Gründer der Woche: McWellness – Wellness privat genießen

Gründer der Woche: 19/16


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Wellness für jedermann, aber in privater Atmosphäre – das ist das Konzept der McWellness GmbH aus Dortmund. Thomas Kanitz hat zusammen mit seinem Bruder und Vater Ende 2014 seine erste "DaySpa-Filiale" in Dortmund eröffnet. Über das etwas andere Wellness-Konzept sprechen wir mit McWellness-Chef Thomas Kanitz.

Thomas Kanitz, Cogründer und Geschäftsführer von MCWellness


Wellness in privater Atmosphäre statt in großen Wellness-Tempeln – das ist ein wesentliches Merkmal Ihres Konzepts. Woher stammt Ihre Idee?

Wir haben uns die Fragen gestellt, weshalb hochwertiges Wellness immer teuer sein muss. Warum es Wellness oft nur im Urlaub gibt und weshalb es nicht im Alltag verfügbar ist. Als wir uns dann den Wellness-Markt angesehen haben, mussten wir feststellen, dass alle drei Wellness-Teilmärkte – also Wellnesshotels, Thermen und Spaßbäder sowie Premium-Fitness-Studios – Verbesserungspotenziale haben. Das war unsere Marktlücke.

Gibt es hierzulande vergleichbare Konzepte? Wenn ja, was unterscheidet Sie von den anderen Anbietern?
McWellness ist der erste und bisher einzige Anbieter und Begründer dieses DaySpa-Segments. Ich habe lange nachdem wir eröffnet haben gehört, dass es ähnliche Konzepte beispielsweise in Südamerika gibt. Aber eigentlich liegt es auf der Hand: Einerseits machten Wellness schon die alten Römer und ist heute aufgrund von Demografie, Burnout und einem steigenden Gesundheitsbewusstsein gefragter denn je, andererseits streben die Menschen durch Globalisierung und eine steigende Leistungsgesellschaft nach Individualität und private Rückzugsorte (Stichwort Cocooning). Wir haben beide Trends in unser Geschäftsmodell miteinfließen lassen.


Ihre erste Filiale ist in Dortmund-Aplerbeck. Wie ist diese aufgebaut, wie groß ist sie und wie viel Personal ist dort im Einsatz?
Jede McWellness-Filiale verfügt über einen Foyerbereich und mehrere McWellness-Suiten. Am Standort Aplerbeck verfügen wir über sieben solcher Räume. In jeder Schicht sind zwei bis vier Servicekräfte im Einsatz, welche sich um das Wohl der Gäste kümmern.


Und was bieten Sie Ihren Wellness-Gästen?

Bei uns buchen unsere Gäste ihren eigenen Wellness-Bereich. Wir nennen das McWellness-Suite. Eine McWellness-Suite verfügt über einen Massage-Whirlpool, Finnische-, Bio-, und Infrarotsauna sowie einen Duschabkühlbereich, Relaxliegen, einen Smart-TV zum Fernsehen und Musikhören sowie einem Tablet zum Bestellen von Getränken, Snacks und Wellness-Zubehör. Während des Aufenthaltes ist man in der Wellness-Suite ganz alleine.

Mit welchen Kosten muss ich pro Wellness-Stunde mindestens rechnen und was kostet das „volle Wellness-Programm mit allem Drum und Dran“?

Eine Wellness-Stunde kostet pro Person 12 Euro. Dafür hat man aber auch seinen eigenen Bereich unter Beachtung  höchster Qualitätsstandards was Hygiene, Hochwertigkeit und Privatsphäre anbelangt. Unsere luxuriösen Arrangements enthalten neben dem reinen Wellness-Aufenthalt auch erfrischende Getränke und leichte Snacks sowie Wellness-Zubehör wie vitalisierende Peelingsalze, beruhigende Sauna-Aufgüsse und flauschig-weiche Wellness-Textilien wie Bademäntel, Saunatücher und Handtücher. Wer solche Rund-um-Sorglos-Pakete bucht, zahlt natürlich mehr.

Wer ist die Zielgruppe bzw. wer sind Ihre Kunden?
Natürlich haben wir bei der Anfertigung des Businessplans umfassende Zielgruppenanalysen erstellt. Die Realität zeigt jedoch, dass sich bei uns vom 16-jährigen Azubi bis zum 76-jährigen Rentner jeder wohlfühlt. Dasselbe gilt für den sozialen Hintergrund unserer Kunden. Vom Taxifahrer bis zum Topmanager haben wir alles vertreten. Der Grund weshalb sich alle wohl fühlen liegt in der Privatsphäre und Diskretion unserer großartigen Wellness-Suiten.

Buchen Ihre Kunden eher spontan oder sind es doch meist geplante Wellness-Auszeiten vom Alltag?
Unser Wunsch ist es, den spontanen Wellness-Kurzurlaub vom Alltag zu ermöglichen. Aufgrund der großen Nachfrage sieht die Realität jedoch etwas anders aus. Da kann es an Wochenenden schon mal zu Wartezeiten von sechs bis acht Wochen kommen. Deshalb wollen wir massiv wachsen und unsere Kapazitäten sukzessive ausbauen.

In Ihrer Hausordnung ist unter Punkt 9 zu lesen: „Zärtlichkeiten, die über einen Kuss hinausgehen, werden nicht geduldet.“ Hier soll bestimmt der möglichen Zweckentfremdung als "Stundenhotel" von vornherein Einhalt geboten werden. Wie ist das aber in der Realität kontrollierbar?
Selbstverständlich haben wir uns bezüglich dieser Herausforderung vollumfänglich Gedanken gemacht. Man muss dieses Thema aber differenziert betrachten: Da gibt es auf der einen Seite sicherlich die juristische Komponente, mit denen man seinen Servicekräften die Sicherheit gibt in erforderlichen Situation entsprechend der Hausordnung nach AGB etc. zu reagieren. Viel wichtiger sind uns aber die präventiven Maßnahmen: Das hochwertig anmutende Innendesign, der klare, transparente Markenauftritt, die strikte Reinheit und Hygiene. Zudem überprüfen wir sehr genau die Buchungsdaten und welche Kunden wiederkommen. Alles in allem haben wir ein sehr mächtiges Tool entwickelt, um solche Situation von vornherein auszuschließen.

Auf Ihrer Webseite ist zu lesen, dass Sie expandieren wollen. Was ist hier kurzfristig und was mittelfristig geplant?
In diesem Herbst werden wir endlich die zweite Filiale eröffnen. Diese wird deutlich größer sein und eine Menge Lerneffekte sind hier berücksichtigt worden. Mittelfristig wollen wir pro Jahr 5 bis 10 Filialen in allen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern eröffnen. Langfristig wollen wir uns als die Marke im europäischen DaySpa-Markt etablieren.

Last but not least: Was raten Sie anderen Gründern, die sich im Wellness-Bereich selbständig machen wollen?
Erstens: Der Kunde ist König, hat also immer Recht.
Zweitens: Hygiene muss immer der kritische Erfolgsfaktor sein. Es gibt leider zu viele schwarze Scharfe in dieser Branche, die es mit der Sauberkeit nicht so ernst nehmen.
Drittens: Nur mit Hilfe einer starken Marke und einer sauberen Corporate Identity kann man sich langfristig von anderen Marktteilnehmern differenzieren.

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Das Interview führte Hans Luthardt

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