Migrant Founders Monitor 2021


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Die Naumann-Stiftung hat in Kooperation mit dem Bundesverband Deutsche Startups den Migrant Founders Monitor 2021 veröffentlicht, mit dem erstmals die Rolle von Gründer*innen mit Migrationserfahrung in Deutschland umfassend analysiert wird.

In den letzten Jahren wurden mit Unternehmen wie BioNTech, Auto1, Delivery Hero, ResearchGate, Gorillas, Omio, GetYourGuide oder Qunomedical zahlreiche erfolgreiche Startups von Gründerinnen und Gründern mit Migrationshintergrund aufgebaut.

Der Migrant Founders Monitor 2021 quantifiziert und beleuchtet dieses Thema erstmals im Detail: Er macht deutlich, dass Migrant Founders neben ihrer hohen Qualifikation häufig das entscheidende unternehmerische Mindset mitbringen, groß denken und bereit sind, Risiken einzugehen. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass gerade in den Bereichen Finanzierung, Vernetzung und Kooperation für diese Gruppe noch Hindernisse bestehen. Sprachliche, bürokratische und administrative Hürden müssen daher weiter abgebaut werden – das gilt insbesondere mit Blick auf staatliche Förderprogramme und im Austausch mit relevanten Behörden.

Zielsetzung des Reports

Im Mittelpunkt steht die Darstellung des Zusammenhangs zwischen Migration und Innovation mit Fokus auf Startup-Gründungen in Deutschland. Dabei werden die Stärken und Herausforderungen sowie die Potenziale von Startup-Gründer*innen mit Migrationshintergrund beleuchtet. Denn während das Feld der Existenzgründungen gut dokumentiert ist, fehlen mit Blick auf Startups Daten und Informationen.

Hier die Kernergebnisse des Migrant Founders Monitor 2021

Zentrale Bedeutung: Mit einem Anteil von gut 20 Prozent nehmen Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund eine wichtige Rolle im deutschen Startup-Ökosystem ein und sind eine treibende Kraft wirtschaftlicher Innovation in Deutschland.

Aktuelle Dynamik: Die Startups der Migrant Founders befinden sich häufiger in früheren Entwicklungsphasen - das gilt vor allem für Migrantinnen und Migranten der ersten Generation. Dies deutet auf die vorhandene und steigende internationale Anziehungskraft deutscher Startup-Hotspots wie Berlin hin.

Hohe Expertise: 91 Prozent der Gründerinnen und Gründer mit eigener Migrationserfahrung - gegenüber 84 Prozent im gesamten Ökosystem - haben einen akademischen Abschluss. Zudem bringen sie besonders häufig einen MINT-Hintergrund mit.

Starkes Mindset: Migrant Founders der ersten Generation zeichnen sich durch ein ausgeprägtes Startup-Mindset aus. Sie haben eine höhere Risikobereitschaft und 68 Prozent streben einen Exit an - dagegen nur 59 Prozent im DSM-Schnitt. Diese Impulse sind entscheidend, wenn es darum geht, zunehmend größere Unternehmen aus dem Startup-Sektor zu entwickeln.

Herausforderung Wachstum: In den Bereichen Finanzierung und Kooperationen haben Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund aktuell noch Schwierigkeiten. Migrant Founders erster Generation erhielten im Mittel 1,1 Mio. EUR externes Kapital - gegenüber 2,6 Mio. EUR im DSM-Schnitt. Hier zeigen sich strukturelle und kulturelle Barrieren innerhalb wie außerhalb der Startup-Szene.

Der Migrant Founders Monitor 2021 kann hier heruntergeladen werden

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