LUUV – das Einhand-Kamera-Stativ für perfekte Action-Aufnahmen

Gründer der Woche, KW 28


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LUUV ist ein innovatives Einhand-Kamera-Stativ für Fun-Sportler, das wackelfreie Videos und Bilder per Smartphone oder Actioncam ermöglicht. In Kürze wird das Berliner Start-up ins Silicon Valley gehen – mehr dazu und zum bevorstehenden Marktstart von LUUV lesen Sie im Interview mit Co-Gründer Friedrich-Paul Spielhagen:

Luuv,Luuv GmbH, Einhand-Kamera-Stativ
Die innovativen Köpfe der Berliner LUUV Forward GmbH: Tim Kirchner, Tobias Gerhardt, Friedrich-Paul Spielhagen und Felix Kochbeck

Wie ist die Idee zu dem Kamera-Stativ entstanden?
Die Idee dazu kam Felix im Winterurlaub 2012 auf dem Snowboard. Seit Jahren ist er ein begeisterter Sportler, der seine Abenteuer auch gerne filmt. Aber dies konnte er mit vorhandener Technik nie wackelfrei und vor allem nicht so einfach tun. Ausgehend von diesem Problem fing er an, mit dem Wissen aus seinem Materials Engineers Studium und seinen handwerklichen Fähigkeiten nach einer Lösung zu suchen. Und nach der stetigen Weiterentwicklung zur inzwischen elften Prototypengenertion und einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo bereiten wir uns momentan auf den Marktstart vor.

Wann habt ihr euch dazu entschlossen, ein Start-up zu gründen?
Es war weniger eine bewusste Entscheidung, als ein schleichender Prozess. Wir kamen im Mai 2013 alle zusammen, arbeiteten neben unseren regulären Jobs am Projekt LUUV bis wir feststellen, dass es mehr ist, als nur ein Projekt. Nach erfolgreicher Teilnahme am Berlin Hardware Accelerator entschlossen wir uns zu gründen und uns voll und ganz LUUV zu widmen. Seit Anfang diesen Jahres sitzen wir alle gemeinsam im betahaus in Berlin.

Was waren die anfänglichen Herausforderungen und woher kam das Startkapital?
Wir standen am Anfang vor unzähligen Herausforderungen. Alles war für uns eine komplett neue Erfahrung, jeder Schritt war ungewohnt und fremd. Angefangen von der Gründung, der Positionierung als Startup, dem Strukturieren von Produktionsprozessen bis hin zum gemeinsamen Arbeiten. Aus Freunden wurden Freunde, die miteinander ein Unternehmen leiten. Ermöglicht haben uns dies der Einsatz von hart erspartem Geld und die unglaubliche Unterstützung unserer Familien.

Woher wisst ihr, was der Steadycam-Markt hergibt?
Soweit es uns möglich war, haben wir den Markt nach allen möglichen Bereichen analysiert. Besonders die rasante Entwicklung der Actioncam wie beispielsweise die GoPro führt zu einer zunehmenden Professionalisierung der Kameratechnik im Amateurbereich. Diese führen wir jetzt weiter, indem wir einer breiten Masse eine Art von Stativ zugänglich machen, dessen Bedienung früher Profis vorbehalten war.

LUUV ist mit einer Hand zu bedienen und sorgt für wackelfreie Videos und Bilder per Smartphone oder Actioncam

Was sind die Besonderheiten von LUUV? Was unterscheidet es von anderen Stativen?
LUUV zeichnet sich als erstes durch das Design aus. Anders als bei anderen Stativen setzten wir auf ein funktionales Design, was für eine spezielle Aerodynamik sorgt, und somit Sportlern das Filmen auch bei höheren Geschwindigkeiten ermöglicht. Des Weiteren ist LUUV das erste Plug & Play Schwebestativ – Gewichtssetup einlegen, passende Kamera aufschrauben und los geht’s. Ein weiteres spannendes Feature: der Up & Down Modus. Damit lässt sich LUUV während des Filmes um 180 Grad drehen und es lassen sich Bilder mehrere Millimeter über dem Boden einfangen. Dies ist besonders für Skater interessant, um Geschwindigkeit filmisch dazustellen, aber auch allgemein lassen sich somit neue Perspektiven entdecken.

Wen sprecht ihr als Kunden an? Und welcher Kanäle bedient ihr euch dazu?
Unsere Kernzielgruppe sind begeistere Action- und Funsportler, die sich bei ihren Abenteuern mit Actioncams filmen oder filmen lassen. Doch das Material ist meist verwackelt und der ganze Aufwand war vergebene Mühe. Und da kommt LUUV ins Spiel und ermöglicht auf schnelle und einfache Weise wackelfreie Videos. Wir stammen selbst aus der Zielgruppe und nutzen daher die gängigen Kanäle wie Facebook, Twitter, Tumblr und Instagram, wo wir verschiedene Einblicke in unsere Arbeit als Startup, aber auch das Filmen an sich geben. Weiter gefasst sprechen wir auch professionelle Filmer an und jeden, der Wert auf hochqualitative Videos legt.

Ihr setzt auf 3D-Druck bei der Fertigung – was bietet euch diese Innovation?
Die 3D-Drucktechnik erleichtert die Entwicklung von LUUV erheblich. Denn im Gegensatz zu Alternativverfahren wie zum Beispiel Spritzguss, können wir auch geringere Mengen an Stativen produzieren und diese jederzeit anpassen und verbessern. Anstelle teurer Investitionen in Werkzeuge und Formen benötigen wir nur eine CAD-Datei und einen Drucker.

Wie viele andere Start-ups nutzt ihr Crowdfunding, weshalb?
Crowdfunding hat viele Vorteile. Es ermöglichte uns die erste Finanzierungswelle und gleichzeitig in direkten Kontakt mit unseren Zielgruppen zu treten, um Feedback einzuholen. Zudem war es für uns wichtig, die Marktchancen zu beurteilen und zukünftige Gespräche mit potenziellen Geldgebern zu erleichtern.

Geschätztes Lieferdatum von LUUV ist September 2014 – was habt ihr bis dahin noch alles zu stemmen?
Momentan stehen die Fertigstellung und die anschließende Produktion von LUUV im Mittelpunkt. Wir befinden uns in Gesprächen mit einer Vielzahl an Produzenten, um die bestmöglichste Lösung für uns und unsere Kunden zu finden. Als Ausgangpunkt der Marke LUUV dient unsere Website, die bis zum Markstart entsteht und neben allgemeinen Informationen zum Produkt auch Platz für spannenden Content und eine Community bieten soll.

Immer öfter ist vom "Hardware-Hype" in Deutschland die Rede, der den App-Entwicklern und den Online-Handelsplattformen etwas Reales entgegensetzt. Wie seht ihr diese Entwicklung?
In der Tat ist eine deutliche Zunahme an Gründungen von Hardware-Unternehmen in Deutschland zu erkennen. Besonders in Berlin spürt man diese Entwicklung, beispielsweise im betahaus, wo u.a. mit dem Hardware.co Accelerator die perfekte Austauschplattform geschaffen wird. Das ist auch nötig, da die Infrastruktur für Hardware-Startups noch nicht so ausgebaut ist, wie für ein Startup aus dem Softwarebereich. Das betrifft viele Bereiche wie beispielsweise das Finden eines passenden Investors.

In den USA gibt's bereits einen Trend zu Hardware-Start-ups. Umso spannender ist die Nachricht, dass ihr in Kürze mit dem German Accelerator ins Silicon Valley geht. Wie kam es dazu und was erhofft ihr euch davon?
Wir haben uns einfach beworben, mehrfach gepitched und wurden schlussendlich für dieses Programm ausgewählt. Es ist eine große Chance für ein junges Berliner Hardware-Startup in die USA zu fahren, in die Startup-Hochburg Silicon Valley schlechthin. Wir sind gespannt, diese kreative und offene Geisteshaltung, von der alle reden selbst zu erleben und davon so gut wie möglich zu profitieren. Natürlich hoffen wir, direkt mit unsere Zielgruppe vor Ort, mit dort ansässigen Vertrieblern und Entwicklern zusammen zu kommen und auf einen regen Meinungsaustausch.

Letzte Frage: Was ratet ihr anderen Gründern?
Einfach mal machen!

Das Interview führte Hans Luthardt

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