Bürokratie-Studie

Sage hat eine Studie zum Thema Bürokratie durchgeführt und eröffnet spannende Einblicke.


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Bürokratiebelastung hat viele Facetten. In welchen Bereichen sie sich zeigt, wie sie eingeschätzt wird und wie sie sich auf das unternehmerische Handeln auswirkt, wird zeigt die Studie eindrucksvoll auf. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Insgesamt betrachtet wird die Bürokratiebelastung von fast jedem Befragten als hoch oder sehr hoch beurteilt. Dies gilt für alle Branchen und Unternehmensgrößen. Wird nach einzelnen Rechtsbereichen unterschieden, sind es die Steuern, die den Unternehmen am meisten zu schaffen machen – am häufigsten wird darauf im Handel verwiesen (95 Prozent), seltener im produzierenden Gewerbe (immer noch 81 Prozent). Auch in den anderen genannten Gebieten empfinden die befragten Entscheider die Belastung größtenteils als hoch.

Auffällig bei den fünf letztplatzierten Bereichen ist der Umstand, dass dort auch der Anteil derjenigen, die dazu keine Angaben machen konnten oder wollten, recht hoch ist – was darauf hinweist, dass diese Bereiche für die entsprechenden Unternehmen schlicht nicht relevant sind. Werden diese Unternehmen herausgerechnet, überwiegen auch hier die negativen Antworten eindeutig.

Was die Entwicklung der Bürokratiebelastung in den vergangenen zwölf Monaten betrifft, ist man sich unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße einig: Sie ist eher gestiegen als gesunken. Lediglich drei von zehn Mittelständlern sind der Ansicht, sie sei gleich geblieben. Eine Abnahme der Belastungen wird so gut wie gar nicht gesehen.

Nach der Einschätzung bestimmter bürokratiebezogener Aspekte gefragt, zeigt sich: Der Kostenaufwand für die vorgeschriebenen Maßnahmen wird von etwa drei Vierteln als hoch beurteilt. Gleiches gilt für die Änderungshäufigkeit von Gesetzen, insbesondere in der Dienstleistungsbranche (81 Prozent gegenüber 70 Prozent im Handel und 65 Prozent im produzierenden Gewerbe). Auch der Vorbereitungsaufwand für staatliche Kontrollen und Inspektionen wird von zwei Dritteln als hoch angesehen.

Einziger Lichtblick: Der Großteil beurteilt die unternehmensrelevanten Rechtsgrundlagen als gut auffindbar. Die Klarheit der behördlichen Zuständigkeit wiederum wird von mehr als der Hälfte kritisch betrachtet.

Schlimmstenfalls führen unüberwindbare bürokratische Hürden zum Abbruch unternehmerischer Projekte – was laut den befragten Entscheidern häufiger der Fall ist als manch einer glauben mag: In jedem dritten Unternehmen ist es bereits zu einem solchen Projektabbruch gekommen – in der Dienstleistungsbranche und der Industrie etwas häufiger (35 bzw. 31 Prozent) als im Handel (23 Prozent). Immerhin beinahe zwei Drittel standen jedoch noch nicht vor diesem Problem.

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