Gründer der Woche: MINEKO – Transparenz für die Mietnebenkosten-Abrechnung

Gründer der Woche, KW 07


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Wer zur Miete wohnt, wird selbst ein Lied davon singen können: Die jährliche Nebenkostenabrechnung ist meist sehr komplex und schwer durchschaubar. Das Start-up MINEKO – der Name steht für "Mietnebenkosten" – sorgt nun für Transparenz im Dschungel der einzelnen Abrechnungsposten. Wir sprachen mit Geschäftsführer Constantin Winkelmann und MINEKO-Rechtsanwalt Steffen Groß.

MINEKO
Geschäftsführer Constantin Winkelmann (stehend) und Rechtsanwalt Steffen Groß


Hallo Herr Groß, Hallo Herr Winkelmann. Zunächst die Frage: Seit wann ist MINEKO am Markt?

(Constantin Winkelmann) Hallo Herr Otto, im Januar 2014 haben wir die MINEKO GmbH gegründet und unseren Mietnebenkosten-Check gelauncht. Wir freuen uns sehr, dass wir das erste Jahr erfolgreich hinter uns gebracht haben und denken, dass noch viel Potential im Thema Mietnebenkosten liegt.

Wie ist die Geschäftsidee entstanden, einen Service anzubieten, der Mietnebenkosten-Abrechnungen transparent macht?

(Winkelmann) Chris Möller, Inhaber der Möller Ventures GmbH, erhielt vor zwei Jahren eine Nebenkostenabrechnung, die ihm zu hoch erschien. Daraufhin konsultierte er einen Bekannten, der Jura studierte und ihm half, im Paragraphenwirrwarr durchzusehen. Durch seine eigene Erfahrung und Gespräche mit Freunden und Bekannten erkannte Möller den Bedarf an so einem Service, und so gründete er mit Daniel Schlör und mir MINEKO. Als Rechtsunterstützung holten wir uns Steffen Groß, Inhaber der Rechtsanwaltskanzlei Groß Rechtsanwälte, mit ins Boot.

Wer gehört aktuell zu Ihrem Team?

(Steffen Groß) Das aktuelle Team besteht aus Volljuristen und Support-Mitarbeitern.

Wie häufig sind Fehler in Nebenkostenabrechnungen, und welche Arten von Fehlern dominieren dabei?

(Winkelmann) Man glaubt es kaum, aber tatsächlich sind fast neun von zehn Abrechnungen falsch. Hierbei betragen die häufigsten Fehler: die Umlegung von nicht umlagefähigen Kosten, die Angabe von falschen Verteilerschlüsseln und Formfehler in der Abrechnung.

Was beinhaltet Ihr Service im Einzelnen, und welche Vorteile können Ihre Kunden aus dem Service von MINEKO ziehen?

(Groß) Der Kunde lädt seine Nebenkostenabrechnung auf unserer Webseite hoch. Daraufhin erhält er einen detaillierten Prüfbericht zum Ergebnis, ob zu viel oder zu wenig gezahlt wurde und Vorschläge zum weiteren Vorgehen. Die Prüfung ist klar verständlich aufgeschlüsselt, die einzelnen Posten logisch aufgestellt und genau erklärt. Weiterhin im Angebot enthalten ist ein personalisiertes Anschreiben, welches der Kunde seinem Vermieter vorlegen kann. Als Extra geben wir allgemeine Tipps und Tricks zu Mietnebenkosten.

(Winkelmann) Der Vorteil ist weiterhin, dass der Kunde kein Abo abschließen muss und keine Mitgliedschaft notwendig ist. Außerdem schaffen wir es, innerhalb von 24 Stunden einen Prüfbericht zu erstellen. Oft erschrickt der Mieter, wenn er die Nebenkostenabrechnung erhält, und möchte keine Zeit mit langem Warten verschwenden, aber trotzdem kompetent beraten werden. Und auch das persönliche Gefühl, Transparenz zu erhalten, beruhigt.

Im Falle einer fehlerhaften Abrechnung – wie geht es für den Mieter im Anschluss an Ihre Prüfung weiter?

(Winkelmann) Der Mieter kann sich  mit dem Prüfbericht und dem personalisierten Anschreiben an seinen Vermieter wenden. Das Anschreiben führt alle Fehler auf, die im Rahmen der Überprüfung aufgefallen sind und ermöglichte es dem Kunden, direkt mit seinem Vermieter in Kontakt zu treten, um zu viel gezahlte Nebenkosten zurück zu fordern. Die meisten Vermieter reagieren darauf dann direkt und es ist kein weiterer Schritt nötig. Für Rückfragen zum Bericht stehen unsere Mitarbeiter natürlich auch weiterhin zur Verfügung.

Ist es auch schon vorgekommen, dass Vermieter sich an Sie gewandt haben?

(Winkelmann) Natürlich sind auch viele Vermieter daran interessiert, ihren Mietern die größtmögliche Transparenz zu bieten oder sind sich unsicher, ob sie alles richtig angegeben haben. Momentan richtet sich MINEKO jedoch nur an Mieter, aber das kann sich in der Zukunft auch noch ändern.

Über welche Kanäle machen Sie auf Ihren Service aufmerksam?

(Winkelmann) Wir haben einen Blog, der regelmäßig gepflegt wird und Interessierte mit zahlreichen Ratgebern und Neuigkeiten rund um das Thema Nebenkosten versorgt. Man kann schon fast sagen, dass wir eine umfangreiche Nebenkostenenzyklopädie aufgebaut haben. Weiterhin sind wir natürlich auch auf Facebook vertreten, aber beschränken uns eher auf den Blog.

Und schließlich wie immer die Frage: Welche grundsätzlichen Tipps möchten Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben?

(Winkelmann) MINEKO funktioniert, weil ein echter Bedarf an einem Service zur Überprüfung der Nebenkosten besteht und wir somit ein stark mit Emotionen behaftetes Problem lösen und einen gesellschaftlichen Mehrwert bieten. Es handelt sich dabei auch nicht um ein Kurzzeitphänomen, welches bald wieder verschwindet – wie viele andere Trends. Zusätzlich haben wir durch den digitalen Charakter unseres Service eine schnellere und kostengünstigere Alternative zu den bestehen den Angeboten geschaffen. Das sind so die grundsätzlichen Punkte, die man beachten sollte.

Herr Groß, Herr Winkelmann – vielen Dank für das Interview!

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