The Grow Online Table: Weltmarktführer & Mittelstand vs. Unicorns


44 likes

Das erwartet dich beim The Grow Online Table am 24.06.2021.

The Grow vernetzt mittelständische Unternehmen und Start-ups im deutschsprachigen Raum. Neben den erfolgreichen Roadshows in der DACH-Region bieten die Initiatoren reichweitenstarke und inhaltlich spannend-relevante Online-Formate rund um das Ziel, Start-ups und Mittelstand gemeinsam für die kommenden Herausforderungen stark zu machen.

Am 24. Juni findet der erste Online Table statt mit informativen Klartext-Diskussionen mit Prof. Dr. Maximilian Lude, Sina Trinkwalder, Lukas Zörner, Mario Ernst, Robert Hornsteiner, Peter Zehentner, Bernhard Schindler und Gerold Wolfarth unter der Moderation von brutkasten-CEO Dejan Jovicevic.

Das Thema: "Same Same But Different – Weltmarktführer & Mittelstand vs. Unicorns und das (Un-)Gleichgewicht zwischen Effizienz und Exploration".

Die Agenda

  • Start: 20.30 Uhr
  • Kurzvortrag von Prof. Dr. Maximilian Lude
  • "Same same but different – Weltmarktführer & Mittelstand vs. Unicorns und das (Un-)Gleichgewicht zwischen Effizienz und Exploration"
  • Politische Kurzintervention
  • Talk mit Mario Ernst, Gerold Wolfarth, Sina Trinkwalder, Prof. Dr. Maximilian Lude und Lukas Zörner
  • Expertengespräch "Start-up & Mittelstand": Dejan Jovicevic, Bernhard Schindler, Robert Hornsteiner, Peter Zehentner und Daniel Börnert
  • Ende: ca. 21.30 Uhr

Vormerken: brutkasten liefert einen Stream des Events auf Youtube und den eigenen Kanälen

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Gründer*in der Woche: LReply - das innovative Test-Ökosystem

Der LReply-Gründer Willy Claude Makend will mehr Transparenz in das Thema Produkttests bringen, indem er Konsumgüterhersteller*innen und Verbraucher*innen auf seiner Plattform im Sinne einer "Community des Erlebens" zusammenbringt. Mehr dazu im Interview mit Willy.

Wann und wie bist du auf die Idee zu LReply gekommen?
Im Jahr 2019 kam mir die Idee zu LReply, um der mangelnden Transparenz zwischen Verbrauchern (Testern) des Produkts sowie der Konsumgüterindustrie etwas entgegenzusetzen. Das Problem: Unternehmen geben auf unterschiedlichen Wegen viel Geld aus, um herauszufinden, was Verbraucher von ihren Produkten halten. Um die damit verbundenen Risiken zu begrenzen, schien es mir notwendig, einen direkten Dialog zwischen Verbrauchern und Industrie in Gang zu setzen. Dies beeinflusst zum Beispiel direkt den Produktentwicklungszyklus, die erfolgreiche Markteinführung neuer Produkte, kurz gesagt: die Wachstumsstrategie von Unternehmen.

Was ist das Besondere, das Innovative an LReply und wie unterscheidet sich dein Konzept von dem anderer Produkttest-Plattformen?
Bei LReply konzentrieren wir unsere ganze Energie und Expertise darauf, in Echtzeit Konsumgüterhersteller und Verbraucher über eine einzige, transparente, unabhängige und konfliktfreie Plattform zu verbinden. So erfinden wir eine neue und bessere Zukunft für die Industrie. Das Angebot revolutioniert das Produkttesting und bringt wichtige Daten (wie Marktpotenzial, Potenzialanalyse, Zielgruppenanalyse oder Kundenavatar) an einem zentralen Ort im attraktiven Design zusammen.

Welche Konsumgüterhersteller nutzen deine Dienste?
Unter anderem Perrier, Gillette oder Kellogg.

Und wie kommst du an die geeigneten Produkttester*innen?
Über Online-Plattformen wie Instagram oder Facebook. Wir suchen nach Menschen mit hohen Customers’ Lifetime- und Empfehlungswerten. Es sollte auch beachtet werden, dass unsere Daten dynamisch sind, denn auch Gewohnheiten ändern sich mit der Zeit. D.h., sie ändern sich asynchron im Laufe der Zeit, wenn neue Informationen (per neuer Umfrage) verfügbar werden.

BioTech-Starthelfer

Wir stellen zwei Initiativen vor, die sich um den boomenden BioTech-Bereich und die Gründungsförderungen intensiv bemühen, sowie Start-ups, die davon bereits profitiert haben.

Biotechnologie kann Antworten auf große Fragen der Menschheit geben – nicht zuletzt wurde dies während der Corona-Krise deutlich. Die Kreativität der Unternehmen gerade für neue Lösungen zur Pandemiebekämpfung war und ist enorm, die Finanzierungszahlen explodierten und selbst die Politik schaltete sich aktiv in die Entwicklungen ein. Dass darüber hinaus die ersten Corona-Impfstoffe originär auch noch aus Deutschland kamen und die zugrunde liegenden Technologien in Deutschland ihren Ursprung hatten, verstärkte hierzulande schlagartig das Interesse an der Biotechnologie. Vor allem die Leuchttürme der Branche haben weltweit für Sichtbarkeit gesorgt: BioNTech und CureVac. Dennoch bleiben die Fragen: Was kommt nach Corona? Was kommt nach dem Boom? Welche Leistungen sind neben den Finanzen noch wichtig?

Die deutsche Biotechnologie ist extrem leistungsfähig und verdient auch nach der Pandemie weiterhin erheblich mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung. Doch bisher ist es immer noch eine Orchideen-Branche – gerade im Hinblick auf Gründungen, Förderungen und öffentliche Aufmerksamkeit. Förderungen müssen über die Universitäten und Frühphasenunterstützung hinaus gehen. Doch für diese spätere Entwicklungsphase gibt es hierzulande – im Gegensatz zum Ausland – nur in geringem Umfang staatliche Fördermöglichkeiten, und wenn, dann mit sehr bürokratischen Hürden verbunden. Das bremst die Anzahl der Gründungen.

Im Folgenden stellen wir zwei Initiativen vor, die sich den besonderen Herausforderungen im BioTech-Bereich sowie der Gründungsförderungen verschrieben haben, und erfolgreiche Start-ups, die davon profitieren bzw. profitiert haben.

BioTech-Starthelfer I: Life Science Factory

Wer im Life-Science-Bereich gute Ideen und Projekte umsetzen will, hat es in Niedersachsen, genauer gesagt in Göttingen, bald viel leichter. Mit ihrem Rundum-Service sorgt die gemeinnützige Life Science Factory künftig dafür, dass Forschende und Start-ups ohne lange Planungs-, Bau- und Wartezeiten sofort mit ihren Projekten starten können. Der Gründungshub im Sartorius Quartier ist derzeit noch im Bau und wird ab Januar 2022 auf vier Stockwerken über modernste S1-Labore, mit der Möglichkeit auf S2-Labore aufzurüsten, eine Prototyping-Werkstatt – die Maker’s Factoy sowie über Büro-, Veranstaltungs- und Community-Räumlichkeiten verfügen. Alles wird dann on demand verfügbar sein. Das ermöglicht nach Vertragsabschluss den Direct Start – meist innerhalb von nur 24 Stunden. „Bei uns profitieren Forschende und Gründende unter anderem auch davon, dass sie sich um bau- oder sicherheitsrechtliche Vorgaben keine Gedanken machen müssen. Zudem wird es auch allgemeine Flächen geben, wie beispielsweise Geräteräume für Zentrifugen, Bioreaktoren oder zur Zellkultivierung. Sowohl in der Größe wie auch in der Ausstattung werden die Labore hochflexibel und modular auf die jeweiligen Bedürfnisse der künftigen Mieter anpassbar sein“, erläutert Marco Janezic, Managing Director der Life Science Factory, das ambitionierte und zukunftsweisende Konzept.

Diese beiden Start-ups sind Teil der Community der Life Science Factory:

Cinference

Rund 30 Prozent aller Therapien haben eine Proteinkomponente, doch die therapeutische Proteinentwicklung ist kostspielig und dauert zwei bis drei Jahre. Cinference ist ein Life-Science-BioTech-Start-up, das sich auf die Verbindung von Biologie und Datenwissenschaft spezialisiert hat und therapeutische Proteine – De-novo-Proteine – designt. Die Mission ist es, den Proteinentwicklungsprozess auf ein bis zwei Monate zu verkürzen. Dafür nutzt das Unternehmen daten­effiziente Algorithmen in Kombination mit großen AI-Modellen, die auf Millionen von Proteinsequenzen trainiert wurden. So lassen sich 99 Prozent des Designprozesses digital durchzuführen und Designparameter simultan optimieren. Das junge Start-up befindet sich auf Wachstumskurs, stellt verstärkt Biologie-Talente ein und beginnt erste Partnerschaften mit dem Pharmabereich. Cinference plant im März 2022 als Labormieter in die Life Science Factory einzuziehen.

OptoGenTech

OptoGenTech strebt mit der Entwicklung eines optogenetischen Cochlea-Implantats eine transformierende Verbesserung der Versorgung von Schwersthörigen an. Elektrische Cochlea-Implantate werden weltweit von mehr als einer Mio.hochgradig hörgeschädigten oder tauben Menschen verwendet und ermöglichen typischerweise das Sprachverstehen in ruhiger Umgebung. Cochlea-Implantat-Patient*innen haben jedoch große Schwierigkeiten, Sprache in geräuschvoller Umgebung zu verstehen und Melodien in Sprache oder Musik zu verfolgen. Durch die Verwendung von Licht zur Stimulation (Optogenetik) hat OptoGenTech die Frequenzauflösung von Cochlea-Implantaten verbessert, denn Licht kann besser als elektrischer Strom im Raum begrenzt werden. Die Markteinführung wird für das Jahr 2029 erwartet. Das Marktvolumen für Cochlea-Implantate wird voraussichtlich 4,5 Milliarden USD betragen. Angesichts der sich wandelnden Technologie und des erwarteten grundlegenden Fortschritts in der Hörqualität gehen die Gründer Prof. Tobias Moser, Dr. Daniel Keppeler, Dr. Christian Goßler und Prof. Ulrich Schwarz davon aus, dass ein beträchtlicher Marktanteil für das optogenetischen Cochlea-Implantats erreicht werden kann.

Gamechanger des Monats: Eye-Able

Die vier Gründer der Web Inclusion GmbH aus dem Fränkischen Margetshöchheim sorgen für mehr digitale Barrierefreiheit. Mithilfe ihrer Assistenzsoftware Eye-Able ist es Website-Besucher*innen möglich, alle Inhalte frei nach den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Mehr zu unseren Gamechangern im Interview mit Oliver Greiner, Tobias Greiner, Eric Braun und Chris Schmidt.

Wir haben euch als unsere Gamechanger des Monats ausgewählt, weil ihr Vorreiter für Vorreiter*innen seid, wenn es um das Voranbringen von Inklusion und das Stärken von digitaler Barrierefreiheit geht. Wie seid ihr auf die Idee zu Eye-Able gekommen und was treibt euch im Sinne eines Gamechangers an?

Tobias: Natürlich treibt uns hier vor allen Dingen der soziale Aspekt an. Eigentlich beginnt die Geschichte von Eye-Able bereits in der Kindheit unseres Gründers Oliver. Gemeinsam mit einem seiner besten Freunde Lennart besuchte er die Schule und beide wurden Banknachbarn. Wer als ‚normal Sehender‘ eine Schule besucht, kommt wohl gar nicht auf den Gedanken, dass nicht jeder in der Lage ist, die Schrift auf der Tafel zu lesen. Das ist aber die Grundlage, um erfolgreich am Unterricht teilzunehmen. Oliver hat Lennart, der genetisch bedingt seherkrankt ist, jeden Tag die Inhalte auf der Tafel vorgelesen bis er in der zehnten Klasse eine Assistenztechnik in Form einer Kamera bekommen hat. Im Studium E-Commerce von Oliver wurde klar, dass diese Probleme der Lesbarkeit gerade auch auf Websites existieren. Und so ist die Idee zur Software entstanden und am Grundkonzept hat sich bis heute wenig geändert: Wir wollen Probleme lösen und Barrieren abbauen, die Menschen bei der Nutzung von Webseiten haben, indem sie selbst die Ansicht an Ihre Bedürfnisse anpassen können.

Was ist das Besondere an eurer Assistenzsoftware Eye-Able?

Oliver: Diesbezüglich sind besonders zwei Punkte zu nennen. Die Einfachheit zeichnet Eye-Able definitiv aus: Die Software kann mit nur zwei Zeilen Code in jede Website, unabhängig vom Website System bzw. CMS, eingebunden werden. Die Integration dauert also im Normalfall nur wenige Minuten und kann vollzogen werden, ohne dass Änderungen an der Website vorgenommen werden müssen. So wird unmittelbar ein neues Level der Zugänglichkeit erreicht.

Das zweite Alleinstellungsmerkmal der Software ist die Individualisierbarkeit. Sowohl unser Icon sowie die Farben im Tool als auch der Funktionsumfang können frei angepasst werden, damit sich das Tool perfekt an das Design der Website anpasst. Für viele Webseitenbetreiber ist dieser Punkt besonders wichtig, da die Farbgebung und das Design das Bild des Unternehmens nach außen darstellen sollen und so die Corporate Identity abbilden.

Was muss ich können bzw. leisten, um Eye-Able auf meiner Website ans Laufen zu bringen?

Hier war es uns sehr wichtig, dass die Software leicht installierbar ist und für jede Website bezahlbar bleibt. Effektiv muss man als Webseitenbetreiber nichts weiter tun, als die zwei Zeilen Code in die Seite zu kopieren. Somit ist eine Installation auch für technisch unerfahrene Personen ohne Probleme möglich. Die Website selbst muss für die Integration in Bezug auf Inhalt oder Aufbau nicht verändert werden.

Auf den Punkt gebracht: Warum sollte ich eure Software einsetzen?

Eric: Kurz gesagt: Weil es kein Argument dagegen gibt, seine Website und damit seine Leistungen oder Informationen für alle Menschen zugänglich zu machen. Neben den monetären Vorteilen einer neuen Zielgruppe ist es am Ende auch eine menschliche Entscheidung. Übertragen wir das einfach mal in die analoge Welt. Nehmen wir an, du hättest ein wunderschönes Kaffee in der Innenstadt, aber leider vor deinem Eingang eine dreistufige Treppe und wüsstest, dass auch Menschen im Rollstuhl gerne bei dir deinen Kaffee trinken würden. Würdest du dann für diese Fälle in eine kleine mobile Rampe investieren? Vermutlich schon. Diese Rampe haben wir für Websites gebaut. So kannst du einerseits mehr Menschen erreichen und schaffst andererseits Inklusion. Wir leben in einer Zeit, in der sich der Informationsgehalt immer weiter ins Internet verschiebt. Es ist dringend notwendig, Websites zugänglich zu machen, um hier digitale Teilhabe zu schaffen und Betroffene nicht auszuschließen.

Les Margaret & Les Margaret Junior Awards 2022

Die Awards richten sich an alle Frauen und Mädchen in Europa und Afrika, die kühne technologische Wetten eingehen und disruptive Innovationen schaffen, um die Welt zu verändern. Bewerbungen für die Les Margaret und Les Margaret Junior Awards können noch bis Montag, den 17. Januar 2022, eingereicht werden.

Die 2013 von dem Gründungsförderer JFD ins Leben gerufenen Les Margaret und Les Margaret Junior Awards sind eine Hommage an Margaret Hamilton. Diese war für die Entwicklung von Software für das Apollo-Weltraumprogramm der NASA verantwortlich, das es dem Menschen erstmalig ermöglichte, den Mond zu betreten.

Gesucht: Gründerinnen oder Mitbegründerinnen von Tech-Start-ups

Die Les Margaret Awards richten sich in der Kategorie Entrepreneur an Gründerinnen oder Mitbegründerinnen von Tech-Start-ups sowie in der Kategorie Intrapreneur an Arbeitnehmerinnen, die in Absprache mit ihrem Arbeitgeber ein innovatives Projekt entwickelt haben, ohne aus dem Beschäftigungsverhältnis auszuscheiden.

Sie müssen Staatsbürgerinnen eines europäischen oder afrikanischen Landes sein und ihr digitales Projekt muss auf ein oder mehrere gesellschaftliche Probleme ausgerichtet sein: Umwelt und Energie (Klimawandel, Stadtplanung, Energiewende, nachhaltige Entwicklung ...), Gesundheit (Zugang zu Pflege, Diagnose, Behandlung ...), IKT (Cybersicherheit, IdD, Datenwissenschaft, Digital Everything ...), Transport und Mobilität (Fahrzeuge, Infrastruktur, Nutzung ...).

Die Gewinnerinnen profitieren von einer Medienpräsenz im Wert von einer Million Euro für ein Jahr, Gelegenheiten für Vorträge bei großen internationalen Veranstaltungen, digitalem Equipment sowie der Teilnahme an Coaching-/Mentoring- Sessions mit den Partnern von JFD.

Für Kidpreneurs, Teenpreneurs oder Tech-Kreative

Der Les Margaret Junior Award steht unter der Schirmherrschaft von Jean-Michel Blanquer, Minister für nationale Bildung, Jugend und Sport in Frankreich, und steht jungen Mädchen zwischen 7 und 18 Jahren offen, die Staatsbürgerinnen eines europäischen oder afrikanischen Landes sind. Die Kandidatinnen können Kidpreneurs, Teenpreneurs oder Tech-Kreative sein – alle, die eine Idee, ein Konzept oder ein Startup-Projekt haben, die/das durch die Anwendung einer Technologie ein Problem (Gesundheit, Bildung, Umwelt, Mobilität ...) anspricht, oder mithilfe einer oder mehrerer Technologien (künstliche Intelligenz, 3D, IdD ...) einen Prototyp (Roboter, Spiel, App ...) entwickelt haben. Die Gewinnerinnen erhalten digitales Equipment, ein 1000-Euro-Stipendium, Coaching/Mentoring, Workshops und eine starke Medienpräsenz.

Bewerbungsschluss: 17. Januar 2022

Bewerbungen müssen bis Montag, den 17. Januar 2022 um 11:59 Uhr MEZ über das Formular unter www.joinjfd.com eingereicht werden. Die Finalistinnen werden von JFD vorausgewählt und am Donnerstag, dem 10. Februar 2022, einer Expertenjury für Beratungen hinter verschlossener Tür vorgestellt, um die Gewinnerinnen in den 6 Kategorien festzulegen: Entrepreneur Europa, Entrepreneur Afrika, Intrapreneur Europa, Intrapreneur Afrika, Junior Europa und Junior Afrika. Die Preisverleihung unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Französischen Republik findet in der Woche vom 08. März 2022 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum von JFD statt.

5 Neuigkeiten aus der Krypto-Welt

Obwohl er am Sonntag für kurze Zeit über 50.000 US-Dollar stieg, fiel der Bitcoin-Preis dann Anfang der Woche wieder. Die größte Kryptowährung nach Marktwert wird laut Coin Metrics am Montagnachmittag mit rund 47.358 US-Dollar gehandelt. Andere Top-Kryptowährungen sind momentan rückläufig, darunter auch Ether, die zweitgrößte Kryptowährung. Gehandelt wird Ether mit derzeit rund 3.813 US-Dollar. In der Welt der Kryptowährungen ist also wieder einiges passiert. Wir fassen die wichtigsten Neuigkeiten in diesem Artikel zusammen.

Krypto-News 1: Kickstarter will auf Blockchain umsteigen

Seit mehr als einem Jahrzehnt überzeugt Kickstarter Menschen davon, für die Umsetzung ihrer Ideen zu bezahlen. Egal, ob es um ein Kunstwerk, einen Film oder ein besonderes Gerät geht – Kickstarter ist oft das Mittel der Wahl. Digitale Währungen basieren auf dezentraler Organisation, Kryptowährungen und NFT-Kunst – und Kickstarter möchte beide Welten jetzt miteinander verbinden. Gegründet werden soll ein eigenständiges Unternehmen, welches auf Crowdfunding-Basis läuft und damit dem von Kickstarter ähnelt. Zum Einsatz kommen soll aber die Blockchain-Technologie.

Wie das neue Unternehmen, das digitale Währungen unterstützt, heißen soll, ist aktuell noch nicht bekannt. Im nächsten Jahr möchte man aber direkt mit der Umsetzung beginnen, sodass wir voraussichtlich schon im Jahr 2022 gute Einblicke in die neue Crowdfunding-Plattform bekommen können. Umgestellt wird aber hinter den Kulissen und auf der aktuellen Seite wird man von den Änderungen nichts spüren. Zu rechnen ist mit einem großen Unterfangen, aber das Unternehmen hat die Chance, andersartige und kreative Projekte auf diese Weise zum Leben zu erwecken. Wir sind gespannt auf weitere Details, denn sicher muss noch eine Menge geplant werden, bis die neue Plattform an den Start gehen kann.

Krypto-News 2: 90 % der Bitcoin-Vorratsmenge wurden in Umlauf gebracht

Am 12. Dezember feierten Kryptofans die Tatsache, dass 90 % der 21 Millionen Bitcoins, die jemals existiert haben, in Umlauf gebracht wurden. Die momentane jährliche Inflationsrate des Bitcoins liegt bei rund 1,88 % und damit unter den Zielvorgaben der zentralen Banken, die einen Prozentsatz von 2 % festlegen. Kryptowährungen gleichen noch immer einem Glücksspiel. In einem Casino eine Sofortauszahlung vornehmen, nachdem ein großer Gewinn gelandet wurde, erscheint manchmal ähnlich aufregend wie der Handel mit Bitcoin und Co.

Aktuell erwarten Experten, dass die Inflationsrate von Bitcoin in 875 Tagen auf gerade einmal 1,1 % sinken wird. Dann werden 19,98 Millionen Bitcoins geschürft worden sein. Bis dahin können Miner also weiterhin verdienen, genauer gesagt bleiben noch 119 Jahre. Bitcoin basiert auf dem Proof-of-Work-Modell. Miner müssen dabei um die Lösung komplexer mathematischer Probleme konkurrieren, um die Transaktionen zu validieren. Dabei handelt es sich um keinen einfachen Prozess, was auch daran ersichtlich wird, dass man für die jetzt bekannt gewordenen 90 % stolze 12 Jahre gebraucht hat.

Krypto-News 3: Arrow Glacier Upgrade ist auf Ethereum live gegangen

Bei Arrow Glacier handelt es sich um ein Upgrade für das Ethereum-Netzwerk, welches kürzlich aktiviert wurde. Mit dem Upgrade verschieben sich Schwierigkeiten, die das Mining von Ethereum einfrieren oder zumindest verlangsamen könnten, auf Juni 2022. Man hofft, dass man dann vom Proof-of-Work-Modell zum Proof-of-Stake-Modell umstellen kann. Nach der Umstellung soll es die Probleme nicht mehr geben. Aktuell arbeitet das Unternehmen mit dem Proof-of-Work-Modell, bei dem Miner versuchen, komplexe Probleme zu lösen, welche Transaktionen validieren können. Dieses Modell wird aber stark kritisiert, da es Umweltprobleme befeuert, denn es erfordert extreme Mengen an Computerleistung. Im kommenden Jahr möchte Ethereum hier nun Änderungen vornehmen. Das neue Proof-of-Stake-Modell soll auf den von Nutzern gehaltenen Münzen basieren, mit denen Transaktionen validiert werden. Das kann die derzeit verwendeten energieintensiven Mining-Rigs ersetzen. Dieser wichtige Schritt ist Teil von Eth2. Das System wird große Auswirkungen haben, denn es wird die Struktur von Ethereum verändern und Mining schlussendlich überflüssig machen.

Sobald das neue System Eth2 implementiert wurde, versprechen die Betreiber eine nachhaltigere, sicherere und skalierbarere Währung. Tatsächlich würde die Umweltbelastung um 99 % sinken, gleichzeitig wird Ethereum-Mining keine Einnahmen mehr generieren können. Bis wir konkrete Ergebnisse sehen, werden noch einige Monate vergehen. Sicher ist, dass bei Ethereum große Veränderungen anstehen.

Krypto-News 4: Neuer Krypto-Beratungsdienst bei Visa

Visa führt neue Beratungs- und Betreuungsdienste ein, um seine Kunden in Sachen Krypto zu beraten. Der Zahlungsriese teilte letzte Woche in einer Pressemitteilung mit, dass die Beratungen für Einzelhändler, Finanzinstitute wie auch andere Firmen Ratschläge beinhalten werden, die dabei helfen sollen, die Krypto-Welt besser zu verstehen. Zwar betrifft diese Ankündigung nicht den direkten Verbraucher, doch es zeigt sich ganz deutlich, dass Kryptowährungen auf dem amerikanischen Markt zunehmend an Bedeutung und Akzeptanz gewinnen. Das wiederum wird sich positiv auf den Wert der Krypto-Bestände auswirken, die Investoren aktuell innehaben.

Der verkündete Schritt ist der jüngste Versuch von Visa, tiefer in den Kryptomarkt einzutauchen. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit bereits verschiedene Patente im Bereich der Blockchain angemeldet. Ein zuständiges Forschungsteam arbeitet zudem an einem Universal Payment Channel-Projekt, bei dem verschiedene Blockchain-Netzwerke miteinander verbunden werden sollen. Visa ist zudem nur einer von vielen Zahlungsabwicklern, die sich vermehrt mit Kryptowährungen befassen. So sehen wir zum Beispiel auch bei PayPal oder MasterCard, dass man Kryptowährungen zunehmend mehr Aufmerksamkeit schenkt: Bei MasterCard möchte man Kunden und Händlern sowie auch Banken künftig ermöglichen, per Kryptowährung zu zahlen. Bitcoins werden dann künftig über das neue System gesendet und empfangen werden können. Bei PayPal gibt es zudem bereits seit März dieses Jahres die Möglichkeit, den Checkout über Kryptowährungen durchzuführen. Für deutsche Kunden ist diese Funktion noch nicht verfügbar, Briten können dagegen schon problemlos per Kryptowährung bezahlen.

Krypto-News 5: Höhen und Tiefen bei Bitcoin und Ethereum

Bitcoin sprang zuletzt wieder über 49.000 US-Dollar, Ethereum auf über 4.000 US-Dollar. Beide Währungen haben in den letzten Wochen aber extreme Höhen und Tiefen durchlebt, was jeweils in einem Allzeithoch endete.

Die Volatilität folgt dabei unter anderem einer wirtschaftlichen Unsicherheit, die durch die neue COVID-Variante Omicron entsteht. Auch anhaltende Kommentare von US-Gesetzgebern und Beamten zu Krypto-Regulierungen sorgen für Unruhe, ebenso wie das von Präsident Biden unterzeichnete 1,2-Billionen-Dollar-Infrastrukturgesetz. Letzteres enthält Krypto-Steuerbestimmungen, die in der Form eine Neuheit darstellen. Das neue Gesetz beinhaltet, dass Krypto-Broker Transaktionen an die Steuerbehörde melden müssen, wenn deren Wert 10.000 US-Dollar übersteigt. Diskutiert wird dabei, wie die vollumfängliche Meldepflicht überhaupt in die Tat umgesetzt werden soll, zumal die neuen Gesetze auch eine plötzlich auftretende enorme steuerliche Belastung bedeuten. Der Markt reagierte darauf direkt mit bedeutenden Schwankungen.

Gründer*in der Woche: Bone Brox - Superfood Knochenbrühe

Die Berliner Bone Brox GmbH will uns aktiv auf unserem Weg zu einem gesünderen Leben, mehr Wohlbefinden und Vitalität begleiten. Und zwar mit holistischem Wissen, funktionalen Lebensmitteln sowie natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln, inspiriert durch Tradition und Wissenschaft. Was damit genau gemeint ist, erfahren wir im Interview mit den Foundern Jin-Woo Bae und Konrad Kaspar Knops.

Wie habt ihr beiden Founder euch kennengelernt und seid ihr auf die Idee gekommen, aus der alt bekannten Knochenbrühe ein modernes Produkt zu kreieren?

Konrad: Uns verbindet die Liebe zu Kampfkunst – ich war selbst einige Zeit im Shaolin und später im Wudang Tempel. In Berlin traf ich dann Jin. Er lehrte WingTsun bzw. Crossfit. Und bereits am ersten Tag der Begegnung wusste ich: Wir haben eine große Reise vor uns! Wir unterhielten uns viel über Gesundheit und Ernährung und plötzlich war die Idee geboren.
Jin: Bei meiner Mutter gab es jede Woche eine gute koreanische Kraftbrühe. Brühe gehört für mich – wie Kimchi – zum Essen einfach dazu. Als ich dann Konrad traf, erzählte er mir eine ganz ähnliche Geschichte. Wie er bei Fieber und Erkältung immer eine Hühnerbrühe ans Bett bekommen hat. Wir haben mit Hunderten Menschen über ihre eigenen Erfahrungen gesprochen und wissen: Fast jeder verbindet die Kraftbrühe mit einer wohligen, geborgenen Erfahrung im Elternhaus. Das war für uns Grund genug etwas so Starkes, aber dennoch Vergessenes wieder den Menschen zugänglich zu machen.


Was ist das Wertvolle an sich an Knochenbrühe?

Konrad: Uns interessiert an der Knochenbrühe vor Allem das Kollagen. Unser Körper befindet sich ständig in einem Zustand der Regeneration. Der Stoffwechsel repariert pausenlos kleine Verletzungen, die im Alltag oder beim Sport entstehen. Kollagen unterstützt jene Regenerationsprozesse. Zudem fördert es die gesamte Struktur deines Körpers. Ohne Kollagen kann der Stoffwechsel keine Knochen aufbauen. Gelenke brauchen Kollagen für die Bildung von Knorpel.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee bis zu eurem fertigen Produkt?

Jin: Alles begann in einem 2 Liter Topf in meiner damaligen Praxis. Meine Patienten waren auch die, die sich immer wieder Gläser der Brühe mitnahmen, weil sie selbst keine Zeit hatten für 18h welche zu kochen. Natürlich stießen wir schnell an unsere Grenzen und fragten eine kleinere Produktionsküche. Hier waren die Töpfe schon 70 Liter groß, aber als wir zum Spaß ein Glas an die Jury des in der Bio Branche renommierten Next Organic Awards eingeschickt haben und diesen dann sogar gewonnen hatten… hat das natürlich niht mehr ausgereicht. Seitdem kochen wir unsere Brühen in mehreren 5000 Liter Kesseln mit Abfüll- und Etikettiermaschinen. Allerdings waren hier die Wechsel von 2 auf 70 auf 5000 Liter nicht immer einfach, da schließlich auch große Aufgaben der Logistik dahinterstehen. Glücklicherweise haben wir uns von Anfang an auf starke Partner fokussiert. Ohne diese wären Themen des Procurement und des Fulfillment nicht professionell möglich gewesen.
Konrad: Wir persönlich waren zudem ein Fan von MVP – Minimum Viable Product. Das ist die einfachste Konfiguration eines Produkts, die ein Benutzer testen und bewerten kann. So haben wir experimentel herausgefunden, was dem Kunden genau schmeckt, bzw. für welche Zwecke er die Brühe überhaupt einsetzt. Wir fanden so z.B. heraus, dass viele unserer Kunden die Brühe bei Darmbeschwerden einsetzen. Unsere Schlussfolgerun war nun diese auch mit digitalen Produkten bei ihren Themen zu unterstützen.

EY Startup Academy Award 2021

The winner is … AlphaSys Brain Technologies gewinnt die EY Startup Academy 2021!

Am 18. November war es so weit: Nachdem die neun Finalisten des diesjährigen Programms in mehr als 30 Workshops und Events über einen Zeitraum von sechs Wochen von EY-Experten und den Partnern der EY Startup Academy gecoacht wurden, hat die mit Experten besetzte Jury entschieden, welches der Startups die größten Fortschritte gemacht hat. Mit spannenden Vorträgen und Diskussionen mit Manuel Müller, dem CEO und Gründer von Emma, und den beiden EY Startup Academy-Alumni Anders Nordvist vom schwedischen FinTech Asteria und Maximilian Klinke von PigTie wurden die Zuschauer auf das große Finale eingestimmt.

Am Ende des Abends konnte sich als Gewinner das Startup AlphaSys Brain Technologies (Geschäftsname: EmoSys) gegen ambeRoad, AristanderAI, autogramm.io, evAI Intelligence, HCP Sense, Ignition, MotionsCloud und Summetix durchsetzen. Das niederländische Tech-Startup des Gründerteams Mehrdad Seirafi und Nitzan Merguei arbeitet an einem tragbaren Gerät, das epileptische Anfälle erkennen und verhindern kann. Bei der Abschlusspräsentation überzeugte das Startup die Jury vor allem mit der Darstellung seines Wachstumspotenzials. Auf Platz 2 landete mit IGNITION ein HR-Tech-Startup, das eine Plattform für ganzheitliche HR-Lösungen entwickelt hat. Auf Platz 3 wählte die Jury autogramm.io, das eine KI-basierte Lösung entwickelt hat, um unstrukturierte Daten in Dokumenten in Erkenntnisse zu verwandeln. Doch nicht nur die Jury darf darüber abstimmen, welcher der Teilnehmer sich am besten weiterentwickelt hat, auch die Zuschauer der EY Startup Academy dürfen ihren Favoriten wählen. Der Publikumsfavorit war in diesem Jahr die evAI Intelligence GmbH, ein KI-basiertes Unternehmen und Lösungsanbieter im Markt für Contextual Intelligence.

Die Jury beim Closing Event der EY Startup Academy setzt sich aus Vertretern des Partnernetzwerks zusammen. Die Zahl der Kooperationspartner der EY Startup Academy ist seit dem Jahr 2017, als die Initiative ins Leben gerufen wurde, kontinuierlich gestiegen. Die EY Startup Academy 2021 wurde von 18 Kooperationspartnern unterstützt, die von Unternehmen über Interessensverbänden bis hin zu Investoren und anderen Akteuren die ganze Vielfalt des Startup Ökosystems widerspiegeln. Zu den Partnern zählen die Austrian Angels Investors Association, BERLIN-CHEMIE AG, BlackWood Capital Partners, Bundesverband Deutsche Startups, Business Angels FrankfurtRheinMain, C3 Management, Campus Founders, Deutsche Bahn Digital Ventures, Dieter von Holtzbrink Ventures (DvH Ventures), HIGHEST, High-Tech Gründerfonds (HTGF), IBM, seed + speed Ventures, SixThirty Ventures, Sparkassen Innovation Hub, TechQuartier, UPSTART und w&w brandpool.

EY wird sowohl die Gewinner als auch die Teilnehmer der EY Startup Academy auf ihrem weiteren Weg begleiten. Und bereits jetzt ist klar: auch 2022 wird sich wieder die Frage stellen, wer den EY Startup Academy Award gewinnt!

Weitere Infos zur EY Startup Academy findest du hier

Gründer*in der Woche: Aulios - übersetzt Sound in Licht

AULIOS übersetzt Sound in Licht und kreiert die weltweit erste Software zur vollautomatisierten Erstellung soundbasierter Lichtshows in Echtzeit für Clubs, Konzerte und Festivals. Mehr über die innovative Idee der Gründer Alexander Gerick und Marius-Julian Marx und die Anwendungsmöglichkeiten im Interview mit Marius-Julian.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu AULIOS gekommen?

Ursprünglich brauchten wir nur ein wenig Party Beleuchtung für Alex 18. Geburtstag und wollten die Smart Lights von Phillips Hue dafür verwenden. Die Sound-Licht-Synchronisation war jedoch so schlecht, dass wir uns dazu entschlossen, etwas Eigenes zu entwerfen. Es verging dann eine Menge Zeit, in der wir dieses Vorhaben nur unregelmäßig verfolgten. Als wir dann nach unserem Umzug nach Berlin mit DJs und Clubbesitzern in Kontakt kamen, entstand schließlich die heutige Idee zu AULIOS.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee über die Gründung bis zur fertigen Software im Testeinsatz?

Nach dem Slash Hackathon im Oktober 2020 haben wir angefangen, unser Vorhaben ernster zu nehmen. Wir bekamen sehr positives Feedback für unser Vorhaben, Sound und Licht für den Smart Home Bereich zu synchronisieren. Es folgte eine Menge Recherche und wir wollten einen intelligenteren Smart-Home-Brand entwickeln, welcher sämtliche Konkurrenzprodukte im Smart Home Bereich bei weitem übertreffen würde. Dieses Vorhaben änderte sich, nachdem wir mit einigen erfahrenen Investoren gesprochen und verstanden hatten, dass eine Hardware-fokussierte Firma hinsichtlich der Wachstumsgeschwindigkeit und dem Grundkapitalbedarf einige erschwerende Aspekte aufweist.

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt kamen wir dann auch mit DJs in Berlin in Kontakt, welche unsere Idee cool fanden und uns immer wieder fragten, weshalb wir so etwas denn nicht für Clubs entwickeln. Dieser Punkt, an dem wir herausfanden, dass Lichtshows immer noch manuell erstellt werden, regte uns dazu an, von dem Smart-Home-Vorhaben abzulassen und uns komplett auf eine B2B-Lösung zu fokussieren.

Wie habt ihr die Startphase und damit auch euch selbst finanziert?

Wir hatten ein wenig Geld angespart, aber der herausforderndste Teil war es, ein Team zusammenzustellen, ohne das Geld zu haben, diese zu bezahlen und ohne Investoren zu einem Zeitpunkt reinzuholen, an dem die Vision hinter AULIOS noch nicht klar und fortgeschritten genug war, um vernünftige Konditionen zu bekommen. Wir wussten, dass unser Vorhaben nicht durch Alex und mich allein realisiert werden konnte. Wir motivierten daher Mitstudenten, uns bei der Entwicklung der Software zu helfen, indem wir ihnen – anstelle einer Bezahlung in Form von Geld – die Möglichkeit boten, ihr Studium voranzubringen und gleichzeitig in einem Projekt zu arbeiten, das einem klar erkennbaren Sinn folgt. Seit Beginn unseres Projekts halfen uns rund 15 Studenten – einige werden auch weiterhin bei AULIOS bleiben und hoffentlich auch bald als erste Mitarbeiter der AULIOS GmbH bezahlt werden können.

Nun zu AULIOS: Was ist das Besondere an eurer Software? Wie hebt ihr euch von anderen Lösungen in diesem Kontext ab?AULIOS ist die weltweit erste Software, welche komplexe Lichtshows basierende auf Sound vollautomatisiert erstellen kann. Anstelle eines Lichtjockeys oder Lichttechnikers wird nur ein Computerprogramm benötigt, um die entsprechende Lichtshow zu erstellen und dies geschieht zudem noch in Echtzeit. Wir können damit Kosten für Veranstalter senken und gleichzeitig die Qualität der Lichtshows deutlich verbessern. Zudem ist AULIOS rund um die Uhr Einsatzbereit und immer nur einen Klick entfernt

Gründer der Woche: 180° Sicherheit – Alarmanlage mit Live-Täteransprache

Die 180° Sicherheit GmbH aus Düsseldorf bietet bundesweit Konzepte zum Schutz vor Einbruch, Diebstahl und Vandalismus an. Darüber und über die Chancen für Gründer in der Sicherheitsbranche sprechen wir mit Co-Gründer Christoph Schwitulla:

In Deutschland sind 2016 der Polizeilichen Kriminalstatistik zufolge zum ersten Mal seit zehn Jahren weniger Wohnungseinbrüche registriert worden. Dennoch liegt die Aufklärungsrate bei unter 20 Prozent. Was läuft hier letztlich schief bzw. was muss noch geleistet werden?

Die Einbruchskriminalität hat sich in den letzten Jahren immer weiter professionalisiert. Im Vergleich zu früher werden heute nicht mehr Gelegenheitstäter und Junkies, sondern organisierte Banden für einen Großteil der Taten verantwortlich gemacht. Außerdem geben die genannten Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) lediglich die Einbruchzahlen in privaten Räumlichkeiten wider. Gewerbliche Einbrüche müssen in dieser Statistik noch hinzuaddiert werden.

Dazu kommt, dass die „aufgeklärten Fälle“ nicht etwa einen festgenommenen oder gar verurteilten Täter erfordern. Vielmehr gilt eine Tat aus polizeilicher Sicht dann als aufgeklärt, wenn ein Tatverdächtiger ermittelt werden kann. Wird ein Täter festgenommen, dem man anhand des Modus Operandi ein paar Dutzend weitere Taten zuordnen könnte, gelten diese Taten (trotz fehlender Beweise) als aufgeklärt.

Hinter vorgehaltener Hand berichten uns Polizisten regelmäßig davon, dass sie die Menge an Einbrüchen lediglich verwalten und abarbeiten, aber nicht wirklich ermitteln können. Durch die massive Professionalisierung der Täter scheint die Polizei den Einbrechern lediglich hinterherzulaufen.

Nun zu Ihrem Sicherheits-Business: Wann und Wie sind Sie und Ihr Co-Gründer Malte Tasto auf die Idee zu Ihrem „Live-Einbruchschutz“ gekommen?

Da wir bereits seit zehn Jahren in der Sicherheitsbranche aktiv sind, wussten wir früh um die Schwachstellen klassischer Alarmanlagen, von denen sich heutzutage kaum noch jemand abschrecken lässt. Da es hier smartere und vor allem effektivere Möglichkeiten gibt, die Einbrecher unmittelbar wieder zu vertreiben, sind wir mit dem Live-Einbruchschutz 2014 an den Start gegangen.

Was waren die größten Herausforderungen von der Gründung bis zum Start Ihres Business?

Das waren hauptsächlich die klassischen Herausforderungen, die jedem Unternehmer vor Gründung widerfahren. Zudem haben wir uns mit allerhand technischer Details auseinandersetzen müssen. Aber wie sagt man so schön: man wächst mit seinen Herausforderungen.

Wie genau funktioniert der „Live-Einbruchschutz“?

Anders als bei klassischen Alarmanlagen wird bei einem Einbruch keine Blitzlichtsirene angesteuert. Vielmehr baut unsere Alarmzentrale eine akustische Live-Verbindung zur 24h besetzten Leitstelle auf. Dort sitzen rund um die Uhr geschulte Mitarbeiter, die dann innerhalb von Sekunden über eine aktive Hör-/Sprech- und Sehverbindung beurteilen können, was in den Räumlichkeiten vor sich geht. Ein Operator kann aus der Ferne z.B. Schritte, Stimmen, Geräusche wahrnehmen und durch die Einbindung von Kameras auch ein Bild der Alarmsituation übermittelt bekommen. Dann spricht er die Täter äußerst lautstark an: „04.17 Uhr, gesperrter Bereich, nennen Sie das Kennwort!“.

Diese Schocksituation bringt die Täter dazu, meist unmittelbar in einem 180°-Bogen das Objekt wieder aus der Richtung zu verlassen, aus der sie gekommen sind. Wir nennen das den 180°-Effekt. Der üblicherweise entstehende Schaden kann dadurch auf ein Minimum reduziert werden. Zudem kann der Operator einen Echtalarm sehr schnell von einem Falschalarm unterscheiden. Für diese Unterscheidung fahren sonst zunächst einmal Wachfahrer zum Objekt, die erst bei einem bestätigten Einbruch die Polizei hinzuziehen. Dieses Zeitfenster verkürzen wir massiv und können durch die Beurteilung aus der Ferne unmittelbar die Polizei verständigen.

Wäre es nicht sinnvoller, wenn anstelle der Live-Ansprache ein Wachdienstler oder besser noch die Polizei schnell vor Ort wäre, um den Täter dingfest zu machen? Denn so kann der Dieb ja „bequem“ nach der Kontaktaufnahme abhauen?

Das ist richtig. Nur letztlich verstehen wir uns als Dienstleister unserer Kunden. Deren größtes Interesse besteht darin, ohne Ausfälle am nächsten Morgen handlungsfähig zu sein. Würden wir die Täter nicht ansprechen, hätten diese noch ein paar Minuten mehr Zeit am Tatort. Die Wahrscheinlichkeit einer Festnahme würde zwar steigen, allerdings können skrupellose Einbrecher in ein paar Minuten auch massive Schäden anrichten, die für unsere Kunden viel Zeit, Nerven und Aufwand bedeuten.

Sie überwachen ja letztlich akustisch die Räumlichkeiten Ihrer Kunden. Gibt es hier datenschutzrechtliche Probleme bzw. Herausforderungen?

Sicherlich ist der Datenschutz in Deutschland ein gewichtiges Thema. Demnach unterwerfen auch wir uns dem geltenden Bundesdatenschutzgesetz. Ein einfaches Reinhören nach Lust und Laune ist nicht möglich. Vielmehr müssen zwei Bedingungen erfüllt sein, damit eine Verbindung aufgebaut werden kann: Einerseits muss der Kunde seine Alarmanlage scharf geschaltet – also aktiviert – haben. Zum anderen muss dann im scharfen Zustand noch ein Einbruchalarm ausgelöst werden. Nur dann baut die Einbruchmeldezentrale eine Verbindung in Richtung Leitstelle auf. Aber wenn dies nicht so wäre, würden uns nicht zahlreiche Steuerberater, Ärzte, Apotheker und andere sensible Kunden vertrauen.

Welche Kosten kommen auf mich als Kunden zu?

Das schöne ist, dass der Live-Einbruchschutz von unseren Kunden nicht gekauft wird. Stattdessen bieten wir eine Dienstleistung mit einer monatlichen Servicepauschale im Rundum-Sorglos-Paket an. Klassische Alarmanlagen kosten nicht nur viel Geld in der Anschaffung. Neben den Kosten für die Installation und eine regelmäßige Wartung, müssen zudem Kosten für die Instandhaltung außerhalb der Gewährleistungsfrist einkalkuliert werden. Außerdem schlagen eine Wachdienstaufschaltung und insbesondere jede einzelne Wachdienstanfahrt zu Buche.

An wen adressieren Sie Ihre Sicherheitslösungen?

Unsere Zielkunden sind primär Gewerbekunden. Dabei reicht die Range vom Apotheker bis hin zu Autohäusern und großen Industriekunden. Im Privatbereich sichern wir vornehmlich die privaten Räumlichkeiten der Geschäftsführer und Vorstände unserer Gewerbekunden ab.

Zu welchen weiteren Sicherheitsmaßnahmen raten Sie Ihren Kunden?

Eine mechanische Sicherung ist als zusätzliche Maßnahme nie verkehrt. Durch mechanische Sicherungsmaßnahmen brauchen die Täter länger, um ins Objekt zu gelangen. Doch: wer reinkommen will, kommt rein. Drum raten wir unseren Kunden auch dringend davon ab, sich ausschließlich auf mechanischen Einbruchschutz zu verlassen. Ist dieser erst einmal überwunden, haben die Täter im Objekt alle Zeit der Welt um sich „auszutoben“…

Und last but not least: Was raten Sie anderen Gründern aus der Sicherheitsbranche aus eigener Erfahrung?

Der Markt ist gigantisch. Mit dem nötigen Maß an Engagement, Fachwissen und Professionalität lässt sich viel bewegen. Allerdings schenken uns die Kunden auch einen enormen Vertrauensvorschuss, dem man natürlich gerecht werden muss.

Hier geht’s zu 180° Sicherheit


Das Interview führte Hans Luthardt

Vorschläge für diese Rubrik an [email protected]


9. Deutscher Startup Monitor

Über 2000 deutsche Start-ups haben an der aktuellen Befragung teilgenommen – hier die spannenden Ergebnisse des Deutschen Startup Monitors in komprimierter Form.

Das Geschäftsklima in der deutschen Start-up-Szene hat sich deutlich aufgehellt und liegt wieder auf dem Niveau von 2019. Gründer*innen finden hierzulande immer bessere Bedingungen vor* Zwei Drittel bewerten das Start-up-Ökosystem an ihrem Standort als gut oder sehr gut – das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider* Die durchschnittliche Beschäftigungszahl steigt von 14 auf 18 und auch bei den geplanten Neueinstellungen zeigt der Trend nach oben. Doch die Talentsuche entwickelt sich neben der Kapitalbeschaffung zu einer der großen Hürden für die Jungunternehmer*innen. Eine weitere große Herausforderung ist außerdem der unzureichende Zugang zu Daten und deren Konzentration bei wenigen internationalen Konzernen.

Zu diesen Ergebnissen kommt der 9. Deutsche Startup Monitor (DSM), den der Bundesverband Deutsche Startups e.V. und PwC in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen erstellt und an dem sich erstmals über 2000 deutsche Start-ups beteiligt haben.

Diversität und Dynamik stärken

Start-ups sind eine treibende Kraft, wenn es um Innovationen und Technologien geht
und schaffen so auch immer mehr neue Arbeitsplätze* In den kommenden Monaten wollen die befragten Unternehmen im Schnitt neun Mitarbeitende rekrutieren. Ob sich die geplanten Neueinstellungen realisieren lassen, hängt allerdings ganz wesentlich von der Lage auf dem Bewerber*innenmarkt ab. Fest steht* Die Personalsuche wird schwieriger. 27 Prozent der Start-up-Gründer*innen bezeichnen sie bereits als größte Hürde – das sind 10 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Ein weiterer zentraler Aspekt im Kontext Wachstum und Personal betrifft die Diversität – mehr Frauen als Gründerinnen heißt in Sachen Talente und Innovationskraft aus dem Vollen zu schöpfen. Vor diesem Hintergrund ist der Anstieg des Frauenanteils um 11 Prozent als positives Signal und erster Schritt in die richtige Richtung hervorzuheben – auch wenn das Niveau mit einem Frauenanteil von knapp 18 Prozent insgesamt noch sehr niedrig ist. Zugenommen hat im Vergleich zum Vorjahr (20 Prozent) außerdem der Anteil an Gründer*innen mit Migrationshintergrund, der jetzt bei 22 Prozent liegt.

Die 5. EY Startup Academy sucht ihren Gewinner

Am 18. November 2021 findet das Closing Event des sechswöchigen Programms mit der Verleihung des Academy Awards statt.

Mit der EY Startup Academy erhalten Startups seit 2017 die Chance, an einem sechswöchigen Programm teilzunehmen, in dem sie ihr Geschäftsmodell und dessen Hauptkomponenten mit strukturierter Hilfe und Beratung von EY-Experten und einem externen Partner-Netzwerk verbessern können. Zielsetzung der EY Startup Academy ist es, aussichtsreiche Tech-Geschäftsmodelle mit Zukunftspotenzial bei ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen.

Nachdem am 16. September in einem hybriden Pitch Contest neun Finalisten aus den eingegangenen Bewerbungen ausgewählt wurden, haben sie in den folgenden Wochen an über 30 Workshops und Trainings teilgenommen. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten zählten neben Pitch Training, Fundraising, Pricing, Business Planung und Investor Readiness auch Regulatorik und Datenschutz, IP-Recht, Compliance und IT sowie in diesem Jahr erstmals Marketing und Vertrieb.

Darüber hinaus bietet die EY Startup Academy den Teilnehmern Zugang zu einem exklusiven Branchennetzwerk aus Venture Capital Fonds, Business Angels und Unternehmensvertretern. Von ursprünglich vier Partnern ist das Netzwerk der EY Startup Academy in den letzten Jahren auf 17 angewachsen. Heute bildet es ein breites Branchenspektrum ab: 2021 wird die EY Startup Academy von der Austrian Angels Investors Association, BERLIN-CHEMIE AG, BlackWood Capital Partners, dem Bundesverband Deutsche Startups, den Business Angels FrankfurtRheinMain, C3 Management, Campus Founders, der Deutsche Bahn Digital Ventures, Dieter von Holtzbrink Ventures (DvH Ventures), HIGHEST, dem High-Tech Gründerfonds (HTGF), IBM, seed + speed Ventures, SixThirty Ventures, dem Sparkassen Innovation Hub, dem TechQuartier und w&w brandpool unterstützt. Jedem der neun Teilnehmer wird zudem für die Dauer des Programms ein Mentor zur Seite gestellt. Denn mit der EY Startup Academy will EY das Startup Ökosystem und vor allem die teilnehmenden Gründer ganzheitlich bei ihrer Reise „from idea to exit“ unterstützen.

Wer gewinnt den EY Startup Academy Award 2021?

Am 18. November können die neun Teilnehmer der EY Startup Academy zeigen, wer in dem sechswöchigen Programm die größten Fortschritte gemacht hat. Mit Alpha Brain Technologies BV, ambeRoad, AristanderAI, autogramm.io, evAI Intelligence, HCP Sense, Ignition, MotionsCloud und Summetix stehen neun junge Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Geschäftsmodellen im Finale: das Spektrum reicht von dem Vorhaben, epileptische Anfälle zu verhindern über eine Plattform für ganzheitliche HR-Lösungen hin zur Automatisierung der Erfassung von Versicherungsschäden.

Eine mit Experten aus dem Partner-Netzwerk besetzte Jury und die Zuschauer stimmen am Ende des Abends darüber ab, welches der Gründerteams während des sechswöchigen Programms die größten Fortschritte gemacht hat und den Academy Award 2021 gewinnt. Zusätzlich zu einer Geldprämie wird EY das Gewinner-Startup mit freien Beratertagen bei seiner weiteren Entwicklung unterstützen.

Ihr wollt wissen, wer die EY Startup Academy 2021 gewinnt? Meldet euch jetzt für das Closing Event am Donnerstag, 18. November, ab 18 Uhr an und verfolgt die spannenden Pitches im Livestream.

Apeleon: Nächster Schritt des Flugtaxis im Wettlauf um die Lufthoheit

Apeleon hat vor über einem Jahr erste Testflüge erfolgreich absolviert. Nun gelang dies erstmals auch mit der dritten Generation ihres Flugtaxis.

Das österreichische Startup Volare entwickelt ein senkrecht startendes und landendes Flugzeug unter dem Namen Apeleon. Gegründet im Oktober 2017 unter Founder und CEO Andreas Fürlinger, lag dem Unternehmen stets die Vision nahe, das Fliegen in den Alltag zu integrieren und Orte schneller miteinander zu verbinden.

Neue Flugkonzepte

„Und das ohne die Hindernisse der heutigen Luftfahrt und ohne die Probleme des bodengebundenen Verkehrs“, präzisiert Fürlinger. „Hierzu braucht es neue Luftfahrzeuge.“ Es war genau dieser Wunsch und die Faszination Fliegen im Allgemeinen und der Reiz an Herausforderungen zu arbeiten, die den Gründer angetrieben haben, neue technische Lösungen, konkreter: neuartige Flugzeugkonzepte, zu erarbeiten.

„Das hat bereits vor vielen Jahren begonnen. Es ist tatsächlich so, dass mich die Luftfahrt bereits seit meiner Kindheit fasziniert, es begann mit Modellbau über Paragleiten zum Motorflug und zur Berufspilotenausbildung. Mein technisches Studium, ich habe Maschinenbau studiert, habe ich auch bzw. gerade wegen meiner Faszination für das Fliegen auf den Schwerpunkt Luftfahrt ausgerichtet. Ich bin jetzt seit gut zehn Jahren als Ingenieur in der Luftfahrt verankert und hatte die Möglichkeit an spannenden Projekten mitzuwirken“, so Fürlinger weiter.

Apeleon hat den ersten Testflug schon einige Zeit hinter sich. Frühere Demonstratoren sind bereits vor über einem Jahr in die Lüfte abgehoben. Die letzten Monate jedoch hat das Startup intensiv an Testflügen mit dem neuesten Demonstrator der dritten Generation gearbeitet. Und, Fürlinger nach, wichtige Erkenntnisse erzielt: „Wir haben damit bereits eine gute Basis für unsere nächste Phase, die Entwicklung des vollmaßstäblichen Prototyps geschaffen. Dafür sind wir zurzeit auch auf der Suche nach Investoren“, sagt er.

Viele Variablen noch offen

Der Apeleon-Gründer, der sein Flug-Taxi als Luftfahrzeug mit Tragflächen klassifiziert und es damit von „little range“-Multikoptern abhebt, erwartet – unter Berücksichtigung verschiedenster Aspekte, wie etwa technische Entwicklung des Luftfahrzeuges, Schaffung und Erweiterung von Regularien, Infrastrukturaufbau und letztendlich auch gesellschaftliche Akzeptanz – einen Start des kommerziellen Betriebs von einzelnen Strecken ab 2025.

„Wir verfolgen ein Konzept mit Tragflächen, um einen effizienten Reiseflug und damit längere Flugstrecken, zu ermöglichen“, so Fürlinger weiter. „Diese neue Art der Luftfahrzeuge eröffnet Möglichkeiten, vor allem weil auch die Betriebskosten solcher neuen Luftfahrzeuge geringer ausfallen werden als von heutigen, speziell Helikoptern. Diese Reduktion an Betriebskosten kann an den Endkunden weitergegeben werden und führt im Beispielfall von Personenbeförderung zu leistbaren Flugtickets. Die günstigeren Tickets führen dazu, dass dieses Transportmittel von einer breiteren Gesellschaft genutzt werden kann“, so die Idee.

Der Preis soll sich anfangs zwischen dem Flug mit einem heutigen Helikopter und Taxifahrten einordnen, wobei das Potential für weitere Kostenreduktion gegeben sei. Fürlinger dazu: „So lässt auch ein in späterer Zukunft angestrebte autonomer Betrieb den Preis weiter sinken, da ein Teil der Pilotenkosten wegfallen und ein weiterer Sitzplatz durch weitere zahlenden Kund:innen belegt werden kann.“

Apeleon als Infrastruktur-Alternative

In Sachen Einsatzmöglichkeiten argumentiert der Gründer mit einer Prämisse, die sich vereinfacht so festhalten lässt: Dort wo bisher nichts ging, wird etwas gehen. Er sagt: „Wir sehen vor allem dort Potential, wo keine aufwendige Infrastruktur geschaffen werden kann und auch keine Hochgeschwindigkeitsverbindungen, etwa Bahn oder Autobahn, vorhanden sind und auch aufgrund von Terrain oder anderen Gründen nicht geschaffen werden können. Wir können schlecht angebundene und auch abgelegene Orte sehr flexibel verbinden und eine schnelle Verbindung anbieten. Zusätzlich sehen wir aber auch bei zeitkritischen Anwendungen wie notärztliche Versorgung oder Priority-Cargo enormes Potenzial.“

Dieser Beitrag ist zuerst auf brutkasten.com erschienen

Science4Life Businessplan-Wettbewerb startet

Sponsored

Science4Life, Deutschlands größter Businessplan-Wettbewerb für Life Sciences, Chemie und Energie, startet.

Science4Life ist Deutschlands größter Businessplan-Wettbewerb für Life Sciences, Chemie und Energie. Das Programm begleitet Start-ups von der ersten Idee über das Geschäftsmodell bis zum fertigen Businessplan. 1.300 Unternehmen wurden seit dem Start von Science4Life bereits gegründet. Denn Start-ups gewinnen nicht nur ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 85.000 Euro, sondern profitieren von intensiven Coachings mit Branchen-Experten und bauen ihr eigenes Netzwerk aus. Hinter Science4Life stehen die Hessische Landesregierung und das Gesundheitsunternehmen Sanofi.

Um Start-ups auf ihrem Weg bis zum fertigen Businessplan und darüber hinaus bestmöglich zu unterstützen, bietet Science4Life ein maßgeschneidertes Programm in drei Phasen: Ideenphase, Konzeptphase und Businessplanphase. Start-ups aus den Branchen Life Sciences und Chemie werden mit dem „Science4Life Venture Cup“ ausgezeichnet. Mit dem „Science4Life Energy Cup“ wird ein weiterer branchenspezifischer Preis für hervorragende Gründungsvorhaben aus dem Bereich Energie verliehen.

Gründer*in der Woche: LEILA - die Online-Kinderwunsch-Plattform

LEILA ist ein FemTech Start-up aus Berlin, das durch sein CE-zertifiziertes Medizinprodukt die Diagnostik von Fruchtbarkeitsstörungen automatisiert. Mit der selbst entwickelten Software wird die Ursache der Störungen in kurzer Zeit erkannt, die intelligenten Algorithmen verraten, welche Umstellungen notwendig sind, um den Kinderwunsch Realität werden zu lassen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founderin Caroline Mitterdorfer.

Wie steht es hierzulande um das traurige (Tabu-)Thema unerfüllter Kinderwunsch? Wie viele Paare sind betroffen, welches sind die Hauptursachen und wie vielen Paaren kann bislang effektiv geholfen werden?

Allein in Europa sind 25 Millionen Menschen von Unfruchtbarkeit betroffen. Als unfruchtbar gelten bereits Frauen, wenn sie über 35 Jahre alt sind und länger als 6 Monate versuchen schwanger zu werden oder Frauen unter 35 Jahren, die es länger als ein Jahr versuchen.

Die erste Anlaufstelle ist meist die gynäkologische Praxis der Frau. Leider sind in Deutschland nur 0,9 % der Gynäkolog*innen auf Reproduktionsmedizin & Endokrinologie spezialisiert. Diese Spezialisierung ist jedoch erforderlich, um umfangreiche Kinderwunschdiagnostik durchzuführen.

Das Gesundheitssystem sieht also vor, dass jene Paare in die Kinderwunschklinik gehen - dort wo die Experten sitzen. Leider kommen da lediglich 10 % aller Paare an - häufig aufgrund von Stigma, finanzieller Ressourcen und fehlender Information. Kinderwunschkliniken werden nach wie vor mit künstlicher Befruchtung, Designerbabys und Reagenzgläsern in Verbindung gebracht. Leider ist Unfruchtbarkeit immer noch ein riesiges Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Unsere Studie mit über 1500 Frauen hat ergeben, dass Betroffene sich oft alleine gelassen fühlen, stark verzweifelt sind und gar Anzeichen an Depressionen aufzeigen.

Daher ist es wichtig, die übrigen 90 % abzuholen und ihnen eine Lösung zu bieten, den Grund für ihren unerfüllten Kinderwunsch herauszufinden! In fast 70 % der Fälle, reichen sogar schon kleinere Lebensstiländerungen aus, wie die Einnahme von Medikamenten oder eine Ernährungsumstellung, um die Fruchtbarkeit zu erhöhen.

Ein sehr häufiger Grund für Unfruchtbarkeit ist zum Beispiel das polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCOS. Es ist in über 30 % der Fälle die Ursache von Unfruchtbarkeit. Leider dauert die Diagnose für diese häufig vorkommende Krankheit (10 bis 15 % aller Frauen sind betroffen) oft mehrere Jahre. Das gleiche gilt für Endometriose an der 1 von 10 Frauen erkranken. Hier dauert die Diagnose vom Auftreten der ersten Symptome bis zur vollständigen Diagnose im Durchschnitt 10,4 Jahre. Das können wir mit einer leicht zugänglichen, medizinischen Diagnostik ändern!

Wann und wie bist du vor diesem Hintergrund zusammen mit deinen Mitgründerinnen Dr. med. Theresa Vilsmaier und Silvia Hecher auf die Idee zu LEILA gekommen?

Nach meiner Zeit bei einem Start-up in der Hotellerie, habe ich mich nach einer Aufgabe gesehnt, mit der ich wirklich etwas bewegen kann. In meinem Bekanntenkreis wurde das Thema Kinderwunsch immer präsenter, ich selbst habe mich auf Basis meiner eigenen Gesundheit stark mit dem Einfrieren von Eizellen auseinandergesetzt und hier einen Mangel entdeckt: Es gab keine Möglichkeit, sich die sehr teuren Kinderwunschbehandlungen zu finanzieren. Das passte gut zusammen mit meinem Background in Finance, so gründete ich den ersten Kinderwunschkredit in Deutschland.

Auf Silvia wurde ich aufmerksam, als sie ihren Auftritt bei 2 MINUTEN 2 MILLIONEN, dem österreichischen Format von Höhle der Löwen, hatte. Sie präsentierte damals Ivery, einen At-Home-Test für die Bestimmung des letzten fruchtbaren Tages. Im Rahmen unseres Austausches kamen wir auf die Lücke im Gesundheitssystem zu sprechen: Die Fruchtbarkeitsstörung von Frauen kann meist nicht umfangreich beim Gynäkologen diagnostiziert werden und der Besuch in einer Kinderwunschklinik wird meist kategorisch ausgeschlossen. Durch glückliche Umstände über unsere erste Investorin wurden wir dann mit Theresa connected. Als Reproduktionsmedizinerin bestätigte sie uns dieses Problem und gemeinsam haben wir dann im September 2020 gestartet LEILA zu entwickeln.

Worin besteht euer neuartiger Ansatz in der Kinderwunschmedizin?

Mehrere Hundert klinische Leitlinien und Studien im Bereich Kinderwunsch werden erstmals unter der Verwendung von über 30 eigens entwickelten Algorithmen als elektronischer Entscheidungsbaum abgebildet. In Form von einer Software, dem LEILA Fertility Code, bringen wir quasi die smarteste Reproduktionsmedizinerin zur Frau nach Hause. Das spart nicht nur dem Paar und den Ärzt*innen wesentliche Zeit, sondern ermöglicht vor allem eine individualisierte Diagnostik.

Bis dato gibt es rund um den Kinderwunsch nur reine Lifestyle-Produkte mit sehr begrenzten Möglichkeiten am Markt. Wir sind ein Medizinprodukt und können eine ganzheitliche, individualisierte und vor allem wissenschaftlich fundierte Diagnose bieten.

Wie genau funktioniert euer Konzept bzw. digitales Analysetool?

Der LEILA Fertility Code ist web-basiert und somit über jedes Gerät erreichbar. Wir starten zunächst mit einer umfangreichen Anamnese in Form eines medizinischen Fragebogens, das ist die Basis für die Arbeit unseres Algorithms. Anschließend ermittelt dieser welche Blutparameter im Labor abgenommen werden müssen, eine sogenannte Präzisionsdiagnostik. Nach dem Besuch im Labor und Vorlage der Ergebnisse, ermitteln unsere Algorithmen dann die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch und empfehlen direkt individualisierte Therapiemöglichkeiten und nächste Schritte - präzise, medizinisch und vor allem personalisiert. In einer Videosprechstunde mit einem/r Reproduktionsmediziner*in werden dann die Ergebnisse des LEILA Fertility Codes gezeigt und erläutert.

Mit LEILA können Frauen so innerhalb weniger Tage den Grund Ihrer Unfruchtbarkeit feststellen und vor allem ihren Kinderwunsch in Angriff nehmen - für Begleitung nach Diagnose ist bei LEILA in Form von online Therapiestunden und Kursen gesorgt.

Wo kommt euer Medizinprodukt zum Einsatz?

Unser Produkt ist für alle Frauen und Paare, die per Definition als "unfruchtbar" gelten. Wir möchten so die Lücke im System schließen und die Reproduktionsmedizin nahbarer machen. Mit unserer Diagnose empowern wir jene Paare die besten Schritte einzuleiten, um die besten Chancen auf die Erfüllung ihres Kinderwunsches zu haben. Der Faktor Zeit ist schließlich, wie bereits erklärt, ein entscheidender beim Kinderwunsch, daher ist die frühzeitige Erkennung der Unfruchtbarkeitsursache durch LEILA auch so wichtig.

Wie habt ihr euch bzw. den Unternehmensaufbau von LEILA bislang finanziert?

Durch starke Angel Investoren, die an unsere Vision, langfristig eine Lücke im Gesundheitssystem zu schließen, und an LEILA glauben.

Was sind eure nächsten unternehmerischen To Do's?

Seit September ist der LEILA Fertility Code nun offiziell ein Medizinprodukt und darf von Frauen und Ärzt*innen angewendet werden. Unser Fokus liegt nun darauf, die ersten Partnerschaften mit Zyklus-Applikationen bzw. Fruchtbarkeitstrackern zu starten, damit wir die ersten Kundinnen durch die Software führen dürfen. Parallel haben wir eine strategische Partnerschaft mit einer der größten europäischen Laborketten für Endokrinologie gewonnen. Gemeinsam trainieren wir nun unsere Algorithmen mit mehr als 10 Millionen Datensätzen, um schon bald durch Machine-Learning neben Empfehlungen für Diagnostik auch Prognosen anbieten zu können - unter anderen für Behandlungserfolge.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

  1. Lass dich ja nicht unterbuttern. Es wird immer Leute geben die nicht an dich glauben. Das sollte dich umso mehr anspornen.
  2. Hinfallen und Krone wieder richten. Es wird dir konstant ein Stein in den Weg gelegt. Lass den Kopf nicht hängen und richte dich wieder auf. Fokussiere dich auf deine Vision und lass dich von negativen Erlebnissen nicht irritieren.
  3. Bitte um Hilfe. Gerade als Gründerin hat man oft nicht das passende Netzwerk oder kaum Freundinnen im Freundeskreis die ebenfalls gründen. Lass dir Intros geben, hilf anderen, dann wird dir auch geholfen und leiste dir einen Coach - #1 Tipp!

Hier geht's zu LEILA

Das Interview führte Hans Luthardt