Wie viel Plan muss sein?


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Interview mit Tanja Lenke, der Gründerin der Business-Community für Gründerinnen und selbstständige Frauen, she-preneur. Die Business Strategin hilft Frauen, ihr Business leicht und sexy zu machen: mit einem authentischen Business, idealen KundInnen und stetig steigenden Umsätzen.

Tanja Lenke, Gründerin der Business-Community für Gründerinnen und selbstständigen Frauen, she-preneur

Deine Kundinnen sind alle Business-Gründerinnen, denen du beratend und strategisch zur Seite stehst. Spielen dabei Neujahrsvorsätze eine große Rolle?

Bei meinen Kundinnen und bei mir auf jeden Fall. In der Business-Welt bedeuten Neujahrsvorsätze, neben den persönlichen, ja eigentlich Jahrespläne und die sind essentiell wichtig. Sie geben die Richtung vor – ohne Planung läuft nichts!

Die Schwierigkeit von Neujahrsvorsätzen ist ja oft, sie einzuhalten.

Das ist bei den Jahresplänen natürlich auch so, vielleicht sogar noch mehr. Die eigentliche Schwierigkeit ist, sich Pläne zu machen, die auch realistisch sind. Viele, die sich erst vor kurzem selbstständig gemacht haben und noch nie einen Businessplan erstellt haben, sind zunächst überfordert. Dann wird das Plänemachen entweder vor sich her geschoben und letztlich nie realisiert oder es werden Ziele gesetzt, die nicht eingehalten werden können. Ich höre oft Dinge wie “meine Ziele erreiche ich nie, jetzt plane ich nicht mehr”, das ist natürlich ein Fehler.

Wo kann man anfangen, wenn man einen Plan für das gesamte neue Geschäftsjahr macht?

Oft ist der erste und beste Schritt, zu erkennen, dass man Hilfe braucht. Niemand ist perfekt und kann alles von Anfang an. Sich auszutauschen ist wichtig, gerade wenn man alleine ein Business betreibt. Ich rate dazu, bevor man konkret Ziele ausarbeitet, die eigenen Werte zu definieren – sowohl geschäftlich als auch privat. Die eigenen Werte sind es, die die Basis aller künftigen Entscheidungen sind – sowohl bei der Abwägung von Investitionen als auch bei der Auswahl passender Mitarbeiter.

Ich habe mich auf fünf Dinge konzentriert, die mir hier sehr wichtig sind: Das sind Freiheit, Selbstbestimmtheit, Wertschätzung, Gesundheit und Authentizität. Das kann aber auch “Tierliebe” oder “Familie” sein oder was einem auch immer am wichtigsten ist. Diese Werte klar definiert zu haben, hilft zu erkennen, welche Ziele wirklich wichtig für einen selbst sind. Was sind die Aufgaben, die man wirklich machen möchte? Im nächsten Schritt muss ausführlich der Zielkunde definiert werden. Damit fängt alles an.

Welche Fehler werden am häufigsten bei den neuen Vorsätzen und Plänen gemacht?

Die Pläne werden nicht strukturiert ausgerollt und es wird sich oft verzettelt. Perfektionismus ist ein Hindernis, ich rate dazu, einfach auch mal zu machen. Es werden oft Pläne verfolgt, die nicht wirklich auf die Business-Ziele einzahlen. Es wird zum Beispiel zu lang an Produkten gefeilt und dann die Promo-Strategie über Bord geworfen. Diese Ziele müssen aber auch erstmal gründlich definiert werden und dafür sind dann wieder die Werte ganz wichtig.

Welche Tipps hast du, damit man sich mal Ziele und Vorsätze vornimmt, die dann wirklich durchgezogen werden können?

Man sollte sich weniger vornehmen. Ich rate zu maximal drei Projekten im Quartal. Man sollte auch von Anfang an Zeit für sich selbst einplanen. Gut ist es auch immer, von hinten nach vorne zu planen. Sprich: Was sind meine Ziele für das Jahr, für das halbe Jahr, für das Quartal, für den Monat und so weiter. Man sollte sich vornehmen zu netzwerken. Das ist das A und O! Wichtig ist es auch, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn man nicht mehr weiterkommt. Mir tut es gut, jemanden zu haben, der mich accountable hält.

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