Social Media Trends 2015

Welche großen Social-Media-Trends sind 2015 für Gründer und Entrepreneure relevant?

Autor: Cornelius Büchner
44 likes

Welche großen Social-Media-Trends werden 2015 für Gründer und Entrepreneure relevant? StartingUp analysiert mit Social-Media- und Mobile-Evangelist und Digital-Marketeer Curt Simon Harlinghausen alle wesentlichen Plattformen und gibt konkrete Empfehlungen fürs Social-Media-Marketing.

Curt Simon Harlinghausen
Social-Media-Evangelist und Digital-Marketeer Curt Simon Harlinghausen

Curt Simon Harlinghausen zeichnet ein ovales O an das Whiteboard, dann noch eines, überlappend. Diesen Bereich schraffiert er dunkel: eine Schnittmenge. Schnittmengen werden uns in den kommenden Stunden, in denen wir hier, im Konfi seiner Agentur AKOM360 über die Zukunft von Social Media reden, immer wieder begegnen. Und schnell wird klar: Diese Story wird kein Interview, es wird vielmehr eine Präsentation, ja eine Vorlesung. Der Entrepreneur, Speaker und Dozent Curt Simon Harlinghausen ist in seinem Element.

Doch zunächst zur persönlichen Schnittmenge des Curt Simon Harlinghausen zu unserem Thema: Social Media. Geboren 1974 in Salzburg, ist Curt Simon aktuell einer der gefragtesten Experten des deutschsprachigen Raumes für digitale Transformation. Er, der sich selbst als „Intellectual Badass“ bezeichnet, ist seit 2004 Mitglied des BVDW (Bundesverband digitale Wirtschaft), war lange Zeit Fachgruppenvorsitzender des Bereichs Social Media, heute leitet er dort die Initiative Startups.
An zwölf Unternehmen ist Curt Simon aktiv beteiligt, die meisten hat er selbst gegründet. Es geht um digitale Strategien, um eCommerce-Lösungen, um SEO und SEA, um mobile Apps und Games, digitales Design, Big-Data-Analysen, Social-Media-Administration und -analysen und immer wieder um Marketing. Jedes seiner Unternehmen stellt einen Mosaikstein in einem digitalen Ecosystem dar, das Curt Simon strategisch sorgfältig komponiert hat und dessen gemeinsamer Nenner die Verknüpfung von Marketing und IT ist.

Doch alles ist bei Curt Simon im Fluss, nichts starr, getreu seinem Motto: „Nichts ist steter als der Wandel“. Daher gründet und verkauft er seine Unternehmen. Hinter vier seiner Unternehmen steht aktuell der Zusatz „In Verkauf“ bzw. „Verkauft“. „Wissen ist mein Hobby, ich sammle Know-how, ob das etwas zum Thema Maschinenbau, Kuhbürsten, Städte/Länder, Hacking, Leadership oder Social Engineering ist“, sagt Curt Simon. „Daher kann ich auch mit Vorständen gut kommunizieren“, verrät er eines seiner Erfolgsgeheimnisse. „Ihnen erkläre ich nach dem Bienchen- und Blümchen-Prinzip, wie z.B. die passende Server-Struktur aussehen kann. Dann gehe ich zum IT-Mitarbeiter, spreche mit dem über Protokolle, Gateways, Datenbanken und Security. Mit dessen Feedback bin ich dann wieder beim Vorstand, erkläre dem, wo es hakt und was es für einen Impact hat, und alle sind zufrieden.“

12 Unternehmen gehören zum Ecosystem des CSH

Smart, charmant, intelligent und sportlich: Curt Simon ist Vater von zwei Söhnen, glücklich verheiratet, einer von den Typen, denen scheinbar immer alles gelingt. Im Sport: Skifahrer und Skilehrer, aktiver Racketlon-Spieler, eine Sportart in Anlehnung an den Triathlon, bei der Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis hintereinander kombiniert werden. Und doch hat auch Curt Simon ganz offensichtlich seine Niederlagen erlebt: z.B. als er im Alter von 20 durchs Abi rasselte, und das ausgerechnet wegen Englisch. Er, der heute 300 bis 400 Flüge pro Jahr absolviert, der in China, USA und Irland gearbeitet hat, und an dessen kosmopolitischer Prägung keinerlei Zweifel entstehen können.

Aber vielleicht ist es das, was ihn nicht nur sympathisch und alles andere als glatt erscheinen lässt, sondern was ihm eine zentrale Erkenntnis als Unternehmer eingebracht hat: Empathie ist ein entscheidender Faktor des Entrepreneurships. Nur wer Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse anderer verstehen kann, wird die Offenheit mitbringen, die für erfolgreiche Beziehungen notwendig sind.

Womit wir beim Thema sind: Social Media. „Eigentlich“, sagt Curt Simon, „gibt es den Bereich Social Media nicht mehr.“ Das Internet wird insgesamt immer sozialer. Diese Elemente sind ohnehin überall integriert. Fast jede Webseite bietet die Möglichkeit der sozialen Interaktion. Es geht ja nicht mehr nur um den Like- und Share-Button, sondern es geht um den Dialog, ums Weiterleiten, Reagieren, Interagieren. Das sind alles Grundvoraussetzungen an Webseiten, ebenso wie die Fähigkeit, auf dem Handy angezeigt zu werden. „Daher haben wir momentan nur drei Welten, die offline-Welt, die digitale Welt und als nächsten großen Hype die Objekt-Welt mit dem Internet of Things.“

Als Beispiel für die Objekt-Welt nennt er die Katzenklappe neuester Generation: Die Katze trägt einen Chip, dieser misst die Blutwerte der Katze, kennt deren Vital-Daten und überträgt diese an die Türe. Diese sendet wiederum die Daten an den Futterautomaten, der gibt seine Infos weiter an das Handy des Besitzers, so dass dieser rechtzeitig das Futter nachbestellen kann. Ebenso funktioniert das demnächst in vielen Bereichen für uns Menschen: Wir fahren z.B. an einer Aral-Tankstelle vorbei, dabei poppt automatisch ein Gutschein von Payback auf, d.h. das Handy kommuniziert mit den Geodaten der Tankstelle und erhält die Info, welche Vouchers momentan verfügbar sind. Und das alles ohne dass wir Menschen dies noch steuern oder überhaupt interagieren. Hier kommunizieren Objekte miteinander, der Mensch wird zum Zuschauer.

Wer Media will, muss investieren

Doch zurück zur menschlichen Kommunikation, zu Social Media. Diese beiden Begriffe beschreiben letztlich nur noch ein Attribut der digitalen Welt. Curt Simon malt zwei Kreise auf das Whiteboard, einen für „Social“, den anderen für „Media“. Was gehört zu „Social“? Es sind die Stichpunkte Dialog, Vernetzung, Interaktion, aber auch Demokratisierung, inklusive der Möglichkeiten der globalen Kommunikation zwischen den Menschen. Ebenso sind die Vermittlung und Weitergabe von Wissen sowie Themen wie Crowdsourcing und Crowdfunding Teile der sozialen Komponente. Hingegen „Media“: Hier geht es um Performance, um Branding, um Reichweiten und Frequenzen. Mit anderen Worten: Hier geht es um Geld. Und daher schreibt Curt Simon als Headline über die Media-Blase: „ES GIBT NICHTS MEHR UMSONST“. Dies ist ganz klar ein Thema von 2015, ein Trend in diesem Jahr. Wer Social Media für seine Botschaften nutzen will, muss Geld in die Hand nehmen.

Push-Prozesse werden wichtiger

Da wäre aber die Schnittmenge zwischen Social und Media, also zwischen Organischem und Bezahltem: ein enger Bereich. Curt Simon Harlinghausen nennt diesen den „Digitalen Darwinismus“. Bei ungefähr 8000 Werbebotschaften, mit denen wir alle innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich konfrontiert werden, muss eine erfolgreiche Social-Media-Botschaft entweder extrem kreativ sein, besonders innovativ oder hochgradig laut bzw. auffällig, in jedem Fall aber herausragend umgesetzt. Nur dann hat sie eine Chance, sich in der Schnittmenge zwischen Social und Media klar zu positionieren und sich gegen die Masse der anderen Botschaften – Werbebanner, Plakate, Informationen und Videos etc. – durchzusetzen. Auch das ist ein Thema von 2015, sagt Curt Simon. Im Conversion-Trichter (Funnel), in dem es z.B. um den finalen Kaufabschluss geht, ändern sich die Verhältnisse:

Die Analyse der wichtigsten Social Media Plattformen - Facebook, Instagram, WhatsApp, Twitter, Youtube, LinkedIn, Xing, Tumblr, Google+ und Pinterest - sowie die konkreten Marketing-To-Dos lesen Sie in der Printausgabe StartingUp 02/15.

Dies ist ein Auszug aus einem aktuellen Artikel unseres Print-Objekts StartingUp:
Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen StartingUp - Heft 01/15 - ab dem 19. Februar 2015 im Handel oder jederzeit online bestellbar  - auch als epaper - in unserem Bestellservice-Bereich

 

 

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: