Gründer der Woche: Netpapa – ein Magazin für Väter und Männer, die es werden wollen

Gründer der Woche, KW 20


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Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr – Wilhelm Busch wusste es schon, und Mario Förster und Frank Dünnbier wissen es aus eigener Erfahrung. Um diese weiterzugeben, haben die beiden Männer das Online-Magazin Netpapa gegründet, das sich an praktizierende und an werdende Väter richtet. Wir haben uns mit Mario Förster über das Projekt unterhalten.

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Die beiden Netpapa-Gründer Mario Förster und Frank Dünnbier


Hallo Mario! Bitte sag uns zunächst: Wer gehört zu eurem Team, und wer hat welche Aufgaben?

Das Team von Netpapa besteht aus vier Vätern und einer fest verpflichteten Redaktion. Wir alle sind Internet-Enthusiasten der ersten Stunde und kommen aus verschiedenen Berufen im Online-Business – das ergänzt sich fabelhaft. Aber vor allem haben wir eine Gemeinsamkeit – wir sind wir alle Väter.
Frank Dünnbier, mein Mitinitiator, ist als Programmierer für alle technischen Aufgaben des Netpapa-Projektes verantwortlich, er kennt sich mit Pagespeed, Php-Code und Servertechnik aus, und er bringt sein Vaterwissen natürlich auch redaktionell ein.

Der Mann am Steuer, das bin ich, Mario Förster, 44 Jahre, verheiratet, zwei Jungs, die mein Leben auf den Kopf gestellt haben – bei mir laufen alle Fäden zusammen, das heißt, ich koordiniere sämtliche Maßnahmen die Netpapa betreffen. Als Redaktionsleiter und kreativer gestalterischer Kopf der Mannschaft bin ich neben vielen anderen Aufgaben auch für die strategische Ausrichtung und für viele interessante Themen verantwortlich.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Vätermagazin auf die Beine zu stellen?

Die Idee zu Netpapa entstand natürlich aus unserer eigenen Vaterschaft. Wie für viele andere Väter war auch für uns der Schritt zum "Vater werden" ein großer und bedeutender Beginn einer neuen Zeit, Interessen veränderten sich, und wir wollten uns neues Wissen aneignen.

Uns beschäftigte dabei eine Vielzahl von Fragen rund um den Nachwuchs, und schon bevor die Kinder auf der Welt waren fragten wir oft Google: "Ab wann muss man bei Wehen ins Krankenhaus", "was erwartet uns als Männer bei einem Kaiserschnitt" oder "welche Möglichkeiten der Geburt gibt es eigentlich".  "Welche Windeln sind die besten", "ab wann beginnt man, die Zähne zu putzen" oder "warum schreit mein Kind beim Nägelschneiden wie wahnsinnig".

Bei unserer Suche fanden wir dabei eine Menge Online-Magazine für Mütter mit einer riesigen Vielfalt an Themen, aber kein Magazin für Väter. Und obwohl wir inzwischen ein bis zwei nette Kollegen haben, die ebenfalls Väter-Themen in Form eines Magazins anbieten, sind wir dennoch in einer gewissen Vorreiterrolle.

Wollt Ihr die Väter zu den besseren Müttern machen?

Ich könnte ja jetzt sagen, wir Väter sind manchmal die besseren Mütter, aber das ist natürlich keineswegs so – auch wenn in der heutigen Zeit viel Faktoren eine neue Vaterrolle hervorgerufen haben, bestehende soziale Verhältnisse sich verschieben und die Geschlechterverhältnisse teilweise ins Wanken geraten sind.
Heutzutage – und das wissen wir aus vielen Gesprächen, Gruppen in sozialen Netzwerken und Leserbriefen – sind viele Väter in Ihrem Verhalten unsicher was das Vater-Sein betrifft.

Durch den Wandel der Geschlechterrollen im Vergleich zur Generation unserer Väter haben wir Männer heutzutage eine viel größere Bedeutung in der Vater-Beziehung zu unseren Kindern, als das noch bei unseren Vätern der Fall war.

Trotzdem und gerade deswegen sind wir der Meinung: Mütter sind Mütter und Väter sind Väter – und obwohl die Rollen sich ändern und Teile verschmelzen: Genau in diesen Rollen als Vater und als Mutter bilden wir die Einheit, die unsere Kinder brauchen. Um diesen neuen und sehr interessierten Vätern ein Medium mit Informationen zu bieten – haben wir Netpapa.de ins Leben gerufen.

Genau da möchten wir uns auch als Netpapa.de verstanden wissen – in einer starken neuen Vaterrolle innerhalb einer Familie, in der der Vater auf Augenhöhe mit dem Kind in eine Beziehung geht, die abseits von übertriebener Autorität oder sogar Gewalt, mit Vertrauen und Liebe unsere Kinder in Ihre Zukunft begleitet.

Seit wann seid ihr online?

Wir haben unser Projekt 2014 gestartet, haben uns dabei aber Zeit gelassen und brauchten auch einen gewissen Zeitraum um die heutige Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit zu erlangen.

Wie wird euer Magazin angenommen?

Wir haben inzwischen eine hohe Reichweite aufgebaut, und unsere Besucherzahlen steigen ständig. Die Zufriedenheit von Usern lässt sich ja heutzutage mit modernen Analyse- und Messverfahren anhand von Kennzahlen wie Absprungrate, Verweildauer oder Pageimpressionen auswerten – und ich kann sagen dass wir da inzwischen sehr zufrieden sind. Aber natürlich bekommen wir auch viel persönliches Feedback aus den sozialen Netzen oder durch E-Mails an die Redaktion. Spannend ist – obwohl unsere Leser natürlich hauptsächlich Männern sind –, dass es es immerhin 25 Prozent Frauen gibt, die sich auf Netpapa.de informieren, oder einfach schauen was Ihre Männer bewegen könnte.

Für die Zukunft haben wir für unsere Besucher noch einiges geplant – so wird sich Netpapa auch verstärkt in der Offline-Welt engagieren. Wir werden verstärkt an Veranstaltungen teilnehmen oder diese für Väter organisieren und planen gerade ein Beratungsangebot für Trennungsväter in Berlin, um damit bei Trennungsfragen auch echte Hilfe leisten zu können.

Aber auch online passiert noch einiges, so wird es in Kürze einen Bereich geben auf dem wir für Väter relevante Produkte testen. Wir verstärken den Gesundheitsbereich, in dem Sven, unser Medizinjournalist viele interessante Themen geplant hat.

Woher bekommt ihr eure Inhalte? Schreibt ihr selbst, bzw. wer sind eure Autoren?

Unsere Inhalte kommen direkt aus den Familien, von der Wickelfront und aus den Alltagserlebnissen mit unseren Kindern, aus Zuschriften, oder sie werden auf Redaktionssitzungen geboren. Die Umsetzung der Inhalte übernimmt unsere eigene Redaktion aus verschiedenen Autoren, Redakteuren und Journalisten – fast alle sind übrigens Väter –, die Autoren sind auch in anderen beruflichen Projekte eingebunden und garantieren uns eine starke redaktionelle Infrastruktur. Und obwohl Netpapa.de auf Evergreen-Content setzt, können somit auch aktuelle Themen schnell umgesetzt werden. Aber wir schreiben auch selbst, vor allem die Themen die uns besonders am Herzen liegen.

Gab es spezielle Hürden, die ihr auf dem Weg zum Launch des Magazins überwinden musstet?

Eigentlich nicht, außer vielleicht, dass wir alle erst Vater werden mussten, um uns dann zu finden und das Projekt zu starten. Technisch und redaktionell waren wir alle durch unseren Berufsweg erprobt, so dass uns die Zusammenarbeit relativ leicht fällt.

Welche Kanäle nutzt ihr, um Reichweite zu generieren?

Sichtbarkeit ist ja eine Grundvoraussetzung, um eine Online-Projekt erfolgreich zu machen, und dazu gehört auch die Nutzung aller Kommunikationsplattformen. Netpapa findet Ihr auf Facebook und Google+, man kann uns auf Twitter folgen und unsere Artikel natürlich blitzschnell nach Veröffentlichung in den Google News lesen. Eine eigene WhatsApp-Gruppe und die Beteiligung an verschiedenen Facebook Gruppen verbindet uns mit der Väter-Basis. Genauso wichtig wie die Online Kanäle, sind uns aber auch ein wachsendes Netzwerk zu Vereinen und Gruppen in verschiedenen Städten, wie z.B. dem Elternnetzwerk Dresden.

Dabei wird Netpapa sich in Zukunft auch verstärkt in der Offline-Welt angagieren und an Veranstaltungen teilnehmen oder diese organisieren. So ist für nächstes Jahr das erste Netpapa-Väter-Camp geplant.

Wie finanziert ihr euch?

Bisher finanzieren wir uns ausschließlich durch die Schaltung von Werbung und Sponsoring auf www.netpapa.de. Um viele gute Inhalte zu schaffen sind wir aber auch sehr daran interessiert weitere Partner zu finden die sich an Teilbereichen, sogenannten Themen-Clustern, beteiligen oder uns als Sponsor unterstützen. Da sind wir für alles offen – wichtig ist uns aber, dass unsere Inhalte nicht durch finanzielle Mittel, Sponsoring oder Werbeverträge beeinflussbar sind.

Mario, vielen Dank für das Gespräch!


Hier geht es zu Netpapa

Das Interview führte Fabian Otto

Vorschläge für diese Rubrik an redaktion@starting-up.de

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