6 Maßnahmen gegen die Burnout-Falle

Autor: Andrew Filev
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Wrike-Gründer Andrew Filev gibt aus eigener Erfahrung Tipps, wie man als Gründer der Burnout-Falle geschickt entkommt.

Burnout ist eine echte Gefahr überall dort, wo hohe Erwartungen eine herausragende Leistung fordern. In den zehn Jahren, seit ich mein eigenes Start-up Wrike gegründet habe, hatte ich wahrlich keinen Mangel an Stress, einschließlich der vielen 80-Stunden-Wochen, die nötig waren, um die Anfangsphase mit wenig Kapital und den schnellen Aufbau des Unternehmens nach der ersten Finanzierungsrunde zu überstehen.

Drei Dinge haben mich durch diese Zeit getragen: meine Begeisterung für das Projekt, die Verantwortung für das Team und das Bewusstsein für meine eigenen Grenzen. Der Aufbau eines Unternehmens beginnt mit einem Sprint, aber schon bald geht der Sprint in einen Marathon über. Es ist wichtig, dass Sie die Grenzen Ihrer Ausdauer kennen und sich für die Langstrecke wappnen.


Tipp 1: Kleine Pausen finden

Nicht wenige Male stand ich kurz vor einem Burnout. Gründer können in der Regel keine langen Urlaube nehmen, weil täglich wichtige Entscheidungen anstehen. Da werden längere Urlaube zum Luxus. Um richtig abzuschalten, musste ich kleinere Wege finden, um mich schnell zu erholen und wieder zurück in ein inneres Gleichgewicht finden. An manchen Wochenenden war ich so erschöpft, dass ich den Samstag damit verbracht habe, den ganzen Tag Serien zu schauen, und den Sonntag damit, gar nichts zu tun (jetzt, da ich Kinder habe, ist das natürlich nicht mehr ganz so einfach). Daher: Suchen Sie sich kleine Wege der Erholung und achten Sie darauf, diese regelmäßig zu nutzen.


Tipp 2: Einem Ausgleich nachgehen
Auch wenn der Arbeitstag gerade in der Anfangsphase oft nicht um 18 Uhr endet, sollte man nicht den Fehler machen, alle Hobbies aufzugeben. Im Gegenteil: Bewegung und frischer Input geben einem die Stärke, die man als Gründer braucht. Ich selbst habe mich für den Kampfsport Jiu-Jitsu entschieden. Das regelmäßige Training hält mich nicht nur körperlich fit, es gibt mir auch wichtige Impulse für meine Arbeit. Im Jiu-Jitsu kommt es nicht auf die Körpergröße an, sondern auf Technik und kluges Vorgehen.

Start-ups sind meist in der Situation, dass sie als kleine Firmen einen neuen Markt betreten und großen Konkurrenten gegenüberstehen. Da ist es wichtig, sich bewusst zu machen, worauf es ankommt und dass man mit der richtigen Strategie auch als kleines Startup erfolgreich sein kann – ähnlich wie im Jiu-Jitsu. Lassen Sie sich von Ihren Hobbies inspirieren und schöpfen Sie Kraft und Motivation aus ihnen!

Tipp 3: Work smart, not hard
Ein wichtiger Punkt, um dem Burnout vorzubeugen, ist zu verstehen, dass länger arbeiten nicht unbedingt heißt, dass man auch mehr erreicht. Denn die erledigte Arbeit steigt nicht proportional zu den geleisteten Stunden. Bei einer sehr hohen Zahl an Wochenarbeitsstunden nimmt die Produktivität sogar ab. Zusätzlich riskiert man, dass man aus Übermüdung Fehler macht, die dann wiederum noch mehr Zeit kosten. Daher liegt die Lösung auf lange Sicht nicht darin, noch mehr zu arbeiten, sondern effizienter zu werden.

Fragen Sie sich: Welche Aufgaben muss ich wirklich selbst erledigen? Welche kann ich abgeben? Und: Wie können wir im Team effizienter zusammenarbeiten? Als ich meine erste Firma gegründet habe, hat es mich frustriert, das Team über Tabellendokumente und E-Mails zu koordinieren. So ist die Idee von Wrike entstanden: eine Plattform bei der die Kommunikation immer im Kontext stattfindet. Egal welche Software-Lösungen Sie für Ihre Arbeit nutzen, stellen Sie sicher, dass Ihr Alltag dadurch einfacher wird und Sie einen guten Überblick über laufende Projekte erhalten. Auch das beruhigende Gefühl, alles im Blick zu haben, beugt einem Burnout vor.


Tipp 4: Positive Unternehmenskultur aufbauen
Die Unternehmenskultur ist der wichtigste Schlüssel, um Burnout zu verhindern, sowohl für Gründer als auch für Teammitglieder. Ich habe für mich erkannt, wie wichtig es ist, eine Kultur zu schaffen, in der jeder liebt, was er tut, seine Teamkollegen zu schätzen weiß und die Freiheit hat, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Mit dem Aufbau einer positiven Unternehmenskultur sollten Sie am besten von Tag 1 an beginnen.

Wenn Ihre Mitarbeiter die Vision des Unternehmens verstehen, dann können Sie darauf vertrauen, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen und sich verantwortlich fühlen. Das reduziert Ihre Arbeitsauslastung als Gründer, denn Sie müssen kein Micro-Management betreiben und Ihr Team bis ins Detail überwachen. Auf der anderen Seite schützt es auch Ihre Mitarbeiter vor dem Burnout, weil sie Wertschätzung erfahren und die Freiheit haben, in ihrer jeweiligen Rolle kreativ zu sein. Ein Burnout ist nicht nur die Folge einer Überarbeitung, sondern ebenso Folge des Gefühls, nicht genug Anerkennung zu erfahren. Freiheiten zu gewähren beugt dieser Spirale vor.


Tipp 5: Im Team gegensteuern
Wenn ein Mitglied Ihres Teams erste Anzeichen eines Burnouts zeigt, sollten Sie frühzeitig etwas dagegen tun. Zum Beispiel eine Auszeit anbieten oder demjenigen ermöglichen, für ein paar Tage auf eine Konferenz zu fahren. Sich mit anderen aus der Branche zu treffen und frische Ideen auszutauschen, kann neue Energien freisetzen. Stellen Sie außerdem sicher, dass Ihr Team Budget für regelmäßige gemeinsame Aktivitäten hat, zum Beispiel um nach Feierabend etwas trinken zu gehen oder Erfolge mit einem Abendessen zu feiern.

Ich selbst ziehe viel Energie aus den Leistungen meines Teams. Ich sehe Kollegen, die vor Jahren bei Wrike begonnen haben und seitdem in Führungsrollen gewachsen sind und Großartiges erreichen. Ihre Begeisterung motiviert mich, auch in schwierigen Zeiten weiter zu machen. Persönliche und berufliche Erfolge im Team zu teilen ist ein sehr guter Weg, um Freundschaften und Stolz auf das gemeinsam Erreichte zu fördern – und so auch Burnout vorzubeugen.


Tipp 6: Verantwortung übernehmen
Am Wichtigsten ist es, sich aufrichtig um das Wohlergehen seiner Mitarbeiter zu kümmern. Ein Unternehmen in einem hart umkämpften Markt zu starten, hat unweigerlich Höhen und Tiefen zur Folge und es wird Momente geben, in denen der Druck hoch ist und die Kollegen mit den Nerven am Ende sind. Um der Verantwortung seinen Mitarbeitern gegenüber gerecht zu werden, sollte ein Gründer versuchen, ein starkes Gemeinschaftsgefühl zu etablieren. Wenn Ihr Team gerne gemeinsam arbeitet, dann hält es zusammen und trägt sich gegenseitig durch schwierige Tage. Ich selbst fühle mich bei Wrike sehr erfüllt, sogar in Momenten, in denen ich erschöpft bin. Ich sehe das Team, das wir aufgebaut haben und denke mir: das ist der beste Job, den ich je hatte. Diese positiven Gedanken sind das beste Bollwerk gegen Burnout, auch wenn die Tage manchmal lang sind.

Der Autor Andrew Filev ist Gründer und CEO von Wrike, einer Cloud-basierten Arbeitsmanagement-Plattform, die Teams und Unternehmen dabei unterstützt, produktiver zu sein

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