Video-Portale für Start-ups

Video-Plattformen in der Übersicht

Autor: Bernd Korz
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Video-Plattformen boomen und sind auch als Marketing-Tools nicht zu unterschätzen. Doch so, wie etwa TV-Sender genau schauen, welche Produktionen sie in ihr Programm aufnehmen, gibt es auch bei den Plattformen im Netz in puncto Repertoire einige Unterschiede, die Sie kennen sollten.

Wer als Producer auf Reichweite setzt, für den gibt es neben YouTube kaum eine nennenswerte Alternative. Klar, dass hier das Portfolio von A wie "Ameise vs. Spinne" bis Z wie "ZZ Top Greatest Hits" reicht. Die Künstlerriege orientiert sich dagegen vermehrt am Clean-Chic von Vimeo ohne lästige Werbeinhalte oder Dailymotion. Letzteres lässt sich sogar problemlos auf Facebook einbetten. Und auch das Social Network itself hat bereits einige Schrauben gedreht, um in Konkurrenz mit YouTube und Co. treten zu können. Denn das wird zunehmend wichtiger.

 

I. Der Platzhirsch

YouTube

Was für einen gewaltigen Sog YouTube bereits auslöst, beweisen die erst vor kurzem gefeierten VideoDays in Köln. Die Stars der Messe: YouTuber. Die Fans: Abertausende Jugendliche. Ohne Frage zeigen uns die VideoDays, die parallel zur Gamescom stattfanden, wie die Medienwelt von morgen aussieht. Doch gleichzeitig gibt sie auch Aufschluss über die Zielgruppe von YouTube: Zwar findet die Plattform auch zunehmend bei der älteren Zielgruppe Anklang, dennoch führen die 18- bis 29-Jährigen mit einer prozentualen Nutzung von 40 % täglich die Hitliste deutlich an - so eine Onlinebefragung des Forschungsinstituts Goldmedia Research zur Nutzung von Online- Videos unter dt. Internetnutzern. Doch was für die einen unverzichtbar ist, davon nehmen die anderen bewusst Abstand, wenn sich Alternativen mit vergleichbarem Benefit bieten. Und tatsächlich wird dem Giganten YouTube bereits von vielen Seiten am Stuhl gesägt. Besonders die störenden Werbeeinblendungen, die sich nicht ignorieren lassen, machen den Google-Partner bei vielen Produzenten unattraktiv und bieten der Konkurrenz die Nische zum Erfolg.

II: Die Konkurrenten

Vimeo

Schauen wir zum Beispiel auf das US-amerikanische Portal Vimeo. Hier wird schnell deutlich, auf welche Zielgruppe es die Gründer abgesehen haben: Die Hochglanz-Alternative punktet vordergründig bei jener Zielgruppe mit erhöhtem ästhetischen Anspruch. Hier stellen Filmemacher, die nicht primär den viralen Erfolg im Fokus haben, ihre Kurzfilme und Portfolios vor. Ein weiterer Vorteil ist die Werbefreiheit Vimeos. So präsentieren sich Player und Plattform clean und modern ohne nervige Einblendungen. Klingt fast zu schön um wahr zu sein? Richtig! Denn der Haken offenbart sich in der Upload-Menge von nur 500 Megabyte, die Producer kostenfrei nutzen können. Daher eignet sich die Plattform vor allem für die Uploader, mit einem kleinen Budget. Abstriche müssen Verbraucher dafür aber in der Vielfalt machen, denn das Video-Repertoire Vimeos umfasst lange nicht das des Branchenführers. Schon vor YouTube hatte Vimeo allerdings bereits Anfang 2013 die Video On Demand-Option für Producer, die ihren Content so zu selbst festgelegten Preisen anbieten konnten.

Dailymotion

Als europäische Alternative besteht seit 2005 die Plattform Dailymotion mit bereits unzähligen Dependancen in allen namhaften Weltmetropolen. Bislang wurde der Global Player in 20 Sprachen übersetzt und kann YouTube so nicht nur Userzahlen zufolge die Stirn bieten. Rund 11 Portalseiten sind zuständig für ihre eigene Programmplanung, sodass Angebote länderspezifisch ausgerichtet werden können. Heute zählt das Videoportal mit mehr als 128 Millionen Besuchern und 2,5 Milliarden Videoabrufen pro Monat zu den Marktführern. Für ein umfangreiches Streaming-Angebot, bestehen Kooperationen mit internationalen Partnern. Hochladen können die Nutzer nach kostenloser Registrierung Videos bis zu 2 Gigabyte und einer Länge von 60 Minuten - Bei YouTube gilt selbiges bei einer Länge von nur 15 Minuten. Sie punkten zudem noch mit zahlreichen Features, wie Official-Partner-Programm, Motion Maker und Familienfilter. Zu kritisieren ist jedoch die Unübersichtlichkeit Dailymotions: Zu viele Unterseiten, zu unvollständig übersetzt - das geht besser! In allen anderen Punkten kann das EU-Portal aber uneingeschränkt mit YouTube mithalten.

Facebook

Genau wie das einstige "pure social network" Facebook. Mitte August dieses Jahres ermöglichte Facebook erstmals die Übertragung von Live-Videos - allerdings vorbehaltlich für Promis mit einem bestätigten Benutzerkonto. Mit der App "Facebook Mentions" unternahm das Milliarden-Unternehmen so einen nächsten Schachzug gegen YouTube. Das Zuckerberg-Business will seine Nutzer dazu bewegen, ihre Videos direkt auf dem Online-Netzwerk hochzuladen, statt Links von Videos auf anderen Seiten zu teilen. Clever ist vor allem die unterschiedliche Darstellung von Videos: YouTube-Videos werden mit einem Vorschaulink geteilt, bei eigenen Videos bedient sich Facebook der Autoplay-Funktion und nimmt dem Nutzer wieder einmal die Möglichkeit, sich aktiv für oder gegen ein Video zu entscheiden. Trotz dieser Tatsache und der datenschutzkritischen Vorgehensweise, findet Facebooks Strategie Anklang. Das Social Network ist YouTube dicht auf den Fersen, auch wenn der Videocontent bisher noch nicht gezielt vermarktet wird. Ist Facebook aber erst einmal als soziale Multiplattform etabliert, geht der Kampf erst richtig los.

Alugha

Die Videoplattform alugha rüttelt ebenfalls am Thron des Video-Giganten. Mit dem Start der Beta-Version im Frühjahr 2014 ging erstmalig eine Videoplattform an den Start, die es erlaubt, ein und dasselbe Video mehrsprachig hochzuladen. Video-Producer können ihre Reichweite so erhöhen und zudem ihre Producer-Site individualisieren. Einzelne Videos können auf der Single Video Page ohne störende Werbung angeschaut werden, passen sich in Größe und Auflösung dem Endgerät an und können in typischer alugha-Manier jederzeit auf die gewünschte Sprache ein- bzw. umgestellt werden. Zudem werden SEO-Optimierungen täglich an Google, Bing und Yahoo geschickt, sodass die Sichtbarkeit im Ranking erhöht wird. Im Bewegtbild-Segment ist momentan bei vielen Kanälen einiges in Bewegung, sodass man gespannt sein darf, ob sich YouTube in Zukunft noch behaupten kann. Das Thema Sprachvielfalt bleibt allerdings auf der Strecke. Hier wäre ein Umdenken auch beim Video-Giganten wünschenswert.

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