Gründer der Woche: POLEAR – leuchtendes Design

Gründer der Woche 03/20


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Im bayerischen Chiemgau entwirft und fertigt Thomas Oberloher echte Hingucker in Form von individuell gestalteten Designleuchten. Wir haben Thomas und seine Objekte im Design-Start-up-Bereich auf der Messe „Heim und Handwerk“ in München kennengelernt.

POLEAR-Gründer Thomas Oberloher (c) POLEAR

Unabhängig vom Designanspruch oder -denken: Welche Bedeutung hat die „richtige“ Beleuchtung in unseren Räumen?

Zum einen, ist die optische Wahrnehmung eines Raumes sehr von der Beleuchtung abhängig. Das richtige Lichtkonzept verleiht z.B. kleinen und niedrigen Räumen mehr Weite und Höhe. Der Mensch lässt sich dadurch Wortwörtlich „hinters Licht führen“. Zum anderen und den meiner Meinung nach wichtigsten Faktor, ist der Einfluss und die Wirkung des Lichtes auf den menschlichen Körper. Die Farbe spielt darin eine ebenso große Rolle wie dessen Intensität. „Wie das Licht, so das Gemüt“.

Wann und wie bist du zu dem Thema Leuchten und Design gekommen?

Zum Thema Leuchten bin ich Mitte 2016 gekommen. Die Kantenbeleuchtung von Glas hat mich schon immer fasziniert und inspiriert mehr daraus zu machen. Mein Ziel war es, das Prinzip der Kantenbeleuchtung zu nutzen und eine Leuchte in formschöner Optik zu gestalten. Anfang 2017 war es dann soweit, die erste Leuchte mit Glasscheiben und einer Höhe von 1,3 Meter war fertig. Heute heißt dieses Modell „Diamond“, das – abgesehen vom Material und der Technik – dem Design von 2017 treu geblieben ist.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der POLEAR-Gründung bis zur ersten Modellreihe?

Als das Grundkonzept der ersten Leuchte abgeschlossen war, ging es in erster Linie darum, die richtigen Komponenten zu finden. Das Material vom Sockel stand von Anfang an fest. Problematisch war das Thema Glas, das mir viel Kopfzerbrechen bereitete. Die Kombination aus Sicherheit, Gravur, Fixierung, Gewicht und Lichtdurchlässigkeit waren beim Glas leider nicht gegeben. Ebenso war es sehr schwierig, die richtigen Leuchtmittel ausfindig zu machen. Als dann wirklich alles meinen hohen Qualitätsanforderungen entsprach, die Formalitäten abgeheftet und die richtigen Lieferanten in der Region feststanden, ging ich mit der  Modellreihe „Diamond“ Anfang 2018 an die Öffentlichkeit.

Wie hast du diese Phase finanziert? Mit Eigenkapital und/oder Fördermitteln?

Ich habe alles mit Eigenkapital finanzieren können.

Moderne LED-Technik, Laser-gravierte Acrylscheiben, stabiler Sockel - das sind die Komponenten, aus denen Thomas Oberloher individuelle Leuchtobjekte erschafft (c) POLEAR

Nun zu deinen Produkten. Was ist das Besondere an deinen Designleuchten?

Das besondere daran ist, dass nur die sich im Sockel befindende untere Kante der Acrylglasscheibe beleuchtet wird. Dadurch wird das Licht sozusagen direkt in die Scheibe geleitet. Zusätzlich wird das Acrylglas mit einer Lasergravur. die sich nach Kundenwunsch gestalten lässt, veredelt. Die Lasergravur hinterlässt auf der Scheibe eine feine aber raue Oberfläche was zur Folge hat, dass sich das Licht darin bricht und die Gravur strahlen lässt. Somit ist dieses Produkt durch dessen Gestaltungsmöglichkeiten der Gravur, weit mehr als „nur“ eine Leuchte und setzt Privat sowie Geschäftsräume einzigartig und individuell in Szene. Die Farbe und Intensität des Lichts lässt sich stufenlos steuern und somit zu jedem Anlass die passende Atmosphäre schaffen.

Hast du auch technische Innovationen in deine Leuchten „gepackt“, die deine Arbeiten einzigartig machen?

Im Grunde hab ich das Rad nicht neu erfunden, da die Kantenbeleuchtung sehr oft angewandt wird. Jedoch ist es bei der Anfang 2020 kommenden Modellreihe möglich, ein kundenspezifisches Leuchtkonzept zu integrieren. Das heißt, dass man bei einer Scheibe mehrere Farben separat ansteuern kann, um somit Logos, Schriftzüge und sonstige Gravuren unabhängig voneinander abzuheben. Im Allgemeinen sorgt die richtige Materialauswahl der Komponenten und dessen Qualität sowie das Kühlkonzept der Leuchten für eine erheblich längere Lebensdauer als bei vergleichbaren Produkten.

Wer ist die Zielgruppe bzw. wo findet man deine POLEAR-Leuchten?

Firmen- und Privatkunden die etwas außergewöhnliches, einmaliges in bester Qualität wünschen, das ist die Zielgruppe von Polear. Man findet die Leuchten im Wohnzimmer, in Geschäftsräumen, Hotels, Schaufenstern bis hin zu Hochzeitsveranstaltungen.

Wie machst du auf dich und deine Produkte aufmerksam? Welchen Stellenwert hat dabei eine Messe wie die eingangs erwähnte Heim und Handwerk?

Also, Messen finde ich eigentlich am Besten. Nirgendwo anders bringt man den potentiellen Kunden näher an das Produkt wie hier. Der persönliche Kundenkontakt ist mir am allerwichtigsten. Neben Messen und www.polear.de bin ich mit Polear_Designleuchten auf Facebook sowie Instagram aktiv.

Was sind deine weiteren Vorhaben rund um POLEAR?

Ob in Form einer Leuchte oder bei diversen Sonderanfertigungen mit der Kantenbeleuchtung neue Maßstäbe zu setzen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründerinnen und Gründern aus eigener Erfahrung?

Immer an seinen Ideen und Vorhaben festzuhalten.

Hier geht’s zu POLEAR


Das Interview führte Hans Luthardt