Umfrage: Start-ups und Unternehmenskultur

Die Ergebnisse unserer Online-Umfrage im Überblick


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Offener Informationfluss, flexible Strukturen und ein gesundes „Nehmen-und-Geben“ sind die Pfeiler einer modern gelebten Unternehmenskultur – nicht nur, aber insbesondere in Start-ups. Dies sind einige Erkenntnisse der Umfrage zur Start-up-Unternehmenskultur in Deutschland, die wir zusammen mit Webgears aktuell durchgeführt haben. Hier lesen Sie Details.

Im November hatten Webgears, der Betreiber weltweiter Smartshopping-Portale wie Voucherbox oder Gutscheinsammler, und StartingUp eine Umfrage zur Unternehmenskultur in deutschen Start-ups iniziiert. Gemeinsam wollten wir von Start-up-Unternehmern und -Mitarbeitern wissen, wie wichtig die Unternehmenskultur für das Wachstum und den Erfolg eines Start-ups wirklich ist.
Befragt wurden die Teilnehmer online u.a. danach, wie Sie die Kultur in ihrer Firma bewerten, wie sie über Start-up-Kultur an sich denken und was ihrer Meinung nach den Zusammenhalt in einem Unternehmen am besten fördert.
Das Ergebnis ist zwar nicht repräsentativ – die Teilnehmerzahl lag bei rund 50 Personen –, herausgekommen ist aber ein interessantes Stimmungsbild, das aufschlussreich und informativ zugleich ist. Eines ist klar: Wer als Start-up das Thema Unternehmenskultur nur in Form einer Selbstdarstellung auf der Webseite „lebt“, wird es garantiert sehr viel schwerer haben, motivierte Mitarbeiter zu binden und sie mit auf den Weg zum etablierten, dauerhaft erfolgreich agierenden Unternehmen zu nehmen. Und: Unternehmenskultur ist kein statisches Konstrukt, sondern lebt und wird belebt durch das Miteinander aller Start-up-Beteiligten auf Augenhöhe.

Hier die Ergebnisse im kompakten Überblick:

  • Die Pflege der Unternehmenskultur spielt in deutschen Start-ups eine wesentliche Rolle. 84,9 Prozent sind der Meinung, sie hätte in ihrem Unternehmen einen hohen bis sehr hohen (48,5 Prozent) Stellenwert.
  • Für die Mitarbeiter deutscher Start-ups hat die Kultur ihres Unternehmens eine große Bedeutung. 90,9 Prozent ist sie wichtig, fast drei Viertels (72,7 Prozent) sogar sehr wichtig.
  • 84,6 Prozent halten die Unternehmenskultur für wichtig für den Erfolg eines Start-ups. Für mehr als die Hälfte (53,8 Prozent) ist sie sogar sehr wichtig.
  • Mitarbeiter deutscher Start-ups sind mit der Unternehmenskultur in ihrem Unternehmen sehr zufrieden. 84,8 Prozent bewerten sie als positiv, mehr als die Hälfte (51,5 Prozent) sogar als sehr positiv.
  • Offenheit und Lösungsorientierung sind Trumpf. Die Unternehmenskultur deutscher Start-ups ist offen (59,3 Prozent), locker und lösungsorientiert (je 48,1 Prozent). Sie wird dagegen eher nicht als leistungsorientiert wahrgenommen (22,2 Prozent). Eine gute Unternehmenskultur wird bestimmt durch eigenverantwortliche Tätigkeit (69,2 Prozent), Offenheit und Transparenz sowie durch guten Teamzusammenhalt (je 61,5 Prozent).
  • Start-ups zeichnen sich gegenüber etablierten Unternehmen durch eine deutlich bessere Unternehmenskultur aus. Für 40,7 Prozent ist sie besser, für 37,0 Prozent sogar sehr viel besser. Nur 7,4 Prozent halten sie für schlechter. Die Vorteile liegen vor allem in Offenheit (63,0 Prozent), stärkerer Lösungsorientierung (59,3 Prozent) und flacheren Hierarchie (51,9 Prozent).
  • Die Verantwortung für eine gute Unternehmenskultur sehen die Befragten zu gleichen Teilen bei Management und Mitarbeitern (53,8 Prozent). 26,9 Prozent sehen sie eher bei der Führungsebene, 19,2 Prozent bei den Mitarbeitern.
  • Mit der internen Kommunikation ist die große Mehrheit zufrieden: 65,2 Prozent fühlen sich ausreichend informiert. Nur 8,5 Prozent halten sich für nicht ausreichend informiert, 26,1 Prozent hätten sogar gern weniger Information. Hauptkommunikationsweg in Start-ups ist das persönliche Gespräch (65,2 Prozent). Nur bei 13,0 Prozent dominiert der Flurfunk.
  • Arbeitszeit: Flexibilität ist am wichtigsten. Wenn es um die Arbeitszeit geht, ist der maßgebende Faktor für eine positive Unternehmenskultur flexible Arbeitszeiten (87,0 Prozent), gefolgt von der Vermeidung von Wochenend- und Nachtarbeit (60,9 Prozent). Geregelte Arbeitszeiten (17,4 Prozent) und keine Überstunden (13,0 Prozent) spielen dagegen keine große Rolle.
  • Mitarbeiter in Start-ups arbeiten viel und gern. Die übergroße Mehrheit (82,7 Prozent) arbeitet länger als 40 Stunden in der Woche, mehr als die Hälfte (52,2 Prozent) sogar 50 Stunden oder mehr. Unzufrieden sind sie damit aber nicht: Knapp zwei Drittel (65,2 Prozent) halten ihre Arbeitszeit für angemessen. Nur 30,4 Prozent arbeiten ihrer Ansicht nach zu lang.
  • Start-ups „spendieren“ Flexibilität, kostenlose Getränke und Weihnachtsfeiern. Häufigstes „Extra“ sind flexible Arbeitszeit (65,2 Prozent) und die Firmenweihnachtsfeier (60,9 Prozent). Auch Home Office (56,5 Prozent), kostenloser Kaffee (56,5 Prozent) und Wasser (52,2 Prozent) und erfolgsabhängige Boni (52,2 Prozent) sind weitverbreitet. Kinderbetreuung, Firmenwagen (je 17,4 Prozent) und kostenlose Monatstickets (8,7 Prozent) gibt es dagegen eher selten.

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