Mobile Advertising für Start-ups

Autor: Felipe Ogibowski
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Die digitale Werbeindustrie wächst und wächst. Letztes Jahr alleine wurden laut eMarketer weltweit rund 64,25 Milliarden US-Dollar ausgegeben - und das allein für Mobile Advertising. Im Jahr 2018 soll die Summe sogar auf 158,55 Milliarden US-Dollar anwachsen. Doch was genau ist eigentlich Mobile Advertising und welche Chancen bietet es Start-ups? Hier gibt’s die Antworten.

Im Grunde genommen heißt Mobile Advertising nichts anderes als Werbung auf mobilen Endgeräten, wie Smartphones oder Tablets, zu schalten. Dabei unterscheidet man in der Regel zwischen zwei Bereichen: Branding und Performance. Im Bereich Branding geht es um die Schaffung der Markenbekanntheit, während es im Bereich Performance um die Generierung von App Installs und den schnellen Abverkauf geht.

Mobile Advertising: Die Einsatzbereiche

Mobile Advertising erreicht gerade eine neue Evolutionsstufe. Die ursprünglichen, standardisierten Branchenformate kommen alle aus der Webbrowser-Welt: Gängige Formate wie Banner oder textbasierte Anzeigen wurden einfach auf Handydisplay-Größe herunter geschrumpft und an die jeweiligen Bildschirmgrößen des Endgeräts angepasst. Das macht sie nicht sonderlich attraktiv, da der Platz auf dem Bildschirm begrenzt ist und ungünstig platzierte Werbebanner die Interaktion mit dem mobilen Endgerät beeinträchtigen. Am Anfang haben die Marktteilnehmer das mangels Alternativen akzeptiert, auch weil die Media-Agenturen nichts anderes verstanden und eingekauft haben.

Mittlerweile werden vermehrt Anzeigen-Elemente angeboten, die nicht nur gut aussehen, sondern auch intent-driven sind. Das heißt, der Nutzer sieht die Anzeige im Kontext dessen, was er gerade beabsichtigt zu tun. So werden Werbeformate in Zukunft seltener an den Rändern des Displays angezeigt, sondern werden stattdessen oft direkt zwischen den Inhalten platziert, um die Wahrnehmung der Anzeigen beim Nutzer zu erhöhen. Auch wird mobile Werbung immer intelligenter: so ist sie meist weniger aufdringlich, dafür aber kontext-basierter und dadurch relevanter für den User. Das steigert die Conversion.

Anders als bei Desktop-Computern sind es nicht Webbrowser, die die Zeit und Aufmerksamkeit der Nutzer am stärksten beanspruchen. Ganze 85 % der Zeit, die Konsumenten auf mobilen Endgeräten verbringen, wird der Benutzung von Apps zugeschrieben. In-App Werbung bietet Entwicklern erfolgreicher Apps somit ein ertragskräftiges Monetarisierungs-Modell und ermöglicht es weniger bekannten oder neuen App-Entwicklern ihre Sichtbarkeit in den App-Stores zu erhöhen, indem sie in bereits etablierten Apps Werbung schalten. 

Die größten Vorteile als Werbemaßnahme

Mobile Advertising bringt viele Vorteile mit sich: Einerseits haben Entwickler die Möglichkeit ihre App zu monetarisieren, andererseits können Werbetreibende schnell neue Leads für ihr jeweiliges Produkt generieren. Doch was heißt das genau? Der entscheidende Vorteil von mobiler Werbung gegenüber traditioneller Werbung im Offline-Bereich ist, dass diese vollständig messbar ist. Das heißt, man kann komplette Kampagnen - von der Schaltung der Anzeige bis zur Kaufentscheidung - schnell optimieren und gleichzeitig die richtige Zielgruppe ansprechen. Auch können globale Kampagnen binnen weniger Klicks ausgerollt werden, ohne dabei einen Partner vor Ort zu benötigen.

Mobile Endgeräte sind außerdem der stetige Begleiter – zu jeder Tageszeit. Inzwischen wird häufiger eine Wecker-App zum Aufstehen genutzt als ein klassischer, analoger Wecker. Technologien wie Geolocating und gezielte Daten-Auswertung können genutzt werden, um den Konsumenten im richtigen Moment mit Werbung zu erreichen. Hotels können beispielsweise Flugdaten auswerten, um festzustellen, wann Flüge gestrichen werden oder verspätet sind. Mithilfe von Geolocating kann dann gezielt Werbung für das Hotel am jeweiligen Flughafen auf den mobilen Endgeräten der Benutzer ausgespielt werden. Die Werbung bietet dem Nutzer hier echten Mehrwert und wird nicht als lästiger Störfaktor wahrgenommen. 

Das wirtschaftliche Mobile-Advertising-Potenzial für Gründer und Start-ups

Kein anderes digitales Medium wächst so schnell und hat so viel Potenzial wie Mobile Advertising. Die Budgets. die für Mobile Advertising ausgegeben werden, sind nach wie vor relativ gering im Vergleich dazu, wieviel Zeit Konsumenten mit mobilen Endgeräten verbringen.

Der Markt des Mobile Advertising ist zwar hart umkämpft, und die Tatsache, dass auch Tech-Giganten wie Google oder Facebook im Mobile Advertising Geschäft mitmischen, mag zunächst entmutigend, wenn auch zuweilen einschüchternd wirken, allerdings sollte man sich nicht ausschließlich als Konkurrenten verstehen. Der Markt ist noch relativ neu, es lassen sich also Möglichkeiten finden hier sogar mit den Tech-Giganten zusammenzuarbeiten.

Außerdem ist die Bereitschaft der Konsumenten, Geld für Apps auszugeben, meistens nicht besonders hoch. Mithilfe von Mobile Advertising können auch kostenlose oder sehr günstige Apps profitabel sein. Entwickler sind dementsprechend auf ein Monetarisierungs-Modell angewiesen, das es ihnen ermöglicht ihre App kostenlos anzubieten. Wer ein Geschäftsmodell hat, welches Entwicklern diesen Mehrwert bieten kann, wird zu einem unglaublich wichtigen Kooperationspartner.

Gleichzeitig liefert Mobile Advertising Daten, die  handfeste Aussagen über die Effektivität der Werbung geben. In Print oder Fernsehen ist Werbung nur auf großen, etablierten Kanälen wertvoll, wie in namhaften Fernsehsendern oder Zeitungen. Je größer die Reichweite des Mediums, desto wertvoller wird die Werbung im Allgemeinen gesehen. Für gutes Mobiles Advertising sind keine großen Namen notwendig. Effektivität und Wert der Werbung lassen sich genau mithilfe von Daten bestimmen. Die Möglichkeit mit Daten überzeugen zu können macht das Mobile-Advertising-Geschäft unabhängig und zugänglicher für neue Geschäftsmodelle. 

Mobile Advertising: Die Budget-Frage

Die ersten Gehversuche kann man relativ günstig über Facebook selbst machen. Wenn man einen bleibenden Eindruck im hart umkämpften App Store hinterlassen möchte, sollte man in Deutschland ungefähr 10.000 Euro monatlich ausgeben, um die richtigen Zielgruppen ausfindig zu machen, KPIs zu identifizieren und relativ weit oben im App Store zu sein. In anderen Ländern variieren die Preise für Vertriebskanäle und Werbeformate natürlich. 

Auch wenn es bereits einige etablierte Mobile-Advertising-Unternehmen gibt, existiert auch eine Vielzahl lokaler Unternehmen und Nischen-Unternehmen, die ebenfalls gute Resultate liefern. Deshalb ist es wichtig, verschiedene Anbieter zu testen, um den Marketing-Mix zu finden, der dem eigenen Produkt den größten Profit erwirtschaftet. 

Mobile-Advertising-Unternehmen arbeiten meist mit komplexen Algorithmen, um die Nutzergruppen zu identifizieren, die für die jeweiligen Werbepartner und Entwickler am interessantesten sind. Hier ist nicht nur Quantität, sondern auch Qualität entscheidend. Es geht also nicht nur darum, möglichst viele Nutzer zu finden, sondern die Nutzer auch möglichst lange für sich zu gewinnen.

Der Autor Felipe Ogibowski ist Gründer und CEO der Mobile Advertising Plattform IconPeak.

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