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Originalität ist Trumpf

„Als kleiner Aussteller muss man originell sein", so das Credo von Teddy Tour Berlin: Hingucker und Publikumsmagnet sind die mannshohen Teddys

Und weil sich die Medien bekanntlich besonders gern auf alles Spektakuläre, Einzigartige, Kuriose stürzen, sollte das Unternehmen etwas derartiges zu bieten haben. So dachte auch Thomas Vetsch, Mitgründer von Teddy Tour Berlin, bevor er sein Unternehmen erstmals auf der „Internationalen Tourismus Börse“ (ITB) in Berlin präsentierte. Das junge Unternehmen veranstaltet Reisen für Kuscheltiere – was genauso exotisch ist wie es klingt. Und „auf diese Exotenrolle haben wir gebaut“, sagt Vetsch, „Wir wollten in der ITB-Pressemitteilung, in der drinsteht, das Angebot reiche von ... bis, das ,bis‘ sein“. Vetsch behielt recht. Als einer der ganz wenigen Aussteller wurde Vetschs Unternehmen in einer der offiziellen ITB-Pressemitteilungen namentlich an prominenter Stelle erwähnt.

Dass sich dann tatsächlich viele ITB-Besucher auf den sechs Quadratmeter kleinen Stand verirrten, dass der Jungunternehmer Kooperationen mit einer Reederei und dem Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds anbahnen konnte, dass sich die Messe für das kuriose Reiseunternehmen also „in allen Belangen gelohnt hat“, lag aber auch an Theodor und Theophil. Die beiden riesigen Teddybären zogen die Besucher an – die fanden es toll, sich mit den Plüschtieren fotografieren zu lassen. „Als kleiner Aussteller muss man originell sein, um wahrgenommen zu werden“, sagt Vetsch.

Kosten reduzieren und Fördermittel nutzen

Die Frage ist nur, ob man für viel Geld einen Messebauer mit der Standverschönerung beauftragt, oder ob man Bretter, Hammer und Nägel in einen Transporter packt und selbst kreativ wird, wie Schirmeier das Jahr für Jahr macht. „Eine Messe ist teuer genug, da muss man sparen, wo es geht“, sagt der livetec-Chef. Deshalb spart er auch bei der Unterkunft: Ein Hotel, 30 Minuten außerhalb der Stadt gelegen, gibt es für 60 statt 260 Euro.

Den größten Kostenvorteil können junge Unternehmer aber über die Teilnahme an Förderprogrammen oder messeeigenen Programmen einstreichen. Schirmeier, der bereits mehrmals am Inlandsförderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft teilgenommen hat (mehr dazu unter Fördermittel-Infos), hat auf diese Weise fast 15.000 Euro gespart. Pro Messe schoss das Ministerium knapp 5000 Euro zu. Das ist ein Großteil der reinen Standmiete und laut Schirmeier „knapp ein Drittel der Gesamtkosten“.

Auch Kauenhowen hat von einer Förderung profitiert. Seine Firma ist beim Start-up-Wettbewerb „ispo BrandNew“ unter die besten fünf in der Kategorie „Style“ gekommen. Als Preis erhielt Kidneykaren einen 15 Quadratmeter großen Stand im sogenannten „ispo BrandNew Village“, jener Insel, auf der etwa 20, 30 blutjunge Unternehmen, allesamt Gewinner oder Finalisten des Wettbewerbs, ihre Neuheiten zeigen. Lediglich 150 Euro musste Kauenhowen für den Stand inklusive einiger weiterer Leistungen zahlen. Weil der Berliner Unternehmer bei der nächsten „ispo“ aber wieder dabei sein wird, bekommt er den Betrag im Nachhinein ganz erstattet. 

Schirmeier plant bereits die nächste Messe. Zweimal darf man im Rahmen des Förderprogramms des Bundes bezuschusst an der gleichen Ausstellung teilnehmen. Da wäre Schirmeier ein schlechter Geschäftsmann, wenn er sich die Gelegenheit durch die Lappen gehen lassen würde.

Weitere Infos zum Thema

Auf www.auma.de, der Webseite des Ausstellungs- und Messe-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft e.V. (AUMA), finden Sie viele nützliche Informationen, u.a.

  • die Messedaten aller in- und ausländischen Messen der nächsten Jahre (kostenlos),
  • die Einsteiger-Broschüre mit Checklisten: „Tipps für die Planung und Durchführung von Messebeteiligungen. Von der Messeauswahl bis zur Erfolgskontrolle.“ (zum kostenlosen Download oder als CD-Rom).