Youtube: mehr als coole Clips

Autor: Piotr Snuszka
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Wie du mit YouTube mehr Kunden erreichst und zugleich die Effektivität deiner Mitarbeiter steigern kannst.

YouTube wird von vielen Unternehmen nur für unternehmensexterne Zwecke (Marketing) genutzt. Diese dienen häufig nur zur Selbstbeweih­räucherung, aus der alleerdings keine direkten Verkäufe oder Anfragen entstehen. Dabei bietet sich YouTube nicht nur für zahlreche unternehmensexterne Zwecke an, sondern kann auch intern sehr gut eingesetzt werden.

YouTube richtig nutzen

Die Automatisierung von Kommunikationsprozessen findet bereits in Form von E-Mail-Vorlagen statt. YouTube-Videos können daher auch als „Schnellantworten 2.0“ angesehen werden. Doch sehr wenige Unternehmen nutzen diese Möglichkeit. Dabei ist die Anzahl der aktuellen Abonnenten überhaupt nicht ausschlaggebend, es kommt auf andere Aspekte an.

I. Interne Nutzung von YouTube

Einarbeitung neuer Mitarbeiter

Anstatt einer „traditionellen“ Einarbeitung durch einen etablierten Mitarbeiter findet die Schulung individuell statt. Die Einarbeitung wird einmal auf Video aufgenommen und in ­viele einzelne thematische Sektionen geteilt. Die YouTube-­Video-Serie wird neuen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt.

Somit stellst du sicher, dass dem schulenden Mitarbeiter keine Fehler unterlaufen und er keine Information übersieht. Zudem wird allen neuen Mitarbeitern die bestmögliche Einarbeitung geboten, ohne dass ein erfahrener Mitarbeiter abgezogen werden muss und somit für die Zeit keinen Umsatz ­generiert bzw. Service erbringt. Ein weiterer Vorteil dieser Art der Einschulung besteht ­darin, dass der neue Mitarbeiter Abläufe, die er nicht sofort begreift, beliebig oft wiederholen kann und dadurch sein individuelles Lerntempo berücksichtigt wird.

YouTube zur Prozessdokumentation

Manche auftretenden Probleme sind schwer und umfänglich sprachlich zu beschreiben. Statt mit einem hohen Zeitaufwand alles sehr detailliert erklären zu müssen, kann die Situation schnell und oft noch detaillierter auf Video festgehalten und direkt an die entsprechende Ansprechperson weiterge­leitet werden, um solche Fälle als Beispiele für künftige Lösungen heranziehen zu können. Diese Fälle können zudem für Videos zur Problemlösung genutzt werden, um neben der ­Theorie auch praxisnahe Situationen näherzubringen.

Ein weiterer Vorteil der audiovisuellen Prozessdokumentation ist, dass der Mitarbeiter bei komplexen Sachverhalten immer auf die Videos zurückgreifen kann und dadurch mehr ­Sicherheit und Orientierung hat, ohne einen Arbeitskollegen konsultieren zu müssen und diesen dadurch von der Arbeit abzuhalten. Das ist insbesondere in der Anfangsphase nützlich und hat eine niedrigere Fehlerquote zur Folge.

Auf diese Art und Weise können viele Prozesse dokumentiert werden, sodass Unternehmen bei einer hohen Fluktua­tion weniger von einzelnen Mitarbeitern abhängig sind. Selbst wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, bleibt zumindest ein Teil des Wissens erhalten und kann vom Nachfolger nicht nur rasch durch Textdokumentationen, sondern auch durch Videodokumentation erlernt werden.

II. Externe Nutzung von YouTube

YouTube für FAQs

FAQs werden meistens nicht gern gelesen (insbesondere von audiovisuellen Kunden), daher stellen sie in E-Mails oder in Telefongesprächen immer wieder die gleichen Fragen. Viele Mitarbeiter sind von den immer wiederkehrenden Fragen genervt. Zudem lassen diese Monotonie aufkommen, die wiederum ein deutlicher Arbeitseffektivitätskiller ist.

Um das zu verhindern, sollten Mitarbeiter Kunden in der Angebots-E-Mail auf YouTube-Videos mit FAQs weiterleiten. Dadurch werden deutlich weniger allgemeine Fragen in den nachfolgenden E-Mails und Telefongesprächen gestellt, die Kommunikation ist am Ende kürzer und der Kunde zufriedener. Und der Mitarbeiter kann eine höhere Anzahl an Anfragen beantworten.

YouTube als Verkaufsbooster

Je mehr „Überzeugungsvorarbeit“ in Form von Videos erfolgt, desto weniger müssen die Verkäuferskills deiner Mitarbeiter ausgeprägt sein. Du solltest von deinen umsatzstärksten Verkäufern ein Video erstellen lassen, sodass auch die umsatzschwächeren Mitarbeiter von deren Skills profitieren können. Im Idealfall sind dann keine „Verkäufer“ mehr nötig, sondern nur noch Mitarbeiter zur Abwicklung von Geschäften. Mit YouTube-Videos hast du auch deutlich mehr Möglichkeiten, Vertrauen aufzubauen. Erkläre deinen potenziellen Kunden komplexe Prozesse, gib ihnen einen Einblick in die Produk­tion, führe Interviews mit Experten aus deinem Unternehmen.

Auch wenn du daraus oft keine direkten Verkäufe generierst, wird bei einem weiteren Kontakt mit dem Unternehmen bereits ein gewisses Grundvertrauen bestehen. So kannst du die Kaufhürde senken. Je häufiger der Käufer den Verkäufer zu Gesicht bekommt, desto höher ist seine Kaufbereitschaft. Ein derzeit noch selten genutztes Bewertungsmedium sind ­Videos. YouTube-Videos können dazu genutzt werden, um Kundenmeinungen zu veröffentlichen. Heute werden so viele Bewertungen gekauft, dass du diesen kaum Vertrauen schenken kannst. Videobewertungen sind schwieriger zu manipulieren und somit glaubwürdiger.

YouTube als SEO-Booster

Wenn du die YouTube-Videos zu den thematisch passenden Seiten einbettest, hat das einen sehr positiven Einfluss auf die Rankings der Seite. Prinzipiell verlängert sich die Verweildauer auf der Webseite, sodass das als ein positives Nutzersignal gewertet werden kann. Mit einer überdurchschnittlichen Verweildauer wird dein Unternehmen bei Google langfristig höher ranken und wird noch mehr Anfragen generieren.

Fazit

YouTube ist nicht für den Arbeitgeber ein hilfreiches Medium, sondern auch für die Mitarbeiter. Mit den genannten Methoden kannst du die Arbeitseffektivität deiner Mitarbeiter deutlich erhöhen und ihnen somit auch ein überdurchschnittliches Gehalt zahlen. Mit solchen Gehältern ziehst du bessere Mitarbeiter an und kannst dich bzw. dein Unternehmen vor Abwerbungen schützen.

Weiterhin kann die Verwendung von YouTube-Videos die ­Einarbeitungszeit neuer Mitarbeiter reduzieren. Sie helfen auch, neue Kunden zu gewinnen. Da YouTube die zweitgrößte Suchmaschine ist, empfiehlt es sich auch, diese Plattform als Traffic-Quelle für die Kundenakquise zu nutzen. YouTube bietet viele hilfreiche Funktionen. Beispielsweise kannst du mit einem Mausklick entscheiden, wer deine Videos sehen kann (gelistet/privat). Des Weiteren kannst du Playlists erstellen, um zusammenhängende Inhalte zu gruppieren und so deinem Zuschauer über ein gewisses Thema schnell einen Überblick verschaffen.

Der Autor
Piotr Snuszka ist Gründer und Geschäftsführer der Ghostwriter-Agentur BAS Business And Science GmbH.

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