The Grow - die Roadshow München: Keine Ausreden, machen!


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Unternehmer*innen reden Klartext bei der The Grow Roadshow München. Eindrücke von der Auftakt-Show vom 11. März mit namhaften Expert*innen und rund 1.200 Teilnehmer*innen.

Unter dem Motto „Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe.“ (Zitat von Werner Götz, Entrepreneuer/Gründer dm-Markt) fand am 11. März das Auftakt-Event der Roadshow The Grow in München statt. Das Ziel von The Grow ist es, Start-ups und Mittelständler in der DACH-Region zu mehr gemeinsamen Innovationen durch Kooperationen zu befähigen, ohne Ausreden, ohne Wenn und Aber.

Die Fragen, die sich durch den Talk wie ein roter Faden zogen, waren: Was kann und muss an welcher Stelle unternommen werden, um Start-ups, als agile Innovationsträger, mit dem etablierten Mittelstand noch intensiver zu vernetzen? Wo sind die größten Stolpersteine auf dem Weg zu diesem Ziel?

Zum Status der Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Start-ups in Deutschland berichtete Prof. Tobias Kollmann, Co-Initiator und wissenschaftlicher Begleiter des Deutschen Startup Monitors, dass knapp 72 Prozent der im Startup Monitor befragten Start-ups bereits mit dem Mittelstand, der Industrie oder Corporates zusammenarbeiten. Neue Vertriebswege ebnen, Know-how-Transfer fördern und die Innovationskraft stärken sind die Hauptmotivation beider Seiten. Spannend: Nur etwas mehr als 17 Prozent der Start-ups erhoffen sich durch Kooperationen mit dem Mittelstand neue finanzielle Ressourcen.

Warum ist das Zusammenarbeiten so wichtig?

Sina Trinkwalder, Sozial-Unternehmerin und Gründerin von Manomama: "Jeder Mittelständler, der erfolgreich ist, ist auch ein Dauer-Startupper. Man kann sich ja nicht auf einer Idee ausruhen, die man irgendwann mal hatte." Dennoch werden, so ihre Einschätzung, Mittelständler im Laufe der Zeit oft etwas träge – hier kommen Start-ups mit neuen Ideen als Wachrüttler ins Spiel. Dies bestätigt auch Unternehmer und Mittelständler Gerold Wolfarth, der sich selbst und damit seinem Unternehmen, der bk Group, die Flexibilität eines Start-ups erhalten und so zugleich auch die aktuelle Krise gut gemeistert hat.

Doch wie behält man als "Großer" diese Flexibilität? Dazu Sina Trinkwalder: "Nicht zaghaft sein, einfach machen. Raus aus dem alten Trott und den eingefahrenen Wegen." Ein möglicher neuer Weg sind Kooperation mit jungen Start-ups. Wichtig ist hierbei zunächst, dass die Kommunikation auf eine Ebene gebracht wird. Wenn ein junger Entwickler vom Typ Daniel Düsentrieb in technischen Details denkt und lebt, so muss sich der in der Wirtschaft Etablierte darauf einlassen und einen Weg finden, sich zu verständigen, so Sina Trinkwalder. Sie und Gerold Wolfarth sind sich einig: Die Basis aller Kooperation ist eine wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen.

Welche Rahmenbedingungen werden für erfolgreiche Kooperationen benötigt?

Oder anders formuliert: Was kann und sollte die Politik leisten, um mehr Synergien zwischen Start-ups und Mittelstand zu ermöglichen? Dazu äußerte sich u.a. Politiker-Urgestein Wolfgang Bosbach. Drei Punkt nannte er:

1. Vorhandene staatliche Fördermöglichkeiten weiter ausbauen und neue schaffen, wo es noch Handlungsbedarf gibt.
2. Wettbewerbsfähigkeit verbessern: Der Staat ist in der Pflicht dafür zu sorgen, dass Gründer wie Unternehmer die Möglichkeit haben, ihre Produkte und Innovationen auf dem (internationalen) Markt anbieten zu können.
3. Längst fälliger Abbau von Bürokratie.

Hier gilt es, so Bosbach, noch bessere Rahmenbedingungen zu schaffen und finanzielle Hilfen zu bieten. "Dies sind letztlich Investitionen in unsere Zukunft, die sich nicht unbedingt kurzfristig, aber mittelfristig rechnen bzw. auszahlen."

Digitalisierung als Motor von Synergien und wirtschaftlichem Erfolg

Ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit zw. Start-ups und Mittelstand rankt sich um das Top-Thema Digitalisierung bzw. digitale Transformation von Geschäftsmodellen. Wie auf diesem Gebiet Kooperationen bereits erfolgreich und intensiv gelebt werden, veranschaulichte der "Digitalisierungs-Guru" der FC Bayern München AG, Stefan Mennerich (Director and authorized officer Media, Digital & Communications at FC Bayern // Managing Director FC Bayern Media Lab GmbH).

Der Anspruch bzw. das Credo des FC Bayern – so Mennerich – ist: "Es geht noch mehr und man kann es immer noch besser machen." Unter dieser Prämisse hat man bei dem bayerischen Fußballclub ab 2016 eigene digitale (Media-)Strukturen aufgebaut, konsequent weiterentwickelt und erfindet sich in diesem Umfeld alle paar Jahre neu – auch, um am Markt bestehen zu können. "Ja, es ist manchmal anstrengend, sich ständig zu benchmarken und die digitale Denke zu aktualisieren – das ist wie eine Art von Hamsterrad, das einen niemals schlafen lässt, aber Spaß macht", so Mennerich.

Hier kommen beim FC Bayern auch Start-ups ins Spiel. "Start-ups sind der Motor von Innovationen", da ist sich Mennerich sicher. "Wir umgeben uns bewusst mit Start-ups, um ständig von diesen "kleinen Motoren" zu lernen, und beteiligen uns auch an Start-ups in einer sehr offenen Weise." Der Erfolg gibt Mennerich und dem FC Bayern recht. Als Anbieter digitaler Backend-Systeme zählen heute namhafte Fußballvereine wie Austria Wien, FC Basel oder Dynamo Dresden zu Mennerichs Kunden. Außerdem haben diese digitalen Errungenschaften bzw. digitalen Geschäftsmodelle maßgeblich dazu beigetragen, den eigenen Partnern in der Corona-Krise weltweite Sponsoring-Angebote (u.a. virtuelle Trainingscamps) bieten zu können, die aufgrund der fehlenden Präsenzveranstaltungen sonst nicht möglich gewesen wären. Auch damit konnten fehlende (Werbe-)Einnahmen zum Teil kompensiert werden. Und dies letztlich auch mithilfe der Start-up-Power, die man konsequent sucht und nutzt.

Show must go on

Der Auftakt der The Grow Roadshow ist damit gemacht. Er hat eindrucksvoll gezeigt, dass es sehr viel Kooperations-Potenzial zwischen Start-ups und Mittelstand gibt, dass bereits einiges an Synergie-Effekten erreicht wurde, aber noch vieles zu stemmen und zu leisten ist, damit Kooperationen nicht nur zu einzelnen Highlights, sondern zur Selbstverständlichkeit werden.

Freuen wir uns also auf die weiteren Talks und Themen – The Grow geht weiter – am 20. April in Wien, hier gibt's die kostenlosen Tickets zum Event
 

Du hast die Roadshow The Grow in München verpasst? Hier gibt's das komplette Video bequem zum Ansehen und hören.
 

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