Protonet - die Crowd-Weltmeister

Gründer der Woche, KW 24


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Wie entstand die Idee eines einfach bedienbaren Servers für den Freiberufler und Mittelständler?
Wir glauben fest daran, dass Technik den Menschen das Leben nicht nur einfacher machen sollte, es sollte uns Menschen unabhängig machen. Und während ich damals mit meinem Mitgründer an Cloud und sozialen Web-Diensten arbeitete, wurde uns klar, dass die Cloud und das soziale Netz ein enormes Potential haben,  dass diese zentralen Systeme aber natürlich auch ein massives Mißtrauenspotential bergen: wenn ich einen Ort habe, an dem die Daten von Millionen Usern liegen, dann muss ich mir eben nur zu diesem einen Ort Zugang verschaffen. Wenn wir uns unsere Datenhoheit zurückholen wollen, dann muss auch die Infrastruktur uns gehören, und eben diese Infrastruktur besteht aus Servern. Aber wer von uns kann denn schon seinen eigenen Server betreiben?  

Welche Pläne haben Sie mit den eingesammelten 1,5 Millionen Euro?
In erster Linie geht es um die Markteinführung der Maya und weiteren Ressourcen die wir für die Weiterentwicklung unserer Produkte verwenden können.

Wie wichtig ist PR-Arbeit für diesen Erfolg?
Sehr wichtig, der Philipp bei uns hatte schon Wochen vorher angefangen mit unseren bestehenden Pressekontakten zu sprechen und sie Stück für Stück von unserem Unterfangen zu überzeugen. Vielleicht wichtiger als die Presse sind aber die sozialen Netzwerke, in denen unsere Crowd für uns diese Idee weiter verbreitet hat. Im Zusammenspiel war das offensichtlich unschlagbar.

Protonet-Gründer Ali Jelveh

Beim Fußball ist es ja noch nicht soweit, aber beim Crowdfunding ist Deutschland ja jetzt Weltmeister. Wie fühlt man sich als frisch gebackener Weltrekordler?
Surreal! Und: den Weltrekord haben wir ja nicht alleine erreicht, das war eine Gemeinschaftsarbeit von uns und über 1000 einzelnen Crowdfundern. Auf jeden Fall ein unglaublicher Moment!

Sie hatten bei Ihrer ersten Crowdfunding-Kampagne im Jahr 2012 in nur 48 Minuten 200.000 Euro eingesammelt. Das war Europarekord. Hatten sie die Steigerung dieses Erfolgs erwartet?
Erwartet? Nein. Erhofft? Ja! Dass unser Crowdfunding ein solches Ausmaß annimmt haben wir uns aber nicht in unseren kühnsten Träumen vorstellen können. Ich stand mit zittrigen Händen und wackeligen Knien vor den Monitoren und wusste nicht wie es sich um mich geschieht. Ich war da nicht allein.

Welche Vorbereitungen haben Sie für die Crowdfunding-Kampagne getroffen?
Wir haben viel Zeit in die Vorbereitung gesteckt, viele die uns über die Jahre hinweg unterstützt haben waren sofort wieder dabei. Für uns war klar, dass der Kern unserer Crowdfunding Kommunikation auch der Kern unserer Vision sein muss, den Menschen die Möglichkeit zu geben sich ihre Datenhoheit zurückzuholen. Eine Wahl sozusagen, #CHOICE.

Das ist Weltrekord: Das Hamburger Startup Protonet schaffte es, in wenigen Stunden 1,5 Millionen Euro aus der Crowd einzusammeln. Mit diesem Kapital soll nun die Entwicklung "des einfachsten Servers der Welt" vorangetrieben werden. StartingUp sprach mit Gründer Ali Jelveh.

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