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Linkrisikoanalysen: Mögliche Vorgehensweisen

Um direkt mit der richtigen Erwartungshaltung einzusteigen: Linkrisikoanalysen sind aufwändig, benötigen demnach eine Menge Zeit, extrem viele Daten und einiges an Erfahrung im Umgang mit Links im Allgemeinen. Eine voll automatisierte, 100% akkurate Lösung zur Linkrisikoanalyse existiert nicht! Selbstverständlich gibt es Tools, die die Arbeit signifikant vereinfachten können, aber es geht nicht ohne gesunden Menschenverstand und – schlussendlich – manuelles Überprüfen! Im Folgenden wird das Vorgehen exemplarisch mit dem aktuellen de-facto Standardtool, den LinkResearchTools.com (kurz LRT), skizziert. Die LRT enthalten, speziell zur Bewertung von potenziellen Linkrisiken, das so genannte Tool Link Detox, welches eine Regelwerk-basierte Betrachtung und Bewertung für jeden einzelnen Link des jeweiligen Linkprofiles vornimmt. Diese einzelnen Werte ergeben schlussendlich, vereinfacht formuliert, eine Gesamtbewertung und weiterhin erfolgt die Klassifizierung in entsprechende Risikokategorien. Wie bereits zu Beginn erwähnt, ist jedes Tool nur so gut, wie die vorhandene Datenbasis. Aus diesem Grunde sollten mindestens die Links aus den Google Webmaster Tools exportiert und als CSV Datei dem Link Detox Modul zur Verfügung gestellt werden, da diese Daten kostenlos zur Verfügung stehen. Grundsätzlich gilt aber ganz klar, desto mehr Daten, desto genauer die Betrachtung bzw. Bewertung des Profils. Sofern möglich und verfügbar, sollten Sie darüber hinaus folgende (größtenteils kostenpflichtigen) Datenquellen ebenfalls in Betracht ziehen:

  • Majestic.com (via API oder die Export-Option "Advanced Report")
  • ahrefs.com (ebenfalls via API oder die Export-Option "Raw Data Export")
  • Searchmetrics Suite – Backlink Research (100.000 via Export; ansonsten per API)
  • Sistrix Toolbox – Linkmodul (via API)

Und selbstverständlich sind etwaige Listen aus vergangenen Linkaufbau-Aktivitäten "pures Gold" – analysieren Sie diese unbedingt zu aller erst! Nicht selten lassen sich hier bereits erste (hausgemachte) Probleme feststellen.

Weitere Gründe, die für den Einsatz der LRT sprechen, sind die automatische De-Duplizierung der Linkdaten (denn nicht selten gibt es teilweise Überschneidungen der Tool- bzw. Datenanbieter) sowie die darauf folgende Live-Validierung. Es wird, vor dem Erstellen des Reports, für jeden Link überprüft, ob dieser tatsächlich auch noch vorhanden ist. Sie können dann bei Ihrer Arbeit getrost alle toten Links herausfiltern und den Arbeitsaufwand so signifikant minimieren. 

LRTs Link Detox in der Praxis

Das Verwenden des Link Detox Tools ist denkbar einfach: Sie definieren die zu analysierende Domain (und wählen unbedingt die Analysefunktion "mit und ohne www", denn häufig werden ansonsten Links übersehen) und wählen das Themenumfeld der Domaininhalte aus. Weiterhin sollten Sie angeben, ob die Domain manuelle Maßnahmen aufweist und, sofern bereits verwendet, das aktuelle Disavow-File hochladen (beides ist selbstverständlich nur dann möglich, wenn Sie eine eigene Domain analysieren; für fremde Domains können Sie diese beiden Punkte einfach ignorieren). Zu guter Letzt ergänzen Sie den Report um die eingangs genannten, externen Linkdaten (sofern vorhanden) und starten dann einen DTOX Report im "klassischen Modus". Danach dauert es, je nach Menge der zu analysierenden Links (und Systemauslastung) von mehreren Minuten bis hin zu einigen Stunden, bevor der fertige Report entsprechend zur Verfügung steht.

In der Praxis hat es sich bewährt, entweder mit der hier gezeigten Risikoverteilung zu arbeiten und mit den "kritischsten" Links zu beginnen (Sie sollten in jedem Fall die Links der Kategorie "Hoch" überprüfen)  oder alternativ in den Tab "Regel Verteilung" wechseln, um dort die für Sie relevanten Regeln zu identifizieren und diese entsprechend abzuarbeiten. Selbstverständlich lassen sich diese Vorgehensweisen auch entsprechend kombinieren oder um einen Filter ergänzen, der diese Regeln nur auf kommerzielle Anchortexte anwendet.

Egal für welche Vorkategorisierung Sie sich auch entscheiden mögen, es folgt der wohl am wenigsten spannende Teil der Analysearbeiten: Das manuelle Review der einzelnen Links. Im Klartext bedeutet das nichts anderes, als dass Sie, je nach Umfang des Linkprofils, die kommenden Stunden (oder Tage bzw. Wochen) damit verbringen werden, viele schöne und weniger schöne Webseiten zu besuchen, um Linkintegrationen anzuschauen und zu bewerten. Achten Sie in dem Zusammenhang übrigens auch unbedingt darauf, einen aktuellen Virenscanner auf Ihrem System installiert zu haben.

Selbstverständlich könnten Sie sich jetzt die gefilterten Daten aus dem Link Detox Report als Excel Spreadsheet exportieren und von dort jeden Link öffnen und entsprechend mit Kommentaren versehen, es geht aber auch deutlich effizienter: Mit dem Link Detox Screener, die Funktionsweise ist hier detailliert erklärt.  

Ich hab "schlechte" Links – was nun?

Grundsätzlich stehen beim Linkmanagement drei mögliche Vorgehensweisen zur Verfügung:

1. Gezielter Abbau von (möglicherweise) schlechten Linkquellen

2. Verwenden des Disavow Tools für einzelne Links oder ganze Domains

3. Warten und hoffen, dass Google zukünftig in der Lage ist, schlechte Links 100%ig zu erkennen (sowie automatisch zu entwerten). Und natürlich darauf zu vertrauen, dass diese Links bis dahin keinen Schaden anrichten.

Die Praxis zeigt, dass die dritte Variante – zum aktuellen Zeitpunkt – nicht funktioniert. Das Auswerten von mehreren hundert Beispiellinks, die Google für verschiedenste Domains zur Verfügung gestellt hat, zeigt ganz klar, dass ein signifikanter Anteil manueller Maßnahmen für Linkaufbau-Aktivitäten aus den Jahren 2009 bis 2011 verhängt wurde. Das erscheint insofern auch wenig überraschend, als dass in den vorgenannten Jahren der Linkaufbau über Artikelverzeichnisse, Foren, Web-Directories und andere, kaum relevante Linkquellen, den Markt extrem dominiert hat.

Geht man allerdings davon aus, dass Google die Betrachtung der einzelnen Signale weiter verbessern und verschärfen wird, scheint es durchaus angebracht, sich zeitnah von etwaigen Altlasten zu befreien, auch wenn sich zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Performance-Einbußen (im Sinne von Traffic und / oder Rankings) feststellen lassen. Das größte Problem beim Linkabbau / Disavow ist, dass Google keine klaren Informationen darüber preisgibt, welche Links tatsächlich schlecht oder gar schädlich sind – dies hat häufig zur Folge, dass deutlich mehr Links entwertet werden, als eigentlich notwendig. Dies führt nicht selten zu unnötigen Performanceeinbußen der betroffenen Domains.

Grundsätzlich ist Linkabbau der Verwendung des Disavow-Tools vorzuziehen – zumindest dann, wenn es eine echte Chance auf Entfernung der jeweiligen Linkquelle gibt. Das Web befindet sich in konstanter Veränderung. Glaubt man Googles Zahlen, so verändern sich bis zu 15% des gesamten Internets (bzw. URL-Bestandes) täglich. In diesem Zusammenhang erscheint es vollkommen normal, dass einige URLs entsprechend nicht mehr verfügbar sind und mit einem HTTP 404 oder 410 Statuscode antworten. Somit gilt im Linkabbau: Im besten Fall – und zur Vermeidung potenzieller Muster – gehen minderwertige Linkquellen offline und liefern einen der vorgenannten Statuscodes aus. Google entfernt die betroffene Linkquelle nach mehrmaligem Aufrufen ebenfalls. Nicht immer ist es allerdings möglich, Linkquellen offline nehmen zu lassen – bei Scraper oder anderen, nahezu "verwahrlosten" Sites ist die Chance auf eine Antwort und entsprechende Entfernung gering bis nicht vorhanden – hier kann das Disavow Tool helfen. Eine detaillierte Anleitung zur Verwendung des Tools inkl. Checklist zu einem Reconsideration Request gibt’s hier im Peak Ace Blog.

Eine kleine Warnung zum Schluss

Das Thema Link Audits ist keineswegs trivial und Googles Kommunikation mit Seitenbetreibern, wenn überhaupt vorhanden, nur selten wirklich hilfreich. Bevor Sie vermeintlich schlechte Links abbauen oder gar mittels des Disavow Link Tools melden, konsultieren Sie unbedingt einen Berater bzw. eine Agentur für eine zweite Meinung um etwaige Kollateralschaden zu vermeiden.

Und bitte denken Sie auch daran, dieses Prozedere regelmäßig zu wiederholen, denn nicht nur reaktives Linkmanagement, sondern der pro aktive Umgang mit Ihrem Linkprofil hilft schlussendlich, Ihre Seite vor möglichen, Performance-Einbußen oder gar Abstrafungen zu schützen.

Zum Autor:

Bastian Grimm, blickt auf mehr als zehn Jahren Erfahrung im Online Marketing zurück. Bei der international tätigen Performance-Marketing Agentur Peak Ace mit Sitz in Berlin ist er für die Bereiche Suchmaschinenoptimierung (SEO) sowie Content & Online PR verantwortlich. Grimm ist zudem häufiger Speaker auf verschiedensten Konferenzen und Veranstaltungen im In- und Ausland (u.a. SMX, ISS, SES, SEOkomm, etc.). Bevor er sich ganz seinen eigenen Projekten widmete, war Bastian für den Aufbau verschiedener Marketing-Teams verantwortlich, z.B. bei der Fox Mobile Group und verantwortete dort die SEO Aktivitäten in 25+ Ländern und für 100+ Portale.


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Die Guten ins Konto, die Schlechten in den Papierkorb

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Eines ist klar: Die richtigen Suchbegriffe sind für den Erfolg Ihrer AdWords-Kampagnen von ganz entscheidender Bedeutung. Bei der Auswahl der geeigneten Suchwörter ist Kreativität gefragt. Denken Sie quer! Vorschläge für gute Keywords bietet das Google Keyword-Tool. Empfehlenswert sind zunächst jene Suchwörter, die ein großes Suchvolumen bei geringer Mitbewerberdichte bieten. Im Klartext: Viele Interessenten suchen danach, aber wenige Konkurrenten bieten es an.

Es versteht sich von selbst, dass diese Traumsituation nicht oft vorzufinden ist. Die Wahrheit lautet deshalb auch bei Suchwörtern: Heiß begehrt und deshalb teuer. Daher tun Sie gut daran, zu vergleichen, welche Phrasen relativ  häufig von Suchenden genutzt werden und dennoch Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb lassen. Oder Sie suchen zusätzlich oder stattdessen nach Wörtern und Kombinationen, die weniger häufig zum Einsatz kommen, aber dafür etwas preis­güns­tiger sind.

Wer die Wahl hat ...

Sie können unter drei Optionen wählen, wie genau Ihre Keyword-Vorgaben zu den Begriffskombinationen der Google-Nutzer passen müssen: „Genau passende Keywords“, „weitgehend passende Keywords“ und „passende Wortgruppen“. Die Standard-Option sind weitgehend passende Keywords. Diese geben Sie ohne Komma in einfacher Aufzählung ein, zum Beispiel: englisch-kurse in münchen. Bei dieser Variante erreichen Sie zwar eine Vielzahl von Interessenten, müssen allerdings auch große Streuverluste in Kauf nehmen. Ihre Anzeige wird möglicherweise nämlich auch dann eingeblendet, wenn ein Nutzer nach Französisch-Kursen in Hamburg sucht, und Sie beglücken außerdem Tausende von Suchern, die Anfragen wie gebrauchte Englisch-Bücher oder online Wörterbücher englisch eingeben – alles Nutzer, die nicht im Entferntesten an Ihrem Angebot interessiert sind!

Falls Sie nur Englisch-Kurse in München anbieten, aber überregional Kunden wünschen, ließe sich das Angebot etwas besser eingrenzen mit der passenden Wortgruppe, z.B. „englisch-kurse in münchen“ oder „englisch-kurse münchen“. In diesem Fall wird die Anzeige nur eingeblendet, wenn ein Interessent genau die entsprechende Wortgruppe in der besagten Reihenfolge eingibt. „Treffer“ sind aber auch Suchabfragen mit zusätzlichen Angaben davor oder dahinter, also beispielsweise die Suchkombinationen „Anbieter englisch-kurse in münchen“ oder im zweiten Fall „Englisch-Kurse, München, Wirtschaftsenglisch“. Andere Sprachen oder Ortsangaben als Suchbegriffe führen aber nicht zur Einblendung.

Die letzte Variante der genau passenden Keywords bringt zwar die wenigsten Einblendungen, bietet dafür aber die Chance, exakt die Kunden zu erreichen, die Sie mit Ihrem Angebot ansprechen möchten, etwa mit [englischkurse münchen]. In diesem Fall wird Ihre Anzeige tatsächlich nur dann ausgeliefert, wenn ein Interessent eine Anfrage in genau dieser Wort-Reihenfolge startet. Das heißt aber auch: Keine Einblendung, falls die Suchanfrage „englischkurse in münchen“ lautet.

Ausschließende Keywords

Unter welchen Suchwörtern möchten Sie definitiv nicht gefunden werden? Falls Sie überregional agieren wollen und wie im zuvor genannten Beispiel zwar Englischkurse, aber keine weiteren Sprachen anbieten, wäre es angebracht, als „weitgehend passende Keywords“ die Variante „englisch-kurse“ zu wählen und die wichtigs­ten europäischen Sprachen als ausschließende Keywords anzugeben.

Die ausschließenden Keywords sind genauso wichtig wie die regulären ausgewählten Keywords. Sie stehen zu Unrecht am Ende des Eingabeformulars! Investieren Sie für diesen Punkt auf jeden Fall genug Zeit. Scheuen Sie sich auch nicht, für zehn gebuchte Keywords 150 ausschließende Keywords einzugeben. Ihre Klickrate wird es Ihnen danken – und Ihr Budget erst recht.

Mehr Erfolg durch mehr Einblendungen?

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Es kann durchaus sinnvoll sein, mit einem kleinen Häkchen in den Einstellungen zu entscheiden, dass Ihre Werbung auch in der Google-Produktsuche, in den Groups, bei amazon.de und bei aol.com erscheint. Oder bei Partner-Websites im Display-Netzwerk, also auf Seiten wie meinestadt.de oder ciao.com. Sie sollten allerdings bedenken, dass die Einblendung Ihrer Anzeigen sich zum Teil nicht nur an den eingegebenen Suchbegriffen orientiert, sondern auch an rein inhaltlichen Themen Ihrer ausgewählten Keywords oder dem Namen Ihrer URL. Ob diese Option empfehlenswert ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Der einzig sinnvolle Vorschlag für den Einzelfall: Ausprobieren!

Lassen Sie zu Beginn etwas Vorsicht walten, wagen Sie den Test also zunächst mit einer Kampagne und einem für Sie entbehrlichen maximalen Tagesbudget. Dabei bietet es sich an, bei dieser Aktion keine „weitgehend passenden“ Keywords auszuwählen, um die Streuverluste bestmöglich in Grenzen zu halten. Dann lehnen Sie sich entspannt zurück oder widmen sich dem Tagesgeschäft und warten ab.

Wenn Sie nach einigen Stunden oder Tagen feststellen, dass zwar Tausende von offensichtlich irrelevanten Einblendungen erfolgt sind, aber wohl nur Interessenten auf Ihrer Seite waren, die Sie nicht wirklich ansprechen wollten, dann steht es Ihnen immer noch frei, einige Einstellungen zu ändern (Keywords, Region, Zeiten). Sie können auch durch das Einrichten von sogenannten Placements ausschließlich be­stimmte Websites im Display-Netzwerk auswählen, auf denen Sie Ihre Anzeigen sehen möchten. Sind die Ergebnisse auch dann nicht zufriedenstellend, beschränken Sie sich vorerst einmal auf die „Google-Suche“.

Tipps zur Auswahl der Keywords

Für den Anfang Ihrer Kampagne gilt:

  • Besser viele günstige, als wenige teure Keywords.
  • Zu Beginn lieber etwas mehr bieten. Dann blendet das System die Anzeigen auch entsprechend eher ein und Sie können so erfahren, wie populär Ihre Anzeigen sind. Wenn der Qualitätsfaktor stimmt und Ihre Anzeige oft angeklickt wird, wird dies wiederum mit besseren Plätzen belohnt werden. Später können Sie dann durchschnittliche Positionen prüfen und einzelne Gebote senken, falls dies sinnvoll scheint.
  • Für jedes Suchwort individuell entscheiden, ob Sie unbedingt ganz oben erscheinen müssen – ansonsten Gebot reduzieren. Position 14 ist nicht ratsam, die ersten beiden Plätze sind aber auch nicht immer ein Muss. Beobachten Sie Ihr Wettbewerbsumfeld im Netz und entscheiden Sie individuell, wann Sie ganz vorne mit dabei sein möchten und wann es sich für Sie nicht lohnt.

Was darf Ihr Erfolg kosten?

Das AdWords-System basiert auf dem simplen Prinzip: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Sie nennen für jedes gebuchte Suchwort den Höchstpreis, den Sie zu zahlen bereit sind, falls ein Interessent auf Ihre Anzeige klickt. Außerdem geben Sie für jede Kampagne ein Tagesbudget an, also den Höchstbetrag ein, den Sie bereit sind, täglich auszugeben. Je nach Branche, Produkt oder Dienstleistung können Sie bereits mit ein bis zehn Euro pro Tag dabei sein. Auf Ihrem Konto können Sie jederzeit und für jeden beliebigen Zeitraum einsehen, welche Kosten sich bei welcher Kampagne schon summiert haben – und bei Bedarf gleich korrigierend eingreifen. Die Preisfrage, im wahrsten Sinne des Wortes, ist natürlich: Welches Budget ist verfügbar oder ist sinnvoll? Was aber ganz sicher keinen Sinn ergibt: Ohne Erfahrung im ersten Monat das ge­samte Jahresbudget zu verspielen. Die erste Überlegung könnte also lauten: Mit kleinem Budget beginnen, und wenn alles gut läuft, schrittweise erhöhen.

Hier einige Zahlen, mit denen Sie als Gründer arbeiten könnten: Für die ersten zwei Monate je 200 Euro zum Experimentieren einsetzen oder, für die ersten Tage, 10 Euro Tagesbudget. Wenn die Anzeigen regelmäßig eingeblendet werden, alles noch optimiert werden konnte und etwas Routine eingekehrt ist, schrauben Sie das Monatsbudget auf 25 oder 50 Euro zurück – insgesamt oder pro Kampagne. Je nach Branche oder Werbeziel ist dies mit etwas Disziplin durchaus machbar. Denn warum sollten Sie für Ihren Werbeerfolg mehr bezahlen, als unbedingt notwendig?

Wenn Sie AdWords beispielsweise für einen Online-Shop im großen Stil einsetzen wollen, sollten Sie natürlich entsprechenden Aufwand in die Kalkulation stecken: Sie könnten sich ausrechnen, wie viel Sie am Verkauf eines Artikels verdient, wie viele Interessenten auf Ihre Anzeige geklickt haben und wie viel Sie folglich maximal pro Klick bieten können. Dies setzt wiederum voraus, dass Sie beispielsweise über ein Zählpixel bei der Bestellung nachvollziehen können, über welches Suchwort der Kauf zustande kam.

Vorteile der Agentur-Lösung

Welche Vorteile hat es, SEO an eine Agentur auszulagern?

Nachdem wir die Vorteile einer internen Lösung herausgestellt haben, möchten wir selbstverständlich auch auf die Vorteile eingehen, die die Zusammenarbeit mit einer Agentur mit sich bringen. Zunächst klingt es sicherlich verlockend, einen SEO-Mitarbeiter einzustellen, der sich Vollzeit um die Suchmaschinenoptimierung kümmert. Doch sollte man sich im Vorhinein fragen, ob man diesen Mitarbeiter überhaupt auslasten kann. SEO ist, wie bereits in den vergangenen Teilen der Serie beschrieben, kein Kanal, den man neben der eigentlichen Arbeit betreuen kann.

Es ist also nicht zu empfehlen, den SEM-Manager oder einen Techniker kurzerhand mit dem Thema SEO zu betrauen und davon auszugehen, dass er das kurzfristig neben seiner „normalen“ Arbeit umsetzen kann. Hier sollte man lieber auf Experten setzen, statt eine suboptimale Lösung zu wählen, die dem Unternehmen nachhaltig schaden könnte. Außerdem sollte in Betracht gezogen werden, dass der Arbeitsmarkt für SEOs von einem starken Überhang der Nachfrage gekennzeichnet ist. Somit fällt es nicht einfach, einen wirklich starken Inhouse SEO einzustellen. Und häufig haben Unternehmen, in denen noch kein SEO-Know-how vorliegt, das Problem zu entscheiden, ob ein potenzieller Mitarbeiter wirklich qualifiziert ist, den SEO-Bereich des Unternehmens zu leiten.

Einen SEO-Spezialisten als Angestellten zu finden, ist schwierig, da es zu wenige auf dem Markt gibt.

Neben den personenbezogenen Gründen, die evtl. für eine Zusammenarbeit mit einer SEO-Agentur sprechen, sind auch noch einige andere Gründe denkbar, bei denen die Agentur effizienter arbeiten kann als ein Mitarbeiter des Unternehmens. So besteht bei einer internen Lösung die Gefahr, dass der Inhouse SEO sich ausschließlich mit der eigenen Webseite sowie den Webseiten der direkten Konkurrenten befasst. Ein Blick über den Tellerrand ist dann meist ausgeschlossen. Neue Chancen und Risiken werden häufig vom Inhouse SEO übersehen, da dieser in seiner Routine verhaftet ist und den „Blick auf das Ganze“ verliert bzw. bei Berufseinsteigern noch nicht gewonnen hat. Dadurch, dass ein Mitarbeiter einer SEO-Agentur Einblick in die verschiedensten Branchen und Webseiten hat, kann Expertise eingebracht und Betriebsblindheit vermieden werden.

Außerdem ist insbesondere Start-ups zu empfehlen, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, also auf das, was man wirklich kann. Baut man ein internes SEO-Team auf und liegt das Kerngeschäft weniger darin, durch organischen Traffic möglichst viele Besucher auf die Seite zu ziehen. So kann man schnell sein Kerngeschäft vernachlässigen. Daher ist es ratsam, Themen wie die SEO an dafür spezialisierte Agenturen auszulagern. Wie bereits oben erwähnt, birgt die Inhouse Lösung den Vorteil des Aufbaus von Know-how. Dieses ist jedoch stark bei dem SEO-Mitarbeiter gebündelt. Ein Unternehmenswechsel des Kollegen würde das Unternehmen also nachhaltig treffen. Bei einer auf Suchmaschinenoptimierung fokussierten Agentur wird dieses Risiko deutlich minimiert.

Ebenfalls sollte sowohl die Flexibilität als auch die Skalierungsmöglichkeiten einer Agentur nicht unerwähnt bleiben, zwei für Start-ups wichtige Gesichtspunkte. Durch das große Kontaktnetzwerk einer Agentur mit gesunder Größe fällt es dieser zumeist leichter, höhere Budgets sinnreich für den Kunden zu investieren als das ein Inhouse SEO könnte. Auch kann das Budget bei der Zusammenarbeit mit einer Agentur für mehrere Monate gesenkt werden, ohne direkt einen Mitarbeiter verlieren zu müssen.