Siemens Design Award 2020


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Wir stellen euch die 11 Finalisten samt ihrer innovativen Konzepte im Kurzprofil vor.

Alle Fotos: SEG Hausgeräte GmbH

Der Siemens Design Award wurde 2016 mit dem Ziel ins Leben gerufen, Nachwuchstalente und deren Produktinnovationen sowie vielversprechende Geschäftsmodelle auszuwählen und zu fördern.

Alle zwei Jahre erhalten kreative Visionäre die Möglichkeit, ihre außergewöhnlichen Ideen zu aktuellen und zukünftigen Herausforderungen einzureichen.

2020 folgte der Award dem Motto „Visions that work“ und richtete sich sowohl an Master-Studenten als auch an Young Professionals aus allen Disziplinen. „Im Rahmen des Siemens Design Awards wollen wir gemeinsam mit der nächsten Generation einen Blick in die Zukunft werfen“, so Gerhard Nüssler, Vice President, Head of Global Design bei Siemens Hausgeräte. „Wir sind sehr gespannt, wie diese jüngere Generation, die vielleicht heute noch gar kein Hausgerät kaufen würde, mit den Problemstellungen umgeht und welche Lösungsansätze sie daraus entwickeln. Die Studenten und Young Professionals haben so die Chance ihre eigene Zukunft mitzugestalten.“

Hier die 11 Finalisten aus dem diesjährigen Wettbewerb

ETON

Husan Lee, Xiaotong Xiong, Maoqi Liu und Sophie Kremer
Fachhochschule Potsdam

Ausschlaggebender Faktor für die Entwicklung von ETON ist die Tatsache, dass 7,6 Milliarden Menschen jährlich 2 Milliarden Tonnen Hausmüll produzieren. In einer beschleunigten Gesellschaft ist immer alles verfügbar - Verbraucher kaufen tonnenweise davon und bleiben mit einem Überfluss an Abfall zurück. Die Mülltrennung ist eine Verantwortung, die für alle Menschen auf der Welt gelten sollte - deshalb setzt das Konzept ETON hier auf und liefert Möglichkeiten den Abfall richtig zu verarbeiten und das Transportvolumen zu reduzieren - unabhängig von Wohnort und Wissensstand.

ETON ist ein intelligentes Abfalltrennsystem, das intuitive Bedienbarkeit mit Ästhetik verbindet. Das System fügt sich nahtlos in jedes Küchendesign ein und kompensiert das fehlende Wissen über die korrekte Abfalltrennung und behandelt Abfälle effektiv.

Mithilfe eines Bewegungssensors wird erkannt, wann der Verbraucher etwas wegwerfen möchte - der Abfalleimer muss nicht mehr berührt werden und bleibt sauber. Nach dem Scannen des weggeworfenen Produkts wird es automatisch der Einkaufsliste in der zugehörigen App hinzugefügt.

Innerhalb von ETON wird der Abfall in kleine Partikel zerkleinert und durch ein intelligentes Sortiersystem getrennt. Dann wird ein integriertes Vakuumsystem eingeschaltet, um die zerkleinerten Stücke zu reinigen und zu entfeuchten. Schließlich wird der Abfall dank des einzigartigen Verpackungssystems von ETON für den Benutzer auf eine leicht zu entfernende Weise aufbereitet. Die richtige Zerkleinerung und Verarbeitung des Abfalls gewährleistet die beste Lösung für das heutige Abfallproblem bei den Kunden zu Hause. Außerdem werden die Mülleimer nicht mehr mit unnötigen Plastiktüten gefüllt. Weniger Plastiktüten bedeuten einen saubereren Planeten.

Anhand der zugehörigen App kann der Konsument auch seinen persönlichen Lebensmittel- und Verpackungskonsum beobachten und kontrollieren, was einen bewussten Einkauf im Supermarkt ermöglicht und ebenso Ressourcen sparen hilft.

FILTERS FOR FIBERS

Janika Jürmann
Hochschule für Kunst & Design in Offenbach/Main

Etwa 60% unserer Kleidung enthält Kunststofffasern. Bei jedem Waschgang setzt dieser Stoff Millionen von Kunststoff-Mikrofasern frei. Allein in Europa spülen Waschmaschinen täglich ca. 30.000 Tonnen Kunstfasern ins Abwasser. Die giftigen Fasern sind zu klein, um von Kläranlagen aufgefangen zu werden, landen im Meer und können in die Nahrungskette gelangen.

Als Lösung entwickelte Janika Jürmann einen innovativen Mikrofaserfilter für Wasch-maschinen, dieser fängt Kunststoff-Mikropartikel während des Wasserabpumpvorgangs von Waschmaschinen ab. Der Mikrofaserfilter, der über eine Vliesstoff-Membranfiltration verfügt, funktioniert nach dem Dialysator-Prinzip. So fließt das Abwasser durch den innovativen Membranfilter aus Vliesstoff, der zwischen der Waschmaschine und dem Abwasserrohr platziert ist, und fängt die Mikrofaserpartikel auf, bevor sie in den Abfluss gelangen. Die leichten thermoplastischen Partikel werden in der gekrümmten Filterform in den kleinen zylindrischen Durchgangs-sporen abgelagert, ohne die Effizienz des Wasserflusses zu beeinträchtigen.

Der Mikrofaserfilter ist versiegelt und kann unter Wasser nicht selbst gereinigt werden. Dadurch wird verhindert, dass die aufgefangenen Mikrofasern in das Abwassersystem des Verbrauchers gelangen. Der Filter muss nach einer bestimmten Zeitspanne ausgetauscht werden, besteht aus Thermoplast und wird über den Weg in den Kunststoffabfall komplett recycelt.

Zugehörige Software informiert den Verbraucher über den Zeitpunkt des notwendigen Filterwechsels. Über ein Display wird die Anzahl an gesammelten Mikroplastikpartikeln angezeigt.

HYDROFOREST

Hannes Mörl von Pfalzen, Ruofan Liu und Mona Ruppert
Fachhochschule Potsdam

Das Konzept unterstützt die Bereitstellung von Frischgemüse in städtischen Gebieten und zielt auch darauf ab, den Menschen wieder in den Kreislauf der Natur zu integrieren, von der Aussaat bis zur Ernte.

HYDROFOREST basiert auf einer neuen Form der Hydrokultur, bei der die Pflanzen Wurzeln bilden und nur im Wasser - ohne Boden - wachsen können. Dadurch wird der Bedarf an Raum, Wasser und Düngemitteln drastisch reduziert. Die Hydroponik verbraucht 90% weniger Wasser sowie 75% weniger Düngemittel als bisherige Anbaumethoden. Zudem ist das Pflanzenwachstum dreimal so schnell. Hierbei wird nur ein Bruchteil der Fläche benötigt, die für eine flächendeckende Belieferung der Bevölkerung einplant werden muss.  Das Konzept unterstützt die Bereitstellung von Frischgemüse in städtischen Gebieten, zielt aber auch darauf ab, den Menschen wieder in den Kreislauf der Natur zu integrieren, von der Aussaat bis zur Ernte.

HYDROFOREST ist ein effizientes, ressourcensparendes Hydroponic-Urban-Farming-System. Es ermöglicht einen eigenen Gemüsegarten für Menschen in urbanen Räumen, die einen direkten Bezug zu ihrem Essen und zur Natur suchen. Die Nutzer können aus über 100 Gemüsesorten auswählen und diese selbst anpflanzen. Sie erleben das Wachstum ihres Essens, bis sie es schließlich mit eigenen Händen ernten.

Jeder dieser Gärten fasst bis zu 40 Pflanzen, die – aufgeteilt in acht Abschnitte – jederzeit zur Ernte abgerufen werden können. Neben den individuell bepflanzten Gärten produziert HYDROFOREST darüber hinaus rund um die Uhr Gemüse für alle Konsumenten, um eine durchgehende Verfügbarkeit und Versorgung zu gewährleisten. Sollten die Nutzer abwesend oder verhindert sein, kümmert sich das System um die Pflege ihrer Gärten. Es sät, pflanzt und erntet reife Pflanzen und übergibt sie der Sharing-Box, damit nichts weggeworfen werden muss. Alle Vorgänge sind per App steuerbar. Dieses Projekt stellt eine innovative Agrartechnologie der Zukunft dar, und gewährt Einblicke in neuzeitliche Erlebnisse in Stadtgärten. Ganz unter dem Motto: Wir sind ein Teil der Natur, nicht das Andere in der Natur.

MINDFOODNESS

Sjoerd Stamhuis, Stan van Betteraij, Julie Moens
Technischen Universität Eindhoven

Selbstoptimierung, Wohlbefinden und das Erkunden von neuen Möglichkeiten liegen im Trend. Die meisten Gesundheitsinnovationen, die die Erfüllung dieser Trends und Werte versprechen, konzentrieren sich insbesondere im Bereich der Ernährung, auf das quantifizierte Selbst. D.h. die Erfassung von personenbezogenen Daten werden analysiert und ausgewertet. Sie dienen dem Erkenntnisgewinn u. a. zu persönlichen, gesundheitlichen, aber auch gewohnheitsspezifischen Fragen. Es ist möglich mit Hilfe von Self-Tracking die Leistung zu verbessern, die ständige Beobachtung und der Drang der Optimierung eigener Daten kann aber auch eine Menge Leistungsdruck beim Menschen verursachen und zum Statussymbol werden.

Die Entwickler von MINDFOODNESS haben sich entschieden, dem mit einer unkonventionellen Perspektive entgegenzuwirken, indem sie den Aspekt Achtsamkeit einsetzen, um den Stress für die Menschen zu reduzieren und gleichzeitig die eigene Leistung zu verbessern.

Das Konzept MINDFOODNESS schlägt die Brücke zwischen Selbstoptimierung und Gesundheit, indem es den Faktor Achtsamkeit in die Aktivitäten des täglichen Lebens integriert. MINDFOODNESS bringt ungesunde Ernährungsgewohnheiten ins Bewusstsein ohne Leistungsstress zur verursachen.

MINDFOODNESS besteht aus einem Telleruntersetzer, der durch subtile Bewegungen die Aufmerksamkeit des Menschen wieder auf das Essen lenkt, wenn dieser abgelenkt ist, und bewirkt so ein achtsames Esserlebnis. Der Benutzer wird durch die Bewegung des Tellers zu einer Reaktion gezwungen, d.h. er wird das Essen bewusster zu sich nehmen, da seine Aufmerksamkeit gefordert ist. Zusätzlich wird der Fokus durch die Drehung des Tellers auf die Lebensmittel gelenkt, und dem Konsumenten von allen Seiten präsentiert. Unbewusst nimmt der Verbraucher das Essen, dass er zu sich nimmt verstärkt wahr. Der bewegte Teller fördert gleichzeitig eine weniger schnelle Nahrungsaufnahme, was sich zusätzlich positiv für die Gesundheit auswirkt. Achtsamkeit zu praktizieren hat viele Vorteile, die durch eine Vielzahl von Studien belegt sind. Neben der angenehmeren, persönlichen Essenserfahrung wird der Anwender weniger Stress, eine erfülltere Beziehung zum Essen und ein insgesamt gesünderes Leben erfahren. Das Konzept greift den Trend zur Selbstoptimierung und validierbaren Erfolge als Statussymbol auf, ohne Leistungsstress für den Verbraucher zu verursachen.

MOON

Julius Heinemann, Stefanie Semm und Wanja Pasternack
Fachhochschule Potsdam

Die Urbanisierung schreitet weltweit voran. Der Wohnraum in den Metropolen wird in Zukunft enger und die Haushalte werden immer kleiner. Wichtige Ressourcen, wie z.B. Wasser, werden knapper.

MOON ist die Antwort auf die abnehmenden Lebensräume in städtischen Gebieten und die zunehmenden Bemühungen um Nachhaltigkeit. Das Downsizing- Konzept MOON hat sich zum Ziel gesetzt, die Leistung von Haushaltsgeräten trotz der notwendigen Verkleinerung zu erhöhen. Der Ansatz kombiniert neueste Technologie mit minimalistischem Design, um eine Waschmaschine in Mikrogröße zu schaffen, die intuitiv, nachhaltig und hocheffizient arbeitet. MOON ist die Zukunft des Waschens in Haushalten. Die ortsunabhängige Kompakt-Waschmaschine MOON reinigt in wenigen Minuten Textilien ohne Wasser- und Stromanschluss, lässt sich je nach Raumsituation flexibel in den Haushalt integrieren und greift dabei die hochwertige Formensprache von Siemens auf.

Die Kombination der bewährten CO2-Schneestrahltechnologie und desinfizierender UV-Bestrahlung ermöglicht eine trockene, rückstandsfreie und umweltfreundliche Reinigung für alle Textilarten. Da die benötigte Energie in der Maschine selbst erzeugt wird, braucht sie keinen Stromanschluss. Die wiederbefüllbaren Patronen enthalten präzise abgestimmte Füllmengen von Flüssig-CO2, Druckluft und Duftzerstäuber. Die Kompakt-Waschmaschine ist intuitiv bedienbar und liefert in kürzester Zeit eine saubere, frisch-duftende Wäsche zur sofortigen Verwendung. Es gelangen keine Chemikalien oder Mikroplastik in die Umwelt.

MOON steht für fortschrittliche Technologie, zeitlose Ästhetik und einfache Handhabung in einer nachhaltigen Zukunft.

PLATFORM

Felix Henßler, Paolo Pezzella und Nicolai Thoma
Fachhochschule Potsdam

PLATFORM ist ein "soziale Kochkonzept", das es den Kunden ermöglicht, Speisen an Kochstationen zu bestellen, die über die ganze Stadt verteilt sind. Diese Küchenstationen können im Abonnement gebucht werden, wodurch Gruppen von Menschen zum gemeinsamen Kochen und Essen angeregt werden. Die PLATFORM sieht Kooperationen mit Lieferdiensten vor und bietet Lösungen für verschiedene Themen - z.B. nachhaltige Lebensmittelversorgung, soziale Kocherlebnisse und effizientes Recycling.

Studien besagen, dass die im Geschäft erhältlichen Mahlzeiten 33% mehr Treibhausgas-emissionen verursachen als vergleichbar angebotene Lebensmittel über Lieferdienste (Heard et al. 2019). Hier setzt das Konzept von PLATFORM auf und sorgt für nachhaltige Alternativen.

Um als Verbraucher mit PLATFORM in Kontakt zu treten, ist es von Nöten die App zu nutzen. Diese basiert auf 4 Kernpunkten: Zum einen mit welcher Gruppe von Menschen der Besteller essen möchte. Hier können die Personen verwaltet werden, die der Besteller jeweils einlädt. Im Weiteren wählt der Besteller das für ihn beste Rezept und kann die ausgewählten Details in der Box einsehen. Im Anschluss wählt der Nutzer die Kochstation aus und schließlich zeigt sich ihm eine Zusammenfassung aller ausgewählten Optionen.

PLATFORM-Kunden sind aus einer Reihe von Gründen nachhaltig: Durch die Rückgabe von Lieferkartons und deren Wiederverwendung produzieren Sie weniger Verpackungsabfall, und minimieren so ihren CO2-Fußabdruck. Die weitgehende Verwendung von recycelten Materialien für die Produktlinie stellt sicher, dass die Plattform zu einem Symbol für Nachhaltigkeit wird. Zudem wird das kollektive Ritual des Kochens wieder in unseren globalen Gemeinschaften eingeführt und fördert den sozialen Austausch und das menschliche Wohlergehen.

PORT

Felix Tesche, Patrick Schneider, Marvin Bruns, Till Troll und Christopher Kötting
Fachhochschule Potsdam

PORT ist eine stadtteilvernetzende Liefer- und Infrastruktur für Bestellungen und Dienstleistungen des täglichen Gebrauchs.

PORT ist ein All-in-One-Lieferkonzept, das die Nachhaltigkeit des E-Commerce erhöht: Neben einer wiederverwendbaren Box für die Zustellung von Online-Bestellungen entwickelte das Design-Team ein Infrastrukturkonzept, das auf unterirdischen Leitungen basiert. Multi-funktionelle Transportboxen lassen sich über unterirdische Leitungen zwischen Wohneinheiten sowie lokalen Dienstleistern und Einzelhändlern verschicken. Die Boxen können durch verschiedene Inlays für Wäsche oder Geschirr genutzt werden. Zusätzlich lassen sie sich für Lebensmittel je nach Bedarf temperieren. Da die Boxen das System nie verlassen ist ein optimaler Schutz sämtlicher Waren stets gewährleistet.

Das Portsystem ist stufenweise skalierbar: Zunächst könnten Wohneinheiten mit einer zentralen Wasch- und Spülmaschine im Keller verbunden werden, wodurch einzelne Parteien nicht mehr auf eigene Geräte angewiesen wären. Zusteller könnten Pakete an PORT übergeben, welches die Sendungen dann effizient verteilt. Zunehmend können Häuser und Serviceanbieter vernetzt werden. Auf die gesamte Stadt skaliert garantiert PORT kürzest mögliche Lieferzeiten durch die direkte Vernetzung von Wohneinheiten und Anbietern.

Dank der modernen Infrastruktur und der robusten Mehrweg-Boxen lassen sich zudem der Verbrauch von Verpackungsmaterial, ebenso wie die durch Lieferverkehr verursachten CO²-Emissionen drastisch verringern. Langlebige Mehrwegkisten erzeugen weniger Verpackungsmüll, die Lieferungen erfolgen ohne Verkehrs- und Umweltbelastung. Die Verbraucher können so sicher sein, dass ihre Online-Bestellungen möglichst nachhaltig ausgeliefert werden.

FLUX

Elke van Dael, Julia Arntz und Noah Poulssen
Technischen Universität Eindhoven entwarfen die SB1 / FLUX

Die beschleunigte Ausbreitung städtischer Lebensformen ist ein globaler Trend. Daher ist die Erwartung für die Zukunft, dass die Menschen in kleineren Häusern und Wohnungen oder auch Wohngemeinschaften leben werden. FLUX ist das Konzept einer flexiblen Küchentheke mit verstellbarer Küchenspüle und Wasserstrahl und folgt dem weltweiten Trend zu reduzierten Wohnräumen.

Das innovative System nimmt, je nach Anforderung, automatisch eine Größenjustierung für die unterschiedlichen Bereiche der Küchentheke vor und verhilft dem Verbraucher zudem Wasser einzusparen, ohne dass dieser aktiv darüber nachdenken muss. FLUX ermöglicht die optimale Nutzung der vorhandenen Flächen, denn durch den Einsatz von intelligenten Sensoren entscheidet FLUX, welche Größe für die Spüle Verwendung findet und justiert diese automatisch für den Nutzer. Das verstellbare Spülbecken besteht aus einzelnen Planken, die mit Hilfe von Linearmotoren individuell nach oben oder unten verstellt werden können, um die unterschiedlichen Größen des Beckens zu erzeugen. Der intelligente Wasserhahn verfügt über ähnliche Funktionen wie Produkte von Wettbewerbern, bietet aber nachhaltige Funktionen: Der Wasserstrahl des Küchenhahns kann von einem Nebeldampf zum Händewaschen bis hin zu einem starken Strahl für wirklich schmutziges Geschirr optimal eingestellt werden. Dies ermöglicht dem Benutzer eine komfortable Nachhaltigkeit und erleichtert zugleich den Arbeitsalltag in der Küche erheblich.

TEAM E / PURE SERIES

Maximilian Fedorcio, Jonas Keck, Juana Mai, Georg Siegele
Fachhochschule Salzburg

PURE SERIES basiert auf dem System der Kreislaufwirtschaft, mit dem sich die Produktion, Bereitstellung und Nutzung von Hausgeräten nachhaltig realisieren lässt.

Die Grundlage des Konzepts ist eine genau durchdachte Bauweise von Geräten, die eine spätere Demontage zur Reparatur, zum Austausch oder zur Wiederaufarbeitung von Einzelteilen möglich macht. Einfache, zerlegbare Konstruktionen und reine, wiederverwertbare Materialien bilden die Basis für das Kreissystem, bei dem es keinerlei Abfälle gibt. Produkte werden mit austauschbaren Elementen konstruiert, die ausschließlich mit lösbaren Materialien verbunden sind. Das Verkleben von Bauteilen wird vollständig vermieden, da eine Trennung der einzelnen Komponenten selten rückstandsfrei möglich wäre.

Um einem breiten Publikum Zugang zu hochwertigen und nachhaltigen Hausgeräten zu ermöglichen und den Lebenszyklus von Produkten zu verlängern, sieht PURE SERIES ein Mietsystem vor: Der Hersteller (Siemens) stellt gegen Miete ein Gerät und den zugehörigen Service zur Verfügung, bleibt aber Eigentümer aller Produkte (Wertteile/Materialien). Er kümmert sich um Reparaturen und nimmt das Gerät wieder zurück, wenn die Bedürfnisse des Kunden sich ändern. Nicht mehr funktionsfähige Geräte werden in ihre Bestandteile zerlegt, Einzelkomponenten und Rohmaterialien bilden die Grundlage für neue Produkte.

Beispielhaft realisiert wurde das Konzept der PURE SERIES mit der neuartigen Konstruktion eines Kühlschranks. Nachhaltige Verpackungs- und Transportlösungen runden das Kreislaufsystem ab.

Auf diese Weise steigert PURE SERIES die Lebenszyklen von Hausgeräten und die Wiederverwertung der verwendeten Materialien erheblich und erreicht eine Reduzierung sämtlicher verbrauchten Ressourcen und Emissionen.

ELO

Anne-Kristin Everding, Sophie Schlegtendal, Maíra Petrick und Lenka Bognarova
Fachhochschule Salzburg

Um gesundheitsschädliche Bakterien und Keime zu eliminieren, die Lebensmittel schneller verderben lassen, sollten Kühlschränke alle 4-6 Wochen gründlich gereinigt werden. Das Abtauen, Entleeren und Putzen eines Kühlschranks ist jedoch zeitaufwändig, weshalb wir es viel zu selten in Angriff nehmen.

Hier setzt das Konzept von vier Studenten der Fachhochschule Salzburg an: ELO ist ein umweltfreundlicher Umluft-Entkeimer, der auf der No-Frost-Technologie der Kühlschränke von Siemens aufbaut. Mithilfe von UVC-Licht werden Luft und Wasser ohne Zusatz von Chemikalien oder Ozon zu 99,99% sterilisiert und über die No-Frost-Ventilation im Inneren des Kühlschranks verteilt.

Die ELO Sterilisatoren in der Form eines Zylinders orientieren sich an der minimalistischen Designsprache von Siemens, die Oberfläche aus gebürstetem Edelstahl ist leicht zu reinigen, UVC-lichtbeständig und gut recycelbar. Im Inneren saugt ein motorbetriebener Propeller Kühlluft an, die durch integrierte UVC-LEDs sterilisiert und anschließend wieder im Kühlschrank zirkuliert wird. ELO verzichtet auf den Einsatz chemischer Wirkstoffe und lässt sich einfach über die Siemens Home Connect-App aktivieren und steuern. Im Gegensatz zu bereits existierenden Wettbewerbslösungen mit ähnlichen sterilisierenden Eigenschaften basiert das Konzept zudem vollständig auf recycelbaren Materialien.

Mit ELO müssen sich Kunden keine Gedanken mehr um die regelmäßige Reinigung ihres Kühlschranks machen. Durch Sterilisation der die Lebensmittel umgebenden Luft wird die Bildung von Bakterien und Schimmel im Kühlschrank vermieden. Lebensmittel bleiben länger haltbar, frisch und knusprig, die ursprünglichen Aromen bleiben erhalten. So reduziert das Konzept gleichzeitig Lebensmittelabfälle und fördert außerdem eine Ernährung mit gesunden, frischen Lebensmitteln.

WATERLESS REFRESHER

Mateo Leko, Stephanie Siegesleitner, Tomáš Paška und Laetizia Rickert
Fachhochschule Salzburg

Der mobile WATERLESS REFRESHER hilft, unnötige und umweltschädliche Waschvorgänge von Kleidung vermeiden.

Frisch gewaschene Kleidung hat sich in unserer Gesellschaft zu einem „Muss“ entwickelt. Wir waschen unsere Kleidung längst nicht mehr nur dann, wenn sie schmutzig ist oder Flecken hat, sondern bereits nach ein- oder zweimal Tragen.

Pro Waschgang werden heute jedoch durchschnittlich ca. 50 Liter Trinkwasser verbraucht und durch Waschmittel mit nicht abbaubaren Inhaltsstoffen verschmutzt. Zusätzlich gelangen synthetische Mikrofibren aus den Textilien ins Wasser. Der Waschvorgang schädigt auch die Textilien, die Farben bleichen schneller aus und das Material leidet. Mit dem Frischegefühl gehen also eine ganze Menge Nachteile für die Umwelt und die Lebensdauer der Kleidung einher.

Mit dem WATERLESS REFRESHER haben vier Studenten der FH Salzburg eine Lösung gefunden, Kleidung auf natürliche und ressourcenschonende Weise zu erfrischen – ganz ohne den Einsatz von Wasser. Das Konzept basiert auf einem smarten, ionisierten Kleiderbügel („Ioscent“): Ionen sind einerseits in der Lage, die Luft von unangenehmen Gerüchen zu reinigen, andererseits haben sie auch eine antibakterielle Wirkung. Das Kleiderbügel-Design ermöglicht eine intuitive Bedienbarkeit und bietet zudem Platz für vielfältige Funktionen, die durch ein zentral auf der Oberseite des Bügels angebrachtes Display gesteuert werden können. Ventilatoren saugen Luft durch Löcher auf der Oberseite des Bügels an, durch Schlitze auf seiner Unterseite strömt die ionisierte Luft dann in die Kleidung. Über einen USB-C-Slot kann der WATERLESS REFRESHER wieder aufgeladen werden.

Das Konzept spart nicht nur Wasser, sondern auch Zeit. Es schont die Kleidung und erleichtert den Alltag. Getragene Kleidung wird einfach wie gewohnt in den Schrank gehängt. Nach kurzer Zeit werden durch den Ioscent-Bügel alle Bakterien und Mikroorganismen entfernt und das Kleidungsstück duftet wie frisch gewaschen.

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