Gründer-der-Woche: flitz - buch dir einen Studenten!

Gründer der Woche 19/17


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Mit flitz-student.de versucht ein junges Start-up aus Bayreuth, den Markt für studentische Job-Vermittlung und Dienstleistungen anzugreifen. Wie das gelingen soll, erklärt uns Mitgründer Nicolas Sievers im Interview:

Flitz-student.de Co-Gründer Nicolas Sievers

Die Idee einer studentischen Jobvermittlung ist ja an sich nicht wirklich neu. Was funktioniert daran bislang aus deiner Sicht nicht so richtig?

Aus unserer Sicht machen viele Vermittlungen einen Fehler, indem sie in den aktiv in den Vermittlungsprozess eingreifen. Dadurch entstehen hohe Personalkosten und letztendlich hohe Provisionen.

Und was setzt ihr dem mit eurem Angebot konkret entgegen bzw. was unterscheidet euch davon?

Unser Ansatz läuft voll automatisiert über die Plattform flitz-student.de sowie unsere App. Wir greifen dabei nicht in den Vermittlungsprozess ein und grenzen uns dadurch durch eine überschaubare Provision ab. Gleichzeitig sprechen wir, im Gegensatz zu unseren Wettbewerbern, nicht nur Privat- oder Geschäftskunden an, sondern beide Zielgruppen simultan. Damit bündeln wir potenzielle Jobangebote für Studenten auf einer Plattform. Wir sehen großes Potenzial bei privater Nachfrage: insbesondere bei Themen wie Nachhilfe, Umzügen, Festen oder Gartenarbeit.

Wann seid ihr auf die Idee gekommen und wie lange hat es dann bis zum Go Live der Plattform gedauert?

Die Idee hatten wir Anfang 2016. Wir hatten festgestellt, dass wir als Studenten, immer, wenn wir bei unseren Eltern zu Gast waren, uns erstmal um sämtliche IT-Probleme im Haus kümmern durften: WLAN und den Drucker einrichten, den Fernseher mit dem Internet verbinden, solche Sachen. Da kam die Frage auf: wer macht das eigentlich, wenn wir nicht da sind? Mit der Programmierung haben wir dann Mitte des Jahres begonnen und seit 7. November sind wir mit flitz live, beschränken uns aber geografisch bisher auf Bayreuth.

Wer gehört noch zum flitz-Team und wie sind die Aufgaben verteilt?

Wir sind ein kleines und junges Team, das durch erfahrene Unternehmer aus dem Gesellschafterkreis unterstützt wird. Diese stehen uns mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem arbeiten wir mit Werkstudenten und Praktikanten.

Wie genau funktioniert nun die Jobvermittlung?

Der Auftraggeber gibt einen Job ein, komplett mit Honorar, Zeitpunkt, Beschreibung, Bild und Anforderungen. Er legt also die Parameter des Auftrags selbst fest. Registrierte Studenten erhalten nach der Veröffentlichung eine Push-Nachricht über unsere App, dass es einen neuen Auftrag gibt. Hat man Interesse, bewirbt man sich mit seinem Profil direkt beim Auftraggeber. Soweit zur Vermittlung. Bei der anschließenden Buchung entrichtet der Auftraggeber eine kleine Provision an flitz. Danach wird der Auftrag vor Ort ausgeführt. Der Student erhält sein Geld in bar und bestätigt das auf unserer Plattform, das löst die automatische Rechnung an den Auftraggeber aus. Fertig!

Womit verdient ihr an flitz-student Geld? Mit Vermittlungsgebühren? Wenn ja, wie hoch sind diese?

Die Provision, die der Auftraggeber bezahlt, beträgt zwischen 1,99 und 4,99 Euro, abhängig vom Auftragswert. Darin ist bereits die Haftpflichtversicherung des Studenten enthalten, falls während dem Auftrag etwas zu Bruch gehen sollte. Für Studenten ist unsere Plattform komplett kostenfrei.

Seit November 2016 befindet sich flitz-student in einem auf Bayreuth begrenzten Testmarkt, dort sind nach euren Angaben ca. 600 Studenten und 300 Auftraggeber registriert. Welche Erfahrungen habt ihr bislang gesammelt? Welche Jobs werden am meisten nachgefragt?

Mittlerweile sind es sogar 800 Studenten bei fast 400 Auftraggebern. Die Aktivierung der Auftraggeber gestaltet sich schwieriger als die der Studenten. Wir haben im Laufe der Zeit gelernt, welche Marketingkanäle funktionieren um beide Zielgruppen zu erreichen.
Das bisherige Job-Spektrum ist sehr breit, Nachhilfe und Umzüge sind die Klassiker, dazu kommen Know-how-intensive Dienstleistungen in den Bereichen IT, Sales, Organisation, etc. Wir sehen großes Potenzial bei privater Nachfrage: insbesondere bei Themen wie Nachhilfe, Umzügen, Festen oder Gartenarbeit. Grundsätzlich freuen wir uns aber immer, wenn Studenten ihr Know-how aus dem Studium anwenden können.

Wie soll die unternehmerische Reise von flitz-student weitergehen - was sind die Pläne?

Im nächsten Schritt soll es von der Kleinstadt in die Großstadt gehen. Anhand von Netzwerkeffekten und den Erfahrungen, die wir in Bayreuth gesammelt haben, sollte unser Modell dort noch besser funktionieren. Bevor wir expandieren, muss jedoch zunächst die Finanzierung gesichert sein.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

Mit anderen Gründern sprechen, aus deren Fehlern mitlernen und so eigene vermeiden. Zusätzlich regelmäßig zurückschauen und evaluieren ob die Strategie noch dem Kerngedanken der Geschäftsidee entspricht. Und ansonsten heißt es einfach dranbleiben!

Hier geht’s zu flitz-student.de


Das Interview führte Hans Luthardt

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