Pflege.de, alte Hasen im Seniorenmarkt

Gründer der Woche, KW 25


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Pflege.de, das Full-Service-Portal im Seniorenmarkt, ging vor 3 Jahren an den Start. Anfang 2014 hat AWD-Gründer und Investor Carsten Maschmeyer siebenstellig investiert. Zeit für ein erstes Fazit - und für ein Interview mit Co-Gründer Dr. Benedikt Zacher.

Die Gründer Dr. Benedikt Zacher und Lars Kilchert

Herr Dr. Zacher, Sie haben gemeinsam mit Ihrem Co-Geschäftsführer Lars Kilchert vor drei Jahren gestartet, wie hat sich pflege.de seitdem entwickelt?
Wir sind ebenso wie unsere Investoren mit der Entwicklung von pflege.de sehr zufrieden, was auch die kürzlich erfolgten Kapitalrunden belegen, in deren Rahmen sich sowohl Carsten Maschmeyer als auch die Schlütersche Verlagsgesellschaft an pflege.de beteiligt haben. Wir sind aber nicht nur stolz auf nur unser Wachstum in allen wichtigen KPIs, sondern vor allem auf die vielen positiven und menschlich erfüllenden Rückmeldungen von Familien, denen wir helfen konnten.

Bitte erläutern Sie uns kurz Ihr Geschäftsmodell.
Wir betreiben mehrere Serviceportale, darunter pflege.de und domizilsuche.de Pflege.de ist eine unabhängige Plattform, die umfassend rund um das Thema Wohnen und Leben im Alter berät und vermittelt. Das Online-Portal unterstützt Pflegebedürftige und deren Angehörige bei der Suche nach geeigneten Pflegeleistungen und -einrichtungen. Zudem betreiben wir eine kostenlose telefonische Pflegeberatung mit bei uns angestellten qualifizierten Pflegeberater/innen.
Unternehmen im Bereich der Pflege erhalten attraktive Möglichkeiten zur Vermarktung Ihrer Leistungen: Aus der Synthese von vielseitigen Darstellungsmöglichkeiten, professioneller und individueller Pflegeberatung und Online Marketing-Expertise können sich Anbieter langfristig optimal positionieren, neue Kunden gewinnen und Fachkräfte finden. Geld verdienen wir auf der Anbieterseite. Seit Kurzem haben wir unser Portfolio auch um die sogenannte curabox erweitert, in der wir Pflegehilfsmittel an Angehörige versenden. Dies ist für uns ein wichtiger Schritt in Richtung e-commerce, mit dem wir unsere Erlösquellen noch weiter diversifizieren, allerdings immer mit einem klaren Fokus auf Pflegeprodukte- und Dienstleistungen.

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt von Jahr zu Jahr. Anfang 2015 sollen die Leistungen für die Pflegebedürftigen ausgebaut werden, so will es die frisch beschlossene Pflegereform. Kommt jetzt Ihre Zeit?
Der Pflegemarkt wächst stetig und stabil. Dies spiegelt sich auch in unserer Entwicklung wider. Generell wird mit den geplanten Pflegereformen von 2015 und 2017 mehr Geld aus den Pflegekassen zur Verfügung gestellt. Diese zusätzlichen Mittel werden vor allem über Zuschüsse für Produkte und Dienstleistungen verteilt, die schon heute von pflege.de vermittelt werden. Insofern ergeben sich aus den geplanten Gesetzesänderungen wiederum positive Geschäftspotentiale für pflege.de. Allerdings glauben wir, dass die Zeit von pflege.de nicht erst mit diesen Reformen kommt, sondern wir auch bis jetzt schon einiges Positives erreichen konnten.

An sich sind Pflege und Betreuung von alten Menschen ein lokales Geschäft, außerdem ist die Altersgruppe mit Pflegebedarf wohl kaum Web-affin. Wie kann hier ein Internet-Dienstleister punkten?
An uns richten sich in der Regel die Angehörigen der Pflegebedürftigen, also eine internetaffine Zielgruppe. Die Anfragen sind in der Tat sehr regional, denn Pflege findet zuhause oder im nahegelegenen Pflegeheim statt. Da wir mittlerweile ein Netzwerk von mehreren Tausend meist regionalen Anbietern von Pflegeleistungen haben, die wir auf Wunsch vermitteln, kommt uns dieses Suchverhalten entgegen. Der Aufbau dieses Partnernetzwerks war äußerst ressourcenintensiv und bedeutet somit auch hohe Eintrittsbarrieren für potentielle Nachahmer.

Online oder offline – welche Marketingkanäle haben für Sie Priorität?
Wir bearbeiten mittlerweile etwa 10.000 qualifizierte Anfragen monatlich aus unterschiedlichen Quellen. Online-Marketing ist dabei zwar der wichtigste Kanal, allerdings davon nur etwa die Hälfte aus Search. Wir spielen auf der gesamten Klaviatur des online-Marketings. Aber auch offline-Marketingquellen sind zunehmend relevant für uns. Im Print-Bereich sind wir beispielsweise enger Kooperationspartner des FOCUS für Spezialhefte im Bereich der Pflege. Auch in vielen anderen Magazinen und Zeitschriften finden Sie unsere Ratgeber, Interviews und Advertorials zu speziellen Pflegethemen. Daneben betreiben wir Radio- und auch sporadisch TV-Werbung, immer mit einem starken Fokus auf direct response.