Cloud-Services für Start-ups

Autor: Marius von der Forst
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Cloud-Dienste gestalten Abläufe effizienter und sorgen für mehr Flexibilität. Wir stellen wichtige, meist kostenlose Cloud-Services vor, mit deren Hilfe Sie Ihr Büro in die Wolke verlegen können.

Nie wieder muffige EDV-Strukturen: Dieses Credo schwirrt durch die Köpfe jener Menschen, die einst Angestellte in einem großen Unternehmen waren und nun ihr eigenes Start-up gründen. Sie haben es komplett in Ihrer Hand, von Anfang an, die passende Software einzusetzen. Nicht selten fällt die Wahl auf Web-Apps, die sich von überall nutzen lassen. Und passende Mobile-Apps bieten einen zusätzlichen Zugriff via Smartphone oder Tablet. „Es gibt bei uns nur sehr wenige Arbeitsabläufe, die bei uns komplett ohne Web-Apps oder Cloud-Dienste auskommen“, gesteht zum Beispiel Dorothea Herrmann von Flowkey. Das Start-up, das Klavierunterricht via Browser oder Tablet anbietet, nutzt vor allem Cloud-Dienste, um Arbeitsabläufe effizienter und flexibler zu gestalten. „Alle Mitglieder des Teams haben so Zugang zu allen Arbeitsunterlagen“, erzählt Herrmann weiter, „egal, ob sie im Büro sind oder nicht.“ Spontane Arbeit unterwegs oder von zu Hause aus ist dank praktischer Cloudanbieter dann kein Problem mehr.

Die Gefahr bei Web-Apps und Cloud-Lösungen ist aber, dass Sie Ihre Unternehmen in die Hände Anderer legen. Womöglich sind die Server der Cloud-Anbieter weit entfernt, so dass empfindliche Kundendaten nicht mehr in Deutschland liegen. Die Nutzung von Cloud-Diensten muss also auch immer aus Sicht des Datenschutzes entschieden werden. Ebenso sollten Sie beachten, dass Ausfälle der Cloud-Services die Arbeit in Ihrem Unternehmen stark beeinträchtigten können.Überlegen Sie sich also gut, ob Cloud-Dienste für Ihr Unternehmen die richtige Lösung sind oder nicht. Beispielsweise müssen nicht alle Daten in der Cloud liegen, während Sie für unempfindliche Arbeitsschritte ohne Reue Web-Apps verwenden können. Wenn es für Sie praktisch sein sollte, können Sie – genauso wie das Flowkey – Schritt für Schritt Ihr Büro ins Web auslagern. Da es gerade für Gründer wichtig ist, dass sich Kosten in Grenzen halten, konzentrieren wir uns im Folgenden vor allem auf die kostenlosen Versionen diverser Anbieter, zeigen aber auch, ab welchem Umfang das Angebot bzw. die betreffende Cloud-Lösung dann kostenpflichtig ist.

Büro-Klassiker: Telefon & FAX

Cloud-Lösung: Sipgate


Das Telefon ist und bleibt eines der wichtigsten Kommunikationsmittel im Büro. Wenn Sie aber viel unterwegs sind, müssen Sie improvisieren: Verwenden Sie zum Beispiel ausschließlich eine Mobilnummer, um erreichbar zu sein. Oder setzen Sie auf einen Anbieter für Internet-Telefonie (auch Voice over IP genannt). Das Düsseldorfer Unternehmer Sipgate bietet eine solche Lösung an: Egal, wo Sie sich befinden, sind Sie mit Ihrer Festnetznummer immer erreichbar. Das ist zwar auch mit jeder Telefonweiterleitung möglich, aber bei der Internet-Telefonie können Sie über die Büronummer auch direkt zurückrufen. Während Ihr Kunde meint, dass Sie gerade aus dem Berliner Büro anrufen, sitzen Sie vielleicht tatsächlich in Kapstadt. Nachteilig ist, dass die Verbindung gestört sein könnte, wenn die Internetverbindung lahmt. Immerhin: Auch Fax ist mit Sipgate möglich. Denn auch diese Kommunika-tionsform ist hin und wieder (leider) noch im Einsatz.

Büro-Klassiker: Mail-Software

Cloud-Lösung: Google Mail


Auch wenn die Kommunikationsmöglichkeiten heutzutage überaus vielfältig sind, hat die E-Mail immer noch einen hohen Stellenwert. Und dank Software wie Outlook oder Thunderbird lassen sich auch sämtliche Mailkonten einfach bündeln, so dass Sie mit einem Programm die gesamte Post verwalten können. Der Nachteil: Haben Sie viele Geräte und viele Mailkonten, dann ist die Einrichtung von Mail-Software und -Apps sehr zeitaufwendig. Außerdem kann ein häufiger IMAP-Abruf die Server blockieren, so dass dann Mails nicht immer pünktlich eintreffen. Die Lösung: Verzichten Sie auf native Mail-Programme und -Apps, und nutzen Sie stattdessen einen Mail-Anbieter, bei dem Sie alle Mailkonten zusammenfügen können. Das kostenlose Google Mail beispielsweise bietet einen sehr umfassenden Service an, der es ermöglicht, auch andere Anbieter zu immigrieren. Dadurch nutzen Sie Google Mail dann wie ein Mail-Client, der jedoch vollständig online zur Verfügung steht. Browser öffnen, mail.google.com besuchen, einloggen – und schon haben Sie von überall auf der Welt alle Mails zur Verfügung. Mobil ist hierfür die Google-Mail-App praktisch. Bedenken Sie aber: Sollte Google Mail mal einen Ausfall haben, dann ist die Mail-Kommunikation komplett abgeschnitten.

Büro-Klassiker: Meetings

Cloud-Lösung: Skype


Damit die Arbeit im Team glatt läuft, sind regelmäßige Besprechungen Pflicht. Das kann ein kurzer Austausch von Kollege zu Kollege oder auch ein umfangreiches Meeting sein. Klar: Das persönliche Gespräch ist mit keiner Cloud-Lösung zu ersetzen – doch was tun, wenn nicht alle Personen in der Gegend sind? Weltweite Kooperationen sind heute keine Seltenheit mehr, und so muss dann gelegentlich das Meeting ins Web verlegt werden. Der Klassiker Skype ist perfekt für Konferenzen per Chat, Video oder Ton geeignet. Bedenklich aber ist, dass Skype – gerade in großen Firmen – ein gefährliches Tor für Viren darstellen kann. Auch besteht die Gefahr, dass Skype-Gespräche von Unbefugten mitgehört werden können.

Dies ist ein Auszug aus einem aktuellen Artikel unseres Print-Objekts StartingUp:
Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen StartingUp - Heft 04/15 - ab dem 5. November 2015 im Handel oder jederzeit online bestellbar  - auch als epaper - in unserem Bestellservice-Bereich

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