Innovative Food-Start-ups im Veggie-Sektor gesucht


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Der weltweit erste und führende Incubator für Start-ups im Bereich pflanzliche und kultivierte Nahrungsmittel – ProVeg-Incubator – ruft innovative Unternehmensgründer auf, sich für die Herbst-2020-Kohorte des zukunftsweisenden Incubator-Programms zu bewerben.

Ab sofort können sich Start-ups für die fünfte Kohorte des ProVeg-Incubators bewerben, die im Herbst 2020 beginnt. Gesucht werden aufstrebende Unternehmen, die konventionelle tierische Produkte durch pflanzliche, pilzbasierte und/oder kultivierte Alternativen ersetzen. Der Incubator berücksichtigt Bewerbungen von Start-ups, die in allen Produkt- und Dienstleistungskategorien arbeiten.

„Die von uns unterstützten Start-ups gestalten mit ihren Innovationen die Zukunft der Lebensmittel. Wir suchen Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen, die das Potenzial haben, große Wirkung im Nahrungsmittelsektor zu erzielen. Sie sollten zeigen, dass sie in der Lage sind, zu wachsen und mit unserer Mission übereinstimmen: den weltweiten Tierkonsum zu reduzieren“, so Albrecht Wolfmeyer, Leiter des ProVeg-Incubators.

Interessierte Gründerinnen und Gründer können sich über die Website des ProVeg-Incubators für die kommende Kohorte bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Juli 2020.

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EY Startup Academy Award 2021

The winner is … AlphaSys Brain Technologies gewinnt die EY Startup Academy 2021!

Am 18. November war es so weit: Nachdem die neun Finalisten des diesjährigen Programms in mehr als 30 Workshops und Events über einen Zeitraum von sechs Wochen von EY-Experten und den Partnern der EY Startup Academy gecoacht wurden, hat die mit Experten besetzte Jury entschieden, welches der Startups die größten Fortschritte gemacht hat. Mit spannenden Vorträgen und Diskussionen mit Manuel Müller, dem CEO und Gründer von Emma, und den beiden EY Startup Academy-Alumni Anders Nordvist vom schwedischen FinTech Asteria und Maximilian Klinke von PigTie wurden die Zuschauer auf das große Finale eingestimmt.

Am Ende des Abends konnte sich als Gewinner das Startup AlphaSys Brain Technologies (Geschäftsname: EmoSys) gegen ambeRoad, AristanderAI, autogramm.io, evAI Intelligence, HCP Sense, Ignition, MotionsCloud und Summetix durchsetzen. Das niederländische Tech-Startup des Gründerteams Mehrdad Seirafi und Nitzan Merguei arbeitet an einem tragbaren Gerät, das epileptische Anfälle erkennen und verhindern kann. Bei der Abschlusspräsentation überzeugte das Startup die Jury vor allem mit der Darstellung seines Wachstumspotenzials. Auf Platz 2 landete mit IGNITION ein HR-Tech-Startup, das eine Plattform für ganzheitliche HR-Lösungen entwickelt hat. Auf Platz 3 wählte die Jury autogramm.io, das eine KI-basierte Lösung entwickelt hat, um unstrukturierte Daten in Dokumenten in Erkenntnisse zu verwandeln. Doch nicht nur die Jury darf darüber abstimmen, welcher der Teilnehmer sich am besten weiterentwickelt hat, auch die Zuschauer der EY Startup Academy dürfen ihren Favoriten wählen. Der Publikumsfavorit war in diesem Jahr die evAI Intelligence GmbH, ein KI-basiertes Unternehmen und Lösungsanbieter im Markt für Contextual Intelligence.

Die Jury beim Closing Event der EY Startup Academy setzt sich aus Vertretern des Partnernetzwerks zusammen. Die Zahl der Kooperationspartner der EY Startup Academy ist seit dem Jahr 2017, als die Initiative ins Leben gerufen wurde, kontinuierlich gestiegen. Die EY Startup Academy 2021 wurde von 18 Kooperationspartnern unterstützt, die von Unternehmen über Interessensverbänden bis hin zu Investoren und anderen Akteuren die ganze Vielfalt des Startup Ökosystems widerspiegeln. Zu den Partnern zählen die Austrian Angels Investors Association, BERLIN-CHEMIE AG, BlackWood Capital Partners, Bundesverband Deutsche Startups, Business Angels FrankfurtRheinMain, C3 Management, Campus Founders, Deutsche Bahn Digital Ventures, Dieter von Holtzbrink Ventures (DvH Ventures), HIGHEST, High-Tech Gründerfonds (HTGF), IBM, seed + speed Ventures, SixThirty Ventures, Sparkassen Innovation Hub, TechQuartier, UPSTART und w&w brandpool.

EY wird sowohl die Gewinner als auch die Teilnehmer der EY Startup Academy auf ihrem weiteren Weg begleiten. Und bereits jetzt ist klar: auch 2022 wird sich wieder die Frage stellen, wer den EY Startup Academy Award gewinnt!

Weitere Infos zur EY Startup Academy findest du hier

Garten-App Alphabeet erhält 1,15 Mio Euro Seed-Finanzierung

Das Stuttgarter Start-up farmee hilft mit seiner App Alphabeet beim Gemüseanbau und vereint ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit.

Die Software alphabeet hilft Menschen dabei, eigenes Gemüse anzubauen. Von der Beetplanung über die Begleitung durch das ganze Gartenjahr bietet alphabeet Unterstützung, z.B. durch eine riesige Pflanzdatenbank und eine aktive Community. Alphabeet ist ein Produkt des Stuttgarter Start-ups farmee, das sich mit nachhaltiger Ernährung der Zukunft beschäftigt. Das 11-köpfige Team besteht aus Expert*innen der Bereiche Agrarbiologie, Software, Bildung und Kommunikation.

Die Garten-App Alphabeet, die Hobbygärtner*innen beim ökologischen Gemüseanbau unterstützt, sammelt ein Seed-Investment in Höhe von 1,15 Mio Europ ein. Zum Investorenkreis gehören neben Purpose Ventures und dem Samenhaus Müller mehrere Impact-Family Offices und Business Angels. Die App ist seit 2020 am Markt und konnte seitdem eine Community von etwa 100.000 registrierten Nutzer*innen aufbauen. Eine Besonderheit: das Start-up agiert nicht Exit-orientiert, sondern zukünftig als Purpose Company in Verantwortungseigentum. Die Finanzierungsrunde ist deshalb mit Nachrangdarlehen umgesetzt.

Alphabeet startete 2018 zunächst unter dem Namen farmee im Vertical-Farming-Markt und pivotierte 2019 zum Hobbygarten-Segment. Damals erhielt das Start-up eine Förderung von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Im Herbst 2020 konnte man sich dann für eine Anschubfinanzierung über das Start-up BW Pre-Seed-Programm qualifizieren. Dieses Wandeldarlehen der L-Bank kann Alphabeet dank der jetzigen Finanzierungsrunde zurückzahlen.

Mit dem frischen Kapital will Alphabeet vor allem in Produkt und Marketing investieren und ein entsprechendes Team aufbauen. Außerdem wird sich mit Blick auf die internationale Expansion der Name der App ändern: Alphabeet heißt ab 2022 ‘Fryd’. Zudem wird das bestehende SaaS-Modell durch einen eigenen Shop und ein B2B-Modell erweitert. Die internationale Skalierung hat man dabei bereits im Blick: “Wir wollen langfristig die größte Garten-Community der Welt aufbauen”, so die Vision von Gründer und CTO Steffen Abel.

Gründer*in der Woche: Aulios - übersetzt Sound in Licht

AULIOS übersetzt Sound in Licht und kreiert die weltweit erste Software zur vollautomatisierten Erstellung soundbasierter Lichtshows in Echtzeit für Clubs, Konzerte und Festivals. Mehr über die innovative Idee der Gründer Alexander Gerick und Marius-Julian Marx und die Anwendungsmöglichkeiten im Interview mit Marius-Julian.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu AULIOS gekommen?

Ursprünglich brauchten wir nur ein wenig Party Beleuchtung für Alex 18. Geburtstag und wollten die Smart Lights von Phillips Hue dafür verwenden. Die Sound-Licht-Synchronisation war jedoch so schlecht, dass wir uns dazu entschlossen, etwas Eigenes zu entwerfen. Es verging dann eine Menge Zeit, in der wir dieses Vorhaben nur unregelmäßig verfolgten. Als wir dann nach unserem Umzug nach Berlin mit DJs und Clubbesitzern in Kontakt kamen, entstand schließlich die heutige Idee zu AULIOS.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee über die Gründung bis zur fertigen Software im Testeinsatz?

Nach dem Slash Hackathon im Oktober 2020 haben wir angefangen, unser Vorhaben ernster zu nehmen. Wir bekamen sehr positives Feedback für unser Vorhaben, Sound und Licht für den Smart Home Bereich zu synchronisieren. Es folgte eine Menge Recherche und wir wollten einen intelligenteren Smart-Home-Brand entwickeln, welcher sämtliche Konkurrenzprodukte im Smart Home Bereich bei weitem übertreffen würde. Dieses Vorhaben änderte sich, nachdem wir mit einigen erfahrenen Investoren gesprochen und verstanden hatten, dass eine Hardware-fokussierte Firma hinsichtlich der Wachstumsgeschwindigkeit und dem Grundkapitalbedarf einige erschwerende Aspekte aufweist.

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt kamen wir dann auch mit DJs in Berlin in Kontakt, welche unsere Idee cool fanden und uns immer wieder fragten, weshalb wir so etwas denn nicht für Clubs entwickeln. Dieser Punkt, an dem wir herausfanden, dass Lichtshows immer noch manuell erstellt werden, regte uns dazu an, von dem Smart-Home-Vorhaben abzulassen und uns komplett auf eine B2B-Lösung zu fokussieren.

Wie habt ihr die Startphase und damit auch euch selbst finanziert?

Wir hatten ein wenig Geld angespart, aber der herausforderndste Teil war es, ein Team zusammenzustellen, ohne das Geld zu haben, diese zu bezahlen und ohne Investoren zu einem Zeitpunkt reinzuholen, an dem die Vision hinter AULIOS noch nicht klar und fortgeschritten genug war, um vernünftige Konditionen zu bekommen. Wir wussten, dass unser Vorhaben nicht durch Alex und mich allein realisiert werden konnte. Wir motivierten daher Mitstudenten, uns bei der Entwicklung der Software zu helfen, indem wir ihnen – anstelle einer Bezahlung in Form von Geld – die Möglichkeit boten, ihr Studium voranzubringen und gleichzeitig in einem Projekt zu arbeiten, das einem klar erkennbaren Sinn folgt. Seit Beginn unseres Projekts halfen uns rund 15 Studenten – einige werden auch weiterhin bei AULIOS bleiben und hoffentlich auch bald als erste Mitarbeiter der AULIOS GmbH bezahlt werden können.

Nun zu AULIOS: Was ist das Besondere an eurer Software? Wie hebt ihr euch von anderen Lösungen in diesem Kontext ab?AULIOS ist die weltweit erste Software, welche komplexe Lichtshows basierende auf Sound vollautomatisiert erstellen kann. Anstelle eines Lichtjockeys oder Lichttechnikers wird nur ein Computerprogramm benötigt, um die entsprechende Lichtshow zu erstellen und dies geschieht zudem noch in Echtzeit. Wir können damit Kosten für Veranstalter senken und gleichzeitig die Qualität der Lichtshows deutlich verbessern. Zudem ist AULIOS rund um die Uhr Einsatzbereit und immer nur einen Klick entfernt

Gast-Ampel: regelt Corona-Auflagen und prüft die Identität

Drei Unternehmer aus Berlin und Dortmund entwickeln die digitale Gast-Ampel für 2G- und 3G-Kontrollen sowie Personenlimits.

Rot bleib stehn, bei Grün kannst du gehen: Drei Unternehmer aus Berlin und Dortmund haben die sogenannte Gast-Ampel entwickelt, die von den Corona-Auflagen betroffene Betriebe dabei unterstützt, 2G- und 3G-Regeln einzuhalten. Die Gast-Ampel regelt Kundenströme wie im Straßenverkehr: Sie zählt und scannt die Nachweise von Geimpften, Genesenen und Getesteten. Zudem nimmt sie eine Identitätsprüfung der Kunden und Gäste vor, indem sie die Ausweise verifiziert. Wenn die Voraussetzungen gemäß den Auflagen erfüllt sind, schaltet die Ampel auf Grün. “Uns war klar, dass gerade jenen Betrieben, die erneut von den Restriktionen betroffen sind, die Ressourcen fehlen, um die jeweiligen Regelungen zu kontrollieren. Eine Aufgabe, die sich viel effizienter und eindeutiger technisch lösen lässt”, sagt Hans Dornseif, Produktdesigner der Gast-Ampel. Mit Unterstützung des Digitalisierungsexperten Maximilian Pohl und des technischen Entwicklers Henk Timmermans hat er die Gast-Ampel entwickelt.

Kampf gegen die vierte Corona-Welle

Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle verschärfen die meisten Bundesländer ihre Corona-Regeln. Während bislang geimpfte, genesene und getestete Menschen gleichermaßen Zugang zu den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens hatten, entscheiden sich immer mehr Bundesländer für die sogenannte 2G-Regel. Dadurch gilt insbesondere für Betriebe der Gastronomie, Kultur- und Veranstaltungsbranche, dass nur noch Geimpfte und Genesene eingelassen werden dürfen. Zudem gilt in Abhängigkeit von Art und Größe des Betriebes vielerorts nach wie vor ein Personen-Limit. In Bayern dürfen etwa Kultur- und Sportveranstaltungen mit einer Auslastung von maximal 25 Prozent stattfinden. Zudem gilt dort die 2G-plus-Regel: Gäste müssen geimpft oder genesen sein und brauchen zusätzlich einen Test.

Scanner prüft Nachweise in Echtzeit und verifiziert Identität

“Das Zählen und Prüfen der 3G-, 2G-plus- oder 2G-Nachweise bedeutet einen erheblichen Mehraufwand, der nicht zulasten der Betriebe gehen sollte”, sagt Dornseif. Diese Aufgabe soll nach den Vorstellungen der drei Unternehmer künftig die Gast-Ampel mit den bekannten Signalfarben am Eingang der jeweiligen Einrichtung übernehmen. Ein Scanner prüft die Gültigkeit des jeweiligen Nachweises sowie die Ausweise der Kunden in Echtzeit. Ein Sensor zählt die eintretenden Gäste. Die Ampel schaltet auf Rot, sobald eine vom Lokalinhaber festgelegte Grenze überschritten wird oder ein Nachweis ungültig ist. “Dafür benötigt die Gast-Ampel noch nicht einmal einen Internetzugang. Alles wird ausschließlich lokal gespeichert”, versichert Dornseif. “Unser Ziel war es, ein einfaches Produkt zu schaffen, das sich schnell installieren lässt und nicht teuer ist. Gerade jetzt möchte niemand zusätzlich hohe Ausgaben tätigen.” Die Ampel kostet weniger als 1.000 Euro und damit deutlich weniger als vergleichbare Systeme.

Gast-Ampel auch nach Corona vielfältig einsetzbar

Der Einsatz der Gast-Ampel ist laut Dornseif keineswegs auf die Durchsetzung der Corona-Regeln beschränkt. Auch nach der Pandemie sind diverse Business-Cases denkbar. Das System kann etwa dafür genutzt werden, um die Auslastungen nach Tages- und Uhrzeit zu erfassen, Statistiken zu erstellen und diese Informationen für das eigene Marketing zu nutzen. Auch eine nachträgliche Anbindung an Türöffnungssysteme und andere QR-Code-Lösungen wie Online-Ticketing-Systeme seien möglich. Dornseif: “Das System kann durch Updates jederzeit erweitert werden. Deshalb sind den Einsatzmöglichkeiten theoretisch keine Grenzen gesetzt.”

Gründer*in der Woche: Golixxo – die erste Groupware-Lösung nach europäischen Sicherheitsstandards

Die Plutus GmbH, gegründet von Andre Braun und Marko Kraemer, bietet digitale Infrastrukturen und fokussiert auf eine anhaltende digitale Transformation in sämtlichen Lebensbereichen. Mit Golixxo haben die beiden jungen Gründer nun die erste Groupware-Lösung nach europäischen Sicherheitsstandards gelauncht. Mehr dazu im Interview mit Andre und Marko.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu Golixxo gekommen?

[Marko]: Uns ist aufgefallen, dass es europaweit keinen einzigen Anbieter gibt, der ein vergleichsweise ähnlich ausgeprägtes Produktportfolio in einer einzigen App integriert und anbietet. Außerdem werden in europäischen Unternehmen für die Kommunikation oftmals amerikanische Systeme und Dienstleister genutzt. Unserer Meinung nach fehlt eine europäische Alternative. Ganz wichtig ist bei der Entwicklung natürlich, dass die europäischen Datenschutz- und Sicherheitsstandards berücksichtigt werden, nicht nur über die ausschließliche Nutzung europäischer Server. Deshalb sind wir auf die Idee gekommen, mit Golixxo die europäischen Sicherheitsanforderungen und die Erwartungen unserer Kunden zu verbinden, um so Digitalisierung grundsätzlich in Unternehmen und Europa zu vereinfachen.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee bis zum Launch eurer Softwarelösung?

[Marko]: Genau genommen haben wir ja verschiedene Angebote. Ob das Plutus für die mittelständischen Unternehmen ist, MeineStadt.digital als Lernplattform im kommunalen Umfeld oder eben Golixxo als Softwarelösung in der Breite. Und bei allen Ideen lassen wir uns zunächst von den Kundenbedürfnissen leiten. Seien wir doch mal ehrlich, den meisten geht es um Einfachheit und Sicherheit. Deswegen setzen wir genau an diesen Punkten an: Wir prüfen, welche Ansätze am meisten Mehrwert liefern, und dann arbeiten unsere Coder die besten Ansätze aus und führen sie zu unseren eigenen zusammen. Dass wir dabei on track bleiben, dafür sind Andre und ich permanent im Dialog mit unseren Kunden. Die sind faktisch Teil des Prozesses. Und so ist der Launch dann eigentlich nur noch Vollzug der Idee.

Was genau ist und kann Golixxo?

[Andre]: Golixxo bietet eine Software für die Optimierung interner Kommunikation und vereint mehrere Funktionalitäten, wie beispielweise Videocalls, Internettelefonate, den Emailverkehr, einen Kalender, ein interner Chat und auch ein Drive-System. Mit der Zeit sollen immer mehr Tools hinzukommen. Golixxo fasst also mehrere Apps zusammen und vereinfacht so die interne und externe Interaktion eines jeden Unternehmens. So wird ein wesentlicher Teil eines Unternehmens digital transformiert – und zwar jegliche Austauschprozesse. Im zweiten Schritt sparen die Mitarbeiter vor allem Zeit: Informationen können schneller verbreitet und Daten einfacher und sicherer geteilt werden. Das Ganze funktioniert sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Desktop eines Computers.

Gründer*in der Woche: ARchitecture - der erste Haussimulator im PropTech-Markt

ARchitecture ist die innovative Augmented Reality-App der Schüler und Gründer Felix Kläres, Eike Czada und Jan Michalczonek (16, 18 und 19 Jahre) für die gesamte Baubranche. Mit deren Hilfe können Immobilien in Originalgröße oder in verkleinerten Maßstäben als virtuelle Modelle in Realhintergründe eingebunden und auf Planungsmängel hin überprüft werden. Mehr dazu im Interview mit Eike:

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu ARchitecture gekommen?

Der 2. Februar 2021 war der Startschuss unseres Projekts. Mein Geschäftspartner Felix Kläres entwickelte in enger Zusammenarbeit mit einer ukrainischen Softwareagentur diese AR-App. Grund dafür war ein Auftrag an Felix‘ 3D-Druck-Firma „3Dforyou“, in welchem er ein Haus eines Architekten im Maßstab 1:100 für potenzielle Kunden drucken sollte. Schon damals bemerkte er einer der größten Schwachstellen. Nicht nur war eine zeit- und ortsunabhängige Präsentation unmöglich, es war keine live-experience. Der potenzielle Kunde konnte sich das Haus zwar räumlich besser vorstellen, aber beispielsweise nicht im Haus rumlaufen.

Die Lösung dieses Problems brachte die Augmented-Reality-Technologie, mit welcher man eine Immobilie im Maßstab 1:1 auf Realhintergrund platzieren und begehen kann. Und das ohne teure VR-Brille, sondern rein mit dem privaten Smartphone oder Tablet.

Nachdem Felix die Idee Jan und mir präsentierte, waren wir beide begeistert. Seitdem arbeiten wir in einer Partnerschaft zusammen und sind jetzt in der Position, den Markteintritt zu starten.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee bis zum Launch eurer App?

Da wir durch die verlangsamende Bürokratie der Gründung unter 18 Jahren ohnehin einiges an Zeit hatten, nutzten wir diese für vielzählige Gespräche mit Architekten, Bauunternehmen, Maklern und Endkunden. Anhand dessen konnten wir die Applikation stetig weiterentwickeln. Auch einen professionellen Außenauftritt, einen Businessplan und Geschäftsstrukturen haben wir bis zur Gründung ausgearbeitet. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass wir bis dato besonders auf Branchenkontakte und die Weiterentwicklung des Produkts fokussiert waren.

Was genau ist und kann eure App „ARchitecture“ und wie hebt sie sich von bestehenden Angeboten ab?

ARchitecture ist der innovative Haussimulator, basierend auf Augmented Reality (AR) Technologie, für die Baubranche. Damit lassen sich beispielsweise Häuser in Originalgröße oder in verkleinerten Maßstäben als virtuelle Modelle in Reale Hintergründe (z.B. dem Bauplatz) live einbinden. Im Vergleich zu unserem direkten Konkurrenzprodukt “homeAR” haben wir einen wichtigen geographischen Marktvorteil.

Der Standort des Anbieters Reactar Limited mit der oben genannten Applikation ist in Neuseeland, während wir Zugang zu dem europäischen Markt haben und uns von Anfang an im deutschen Markt als einziger Entwickler für ein solches Produkt etablieren können.

In Hinsicht auf 2D-Kataloge, beispielsweise für Fertighausanbieter, haben wir den Vorteil, dass unser Produkt von dem Endkunden vollständig visualisiert werden kann - und zwar abrufbar zu jeder Zeit und platzierbar an jedem Ort.

VR-Brillen, welche heute schon als Hausvisualiserungstool benutzt werden, besitzen nicht diese Vorteile und sind sehr kostspielig.

Apeleon: Nächster Schritt des Flugtaxis im Wettlauf um die Lufthoheit

Apeleon hat vor über einem Jahr erste Testflüge erfolgreich absolviert. Nun gelang dies erstmals auch mit der dritten Generation ihres Flugtaxis.

Das österreichische Startup Volare entwickelt ein senkrecht startendes und landendes Flugzeug unter dem Namen Apeleon. Gegründet im Oktober 2017 unter Founder und CEO Andreas Fürlinger, lag dem Unternehmen stets die Vision nahe, das Fliegen in den Alltag zu integrieren und Orte schneller miteinander zu verbinden.

Neue Flugkonzepte

„Und das ohne die Hindernisse der heutigen Luftfahrt und ohne die Probleme des bodengebundenen Verkehrs“, präzisiert Fürlinger. „Hierzu braucht es neue Luftfahrzeuge.“ Es war genau dieser Wunsch und die Faszination Fliegen im Allgemeinen und der Reiz an Herausforderungen zu arbeiten, die den Gründer angetrieben haben, neue technische Lösungen, konkreter: neuartige Flugzeugkonzepte, zu erarbeiten.

„Das hat bereits vor vielen Jahren begonnen. Es ist tatsächlich so, dass mich die Luftfahrt bereits seit meiner Kindheit fasziniert, es begann mit Modellbau über Paragleiten zum Motorflug und zur Berufspilotenausbildung. Mein technisches Studium, ich habe Maschinenbau studiert, habe ich auch bzw. gerade wegen meiner Faszination für das Fliegen auf den Schwerpunkt Luftfahrt ausgerichtet. Ich bin jetzt seit gut zehn Jahren als Ingenieur in der Luftfahrt verankert und hatte die Möglichkeit an spannenden Projekten mitzuwirken“, so Fürlinger weiter.

Apeleon hat den ersten Testflug schon einige Zeit hinter sich. Frühere Demonstratoren sind bereits vor über einem Jahr in die Lüfte abgehoben. Die letzten Monate jedoch hat das Startup intensiv an Testflügen mit dem neuesten Demonstrator der dritten Generation gearbeitet. Und, Fürlinger nach, wichtige Erkenntnisse erzielt: „Wir haben damit bereits eine gute Basis für unsere nächste Phase, die Entwicklung des vollmaßstäblichen Prototyps geschaffen. Dafür sind wir zurzeit auch auf der Suche nach Investoren“, sagt er.

Viele Variablen noch offen

Der Apeleon-Gründer, der sein Flug-Taxi als Luftfahrzeug mit Tragflächen klassifiziert und es damit von „little range“-Multikoptern abhebt, erwartet – unter Berücksichtigung verschiedenster Aspekte, wie etwa technische Entwicklung des Luftfahrzeuges, Schaffung und Erweiterung von Regularien, Infrastrukturaufbau und letztendlich auch gesellschaftliche Akzeptanz – einen Start des kommerziellen Betriebs von einzelnen Strecken ab 2025.

„Wir verfolgen ein Konzept mit Tragflächen, um einen effizienten Reiseflug und damit längere Flugstrecken, zu ermöglichen“, so Fürlinger weiter. „Diese neue Art der Luftfahrzeuge eröffnet Möglichkeiten, vor allem weil auch die Betriebskosten solcher neuen Luftfahrzeuge geringer ausfallen werden als von heutigen, speziell Helikoptern. Diese Reduktion an Betriebskosten kann an den Endkunden weitergegeben werden und führt im Beispielfall von Personenbeförderung zu leistbaren Flugtickets. Die günstigeren Tickets führen dazu, dass dieses Transportmittel von einer breiteren Gesellschaft genutzt werden kann“, so die Idee.

Der Preis soll sich anfangs zwischen dem Flug mit einem heutigen Helikopter und Taxifahrten einordnen, wobei das Potential für weitere Kostenreduktion gegeben sei. Fürlinger dazu: „So lässt auch ein in späterer Zukunft angestrebte autonomer Betrieb den Preis weiter sinken, da ein Teil der Pilotenkosten wegfallen und ein weiterer Sitzplatz durch weitere zahlenden Kund:innen belegt werden kann.“

Apeleon als Infrastruktur-Alternative

In Sachen Einsatzmöglichkeiten argumentiert der Gründer mit einer Prämisse, die sich vereinfacht so festhalten lässt: Dort wo bisher nichts ging, wird etwas gehen. Er sagt: „Wir sehen vor allem dort Potential, wo keine aufwendige Infrastruktur geschaffen werden kann und auch keine Hochgeschwindigkeitsverbindungen, etwa Bahn oder Autobahn, vorhanden sind und auch aufgrund von Terrain oder anderen Gründen nicht geschaffen werden können. Wir können schlecht angebundene und auch abgelegene Orte sehr flexibel verbinden und eine schnelle Verbindung anbieten. Zusätzlich sehen wir aber auch bei zeitkritischen Anwendungen wie notärztliche Versorgung oder Priority-Cargo enormes Potenzial.“

Dieser Beitrag ist zuerst auf brutkasten.com erschienen

Food-Start-up fordert Reinheitsgebot für Schokoriegel

Das grüne Food Start-up the nu company fordert die Lebensmittelindustrie heraus und will sie nachhaltig verändern.

2016 von drei Wirtschaftsingenieuren gegründet, hat sich das „purposedriven” Unternehmen gesunde, plastikfreie und klimapositive Snacks auf die Fahne geschrieben und zeigt damit, dass positives Wirtschaften keine Utopie mehr ist. Angetrieben durch seine Unternehmens DNA „food for a nu world” denkt das Start-up Lebensmittel kompromisslos neu: alle Produkte sind natürlicher Herkunft in Bio-Qualität, vegan, ohne raffinierten Zucker und eingehüllt in eine speziell entwickelte heimkompostierbare Verpackung aus Zellulose. Auf seiner klimapositiven Mission unterstützt the nu company Aufforstungsprojekte in Zusammenarbeit mit der Organisation Eden Projects, indem es für jedes verkaufte Produkt einen Baum pflanzt.

Nach der aufsehenerregenden Kampagne des vergangenen Jahres, fordert das Food-Start-up erneut die Lebensmittelbranche heraus. Die Challenger-Brand lädt im Rahmen der Kampagne “Neue Regeln. Neue Riegel” zum Schokoriegel-Gipfel nach Leipzig ein – und appelliert an Großkonzerne wie Nestlé, Storck, Ferrero, Mars, Mondelez, Barry Callebaut, Lindt & Sprüngli, Bahlsen, Gourvita, Hachez und Lambertz teilzunehmen.

Auf der Agenda steht ein aus ihrer Sicht längst überfälliges „Reinheitsgebot für Schokoriegel“. Hierfür hat the nu company sechs Forderungen aufgestellt, die die Gründer mit den Branchenkollegen am 21.Oktober 2021 in Leipzig diskutieren möchten.

Co-Founder Christian Fenner sagt zu der Initiative: “Letztes Jahr haben wir lautstark auf die verheerenden Folgen aufmerksam gemacht, die die Lebensmittelindustrie verursacht. Getan hat sich seitdem viel zu wenig. Deshalb gehen wir dieses Jahr einen Schritt auf große Hersteller zu, um gemeinsam einen neuen Weg einzuschlagen. Die Fakten sind schließlich nach wie vor alarmierend:

● Mehr als 50 Prozent der Erwachsenen und 15 Prozent der Kinder in Deutschland sind übergewichtig.

● Jeden Tag landet eine LKW-Ladung Plastik im Meer – auch aus Deutschland.

● Der Konsum von tierischen Lebensmitteln nimmt immer noch zu – obwohl eine vegane Ernährung den CO2- Fußabdruck signifikant senken könnte.

● Noch immer arbeiten über 1,5 Millionen Kinder auf Kakaoplantagen weltweit.“

All diese Punkte – und die entsprechenden Antworten darauf – möchte the nu company mit den großen Wettbewerbern am 21. Oktober diskutieren. Dabei hat die nachhaltige Leipziger Food-Brand nicht nur mit den eigenen Produkten bereits ordentlich vorgelegt, sondern auch die aus ihrer Sicht notwendigen sechs Ziele bis 2030 formuliert, die nun zur Debatte stehen:

1. Zuckergehalt in Schokoriegeln um mindestens 30 Prozent reduzieren.

2. Einwegplastikverpackungen durch heim-kompostierbaren Materialien oder Papier ersetzen.

3. Tierische Zutaten wie Milchpulver durch pflanzliche Alternativen ersetzen.

4. Transparenz in der Zutatenliste schaffen durch wenig verarbeitete und möglichst natürliche Zutaten.

5. Kinderarbeit bei Kakaolieferanten vollständig bekämpfen.

6. Klimaneutralität oder -positivität der Produkte erreichen.

Co-Founder Christian Fenner abschließend: „Das deutsche Reinheitsgebot für Bier geht auf das Jahr 1516 zurück. Wir haben uns gefragt, ob ein solches Manifest nicht auch für andere Produkte funktionieren könnte, damit sie gesundheitliche und nachhaltige Standards erfüllen. Deshalb werden wir im Gespräch mit Wettbewerbern für unsere Branche gemeinsame Ziele diskutieren – im Interesse unserer Kunden und unseres Planeten. Das größere Ziel dahinter ist natürlich, dass weitere Kategorien nachziehen und wir eine nachhaltige Transformation der Lebensmittelindustrie anstoßen.”

Gründer*in der Woche: LEILA - die Online-Kinderwunsch-Plattform

LEILA ist ein FemTech Start-up aus Berlin, das durch sein CE-zertifiziertes Medizinprodukt die Diagnostik von Fruchtbarkeitsstörungen automatisiert. Mit der selbst entwickelten Software wird die Ursache der Störungen in kurzer Zeit erkannt, die intelligenten Algorithmen verraten, welche Umstellungen notwendig sind, um den Kinderwunsch Realität werden zu lassen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founderin Caroline Mitterdorfer.

Wie steht es hierzulande um das traurige (Tabu-)Thema unerfüllter Kinderwunsch? Wie viele Paare sind betroffen, welches sind die Hauptursachen und wie vielen Paaren kann bislang effektiv geholfen werden?

Allein in Europa sind 25 Millionen Menschen von Unfruchtbarkeit betroffen. Als unfruchtbar gelten bereits Frauen, wenn sie über 35 Jahre alt sind und länger als 6 Monate versuchen schwanger zu werden oder Frauen unter 35 Jahren, die es länger als ein Jahr versuchen.

Die erste Anlaufstelle ist meist die gynäkologische Praxis der Frau. Leider sind in Deutschland nur 0,9 % der Gynäkolog*innen auf Reproduktionsmedizin & Endokrinologie spezialisiert. Diese Spezialisierung ist jedoch erforderlich, um umfangreiche Kinderwunschdiagnostik durchzuführen.

Das Gesundheitssystem sieht also vor, dass jene Paare in die Kinderwunschklinik gehen - dort wo die Experten sitzen. Leider kommen da lediglich 10 % aller Paare an - häufig aufgrund von Stigma, finanzieller Ressourcen und fehlender Information. Kinderwunschkliniken werden nach wie vor mit künstlicher Befruchtung, Designerbabys und Reagenzgläsern in Verbindung gebracht. Leider ist Unfruchtbarkeit immer noch ein riesiges Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Unsere Studie mit über 1500 Frauen hat ergeben, dass Betroffene sich oft alleine gelassen fühlen, stark verzweifelt sind und gar Anzeichen an Depressionen aufzeigen.

Daher ist es wichtig, die übrigen 90 % abzuholen und ihnen eine Lösung zu bieten, den Grund für ihren unerfüllten Kinderwunsch herauszufinden! In fast 70 % der Fälle, reichen sogar schon kleinere Lebensstiländerungen aus, wie die Einnahme von Medikamenten oder eine Ernährungsumstellung, um die Fruchtbarkeit zu erhöhen.

Ein sehr häufiger Grund für Unfruchtbarkeit ist zum Beispiel das polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCOS. Es ist in über 30 % der Fälle die Ursache von Unfruchtbarkeit. Leider dauert die Diagnose für diese häufig vorkommende Krankheit (10 bis 15 % aller Frauen sind betroffen) oft mehrere Jahre. Das gleiche gilt für Endometriose an der 1 von 10 Frauen erkranken. Hier dauert die Diagnose vom Auftreten der ersten Symptome bis zur vollständigen Diagnose im Durchschnitt 10,4 Jahre. Das können wir mit einer leicht zugänglichen, medizinischen Diagnostik ändern!

Wann und wie bist du vor diesem Hintergrund zusammen mit deinen Mitgründerinnen Dr. med. Theresa Vilsmaier und Silvia Hecher auf die Idee zu LEILA gekommen?

Nach meiner Zeit bei einem Start-up in der Hotellerie, habe ich mich nach einer Aufgabe gesehnt, mit der ich wirklich etwas bewegen kann. In meinem Bekanntenkreis wurde das Thema Kinderwunsch immer präsenter, ich selbst habe mich auf Basis meiner eigenen Gesundheit stark mit dem Einfrieren von Eizellen auseinandergesetzt und hier einen Mangel entdeckt: Es gab keine Möglichkeit, sich die sehr teuren Kinderwunschbehandlungen zu finanzieren. Das passte gut zusammen mit meinem Background in Finance, so gründete ich den ersten Kinderwunschkredit in Deutschland.

Auf Silvia wurde ich aufmerksam, als sie ihren Auftritt bei 2 MINUTEN 2 MILLIONEN, dem österreichischen Format von Höhle der Löwen, hatte. Sie präsentierte damals Ivery, einen At-Home-Test für die Bestimmung des letzten fruchtbaren Tages. Im Rahmen unseres Austausches kamen wir auf die Lücke im Gesundheitssystem zu sprechen: Die Fruchtbarkeitsstörung von Frauen kann meist nicht umfangreich beim Gynäkologen diagnostiziert werden und der Besuch in einer Kinderwunschklinik wird meist kategorisch ausgeschlossen. Durch glückliche Umstände über unsere erste Investorin wurden wir dann mit Theresa connected. Als Reproduktionsmedizinerin bestätigte sie uns dieses Problem und gemeinsam haben wir dann im September 2020 gestartet LEILA zu entwickeln.

Worin besteht euer neuartiger Ansatz in der Kinderwunschmedizin?

Mehrere Hundert klinische Leitlinien und Studien im Bereich Kinderwunsch werden erstmals unter der Verwendung von über 30 eigens entwickelten Algorithmen als elektronischer Entscheidungsbaum abgebildet. In Form von einer Software, dem LEILA Fertility Code, bringen wir quasi die smarteste Reproduktionsmedizinerin zur Frau nach Hause. Das spart nicht nur dem Paar und den Ärzt*innen wesentliche Zeit, sondern ermöglicht vor allem eine individualisierte Diagnostik.

Bis dato gibt es rund um den Kinderwunsch nur reine Lifestyle-Produkte mit sehr begrenzten Möglichkeiten am Markt. Wir sind ein Medizinprodukt und können eine ganzheitliche, individualisierte und vor allem wissenschaftlich fundierte Diagnose bieten.

Wie genau funktioniert euer Konzept bzw. digitales Analysetool?

Der LEILA Fertility Code ist web-basiert und somit über jedes Gerät erreichbar. Wir starten zunächst mit einer umfangreichen Anamnese in Form eines medizinischen Fragebogens, das ist die Basis für die Arbeit unseres Algorithms. Anschließend ermittelt dieser welche Blutparameter im Labor abgenommen werden müssen, eine sogenannte Präzisionsdiagnostik. Nach dem Besuch im Labor und Vorlage der Ergebnisse, ermitteln unsere Algorithmen dann die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch und empfehlen direkt individualisierte Therapiemöglichkeiten und nächste Schritte - präzise, medizinisch und vor allem personalisiert. In einer Videosprechstunde mit einem/r Reproduktionsmediziner*in werden dann die Ergebnisse des LEILA Fertility Codes gezeigt und erläutert.

Mit LEILA können Frauen so innerhalb weniger Tage den Grund Ihrer Unfruchtbarkeit feststellen und vor allem ihren Kinderwunsch in Angriff nehmen - für Begleitung nach Diagnose ist bei LEILA in Form von online Therapiestunden und Kursen gesorgt.

Wo kommt euer Medizinprodukt zum Einsatz?

Unser Produkt ist für alle Frauen und Paare, die per Definition als "unfruchtbar" gelten. Wir möchten so die Lücke im System schließen und die Reproduktionsmedizin nahbarer machen. Mit unserer Diagnose empowern wir jene Paare die besten Schritte einzuleiten, um die besten Chancen auf die Erfüllung ihres Kinderwunsches zu haben. Der Faktor Zeit ist schließlich, wie bereits erklärt, ein entscheidender beim Kinderwunsch, daher ist die frühzeitige Erkennung der Unfruchtbarkeitsursache durch LEILA auch so wichtig.

Wie habt ihr euch bzw. den Unternehmensaufbau von LEILA bislang finanziert?

Durch starke Angel Investoren, die an unsere Vision, langfristig eine Lücke im Gesundheitssystem zu schließen, und an LEILA glauben.

Was sind eure nächsten unternehmerischen To Do's?

Seit September ist der LEILA Fertility Code nun offiziell ein Medizinprodukt und darf von Frauen und Ärzt*innen angewendet werden. Unser Fokus liegt nun darauf, die ersten Partnerschaften mit Zyklus-Applikationen bzw. Fruchtbarkeitstrackern zu starten, damit wir die ersten Kundinnen durch die Software führen dürfen. Parallel haben wir eine strategische Partnerschaft mit einer der größten europäischen Laborketten für Endokrinologie gewonnen. Gemeinsam trainieren wir nun unsere Algorithmen mit mehr als 10 Millionen Datensätzen, um schon bald durch Machine-Learning neben Empfehlungen für Diagnostik auch Prognosen anbieten zu können - unter anderen für Behandlungserfolge.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

  1. Lass dich ja nicht unterbuttern. Es wird immer Leute geben die nicht an dich glauben. Das sollte dich umso mehr anspornen.
  2. Hinfallen und Krone wieder richten. Es wird dir konstant ein Stein in den Weg gelegt. Lass den Kopf nicht hängen und richte dich wieder auf. Fokussiere dich auf deine Vision und lass dich von negativen Erlebnissen nicht irritieren.
  3. Bitte um Hilfe. Gerade als Gründerin hat man oft nicht das passende Netzwerk oder kaum Freundinnen im Freundeskreis die ebenfalls gründen. Lass dir Intros geben, hilf anderen, dann wird dir auch geholfen und leiste dir einen Coach - #1 Tipp!

Hier geht's zu LEILA

Das Interview führte Hans Luthardt

Gamechangers

Why we need them now more than ever.

“At it’s fundamental core, societal progress is about “game change”; it’s when the background rules of life’s interactions — everyday, normal interactions — change and evolve. Progress is when the game of life becomes fairer, kinder, more transparent, more rational, more fulfilling.” Hanzi Freinacht, The Nordic Ideology, 2019.

Purpose and Motion (P+M) work to change the game. One of our favourite tactics to change the game is to hunt down Gamechangers’ wherever they are hiding! Be it working deep inside a global corporation to create new ways of doing business, driving a Non-Governmental Organisations to more effectively tackle urgent global issues, or supporting people to reconnect to their intuition and embodied intelligence to transform themselves and society: these Gamechangers are everywhere.

P+M bring them together, nurture them and support them in their brave efforts to create a fairer, kinder, more transparent, more rational and more fulfilling world.

We believe that, in times of immense uncertainty, disruption and constant change, the more we can, as individuals, organisations and a society, draw on all the forms of intelligences we have, the more likely we are to develop new, healthier and more sustainable futures for us all. We often hear of “intuition” as a key to adaption, or “resilience” as necessary to thrive in disruption, or “adaptability” as the most valuable skill of the 21st century. These are all capacities which require not only intellectual or mental training, but a complete integration of our emotional (for resilience and the ability to adapt) and body (intuition) into the way we live and work.

This pandemic shows us how quickly, radically and intentionally we humans can change if we chose to. We believe our opportunity and our duty now is to create space to step back and reflect on the current situation and the bigger picture, to hear the perspectives of other actors in the system, to project different scenarios of where these systems could go in the next months and years, and take individual, organisational and systemic level decisions on where we consciously want to go.

This is why the Gamechangers are so key at this very moment: they are the catalysts, the levers of change plugged deep into the systems they work in, the ones who can navigate complexity effectively. We believe that when all these levers start working in tandem, in the same direction, coordinated in co-creation of a world which is “fairer, kinder, more transparent, more rational, more fulfilling”… then we start changing the game.

We feel that this is essential work. It is work that brings us energy, that brings us closer to our vision, and we believe, if you are still reading, that it also connects to your vision. You may even be a Gamechanger yourself! Or you know some of these itchy footed colleagues, friends or partners of yours. If this is the case, now is your chance to get those feet moving. Join the Purpose-Led Business course starting this October 15th, 2021 to lean into this moment, to create out of this crisis a world that works better for us all.

Video caption: Gamechangers: The Purpose-Led Business

Gründer*in der Woche: Großjungig - generationsübergreifendes Wohnen

Das Berliner soziale Start-up Großjungig ist die erste und einzige Online-Wohnplattform für ältere und junge Menschen, die auch durch künstliche Intelligenz unterstützt wird. Die Mission besteht darin, generationenübergreifendes Wohnen für jeden zugänglich zu machen, insbesondere in Zeiten steigender Mietpreise. Mehr dazu im Interview mit Co-Founderin Olga Miakotnikova.

Wann und wie bist du zusammen mit deiner Mitgründerin Anastasia Radziwill auf die Idee zu Großjungig gekommen?

Anastasia und ich hatten Ende 2019 die Idee, unser eigenes Unternehmen zu gründen. Von Anfang an hatten wir vor, ein Geschäftsmodell zu finden, das das Problem der Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft lösen kann, da wir persönlich mit dem Problem des bezahlbaren Wohnens konfrontiert wurden, als wir 2016 nach Berlin zogen. Nach Recherchen zu Themen des sozialen Entrepreneurship fanden wir einige inspirierende generationenübergreifende Projekte aus den USA. Dank unseres Bildungshintergrunds, unserer persönlichen Erfahrung und intensiver Forschung stellten wir andere Herausforderungen der deutschen Gesellschaft fest: Die Einsamkeit unter älteren Menschen. Insbesondere das Gefühl der Einsamkeit unter Seniorinnen und Senioren hat sich durch den Ausbruch der Covid-19-Pandemie nur noch verstärkt. Wir beschlossen, beide Probleme durch das Zusammenbringen zweier Generationen, gleichzeitig zu lösen.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go live der Plattform?

Der erste wichtige Schritt war für uns, einen/r Web Entwickler/in zu finden, der/die unsere Idee technisch umsetzen konnte. Am Anfang waren wir auch auf der Suche nach anderen Personen, die unser Team verstärken sollten, wir suchten nach Geschäftspartnern, betrieben Marktforschung, entwickelten unser Geschäftsmodell und unseren Plan und suchten Mentoren. Es war keine leichte Zeit, denn wir hatten mit der Entwicklung unserer Idee begonnen, als die Coronavirus-Pandemie ausbrach. Wir haben unsere Idee auch bei Investoren vorgestellt und an verschiedenen Wettbewerben teilgenommen. Wir haben uns für das Berliner Startup Stipendium beworben, es aber nicht gleich beim ersten Mal bekommen. Beim zweiten Mal, als wir bereits eine Entwicklerin gefunden und mit der Entwicklung unseres Prototyps begonnen hatten, haben wir gewonnen. Seit Januar 2021 erhalten wir das Stipendium, und das hat uns bei der Entwicklung der Idee sehr geholfen. Wir konnten zwei weitere Mitarbeiter einstellen, die nun Vollzeit bei uns arbeiten. Wir haben auch unsere ersten Kunden offline bekommen, Kunden, die angefangen haben, zusammenzuleben. Am 1. Oktober 2021 starten wir offiziell unsere Plattform für alle, und für eine begrenzte Zeit ist die Nutzung kostenlos. Wir haben einen langen Weg zurückgelegt, bevor wir unser Produkt auf den Markt gebracht haben, und wir freuen uns, unsere Plattform zu starten.

Am 1. Oktober erfolgt der offizielle Start eurer Plattform – dafür toi, toi, toi: Was ist das Besondere an Großjungig, wie unterscheidet ihr euch von anderen (Mit-)Wohnplattformen?

Wir sind die erste Wohnplattform Deutschlands für junge und ältere Menschen, die durch Künstliche Intelligenz gestützt wird. Das intelligente Matching ist dabei definitiv der größte Vorteil. Wir unterscheiden uns von anderen Projekten in Deutschland, die junge und ältere Menschen für das Zusammenleben zusammenbringen, dadurch, dass unsere Lösung das Finden und Verbinden von Menschen schnell macht. Alles geschieht auf einer speziellen Plattform. Wenn es sich um “Wohnen für Hilfe"-Projekte handelt, sind sie lokal (und nicht in allen Städten, zum Beispiel, nicht in Berlin) und nur für Studierende bestimmter Universitäten gedacht. Wir bieten Möglichkeit allen jungen Menschen. Außerdem machen die Organisatoren solcher Projekte alles manuell, was viel Zeit und Ressourcen kostet. Auch wir haben vor dem Start der Plattform so gearbeitet, doch jetzt wird der Prozess der Suche nach den richtigen Menschen schneller gehen.

Wie habt ihr die Entwicklung der Plattform und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Letztes Jahr haben wir die Finanzierung aus unseren eigenen Ersparnissen bestritten. Zu Beginn dieses Jahres erhielten wir eine Investition von einem Business Angel. Darüber hinaus hat uns das Berliner Startup Stipendium, das wir seit Januar 2021 erhalten, geholfen, unser Team zu vergrößern, um mehr Kräfte für die Realisierung unserer Idee zu haben.

Wer nutzt euer aktuell noch kostenfreies Angebot? Und wie funktioniert das generationenübergreifende Matching?

Wir sind als Unternehmen damit beschäftigt, die Kluft zwischen Generationen zu schließen. Aus diesem Grund fallen in unsere Zielgruppe sowohl Menschen über 60, die Wohnfläche bieten können und Hilfe im Haushalt benötigen als auch junge Erwachsene ab 18, meistens internationale Studierende oder junge Berufseinsteiger*innen, die auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum sind.

Wie macht ihr auf euch und grossjungig.de aufmerksam?

Da wir zwei völlig unterschiedliche Kundengruppen haben, führen wir für diese Gruppen unterschiedliche Kampagnen durch. Wir finden junge Menschen über soziale Netzwerke, Google und Studierendenorganisationen. Die Situation auf dem Immobilienmarkt in Berlin ist besonders schwierig, sodass unsere Dienstleistungen von den Menschen sehr stark nachgefragt werden. Ältere Menschen finden wir über Geschäftspartner, Non-Profit-Organisationen und Initiativen, Offline-Werbung und Medien (Zeitungen und Zeitschriften).

Was sind eure weiteren unternehmerischen To Do's und Pläne?

Derzeit operieren wir nur in Berlin. In unseren Plänen steht zunächst die Expansion in alle großen Städte in Deutschland, später dann auch der Eintritt in den internationalen Markt sowie die Erweiterung der Dienstleistungen für Senioren. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Einführung der künstlichen Intelligenz. Sobald wir eine bestimmte Anzahl von Nutzern auf der Website haben, können wir künstliche Algorithmen einsetzen, um Menschen zusammenzubringen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Ich glaube, das Wichtigste, was angehende Gründerinnen und Gründer am Anfang tun müssen, ist die Entwicklung ihrer Unternehmenskultur und ihrer Werte. Es kann am Anfang des Weges so unwichtig erscheinen, aber ich glaube, dass es nichts Wichtigeres gibt als ein Team. Ihr Erfolg hängt davon ab, mit wem Sie gemeinsam an einer Idee arbeiten. Es lohnt sich also, darüber nachzudenken, was Ihre Werte als Unternehmer*in sind. Zum Beispiel. Anastasia und ich haben sofort darüber nachgedacht und beschlossen, dass unsere beiden Werte Vielfalt und Inklusion sind. Das bedeutet, dass wir uns bemühen, unser Team so vielfältig wie möglich zu gestalten und alle Teammitglieder in den Geschäftsentwicklungsprozess einzubeziehen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Ideen einzubringen.

Hier geht's zu Großjungig

Das Interview führte Hans Luthardt

Gründer*in der Woche: Bavest Technologies - moderne Wertpapieranalysen

Die Vision des Karlsruher Fintech-Start-up Bavest ist es, Privatanleger*innen Research-Tools zu bieten und so die Lücke zwischen klobigen, überteuerten institutionellen Plattformen und nicht innovativen, auf Kleinanleger*innen zugeschnittenen Websites zu schließen. Mehr dazu im Interview mit CEO und Co-Founder Ramtin Babaei.

Wann und wie bist du zusammen mit deinen Mitgründern auf die Idee zu Bavest gekommen?

Im Jahr 2018 haben wir neben dem Studium angefangen zu investieren und sind auf ein Problem gestoßen: Informationen aus und über den Kapitalmarkt sind weit gestreut. Institutionelle Anleger haben ganz andere Research-Tools als Privatanleger, hier ist eine große Marktlücke. Auch wurde dieser Bereich seit Jahrzehnten nicht in Angriff genommen, es gibt überhaupt keine Innovationen im Bereich des Investment-Research für Privatanleger und kleine Investment Teams. Wenn man in Wertpapiere investieren möchte, muss man die nötigen Daten ewig suchen. Wir lösen dieses Problem mit unserer Plattform.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum go-live der Plattform bzw. der Beta Version?

Wir haben in den Jahren 2019 und 2020 mit unserem Prototyp KI-basierte Aktienanalysen angeboten, durch unsere wiederkehrenden Early-Adopters haben wir Feedback eingeholt und den Markt validiert. Auch haben wir später, auf Nachfrage, ETFs und Indizes analysiert. Im Jahr 2021 hatten wir unsere Pre-Seed Runde erfolgreich abgeschlossen. Im April 2021 kam unser CTO dazu und wir starteten mit der Entwicklung der Plattform für iOS, Android und Web. Unser Prototyp generierte Analysen als PDF, dies ist nicht zeitgemäß, war aber eine sehr gute Vorlage für die Entwicklung der Plattform, was immer unser langfristiges Ziel gewesen war.

Was ist das Besondere an Bavest, wie unterscheidet ihr euch von anderen Finanzplattformen?

Unser Unterschied zu anderen ist zunächst einmal, das die Qualität der Wertpapieranalysen und auch die Datenquellen hochqualitativ sind - die Analysen sind einfach, jedoch in institutioneller Qualität. Das ist das besondere an unserem Unternehmen. Wir werden die Lücke zwischen hochpreisigen, klobigen institutionellen Plattformen und veralteten Websites schließen, die auf Kleinanleger zugeschnitten sind. Außerdem stellen wir Daten nicht nur dar, sondern analysieren diese unterstützend für die Anleger.

Und wie funktioniert Bavest bzw. eure Plattform?

Unsere Plattform kann man im Web, iOS oder Android jederzeit einfach nutzen. Man erhält in unserer Plattform schnell einen Marktüberblick und kann Aktien, ETF oder Indizes analysieren. Dabei ist die Wertpapieranalyse datenbasiert. Man kann Jahresberichte, Fundamentaldaten-Analysen, ESG Rating und vieles mehr für Aktien analysieren lassen. Für ETF und Indizes ist Handhabung ähnlich, dort zeigen wir auch im Detail die Zusammensetzung und analysieren das Risiko.

Wie habt ihr den Unternehmensstart und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Am Anfang haben wir uns zunächst selbst finanziert. Den Prototypen und das zugehörige Marketingbudget kamen von uns. 2021 im Frühling hatten wir unsere erste Finanzierungsrunde (Pre-Seed), mit der wir den Ausbau der Plattform voranbringen.

Wer sind eure Kund*innen bzw. an wen adressiert ihr euer Angebot?

Unsere Zielgruppe sind Privatanleger jeden Alters, aber auch kleinere Investment Teams wie zum Beispiel von Robo Advisor. Ob Privatanleger oder institutionelle Teams. Wir entwickeln die Plattform so, dass Profis aber auch Anfänger die Plattform nutzen können, in Zukunft gibt es auch verschiedene Modi, zwischen die Nutzer wechseln können, falls sie eher Anfänger sind, oder Profi.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Steps nach dem Start der Beta Version?

Wir werden im DACH Raum expandieren und viele neue Features einführen. Ziel ist es, gemeinsam, auf Basis der Nutzer, die App auszubauen, um diese nach ihren Wünschen weiterzuntwickeln. Außerdem ist etwas im Crypto Bereich geplant, viel kann ich dazu aber noch nicht verraten.

Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

In fünf Jahren werden die Plattform so ausgebaut haben, dass auch andere Produkte, wie Derivate, analysiert werden können. Auch werden unseren sozialen Kernkomponenten ausbauen, wir haben zum Beispiel die Funktion, Watchlists zu teilen oder Freunde einzuladen. Dieser Aspekt wird bei uns noch wichtiger werden - unser Fokus bleibt die Wertpapieranalyse und der Ausbau dieser.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Wenn man ein Problem in der Gesellschaft erkennt und es vor allem einen selbst stört, sollte man versuchen dieses Problem zu lösen, egal wie groß oder unmöglich es scheint. Die Geschichte lehrt uns, dass eigentlich alles möglich ist und man alles erreichen kann. Vor allem sollte man sich nicht von anderen abringen lassen, sogar wenn es die Familie ist. Man muss im Leben Risiken eingehen, ohne diese öffnen sich keine neuen Türen.

Hier geht's zu Bavest

Das Interview führte Hans Luthardt

Gründer*in der Woche: BlogTec – frischer Wind im SEO & Content Markt

Manuel Brandt ist 22 Jahre alt und hat Anfang 2020 BlogTec gegründet. Im vergangenen Jahr hat er von Taiwan und Madeira aus gearbeitet – auch in diesem Jahr stehen wieder neue Destinationen als Arbeitsorte an. Seine Philosophie: Jeder kann arbeiten, wo und wann er möchte, Hauptsache es gibt eine Internetverbindung für den Laptop. Mehr dazu und zu seinem Tech-Start-up im Interview mit Manuel.

Du bist das, was man einen Digitalen Nomaden nennt. Wie bist du auf die Idee dazu gekommen und was sind deine wichtigsten Learnings für dich persönlich und dein Startup?

Ich habe schon als Kind digitale Produkte gebaut. Schon in der Grundschule habe ich mich an E-Books probiert, mit 12 habe ich angefangen, Websites zu bauen. Nachdem ich mit dem Abitur fertig war, wusste ich dann überhaupt nicht, wohin mit mir.

Ich habe dann erst mal ein Jahr lang gearbeitet, um mir etwas Zeit zu geben, das Passende zu finden. Nach dem Jahr war mir dann klar, dass ich etwas mit Team Management machen möchte. Daher war es mein Plan, BWL zu studieren und vorher mit dem aus dem Jahr angesparten Geld ein Jahr lang auf Weltreise zu gehen.

Ich habe mir dann ein One-Way-Ticket nach Bangkok gekauft und bin ziemlich schnell mit einer Idee für ein Non-Profit-Online-Start-up in Vietnam hängengeblieben. Schnell habe ich dann gemerkt, dass ich mehr von der Welt sehen möchte und dass ich gleichzeitig problemlos online Websites entwickeln kann. Das Ganze hat sich also eher ergeben, als dass es eine bewusste Entscheidung war.

Gerade durch die Zeit in Asien konnte ich super viel als Person lernen. Ich habe nicht am Strand in Touristenhotspots gelebt, sondern inmitten der "Locals". Meine ersten drei Monate in Vietnam habe ich zum Beispiel in einem Nebenraum in einem Café gelebt, in Kambodscha einige Wochen bei einer Familie in einer Gegend ohne fließend Wasser oder Strom.

Das Reisen, Organisieren, sich zu etwas überwinden und neue Dinge ausprobieren, hat mir geholfen, mich weiterzuentwickeln. Vor allem Herausforderungen angehen, Probleme lösen, mit Stresssituationen umgehen und offen für Neues zu sein, sind Skills, die ich gelernt habe und die mir jetzt auch dabei helfen, BlogTec zu leiten.

Wie lebst du bzw. lebt ihr das Remote Working aktuell bei BlogTec? Wo sind ggf. Fallstricke, die es dabei zu beachten gilt?

Wir sind ein Remote-Only-Unternehmen, haben also gar kein Office. Unser Team ist quer auf der Welt verteilt, mittlerweile sogar schon auf jedem Kontinent. Die meisten sind dabei keine Digital Nomads und haben einen festen Wohnort, genießen aber trotzdem die Freiheit, hin und wieder mal von woanders aus arbeiten zu können. Wir haben aber auch sehr coole Storys, wie unser Head of Marketing, der mit seiner Partnerin mit dem Boot durch die Welt reist.

Am wichtigsten bei Remote Working sind die Tools, mit denen man arbeitet. Man muss viel Zeit darin investieren, die richtigen Tools zu finden, diese durchgehend zu optimieren und klare Guidelines zu schaffen, wie sie benutzt werden sollen. Durch Remote Working schafft man sich quasi ein kleines Extra Department, welches sich nur damit beschäftigt, die Tools, Abläufe und Kommunikation zu verbessern.

Wenn man sich die Zeit nimmt, ist Remote Working super und auf keinen Fall ein Nachteil gegenüber dem Arbeiten im Office! Schwierig wird es, denke ich, bei Hybriden. Wenn Unternehmen sowohl Arbeit im Office als auch Remote Working anbieten, ist es wahrscheinlich, dass das Team im Office oft bevorzugt wird und mehr über die neuen Updates Bescheid weiß, als der Rest des Teams.

Nun zu BlogTec: Wann und wie bist du auf die Idee zu deinem Unternehmen gekommen?

Wie schon erwähnt, wollte ich mit 19 um die Welt reisen und hatte dann ziemlich schnell eine Idee für ein Non-Profit Start-up. Dieses Projekt ging damals zwar nicht über mehr als ein paar Spendensammlungen hinaus, aber durch das Projekt konnte ich viel über Webdesign, Content Writing und Online-Marketing lernen, was mir dann den Weg als Freelancer geebnet hat.

Ich habe dann angefangen, als Webdesign Freelancer zu arbeiten. Meine Kunden wollten dann natürlich auch Content für ihre Seite, weshalb ich mich mit Content Writing auseinandergesetzt habe. Als die Kunden dann ihre Website mit Texten hatten, wollten sie mehr Besucher, weshalb ich mich mit Suchmaschinenoptimierung auseinandergesetzt habe.

Als ich dann einem anderen Start-up als Web Entwickler beigetreten bin, habe ich mich beim Freelancing komplett auf SEO und Content konzentriert. Da ist mir schnell aufgefallen, dass es keine wirklich gute Lösung gibt, vor allem für kleine und mittelständige Unternehmen. Ein Freelancer- oder In-House-Team aufzustellen, ist meistens sehr zeitintensiv, komplex, und man weiß nicht wirklich, was einen erwartet. Agenturen sind teuer, haben oft hohe Mindestsätze und sind unflexibel.

Da habe ich angefangen zu überlegen, wie ein besseres Produkt aussehen könnte und dann ziemlich schnell BlogTec gestartet: erst mal nur mit monatlichen Abos, die man per E-Mail buchen kann. Ein Jahr später habe ich dann angefangen, die Web-App für BlogTec zu entwickeln und nach ca. zwei Monaten haben wir diese (im April dieses Jahres) veröffentlicht.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go Live der Plattform?

Dass wir mit den Subs, die man über E-Mail buchen kann, schon ein MVP hatten, hat uns beim Entwickeln der Plattform sehr geholfen, da wir uns so praktisch voll auf die Entwicklung der neuen Plattform konzentrieren konnten und trotzdem bereits Revenue hatten. Wir konnten außerdem lernen, dass unser Produkt wirklich einen Bedarf hatte – wir hatten von Tag eins an aktive Nutzer in der Plattform.

Was ist das Besondere an BlogTec, wie unterscheidet ihr euch von den vielen anderen SEO-Anbietern bzw. Agenturen?

Ein Freelancer- oder In-House-Team aufzustellen, ist super zeitintensiv. SEO und Content sind komplexe Themen und brauchen mehr als ein Teammitglied. Ein gut aufgestelltes Team hat einen On-Page-SEO-Experten, einen Off-Page-SEO-Experten, einen Content Manager und einen Content Writer. Soll die Website dann noch in verschiedenen Sprachen erstellt werden, kommen pro Sprache noch mal genauso viele Mitglieder dazu. Diese müssen alle eingestellt und gemanaged werden. Man muss eine Strategie entwickeln, Briefings erstellen und die Arbeit kontrollieren. Das ist ein enormer Zeitaufwand und super stressig.

Bei Agenturen spart man sich einiges an Zeit, jedoch sind diese im Vergleich sehr teuer, obwohl sie ja eigentlich effizienter sein sollten. Dazu kommen hohe Mindestsätze (oft min. 2000 Euro im Monat) und Mindestlaufzeiten. Außerdem muss man bei Agenturen sehr viel Verantwortung abgeben und hoffen, dass es klappt, und kann selber wenig mitentscheiden.

BlogTec verbindet die Vorteile beider Optionen:

  • Wir sind die zeitsparendste Lösung: Einen Account zu erstellen und etwas zu buchen ist in wenigen Minuten erledigt. Auch unsere Antwortzeiten im Support oder für kostenlose Beratung per E-Mail oder Video-Call sind schnell.
  • Wir sind so flexibel wie ein Freelancer: Man kann alle Produkte einzeln buchen, wir bieten aber auch monatliche Abos, welche keine Mindestlaufzeiten haben und monatlich kündbar sind, an.
  • Wir haben ein einzigartiges Preis-Leistungs-Verhältnis: Durch unsere Plattform können wir viel automatisieren, weshalb wir die besten Preise auf dem Markt anbieten können. Gute Ergebnisse sieht man bereits mit unseren monatlichen Abos für 490 Euro pro /Monat.
  • Wir haben einen hohen Qualitätsanspruch: Sowohl im Support und der Strategieberatung, aber auch bei den Produkten ... Wir machen alles intern, haben für alle Produkte klare Guidelines, jedes Produkt wird von einer zweiten Person kontrolliert (e.g. jeder Text hat einen Writer und einen Editor), und wir arbeiten jede Woche daran, die Produkte weiter zu verbessern.
  • Bei uns bekommt man alles an einem Ort: Wir bieten alle wichtigen SEO- und Contentleistungen für verschiedenste Websiteplattformen (z.B. WordPress oder Shopify) an. In Zukunft kommen weitere Services in anderen Bereichen wie Webdesign dazu.

Die Leistungen gibt es derzeit in Deutsch und Englisch. Bald kommen Spanisch, Italienisch und Französisch. Wir planen noch mehr Sprachen anzubieten.

Wer sind eure Kund*innen?

Insgesamt haben wir einen sehr breiten Kundenstamm. Dazu gehören sowohl kleine Betriebe und mittelständige Unternehmen also auch Enterprise Unternehmen wie Wise. Unser Fokus liegt derzeit jedoch klar auf kleinen und mittelständigen Unternehmen, die ihre Kunden schon online finden. Unter unseren Kunden sind viele Start-ups, da diese offen für ein neues Produkt wie BlogTec sind, sowie sehr viele Online-Shops. Schaut man auf die Nischen, gibt es da kaum Einschränkungen. Wir zählen sowohl Online-Shops für Beauty Produkte, IT-Start-ups, Finanzdienstleister, Zahnarztpraxen oder Edelstahlanbieter zu unseren Kunden. Das liegt daran, dass wir ein großes und weit aufgestelltes Team haben und dadurch praktisch einen Experten in jedem Bereich haben.

Wie hast du deinen Unternehmensstart und damit dich selbst bislang finanziert?

Ich habe das Unternehmen damals mit 2500 Euro gestartet, die ich von meinem Reisebudget noch übrig hatte. Neben BlogTec leite ich noch das Product Team von beducated.com. So musste ich mir von BlogTec nie ein Gehalt auszahlen und konnte das stattdessen in das Unternehmen stecken.  Jetzt suchen wir aber nach zusätzlichen Finanzierungsoptionen, damit wir unsere Plattform schneller verbessern und wachsen können.

Was sind deine weiteren unternehmerischen Vorhaben?

Die nächste Zeit soll erst mal so weitergehen. Wir sind bei BlogTec noch am Anfang unseres Weges und es gibt noch viel zu tun und zu lernen. Deshalb werde ich auch weiterhin darauf meinen Fokus legen. Immerhin wollen wir in den nächsten fünf Jahren die Nummer 1 in ganz Europa sein, wenn es um Website Traffic geht!

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Man sollte sich auf jeden Fall auf das Produkt und den Mehrwert konzentrieren. Vor allem im Bereich der Marketingdienstleistungen geht es vielen Anbietern vor allem um Profit und weniger um Innovativität und Nutzererlebnis. Ich bin der Überzeugung, dass vor allem auf lange Sicht das bessere Produkt immer gewinnen wird.

Man sollte sich bewusst sein, was es bedeutet ein Tech-Start-up zu gründen. Der Gründer kommt als Erstes und geht als Letztes. Ich arbeite im Schnitt 60 bis 80 Stunden/Woche, bei besonderen Launches auch mehr, und habe seit der Gründung nicht mehr frei gehabt. Trotzdem ist gerade am Anfang nicht das Geld da, um sich ein gutes Gehalt bzw. überhaupt eines auszahlen kann. Man muss also auf jeden Fall mit Leidenschaft dabei sein, ansonsten bleibt man nicht am Ball.

Ein großer Fehler, den ich vor allem am Anfang gemacht habe, ist, dass ich mich nicht genug auf Zahlen konzentriert habe. Ich arbeite sehr leidenschaftlich am Produkt und hatte mehrmals Phasen, in denen ich dadurch nicht genug auf unsere Zahlen geschaut habe. Man sollte von Anfang an schauen, dass man so viele Daten wie möglich sammelt, diese in monatliche und wöchentliche Metriken packt, Ziele für die wichtigsten Werte setzt, und jede Woche in relevanten Teams diese Zahlen bespricht.

Hier geht's zu BlogTec

Das Interview führte Hans Luthardt

StartUp Area – dein Messestand auf dem THE GROW SUMMIT 2021

Jetzt für die StartUp Area auf dem THE GROW Summit 2021 bewerben. StartingUp ist auch vor Ort und berichtet!

Im Rahmen des THE GROW SUMMIT 2021 – dem Gipfeltreffen der Start-up-Szene & des Mittelstandes - Deutschland, Österreich, Schweiz in Endsee am 17. September 2021 – hast du die Möglichkeit, dich und dein Start-up in der StartUp Area mit einem Messestand live vor Ort zu präsentieren. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 begrenzt, Anmeldungen werden bis Ende August angenommen.

Übrigens: StartingUp ist vor Ort und berichtet!

Hier kannst du dich mit deinem Start-up bewerben