Da staunten die Großen


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Da staunten die Großen

Im Februar 1998 entschlossen sich Funke und Will, einen Prototypen des YES! nach ihren Konstruktionen und Ideen umzusetzen. Um dies realisieren zu können, schrieben sie 36 Unternehmen der Automobilbranche mit der Bitte um Unterstützung an. 32 Firmen sagten spontan Unterstützung zu und lieferten Bauteile sowie Know-how. Im alten VW Golf von Funke machten sich die beiden auf „Deutschlandtour“ und brachten wertvolle Schätze wie Zubehörteile oder einen 1,8-Vierzylinder-Motor mit nach Hause.

Mit einer so großen Resonanz hatten die Jungunternehmer nicht gerechnet. Kurze Zeit später gründeten die zwei das Ingenieurdienstleistungsbüro Funke & Will Automotive Engineering GmbH. Mitte 1999 wurde der Prototyp des YES! quasi in letzter Minute fertig gestellt, um ihn fahrbereit im September auf der IAA in Frankfurt zu präsentieren. Die beeindruckende Publikums- und Presseresonanz veranlasste die Ingenieure, darüber nachzudenken, den Roadster in Kleinserie zu entwickeln. Auch, um damit ein glänzendes Referenzobjekt für das Ingenieurbüro zu erschaffen.

Standortsuche und Produktion

Auf dem einstigen Militärflughafen im sächsischen Großenhain beschäftigt die Funke & Will AG mittlerweile 90 Mitarbeiter

Im März 2000 gründeten die beiden die Funke & Will Aktiengesellschaft. „Man muss dazu sagen, es war 1999, die Zeit der Internet-Startups und des Börsenbooms. Da war unheimlich viel Geld unterwegs“, erinnert sich Will. Verlockende Angebote von Risikokapitalgebern wurden abgelehnt, die beiden Gründer starteten lieber mit Fördermitteln, die ihnen von Wirtschaftsfördergesellschaften verschiedener Bundesländer angeboten wurden.

In Sachsen fand man den geeigneten Firmenstandort. Ein Flugzeughangar des ehemaligen russischen Militärflughafens Großenhain erwies sich als die optimale Produktionsstätte. Ein wachsendes Lieferantennetzwerk, der hohe Bildungsstand und die Möglichkeiten, die sich mit der 3,5 km langen Start- und Landebahn des anliegenden Sportflughafens ergeben, zeichnen diesen Standort aus. Nach aufwendigen Sanierungsarbeiten wurde die Kleinserienproduktion von 50 Fahrzeugen pro Jahr aufgebaut und 2001 die ersten YES! Clubsport 1.8 Turbo ausgeliefert.

Preisgekrönt und hochmotiviert

Aufgrund dieser herausragenden Leistungen erhielt die Funke & Will AG im Juni 2004 den renommierten Deutschen Gründerpreis in der Kategorie „Aufsteiger“. Auch dadurch weiter motiviert, wurde in den kommenden Jahren unter anderem ein nationales sowie internationales Vertriebsnetz aufgebaut. In Ländern wie der Schweiz, Japan, Frankreich, Neuseeland und auch in den USA besteht nun die Möglichkeit, einen YES! zu kaufen und auch vor Ort warten zu lassen.

Mittlerweile bietet Die Funke & Will AG externen Auftraggebern die komplette Prozesskette „Kleinserie“ an – von der Konzepterstellung und -bewertung bis hin zum After-Sales-Service. Weiterhin wird die Produktion von Funktionsmodellen, Einzelbaugruppen, Werkzeugen etc. angeboten. Spezielle technische Umbauten und Sonderausstattungen an Serienfahrzeugen runden das Angebot ab. Und darüber hinaus belegt die intensive Suche nach einem neuen Standort für eine zweite Produktionsstätte den nachhaltigen Erfolg der letztlich aus einer studentischen „Verrücktheit“ geborenen Idee.