Wettbewerbsvorteile durch Weiterbildung

5 Faktoren für sinnvolle Weiterbildungsmaßnahmen

Autor: Marion Seßler
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Gründer und junge Start-ups denken an vieles – aber nicht unbedingt an die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Zu viel anderes gibt es zu Beginn der Selbständigkeit zu tun. Doch das ist ein Fehler: Besser ist es, früh- bzw. rechtzeitig an später zu denken. Wir zeigen die 5 wichtigsten Faktoren, wie Sie sich und Ihrem Start-up von Anfang an mit Weiterbildung klare Wettbewerbsvorteile verschaffen können.

Es gibt gewichtige Argumente, warum es wichtig ist, von Anfang an auf die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter zu setzen. Einige Argumente liegen auf Hand: Sie brauchen qualifizierte Mitarbeiter, die in ihrem Fachbereich up to date sind, damit sie Sie optimal bei der Erreichung Ihrer unternehmerischen Ziele unterstützen können. Zudem müssen sich Firmen aufgrund des Fachkräftemangels als attraktive Arbeitgebermarke positionieren.

„Employer Branding“ lautet das Stichwort: Jungunternehmer, die nicht nur an heute, sondern mit strategischem Weitblick an morgen oder gar übermorgen denken, präsentieren sich im Kampf um die engagiertesten und qualifiziertesten Mitarbeiter als Arbeitgeber, bei denen es sich lohnt, sein Bestes zu geben.

Wer mit nachhaltigen Weiterbildungsmaßnahmen punkten kann, erarbeitet sich strategische Wettbewerbsvorteile. Sie als Gründer sind der Konkurrenz einen Schritt voraus, weil Ihre Spitzenleute bereit sind, sich langfristig an Ihr Unternehmen zu binden.

Voraussetzung: Nachhaltige Weiterbildung

Weiterbildungsmaßnahmen frühzeitig zu ergreifen – das allein ist zu kurz gesprungen. Mal eben ein günstiges Drei-Tage-Blockseminar buchen in der Hoffnung, den Mitarbeitern so einen Kompetenzschub zu verleihen – dieser Weg ist kontraproduktiv. Denn Blockseminare führen so gut wie nie zu langfristigen Verhaltensänderungen und entfachen meist nur ein Motivations-Strohfeuer.

Es müssen schon die „richtigen“ Weiterbildungsmaßnahmen sein, die auf Nachhaltigkeit und Dauer angelegt sind, also stets die Unternehmensziele und deren Erreichen im Auge behalten. Nachhaltige Weiterbildungskonzepte zeichnen sich dadurch aus, dass die unternehmerischen Belange und die Weiterentwicklungswünsche der Mitarbeiter gleichermaßen Berücksichtigung finden.

Welche Nachhaltigkeitsfaktoren sollten Sie für Ihre Weiterbildungsmaßnahmen berücksichtigen?


Faktor 1: Arbeitsplatzorientierter Kompetenzaufbau

Es ist der Nachhaltigkeit förderlich, wenn Sie in Kooperation mit einem Weiterbildner eine Analysephase vorschalten und in einem Nachhaltigkeits-Check prüfen, welche konkreten Maßnahmen notwendig sind, um bei Ihren Mitarbeitern Kompetenzlücken zu schließen. Kompetenzorientierte Weiterbildung heißt: Die Schulungen fördern sehr zielorientiert diejenigen Kompetenzen, die einem Mitarbeiter helfen, seine Aufgaben bestmöglich zu erfüllen.

Es wird auch Ihre Mitarbeiter überzeugen, wenn die Weiterbildungen sie konkret dabei unterstützen, ihrem Job noch besser nachzugehen. Dies wiederum lässt Sie in deren Wahrnehmung als attraktiven Arbeitgeber erscheinen, für den es eine Herzenssache ist, dass Mensch und Position zusammenpassen.

Faktor 2: Verhaltensänderung durch Intervalltraining

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass nur zehn Prozent der Lerninhalte zu Verhaltensänderungen führen und 40 Prozent der Teilnehmer sofort nach dem Training nichts von dem Erlernten in den Alltag übertragen. Das können Sie sich gerade in der Gründungsphase nicht erlauben.

Darum sollten Sie Ihre Mitarbeiter mithilfe des umsetzungsorientierten Intervalltrainings weiterbilden, bei dem sie zwischen den Präsenzphasen im Seminarraum das neu Gelernte direkt am Arbeitsplatz ein- und umsetzen. Das heißt: Präsenz- und Umsetzungsphasen wechseln permanent miteinander ab. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Mitarbeiter das Know-how an den Arbeitsplatz transferieren, auf bis zu 90 Prozent.

Faktor 3: Eigene Weiterentwicklung nicht vergessen

Natürlich müssen und sollten auch Sie sich ständig weiterbilden. Vielleicht kennen Sie das: Am Anfang ist die Gründungsidee, das tolle Konzept, mit dem Sie Ihre Branche aufmischen wollen. Doch kurz nach dem Start in die Selbständigkeit folgt Ernüchterung: Sie stellen fest, dass Sie neben Ihrer Begeisterung und Ihrer Hauptkompetenz, die Sie zur Gründung motiviert haben, weitaus umfassendere Fähigkeiten benötigen. Denken Sie nur an die buchhalterischen und steuerlichen Fähigkeiten bis hin zu der Herausforderung, Mitarbeiter zu führen und zu motivieren.

Punktgenaue und nachhaltige Weiterbildungen helfen Ihnen, Ihre Kompetenzlücken dauerhaft zu schließen und sich zum Akquisiteur, Marketing- und Werbechef sowie zum strategischen Vordenker zu entwickeln.

Faktor 4: Ganzheitliches Weiterbildungskonzept schmieden

Die Seminare und Trainings sollten so konzipiert sein, dass die Führungskräfte der Teilnehmer in den Lernprozess integriert sind. So können sie zu Weiterentwicklern der Mitarbeiter werden, die nach der Weiterbildungsmaßnahme die Arbeit des Weiterbildners oder Trainers quasi fortführen. Punktuelle Weiterbildung bringt niemanden weiter – Ihr Weiterbildungskonzept sollte umfassend und ganzheitlich angelegt sein und trotz des frühen Stadiums der Gründung auf die Weiterentwicklung der gesamten Unternehmung fokussiert sein. Wiederum gilt: Es ist richtig, zielführend und sinnvoll, früh an später zu denken.

Faktor 5: Messbarkeit auf allen Ebenen

Nicht nur, aber doch vor allem in der Gründungsphase müssen Sie mit spitzem Bleistift rechnen und die Kosten in den Griff bekommen. Zu einem nachhaltigen Weiterbildungskonzept gehört, die Weiterbildungserfolge kontinuierlich zu messen. Achten Sie darum bei der Auswahl des Weiterbildners darauf, dass er Ihnen seine Weiterbildungsresultate nachweist.

Fazit
Es lohnt sich, von Anfang die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter voranzutreiben – aber nur, wenn die entsprechenden Schulungen auf Nachhaltigkeit angelegt sind. Das trägt zur zielorientierten Entwicklung Ihrer jungen Firma bei und zur Bindung Ihrer Topleute, die sich nun voll und ganz für „ihren“ Arbeitgeber engagieren.

Die Autorin – Nachhaltigkeitsexpertin Marion Seßler – ist stellvertretende INtem®-Geschäftsführerin und hat sich darauf spezialisiert, individuelle Trainingsmaßnahmen mit messbaren Erfolgen zu konzipieren und durchzuführen. Sie hat 2014 zu dem Thema „Nachhaltigkeit“ eine MBA-Arbeit mit dem Titel verfasst: „Begleitende Maßnahmen von Verkaufs-/Vertriebstrainings in kleinen und mittleren Unternehmen zur Sicherung der Nachhaltigkeit am Beispiel einer Intervall-Trainingsmaßnahme“.

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