Der Businessplan - Kompass und Steuerungsinstrument für Gründer


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Der Businessplan - Kompass und Steuerungsinstrument für Gründer

Nur die genaue Betrachtung der geplanten Gründung kann das Risiko von Fehleinschätzungen und deren oft fatale Folgen vermindern, weiß Bastians zu berichten: „Die Notwendigkeit der genauen Darstellung des Konzeptes in einem detaillierten Businessplan zwingt den Gründer zur kritischen Auseinandersetzung mit seinem Vorhaben. Die Unternehmensgründung stellt für fast alle Gründer das größte finanzielle Wagnis ihres Lebens dar. Umso mehr ist eine detaillierte Konzeption des Vorhabens unbedingt erforderlich.“

Das eigene Geschäftsvorhaben einmal zu Papier zu bringen und detailliert die Finanz- und Liquiditätssituation des Unternehmens zu planen, ist eine unverzichtbare Erfahrung für künftige Unternehmer. Gerade die Erkenntnis, dass die Akquirierung eines Auftrags nicht gleichbedeutend mit dem Zahlungseingang ist, gewinnen Gründer oft erst im täglichen Geschäft. Wenn dann für zwei oder drei Monate Kosten für die Auftragsabwicklung vorfinanziert werden müssen, entstehen ganz schnell Liquiditätsengpässe. „Dies lässt sich durch eine saubere Planung von Anfang an vermeiden“, so Tim Stracke, Geschäftsführer der mentasys GmbH aus Karlsruhe, der vor allem den Zahlenteil eines Businessplans als Instrument  zur Steuerung der Unternehmensentwicklung schätzt – und dies nicht nur in der Gründungsphase, sondern auch auf dem weiteren Entwicklungsweg des Unternehmens. Insbesondere wenn ein Unternehmen wie die mentasys GmbH einen Investor an Bord hat, ist die regelmäßige Überarbeitung des Geschäftsplanes gefragt. Einmal jährlich seien den Investoren aktuelle Zahlen vorzulegen, die eine fundierte Einschätzung der weiteren Unternehmensentwicklung ermöglichen, weiß Stracke zu berichten.

Stracke empfiehlt, bei der Planung der Unternehmensentwicklung verschieden Szenarien durchzuspielen. „Man sollte einfach von unterschiedlichen Prämissen ausgehen und überlegen, was passiert im besten Falle (Best Case), was im schlechtesten Fall (Worst Case)“. Irgendwo dazwischen sollte sich die Unternehmensentwicklung tatsächlich einpendeln und so den Real Case begründen.

Finanzierung: Der Businessplan als Eintrittskarte

„Ohne Businessplan kein Kontakt zu Investoren“, unterstreicht Stracke die Bedeutung einer fundierten schriftlichen Präsentation des eigenen Geschäftskonzeptes. „Der Businessplan bietet die Chance, glaubhaft zu machen, dass die Unternehmensgründung solide geplant wird und dass die angegebenen Meilensteine nachvollziehbar und realisierbar sind.“

Auf die To-do-Liste
  • Der Businessplan ist von zentraler Bedeutung, da die detaillierte Planung hilft, sich Chancen und Risiken der Gründung zu vergegenwärtigen. Frühzeitig erkannte Schwächen und Gefahren können beseitigt werden und dienen so der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens.
  • Kein Geld ohne Businessplan! Nutzen Sie die Chance, mit einem überzeugenden Konzept finanzielle Mittel für Gründung und Wachstum Ihres Unternehmens zu akquirieren. Und nutzen Sie die kostenlosen Beratungsangebote der Businessplan-Wettbewerbe, seien Sie offen für Kritik und konstruktive Anregungen.

Wie Geldgeber einen Businessplan bewerten und welche Schwerpunkte sie bei der Lektüre setzen, lässt sich durch die Teilnahme an einem Businessplan-Wettbewerb testen. Darauf weist Höller hin, der vor allem die Möglichkeit, regelmäßiges mündliches und schriftliches Feedback von Venture Capitalists, Business Angels und Vertretern von Kreditinstituten zu erhalten, als wertvollen Erstkontakt mit Investoren bezeichnet: „So lassen sich bereits in der Gründungsphase die Weichen für ein Gründungskonzept stellen, das formell und inhaltlich den Anforderungen von Geldgebern entspricht.“ Darüber hinaus dient die Teilnahme an einem Businessplan-Wettbewerb auch der Kontaktanbahnung zu potenziellen Eigenkapital-Gebern, unterstreicht Trautmann.

Die Finanzierung einer Existenzgründung sollte genau auf die jeweilige Situation bzw. die vorliegende Planung des Unternehmens abgestimmt sein, erläutert Bastians: „Unterscheidungen bestehen insbesondere bei den tendenziell erheblich größeren Betriebsmittelanteilen bei Dienstleistungsgründungen gegenüber den Produktionsunternehmen mit hohem Investitionsbedarf. Die Deckung der laufenden Liquidität sollte durch eine Mischung zwischen entsprechenden Betriebsmittelprogrammen für die Anlaufverluste und eine Kontokorrentlinie zur Abdeckung der entstehenden Liquiditätsspitzen erreicht werden.“