Keine Angst vorm Gründen


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Interview mit Fin Glowick, Head of Business bei INVOIZ, über die Herausforderungen des Gründens und die vielen Hilfsmittel, auf die Selbständige zugreifen können und sollten.

Freiheit, Selbstbestimmtheit, Flexibilität – Das bedeutet die Selbständigkeit für viele Menschen. Aber viele schreckt das auch ab. Finanzielle Unsicherheit, bürokratischer Aufwand, Steuern – all das sind auch Dinge, vor denen viele Angst haben und den Schritt in die Selbständigkeit nicht wagen. Warum ist das so?

Dinge, die undurchsichtig sind und die die Menschen nicht voll in der Hand haben, machen manchen Menschen Angst. So ist das auch mit der Bürokratie in der Selbständigkeit. Welche Steuern werden wie gezahlt? Was kommt möglicherweise an Belastung auf mich zu und kann ich das dann auch wirklich bezahlen? Was, wenn das Finanzamt vor der Tür steht und ich mich nicht darauf vorbereitet habe? Wie bereitet man sich eigentlich vor? Häufig sind diese Dinge ja auch schwer zu verstehen und wenn das Finanzamt ruft, dann kann man leider nicht sagen, nein, passt mir gerade nicht so gut. All das kann einem schon große Angst machen. Zudem leben wir in unsicheren Zeiten, der Gedanke an einen möglichen Einbruch von Einnahmen veranlasst viele, ihren Traum von der Selbständigkeit aufzugeben.

Die Arbeitswelt wird aktuell durch die Corona-Zeit immer flexibler. Home-Office ist nun fast überall möglich, die Digitalisierung schreitet in schnellen Schritten voran. Der Traum vom selbstbestimmten Leben könnte für viele Menschen, die sich aus Angst nicht selbständig machen wollen, nun auch mit einer Festanstellung in Erfüllung gehen. Was sagst du dazu?

Trotz vieler verlockender Angebote von Firmen rund um New Work und selbstbestimmtem Arbeiten gibt es noch immer eine Menge Vorteile, die eine Selbständigkeit mit sich bringt und bei der eine noch so lockere Festanstellung nicht mithalten kann. Die Flexibilität ist eben doch größer, man arbeitet für sich und nicht für ein Unternehmen. Finanziell hat man viel mehr Spielraum.

Was rätst du aber den Menschen, die den Sprung in die Selbständigkeit gern wagen würden, den Mut dazu aber noch nicht haben?

Es gibt heutzutage viele tolle Möglichkeiten, sich mit Tools und digitalen Helfern eine professionelle Basis zu schaffen. Die Zahl der Freelancer steigt in den vergangenen Jahren ja konsequent an. So gab es laut Statista im Jahr 2000 rund 700.000 Selbständige. Im Jahr 2017 waren es rund 1,38 Mio. und im Jahr 2019 waren es 1,43 Mio. Selbständige. Mittlerweile gibt es so viele Erfahrungswerte und Möglichkeiten, den bürokratischen Aufwand zu reduzieren, die Risiken abzumildern und einen besseren Überblick zu bekommen.

Welche Möglichkeiten und Tipps sind das und wie können sie den Selbständigen helfen?

Selbstdisziplin ist das A und O der Selbständigkeit. Denn: Die Möglichkeit der selbstbestimmten Arbeitseinteilung bietet auch viel Raum für Prokrastination, der so genannten Aufschieberitis. Menschen, die dazu neigen, Dinge zu verschieben, sollten möglichst ein Tool zur Organisation der anfallenden Aufgaben nutzen. Asana, Evernote und Co. bieten die Möglichkeit, anstehende Aufgaben zu organisieren. Ein anderes Tool ist MeisterTask. Damit ist es Nutzern möglich, Projekte einzelnen Kollegen zuzuordnen und so den Workflow individuell anzupassen. Ein ganz wichtiger Bestandteil der Selbstdisziplin ist ein gutes Zeitmanagement. Hier bieten sich zum Beispiel Zeiterfassungstools wie mite an. Denn gerade wer etwa stundenbasiert arbeitet, sollte seine Zeit professionell erfassen, um Fehler zu vermeiden. Mite kann zum Beispiel mit der Selbständigen-Software INVOIZ verknüpft werden und alle Zeiten so importiert werden. Per Mausklick können diese dann direkt in eine fertige Ausgangsrechnung umgewandelt werden. Zu guter Letzt ist auch die Liquidität besonders wichtig.

Welche Tipps hast du bezüglich der Finanzen?

Wenn das Finanzamt vor der Tür steht, dann muss gezahlt werden. Kann nicht gezahlt werden, muss gestundet werden und das lässt sich das Finanzamt mit hohen Zinsen teuer bezahlen. Einkommen- und Umsatzsteuervorauszahlungen oder gar nachträgliche Anpassungen der Vorauszahlungen – alles könnte eintreten. Wichtig ist hier, stets rund 30 Prozent der Einnahmen für die Einkommensteuer zurückzulegen. Auch zu bedenken ist, dass neben der Einkommensteuer immer eine Vorauszahlung zur Einkommensteuer gezahlt werden muss. Es lohnt sich also, die Einkommensteuererklärung so schnell wie möglich zu machen, damit keine große zeitliche Differenz entsteht und angespartes Geld nicht versehentlich ausgegeben wird.Dafür haben wir zum Beispiel den Liquiditätsbarometer entwickelt. Dieses und viele andere Tools sind goldwert und verschaffen Sicherheit und Klarheit.