Gründer der Woche: Fabrik für Jedermann - der Markt ruft!

Gründer der Woche 35/19


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Du hast eine geniale Produktidee, aber ansonsten noch wenig Ahnung, wie und wo das Produkt zu günstigen Preisen produziert werden soll oder wie die Logistik geregelt werden soll? Hier setzt das Team der Procfit GmbH mit ihrer „Fabrik für Jedermann“ an. Mehr dazu im Interview mit CEO und Founder Margot Königshofer:

CEO und Founder Margot Königshofer

Wie bist du auf die Idee zur "Fabrik für Jedermann" gekommen?

Ursprünglich komme ich aus dem Einkauf und habe als Einkaufsberaterin Mittelständlern oder Konzernen dabei geholfen, ihren Einkauf sowie ihre Lieferketten zu optimieren. Durch die aktuelle Gründer-Welle bin ich auf Messen und Konferenzen schnell ins Gespräch mit verschiedenen Start-ups gekommen. Diese berichteten, wie aufwendig es für sie ist, die passenden Lieferanten zu finden. Oft sitzen diese am anderen Ende der Welt oder sind schlicht zu teuer. Dann hat mich die Innovationsfreudigkeit sowie die Leidenschaft der Gründer mitgerissen und ich habe mit der „Fabrik für Jedermann“ ein eigenes Start-up gegründet.

Wer gehört noch zu deinem Expertenteam?

Das ist flexibel. Ich arbeite mit rund 200 Einkaufsexperten zusammen, die ich je nach Bedarf der Start-ups buche. Hinzu kommen noch meine Mitgründer Marc Kloepfel und Thomas Wandler. Marc hat in den letzten zehn Jahre die Einkaufsberatung Kloepfel Group mit gut 700 Projekten aufgebaut, die im deutschen Mittelstand einen sehr guten Ruf genießt. Marc ermöglicht mir zudem den Zugriff auf tausende Lieferanten und deren Produktionsstätten. Thomas wiederum ist Senior Partner bei Kloepfel und in Österreich sehr gut vernetzt.

Wen mit welchen Produktideen bzw. welcher Art von Erfindungen sprecht ihr an?

Jedermann, der seine Produktideen für die Massen produzieren will. Also alle Tüftler, Erfinder, Ingenieure und Gründer, die weltweit Lieferanten zur Produktion und Logistik ihrer Idee zu günstigen Konditionen suchen. Unabhängig davon, ob es um neuartige Gadgets, Lebensmittel, Mode oder technisch komplexere Erfindungen geht.
 
Und was genau passiert, wenn ich eine Projektanfrage an euch richte?

Zunächst bucht man einen kostenlosen und unverbindlichen Welcome-Call auf unserer Webseite. Hier erzählen uns die Menschen von ihrer Idee und geben uns alle wichtigen Infos zu ihrem Produkt. Dann analysieren wir die Vorgaben und prüfen innerhalb von zwei Wochen, ob es geeignete Fabriken/Hersteller gibt. Im letzten Schritt bekommt man von uns ein Angebot für die Lieferkette. Hersteller werden vorgeschlagen, inklusive Produktionskosten und Lieferzeiten. Dies dauert etwa acht Wochen.

Im Paul Potato Kartoffelturm kann man in allen Etagen zeitgleich auch mehrere Kartoffelsorten anpflanzen. Foto: gustagarden.com

Kannst du uns Beispiele von Erfindungen bzw. Produkten nennen, die mit eurer Hilfe durchgestartet sind?

Bei einem Projekt ging es um den Paul Potato Kartoffelturm, der es Verbrauchern ermöglicht, Kartoffeln platzschonend auf engem Raum wie Balkons anpflanzen zu können. Dann haben wir die Lieferkette für bravaria, BHs für ungleich große Brüste, aufgebaut etc.

bravaria bietet BHs speziell für Frauen mit einer Brustasymmetrie. Foto: bravaria GmbH

Wie monetarisiert ihr euch? Beteiligt ihr euch auch mit Risiko-Kapital an den Projekten?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise kann allein schon die Erstellung des Angebots für unsere Kunden kostenlos sein, da wir dann aus öffentlichen Fördertöpfen bezahlt werden. Wenn dem Unternehmen später zur Produktion seines Produktes das Geld fehlt, gibt es die Möglichkeit, dass wir uns an dem Startup beteiligen. Dies hängt ganz vom jeweiligen Business Case ab.

Last but not least: Was rätst du anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

Verliert nie euer Feuer!

Hier geht's zur Fabrik für Jedermann

Das Interview führte Hans Luthardt

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