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Das junge Unternehmen Evergreen Ideas ist Ende 2016 mit seinem immerwährenden Nachhaltigkeitskalender an den Start gegangen. Nachdem die erste Auflage komplett vergriffen ist, planen die drei Gründer nun eine zweite, erheblich größere Auflage. Wir sprachen mit Julia Hupel über ihr Projekt.

Nachhaltigkeitskalender


Hallo Julia! Bitte erzähle uns kurz, wer hinter Evergreen Ideas bzw. dem immerwährenden Nachhaltigkeitskalender steckt – wer seid ihr, wie habt ihr zueinander gefunden, und wer ist im Team wofür zuständig?

Hallo! Hinter Evergreen Ideas stehen Katja, Raphael und ich. Raphael und ich wohnen zusammen in Andalusien und sind von hier aus als Freelancer im Bereich Usability-Testing und Online-Marketing tätig. Außerdem betreiben wir einen Foodblog, auf dem wir uns auch mit nachhaltigen Themen beschäftigen. Katja und ich haben uns vor ein paar Jahren bei der Arbeit kennengelernt und sind Freunde geworden. Raphael und ich sind bei uns für Inhalte, Presse, Marketing und Organisation verantwortlich, und Katja ist unsere Designerin.


Wann und wie ist die Idee zu eurem Kalender entstanden? Und wie wurde daraus eine Geschäftsidee?

Die Idee zu unserem Nachhaltigkeitskalender kam mir bereits während meines Studiums an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde vor vier oder fünf Jahren. Ich habe mich gefragt, warum es vielen Menschen so schwerfällt, Nachhaltigkeit in ihren Alltag zu integrieren. Und so entstand die Idee des Kalenders. Ein paar Jahre später erzählte ich Raphael davon und er war sofort begeistert und meinte: Das machen wir jetzt! Ein paar Tage später kam Katja an Bord und wir begannen mit der Planung.


Welche Philosophie steckt hinter eurem Produkt, warum ist euch Nachhaltigkeit so wichtig?

Der Kalender unterstützt seinen Besitzer auf einfache Weise, Nachhaltigkeit in den Alltag zu integrieren. Nicht jeder Tipp wird für jeden (sofort) umsetzbar sein, und genau darin besteht die Philosophie: Nutze unseren Kalender regelmäßig über mehrere Jahre und dein Leben wird von ganz alleine nachhaltiger werden.

Dass Nachhaltigkeit langfristig für das Leben auf unserem Planeten unabdingbar ist, dürfte mittlerweile überall angekommen sein. Sicher gibt es auch heute noch Stimmen, die das Gegenteil behaupten – man werfe nur ein Auge auf die Regierung auf der anderen Seite des großen Sees – aber glücklicherweise macht man sich mit solchen Aussagen mittlerweile eher unglaubwürdig als alles andere. Wer sieht, wie sich die Naturkatastrophen häufen, die Fischbestände dezimieren, die Wälder verschwinden und der Boden vergeht, dem wird bald klar, dass wir besser mit unserem Planeten umgehen müssen, wenn wir weiterhin Zeit auf ihm verbringen möchten. Die Antwort darauf heißt: Nachhaltigkeit.


Was macht den immerwährenden Nachhaltigkeitskalender aus, woraus besteht er?

Der Kalender besteht aus 366 Tipps, wovon jeder einzelne auf eine Karte gedruckt ist. Diese stehen in einer Holzkiste, die nachhaltig in einer Behindertenwerkstatt produziert wird. Die Tipps selbst decken viele verschiedene Kategorien ab: Haushalt, Ernährung, Finanzen, Wissen, Leseempfehlungen, Entspannung und einige weitere – denn auch Achtsamkeit gegenüber sich selbst gehört zu einer nachhaltigen Lebensweise dazu. Auf jeder Karte kann man ankreuzen, wenn man den Tipp umsetzen möchte. Auf der Vorderseite ist Platz für Geburtstage, und auf der Rückseite kann man sich Notizen machen. Zum Beispiel kann man dort die Höchsttemperatur des Sommers oder die Tiefsttemperatur des Winters eintragen und so in den folgenden Jahren feststellen, ob sich daran was geändert hat. Oder wie oft sich Weihnachten von den Temperaturen her eher nach Ostern angefühlt hat.

Evergreen Ideas


Woher stammen all die Tipps und Kochrezepte, die auf den Karten zu finden sind?

Die Tipps haben Raphael und ich über mehrere Monate selbst zusammengetragen. Wir haben viel recherchiert, Bücher gelesen, unsere Familie und Freunde ausgefragt und uns selbst beobachtet, was wir bereits alles tun, um nachhaltig zu leben. Vieles konnte ich natürlich auch aus meinem Studium (Öko-Agrarmanagement) ziehen. Die Rezepte haben wir selbst entwickelt, einige davon finden sich auch auf unserem Foodblog "Der Veg ist das Ziel".


Ich könnte mir vorstellen, dass einem immer wieder neue Ideen für einzelne Karten kommen – deshalb die Frage: Wird der Kalender der zweiten Auflage der gleiche sein wie der bisherige, oder gibt es Änderungen?

Es wird Änderungen geben, da hast du Recht! Wir haben uns das Feedback unserer Kunden eingeholt und selbst ein paar neue Ideen geschaffen. Allerdings tauschen wir nicht viele Karten aus. Insgesamt vielleicht 5-10. Es gibt sogar die Möglichkeit für andere, einen Tipp in unserem Kalender zu veröffentlichen. Schon gesehen? Das kann man in unseren Dankeschöns erwerben und es richtet sich vor allem an Unternehmen und Blogger, die selbst nachhaltig agieren und deren Produkte den Alltag wirklich merklich nachhaltig verbessern. Denn wir wollen ja zu keinem Werbeort werden, dennoch möchten wir tolle Ideen gern weitertragen.

Vor allem ändert sich das Äußere des Kalenders: Er wird kleiner und damit handlicher. Die Karten werden das Format 9x13 cm haben. Auf den Rezeptkarten und den Saisonkalenderkarten ist nun auch Platz für Geburtstage!


Noch bis zum 15. August läuft eure Finanzierungskampagne für die zweite Auflage des Kalenders auf Startnext – wofür wollt ihr das eingesammelte Geld verwenden?

Wir möchten damit mindestens 500 neue Kalender produzieren, je mehr Geld wir zusammenbekommen, desto mehr Kalender können wir produzieren. Natürlich benötigen wir auch etwas Kapital um unsere Unternehmensgründung zu finanzieren. Wir eröffnen momentan z.B. ein Konto bei der GLS Bank, welches mit höheren monatlichen Kosten verbunden ist als andere. Dennoch ist es uns wichtig, eine gute Bank zu unterstützen und selbst ein nachhaltiges Unternehmen zu Betreiben.


Gibt es abgesehen von der zweiten Auflage des Kalenders weitere Pläne?

Ja! Wir haben schon ein ganz tolles Spiel entworfen. Genauer gesagt ein nachhaltiges Gedächtnisspiel. Dieses kommt hoffentlich gleich nach der zweiten Auflage des Kalenders und noch rechtzeitig vor Weihnachten auf den Markt. Sollte das Crowdfunding sehr erfolgreich verlaufen, möchten wir auch – zumindest zu einem Teil – das Gedächtnisspiel damit finanzieren.


Und wie immer auch an dich zum Schluss die Frage: Hast du ein oder zwei grundsätzliche Tipps, die du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?

Aber klaro: Bleibt dran an eurer Idee und habt Vertrauen! Vertrauen in euch selbst, eure Mitgründer, eure Idee und in eure Kunden und Kundinnen. Seid dankbar für jeden noch so kleinen Erfolg und macht etwas Authentisches, das wirklich zu euch passt und euch auch Spaß macht.


Julia, ich danke dir für das Interview!


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Das Interview führte Fabian Otto

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