"Die Idee ist wertlos. Vision ohne Aktion ist Traumtänzerei"


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Matthew Mockridge (31) hat sich in der Start-up-Szene als Gründer, Buchautor und Speaker einen Namen gemacht und ist einem breiten Publikum auch bekannt aus der Fernseh-Serie „Die Mockridges“.

In deinem Buch „Dein nächstes großes Ding“ beschreibst du, wie du zu der Idee für dein eigenes erstes großes Ding gekommen bist. Kannst du das einmal kurz umreißen?

Die Idee zu NEONSPLASH-Paint-Party wurde aus der Not heraus geboren. Wir wollten ein Tech-Start-up gründen und konnten die Programmierer nicht bezahlen. Eine Party sollte schnellen Cashflow generieren. Weil das Konzept einzigartig sein sollte, haben wir auf ganz besondere und neuartige USPs gesetzt – die Paint-Party war geboren. Alle kommen weiß gekleidet und beschmieren sich mit Neonfarbe. In einer Zeit, in der es nur um VIP-Partys und Anzugträger im Club ging, war das Konzept eine tiefe Sehnsucht der Zielgruppe – die Idee ging um die Welt.


Welche Hürden und Probleme hattet ihr dabei zu bewältigen?

Alle Hürden, die man sich vorstellen kann. Zu langsames Wachstum, dann zu schnelles Wachstum, Unerfahrenheit, Angst, Zweifel, Motivationslosigkeit, Mitarbeiterführung, strategische Planung und so weiter.


Wie konntet ihr diese Hürden überwinden?

Trial and Error. Es gibt Dinge, die man nicht lesen und dabei lernen kann. Wir mussten alles erfahren, indem wir es tatsächlich durchlebt haben – das  ist im Leben eigentlich immer so.


Was würdest du heute anders machen?

Nichts. Ohne genau den Weg gegangen zu sein, wäre ich nicht hier. Ganz ehrlich: Sofort Risiken auslagern und alle Prozesse automatisieren, um selbst ersetzbar zu werden und so „am“ und nicht „im“ Unternehmen zu arbeiten.

 
Du hattest ja nicht alleine gegründet. Welchen Mehrwert siehst du im Gründerteam?

Viele Hände, schnelles Ende. Wer als Gründer auf die Bedürfnisse von jedem im Team eingehen kann und will und auch langfristig im Team arbeiten will, sollte im Team gründen – die Vorteile sind klar: Auf jeder Position spielt der beste Mann.

 
Oft redest du vor vielen Leuten, motivierst und stachelst zu Erfolg an. Was ist deine Message?

Menschen müssen nichts Neues lernen, sie müssen sich nur erinnern an all das, was sie als Kinder schon wussten. Mut, Neugier, das Wunder in den kleinen Dingen, Offenheit und ganz wichtig: Es ist völlig egal, was andere über dich denken.

 
Was denkst du – zu welchen Anteilen hängt der Erfolg einer Gründung von der Idee ab und zu welchem Anteil von den Personen?

Die Idee ist wertlos. Vision ohne Aktion ist Traumtänzerei.


Du bist mit fünf Brüdern in einer großen Familie aufgewachsen, deine Eltern sind durch die Schauspielerei sehr bekannt. Inwiefern waren das Erfahrungen, die dir im Gründungskontext geholfen haben?

Im Schauspiel geht es ums Handwerk. Die Bekanntheit ist Nebeneffekt. Zu verstehen, dass ich mein Handwerkszeug wirklich beherrschen muss, um funktionierendes Business zu realisieren, war eine wichtige Hilfe.

 
Du hast dir eine Auszeit genommen, warst in Australien. Hat dir die Pause neue (Business-)Impulse gegeben?
 

Die Kraft der Pause ist stärker als jede Businessstrategie jemals sein könnte, denn nur das Feld, das brach gelegen hat, kann wieder richtig Früchte tragen. Die Natur zeigt vor allem immer sehr deutlich: Du bist genug, auch ohne gesellschaftlichen Erfolg und Anerkennung. Das ist ein sehr heilsamer Gedanke. Im Hinblick auf Geschäftsideen genieße ich gerade eher die Ruhe, die diese Reise mir geschenkt hat. Ansonsten interessieren mich nachhaltige Konzepte, die menschendienlich sind, nicht unbedingt die hundertste Fotosharing-App oder andere Consumer-Tech-Themen.


Zuletzt warst du in der TV-Show StartUp zu sehen. Was hast du daraus mitgenommen?

Eine sehr spannende Erfahrung und eine schöne Mission, Gründergeist ins Fernsehen zu bringen. Nun ist es nicht mehr nur Aussehen oder Stimme, die einen berühmt machen, sondern die eigene Idee und Persönlichkeit, die jeder hat. Eine wertvolle Message, die ich gern unterstützt habe.


Du bist als Speaker u.a. auf Gründer-Events geragt. Was bringen solche Events?

Sie schaffen Verbindung. Als Gründer ist man in Deutschland leider immer noch viel zu exotisch, viel zu allein und „verrückt“. Diese ganz besonderen Menschen bei einem Event zusammenzuführen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich über ihre geteilten Passionen auszutauschen, ist ein Geschenk – thanks Guys.


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