwicklung generativer KI aktiv mitgestaltet. Start-ups fungieren dabei als wirtschaftlicher Katalysator.

Etwa die Hälfte (51 Prozent) der befragten Start-ups gab an, dass ihre größte Herausforderung in der Finanzierung bzw. dem Funding liegt, insbesondere im Vergleich zu den USA und China. Den Daten zufolge haben europäische generative KI-Start-ups bisher nur rund 2,37 Mrd. Euro an Finanzmitteln gesammelt. Im Gegensatz dazu haben allein zwei Player aus den USA, OpenAI und Anthropic, bis Dezember 2023 bereits über 14 Milliarden Euro an Finanzierung erhalten. Allein diese beiden außereuropäischen KI-Start-ups haben sechsmal so viel Geld erhalten wie alle rund 669 generativen KI-Start-ups in der EU zusammen.

Die Zurückhaltung in europäische generative KI-Startups zu investieren, ist groß. Eine mangelnde Finanzierung erschwert allerdings das unerlässliche, aber kostenintensive Modelltraining enorm. Dies führt zu einem bedeutenden Wettbewerbsnachteil auf internationaler Ebene.

Start-ups zwischen Unsicherheit und Relevanz von Regulierung

24 Prozent der 95 Start-ups äußerten Bedenken aufgrund anstehender regulatorischer Maßnahmen, die teilweise als übermäßig komplex und restriktiv empfunden werden. Diese Umstände erzeugen Unsicherheit unter den Start-ups. Zusätzlich werden das bürokratisch geprägte Verwaltungsverfahren in Europa und die Frage des Urheberrechts als Wettbewerbsnachteil wahrgenommen.

Trotz dieser Herausforderungen betonen zahlreiche Start-ups die Relevanz von einheitlichen Vorschriften im Rahmen des EU AI Acts. Diese sollen die europäischen Werte sowie die Gesellschaft schützen.

Eingeschränkte Rechenleistung als Bottleneck

Die Daten zeigen, dass etwa die Hälfte (51,6 Prozent) der europäischen Start-ups im Bereich generative KI den Zugang zu den Supercomputern der European High-Performance Computing Joint Undertaking nutzen möchte, um ihre Modelle zu trainieren. Das EuroHPC JU ist eine Einrichtung von europäischen Staaten und privaten Partnern, die darauf abzielt, die Hochleistungsrechenkapazitäten in der EU voran­zutreiben. Die andere Hälfte der Befragten (48,4 Prozent) ist allerdings der Ansicht, dass ein solcher Zugang keinen nennenswerten Mehrwert für ihr Startup bringen würde.

Die begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung wird von 18 Prozent der Start-ups als Herausforderung gesehen. Die eingeschränkte Verfügbarkeit in Europa sowie die hohen Kosten für Grafikprozessoren (GPU) und die Nutzung von Cloud-Services bringen Startups erhebliche Wettbewerbsnachteile im Vergleich mit außereuropäischen Start-ups. Dies resultiert auch aus einem generellen Mangel an Cloud-Anbietern in Europa.

Dr. Frauke Goll, Managing Director des appliedAI Institute for Europe, kommentiert die Ergebnisse der Studie: „Generative KI-Start-ups sind an der Spitze neuer technologischer Entwicklungen und treiben Europas Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft voran. Um sicherzustellen, dass Europa eine aktive Rolle bei der Gestaltung und Entwicklung generativer KI spielt, ist daher unverzügliches Handeln notwendig. Andernfalls werden wir nur vom Spielfeldrand zusehen.“

Fünf Handlungsfelder zur Stärkung der generativen KI-Landschaft in Europa

Basierend auf der Analyse des europäischen Ökosystems für generative KI-Start-ups ergeben sich verschiedene Handlungsfelder, um die Entwicklung von generativer KI „Made in Europe“ zu schützen und zu beschleunigen.

1. Vertrauen in generative KI stärken

Vertrauen ist ein wichtiger Schlüssel, um das europäische Ökosystem zu stärken. Ohne Vertrauen sind Unternehmen nicht bereit, kritische Daten und interne Dokumente für das Training von KI-Modellen zur Verfügung zu stellen. Es ist wichtig, dass Unternehmen Vertrauen in generative KI-Lösungen aufbauen. Jedoch muss ebenfalls sichergestellt werden, dass diese Lösungen das Vertrauen auch verdienen.

2. Finanzierung für Risikokapitalgeber attraktiver gestalten

Im Vergleich zu den USA oder China hinken die EU-Länder bei der Finanzierung durch Risikokapitalgeber erheblich hinterher. Um dieses Problem anzugehen, bedarf es eines umfassenden Ansatzes, der die Zusammenarbeit zwischen Investoren, politischen Entscheidungsträgern und dem Startup-Ökosystem fördert. Dazu gehört auch ein verstärktes „Matchmaking“ zwischen europäischen KI-Start-ups und international agierenden Investoren.

3. Europäische Wertschöpfung ankurbeln

46 Prozent der generativen KI-Start-ups, die Bedenken gegenüber der Nutzung von EuroHPC JU äußerten, argumentieren, dass dies auf die Verwendung vergleichsweise kleiner Modellgrößen oder den Einsatz von vortrainierten Modellen zurückzuführen ist.  Die Nutzung vortrainierter Modelle kann die Kosten senken, da Start-ups die Grundmodelle nicht selbst erstellen und trainieren müssen. Allerdings werden diese Dienste hauptsächlich von Technologieunternehmen aus den USA angeboten. Dies bedeutet, dass europäische generative KI-Start-ups, die diese benötigen, mehrheitlich auch an außereuropäische Technologieunternehmen gebunden sind. Es muss daran gearbeitet werden, Europa als Arbeitsstandort attraktiver zu gestalten, damit die generative KI-Wertschöpfung in Europa und nicht in den USA oder China stattfindet.

4. Zugang zu hochwertigen Daten erleichtern

Generative KI-Start-ups in Europa stehen bei der Datenbeschaffung vor besonderen Herausforderungen, da sie, wie beschrieben, größtenteils von US-amerikanischen Anbietern abhängig sind. Zudem besteht Rechtsunsicherheit in Bezug auf personenbezogene Daten. Zusätzlich sind Daten in den europäischen Sprachen insgesamt nur begrenzt verfügbar. Dies erschwert den Zugang zu großen, hochwertigen Datensätzen für europäische Unternehmen. Es braucht Maßnahmen wie die Bereitstellung des Zugangs zu Datensätzen und die Schaffung eines Umfelds, in dem Startups und weitere Branchenteilnehmer Daten austauschen und gemeinsam experimentieren können.

5. Fragmentierung vermeiden und vorhandene Expertise nutzen

Die Verbindung zwischen verschiedenen europäischen Akteuren muss gestärkt werden, um eine Fragmentierung zu vermeiden und von der Expertise eines jeden Landes zu profitieren. Dazu müssen weitere Möglichkeiten für Start-ups und Investoren aus verschiedenen Ökosystemen geschaffen werden, um auf europäischer Ebene gezielt zusammenzuarbeiten. Daher ruft das appliedAI Institute for Europe weitere EU-Länder auf, verstärkt zusammenzuarbeiten und sich der European AI Startup Landscape anzuschließen, um das europäische KI-Ökosystem zu erweitern.

Den Anschluss nicht verlieren

„Das globale KI-Wettrennen ist in vollem Gange und Europa muss eine aktive und führende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft übernehmen. Akteure aus den USA und China können unter wesentlich günstigeren Bedingungen arbeiten. Diese Umstände erschweren es europäischen generativen KI-Start-ups erheblich, mit stark finanzierten Unternehmen aus den USA zu konkurrieren. Die ungleichen Wettbewerbsbedingungen stellen ein Hemmnis für Wachstum und Erfolg auf dem Markt dar und erfordern enorme Anstrengungen und Ressourcen”, so Dr. Andreas Liebl, Managing Director des appliedAI Institute for Europe.

„KI-Start-ups sind ein wesentlicher Beschleuniger für die Innovationskraft in Europa. Daher ist es entscheidend, dass sie ein unterstützendes Ökosystem sowie attraktive Rahmenbedingungen vorfinden, damit sie nicht ins außereuropäische Ausland abwandern“, ergänzt, Dr. Goll. „Mit unserer Vision eines Open-Access Accelerators für Trustworthy AI tragen wir mit unseren Partnern dazu bei, das KI-Start-up-Ökosystem zu gestalten. Unsere Handlungsempfehlungen dienen dabei als Impuls für den weiteren Dialog mit Wirtschaft, Start-ups und öffentlicher Hand.”

Zur Methodik: Basis der Datenerhebung waren ca. 1.170 KI-Start-ups, die im Rahmen der European AI Startup Landscape in den beteiligten EU-Länder identifiziert wurden. Diese KI-Start-ups wurden auf der Grundlage von Kriterien wie Daten, Fachkräfte, KI-Methoden, Skalierbarkeit und Gesamtqualität identifiziert. Zur Aufschlüsselung von generativen KI-Start-ups wurde ein KI-basiertes Klassifizierungssystem entwickelt und von zwei unabhängigen KI-Experten*innen validiert.

Die Studie (n=95) verwendete ein Querschnittsdesign. Jedes generative KI-Startup wurde durch Expert*innen der jeweiligen KI-Partnerinitiative im Zielland kontaktiert. Die Teilnahme erfolgte nur auf Einladung über verschiedene Kanäle. Die Datensammlung dauerte vier Wochen (23.10.2023 - 17.11.2023) und erfolgte in englischer Sprache. In der Umfrage wurden sowohl quantitative als auch qualitative Daten über die europäische generative KI-Landschaft erhoben.

Timeless Investments: Berliner Start-up sammelt 11,5 Mio. Euro ein

Das 2018 von Jan Karnath, Andreas Joebges und Malte Häusler gegründete Timeless Investments mit Sitz in Berlin hat sich der Mission verschrieben, der europäische Marktführer für Investitionen in seltene Sammlerstücke zu werden und diese zugänglich, erschwinglich und handelbar zu machen.

Als eines der ersten Unternehmen weltweit ermöglicht es Timeless Investments durch den Einsatz der Blockchain-Technologie über eine digitale Plattform bereits ab 50 Euro pro Anteil in Sammlerstücke zu investieren und so zukünftig an deren Wertentwicklung zu partizipieren. Der Kauf der Anteile erfolgt über die Timeless-App, wobei die digitalen Transaktionen zuverlässig, sicher und nachvollziehbar dokumentiert werden. Timeless übernimmt hierbei für die Kund*innen zudem die Auswahl, Verifizierung, Lagerung, Pflege und Versicherung der Assets. Bislang hat Timeless Investments über 450 Sammlerstücke mit einem Gesamtwert von mehr als 20 Millionen Euro tokenisiert.

Jetzt gibt Timeless Investments bekannt, in einer Finanzierungsrunde 11,5 Millionen Euro frisches Kapital für das weiteres Unternehmenswachstum eingesammelt zu haben. In diesem Zusammenhang hat das Unternehmen einen umfangreichen Media-for-Equity Deal mit dem SevenAccelerator von ProSiebenSat.1 abgeschlossen. Dieses strategische Investment soll Timeless Investments ermöglichen, seine Marktpräsenz weiter auszubauen und seine führende Position in der Branche zu festigen.

Gleichzeitig nimmt Timeless Investments Veränderungen in seiner Führungsebene vor, um seine Unternehmensentwicklung in der bestmöglichen personellen Aufstellung voranzutreiben. Malte Häusler, der bisherige CFO wie auch Co-Gründer, fungiert bereits seit Anfang November 2023 als CEO bei Timeless Investments. Jan Karnath, der Co-Gründer und bisherige CEO, wechselt in das Advisory Board. Er konzentriert sich zukünftig bei der familieneigenen Firma Reifenhäuser, einem Maschinenbauunternehmen, auf seine Tätigkeit als Chief Digital Officer.

Durch die Ernennung von Malte Häusler zum CEO gewährleistet Timeless Investments eine konsequente Fortsetzung der Unternehmensleitung. Gemeinsam mit seinen Mitgründern Andreas Joebges und Jan Karnath hat er das Unternehmen seit 2018 in der Geschäftsführung zum Marktführer in der DACH-Region im Bereich "Collectible-Investments" aufgebaut. „Wir haben ambitionierte Ziele und wollen Timeless in ganz Europa als führenden Marktplatz und unangefochtenen Marktführer im Segment der Sachwert-Investments positionieren“, so Malte Häusler.

Zudem begrüßt Timeless Investments Timo Hilpert als neuen Senior Vice President Commercial, der im Zuge dieser strategischen Erweiterung der Führungsebene die Bereiche Marketing, Business Development, Customer Experience und Produktangebote leitet. „Die Dynamik, mit der Timeless den Markt für Collectible-Investitionen vorantreibt und prägt, ist beeindruckend und das Wachstumspotenzial dieser Anlageklasse enorm. Ich freue mich darauf, diese spannende Entwicklung gemeinsam mit dem Team mitzugestalten und zur weiteren Expansion von Timeless beizutragen", so Timo Hilpert über seine neue Rolle. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Finanzsektor sowie leitenden Positionen beim Berliner Fintech LIQID und dem Frankfurter Vermögensverwalter Grüner Fisher Investments bringt er außerdem wertvolle Kenntnisse im Bereich der alternativen Investments mit, die für die zukünftige strategische Ausrichtung und das Wachstum von Timeless eine zentrale Bedeutung haben werden.