Kommunikation mit Wachstums-Turbos


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4. Kommunikation mit Wachstums-Turbos

Wachstums-Champions führen ihr Unternehmen sehr behutsam als Marke. Sie haben eine klare Vorstellung davon, wie sie von Mitarbeitern, Kunden und externen Partnern gesehen werden wollen. Modische Trends sind ihnen fremd, sie setzen auf Langfristigkeit und Authentizität. Ein großer Teil der Wachstums-Champions nutzt das Instrument der Wachstums-Turbos als „Slogans“, die als Handlungsmaxime dienen, nach innen und außen umgesetzt werden und so dem authentischen Aufbau der Unternehmensmarke eine klare Richtung geben.

So nutzt der im Schwarzwald an­sässige Prüfmittelspezialist Testo den Wachstums-Turbo „Zeichen setzen“ als lebendige Messlatte für das eigene Tun. Das Unternehmen will den Umsatz in den nächsten sechs Jahren verdreifachen.

5. Unkonventionelle Wege zum Kunden

Die meisten Wachstums-Champions sind in ihrem Markt bekannt und pflegen sehr enge Kontakte zu ihren Stammkunden. Ein Teil der Wachstums-Champions wächst vor allem über seine Stammkunden, ein Teil durch die Gewinnung von Neukunden. In beiden Gruppen gibt es Wachstums-Cham­pions, die dabei auch unkonventionelle Wachstumswege nutzen, so­genannte Guerilla-Wachstumswege. Dies sind Wege, auf denen sie mit Stammkunden noch besser ins Geschäft kommen oder mit Neukunden von Anfang an in einen engen Kontakt treten. Wachstums-Champions lassen nichts unversucht, um sich ständig weiterzuentwickeln.

Ein Beispiel hierfür bietet die Fragestellung des Transportlogistikers Simon Hegele: „Was passiert, wenn wir unsere Leistung beim Kunden abliefern?“ Die konsequente Verfolgung dieser Frage führte unter anderem dazu, dass das Unternehmen heute nicht nur großmedizinische Anlagen in alle Welt liefert, sondern den gesamten Prozess von der Beschaffung und der Bevorratung über die Montage und die Inbetriebnahme bis zur Wartung und Reparatur abdeckt.

6. Balance zwischen Vertrieb und Produkt

Wachstums-Champions kennen die Bedeutung einer ausgewogenen Situation in der Ressourcenverteilung zwischen Vertrieb und Produkt. Sie wissen, dass eine zu einseitige Produktorientierung zur Gefahr werden kann, wenn der Vertrieb vernachlässigt wird, und dass der Vertrieb andererseits ohne attraktive Problemlösungen einen schweren Stand hat. Im Streben um kontinuierliche Verbesserungen spielt diese Balance eine wichtige Rolle.

So erschloss sich Avira, ein Hersteller von Antivirensoftware, erfolgreich vor einigen Jahren den Zugang zum großen internationalen Markt, indem es seine Supportlösungen von nationale auf internationale Bedürfnisse umstellte. Darüber hinaus vereinfachte Avira den  Zahlungsverkehr über das Internet, indem moderne Bezahlungssysteme wie Paypal u.ä. eingesetzt werden. Der konsequente Blick auf die Kundenbedürfnisse war hierfür die Voraussetzung.

7. Hürden erkennen und meistern

Wachstums-Champions beschäftigen sich frühzeitig mit den Themen, die ihnen das Geschäft heute, morgen oder übermorgen erschweren könnten. Die Unternehmenslenker und ihre Teams sind es gewohnt, die Probleme in die Hand zu nehmen, die Initiative zu ergreifen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten diese Hürden zu meistern.

Ein Beispiel für die Überwindung der Hürde „Mitarbeitergewinnung“ bietet Jäger Direkt: Das 120 Mitarbeiter große Unternehmen hat mit der Gründung der „Strahlemann-Stiftung“ einen Weg gefunden, schwer vermittelbare Jugendliche erfolgreich in das Unternehmen zu integrieren. Auf diese Weise hat das Unternehmen einen neuen Zugang zu Nachwuchskräften gefunden und sieht dem demographischen Wandel gelassen entgegen.

Die Wachstums-Champions nutzen die hier beschriebenen Erfolgsfaktoren sehr gezielt, um den eigenen Wachstumsprozess voranzutreiben. Dabei kombinieren sie die Erfolgsfaktoren unterschiedlich und formen so ihren ganz eigenen Wachstumsweg. Es ist auffällig, dass die ersten drei Erfolgsfaktoren bei allen Wachstums-Champions gleichermaßen vorhanden und ausgeprägt sind. Deshalb ist anzunehmen, dass in ihnen der Schlüssel zur Nachhaltigkeit im Wachstum der Unternehmen liegt.