Keine Wendehälse


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Drei Start-ups aus dem :agile Accelerator und Inkubator von E.ON, die auf Nachhaltigkeit, Effizienz und Umweltschutz setzen, um so die Energiewende weiter voranzubringen.

Die Energiewende ist in aller Munde, immer wieder wird man mit mal optimistischen, mal pessimistischen Meldungen über das Gelingen oder das Versagen bei diesem Mammutprojekt konfrontiert. Der Erfolg dieser ambitionierten Mission setzt gesellschaftliches Engagement genauso voraus wie wirtschaftliche Tatkraft und Erfindergeist. Start-ups bieten viele verschiedene Ansätze an, wie das Thema Umweltschutz markt- und gesellschaftsfähig wird. Dank ihrer meist flexibleren Strukturen und flacheren Hierarchien wirken sie wie Speedboote, die in den Gewässern des Umweltschutzes Ideen und Szenarien testen.

Nicht selten sind Start-ups dabei auf die Mithilfe von etablierten Branchenplayern angewiesen. Ein Beispiel für eine Symbiose zwischen neu gegründeten Unternehmen und etablierten Größen ist :agile, der Accelerator von E.ON. Als Förderer und Antreiber verhilft er Start-ups zu wachsen und ihre innovativen Lösungen umzusetzen. Davon profitierten unter anderem die im Folgenden vorgestellten drei Start-ups, die mit ihren innovativen Ideen ganz unterschiedliche Ansätze für den Umgang mit der knappen Ressource Energie und somit Pionierarbeit für das immer wichtiger werdende Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz leisten.

Hyko

CareToSave-Gründer Andriy Shmyhelskyy, Philipp Mahr und Thomas de Cicco taten sich im Jahr 2014 zusammen, um eine Zukunft zu kreieren, in der Kinder und Erwachsene gewissenhafter mit Energie umgehen und die Natur mehr achten. Aus diesem Grund entwickelten sie Hyko, einen leuchtenden Eisbären, der mit einer App verknüpft ist. Die Kinder sollen durch die Lampe nicht nur ihren Schlafrhythmus verbessern – sie lädt auch dazu ein, spielerisch den Umgang mit Energie zu lernen.

Hyko, was in der Sprache der Inuit „Eis“ bedeutet, kann mit einem Smartphone gesteuert werden – per App können Kinder die Lichtfarbe verändern. Andriy Shmyhelskyy erklärt die verschiedenen Funktionen, die der Bär während des Tages haben kann: „Weißes Licht hilft beispielsweise bei den Hausaufgaben, wenn es wichtig ist, aktiv und konzentriert zu sein. Mit einem Timer abgestimmte Lichtveränderungen geben dem Kind das Signal, wenn es an der Zeit ist, ins Bett zu gehen.“

Die Gründer legen großen Wert darauf, dass Hyko nicht nur als Tool für die Eltern nützlich ist, sondern die Kinder als Spielgefährte durch den Tag begleitet, von dem sie viel lernen können. „In der App finden die Kleinen Gute-Nacht-Geschichten und verschiedene Spiele. Wir wollen damit frühzeitig ein Bewusstsein für Energie als wertvolle Ressource schaffen“, so die Gründer. „Es ist unsere Mission, Kinder zu inspirieren, zum Nachdenken anzuregen und somit die Helden der Zukunft zu erschaffen.“

Eisbär Hyko ist mit einer App verknüpft, kann die Farben wechseln und bringt so Kindern spielerisch den schonenden Umgang mit Energie bei

Platio

Rund die Hälfte der Siedlungs- und Verkehrsflächen sind in Deutschland versiegelt, also bebaut, schätzt das Umweltbundesamt. Neben Gebäuden machen Wege, Plätze und Straßen einen großen Teil dieser verschlossenen Flächen aus. Dies brachte die Gründer Imre Sziszák, Miklós Ilyés und József Cseh auf eine Idee: „Wenn sich an der Versiegelung schon so einfach nichts ändern lässt, können wir die Flächen wenigstens sinnvoller nutzen.“ Mit ihrem 2018 gegründeten Start-up Platio geben sie gepflasterten Flächen einen weiteren Nutzen als Stromlieferant. Die einzelnen Solarmodule lassen sich zusammensetzen und aus mehreren Einheiten entstehen somit begehbare Kraftwerke.

Den Gründern ist es dabei wichtig, dass die Pflasterungseinheiten aus recyceltem Plastik hergestellt werden. Um das Betreten für die Passanten sicherer zu machen, wird die Oberfläche mit einem speziellen rutschfesten Material beschichtet. „Eine große Herausforderung war es, den Installationsprozess möglichst einfach zu halten“, berichten die Gründer. „In jeder Einheit ist ein elektronisches Netzwerk integriert. Dadurch müssen die einzelnen Module nicht aufwändig miteinander verkabelt werden.“

Während des Tages wird die durch Sonneneinstrahlung generierte Elektrizität in eingebauten Energiesparunits gespeichert, welche dann unabhängig vom Stromnetzwerk für elektronische Geräte oder für öffentliche Plätze genutzt werden können. Der Strom kann entweder direkt auf dem Platz verbraucht werden, etwa für die nächtliche Beleuchtung, oder er wird in das öffentliche Energienetz eingespeist.  Die Pflasterungseinheiten sind durch die Notwendigkeit eines speziell angefertigten Werkzeugs bei der Installation diebstahlsicher.

Das Start-up Platio macht versiegelte Flächen zu Stromlieferanten, indem Solarmodule darin eingebracht werden und so zu begehbaren Kleinkraftwerken werden

Perto

Bei der Frage nach den Geräten mit dem größten Energieverbrauch im Haushalt werden viele erst mal an den Kühlschrank denken. Auch wenn dieser für einen nicht unerheblichen Teil der Stromrechnung verantwortlich ist, sind die wahren Stromfresser woanders zu finden: Veraltete Heizungspumpen machen einen Großteil der Energierechnung aus. Unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden ist das Ziel des Berliner Start-ups perto. „Während das Herz die Aufgabe hat, Blut durch den menschlichen Körper zu pumpen, befördern Heizungspumpen Wasser als Transportmedium für die Wärme durch die Rohre zu den Heizkörpern. Acht von zehn Heizungspumpen gelten als ineffizient“, fasst Gründer Sebastian Schröer das Problem zusammen. Würden unmoderne Anlagen in sämtlichen Haushalten in Deutschland gegen Geräte mit einer hohen Energieeffizienz eingetauscht werden, könnte der Betrieb von drei Kohlekraftwerken eingestellt und dadurch große CO2-Emissionen vermieden werden.

Perto hat eine Lösung mittels Bilderkennung entwickelt, der es Immobilienbesitzern vereinfacht, ihr Einsparungspotenzial zu identifizieren. Sind die Heizungspumpen ineffizient, organisiert das Unternehmen den Umbau und unterstützt bei der Beantragung der staatlichen Fördergelder. „Der Staat hat ein Interesse daran, den Stromverbrauch in Deutschland zu minimieren. Deshalb gibt es ein Förderprogramm, das einem ein Drittel des Preises zurückerstattet. Das Verrückte: Kaum jemand weiß von diesen Geldern!“ Aus diesem Grund greift das Start-up bei der Beantragung des Fördergeldes unter die Arme und organisiert den Umtauschprozess.

Energieeffizienz in unseren Häusern (hier das Wärmebild eines Treppenhauses) birgt enormes Potenzial für Start-ups. Perto hat bspw. eine Lösung mittels Bildererkennung entwickelt, die es erleichtert, Einsparungspotenzial in Immobilien leichter zu identifizieren

:agile, Der Accelerator und Inkubator von E.ON fördert Early Stage Start-ups mit Energiebezug


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